Am Sonntag, dem 11. August, podcasten wir wieder live am Stadtstrand zu einem tollen Genussthema, nämlich Anti-Pasti. Seid dabei, direkt am Tonhallenufer an der Oberkasseler Brücke in Düsseldorf. Und zur kleinen Erinnerung, wie wunderschön das ist, wenn wir am Stadtstrand podcasten, hier eine Wiederholungssendung aus dem vergangenen Sommer. Craft Beer war damals unser Thema am Stadtstrand mit tollen Gästen und ganz viel Infos zu diesem leckeren Getränke-Genre. Ein Crossover mit dem Düsseldorf-Podcast Rheinpegel. Mein Name ist Helene Pawlitzki. Schön, dass ihr zuhört. Brunch, der Genuss-Podcast der Rheinischen Post. Mit einer Spezialfolge heute, einem Crossover mit dem Rheinpegel, unserem Düsseldorf-Podcast. Wie in vielen deutschen Städten gibt es auch in Düsseldorf eine kleine, aber aktive Craft-Beer-Szene. Im Rheinpegel-Podcast habe ich mich mit Brauern und Gastronomen getroffen und wir haben über Bier geredet. Wie es entsteht, wer es trinkt und wo die kleinen und kleinst Brauereien so stehen im Vergleich mit den riesigen Industriebrauereien. Es war ein sehr schöner Abend am Düsseldorfer Stadtstrand, direkt am Rheinufer und es gab auch einiges zu trinken. Und weil es um Genuss geht, passt dieses Thema auch wunderbar in diesen Podcast. Wenn ihr mehr Düsseldorf-Content wollt, dann hört rein in den Rheinpegel-Podcast. Überall, wo es Podcasts gibt.
Sehr schön. Wie schön, dass ihr hier seid. In diesem Podcast befassen wir uns ja sonst immer jede Woche mit dem, was Düsseldorf bewegt. Drei Themen, heute mal ein Thema. Und dazu bitte ich direkt auf die Bühne zwei wunderbare Gäste, Sebastian Knepper und Fabian Schmidt-Pereira. Herzlich willkommen. Nehmt euch einen Stuhl. Guck mal, er hat schon ein Bier mit, das ist super. Nehmt euch auch ein Mikrofon. Hier die Nummer 5. Vielen Dank. Was ist das? Nummer 3. Ist es schon auf? Kann man schon was sagen? Ja. Die Sonne scheint, das Bier schmeckt. Ja, sehr gut. Bei dir auch? Ja, Bier schmeckt auch immer, wenn die Sonne scheint, glaube ich. Das passt aber auch, wenn es regnet. Genau, Bier schmeckt immer eigentlich. Das mit dem Bier ist ja so eine Sache. Es gibt Bier und es gibt Bier. Und bei euch ist das Thema Craft Beer. Sebastian, du bist bei Holy Craft Beer unterwegs. Das ist einerseits ein Geschäft, in dem man Bier kaufen kann und sich auch ausgezeichnet beraten lassen kann. Andererseits eine Bar hier in der Altstadt. Ich glaube, in Essen seid ihr auch unterwegs. Und die Frage, die ich mir natürlich sofort gestellt habe, ist, wie kommt man eigentlich auf den Trichter, eine Bar zu machen, wo es nur Craft-Bier gibt? Das ist ja auch ein bisschen irre, oder? Rainer? Rainer trotzdem Altbier gegenüber.
Wir haben 2015 angefangen in der Tat mit dem Store und hatten auch ganz lange uns gefragt, noch weiter, lange uns gefragt, ob es wirklich ein Markt ist in Düsseldorf, weil wir wirklich so altbieraffin sind und mein Kompagnon Thorsten Kuhlmann und ich selber auch Düsseldorfer sind. Von daher war es schon ein bisschen kritisch in der Gründungsphase. Wir haben gesagt, wir machen mal ein Pop-Up, halbes Jahr, wenn es nicht läuft, dann haben wir einen Keller voll gutes Bier. Was auf jeden Fall nicht schlecht ist, sage ich mal so. Genau. Und da wir aus der Gastro kamen und gesehen haben, dass es gut gelaufen ist, der Abverkauf von Dosen und Flaschen, haben wir gedacht, naja gut, dann könnte es in der Tat auch ein Markt sein, das vom Fass und dann natürlich nicht kleckern, sondern klotzen mit zwölf verschiedenen Hänen und das immer wechselnd. Und ja, da haben wir nicht nur die Düsseldorfer begeistern können. Die wir heute immer noch begeistern, die jeden Tag, kommt immer jemand rein, der uns in den letzten fünf Jahren nicht gefunden hat, seitdem wir die Bar haben und dachte, ah hier, ja, Pille kannte ich, euch nicht.
Sehr gut. Und bei euch war das ein bisschen anders. Ihr seid eigentlich vom Essen her gekommen und habt dann gedacht, Mensch, das mit dem Fried Chicken bei Hitchcock in der Nordstraße, super Sache, aber wir brauchen noch was auf der Karte, was immer abwechselnd ist und immer unterschiedlich und die Vielfalt zeigt. Ja, genau, weil essenstechnisch das, was wir machen, das Menü und der Umfang ist halt recht klein. Und wir haben halt dann den Entschluss gefasst, ein Getränkeangebot zu haben und anzubieten, was dann halt im Endeffekt die Lücke füllt, dass halt der Gast, der kommt, der kriegt unsere Speisen, der weiß, was ist, das ist halt Set. Aber das Ganze mit dem Getränkeangebot, das wir haben, sehr interessant zu machen. War dann so dass man mein bruder und ich zusammen das machen mein bruder hat lange zeit in australien im weinvertrieb gearbeitet er kümmert sich um die weinkarte die halt auch sehr ich sag mal, Nicht der normalen Norm, es ist viel Naturwein, viel biodynamische Geschichten, auch sehr interessante Sachen mit dabei. Und ich habe irgendwann aus Jux und Dollerei, hat mir Google mal vorgeschlagen, brau doch mal dein eigenes Bier. Und dann war das so ein selber Bierbrock. Da habe ich gesagt, ja, Bier trinke ich ganz gerne, ich probiere das mal aus.
Hat dann vier Wochen gewartet. Es kamen original 12,03 Flaschen raus, wo man dann auch noch ein paar von abgeben musste. Also die Arbeit hat sich nicht gelohnt. Aber das Bier war sehr exorbitant lecker und das war für mich dann so ein bisschen der Opener in diese ganze Craft-Bier-Welt, weil dann habe ich mich erstmal ein bisschen mehr damit beschäftigt und im Endeffekt auch weiter gebraut. Es wurde dann auch irgendwann in den Ausschlagmengen, die ich dann selber gebraut habe, auch ein bisschen größer, bis ich dann irgendwann mit dem Gaskocher auf dem 3-Quadratmeter-Balkon stand. Gut, dass der Vermieter das nicht mitbekommen hat, ist aber alles gut gegangen. Ich habe schon verschiedene Geschichten von selber braun gehört jetzt im Zuge dieser Recherche, auch unter anderem so Dinge wie, ja, dann ist uns das mal explodiert oder es gibt halt offenbar recht viele Schläuche und Ventile, die man betätigen muss, bevor man so einen Schlauch zieht und so, da kann schon einiges schief gehen. Da kann einige schief gehen, ja. Also Büchsenbomben kann man da definitiv bauen, aber man sollte, wenn man es halt die ersten paar Male macht, sich auch tunlichst an die ganzen Anweisungen und Tutorials halten, die man auch in diversen Mengen im Internet findet. Also das ist mir glücklicherweise nicht passiert. Was wir einmal aus Jux und Dollerei gemacht haben, wir haben Weintrauben zusammengesammelt und wollten dann selber einen Petnat machen, den haben wir aber viel zu früh in die Flasche gefüllt. Ein was? Entschuldigung. Petnat, das ist im Endeffekt Petit Nord Naturel, das ist die natürliche Art und Weise, einen Schaumwein zu machen, ähnlich der Champagner so gesehen, mit einer ersten Flaschengärung, während es dann abgefüllt wird und die Kohlensäure, die sich bildet, entsteht quasi durch die Flaschengärung.
Die haben wir viel zu früh abgefüllt, die sind uns alle im Keller explodiert, war auf jeden Fall eine Riesensauerei.
Okay, also wenn man Bier brauen will, selber schon mal den Mob bereitstellen. Ja. Auf jeden Fall seid ihr dann hingegangen und habt gesagt, okay, Wein ist das eine, Craft Beer ist das andere auf der Karte vom Hitchcock und bei euch kann man nicht nur Craft Beer aus aller Welt trinken, sondern auch das, was ihr dort vor Ort braut. Genau, richtig, ja. Es war dann recht zett, was wir machen wollen, wie sich das halt aufteilt, Essen, Getränke technisch, wer sich um etwas kümmert. Ja, und dann kam halt die Diskussion, gut, wir sind Düsseldorfer selber, wir trinken Altbier, wir lieben Altbier. Welches Altbier stellen wir uns in den Laden? Da hat man ja auch die Qual der Wahl, gibt ja ein bisschen was im Angebot hier.
Bis ich dann irgendwie in den Raum geworfen habe, die Idee, warum irgendwas kaufen und verkaufen, wenn wir nicht selber was machen können. Und dann ging ein bisschen die Recherche los. Und ich habe dann auch hier aus Düsseldorf zwei ansässige Jungs gefunden, deren, ich sage mal, Geschäftsmodell halt genau das ist. Kneipenbrauer. Kneipenbrauer, genau, richtig. Haben dann den Kontakt mit denen aufgenommen, hatten die ersten Gespräche, haben die ganzen Gegebenheiten geklärt, was jetzt für uns relativ einfach war, weil wir durch ein Restaurant haben wir halt schon alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Und dementsprechend war das recht einfach. Und dann haben wir uns mit denen zusammengesetzt, haben ein Altbier eingebraut, das es auch seit der Eröffnung vor knapp fünf Jahren jetzt auch immer noch bei uns gibt und auch immer noch hausgebraut ist. Ich finde ja so ein bisschen ist dieser Mut zum Tüfteln und dieser Bock einfach mal selber zu machen und dann einfach auch mal rauszuprobieren, das ist ein bisschen was, das habe ich eigentlich bei allen gefunden, die in Düsseldorf Craftbier machen. Sebastian, wie ist das bei euch? Du hast den klugen Satz zu mir gesagt, ich glaube nicht, dass der Craft Beer Fan die Extreme sucht, aber er sucht die Vielfalt. Was suchen die Menschen, die zu dir kommen, die dezidiert Craft Beer suchen und nicht nur zufällig vorbeikommen? Ja, die Vielfalt. Den regionalen, aber auch den überregionalen Brauer.
