Wer eine Fischdose in der Vorratskammer hat, der wird niemals hungrig ins Bett gehen. Aber so ein Makrelenfilet in Tomatensauce ist jetzt vielleicht nicht unbedingt das Allergeilste. Es gibt aber richtige Delikatessen im Bereich der Fischkonserven. Super zart nachhaltig gefangenen Thunfisch, Jahrgangssardinen und natürlich die unverzichtbaren Anchovies. Fischsommelier Michael Marek vom Frische Paradies in Essen macht mit uns eine kleine Verkostung. Der letzte Teil unserer vierteiligen Sommerserie zum Thema Fisch und Meeresfrüchte. Mein Name ist Helene Pawlitzki. Schön, dass ihr zuhört. Brunch, der Genuss-Podcast der Rheinischen Post.
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Wenn meine Familie sich abends zum Abendbrot hingesetzt hat, früher, als ich noch ein kleines Mädchen war, dann waren es besondere Tage, wenn wir eine Dose aufgemacht haben und da war dann Fisch drin. Und zwar so schön klassisch Hering in Tomatensauce. Ich fand das immer großartig, wahrscheinlich auch deswegen, weil in diesen Tomatensauce natürlich unmenschlich viel Zucker drin ist, wie ich heute weiß. Und es hält mich auch heute nicht davon ab, gelegentlich mal sowas zu essen. Aber mittlerweile weiß ich natürlich auch, Dosenfisch ist nicht gleich Dosenfisch. Es gibt halt, naja, Thunfisch, der, sagen wir mal, relativ viel mit Katzenstreu zu tun hat. Und es gibt Thunfisch, der richtig gut ist und in der Dose kommt und warum auch nicht. Und es gibt auch sowas wie Jahrgangssardinen, Sardinen, wo eine Jahreszahl draufsteht und es gibt Sammler von solchen Dosen und die Dosen sind richtig schön. Und all das kann man unter anderem hier bewundern im Frische Paradies in Essen, wo ich wiederum zusammensitze zu Teil 4 unserer kleinen Fischserie hier im Brunch-Podcast mit Michael Marek, dem Fischsommelier. Hallo Michael. Ja hallo, Grüße zusammen. Ja, so, wir haben ganz viel über frischen Fisch, frische Meeresfrüchte, frisches allerlei gesprochen. Die anderen drei Episoden möchte ich euch auch wärmstens ans Herz legen. Aber jetzt haben wir gedacht, machen wir zum Abschluss nochmal eine Dose auf. Wie oft gibt es bei dir zu Hause Dosenfisch?
Schwer zu sagen. Ich glaube aber alle zwei Wochen. Also wie du schon sagtest hier, so ein Makrelenfilet mit Tomatensauce oder so. Man kauft halt ja immer mal. Ach, Makrele ist das, ne? Genau, ich herin. Also ich esse Makrele sehr gerne, weil es halt auch ein bisschen fetter ist. Kommt aber gleich auch noch dazu. Aber ein Döschen hat man ja immer zu Hause. Und ja, wenn man mal abends alleine zu Hause sitzt oder mit der Partnerin oder Partner, dann kann es auch ruhig mal ein Döschen sein. So ein kleiner Werbespruch nochmal. Es empfiehlt sich immer etwas Apfel im Haus zu haben. Da gab es ja früher diese Werbung, als ich klein war. So, jetzt hast du uns hier ein bisschen was aufgetischt. Was gibt es denn? Ja, ich habe einmal einen Thunfisch, ist jetzt aber kein normaler Dosen-Thunfisch, sage ich jetzt mal. Da haben wir Ventresca. Spanisch ist das für den Bauchlappen des Thunfisches. Und der ist von der Firma Ortiz jetzt hier. Ist auch im frischen Paradies immer erhältlich. Feiere ich mega das Produkt, weil der Bauch, der ist noch sehr fettig. Also man hat ja beim Dosen-Thunfisch manchmal irgendwie das Gefühl, dass man irgendwie Staub im Mund hat. Nur faserig, schrecklich. Genau, und wenn du den gleich mal probierst oder verkosten den ja zusammen, dann merkst du, dass der schon so saftig ist. Also schon ein Geschmacksunterschied. Wie gesagt, Bauch durchwachsen, Fett durchzogen, Geschmack dran. Anderer Thunfisch, je nachdem, wo der herkommt, Bonitos, das sind kleine Thunfischarten, die dann dafür mal genommen werden für so einen Dosen-Thunfisch. Kann dann schon mal sein, dass es relativ trocken ist. Aber wenn wir jetzt gleich mal den Bauch probieren, werden wir schon sehen, dass das auch anders geht. Auf jeden Fall. Dann haben wir hier etwas, das heißt Anchoa. Anchoas.
