Italien. Für die meisten mindestens ein kulinarischer Sehnsuchtsort. Für den Sterne- und Fernsehkoch Frank Buchholz ein Stück Heimat. Live vor Publikum hat er uns erzählt, warum sein neues Kochbuch zusammen mit Björn Freitag sich der italienischen Küche widmet. Mein Name ist Helene Pawlitzki. Schön, dass ihr bei dieser Bonus-Episode dabei seid.

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Brunch, der Genuss-Podcast der Rheinischen Post. Das Rheinland ist ja angeblich das Italien Deutschlands, sagt man so. Düsseldorf. Ja, welche Stadt in Italien ist denn dann Düsseldorf? Wenn das Rheinland das Italien Deutschlands ist, was ist denn dann Düsseldorf? Verona. Warum? Kultivierte Menschen, ein Fluss in der Nähe, essen gerne. Ja, was soll ich da noch sonst sagen? Es passt alles zu Düsseldorf. Wir reden gleich mal, wo Verona liegt und was deine Lieblingsregion in Italien ist, Frank Buchholz. Ja, gerne. Heute machen wir Düsseldorf zur Hauptstadt Italiens. Italien, so heißt auch das neue Buch von Frank Buchholz und Björn Freitag. Und Frank Buchholz ist heute zu Gast im Brunch, dem Genuss-Podcast der Rheinischen Post, Du warst live in der Küche hier bei Schafrath im schönen Düsseldorf. Mein Name ist Helene Pawlitzki. Schön, dass ihr dabei seid.

Was ist denn nun deine Lieblingsregion in Italien, Frank? Also ich finde das immer so ein bisschen vermessen. Das ist von Jahr zu Jahr anders. Da gibt es eine Grundstimmung. Das ist genauso meine Herkunft. Ich bin Westfale. Ich komme aus Dortmund ursprünglich. Lebe jetzt seit 26 Jahren in Mainz. Und so würde ich das sehen. Also das ist meine neue Heimat, meine alte Heimat und meine Liebe ist einfach Deutschland oder Europa mittlerweile mehr als alles andere und in Italien ist das Apulien. Und dann geht so Italien für mich bis Rom, wenn ich ganz ehrlich bin. Ja, also ich mag das Urstimmliche, nicht das Industrielle. Ich mag einfach ehrliche, gute, einfache italienische Küche. Mit den Weinen ist der Norden ein bisschen besser unterwegs, sage ich jetzt, als die Küche zum Beispiel. Da müsste man nochmal ein bisschen tauschen, aber es entwickelt sich auch da unten, dass nicht immer alles so alkoholische Bomben sind, dass man die gut verträgt und vielleicht auch mal eine Flasche mehr trinken kann, weil weniger Alkohol drin ist. Aber das, glaube ich, ist alles ein Fake, was auf der Flasche steht in Italien.

Ich glaube kein Flaschenetikett, das du nicht selber gefälscht hast, so ungefähr. Ja, sowas würde ich nie machen, fälschen. Mir wird immer sehr viel zugetraut. Ich bin auch auf dem Weg hierhin zweimal geblitzt worden. Dann hat sie gleich gesagt, das ist wahrscheinlich schon öfter passiert, dass du fünf Monate den Führerschein abgeben darfst. Ich sage, nee, das ist das erste Mal. Sonst waren das immer Jahre. Entschuldigung, aber wenn jemand zweimal geblitzt wird auf dem Weg, habe ich gedacht, der kennt das schon. Ja, ich wollte einfach nur pünktlich sein. Das sind auch solche Sachen. Bei mir ist das sehr wichtig, dass ich pünktlich bin. Wenn ich nicht pünktlich bin, werde ich nervös, weil ich das einfach sehr höflich finde. Und das ist in Italien, auch wenn man ihnen das nicht zutraut, oftmals so, wenn denen das wirklich wichtig ist, dann sind Italiener pünktlich und Italienerinnen auch. Und das sind so alles Vorzüge, die ich liebe und die ich auch lebe für mich. Aber ich kann natürlich auch das andere auch mal jahrelang den Führerschein abgeben.

Naja, jahrelang. Hoffentlich nicht. Nee, das würde ich auch nicht hoffen. Was liebst du an Italien noch? Was sind die Dinge, die du an den Italienern besonders schätzt? Die Italienerin, ja. Also muss ich ganz klar sagen, dann die Art und Weise, wie sie miteinander umgehen, dann die Mode, der ganze Style. Also Einrichtungen könnten sie von uns Deutschen noch ein bisschen was lernen, würde ich sagen. Das ist sehr spartanisch da eingerichtet. Und das Wetter, die Landschaft, die Historie, wie gepflegt und respektvoll sie mit Lebensmitteln umgehen, wie schön dieses Marketing ist in Italien, wie lange Traditionen gepflegt werden. Das bröckelt da jetzt auch ein bisschen. Und wie viel Herkunft eigentlich bedeutet. Da könnten wir in Deutschland wieder von lernen. Weil das ist ja eigentlich der Ursprung für alles, das, was wir heute repräsentieren. Auch wenn es da mal eine Dölle gab, aber das hat jede Region in Europa schon mal gehabt oder auf der Welt. Aber grundsätzlich dieses Thema Herkunft ist da ein ganz großes Thema, was die Ernährung betrifft oder die Produkte betrifft und das wächst jetzt langsam so.

Also es überwächst langsam in Europa und in Deutschland auch und das finde ich schön. Wenn du Herkunft sagst, meinst du dann, dass man selber ein Bewusstsein dafür hat, wo man herkommt oder dass die Lebensmittel aus dem Umfeld kommen? Das gehört alles zusammen, aber wichtig ist, dass wenn ein gutes Lebensmittel, ob das jetzt aus dem Piemonten Risotto-Reis ist zum Beispiel oder aus Apulien eine Burrata, Dann ist die Burrata von dieser Straßenseite ganz anders als von der anderen Straßenseite und das können die auch gut erklären, warum das so ist und das finde ich schon echt cool, wenn ich das so sagen darf, weil für mich ist das auch ein bisschen und nicht, weil ich Koch bin, sondern generell als Genussmensch ist das auch ein bisschen Unterhaltung und dann am Ende, wenn man drüber nachdenkt und es beides mal probiert, dann weiß man auch, dass die recht hatten mit dem, was sie gesagt und getan und was wir schmecken dürfen. Ja, das mit dem Schmecken, ich finde ja, das ist ja auch eine Erziehungssache und im Grunde genommen, ich weiß nicht, ob das ein Klischee ist, aber dass Kinder in Italien schon relativ frühzeitig nicht irgendwie den Kinderteller mit Pommes und Nuggets kriegen, sondern das essen, was die Erwachsenen auch essen, das hat natürlich auch einen Einfluss darauf, wie man als Erwachsener dann nachher mit Essen und Lebensmitteln umgeht, oder? Da gebe ich dir recht, aber es ist aber auch da so, wenn ein Kind nicht will, dann will das nicht. Also wenn dann auf einmal in der Pasta was Grünes ist. Heute keiner hat die Schocke.

Ja, nee, aber das passiert da auch. Aber Essen ist da auch was, was in der Kommunikation sehr gepflegt wird. Und ich habe einen italienischen Ziehvater. Deswegen kenne ich das auch von vielen Phasen meines Lebens. Also als Fünfjähriger war ich das erste Mal mit Bewusstsein in Italien. Und dann habe ich gesagt, irgendwie nach sechs Stunden Essen, jetzt habe ich die Schnauze voll, ich möchte mal ins Meer und so weiter. Und das gehört da eben ein bisschen dazu. Das liegt nicht daran, dass das Essen so lange dauert oder dass das der erste Grund ist, sondern der erste Grund ist einfach, dass die Familie alles das bespricht, was oder Freunde, was so die ganze Woche passiert ist und das ist eine Art von Kommunikation, die ich liebe, ich liebe auch heutzutage die Kommunikation, die stattfindet über einen Podcast, über viele Sachen, weil wir viele Informationen aus vielen Bereichen filtern können und auch eine größere Auswahl haben wie früher, aber ich glaube, das Miteinander sprechen, das ist echt wichtig. Ja und das macht sich halt über dem Essen noch anders, da ist man ja… Ja, vor allen Dingen nach zwei Flaschen Wein. Da wird man mal ehrlich.