Es gibt ja so viel und mit den offenen Märkten, die wir links und rechts um uns haben, ist ja viel möglich. Wir kennen die Diskussion, wenn wir alle in unseren Freundeskreisen in die Altstadt gehen, welche Altbierbrauerei gehen wir zuerst zu, welche lassen wir weg. Und dann wird es doch nachher kunterbunt. So ein bisschen ist es ja auch bei uns.
Um IPA zu trinken, aber er weiß nicht, was für ein IPA ihn erwartet. Was für ein Hopfen, ist da noch was anderes drin, ist da ein anderes Malz drin? Ja, die Vielfalt ist ein bisschen ein Überraschungspaket. Du hast im Artikel auch geschrieben, es gibt dafür Apps, da kann man sich schon mal vorab informieren, was es so gibt. Gibt es ja auch für Wein und sonstige Genussmittel. Und ja, dann geht es daran, das Ganze zu testen. Das sind 0,3 oder wir haben auch so Flights. Das sind so Tastingbretter mit jeweils 0,1 Milliliter. Da kann man sich dann einmal durch die ganzen Bierstile trinken. Und da sucht er. Das ist vielleicht auch die neue Erfahrung. Es sind oft auch in der Tat Leute, die vielleicht vorher nur alt getrunken haben, die durch Freunde mit reingezogen worden sind.
Reingezogen ist sehr schön Einstiegsdroge, Altbier und dann geht's ab Ja, du bringst ja wenn du mit, nicht den Düsseldorfer Freunden sondern mit Freunden von auswärts in die Stadt gehst, zeigst denen ja auch die Altstadt und deren, Brauereien oder Gastronomien und dann landet man der eine Teil halt auch bei uns und sagt da kannst du Leckeres, kennst du? Nee, kennst du nicht? Komm, machen wir mal Ja, welche Rolle spielt die Drinkability aus eurer Sicht? Also ein Wort, was mir oft begegnet ist, das, was man so als Trinkbarkeit vielleicht übersetzen kann, also wie viel man so am Stück davon trinken kann, das ist nicht bei allen Craft-Bieren so, würde ich mal sagen. Es gibt so ein paar, da würde ich sagen, ja, so ein kleines und dann ist man satt, mehr oder weniger.
Ja, ich glaube, die Drinkability ist erstmal, stuft, glaube ich, jeder für sich selber aufgrund seines persönlichen Geschmacks irgendwie, sage ich mal, in einer großen Art und Weise ein. Hängt dann aber auch natürlich ein bisschen vom Bierstil ab. Ich sage mal jetzt irgendwie so ein Barrel-Age Imperial ist dort mit 14 Prozent wahrscheinlich noch irgendwie auf Kakao-Nips gelagert. Da will man auch nicht unbedingt einen halben Liter vorm Bestellen. Das wird halt irgendwie nach 0,2 wird es auf Dauer anstrengend. Das ist so zum Abschluss. Ja, ja, am Ende ein Abschluss ist halt eine gute Nummer. Mag auch ein paar Leute geben, die das vielleicht über den Tag literweise trinken können. Empfehlen würde ich es aber definitiv nicht. Dann ist der Abend schnell zu Ende. Ja, da haben wir den hohen Alkoholgehalt, der dann immer natürlich mitspielt. Drinkability kann natürlich auch einen höheren Alkoholgehalt haben. Man merkt es nicht so, kennt man auch von ein paar Weinen, die trinkt man sehr gut. Dann steht man auch vom Tisch, warum auch immer. Und dann kommt einer mit dem Dampfhammer vorbei. Das ist, glaube ich, auch bei vielen Bieren die Drinkability. Ich bin ja schon ganz froh, dass ich nicht der Einzige bin, der dieses Wort benutzt hat.
Ist ein bisschen schlimm das Wort, aber es beschreibt ganz gut was. Und es gibt ja auch viele Brauer, die sagen, nein, das strebe ich aber an. Ich will ein, also zum Beispiel das 1838er, was du angesprochen hast von Schubacher, da sagen die ganz klar, wir wollen ein Bier, wir wollten ein Bier kreieren, was man gut so wegtrinken kann. Wir wollten nichts was machen, was speziell ist, aber dafür dann so hopfig und so bitter, dass der Durchschnittsmensch da sagt, okay, ein kleines reicht. Ja, aber ich glaube, da sind wir aber auch schon wieder bei so einem gewissen Grundpfeiler dieser ganzen Craft-Geschichte, wo es, wie wir ja eben schon angesprochen haben, die Vielfalt und dass es ja so viel sein kann und dass man eigentlich ja auch sehr viel probieren sollte und probieren möchte. Ist es auch so, also ich weiß nicht, es gibt kein wirkliches, also natürlich gibt es das, aber ich sag mal, wenn ich mit Freunden unterwegs bin oder wir uns irgendwie zum Grillen im Garten treffen oder so, dann komme ich da auch nicht irgendwie mit, einer Kiste 24 Dosen oder Flaschen IPA an, sondern irgendwie, wenn man beim Grillen ist, dann sitzt man ja gesellig zusammen und dann geht das ja auch mal gerne vier, fünf Stunden, wenn wir uns da alle irgendwie IPAs, Double IPAs oder irgendwie Stouts der Reihenweise irgendwie aufploppen, dann wird das alles relativ schnell enden. Hast du aber am Anfang auch mal probiert, oder? Ja, natürlich. Der Versuch war da, aber dann war das alles recht schnell zu Ende. Nee, aber deswegen, ich weiß nicht, dieser Begriff Drinkability.
Hat für mich, hört sich für mich auch immer so ein bisschen negativ behaftet an. Also ein Bier, das lecker ist, Klingt nach Mainstream, ne? Ja, ein bisschen. Aber es ist auch einfach dieser Fakt, Bier hat keine hohe Drinkability. Wenn ich das jetzt sagen würde, dann hört sich das an, so viele würden es auffassen, dass es nicht schmeckt. Da kannst du nicht viel von trinken, dann kann das nicht schmecken. Aber es kann ja super schmecken. Es kann nur irgendwas sein, wo ich nicht in einer exzessiven Menge vielleicht trinken möchte, sagen wir es mal so. An dieser Stelle machen wir eine kurze Pause, in der vielleicht auch ein bisschen Werbung läuft.
Apropos schmecken und exzessive Menge. Ich würde sagen, es wird Zeit, mal ein bisschen Bier zu probieren. Genau, Martin holt das Bier. Martin ist hier der Tasting-Mensch. So, ich hatte ja erwähnt, dass jetzt der interaktive Teil des Programms beginnt, meine Damen und Herren. Jetzt ist die Frage, wer hat Interesse, mal ein paar Biere zu probieren hier? Wer möchte in die erste Runde kommen? Harry möchte gerne kommen, habe ich vorhin schon gehört. Harry, komm vorbei. Jetzt haben wir einen Herrn, jetzt brauchen wir natürlich noch eine Dame. Wer trinkt denn hier gerne Bier? Wer trinkt denn hier gerne Bier? Ich stelle gerade fest, dass relativ viele Männer im Publikum sind. Wie überraschend, wenn es ums Thema Bier geht, nicht wahr? Wer hätte das gedacht? Da hinten, wunderbar, komm vorbei. Komm her zu mir. Setz dich bitte, Harry. Nimm dir einen Stuhl. Ja, welchen du magst, ist egal. Oh, ich muss aufpassen hier mit dem Mikrofon. Komm noch her. Wie heißt du? Greta. Greta, komm vorbei, Greta. Magst du dich hier mit in die Mitte setzen? So, das ist der Martin. Der hat ein paar Biere mitgebracht. Warte, ich hole dem Martin noch ein Mikrofon. So, nehmen wir doch mal dieses hier, die Nummer 4.
Bitteschön. Erstmal herzlich willkommen, Martin Muth. Hallihallo. Für dich ist das ja ein Heimspiel, lieber Martin. So ist es, genau. Denn das Bier, was es hier gibt, das ist von dir, zum Teil. Zum Teil ist es so, richtig, genau. Also die Kraftbierschiene hier am Stadtstrand Düsseldorf, die stammt tatsächlich dann, wenn man so will, aus meiner Feder. Das heißt also, wir haben damals, als der Stadtstrand begonnen hat, gemeinsam mit dem Stadtstrand Biere kreiert. Das war im ersten Jahr noch ein American Pale Ale, was tatsächlich zu dem Zeitpunkt noch in der heimischen Küche entstanden ist. Also wirklich im Hobbybraumaßstab, 20 Liter Maßstab und was wir dann hochskaliert haben. Und hier hat eigentlich alles seinen Anfang genommen. Und ja, das war so Grund genug, um sich ein bisschen weiterzuentwickeln noch über die Jahre hinweg, andere Projekte zu starten. Und jetzt gibt es den Strandhasen in Fingern in einem wunderbaren Ladendokal an der Birkenstraße. Sehr stylisch eingerichtet, man kann da alle möglichen Dinge tun. Unter anderem kann man sich über Bier informieren und Bier trinken. Und du machst uns jetzt mal ein kleines Bier-Tasting hier vor Ort. Ganz genau. Und zwar zum Thema, was ist eigentlich Craft Beer? So, jetzt muss ich einmal fragen, Harry, wie stehst du so zum Craft Beer? Trinkst du viel Bier, Craft Beer?
Also Craft Beer eigentlich gar nicht. Aha, super, exzellent, ausgezeichnet. Da bist du genau der richtige Mann jetzt. Aber ich bin Biertrinker auf jeden Fall. Also ich habe in meiner Jugend mal in Köln studiert und in Köln gab es früher einen Laden, der hieß Bier 2000 oder sowas ähnliches. Und da gab es wirklich 2000 Sorten Bier. Also doch Craft Beer wahrscheinlich, irgendwie, auf so eine Weise. Ich glaube eher aus Belgien, weil die, viel Bier aus Belgien, weil die Belgier hat da jeder Ort so ein eigenes, ob das Craft war oder nicht, weiß ich nicht. Ich lasse mich heute mal überraschen. Okay, super. So, Greta, wie sieht es bei dir aus? Craft Beer, yes or no? Yay or nay? Tatsächlich auch noch nie wirklich aktiv getrunken. Trinkst du sonst Bier? Ja, Bier definitiv. Hast du ein Lieblingsbier?