Anchoas. Anchoas? Anchoas. Das ist auch Spanisch. Also sind eigentlich Klassiker, einfach Sardellen eingelegte mit einem schönen nativen Olivenöl. Also für so eine Tapas-Sache wunderbar. Also Sardellen mag ich mega. Also das ist eine wunderbare Sache, die kurz mit ein bisschen warmen Baguette, wenn man dann die Sardelle da drauf tut, ist das wunderbar. Sardelle oder Sardine? Sardelle, Entschuldigung. Macht ja nichts. Wo ist der Unterschied?
Sardellen sind wesentlich kleiner, ernähren sich von Plankton, also vom Geschmack her auch nochmal anders und sind nicht so fettig wie eine Sardine. Eine Sardine kann dann vielleicht auch mal schon mal irgendwie von der Firma so ein bisschen tranig sein oder sonst irgendwas. Das hat man bei der Sardelle nicht. Und bei der Sardelle gibt es halt auch, jetzt haben wir nur mit Olivenöl welche, gibt auch noch Bocorones, die sind mit Olivenöl und Essig eingelegt. Also einen kleinen Tick Säure dabei, ist auch eine wunderbare Sache. Und eine Sardelle und ein Chauvi ist das gleiche? Genau. Also ist umgangssprachlich halt Spanisch oder Deutsch. Also wir sagen Sardelle. Wenn man die auf der Pizza hat, sind die ja immer super salzig. Genau. Also das ist jetzt hier von der Firma Ortiz auch nicht so, dass die zu salzig sind. Also ich esse gerne beim Italiener auch mal so eine Sardellenpizza. Aber es ist schwierig einzufinden, wo jetzt nicht irgendwelche Standardsardellen drauf sind. Es gibt nicht genug Wasser auf der Welt, um hinterher an den Durst loszuwerden. Wenn man so eine schöne Sardellenpizza mit noch vielleicht so Kapern und so drauf gehabt hat und Oliven. Kapern, Oliven. Es ist schon geil, aber hinterher hat man echt einfach so einen Brand. Ja, so viel Bier kannst du gar nicht trinken oder Wein nach der Pizza. Nee, ne? Die ganze Nacht. Schrecklich. Okay, aber warum sind die überhaupt salzig?
Die werden ja so konserviert, also das hast du bei den ganzen Produkten, auch jetzt hier die Sardinen, die wir jetzt hier haben oder du hast ja selbst jetzt der Klassiker, kommt jetzt der Matthias, der wird ja auch eingesalzen, dann sind da noch Enzyme drin, dass das halt haltbar gemacht wird. Resultiert natürlich früher da, im Mittelalter oder die alten Seefahrer, die hatten halt keine Kühlschränke gehabt und wurden damals zum Konservieren benutzt, also so ein Trockenfisch oder jetzt so ein eingelegten Fisch mit Salz, um die Sache einfach haltbar zu machen. Da hat man halt auch ein paar Vitamine gehen natürlich oder Inhaltsstoffe flöten. Aber dass die Leute dann wenigstens was zu essen hatten auf ihren langen Fahrten.
Wurde das quasi als Konservierungsstoff genommen. Salz ist ja da im Meer. Okay, und genau, Sardinen hast du auch noch mitgebracht. Was ist das? Genau, das sind Jahrgangssardinen.