Erzähl uns bitte ein bisschen davon, wie du Italien als Kind wahrgenommen hast. Wie ist das in dein Leben getreten? Also mein richtiger Vater, deswegen ich hole jetzt ein bisschen aus, das war ein Metzger und dann ist er relativ früh gestorben. Und meine Mutter, die Doris. Dorothea, hört sie nicht gerne, aber finde ich auch einen schönen Namen, die hat dann Glück gehabt und in dem Dorf, in dem sie groß geworden ist, war ein Italiener mit einer Eisdiele und da war eine Musikbox drin, da war dann immer was los. Und dann haben die sich dann irgendwie zusammen gefunden und dann gab es immer diese Zeit, wo wir im August nach Italien gefahren sind, Urlaub gemacht haben, weil meistens war das so parallel mit den Ferien und dann waren die Eltern zwei Wochen da, haben uns da sitzen lassen. Essen, weil ich habe danach auch noch zwei Geschwister gekriegt, auf die ich mit aufpassen durfte und ich habe das genossen, weil wir sechs Wochen da waren und sind mit der Verwandtschaft wieder zurückgefahren und haben alles das erlebt, was Italien eigentlich ausmacht und das war gutes Essen, ich weiß noch, einmal musste ich dann Wachteln essen auf der Rückreise und dann haben die mir gezeigt, wie so eine Wachtel aussieht, dann habe ich gesagt, ich weiß nicht, ob ich das essen kann, dann haben die gesagt, okay, die Anna, die Schwester vom Savi, musst du nur probieren und ich fand es dann nicht so schlimm und habe gesagt, okay, kann man essen.

Und das ist so, essen lernen und auch mit der Gesellschaft lernen. Dann durfte ich dann mit zwölf da mit einer Vespa fahren, ohne Führerschein, das hat da gar keinen interessiert. Die war auch zweimal weg. Mein Vater wusste genau, wo er anrufen sollte. Dann war die den anderen Tag wieder da. Also das ist irgendwie so Italien. Alles nicht so zu ernst nehmen, aber trotzdem das Leben ein bisschen und zwar eben jetzt genießen und da kann man nur von lernen. Da lerne ich heute noch von. Und ich finde das einfach großartig, dass was Einfaches, was ganz besonderes ist, also kulinarisch, das schaffen wir irgendwie nicht in Deutschland. Und das ist was, was ich jetzt auch im Laufe der Jahre für mich als Mensch und als Koch gelernt habe, dass es manchmal einfacher ist, was Gutes zu kaufen und das ein bisschen zu veredeln oder temperieren und dann essen. Und dann habe ich einfach für alles andere auch viel mehr Zeit und genieße das trotzdem. Umso mehr genieße ich diese einfachen Dinge, die mir im Alltag auch Zeit geben.

Das muss ja so in den 70er Jahren gewesen sein, die ersten Reisen nach Italien. Hast du das als Kontrastprogramm zu Westfalen wahrgenommen oder war das damals schon? Ne, das fand ich jetzt nicht irgendwie komisch. Eine Fortführung.

Wir hatten in Una, Meisterhaus heißt das, eine Pizzeria, in der ich quasi groß geworden bin. Das war so der nächste Schritt. Mein Vater hatte immer den Traum, mal ein Restaurant aufzumachen. Und das Land Nordrhein-Westfalen hat dann alle Denkmäler ab. Und da war so ein Bauernhof, der schon gastronomisch konzessioniert war. Und hat dann Pizza gemacht in den 70er Jahren. Da wäre die ganze Familie beinahe dran verhungert, bis der Stern irgendwie, mein Vater war auf so Bahnschienen bei Hösch, weil da ging es dann ums Ruhrgebiet, fotografiert hat mit einer Pizza und so einen komischen Hut, den er normalerweise nie getragen hat. Aber der Fotograf oder die Fotografin, ich weiß nicht mehr genau, was das war, meinte, es steht ihm. Und da fing das langsam an, dass das dann funktionierte, weil so eigentlich Pizza war Brot mit Belag. Warum soll man da 8 DM für zahlen? Und dann ging das so langsam los und der hat sich dann immer weiter gebildet und das habe ich auch immer sehr geschätzt und das ist immer noch ein großes Vorbild für mich gewesen, aus dem Grund, egal wie alt du bist, dass du dein Interesse für gewisse Sachen nicht verlierst und immer neugierig bleibst und das hat er dann so weit geführt, dass es dann so eine kleine Gourmetkarte gab und so, er hat einfach sein Leben gelebt und das war auch der Teil Beruf, was heutzutage ja gar nicht mehr so en vogue ist. Das finde ich auch schade. Jeder findet irgendwo seine Aufgabe und dann soll man die Leute, die diese Aufgabe einfach schätzen, zu arbeiten und das gerne machen, einfach in Ruhe lassen und weiter arbeiten lassen. Ja, ist auch schön.

Trotzdem habe ich gelesen, wolltest du eigentlich gar nicht Koch werden, sondern Hotelfachmann. Bist dann aber doch Koch geworden. Also ich wollte nur sagen, der Prosecco schmeckt gut.

Ja, das war so, weil meine Mutter und er, die waren Autodidakten, und da habe ich schon gemerkt, dass so ein paar Sachen da immer irgendwie so ein bisschen anders liefen und habe dann gesagt, ich mache eine kaufmännische Ausbildung. Es wurde nie auch, das möchte ich auch nochmal sagen, darüber gesprochen, weil ich habe in vielen Bereichen, so Traditionsbetriebe immer gesehen in der Gastronomie, wo es klar war, dass die nächste Generation das übernimmt. Wir haben nie über die Nachfolge oder sonst was, das war meine eigene Entscheidung, obwohl ich das heute noch nicht verstehen kann, dass sie mir so viel Freiraum gegeben haben, mit 16 das zu entscheiden am Ende des Tages, was du da machen willst und ich habe mich dann bei zwei Hotels beworben, vier Jahreszeiten und Atlantik in Hamburg, die haben auch beide gesagt, komm mal zum Bewerbungsgespräch und dann sagten sie, okay, wir Hotelverkaufsleute, die stellen wir nur mit 18 ein und ich habe gesagt, jetzt drei Jahre dann noch rumdümpeln, irgendwie als Page arbeiten und die rechnen das an, das will ich nicht. Und in dem Atemzug gab es in Kastrop-Rauxel, also eine Gourmet-Hochstadt, Weltstadt im Ruhrgebiet, eine Familie Stromberg und die haben so ein altes Wasserschloss übernommen und haben dann eines der ersten.

Also Hohensiburg war da und dann in Essen war die Residenz da und dann gab es noch Arshtor mit zwei Sternen vorher, also irgendwo mitten da drin und dann Kastrop-Rauxel. Und da wusste ich gar nicht, weil ich gesagt habe, ich mache jetzt eine Ausbildung erstmal als Koch und dann sehen wir mal, da wusste ich gar nicht, was mit mir passiert und das war der Grundstein für alles andere, was bei mir jetzt kam in der Ausbildung, weil das waren nur verrückte Leute, die da gearbeitet haben und mein Vater hat immer gesagt, warum bist du so lange auf der Arbeit, also selber Gastronom, weil ich bin morgens um 8 Uhr hingefahren. Abends um 1, 2 zurückgekommen, seid ihr so langsam, hat er gesagt.

Fand ich auch geil, irgendwie fand ich das geil. Dann habe ich gesagt, nee, das ist nicht langsam, sondern man konnte ja damals nicht mit dem Handy filmen und so weiter, sonst hätte ich ihm das einfach gerne mal gezeigt. Da war einfach diese Detailverliebtheit so extrem und auch die Fonds zu kochen und so weiter. Und das hat einfach Zeit gebraucht. Und mir hat das auch Spaß gemacht, obwohl ich das manchmal auch als sehr unangenehm empfunden habe, aber ich wäre gerne mal so samstags abends auch mal in so eine Disco gegangen, aber das war dann schwierig, nachts um zwei, drei nach Hause zu kommen und dann morgens um acht Uhr da wieder hinzufahren, 30 Kilometer und dann noch mit vier Promille. Also nee, dann wäre ich jetzt nicht hier.