Tatsächlich Feldhins, ich komme aus dem Sauerland. Ist vollkommen in Ordnung. Du hast nicht kölsch gesagt, da kannst du hier nur richtig liegen. So, Harry, hast du ein Lieblingsbier?
Ja, ich trinke gerne tatsächlich Bolken. Also hier aus München-Gladbach. Und das hat sich so im Laufe der Jahre etabliert. Ich weiß aber auch, was ich nicht mag. Aber darf man auch Anti-Promo machen? Eher nicht. Pass auf, du trinkst ja gleich was, dann darfst du ganz ehrlich sagen, wie es dir geschmeckt hat. Aber erstmal darf der Martin sagen, was hier im Glas ist, denn er hat schon eingeschränkt. So, also ich sage mal ein paar Sachen dazu. Es ist natürlich völlig unmöglich in der Kürze der Zeit jetzt irgendwie eine Riesenreise durch Craft-Biere zu machen. Ich sage mal, die Tastings, die wir anbieten, die dauern zweieinhalb Stunden. Harry riecht schon und macht Geräusche hier. Da kratzen wir nur an der Oberfläche. Ich habe jetzt aber versucht, hier drei Vertreter auszuwählen, die eine relativ breite Bandbreite abdecken. Und zwar, die repräsentativ sind für die drei Hauptstellschrauben, an denen man drehen kann bei Bieren. Ja, komm doch hierher und lege dich ein bisschen Richtung Publikum. Und zwar sind die drei Hauptstellschrauben Malz, Hopfen und Hefe. Und aus jeder dieser Riegen habe ich einen Hauptvertreter ausgesucht, der das dementsprechend repräsentiert. Das, was wir hier als erstes haben, achso, muss ich auch noch dazu sagen, ich habe Biere ausgewählt, die man auch im gut sortierten Getränkehändler kriegt. Das heißt, wenn man das zu Hause nachbauen möchte, was wir hier tun, ist das durchaus möglich. Wenn man ein bisschen sucht, findet man diese Biere. Das erste Bier ist ein Repräsentant für, ich sage mal, den Hefemittelpunkt. Das heißt also im Klartext, es ist ein belgisches Bier namens Delirium Tremens von der Brauerei Heugens. Hört sich schon sehr gut an. Oder Heugen, genau.
Und ist ein Vertreter dafür, was passiert, wenn man eine Hefeschraube dreht. Das heißt also, es ist ein belgisches Bier, ein belgisches Strong Blond, so nennen die das.
Und genau, man sieht es an der Farbe, es ist ein blondes Bier, also hellgelblich oder schon fast so ein bisschen dunklere Gelbe gehen.
Und ja hier, er hat gerade schon gerochen, also was direkt auffällt ist, wenn man riecht, hat man also schon eine extreme Aromenexplosion. Das sind alles Aromen, die hauptsächlich aus der Hefe kommen. Das heißt, die Hefe macht nicht nur aus Zucker, Alkohol, sondern halt auch noch Aromen und diese Aromen nimmt man in der Nase wahr. Was ich da so habe, ist definitiv, sind Früchte, also man hat so grünen Apfel, Birne, ein bisschen Banane, finde ich da, ist sehr individuell. Die muss man jetzt nicht finden, das ist für jeden individuell, was er da so riecht und auch ziemlich viele Gewürznoten. So, und diese ganze Aromatik, die man da so riecht, die kommen also alle aus der Hefe. Das ist eine Explosion in dem Sinne, man kann es kaum differenzieren. So, ihr könnt ja mal den ersten Schluck nehmen.
Was dann da direkt auffällt, ist... Das hat aber ein paar Umdrehungen, ne? Exakt. Ja, tatsächlich. Man kann gar nicht so sagen... Was würdest du schätzen? Wie viel? Ich denke gerade darüber nach. Ich habe so vier Pizzabrötchen vorher gegessen. Und das ist Bier 1 des Tastings. Wie viele Umdrehungen würde ich schätzen? Freunde, sag mal eine Zahl.
Acht. Ja, das ist schon mal nicht schlecht. Dann musst du noch ein bisschen was umdrauf packen. Wir sind hier bei 8,5%. Ich tippe mal eher, da sind wir so bei 10. Du hast schon gesagt 8,5. Ja, es war ein 8,5. Aber ich habe es ziemlich gut, ehrlich gesagt. Genau, also wie gesagt, sind relativ potent die Biere. Und das brauchen sie auch, um einfach diese Aromenkomplexität irgendwie einzubetten. Das heißt also, man merkt schon, man hat gut was zu tun. Die sind also aromatisch sehr stark, die sind mega komplex. Und das ist, was wir gerade auch hatten, was wir von den Kollegen gehört haben, nichts, was man so wegstrudeln kann. Nee, auch nichts, was man bei 30 Grad in der Sonne trinken sollte. Das ist, da muss man vorsichtig sein. Werbung machen für dieses Teil hier. Ihr könnt unser original Rheinpegel-Pegel-Messgerät mal benutzen anschließend, um mal zu gucken, was für Damage das gemacht hat. So, Greta, du hast schon probiert. Wie war es? Tatsächlich sehr lecker. Also ich bin ein großer Fan von Schmack von Bier und ja, doch. Lock dich weg von Feltins. Ich merke das schon. Harry, was hast du geschmeckt? Also auf jeden Fall Hefe, wie der Kollege, der Hersteller das hier schon gesagt hat. Die schmeckt man intensiv raus. Ja, alles klar. Ja, also das merkt man und man merkt auch den Alkoholgehalt sehr extrem. Okay, Hefe und Alkohol sind drin, würden wir sagen, Martin. Ja. Wollen wir einloggen? Das sieht gut aus. Ja.
Es freut mich sehr. Also es ist immer, wie gesagt, man muss sich da auch ein bisschen rantasten, weil es ist halt schon, wie gesagt, eine sehr starke Aromexplosion. Das ist jetzt, wir hatten gerade das Stichwort Drinkability. Es ist jetzt nicht, wie ich es immer nenne, so ein Schüttbier, was einfach so runtergeht, sondern es ist ein Bier, da muss man ein bisschen sich Zeit nehmen. Aber ich sage mal, wenn man sich einmal so ein bisschen angefreundet hat, dann geht es auch schneller runter, bis man dann irgendwann die Konsequenzen merkt. Also man muss da vorsichtig sein, weil tatsächlich so nach zwei, drei Schlücken merkt man auch nicht mehr die achteinhalb Prozent, außer dann irgendwann natürlich physiologisch. Da weiß man dann, was man getrunken hat. Okay, also das ist jetzt ein Spektrum vom Craft Beer. Ja, genau. Okay, super. Was machen wir jetzt mit dem Bier im Glas? Das könnt ihr gerne entweder austrinken oder entsorgen, genau, weil wir nutzen jetzt quasi dasselbe Glas weiter. Also ich traue mich das nicht, ich muss ja noch ein bisschen. Genau. So.
Besser ist. Was passiert jetzt? Bier Nummer zwei. So, jetzt haben wir Hefe, haben wir abgehakt. Hefe haben wir abgehakt. Wir kommen zum Hopfen. So, und zwar auch das ist jetzt wieder ein Vertreter, den man durchaus im gut sortierten Getränkemarkt finden kann. Ist jetzt ein Bier der Brauerei Brewdog. Haben in Schottland begonnen. Also es ist eine schottische Brauerei, die aber mittlerweile auch weltweit unterwegs sind. Sind ziemlich durch die Decke gegangen. Ja, ist interessant. Also Aroma ist schon mal ein Stichwort. Weil das ist jetzt ein Bier, wo man unheimlich an der Hopfenschraube gedreht hat. Es handelt sich dabei um sogenanntes New England IPA oder Hazy IPA. Hazy, weil das so ein bisschen trüb ist. Genau, da sage ich gleich noch was zu, warum es das ist. Wir haben.
Hier also wirklich mit enorm viel Hopfen gearbeitet. Und zwar kann man den Hopfen beim Bierbrauen auf verschiedene Art und Weisen einsetzen. Das heißt also, wir können den Hopfen so einsetzen, dass er quasi bei der Herstellung mitgekocht wird und trägt dann zu Bittere bei. Wir können den Hopfen aber auch so einsetzen, dass die Aromatik erhalten bleibt und der Hopfen eben nicht viel zu Bittere beiträgt. Ah, Kalthopfen. Habe ich schon gelesen. Exakt, richtig. Also das ist jetzt ein intensivst kalt gehopftes Bier, was, sage ich mal, nicht viel Hopfen Bittere hat, sondern eine sehr starke Hopfenaromatik, ohne bitter zu sein. Dürfen wir schon? Bitte? Dürfen wir schon? Die New England IPAs aus, ja, auf jeden Fall. Prost. Und das heißt also, man wählt dann auch Hopfensorten aus, die einfach unheimlich fruchtig sind und unheimlich, ja, man sagt oftmals so Multivitaminsaft, damit vergleicht man so diese Biere oder Fruchtsäfte. Das finde ich sehr lecker. Sehr lecker, oder? Also es schmeckt, ich sage jetzt mal, meine Meinung ist Pampelmuse, sagt man so, Grapefruit. Und es steht ja schon auf der Dose drauf, Kasko, die Versicherung braucht man dafür, glaube ich. Ja, ganz genau. Weil man da so viel Lecker von trinken kann. Du musst gleich weiter machen. Ich muss kurz Greta fragen, was Greta denkt. Greta, was denkst du? Also das kann man tatsächlich sehr gut auch bei warmem Wetter trinken, weil ich finde es ist wirklich sehr lecker und auch gut erfrischen, also für ein Bier echt.
Richtig, passt gut zum Sommer, also man kann da wirklich, weil diese Fruchtaromatik da drin ist, und auch Grapefruit ist ziemlich herausragend, so Maracuja, Pfirsich, sowas, ne?
Ja, könnte ein bisschen kühler sein, weil wir sitzen ja mitten in der schönen Sonne hier am Rhein. Ja, das ist den Umständen geschuldet, leider Gottes. Außerdem ein Geschenk ein Bier, ne? Wollen wir ja nicht ins Maul schauen. Richtig. Wir sind jetzt schon hier langsam in Feierlaune. Ich schon die ganze Zeit. Ja, und das ist so ein typischer Vertreter dieser, ich sag mal, das hat ziemlich geboomt auch in den letzten Jahren, gerade diese New England IPAs. Der Grund, warum sie trüb sind, da arbeitet man noch ein bisschen mit Haferflocken, mit Weizenflocken und so weiter. Das heißt, es gibt noch so ein krebiges Mundgefühl durch die Proteine, die da drin sind. Also zum einen wird es trüb, zum anderen so ein bisschen cremig. Da kommen wir zu deinem Lieblingsthema, dem Reinheitsgebot, Martin. Ich hatte nicht vor, das Wort zu erwähnen, weil ich Angst habe, weil ich weiß, was du darüber denkst. Da wollen wir jetzt, glaube ich, gar nicht mit anfangen. Kannst du in 30 Sekunden sagen, was du vom Reinheitsgebot hältst? Ja, eigentlich so gar nichts. Es ist, sage ich mal, ein sehr gut gelungenes Marketinginstrument der deutschen Brauereilobby, sozusagen historisch gesehen keine große Relevanz. Aber sie haben immer versucht, es ins Feld zu führen, um sich gegen ausländische und innenländische Konkurrenz abzusetzen. Und ja, es ist meiner Ansicht nach mehr ein Marketing-Werk als alles andere. Martin ist kein Fan. Ich bin kein Fan, nein. Kann man nicht sagen. Okay, aber wir sind Fan von diesem Bier. Ja. Sehr schön. So, und jetzt müssen wir wieder schon, leider ist es schon vorbei mit diesem Bier. Tschüss Bier. Das ist wirklich traurig, naja. Ja. Was haben wir denn noch? Wir haben noch eine Schraube offen. Genau, das wäre jetzt die Malzschraube. Auch da habe ich einen Extremvertreter ausgesucht. Wir haben hier ein Bier der Brauerei Riegel aus Augsburg. Auf die halte ich große Stücke. Die haben sehr gute Biere. Unter anderem auch das Noctus 100.
Seines Zeichens ein Imperial Stout. Passt jetzt nicht so unbedingt gut zu diesem Wetter, aber man sieht schon in der Farbe, es ist krass. Das sieht aus wie Kaffee. Das sieht nicht nur aus wie Kaffee, ihr werdet gleich feststellen, dass es auch wie Kaffee schmeckt, ohne dass Kaffee drin ist. Also Mokka-Likör oder sowas. Ist auch so ein bisschen sämig, ne? Ja. Ja, okay. Spannend. Also auch da könnt ihr gleich mal, ich meine, man sieht es vielleicht schon so ein bisschen, aber ihr könnt auch mal beurteilen, wie viel Prozent Alkohol da so enthalten sind. Aber was natürlich... Oh, warte, jetzt müssen wir wieder raten, das ist so lustig. Harry, wie viel Prozent? Du hast es ja schon probiert, ne? Da muss ich erstmal einen müsslichen Schluck trinken.
Prost. Das schmeckt man eigentlich gar nicht so viel. Ich würde sagen 0 Prozent, oder? Oder ich bin schon hinüber. Ich würde sagen, das ist ein Bier für den Sohn von Jan Olbermann. Der wollte vorhin keins trinken, aber das könnte er trinken. Was denkst du denn? Wie viel Prozent sind da dran? Keine Ahnung. Sag mal eine Zahl. 9 Prozent. Heißt das nicht 1000 oder so? 100, genau. Das haben die, glaube ich, deswegen so genannt, weil kein Licht mehr durchkommt, also 100% Lichtabsorption, deswegen haben sie ihm diese Nummer gegeben. Okay, warte, ich sag noch eine Zahl, Moment. Okay, pass auf, lass mich kurz spüren, was ich geschmeckt habe. 7,3%? Ja, wir sind tatsächlich bei 10,0%. Damit. Okay, das ist wirklich erstaunlich. Das ist wirklich erstaunlich. Richtig, also hat einfach damit zu tun, dass man da wirklich mit hohen, hohen Malzanteilen arbeitet und tatsächlich auch mit Malzen, die sehr dunkel sind, wie man sieht, die bringen die Farbe auch ins Bier und nicht nur die Farbe, sondern auch extremer Aromen von Schokolade, Kakao, Kaffee. Also man könnte fast meinen, da wären ein paar Kaffeebohnen reingefahren, gefallen, sind aber tatsächlich nicht drin. Das heißt, dieser Geschmack Kakao, Kaffee, Schokolade, dunkle Schokolade, bisschen dunkles Früchte und solche Geschichten, so Beerenobst, kommt tatsächlich größtenteils aus dem Malz. Das heißt also, das ist ein Vertreter, wo ganz krass an der Malzschraube gedreht wurde und wo sehr, sehr starke oder sehr, sehr dunkle Malze eingesetzt wurden. Das ist nicht einfach, das zu machen. Das Bier darf da nicht kratzig werden. Es darf nicht zu viel Röstmalz oben rein. Es ist super weich. Und wie gesagt, auch extrem gefährlich, weil die 10% traut man ihm nicht zu.
So, jetzt hätte ich fast gesagt, Gabi und Hans, meine neuen Trinkkumpanen. Aber nein, die heißen natürlich Greta und Harry. Das weiß ich noch. So viel Prozent waren es dann doch nicht. Wenn ihr jetzt wissen wollt, wo kriegt ihr das Craft Beer in Düsseldorf her? Wir haben ja schon ein paar Adressen genannt. Holy Craft Beer, super Adresse. Entweder, ich glaube, am Kirchplatz um die Ecke oder in der Liefergasse kann man direkt vorm Hahn. Bei Hitchcock kann man super Craft Beer trinken, natürlich, wenn man ein bisschen Fried Chicken dazu essen will. Ihr könnt aber auch zum Beispiel zu Brauart gehen. Der Kollege, der da drüben sitzt, sitzt. Das ist der Achim Helwig. Der macht am Volksgarten in der Nähe, an der Emma-Straße. Da hat er am Hinterhof Brauart. Das ist auch super. Da kann man erstens Bier trinken und zweitens Bier kaufen, aber auch Cider und Whisky kaufen. Das ist ganz, ganz toll. Oder es gibt auch noch ganz viele andere Locations, wo man unbedingt hingehen sollte, auch in der Stadt.
Ich gehe zum Beispiel auch gerne zum Getränketempel. Da kann man auch ab und zu mal das eine oder andere Craft Beer kaufen. Ja, auf jeden Fall. Vielen Dank, Martin. Das war schon mal eine gute erste Reise. Ich hoffe, ihr habt jetzt euer Craft Beer-Wissen erweitert. Also ich muss sagen, ich werde Fan, weil das ist mal ein bisschen ab vom Mainstream. Wirklich sehr, sehr leckeres Bier. Alle drei Sorten haben alle was für sich. Sehr, sehr leckeres Bier gewesen. Also ich werde Fan davon. Sehr gut. Greta, was sagst du? Hat sich jetzt deine Liebe zu Felddienst relativiert? Auch tatsächlich positiv überrascht, weil es war tatsächlich sehr lecker. Also vor allem halt, wie der Kollege auch schon gesagt hat, mal ein anderer Geschmack als normales Bier. und ja, nee, auf jeden Fall über... Erzähl's deinen Freunden. Vielen Dank an euch beide, vielen Dank an Martin. Gleich gibt es Runde 2 dieses großartigen Tastings. Also nicht weggehen. Vielleicht suchen wir uns dann nochmal zwei neue Freiwillige. Müssen wir mal gucken, wer Lust hat. Ihr dürft natürlich nochmal. Jetzt müssen wir aber nochmal ein bisschen über Craft Beer reden und dazu bitte ich wiederum Fabian Schmidt-Perreira auf die Bühne und einen Mann, der der hier in Düsseldorf einfach mal beschlossen hat, mitten in der Pandemie, es wird Zeit für eine weitere Brauerei. Jan Olbermann. Ist er noch da? Er ist noch da. Jan, komm zu uns. Hast auch direkt ein Bier, sehr gut. Guck mal, nimm doch mal dieses Formschön im Mikrofön. Prost.
Ich muss mal eine Pause machen, ehrlich gesagt. Aber hallo. Ja gut, du trinkst ja mit Profis, ne? Die Craft-Bier-Szene in Düsseldorf, wie man sieht, ist sie vielfältig. Was es nicht so viel gibt, sind Frauen, muss man sagen. Deine Frau zum Beispiel ist natürlich eine, die sich intensiv damit beschäftigt. Die macht das zusammen, die Privatbrauerei Olbermann. Dann gibt es noch die Ladies von Bierkong, die auch tolles Craftbier machen, die leider im Urlaub sind. Aber grundsätzlich ist es so, finde ich, was ich spannend finde, sehr unterschiedliche Menschen, alles Quereinsteiger, haben beschlossen, sie möchten sich ihr Leben praktisch dem Bier widmen. Also Martin zum Beispiel ist Herr Chemiker vom Beruf und du, du bist Mechaniker. Genau, richtig. Ich komme ursprünglich aus dem Motorsport, wo ich seit über 25 Jahren arbeite. Und ja, zum Bierbrauen sind wir dann gekommen, auch wie die meisten, übers Haus- und Hobbybrauen. Irgendwas explodiert? Ja. So schnell war die Halbliterflasche noch nie leer.
Dann haben wir überlegt, mal eine größere Charge brauen zu lassen von unseren Bieren. Haben uns dann auf die Suche gemacht nach einer Brauerei, die das für uns machen kann. Und haben dann Anfang 20 die ersten Biere auf den Markt gebracht. Ein paar Tage vor Corona. War natürlich nicht so gut.
Das Bier war gut. Das Bier war gut, ja, doch, die Zeit war sehr schlecht. Uns war dann aber auch relativ klar, dass der nächste Step dann ja auch eine eigene Brauerei sein muss. Weißt du, an der Stelle, ehrlich gesagt, als du mir das schon mal erzählt hast, habe ich gedacht, naja, also, wem das logisch vorkommt, der hat schon das Craft Beer Fieber, weil wer dann denkt, so, jetzt machen wir einfach mal eine Brauerei auf und lassen uns eine, weiß ich nicht, wie viel teure Anlage aus den USA kommen, wo man das Zeug brauen kann und suchen uns irgendwie einen Ort, wo wir die hinstellen können, Alles nicht so einfach. Wieso war das der logische Schritt für dich? Ich meine, man kann einfach sagen, ja, war ein schönes Experiment, jetzt trinke ich wieder. Ja, das Problem, was wir hatten, dass die Produktionskosten extrem hoch waren, wenn wir im Lobenbrauen weitergemacht hätten. Und wir wollten unserem Namen dann auch gerecht werden und dann auch wirklich eine eigene Brauerei dann eröffnen. Und haben dann, ja, 21 haben wir dann die Anlage bestellt in den USA und haben aber tatsächlich keine Braustätte im Reserve gefunden. Das war extrem schwer. Wir haben über ein Jahr gesucht, hatten quasi eine Brauanlage, da stehen 5,7 Hektoliter mit sechs Gärtangs, aber wir hatten keine Braustätte und das war ein Problem. Sind dann aber letztendlich fündig geworden in Gerrishalm, das ist ganz praktisch, weil wir auch da wohnen. Da sind wir jetzt in eine alte Bäckerei eingezogen.