Ja, ist gar nicht so ein einfaches Leben, aber mit 16, 17 steckt man es vielleicht irgendwie noch weg, aber du hast ja dann auch wahnsinnig namhafte Stationen durchlaufen und hast du das je bereut? Hast du je gesagt, oh nee, hätte ich doch lieber doch im Hotel? Nee, keinen Augenblick. Also ich bin froh, dass das alles so gelaufen ist. Da gehört auch ein bisschen Glück dazu und ein bisschen Fleiß. Aber ich würde das, wenn ich dürfte, fast genauso wieder machen, ja. Ja, und du hast ja dann auch in einem Restaurant in Mailand gearbeitet, ne? Also Brückener Italien praktisch. Das war ein gelernter Schreiner, der dann auch gesagt hat, ich bin der erste Drei-Sterne-Koch Italiens, gut, Theriot Marchesi. Und das war auch eine großartige Zeit, wo ich habe gedacht, ich lerne jetzt da Italienisch in der Küche. Da waren fünf Deutsche, zwei Österreicher und ein Slowener als Sous-Chef und der Küchenchef, das war glaube ich ein Italiener, aber den haben wir nie gesehen. Gutiero war auch da, aber so war das damals. Aber nicht schlecht, da wurde auch italienisch gekocht und ich glaube einfach, das ist auch wichtig, dass man sich das immer vor Augen führt, ob das Nudeln sind oder sonstige Dinge, sondern das spielt keine Rolle, ob das der Landsmann macht, ob das in der Region stattfindet, sondern dass man das einfach gerne macht und vor allen Dingen, gerne für Menschen macht. Ob das Freunde, Gäste sind, das ist, glaube ich, auch wichtig, dass man so einen Auftrag hat und auch nie damit zufrieden sein.

Das ist bei mir so ein Thema immer wieder, dass ich sehr kritisch auch mir gegenüber bin. Und das ist wichtig, weil alles, was vorher stattfindet, diese Erzeuger, die morgens aufstehen, nachts aufstehen, sich um die Kühe, um alles kümmern, das trittst du ja eigentlich mit Füßen, wenn du dir nicht Mühe gibst, das einfach gut zu präsentieren und respektvoll zu behandeln.

Die Ausbildung, die man in den meisten Restaurantküchen genießt oder zumindest damals genossen hat, war ja eher französisch orientiert, glaube ich. Wie viel davon steckt heute in deiner Küche und wie viel Italien steckt heute in deiner Küche? Oh, das ist echt eine gute Frage und ganz schwer zu beantworten. Ich würde jetzt sagen mal so 60 Prozent Italien. Also wenn ich jetzt anfange zu kochen und 20 Prozent die neue Welt, irgendwie alles, was drumherum ist und 20 Prozent Frankreich, das sind Soßen, Sahnesoßen und solche Geschichten, die liebe ich einfach, wenn die gut gemacht sind. Die findet man immer seltener und auch dunkle Soßen zu kochen und das sind so Themen, die haben das nachher perfektioniert. Der Italiener als solches kennt gar keine Soße. Also er kennt das nur von den Franzosen.

Außer die Bolognese? Ja, das ist bei denen keine Soße, das ist ein Ragu zum Beispiel. Also deswegen gibt es da auch noch ein bisschen Unterschiede.

Und schmoren können die auch gut, die Italiener, aber dass das perfektioniert, also ich weiß nicht, wer da Escoffier oder wer da wirklich für zuständig war aus der Geschichte, dass das dann so eine andere Dynamik gab, das kann ich nicht beurteilen. Und eben Butter, aber Butter ist in Italien auch ein gutes Thema. Da gibt es keine schlechte Butter, Genauso wie ich unsere gute deutsche Butter liebe, aber der Fettanteil, der hat immer, und der Wasseranteil ist bei den beiden Ländern oder Nachbarn, sage ich jetzt mal letztendlich, anders als bei uns und dadurch ist mehr Geschmack da. Und ich liebe auch Fett, also ich muss das nicht jeden Tag haben, aber ich habe genügend Alternativen und was natürlich in Italien auch ganz maßgeblich wichtig ist, dieses Thema vegan, vegetarisch, das ist in der Ernährung schon immer drin gewesen. Also bei der Pasta zum Beispiel und da muss ich gar nicht drüber nachdenken, wenn ich so ausgewogen europäisch, mediterran esse, dann bin ich eigentlich für meinen Körper immer zuständig. Also das ist nicht so, dass da was hängen bleibt. Ist ja immer so ein bisschen ein Missverständnis, was mediterrane Küche eigentlich genau ist, aber ich glaube vielen ist gar nicht klar, wie wahnsinnig gemüsebasiert die eigentlich ist.

Genau. Weil das aber auch da ist, das gute Zeug. Und ich finde Gemüse auch ganz wichtig. Also das ist bei mir im Restaurant immer der größte Anteil an Kosten gewesen. Das war immer Gemüse. Und da muss man nicht sparen. Und da ist Herkunft auch wieder wichtig. Also wer macht das? Wo wird das gemacht? Wie wird das gemacht? Und das finde ich auch wichtig, dass man dafür Geld ausgibt. Ja, wenn ich an italienische Küche denke, dann denke ich immer, ich weiß eigentlich gar nicht.

Einerseits finde ich, ist die so wahnsinnig versatil und vor allen Dingen kann man damit, die ist so wahnsinnig, die lässt sich so gut anpassen. Man kann so viele Dinge daraus nehmen und daraus lernen und die funktioniert auf so viele verschiedene Weisen irgendwie gut, auch wenn man sie mit anderen Länderküchen kombiniert und ich könnte mir vorstellen, die Italiener sind da gar nicht wenig stolz drauf, aber gleichzeitig scheint denen ja doch immer sehr wichtig zu sein, dass italienische Küche auch italienische Küche bleibt. Es gibt ja jetzt oder gab kürzlich diese Kontroverse um einen Professor namens Alberto Grandi, der ein Buch geschrieben hat und ein paar Thesen daraus, schon länger her, dass er das Buch geschrieben hat, wurden dann bekannt und er sagt so Sachen wie die Pizza, die Carbonara, Tiramisu, Panettone, das sind alles relativ neue Erfindungen, das ist gar nicht so traditionell italienisch eigentlich. Und dann gab es in Italien einen Aufschrei, als er dann noch gesagt hat, der beste Parmesan aktuell kommt eigentlich aus Wisconsin. Jedenfalls seine Worte nicht meine. Geiler Typ. Ich kenne das Buch nicht, aber geiler Typ. Naja, es ist irre.

Am nächsten am Original ist eigentlich das, was sie in Wisconsin machen, in den USA. Da waren natürlich einige Leute in Italien recht aufgeregt. Also unter anderem der Bauernverband fand das nicht so cool. Und auch die Traditionalisten, sage ich jetzt mal vorsichtig, unter den Politikern haben gesagt, was soll das? dass er beschmutzt hier unsere italienische Küche. Wie hast du das wahrgenommen oder wie nimmst du das wahr in Italien?

Weil du vorhin gesagt hast, die Italiener, die nehmen es ja auch mal ein bisschen locker und improvisieren ist auch eine Kunst. Ja, das ist Wirtschaft. An der Stelle sind sie dann noch ein bisschen hart, oder? Ja, ich glaube aus der Ecke der Erzeuger kam das nicht, sondern das war eher die Wirtschaft, die gesagt hat, also dass wir alles geografisch irgendwo gesichert haben, das wollen wir auch zukünftig haben. Und die Politiker, die geben dann auch nicht nach, die werden dann auch losgeschickt. Aber ich kenne auch kaum eine Küche, die auf der ganzen Welt nicht, also die ist wirklich nicht authentisch in den einzelnen Ländern, auch in Deutschland nicht wie in Italien. Das ist immer abgekupfert, weil es funktioniert und das ist ja gut. Also ein schöneres Lob an die italienische Küche kann es ja gar nicht geben. Und wenn man das wirklich mal selber erleben will, klar gibt es auch mittlerweile auf der ganzen Welt Leute, die können außer mir gut italienisch kochen und da kann man auch hinreisen, aber wirklich erleben kann man das in Italien und auch immer weniger, weil das einfach immer mehr verschwindet, diese Wertschätzung und dieses Handwerk, weil im Grunde genommen ist italienische Küche eine Familienküche. Das hat im privaten Bereich angefangen mit den Erzeugern, aber nicht in den Restaurants, sondern es wurde auch immer gestützt und weiter kommuniziert innerhalb der Familien oder den Dörfern. Das war was Regionales und nichts Gastronomisches, das muss man ganz klar sagen.

Wollt ihr mal was probieren? Also jetzt Full Disclosure, gekocht haben heute meine liebe Kollegin Lili Stegner, die da drüben in der Küche steht und ich.

Ich habe vorbereitet und die harte, heiße Arbeit hat jetzt gerade Lilly für euch gemacht. Aber natürlich nach einem Rezept von Frank Buchholz. Frank, willst du sagen, was es gibt, was du ausgesucht hast? Ja, ich habe ausgesucht, was ich einfach liebe, Risotto unter anderem. Und zwar das grundsätzliche Rezept, das ist in dem Buch mit weißem Spargel. Und dann haben die zu mir gesagt, okay, das ist jetzt nicht die Saison. Ich sage, das ist aber italienisch zu sagen, wir machen das mit grünem Spargel. Funktioniert auch gut. Haben wir ausprobiert. Kurze Pause. Vielleicht mit etwas Werbung.

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So, meine Damen und Herren, ich hoffe, Sie hatten Gelegenheit zu probieren. Es gibt aber noch, guck mal hier vorne, würden noch Leute winken wollen. Es gibt, ja, wir sind hier von der ganz schnellen Truppe. Die Pause ist noch nicht mal vorbei und alle haben schon. Aber ich glaube, wir haben auch noch ein bisschen. Ich gucke mal in die Küche. Haben wir noch ein bisschen oder ist es aus? Risotto ist ein bisschen noch da. Also wer noch mal probieren möchte, der kann das gerne tun. Ein Spargelrisotto mit grünem Spargel und einem leckeren Tomatenpesto obendrauf. Gezaubert hier in der wunderbaren Küche der Lavazza Bar.

Denn, kleines Bühnengeheimnis, muss man jetzt mal verraten, die schönen Küchen, in denen wir hier stehen, sind jetzt nicht angeschlossen tatsächlich. Da hätten wir jetzt nicht drin kochen können, sonst hätten wir es natürlich vor ihren Augen zubereitet. Aber Jule Postert, Küchenberaterin hier bei Schafrath, die sind ja auch nicht dafür da, dass man darin kocht, sondern erstmal, dass man so guckt, wie sich das eigentlich anfühlt. Ganz genau, um Inspiration zu sammeln, was gibt es überhaupt alles, Was ist machbar mit den Herstellern überhaupt? Was gibt es für Schränke, für Möglichkeiten, für Ausführungen? Wie ist die Haptik auch einfach? Wie fasst sich das an, wenn man mal so eine Schublade aufmacht? Genau, wie die zufallen, wie die Türen auch öffnen und schließen. Mittlerweile ist ja in fast jeder Küche auch eine Dämpfung integriert, also sowohl in den Schubladen als auch in den Türen. Das heißt, man hat eine sehr leise Küche zu Hause im Endeffekt. Naja, zumindest die Küche ist leise. Das, was da drin passiert, ja nicht immer, muss man sagen. Das stimmt. Wir wollten auf jeden Fall nicht versäumen, Ihnen noch einmal die Möglichkeit zu geben, von jemandem zu hören, der hier bei Schafrath unterwegs ist und wirklich sehr viel im Kundenkontakt ist, denn wenn man schon mal hier in dieser Umgebung ist und sich das alles mal genau angucken kann, ist es vielleicht auch mal ganz spannend, ein bisschen hinter die Kulissen zu gucken, denn so eine Küche muss man ja sagen, ich weiß nicht, wie oft kaufen Leute eine Küche in ihrem Leben? Uff, tatsächlich nicht so häufig. Komisch eigentlich. Wäre komisch, wenn man alle zwei Jahre eine neue Küche kauft. Es gibt aber Leute.

Aber eher so, ich würde sagen, alle zehn Jahre, alle 15, 20 Jahre so, oder? Genau, alle zehn, 15 Jahre. Manche kommen auch her und sagen, nach 30 Jahren kann man ja nicht direkt eine neue Küche kaufen. Die muss ich ja erstmal reparieren. Aber das ist dann schon eher die Seltenheit. Also so 15 Jahre ist so. Also so Kategorie Auto von der Anschaffung her quasi, ne? Ja, genau. Nur noch individueller. Und kostet das auch das gleiche bei Schafrath wie ein neues Auto? Je nachdem, ja. Oder auch mehr. Okay. Das heißt, so eine Anschaffung will man ja irgendwie nicht übers Knie brechen. Das erste, was man macht, ist wahrscheinlich hier sich mal umgucken. Oder ich glaube, nebenan gibt es noch das Megastore. Genau, richtig. Also wir haben hier oben die kleinere Küchenabteilung, die aber auch wundervolle Küchen haben und auch die gleichen Hersteller stehen haben wie drüben. Und drüben haben wir dann zusätzlich auch nochmal unseren Hochwertbereich mit Vollholzküchen und der wurde auch vor kurzem erst neu gemacht, sehr schön übrigens, lohnt sich auch mal durchzulaufen.

Und dann ist eigentlich jede Möglichkeit frei, also man sollte schon ein bisschen wissen, was man so in der Küche haben möchte, was man vielleicht in der Küche, die man bisher hatte, super toll fand oder was man total ätzend fand und sagt, gut, das möchte ich auf gar keinen Fall mehr dabei haben. Das hilft uns Beratern immer sehr, auf die Wünsche vom Kunden einzugehen. Genau, und wenn es dann ernst wird, dann geht man zum Berater, macht einen Termin, glaube ich. Also einfach mal so reinlaufen und eine Küche kaufen ist nicht. Das muss man schon ein bisschen planen. Und was fragen euch die Leute dann? Alles Sämtliche tatsächlich. Also von...

Den ganzen Herstellern, die es gibt, von, ja, was brauche ich denn da überhaupt alles in der Küche, von, was kann so ein Backofen überhaupt alles. Und wenn wir dann ausholen, also ein Backofen kann mittlerweile so ziemlich alles. Also man kann ein komplettes Gericht nur mit Backofen kochen. Singen, tanzen und sich selber sauber machen. So ein Etwa. Es gibt auch Dunsttauben mit Musikboxen mittlerweile integriert. Also von daher, die fährt dann von oben runter, hat Licht, Musik und alles mit drin. und die Qualität ist sogar richtig gut. Für die Küchenparty, die macht es dann richtig schön. Ja, hört sich gut an. Die besten Partys finden immerhin in der Küche statt, oder? Ja, und ehrlicherweise auch in den ältesten und schrecklichsten Küchen, natürlich muss man sagen. Aber so eine neue Küche ist natürlich auch ganz schön dafür.

Und wie genau, ich meine, das plant man ja dann schon so ziemlich millimetergenau alles am Computer irgendwie, ne? Genau, wir haben eine 3D-Küchenplanung, legen Grundriss an und legen auch an, wie der Boden beim Kunden zu Hause aussehen soll, soll Wandfarben, können wir alles mitgestalten, Fliesenspiegel, ohne Fliesenspiegel und haben dann eine sehr realistische 3D-Planung. Und wenn die Küche dann fertig ist, man ein paar Dekoartikel auch eingefügt hat, wie Wandbilder, Töpfe oder ähnliches, kann man das sogar mittlerweile bei uns, bei Schafrath im VR-Raum präsentieren und geht dann sozusagen durch die Küche komplett durch und hat genau das Feeling, was man dann zu Hause auch haben sollte. Und was macht dir Spaß daran, Küchen zu verkaufen? Dass jede Küche individuell ist. Man hat nie die gleiche Küche an den nächsten Kunden verkauft. Also jeder Kunde ist so individuell, möchte ganz andere Wünsche haben, Vorstellungen. Der eine eine komplett weiße Küche, der andere rot-weiß, abwechselnd von den Schränken her. Dass es so viel Spaß macht, diese Individualität immer und täglich mitzubekommen. Jule Posthardt, ganz herzlichen Dank. Sehr gerne.

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So, wie hat es denn geschmeckt? Können wir noch einen Applaus für Lilly haben?

Das hat sich schön gemacht, ne? Und natürlich für das ganze Team von der Lavazza, weil die haben nämlich im Hintergrund alle mitgewirkt. Ja, großartig war das. Ich habe ja auch noch so ein paar Zühnchen. Aber die Vorbereitung hast du ja auch gemacht. Auch sehr fleißig heute. Für die Helena. Spargel geschnitten. Spargel geschält, das stimmt ja gar nicht. Nee, geschnitten. Das war alles akkurat in Gläsern vorbereitet. Also das habe ich auch selten gesehen. Ich habe auch gleich gefragt. Meine Küche ist jetzt leer. Nee, tip top war das. Das war ein sehr gutes Misanplatz. Also muss ich sagen, so sagen die Köche, Vorbereitung großartig. Ich habe mir sehr große Mühe gegeben. Ich hatte auch ein bisschen Angst. Nee, wovor mir? Dass du probierst und sagst. Ja, das kann auch sein. Nein, das ist nicht mein Risotto. Hätte doch passieren können. Ja, ich finde immer ganz wichtig, dass man die Leute eher motiviert, was zu machen. Und dann bin ich immer nicht so kritisch, wie das Ergebnis dann wirklich ist, weil ich habe das früher immer gehasst, wenn ich eingeladen wurde und dann haben die so gesagt, okay, da kommt der Frank jetzt und wir machen das und das. Das fand ich eher unangenehm als angenehm. Aber Köche zum Essen einladen ist ehrlich gesagt auch so ein bisschen meine Angst. Ja, da muss man sich gar nicht so viel Gedanken machen. Das sind auch ganz normale Menschen und die einfach mal froh sind, wenn sie auch was Gutes genießen können, irgendwo eingeladen sind und nicht selber am Herd stehen müssen. Das kann man sagen. Trotzdem, ich will das nochmal sagen, das Wiesamplatz war großartig. 2025 mache ich ein Praktikum bei dir im Bootshaus. Ja, okay. Dich nehme ich.