Am 1. Juni letzten Jahres und jetzt am 1.1. hat dann auch unser Brauer dann endlich Vollzeit bei uns angefangen. Der für uns die Biere braut, der Tim, der ist auch leider jetzt im Urlaub die Woche. Also ihr seid richtig all in gegangen? Ja, genau. Und bereust du das jeweils? Ne, eigentlich nicht. Klar gibt es immer mal wieder schlaflose Nächte, aber die werden weniger. Aber bereuen tun wir es auf keinen Fall, nein. Bei euch war das ja auch so, dass ihr gesagt habt, wir machen eigentlich was ganz anderes, aber jetzt wird es Zeit für was Neues und Craft Beer ist auf jeden Fall Teil davon. Welche Rolle spielt Craft Beer dabei? Also würdet ihr das Ganze auch machen, wenn Craft Beer kein Thema wäre für euch?
Nee, ich glaube, das ist mittlerweile einfach auch schon so miteinander verbunden, dass das, glaube ich, für uns, für unseren Laden einfach schwer wäre, das jetzt auch abzustellen. Sage ich auch ganz uneigennützig. Wenn wir eine neue Lieferung bekommen und Feierabend haben, freuen wir uns immer drauf, weil wir natürlich auch probieren müssen, was wir verkaufen. Und das ist dann natürlich auch für uns nicht schlecht. Also nee, es ist ein großer Teil von unserem Konzept, von unserem Laden. Es ist aber auch eine persönliche Herzenssache. Es kommt immer mal wieder auch vorbei, wie ich eben schon sagte, dass es Leute gibt, die dann sagen, gut, ich lehne mich mal aus dem Fenster, ich probiere was und dann sagen sie auch, nee, fand ich absolut nicht gut. Ist ja auch völlig in Ordnung, weil der Geschmack ja unterschiedlich sein soll, wäre ja sonst sehr langweilig. Aber dann werden wir nämlich weiter daran festhalten, dass wir im Endeffekt auch nur noch die Großbrauereien haben, wo es im Endeffekt mit Hopfenextrakt und einem Labor dahinter gearbeitet wird und das alles irgendwie komplett computergesteuert ist und dann auch irgendwie nichts mehr mit handwerklich zu tun hat. Ja, das, was du da gerade sagst, das ist ja meine geheime These so ein bisschen. Ihr seid alle auf einer Mission. Ihr seid im Auftrag des Herrn unterwegs, wie die Blues Brothers.
Also unterstelle ich jetzt einfach mal, die meisten Leute, mit denen ich gesprochen habe zum Thema Craft Beer, für die ist das nicht einfach nur, wir verticken halt irgendwie Gerstensaft mit Alkohol drin, sondern das geht ein bisschen ums Prinzip und es geht ein bisschen darum, dass die ehrlichen Dinge im Leben nicht sterben. Stimmt das? Ja, das ist halt so ein On-the-Edge-Ding, sage ich mal. Man ist halt, Bier in Deutschland ist ja so gesehen traditionell.
Sehr hoch angesehen. Und ich schreibe es auch nicht ab, die deutsche Biervielfalt, was jetzt auf die deutsche Bierszene oder auf die deutschen Biere gesellt, hat ja auch im Ausland ein sehr hohes Ansehen. Also ich sage mal, alle Amerikaner lecken sich eben die Finger nach deutschen Lager, fränkischen Lagerbieren. Und da gibt es ja auch, gerade im Frankenland gibt es eine große, sehr hohe Dichte. Das sind alles viele kleine, auch teilweise immer noch Privatfamilienbrauereien, die seit hunderten Jahren bestehen und auch da sind, die ihre Daseinsberechtigung auch haben. Also zum Beispiel, wenn man mit einem Koffer voll fränkischen Bieren in die USA fliegt, die ganzen Craft Beer Freaks in den USA, die würden dir das aus der Hand reißen und würden dich vergöttern dafür, dass du das mitgebracht hast. Genau gleich mit belgischen Bieren. Also wenn du den Koffer vollpackst und mit belgischen Bieren in die Staaten fährst, da kriegst du wahrscheinlich, brauchst dir kein Hotel buchen, kannst wahrscheinlich irgendwie bei irgendwem zu Hause schlafen, die Frau wäscht deine Wäsche und das ist halt so.
Aber ich glaube, für Deutsche ist, oder in Deutschland ist es halt so, es gibt das. Es gibt, ich meine, guck mal in den großen Markt rein. Es ist halt, alles ist halt Pilsner. Das ist ja im Endeffekt, würde ich mal aus dem Fenster lehnen, ist deutschlandweit 90 Prozent der Biere, die wahrscheinlich verkauft sind, Pilsner Brauart. Es ist ein Bier, schlanker Körper, trocken, bittere, das war's. Hohe Drinkability.
Ja, gut, kommt drauf an. Ich glaube, wenn man die eine oder andere Frau fragt, wird die sagen, nee, das wird zu bitter. Also dann ist die Drinkability halt wieder nach persönlichen Ermessen. Persönlich, ja, Uske, ist ja gut, du weißt ja nicht.
Okay, alle, mit denen ich gesprochen habe, haben gesagt, Düsseldorfer Craft Beer, Hausbrauerei Craft Beer, handwerklich gebrautes Craft, äh, Entschuldigung, handwerklich gebrautes, oh Gott, handwerklich gebrautes Altbier. Siehst du, jetzt merkst du die Prozente nämlich doch. Das Nocturne macht seinen Sinn. Das Nocturne macht sich jetzt bemerkbar. Die Sonne und das Nocturne tun ihr Übriges. Jedenfalls, ihr wisst, was ich meine, handwerklich gebrautes Altbier ist Craft Beer. Ihr macht ja auch beide ein Altbier, ne? Ich glaube, da muss ich mich aber einschalten, weil bei diesem Begriff irgendwie handwerklich gebraut, also keine, auch die kleinsten Brauer, auch bei uns, das Altbier, das in 250 Liter Charge gebraut wird, da sitzt keiner irgendwie vor einem Hexeneimer über einer Flamme mit einem Holzpaddel wie vor 500 Jahren und rührt. Ja, dazu hat der Braumeister von euch was Kluges gesagt. Der hat gesagt, das, was mit der Hand gemacht werden muss, das machen wir mit der Hand. Und das, was eine Maschine machen kann, wo es keinen Unterschied macht, ob es ein Mensch macht oder eine Maschine, das macht die Maschine. Das fand ich schlau, muss ich sagen. Aber wo ist denn der Unterschied? Was heißt denn handwerklich gebraut?
Naja, ich kann jetzt nur für uns sprechen, unterschiedlich. Jede Charge hat halt auch zu einem gewissen Grad seinen eigenen Charakter. Natürlich, wir haben, da ist ein Rezept, das Rezept wird immer und immer wieder eingebraut. Aber gut, mal ist man mal irgendwie vor der Tür und die letzte Hopfencharge wird dann irgendwie mal zwei Minuten nach dem Timer reingeworfen. Oder das Runterkühlen, weil das Kühlwasser aus der Leitung mal heute zwei Grad mehr hat, dauert dann halt auch mal ein Stück lange. Es ist halt nicht, also ich vergleiche es immer damit, in einer großen Industriebrauerei, die brauen halt etliche Liter. Da wird auch kein echter Hopfen verwendet, sondern das sind alles Hopfenextrakte, die sind auf die letzte Nachkommastelle Alpha-Gehalt ausgerechnet. Das heißt, Hopfenchargen haben ja auch je nach Jahr und wie das Wetter war, unterschiedlichen Alpha-Werten und damit auch eine bittere.
Wir können halt nur damit arbeiten, gut, wir haben die Pi mal Daumen, der und der Wert wurde uns von dem Hopfenlieferant genannt. Man rechnet es grob aus, um natürlich irgendwie bei einem reproduzierbaren Ergebnis zu bleiben, aber da ist die Handarbeit. So, wenn du jetzt in eine Großbaureihe gehst, die einen Ausstoß von, keine Ahnung, wie viel, tausende Liter im Jahr hat, die nehmen Extrakte, die wissen ganz genau, die wissen, diesmal nehmen wir davon so und so viel auf die und die Menge Wasser, damit wir im Endeffekt immer wieder das gleich schmeckende Bier haben. Ja, das heißt mit anderen Worten, es ist ein Naturprodukt, was natürlich auch Schwankungen unterliegt. Jan, wie macht ihr das? Was ist für euch das Handwerkliche daran?
Ja, gute Frage. Also wir haben natürlich auch ein vollautomatisches Sudhaus. Da sitzt keiner, wie der Fabian schon gesagt hat, am offenen Feuer mit dem Peddel. Wir haben zwar ein Peddel beim Einmaischen, aber grundsätzlich macht die Maschine, wird die programmiert und dann braucht die das Bier.
Wir füllen händisch zum Beispiel ab. Also wir haben eine ganz kleine Flaschenabfüllung. Das wird bei uns alles händisch gemacht und nicht automatisch. Genau wie die Fassabfüllung, das machen wir alles händisch. Also das ist dann bei uns nicht automatisiert. Aber natürlich haben wir ein vollautomatisches Sudhaus. Ja, und ihr habt ein Alt, was ihr hier in der Altstadt auch ausschenkt. Genau. Das ist ja schon was, wo ich gedacht habe, das muss man sich auch erst mal trauen, da hinzugehen und das zu tun. Ich war ja bei euch, habe bei euch auch mal ein paar Stündchen gesessen, mir das angeguckt und festgestellt, da kommen auch Leute, von denen würde ich sagen, denen ist jetzt das Thema Craft Beer gar nicht so wichtig. Die kommen einfach, weil sie in der Altstadt sind und weil sie jetzt schön ein Altbier trinken wollen und weil es da eine schöne Eckkneipe hat hier am Burgplatz bei St. Sebastian sozusagen. Und da kann man gut stehen und dann trinkt man sich ein Altbier. Was sonst auf der Karte ist, ist gar nicht so wichtig. Aber was ist ein Alt? Genau, also als wir das Alt gemacht haben, haben wir tatsächlich lange überlegt, ob wir das überhaupt machen sollen, weil die Konkurrenz natürlich hier extrem groß ist und der Markt auch eigentlich ganz gut abgedeckt ist. Ist, wir haben es dann trotzdem gemacht, die ersten Chargen dann auch wieder im Lohnbrauverfahren und da waren halt die Produktionskosten wieder extrem hoch, sodass wir mit dem Preis da nie hingekommen sind.