Entscheidest du so auch, wenn du in deinen Küchen einstellst, mit wem du zusammenarbeitest? Du bist ja auch Unternehmer, du machst wahnsinnig viele verschiedene Projekte. Entscheidest du da auch so, was du machst und was du nicht machst? Ja, also das ist früher so gewesen, es hat sich ja alles so in den letzten Jahren so ein bisschen verändert und ich bin gar nicht mehr so scharf darauf, das selber zu entscheiden oder irgendwann so die Menge der Entscheidungen, also nicht, dass ich davor Angst habe, aber wo ich dann sage, entscheide ich das in der jetzigen Zeit richtig. Und da habe ich auch im Bootshaus aktuell glaube ich mit das beste Team, was wir jemals hatten und ich bin da nicht im operativen Großartig, also ich räume den Teller ab und bin auch mal da für Autogramme oder mache morgens die Blumen und so weiter, aber in der Küche nur wenn es wirklich brennt, bin ich da, weil ich möchte mir einfach die Leidenschaft auch behalten, als dass ich mich dann am Ende.

Meiner Berufsjahre verschleife und sage, irgendwann bin ich froh, dass ich abspringe, Ich möchte einfach das weiter machen, was ich machen darf und immer durfte. Und das Team entscheidet das mit mir. Meiner Erfahrung, da fragen die nach. Am Ende, okay, wenn es mir nicht so passt oder ich sage, das geht in die falsche Richtung, muss ich dann schon eine Handbremse ziehen und sagen, so ist das nicht. Und was natürlich ganz schlimm für mich ist, dass wir nicht mal diese Auswahl haben an motivierten Menschen. Und da geht es nicht darum, ich habe das nie so beurteilt, welche Historie sie hatten oder ob sie Kunsthandwerker sind, sondern ich habe immer geguckt, was für eine Leidenschaft ist da und auch, viele konnte man in die richtige Richtung lenken, die heute da ein ganz anderes Bewusstsein zu haben. Das Material an Menschen finden wir leider nicht mehr in der Menge, deswegen müssen wir in vielen Bereichen auch umdenken und wir sind aber auch immer froh, dass die Gäste auch ein bisschen toleranter sind heutzutage, sich mehr Zeit nehmen und so. Das funktioniert in einer, und das ist das Bootshaus letztendlich, eine bürgerliche internationale küche nicht wir sparen nicht an den lebensmitteln und so weiter aber das funktioniert einfach nicht mehr dann habe ich noch eine kleine kochwerkstatt da, machen wir so wein dinners die paula ist auch eine ehemalige auszubildende aus düsseldorf da habe ich gesagt wir fahren jetzt mit hier, zusammen kommst du mal mit und weil sie kennt ja den Weg, dann kann sie zurückfahren. So eine Brieftaube, ne?

Und die Paula habe ich auch sehr schätzen gelernt, die hat auch für mich, einen ganz großen Stellenwert, weil sie mir einfach so den Alltag so ein bisschen frei hält und ich bin immer auch sehr anspruchsvoll und mecker auch, aber ich finde, das kann man ruhig machen heutzutage, wenn man den richtigen Menschen dafür gefunden hat, mit dem man zusammen auch was Schönes erleben kann, also das ist nicht nur immer Sonne das Leben. Finde ich ganz wichtig, dass man mit jungen Menschen auch, das teilt und sagt, das kann auch bitter werden, weil momentan diese ganze Bewegung, alles nur schön und alle, wir werfen mit Wattebäuschen und so weiter, glaube ich, funktioniert nicht auf Dauer, macht mir auch keinen Spaß, weil dann müsste ich mich wirklich zurückziehen und dann würde ich was anderes machen und die organisiert die Kochkurse, wir machen da so Weindinners und so weiter, das ist mein ehemaliges Sternerestaurant, das ist so ein alter Ackerbauernhof, ganz nett gelegen, also Also solche Sachen bieten wir auch noch an. Und dann gehen wir als Gäste auch zu vielen Kollegen heutzutage oder wie jetzt hierhin und kochen da. Und dann gibt es natürlich auch noch eine Sache, da bin ich auch stolz, dass ich das mit einem Freund machen darf. Ich muss dann immer Luft holen. Ich bin auch immer sehr emotional. Das ist lecker an Bord. Das macht auch sehr viel Spaß.

Ich wollte gerade fragen, meckerst du den Björn Freitag auch manchmal an oder an den nicht? Oder meckert der eher dich an? Für mich ist das ja kein Meckern und andersrum auch nicht. Das ist einfach nur ein Richtigstellen und klar bitzeln wir uns gegenseitig auch und der hat eine andere Lebensweise und ich auch. Wir tolerieren beides irgendwo und wenn es aber ums Kochen geht, dann sind wir beide kritisch und beide auch sehr ehrgeizig, ja. Wie funktioniert das, wenn ihr so ein Buch zusammen macht? Also das, was im Fernsehen passiert, kann man sich ja angucken, aber was passiert, wenn einer von euch beiden sagt, Mensch, Mensch du, ein Italien-Kochbuch, das wäre es doch. Wie läuft das? Ja, erstmal muss man mit der Idee zum Verleger gehen oder einen finden, der sagt, okay, wir machen das heutzutage noch. Also auch gerade so ein Markt der Kochbücher, das ist eher inflationär, als dass es richtig Spaß macht. Und wir haben dann aus Wiesbaden jemanden gefunden, der den Trittori-Verlag also verantwortet und auch inhaltlich eine ganz gute Struktur hat. Also der hat sehr viel gastronomische Erfahrung und so weiter. Deswegen habe ich gesagt, das ist eigentlich auch der beste Ansprechpartner für uns, als wenn jemand nur aus dem Verlagsgeschäft kommt.

Und der Ralf, der hat dann gesagt, okay, wir machen das und schön wäre Italien und er hat ja bei uns offene Türen, weil dieses Thema hatten wir noch nicht. Wir haben gesagt, wir würden gerne mal was zusammen machen, was jetzt nicht sendebegleitend ist. Da gibt es ja auch mehrere Bücher, wo man dann gucken kann, was wir gekocht haben, war lecker an Bord und dann ist die Reise nochmal beschrieben. Einfach, das ist auch ein guter, wichtiger, sehr, sehr wichtiger Service. ist. Wir haben gesagt, wir wollen jetzt einfach mal für uns uns treffen und wir machen das und dann haben wir losgelegt und jeder hat da irgendwie was reingeschmissen und da sind auch ganz schräge Rezepte, wenn das ein Italiener hat. Also die FAZ hat das auch schon kritisiert, dass so Sauerkraut-Tortellini nicht das Richtige wären und ich sag, was für Spießer. Aber alles andere war, und diese Toleranz und das einfach mit dem Augen zwinkern auch mal sowas zuzulassen oder sich überhaupt zu trauen, das sind so Sachen, die finde ich, machen Spaß und das ist eigentlich, wir wollen die Leute nur motivieren, an der italienischen Küche festzuhalten und keine Angst zu haben, keine Hemmschwellen zu haben und ein Leitfaden ist für mich so ein Rezept immer, dass man sagt, okay, man kann rechts und links vom Weg abweichen und es geht trotzdem nicht komplett in die Hose, und das ist einfach auch sehr schön gestaltet, ja. Ja und das ist ja auch ein Buch, das einem, finde ich, nochmal so ein bisschen Basics verrät, die man vielleicht kennt, aber vielleicht auch schon wieder vergessen hat, also zum Beispiel auch nochmal darüber spricht, wie denn so ein italienisches Essen aufgebaut ist.

Antipasti, erster Gang, zweiter Gang, Dolce, und darüber redet, was soll das denn eigentlich, weil man denkt da, also ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, ich war mal in Italien auf einer Party eingeladen und da holte dann jemand tolle Antipasti raus und ich habe mich an den Antipasti natürlich ein bisschen vollgefressen und dann holte der auf einmal eine Riesenportion Nudeln mit Soße raus und ich habe gedacht, Moment, was soll ich denn jetzt machen? Also ich hatte das komplett fehleingeschätzt. Das war doch gar nicht das ganze Essen gewesen. Das macht wahrscheinlich der ein oder andere falsch. Aber dass es einen Sinn ergibt, dass man ein Essen so aufbaut mit diesen verschiedenen Gängen, weil man dann eben auch die Zeit miteinander am Tisch zum Beispiel verbringt, wie du es vorhin gesagt hast. Aber auch, dass das eine sinnvolle Speisefolge aufeinander ist. Das erklärt ihr ja eigentlich alles nochmal ganz schön. Das fand ich eigentlich toll, weil man da nochmal so irgendwie so ein bisschen die Meta-Ebene versteht. Das fand ich eigentlich echt cool.

Ja, und das Einzige, was wir vergessen haben, sind die Weinempfehlungen dazu. Und wenn du das kennst und du quatschst den ganzen Tag und trinkst und quatschst, dann hast du zwischendurch Hunger. Und ich bin eigentlich immer auch so, wenn ich koche, dann fängt das sehr spät an. Auch für Gäste, dass ich dann wirklich Hunger kriege. Und umso mehr Zeit man sich nimmt, umso mehr man das streckt über diese ganzen Einzelheiten, umso schöner ist einfach ein Essen. Und ich bin auch bereit, sieben, acht Stunden im Restaurant zu sitzen, aber dann will ich über die Sachen reden, die mich interessieren und meine Gäste oder meine Partner beim Essen und nicht immer diese aufdiktierte Kommunikation, das und das essen sie, sondern ich möchte einfach meine Ruhe haben und das genießen und wenn ich Fragen habe, dann sage ich so und so. Und das sind so Sachen, das mag ich zum Beispiel gar nicht und das findet auch in Italien eigentlich gar nicht so in dem Maße statt, sondern da wird gegessen. Und gesoffen und gequatscht und das Leben genießen, ja. Kriegt man denn in Deutschland die Zutaten so, wie man sie braucht, um gut Italienisch zu kochen?

Ach, das ist mittlerweile, also wenn ich jetzt mal das vergleiche zu der Zeit, als ich noch in der Ausbildung war, 83, wenn du da irgendwie einen feinen Frisee haben wolltest, das kam nur aus Frankreich oder das meiste kam aus Frankreich, weil die Nähe einfach da war. Heutzutage kriegen wir aus der ganzen Welt alle Produkte, das ist schon großartig, dass manche Leute dann immer, wenn sie woanders herkommen, immer nicht so nett zu unseren deutschen Lebensmittelhändlern, die dafür auch zuständig sind, aber das Angebot ist da und dann gibt es dann immer nochmal Spezialisten, ob das ein Unternehmen wie Vianney in Göttingen ist, das ist auch die zweite oder glaube sogar die dritte Generation an italienischen Lebensmitteln, die das importieren, ich glaube in Düsseldorf gibt es auch so einen Laden, weiß ich jetzt nicht genau und die Märkte und so weiter, also das ist ja auch nicht mehr wegzudenken und dann gibt es eben den einen oder anderen, der da einfach auch gerne bereit ist, für eine gewisse Qualität mehr Geld auszugeben, das ist ein kleiner Kreis, aber das sind die richtigen Genießer, die sagen, okay das ist mir dann am Ende egal, was eine Küche kostet, ist okay, was ein Auto kostet, ist ein anderes Thema, also das brauche ich jetzt nicht mehr für mich, aber ins Essen und ins Trinken investiere ich und da habe ich auch nie, egal wie wenig Geld ich auch früher verdient habe, daran gespart, sondern das habe ich immer mit allen Mitteln.

Rausgehauen und auch genossen. Und ich war, auch wenn ich einen Tag später zwei Tage Wasser oder drei Tage Wasser trinken musste, war mir das egal und ich hungrig war, aber wenn ich jetzt da die Möglichkeit hatte, was Gutes, einzukaufen oder essen zu gehen, dann habe ich das genossen und davon zehre ich von diesen ganzen Erinnerungen heute immer noch. Und daraus resultiert dann auch so eine Sache, das ist ja eigentlich dass wir beide uns bedanken an der italienischen Küche und der italienischen Lebensart, dass dieses Buch dann mit dem Trittori gemacht wurde. Heute nennt man das Intervallfasten, Frank.

Das ist der Vorteil von heute, es gibt für alles einen Namen. Also was es schon immer gibt. Du hast alles richtig gemacht, würde ich sagen. Da bleibt man jung von, habe ich mir sagen lassen.

Also würdest du sagen, die Deutschen dürften sich ruhig bei den Italienern eine Scheibe abschneiden, was die Qualität der Lebensmittel und auch was das Ausgeben von Geld für diese Qualität angeht?

Also ich glaube, ich finde das ja alles großartig, was in Deutschland passiert. Das hört sich jetzt so an, als ob wir die, wenn du sowas fragst, als ob wir die Doofen wären. Sind wir gar nicht, glaube ich. Dass das schon angekommen ist und auch gerade, wenn ich junge Leute sehe, die sind ganz anders im Bewusstsein, wenn sie so und so groß geworden sind. Das hat es ja zum Anfang auch mal gesagt, sind sie vorgebildet und das ist eine Art von Bildung, da müssten wir vielleicht mal alle beim nächsten Mal wählen, drüber nachdenken, wenn das einer ein Programm hat, weil das muss weitergebildet werden und es sind viele junge Leute, die auf viele Sachen verzichten, damit sie gutes Essen kaufen können und wie du sagst, Intervallfasten ist auch gesund, also das muss nicht in aller Fülle immer da sein und da hat das natürlich einfach nicht nur mit Bildung, auch wieder mit Herkunft zu tun, wo bist du groß geworden also in den ländlichen regionen ist das ganz anders als in den städten zum beispiel also da ist das eigentlich in der nähe immer irgendwie da jeder weiß viel mehr über die natur und über produkte als in der stadt und da sind solche vorteile wie so ein podcast den du ja betreut da und oder generell diese journalistische arbeit sehr wichtig aber es sind auch viele sachen auf social media nicht so schlecht da kann man sich auch immer wieder die da was holen. Und das Schöne ist, das Programm wird individuell für einen gestaltet. Also diese ganzen Mechanismen, umso mehr du irgendwas suchst, umso mehr kriegst du Vorschläge dafür. Du musst nur aufpassen, dass du das alles merken kannst. Das ist nämlich auch schwierig. Und dieses Geld ausgeben.

Das ist am Ende, Qualität ist nicht so teuer, sondern das gibt man einmal aus und dann freut man sich, da hat man eine richtige Freude, als wenn man irgendwo sich hinsetzt und was isst, nur um irgendwas zu kompensieren, was im Tag doof gelaufen ist, dann bereite ich mir das lieber so vor, dass ich einkaufen gehe und das genieße ich auch, wenn ich da mal Zeit habe. Viele denken ja, die Köche gehen immer einkaufen, wir bestellen alles per Telefon und dann muss man mit den Lieferanten, Also unser Buddy ist auch das Koordinieren, das Ganze, dass wir die Qualität am Ware kriegen, die wir auch haben wollen. Aber so mal einkaufen zu gehen auf dem Markt und das genieße ich auch. Und wenn ich dann mal was zubereite für Freunde, das ist für mich großartig. Ich gehe das auch ganz entspannt an. Ich kaufe einfach gute Sachen und dann fange ich auch an, mir irgendwann mal ein Glas Wein zu genehmigen und so weiter. Und wenn die zufrieden sind, dann fange ich an zu essen, weil das ist das Wichtigste. Deswegen lade ich ja auch Freunde ein, um die glücklich zu machen.

Das ist ehrlich gesagt auch ein bisschen der Spirit, den ich aus deinem Buch mitnehme. Gar nicht so sehr jetzt ein einzelnes Rezept, wo ich sage, das hat mir jetzt irgendwie, was ganz Neues eröffnet, sondern eigentlich mehr so der Gedanke, eine richtig gute Nudel zu kaufen oder zu machen tatsächlich auch selber und die mit einem richtig guten Olivenöl und einem guten Parmesan zu essen, das ist eigentlich das, wo ich eigentlich selber mehr hin will, mehr wieder, nicht irgendwie immer 86 verschiedene Sachen und dann muss das alles ganz toll sein, sondern das Simple mal wieder so ein bisschen zu umarmen und dann aber da wirklich rein zu investieren, auch Zeit vor allen Dingen. Wie du sagst, es ist nicht immer das Geld, es ist eigentlich die Zeit zu investieren, sich damit auch zu befassen tatsächlich.