Jetzt, wo wir das alles selber machen, können wir auch die Preise anbieten wie die anderen und tatsächlich das Altbier natürlich durch den Ausschank, den wir 21 eröffnet haben am Burgplatz, Kurze Straße 2a, unser meistverkauftes Bier, ist ganz klar. Ja, es kommen viele Alttrinker, es kommen Leute, die sich durch die ganze Bierkarte probieren. Also wir haben im Moment acht Biere im Angebot, von denen haben wir sechs selber gebraut.
Es kommt Laufkundschaft, es kommen aber auch Leute ganz bewusst, um dann bei uns unsere Biere zu trinken. Das habt ihr auch erzählt, bei Hitchcock ist das super unterschiedlich, wer da kommt. Die einen kommen fürs Essen, die anderen fürs Bier und die Leute, die fürs Bier kommen, die sind nicht so, wie man sich den klassischen Craft Beer Menor, sage ich jetzt mal, vorstellt, sondern das sind ganz unterschiedliche Typen. Ja, es ist bei uns natürlich nochmal ein bisschen breiter aufgestellt, dadurch, dass wir halt im Endeffekt gezielt, wir sind ein Restaurant mit einer Auswahl an Craft Beer. Wir sind ja keine Craft-Bier-Bar, wo du auch was essen kannst. Natürlich kannst du auch auf ein paar Bierchen kommen, das ist nicht das Ding. Aber dadurch, dass wir halt so eine breite Streuung haben, haben wir halt auch die Aufteilung mit unseren beiden Hausbieren. Also wir haben angefangen mit dem Alt, das haben wir seitdem wir eröffnet haben. Das kam auch sehr gut an, aber es gibt auch unter den Düsseldorfern immer noch Leute, es gibt einen Anteil, die nicht gerne Altbier trinken.
Und dementsprechend haben wir dann Lagerbier auch dazu genommen. Aber es teilt sich halt, ein großer Teil geht auf unsere Hausbiere. Es gibt viele, die wegen dem Craft Beer kommen. Und da unterscheidet sich das nochmal wirklich in, ich sag mal, den Profis der Szene, die auf der App untapped unterwegs sind. Die Bierjäger. Bierjäger, Trophäen sammeln, sag ich mal. Das sind immer Pokémon Go für Erwachsene irgendwie mit Alkohol. Auf jeden Fall. Und halt die, die einfach nur kommen und sagen, ich will mich durchprobieren, möchte was Gutes trinken. Und mir ist es egal, was es ist, bring einfach. Okay, wir sehen uns gleich nochmal wieder. Wir müssen jetzt nochmal was probieren. So, und jetzt kommt nochmal eine kleine Pause, in der das läuft, was diesen Podcast möglich macht. Nämlich Werbung.
Also, wer möchte denn vielleicht nochmal eine Runde Bier trinken? Ich suche wiederum zwei willige Taster. Komm vorbei, Freund von Greta, Bekannter von Greta, man weiß es nicht. Beziehungsstatus kompliziert? Setz dich. Wie heißt du?
Diese Dame trinkt gerne Bier. Ja? Felix! Felix! Ja? Nein? Der Till, der schleppt hier alle seine Freunde an, damit sie einmal schön durchgehen. Möchtest du? Na dann, komm. Lass dich doch nicht lange bitten. Hi, wie heißt du? Melanie. Melanie, nimm Platz. Melanie und Felix, sehr schön. So, ihr habt mir auf jeden Fall einiges voraus. Unter anderem einen niedrigeren Pegel. So, und Martin ist auch wieder da. Warte, Martin, du kriegst natürlich auch ein Mikrofon. Geht ja nicht an. So, und wir haben uns überlegt, wir gucken uns jetzt mal genauer an, wie das mit dem Unterschied zwischen Craft-Bier, Altbier und dem sogenannten Fernsehbier ist. So ist es. Ja, das war, ich sag mal, man muss ja dazu sagen, das war eine Aufgabe, die ich von Helene bekommen habe, weil da jetzt Vergleiche zu treffen, ist natürlich immer so ein bisschen ketzerisch oder auch fast unmöglich. Aber ich habe trotzdem versucht, mich dem Ganzen mal so ein bisschen zu nähern. Das heißt also, ich habe ein sogenanntes, wie du es gerade genannt hast, Fernsehbier mal gewählt, also ein stinknormales Krombacher. Fernsehbier, muss man sagen, heißt es ja, weil es diese schöne Werbung gibt, ne? Ja, richtig, genau. Und weil man es am besten vorm Fernseher trinken kann, ohne sich anstrengen zu müssen. Und das wäre jetzt so der erste Vertreter. Wo ist der Öffner? Tilli, hast du den Öffner? Ah, sehr gut. Till war gerade beschäftigt. Till träumt.
Ich frage mal kurz den Felix. Felix, was ist denn deine Beziehung zum Bier? Ich trinke sehr gerne Bier. Ich habe auch gerade schon ganz große Augen bekommen. Ich sehe hier ein Füchschen. Eigentlich fast mein Lieblingsbier. Noch? Noch, ja. Gleich verliebst du dich in Kromberan, nein, Scherz. Aber okay, also das heißt, Altbier ist auf jeden Fall dein Ding? Auf jeden Fall. Ich bin Düsseldorfer und trinke schon immer gerne Altbier. Und Füchschen, fast dein Lieblingsbier. Was ist dein Lieblingsbier?
Nee, ich würde sagen, Füchsen ist mein Lieblingsbier. Du legst dich fest. Finde ich gut. Alles klar. So, Melanie, wie sieht es aus, ich muss aber hier rübersteigen, wie sieht es aus beim Bier und dir?
Ja, grundsätzlich haben wir ein gutes Verhältnis. Ja, manchmal ist es komplizierter und manchmal nicht. Hast du ein Lieblingsbier? Auf jeden Fall. Ich komme ja aus Norddeutschland. Flens. Ein Flens, okay. Kann man auch als Fernsehbier bezeichnen? Könnte man als Fernsehbier bezeichnen, genau. Genau, ist das Pardon dazu? Also ich will, vorweg schicken, ich will hier überhaupt kein Kronmacher-Bashing betreiben oder sonst was in der Richtung. Also absolut, es gibt in Deutschland eigentlich keine falschen Biere oder keine schlechten Biere und erst recht keine falschen und schlechten Pilsen. Dazu gehört natürlich auch Flensburger, dazu gehört Kronmacher, aber hier haben wir jetzt mal einen Vertreter, der so ein klassisches, sag ich mal, Bier repräsentiert oder Pilz repräsentiert in Deutschland, wo man keine großen Experimente macht.
Pilz ist sowieso schon mal ein Bier, was, sag ich mal, wo die Hefe keinen Einfluss hat, wo das Malz keinen Einfluss hat, sondern wo der Hopfen im Mittelpunkt steht. Und das kann man jetzt spannend oder eher weniger spannend gestalten. Hier ist es vielleicht eher so ein Vertreter, wo es weniger spannend gestaltet ist, beziehungsweise möglichst konstant gestaltet ist. Sollen wir riechen? Ihr könnt mal riechen und gucken, was ihr so findet. Es ist definitiv, wie gesagt, man findet definitiv... Das ist so das, was man sich am ehesten so vorstellt, wenn man so an Bier denkt und das soll es auch sein. Das ist halt letzten Endes eigentlich genauer, möglichst massenkompatibel, nicht zu bitter, nicht zu flach. Es ist vom Stil her ein norddeutsches Pilz, aber auch nicht zu grasig. Also so ein Pflänz, das hat ja schon ordentlich Wumms, also ist ja schon eher ein bisschen so auf der grasigeren Seite. Hier hat man so ein Mittelding. Es ist gut trinkbar, es ist nicht mehr und auch nicht weniger. So, das ist, mehr kann ich dazu nicht sagen. Schmeckt wie ein Pilz und es ist genau das, was man erwartet, wenn man in einer Kneipe einen Pilz bestellt.
Also ich sag mal, wenn ich jetzt vergleiche mit der ersten Runde, ist das natürlich hochgradig entspannend einfach jetzt. Das ist einfach so. Es ist so wie Big Bang Theory gucken. Es ist nicht besonders anspruchsvoll, aber es ist eigentlich unter Umständen, genau wie du sagst, abends nach Feierabend vielleicht optimal. Und die Mitstrahler haben es ja gerade schon gesagt, wie gesagt, ich kann nicht von Barrel-Aged Imperial Stout kann ich jetzt nicht so viel trinken, wie ich es jetzt davon kann. Das stimmt. Und auch das hat absolut seine Rechtfertigung und ist einfach gut zu trinken. Es schmeckt, es ist handwerklich oder ich sag mal, letzten Endes brautechnisch gut gemacht und es gibt da nichts dafür, dagegen zu sprechen. Man muss halt im Hinterkopf haben, was der Fabian vorhin gesagt hat. Es ist in der Herstellung natürlich eine völlig andere Nummer. Du bist ja Chemiker, du weißt, wie das ist, wenn man mit der Pipette und dann Sachen ausrechnet und so und immer nur ganz genau. Und genau hier kommt immer 100 Prozent das Gleiche. Das soll sich nicht ändern und auch wirklich über Jahre. Schlechtes Jahr, gutes Jahr, viel Regen, wenig Regen, Krombacher schmeckt wie Krombacher. Ganz genau. Gut, das können wir abhaken, glaube ich. Können wir das hier irgendwo entsorgen. Einmal hier. Du trinkst es direkt aus, das finde ich gut. Nichts darf vergeudet werden. Alles ein Lebensmittel. Ich muss noch arbeiten.