Ja, das muss man auch mal ausprobieren. Das muss man zweimal richtig in die Seife gehen, dass man sich so schämt. Und ja, das ist das Einzige, wie es dann wirklich funktioniert, wenn man es öfter mal macht. Also ich sage jetzt mal, wenn ich Gäste habe, ich koche nicht immer was anderes. Sondern ich weiß, was die mögen und dann habe ich fünf, sechs Sachen, wo wir alle glücklich sind mit. Und das ist nicht aufwendig und das ist schön. Umso mehr Gewürze bei mir stehen, umso mehr kriege ich Angst davor, weil das will ich alles gar nicht haben. Ich muss dann immer gucken, sind die überhaupt noch gut und was für einen Platz nehmen die ein in meiner Schublade, aber nicht in meinem Leben. Also das ist ja auch eine Sache, was immer sich dreht. Das funktioniert auch im Alltag, in meinem Leben und dafür habe ich Raum und da muss ich mich auch weiterbilden für mich selber. Was will ich eigentlich? Was gefällt mir? Und ich koche nur privat das, was mir gefällt. Also klar muss ich auf Bausteine wie Fisch oder so Rücksicht nehmen, wenn einer sagt, ich mag das nicht. Allergiker ist auch ein Riesenthema Aber ich sage, nehm eine Pille Oder bleib zu Hause Das sind auch so Sachen Oder die werden erst gar nicht eingeladen Das sind auch so Veganer zum Beispiel Die laden erst gar nicht ein.

Man muss das einfach für sich wollen Und das hat nichts mit Nichtstoleranten zu tun Das ist einfach meine Einstellung Habe ich sechs Gäste, davon ist einer, Laktoseintolerant, der nächste ist Veganer und dann kommt noch irgendwie Irgendwie eine Allergie, von der noch nie einer gehört hat. Die googeln die dann am Tisch. Und ich renne in der Küche rum wie so ein Eichhörnchen. Mach dem das recht, dem das recht, dem das recht. Und nachher sagen sie alle, ach, das wäre egal gewesen. Ich hätte auch eine Pille genommen. Ja, Arschlecken.

Laktoseintoleranz. Also da gibt es Leute, die leiden darunter, aber ich weiß auch, dass der Mindestwert irgendwo da angesiedelt ist. Also da stirbt keiner von. Kommt, glaube ich, darauf an, was es ist. Also so eine Erdnussallergie... Also keine Zuschauerbriefe, bitte. So eine Erdnussallergie kann schon, glaube ich, auch tödlich sein. Aber ich finde, das ist ein ausgezeichneter Zeitpunkt, um Sie zu fragen, ob Sie Fragen haben an Frank Boretz oder Kommentare. Nein, aber wenn Sie mögen und Lust haben, dann heben Sie kurz die Hand. Dann komme ich mal mit meinem Mikrofon zu Ihnen und wenn Sie mögen, können Sie dann eine Frage stellen.

Ich habe im Prinzip gar keine Fragen mehr, Frank, weil ich finde, wir haben Italien jetzt gut beackert. Ich kann es kaum erwarten, mal wieder hinzufahren. Du hast vorhin in der Pause kurz erzählt, die beste Lasagne deines Lebens hast du bei einer Autopanne gegessen. Ist das so? Ja, das war in der Nähe von Bologna. Da hatten wir mit so einem scheiß BMW, Entschuldigung, mal eine Panne und Und dann ist, also ich habe das vorhin erzählt, mein Vater ist wirklich immer Autobahn und dann haben wir getankt und wir durften zur Toilette beim Tanken, dann weitergefahren, bis er 2400 Kilometer hinter sich hatte. Er wollte einfach in seine alte Heimat. Haben wir alle für Verständnis gehabt, aber irgendwie habe ich immer geträumt, mal rechts rauszufahren und so eine Hoppelstraße oder mal da zu übernachten und das war dann eine Panne. Und da kriege ich jetzt immer noch Gänsehaut, das war die beste Lasagne meines Lebens und ich habe sie nicht geschafft nachzukochen, ich habe sie nie wieder in der Form gegessen, vielleicht weil es ein bisschen mein Wunsch war, auch mal von der Autobahn, Autostrada abzuweichen, kann auch sein, aber das sind so Erinnerungen, da lebt man doch am Ende von. Also ob das eine Rindsroulade ist, schätze ich auch sehr, auch schwierig, sowas wirklich gut zu kriegen, sage ich jetzt mal. Und das ist immer so, wenn man so eine Leidenschaft hat für eine gewisse Küche und dann wird das irgendwann mal auf den Punkt gesetzt und du darfst es dann genießen und du kannst es auch abspeichern. Das ist ein Augenblick, an den man sich immer wieder erinnert. Also ein Sonnenuntergang auch, klar, kommt immer drauf an, wo der ist.

Aber das ist nochmal, finde ich, was ganz anderes. Aber das verbinde ich auch ehrlich gesagt total mit Italien. Du kannst da einfach nur ganz schwer schlecht essen. Also wenn du in Deutschland irgendwo von der Landstraße abfährst, dann kannst du froh sein, also kann auch schief gehen, sagen wir mal kulinarisch. Aber in Italien stelle ich mir das echt schwierig vor. Da gebe ich dir recht, aber das wird auch anders. Das wird schlimmer eigentlich.

Und ja, das ist eine Tradition, die wird auch nur in dieser wirtschaftlichen Situation, was was kostet, in der Familie aufgefangen und die Italiener haben da auch ein Problem mit, Preise zu erhöhen, wie wir auch. Wir machen das nicht gerne, aber wir wollen eben, dass die Betriebe da auch weiterlaufen und die nächste Generation, die da ranwächst, wenn überhaupt was ranwächst, die wollen das Leben nicht führen, was die Eltern oder die Großeltern geführt haben. Also das ist ja sehr viel Arbeit, das nimmt sehr viel. Und da ist nicht jeder geboren direkt dafür, dass er da Leidenschaft für hat. Oder viele sagen dann, so doof ist. Also ich sehe eher Leidenschaft da drin, weil das macht ja viel Spaß. Das kriegt man ja viel zurück von den Menschen, wenn die ein gutes Erlebnis hatten. Und das kränkelt da auch ein bisschen. Also das ist nicht so, dass da die Fastfood-Ketten, die wachsen, weil die jungen Leute sagen, okay, das ist nicht mehr mein Anspruch, ich habe da einen anderen Anspruch. Deswegen hoffe ich, dass das nicht ein Dauerthema wird, weil das sind ja immer so Wellenbewegungen und ich finde grundsätzlich, egal ob das Italien, Spanien, alles was in Europa gekocht wird, alles was aus Europa kommt, das nächste ist für mich noch Asien in Form von Japan, weil die auch so produktbekloppt sind, das ist alles geiles Futter und das macht alles Spaß. Und wenn du das für dich erkennst, dass das wichtig ist, das gibt einem so viel Energie, ich wüsste nicht, was das noch toppen könnte.

Frank Buchholz, vielen Dank für das Gespräch. Ja, danke für die Einladung. Schön, dass ihr alle da wart.

Möchte noch jemand was fragen oder lieber im Einzelgespräch fragen? Oder lieber Cocktails trinken gehen? Aha, komm ich schau mal rüber. Verraten Sie uns, wie Sie heißen. Wolfgang, was halten Sie denn von den Insekten zum Essen? Vegan sind sie ja nicht, insofern. Was sind die nicht? Nicht vegan. Das gab es in den 80ern in München, glaube ich, das erste Insektenrestaurant. Und das hat mich jetzt nicht so angemacht, dass ich da hin wollte. Ich habe mir das mal angeguckt von außen, fand das auch nett gestaltet. Das muss jeder selber entscheiden. Ich vergleiche das immer mit Sachen, die man selber nicht mag. Also zum Beispiel, das ist ja so eine Kopfsache, es gibt viele, die keine Innereien wollen oder so. Das muss man akzeptieren und tolerieren. Also ich würde es jetzt nicht machen, ich werde da jetzt nicht so heiß drauf. Also so eine Heuschrecke, obwohl wenn die frittiert ist, könnte glaube ich crunchy und lecker sein. Nein, es gibt auch Leute, die sagen, okay, ist gesund in vielen Bereichen, aber das hat ja nur mit Notsituationen was zu tun, dass man sowas freiwillig isst. Also das ist jetzt nicht ein Genussmittel für mich.

Einmal den Namen. Ich bin Jutta. Ich wollte das unterstützen. Hi Frank. Es wird hier ja im Schafrath natürlich tolle Küchenbäden hier bestimmt verkauft. Da bin ich total von überzeugt. Aber es gibt ganz viele tolle Menschen, die ganz viele tolle Küchen haben, aber die kochen da drin nicht. Und das finde ich ganz schlimm. Ja, das kann ich verstehen, dass du das schlimm findest, aber immerhin haben die tolle Küchen. Also da einen guten Geschmack zu haben, das ist ja schon mal gut.

Also ich kann das verstehen, aber das muss dann jeder selber handeln. Also ich bin auch mal in Hamburg, da durfte ich mal arbeiten und da gab es dann unten eine Küche, oben eine Küche, unten war die Küche, wo gekocht wurde, oben war die Küche zum Angucken. Aber wie gesagt, das ist ja was Architektonisches auch letztendlich und wenn du dann so eine Küche hast, die dann schmutzig wird und das passt nicht in dein Weltbild, dann ist das okay, finde ich. Was hältst du denn vom Thermomix? Oh, das ist ja auch so ein Thema, also bei den Kochkursen werde ich auch immer gefragt, da steht logischerweise auch so ein Thermomix rum, das ist ein Unternehmen, das Ding ist zu laut, schon immer habe ich denen auch immer gesagt, viel zu laut, aber es ist gut, das ist einfach Qualität. Also das ist jetzt, ich finde jetzt noch, weil ich habe heute mal darüber nachgedacht, warum die nicht mal so einen Becher machen aus Glas, wo man mal reingucken kann und den kann man vorkühlen und so, aber das ist ja auch nicht meine Aufgabe. Aber das ist Qualität und wenn du ein Problem hast, schickst du das Ding ein und der Staubsauger, also ich habe auch so einen Kobold, durch meinen Hund, der läuft da den ganzen Tag, macht seine Arbeit, Wahnsinn. Also finde ich, alles, was den Alltag erleichtert, weil wir haben ja eine Zutat, die können wir uns alle nicht kaufen, das ist Zeit. Das finde ich einfach gut, muss ich ganz ehrlich sagen. So, Thermomix ist gut. Gibt es auch in schwarz jetzt, also eigentlich mal eine ordentliche Farbe.

Thermomix ist übrigens nicht Sponsor dieser Veranstaltung. Ja, ich bin der Klaus. Lecker an Bord wurde ja schon erwähnt. Mich würde mal interessieren, wie Irzen, wie ich am Anfang gelernt habe, wie viel Einfluss habt ihr beide auf die Auswahl der Höfe und der Betriebe, die wir dann bei den Sendungen immer kennenlernen, wo dann die Produkte geholt werden, wo dann an Bord gekocht wird? Also da gibt es ja bei so einem tollen Sender, wie der WDR das ist, also früher habe ich eine eigene Meinung gehabt über öffentlich-rechtliches Fernsehen, die habe ich immer noch, aber es ist ganz wichtig, dass es sowas gibt, weil sonst gibt es solche Formate einfach nicht. Das ist schönes Fernsehen, was wir machen, finde ich jetzt. Das ist Unterhaltung, Reisen und Service.

Und das ist die Lea, das ist unser Food Scout. Die fährt jetzt quasi, wir sind jetzt am, warte mal, was ist heute? Donnerstag. Am Dienstagabend haben wir die letzte Sendung gedreht. Dann haben wir noch zwei, drei Bier getrunken. Dann geht das in den Schnitt und die fängt quasi danach, wenn das entschieden ist, wo wir hinfahren. Also wir waren jetzt in Friesland und dann geht die schon wieder auf die Recherche und fängt an zu suchen, wo kommt was irgendwie her.

Das ist natürlich auch, muss ich auch sagen, also nicht, dass jetzt einer denkt, ich wäre oberflächlich, das glaube ich nach dem Gespräch nicht, aber das hat auch was mit Visualität zu tun und wir hatten natürlich jetzt in Holland auch mal Landwirte, die waren einfach anders unterwegs. Das liegt aber auch an der Gesetzgebung. Also das war alles viel, wir haben unsere Hauben aufgemacht, da sieht jeder scheiße aus, dann ziehst du dir Gummistiefel an in der Käserei und eine Schürze. Und nicht, du gehst erstmal durch so eine Kammer durch und siehst nachher aus und sagst, wer ist das denn? Also wie so ein Marsmensch. Und da gehen die ein bisschen legerer mit um und das ist auch Europa. Ich verstehe das nicht, warum es bei uns immer so extrem sachlich sein muss. Und da waren viele Landwirte, die einfach auch anders ausgesehen haben. Und die Sprache ist auch lustig und der Holländer hat auch Humor. Der lacht auch gerne mal über sich selber, das finde ich auch großartig. Also war ich viel zu selten. Aber das ist für mich ein Vorbild. Und dann geht das los, dass dann Vorschläge an die Redaktion, das ist die Helma, die Redakteurin vom WDR für Lecker an Bord und dann wird das noch intern besprochen mit der Produktionsgesellschaft und dann, wenn das so im Groben steht, dann werden wir informiert. Und wenn wir sagen, okay, wir wollen mehr Informationen haben, dann kriegen wir die auch gerne.

Aber dafür müssten wir auch da hinfahren, hat der Björn genauso wenig Zeit wie ich für. Und da vertrauen wir der Lia und das hat bis jetzt immer super geklappt. Also muss ich jetzt sagen. Und alles, was ich auch kennengelernt habe, also vieles, das ist bei mir im Repertoire in den Lebensmitteln mit angekommen. Ob das eine Sojasauce aus Rotterdam war und so weiter. Das sind alles Sachen, das ist gut. oder wie jetzt auch Milch und Käse, da habe ich Käse mitgenommen. Ich habe gesagt, wenn der bei den Gästen, bei meinen Gästen auch gut ankommt, dann bestelle ich da einfach den Käse auch zukünftig. Der hatte vier Reifegrade für Kuhmilchkäse, den muss ich jetzt nicht in Österreich bestellen, das können die auch gut. Und anders, das finde ich wichtig, dass man Herkunft da auch wieder schmeckt, das habe ich dann bei den Österreichern nicht so. Ja, oder Südtirol. So, noch jemand fragen? Ich bin noch hier.

Also ja, wir haben jetzt, wir haben ja letztes Jahr auf der Mose, ich weiß auch gar nicht, wer sich da durchgesetzt hat. Ich habe mich dann mal ausnahmsweise zurückgehalten, weil ich sauf auch gerne. Das wollte ich jetzt einfach mal sagen, okay, es gibt auch was anderes in dem Frank Buchholz. Und wir haben jetzt auch wieder einen Skipper, weil jedes Mal, wenn wir das Gebiet jetzt ändern, dann ist ein anderes Boot da. Leider so schön die Una One, mit der wir gestartet sind, waren. Da habe ich mich mit Björn auch noch unterhalten. Das war wirklich ein Traum. Wenn wir irgendwo hingekommen sind, dann wussten die, wir sind da, weil diese ganzen Leute auf dem Wasser und so weiter, das ist schon eine kleine Community und so viele Formate gibt es nicht, wo man vom Wasser das Land sieht und, wo schöne, also das war schon schön, aber das war dann irgendwann nicht mehr passend für das Ganze, wie wir so eine Produktion gestalten müssen. Da sind auch wirtschaftliche Gründe spielen da eine große Rolle, weil wir ja mit Gebührengeldern auch da hantieren und da müssen wir alle ein bisschen sparen und.

Wir saufen wieder, ja, das wollte ich sagen. Das ist doch ein schönes Schlusswort, Frank. Nein, nein, nein, das wollen wir nicht als Schlusswort stehen lassen. Keine Sorge, das bleibt hier im Raum. Das ist ja das, was die Helma auch immer sagt, weil die sagt, die dürfen jetzt nicht das Gefühl haben, dass ihr Alkoholiker seid oder so. Nein, mit dem Humor natürlich. Nein, aber dieser Anlegestuck, den gibt es wieder, aber wir haben leider auch nur noch drei Häfen und nicht sechs Häfen.

Apropos Anlegeschluck. Also, wir haben noch Cocktails für Sie. Wir haben auch gleich noch tollen Fingerfood für Sie von der Lavazza Bar. Da freue ich mich auch schon sehr drauf. Und Schafrath hat noch ein Tütchen für Sie, wo schöne Sachen drin sind. Und ansonsten lade ich Sie noch mal ein. Da vorne können Sie das Buch von Björn Freitag und Frank Buchholz kaufen. Auch direkt signieren lassen. Du bist ja noch einen kleinen Moment wahrscheinlich da, wenn du gern trinkst. Ich bin noch da. Wer sagt okay. Ich habe auch noch ein paar Autogrammkarten. Wir können auch gerne Fotos machen, wenn einer Lust so hat. Ich merke, dass manchmal da die Leute ein bisschen Hemmschwellen haben. Gar kein Problem. Solange ich da bin, könnt ihr fast alles mit mir machen, was ihr wollt. Also, die Bettenabteilung ist eine Etage tiefer, meine Damen und Herren. Ansonsten wünsche ich Ihnen noch einen schönen Abend. Vielen Dank, dass Sie da waren. Dankeschön. Empfehlen Sie den Brunch-Podcast.

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