Da geht das nicht. Du nicht, ne? Du hast Feierabend. Sehr gut, Felix. Okay, was kommt jetzt? Sollen wir jetzt Alt machen? Wir haben es gerade schon gehört. Genau, jetzt können wir mal ein Alt zur Hand nehmen. Wir haben es gerade schon mitbekommen. Es ist ein Füchschen. Wir haben es gerade auch schon bei den Mitstreitern gehört. Die Altbiere in Düsseldorf sind durchaus unterschiedlich. Also zwischen einem Kürzer und einem ürigen liegen Welten. Worin bestehen denn diese Welten? Ja, ich sage mal zum einen schon, und wenn man jetzt den übrigen nimmt, ist es sehr stark gehopft. Das heißt also, die Bitterwerte sind relativ hoch. Jetzt beim Kürzer hat man zum Beispiel eine deutlich höhere Drinkability. Das Thema hatten wir gerade auch schon. Das heißt, die Unterschiede spielen sich so ab im süßen Eindruck, in dem Röstmalzeindruck, den man hat und in der Hopfenmenge oder Hopfenwittere, die da eine Rolle spielt. Aber trotzdem, obwohl es das gleiche Getränk ist, sagen wir mal, sind die Düsseldorfer Altschwiere oder wenn man jetzt auch in Richtung Niederrhein oder Bergisches Land guckt, sind schon deutlich unterschiedlich.
Und das ist auch das Spannende, also da ist man irgendwie meiner Ansicht nach ein bisschen experimentierfreudiger, auch historisch gesehen, weil es auch ein alter Bierstil ist. Also das Pilz, was wir gerade hatten, wird jetzt zu weit gehen, hat die Bierwelt im 19. Jahrhundert komplett umgekrempelt, hat dazu geführt, dass heutzutage 90% der weltweiten Biere sind helle Lagerbiere. Dafür ist das Pilz eigentlich unmittelbar für verantwortlich. Alter ist deswegen alt, weil es noch eher ein alter Bierstil ist, bevor das Pilz alles platt gebügelt hat. Prost! Ja, und deswegen, es ist halt obergärig, ihr könnt ja mal gucken, man nähert sich dem ja selten so ein bisschen kontrollierter, also mit riechen oder mal dediziert schmecken. Man merkt schon, dass das halt irgendwie ein Bier ist, wo andere Sachen im Vordergrund stehen. Das heißt, man hat sowohl eine Aromatik, die aus der Hefe kommt, eine obergärige Hefe, die so ein bisschen Fruchtnoten da reinbringt, aber auch wieder so eine Malzcharakteristik mit Röstmalznoten. Also je nachdem, wie das Alt so ausgebaut ist, ist es auch durchaus röstiger oder hat röstmalzigere Noten.
Mellan, das Alt. Ich meine, wahrscheinlich kennst du es, du hast es mutmaßlich schon mal irgendwann getrunken. Ja, ist vorgekommen. Wenn du das jetzt vergleichst, mal mit deinem Geschmackseindruck vom Kronbacher, fällt dir da was auf? Ja, also viel erdiger und intensiver. Auf jeden Fall. Ja, bisschen eine kleine Challenge dann auf einmal, muss man sagen. Finde ich. So ist es auch, ja, genau. Also der Kontrast ist schon krass. Aber gut, daran sieht man halt die Vielfalt der Biere. einen Pilz mit dem alten zu vergleichen, ist halt schon relativ... Man sieht es, eigentlich ist es Quatsch, aber man sieht trotzdem, wie krass unterschiedlich die Biere so schon sein können. Du hast ja recht, man nähert sich dem ja selten mal wirklich, dass man es auch mal probiert. Und deswegen will ich dich jetzt mal eine ganz, ganz schwierige Sache fragen. Du hast ja gesagt, Füchschen ist dein Lieblingsbier, Felix. Kannst du sagen, warum es dein Lieblingsbier ist?
Ich fand schon immer, gezwungenermaßen war ich... Ja, ich habe diese Beziehung zum Altbier schon immer gehabt, Dadurch, dass ich aus Zülauf komme und.
Ihr habt eben schon angesprochen, die Drinkability vom Kürzer auch. Und ich finde, das Füchschen hat auch eine gewisse Drinkability, vor allem im Vergleich zu den anderen Altbieren. Und ja, ich trinke häufiger auch mal ein Bier zu viel. Und dann kann man vom Füchschen, das ist ganz gut, auch mal ein Bier zu viel trinken. Okay, dir ist aber klar, dass das andersrum funktioniert. Wenn du ein anderes Bier trinken würdest, würdest du vielleicht nicht mehr eins zu viel trinken. Das ist egal. Das ist ja total egal. Okay, finde ich sehr sympathisch. Okay, spannende Perspektive. Ich glaube, Drinkability ist das Wort des Abends, oder? Schon. Scheint so, ja. Scheint sich raus zu kristallisieren, ja. Okay, so, jetzt.
Jetzt wird es richtig spannend. Genau, jetzt, ich sag mal, wir haben ja sowieso mit ein bisschen Klischees gearbeitet. Ich sag mal, mit so einem Klischee Fernsehbier. Jetzt haben wir auch, sag ich mal, ein Klischee Klischee Craft Beer rausgesucht. Wir hatten gerade schon einen Vertreter, also wie gesagt, weil man es auch kriegen kann in gut sortierten Getränkemärkten. Das ist wieder ein Vertreter der Brauerei Brewdog, in dem Falle das Punk IPA. Ist meiner Ansicht nach so ein ziemlich guter Standard für, sag ich mal, ein recht krasses IPA. Und wie gesagt, auch eigentlich ein Klischee, was man so so von der Craft Beer Szene kennt. Also IPA hat ziemlich mal geboomt, ist wieder so ein bisschen verlagert, sich momentan so ein bisschen. Aber jeder Craft Beer Trinker hat auch so eine Affinität zu IPA und das ist schon ziemlich, sagen wir mal Klischee. Wie kommt das eigentlich? Wo kommt das her, dass die alle immer so gerne IPA trinken? Das hat einfach zu tun, glaube ich, mit dieser intensiven Hopfencharakteristik. Das heißt also wirklich, das werdet ihr jetzt gleich merken, so ähnlich wie bei dem New England IPA ist halt auch bei diesem eher klassischen IPA echt viel mit Hopfen passiert. Das heißt, sowohl was die Bitterkeit anbelangt, als auch die Fruchtnoten. Man merkt schon in der Nase, da ist richtig was los. Soll das so? Ja, das soll so.
Hui, wonach riecht das? Für mich total fruchtig. Wirklich? Nach Honig? Ja. Okay, für mich riecht das ein bisschen nach Alkohol. Also es ist tatsächlich diese Honignoten, die kommen. Man sieht, das ist auch ein bisschen dunkler, so aus der Malzigkeit. Nach Honig? Ja. Um einfach diese Bittere, die ihr merken werdet, ein bisschen abzupuffern. Für mich riecht das ein bisschen nach Autoreifen, ehrlich gesagt. Ja.
Ja, also es sind auch grasige Noten drin, die findet man da auch, grasig, kräuterig, aber halt auch diese fruchtigen Noten, Grapefruit und so weiter. Ich glaube, meine Nase ist kaputt. Und ihr könnt ja mal probieren, also jetzt, dann weiß man direkt, was los ist, weil da dementsprechend die Bitternoten auch extrem hoch sind. Das heißt also, der bittere Eindruck, der ist da schon ziemlich ausgeprägt. Aber, finde ich, im Abgang, um das mal hier ganz professionell zu sagen, ist es dann wieder rund, oder? Ja.
Ja, schon rund. Auf der anderen Seite ist für mich jetzt so ein Craft Beer, vor allem so ein IPA, eine gern gesehene Abwechslung für ein, zwei Bier am Abend, wenn man mal was Neues ausprobieren möchte. Aber den ganzen Abend jetzt ein IPA zu trinken, würde mir persönlich schwer fallen. Mir auch. Ja, hatten wir gerade schon besprochen, so einen Grillabend nur IPAs mitzubringen, ist nicht so eine gute Idee. Wie ist es denn bei dir? Ja, ich muss sagen, also den Geruch finde ich sehr ansprechend, aber der Geschmack, gerade im Abgang, das ist sehr gewöhnungsbedürftig. Ja, das sind diese enormen Bitternoten, die man hat, die deutlich über dem noch von einem Pilz, von einem kräftigen Pilz sogar liegen. Und das muss man A wollen und B sich ein bisschen dran gewöhnen. Ja, wie gesagt, das ist so das Klischee eines Craft-Bieres, sozusagen IPA, das assoziiert man direkt damit. Jeder, der auch anfängt, stolpert da eigentlich relativ zeitig drüber. Da denkt man anfangs noch nicht dran, ich probiere jetzt mal ein Sauerbier oder ich probiere jetzt irgendwie ein krasses belgisches Quadrupel oder so. Sondern man ist dann relativ zügig beim IPA. Das ist oftmals die Einstiegsdroge und auch so das Klischee, was dann so Craft Beer erfüllt. Es heißt Punk IPA und so schmeckt es auch. Ja.
Es ist Hardcore. Okay. Vielen, vielen Dank Martin. Gerne. Für diese Reise durch die Craft Beer Welt. Und vielen Dank Melanie und Felix. Hier ist noch eine Flasche Blue Dog. Dürfen wir die verschenken? Möchte die jemand haben? Aber ihr wart beide nicht so Fan, ne? Du nimmst die mit, auch was soll's, ne? Je du dich schlagen lässt, find ich gut. So, und da würde ich gerne zum Abschluss nochmal alle auf die Bühne bitten. Martin, komm vorbei.
Jan, bist du noch da? Sebastian, erfreue uns mit deiner Gegenwart. Fabian, super, Fabian geht schon proaktiv los. Genau, schnappt euch alle ein Mikrofön. Jungs, Craft Beer in Düsseldorf, irgendwie hab ich das Gefühl, es hat mega gut angefangen, dann kam die Pandemie, da wurde es teilweise ein bisschen schwierig. Und jetzt sind wir an so einem Punkt, wo man sich ein bisschen entscheiden muss. Bleibt das jetzt eine Nische oder wird das nochmal was, wo man sagen kann, ja, da sind wir stolz drauf, das bringen wir als Stadt auch ein bisschen nach vorne, ne? Ich glaube, wir müssen nur eine Ehrenrunde einlegen.
Wir wurden alle eingebremst, wir wissen warum. Die Leute sind zu Hause geblieben. Craft Beer und alle, die sich um Craft Beer bemühen, haben keine riesen Budgets, um das großartig zu vermarkten, wie die sogenannten Fernsehbiere. Auch daher haben wir einen Zusammenhang, also alle Biere, die aus meiner Ferse kennen. Und deswegen müssen wir ganz viel Kleinarbeit und punktuell immer, ob er mit seinen Tastings, ihr habt ja auch aufgerüstet noch kurz vor der Pandemie mit Hähnen, einfach die Vielfalt spielen, immer gucken, dass man was Schönes, Neues hat, den Leuten immer wieder mal, auch bei solchen Veranstaltungen, Der sagt ja, keine Ahnung, was Craft Beer oder habe ich vorher nicht getrunken, aber finde ich doch ganz geil. Wir trinken ja gleich auch noch eine Runde Craft Beer. Wir haben ja ein paar Sachen dabei. Ist anstrengend. Alles gut, wir machen es gerne.
Du hast gesagt im Interview, wir Craft Beer Menschen, wir müssen uns auch ein bisschen zusammentun. Die Brauer zumindest müssen sich zusammentun. Ja, wer? Grundsätzlich alle, die sich damit befassen. Händler gibt es leider nicht mehr so viele. Ist auch ein schädiges Kommen und Gehen gewesen. Jetzt nach der Pandemie nochmal sind die alle nochmal von der Bildschirmfläche verschwunden.
Die Brauer sind geblieben, wobei auch da die Brauer haben ein bisschen gebüßt. Aber das ist nun mal so. Der eine spricht von Konsolidierung, der andere spricht von, naja, die Hilfen haben halt nicht gereicht. Ich glaube, dass wir einfach in viel Kleinarbeit da ran müssen. Und ich fand es vor Corona eigentlich ganz interessant. Da hat es ja auch mal Becks versucht oder dann mal so ein Pale Ale. Auch wenn wir alle sagen, naja, würden wir nicht trinken. Aber der Große hat uns geholfen, einfach neue Bierstile bei den Menschen in den Kopf zu pflanzen. Habt ihr das auch so empfunden? Dass, wenn eine große Brauerei hingeht und sagt, wir stellen jetzt was in den Supermarkt, was so aussieht wie ein Craft Beer. Das hilft uns als echte Craft Beer Menschen. Ich glaube, was Sebastian damit sagen will, ist, dass einfach im Großen und Ganzen die Menschen, die mit der Materie nichts zu tun haben, dadurch es auf den Schirm bekommen haben. Ich glaube, man kann jetzt nicht sagen, dass das unbedingt im Großen und Ganzen gut für das Image ist, aber vielleicht... Nein, das ist richtig. Es kriegen mehr Leute mit. Also es ist das Marketing dafür so gesehen. Das Witzige ist, wenn man mit den Altbierbrauereien hier in der Stadt spricht, dann sagen die, naja, Craft Beer ist ganz nett, vor allen Dingen hat es aber geholfen, weil Menschen mehr über Bier nachdenken und über handwerklich gebrautes Bier. Also für die ist das auch super. Ja, wir müssen aber in der Tat die breite Masse erreichen und das können wir nur mit der Zuhilfenahme der Großen. Das Bier haben wir alle...
Bestimmt mal aus dem Regal gegriffen und geguckt, was haben sie gemacht. Dann sagst du, ah ja, war nett, aber ist kein Craft Beer. Aber wer einen Ember Elmer kennengelernt hat oder sonst was gesagt hat, naja, von der Grundidee.
Was so ein rotes Malz vielleicht nochmal kann oder ein anderer Hopfen, der wird auch nicht lange da bleiben, weil es dann ziemlich langweilig ist, aber er geht in eine Bar und sagt, hab ich schon mal getrunken.
Ist zwar nicht von Becks, aber ist von Strandhase oder von Olbermann, find ich ganz geil, trink ich mal weiter. Keiner hat den Motto, es gibt keine eine schlechte Presse eigentlich. Es ist ein Türöffner. Es ist ein Türöffner. Das ist, glaube ich, für Leute einfach, wenn sie da mal irgendwie was von denen getrunken haben, können sie zumindest rausgehen und sagen, ich hatte was. Es hilft ja schon, wenn Leute auf einen zukommen und schon mal irgendwie den Kreis eingrenzen können, wo sie gewillt sind zu probieren. Also, wir haben ja festgestellt, auch bei den Tastings, es gibt von A bis Z, gibt es ja geschmacklich alles. Also es geht alles wirklich sehr weit durch die Bandbreite durch. Wenn Leute dann schon mal zumindest in einem gewissen Kreis einschränken können, wozu sie bereit sind, dann kann man sie auch lenken. Ich glaube, Sebastian hat genug Biere im Laden, um auch jeden Craft-Bier-Einsteiger, wenn er will, adäquat zu beraten. Und auch andersrum hier, also man muss offen sein, man muss sagen, hier ein bisschen Schlimmstes immer, wenn sie kommen. Ja, ich will was mildes, kräftiges. Das ist dann halt immer schwer irgendwie einzuschätzen. Das passiert sehr oft. Ich glaube, das wirst du von den Tastings auch kennen, dass da sehr wirre Beschreibungen kommen, was die Leute gerne hätten. Ja, da habe ich den Vorteil, ich gebe es ja vor. Ja gut, aber das kommt sehr oft vor. Aber wenn da bei den Leuten eine gewisse Bereitschaft da ist...
Sprecht mit Leuten, die Ahnung davon haben, die können euch begleiten, man kann da einen Einstieg finden und von da aus kann es immer weiter gehen. Ja, also wir brauchen... Entschuldigung, wenn ich dir einmal unterbreche, weil ich auch nochmal auf Martin kommen will, der ja im Prinzip mit dem Stadtstrand hier zusammen angefangen hat. Also du bist hingegangen und hast gesagt, ich habe hier ein cooles Bier, wollt ihr nicht was machen? Und die haben gesagt, ja, mach. Und das hat überhaupt erst ermöglicht, das überhaupt groß zu machen. Richtig, ganz genau. Also auch ermöglicht, dann darüber nachzudenken, okay, wir bauen eine kleine Brauanlage auf, wir experimentieren halt ein bisschen rum, wie die anderen das auch tun, ohne jetzt die großen Sude zu fertigen, Die lassen wir halt fertigen. Aber zumindest eine Möglichkeit zu haben, eine professionelle Anlage im 100-Liter-Maßstab lediglich zu haben, aber die professionell ist, um wirklich rumexperientieren zu können. Wir haben es gerade schon gehört, die Leute wollen die Vielfalt, was es aber auch eigentlich ausmacht. Das heißt also, das Interessante am Bier, dass es eigentlich wie kein anderes Getränk so extrem facettenreich sein kann. Da kann auch kein Wein mithalten. Also ein Weißwein ist ein Weißwein, ein Rotwein ist ein Rotwein. Aber was wir gerade gesehen haben, sage ich mal, ein belgisches Blond versus ein Imperial Stout ist halt fast wie ein komplett anderes Getränk. Und ich sage mal, zum einen muss man die Möglichkeit haben, sowas nachbauen zu können oder rumexperimentieren zu können mit einer eigenen Anlage idealerweise.
Das ist auch, weil du gerade fragtest, was brauchen wir eigentlich so, wir brauchen auch die Offenheit der Leute, dass die sagen, wir probieren das einfach mal aus, das ist der Ansatz mit meinen Tastings, die ich mache, um die Leute so ein bisschen an der Hand zu nehmen, die kennen halt Pilz, was sie seit der Jugend antrinken und sagen, was anderes will ich gar nicht und sind dann, sage ich mal, nach zwei Stunden später völlig geflasht, was alles so geht. Das ist eigentlich der Punkt, man braucht die Offenheit der Leute zunächst mal, die sagen, ich bin bereit, da ein bisschen über den Tellerrand zu gucken und das auszuprobieren. Da kommen wir dann wieder ins Spiel, da muss man halt auch liefern.
Aber das ist so das Zusammenspiel, wo wir eigentlich hin müssen, dass die Leute, sag ich mal, auch den Geist öffnen und sagen, es gibt noch mehr als einen Pilz. Es gibt auch mehr als einen Pilz zum Essen. Man kann auch Biere mit Essen kombinieren, man kann sie alleine trinken und es gibt eine riesige Wandbreite. Und ich glaube, da kratzen die meisten nur an der Oberfläche. Und da sagt man, einen Beitrag zuzuleisten, ist das zu ändern. Also selbst bei der Biergeschichte, Food Pairing und Bier, da hast du wirklich so unendliche Möglichkeiten, wirklich zu diversen Speisen auch wirklich ein passendes Bier dazu zu haben, das halt wirklich passt. Es gibt Bier zu Chicken, dann gibt es auch Bier zu Chicken und es gibt Bier zu Chicken. Also man kann so viele verschiedene Biere zu Chicken trinken. Ja gut, aber man muss ja nicht nur zu uns essen kommen. Es gibt ja auch noch woanders Essen. Aber man sollte. Oder man kann ja auch kochen. Also manche können es. Manche können es. Was ich wette ist, eines Tages wird die Stadt Düsseldorf das Thema Craft Beer noch für sich entdecken. Wir sind ja schon Fahrradstadt, Kunststadt, Modestadt, Musikstadt, alles mögliche. Wir werden auch noch Craftierstadt werden. Also Düsseldorf Marketing und Tourismus wird noch bei euch anklopfen. Bis dahin wünsche ich euch alles Gute für eure jeweiligen Geschäfte. Ich finde, ihr macht eine großartige Arbeit, tolle Produkte. Meine Damen und Herren, bitte nochmal einen Applaus für Sebastian Knepper, Fabian Schmidt-Pereira, Martin Mut und Jan Halbermann. Und Schemm. Danke, danke fürs Zuhören. Wenn ihr Lust habt, dann abonniert doch bitte auf.
Music.
Eurem Mobiltelefon den Rhein-Pegel-Podcast. Da tut ihr mir einen Riesengefallen. Ansonsten freue ich mich natürlich, wenn ihr jede Woche Donnerstag zuhört, wenn der Rheinpegel erscheint. Wir trinken noch ein bisschen Bier da drüben und ihr hört zu und tanzt zu der großartigen Musik. Das war's für diese Woche. Feedback wie immer gerne an aufwacher.rp-online.de Mein Name ist Helene Pawlitzki. Danke fürs Zuhören. Am meisten Spaß macht Brunch, wenn man ihn mit netten Leuten teilt. Erzählt heute jemandem, den ihr kennt, von diesem Podcast. Danke.
Music.