Jahrgangssardine hängen immer mit Fettgehalt zusammen. Ob die Qualität der Sardine dann dieses Jahr besser ist oder dieses Jahr schlechter ist. Ich habe jetzt hier meine Packung aufgemacht von 23. Habe ich jetzt selber auch noch nicht probiert, muss ich euch sagen. Aber da werden wir jetzt gleich auch mal verköstigen. Bin ich ja gespannt, was du sagst, auf jeden Fall. Ich auch. Aber wir fangen wahrscheinlich mit dem Thunfisch an, weil der am wenigsten salzig ist. Ja, so ist die gute Reihenfolge. Das ist wie beim Käse, man fängt mit dem Leichten an und hört mit dem Starken auf. Ich muss ja sagen, ich habe neulich mal veganen Thunfisch gegessen, es war furchtbar. Das glaube ich dir. Es war unglaublich schlecht. Also es war so, ich habe den Geschmack nicht mehr aus meinem Mund rausgekriegt. Der war so schrecklich. Also wir haben auch veganen Thunfisch und veganen Lachs. Also das ist für mich ein Widerspruch schon in sich. Aber ja, der Lachs war wie ein Flummi im Mund, Und irgendwie wie eine Gummimasse und den Thunfisch. Das war, als würde man Katzenfutter essen. Ja.
Ich habe keine Worte dafür, wie schrecklich es war. Also ich bin da auch gar kein Fan von. Also wenn, dann soll das anders heißen und nicht irgendwie versucht, guck mal, da hast du die Schiene. Und für die meisten vegetarisch lebenden Menschen. Also das, was ich da gegessen habe, sollte gar nicht existieren. Das sollte auch nicht anders heißen. Ja, danke. Ja, gut. Aber hier ist jetzt was Spezielles. Es ist vom Tier. Und zwar vom, du hast schon erklärt, wo es herkommt, vom Bauchlappen. Genau. Erstens, es ist ja in Öl, ne? Ja. Es gibt natürlich auch Thunfisch, der ist in Wasser. Macht das Sinn? Ich sage mal, wenn man da auf Diät ist oder vom Geschmack her, gibt das Öl natürlich auch noch ein bisschen weiter ab. Im Gewasser hat man natürlich den natürlichen Geschmack vom Thunfisch, kommt dann aber auch auf den Thunfisch an, welche Qualität der jetzt hat. Wenn das jetzt so ein Billo-Thunfisch ist, sage ich jetzt mal, der nur im Wasser ist, dann ist der furztrocken und finde ich nicht genießbar. Also den kannst du dann vielleicht über eine Pizza hauen, das war es dann aber. Aber dieser hier ist in Öl und man kann schon erkennen, das hat jetzt auch nicht so viel mit dem zu tun, was man sonst aus so einer runden Supermarktdose holt. Da kann man noch das ganze Stück Fisch erkennen. Man kann erkennen, dass der eine Struktur hat. Ich weiß gar nicht, wie das heißt, dass der hier so unterschiedliche Lamellen, man kann die Lamellen erkennen. Okay. Und wenn du sowas jetzt probierst, wie gehst du dann vor?
Ja, einfach in der Hand nehmen und rein damit. Natürlich ein bisschen auf der Zunge zergehen lassen, ein bisschen drauf rumkommen, so ein bisschen wirken lassen den Geschmack. Also bei Verkostungen ja allgemein, also dass man dann erstmal den Geschmack im Mund hat. Jetzt nicht einfach rap, rap, rap rein damit und lecker. Also man muss das schon ein bisschen auf sich wirken lassen. Also ein bisschen die Sensorik spielen lassen. Der Geruch, der Geschmack, das Aussehen, das spielt ja alles dann mit, so ein Produkt zu bewerten. Und woran erkennen wir, ob es guter Thunfisch ist? Also erstmal vom Aussehen her sollte der eine gleichbleibende Farbe haben. Das ist schon mal wichtig. Ja, und vom Geschmack her dann halt, dass er nicht zu trocken eingelegt ist, ist immer wichtig. Und dann auch zu gucken, was für ein Thunfisch da ist. Also gerade schon über die Bonitos gesprochen, diese kleinen Thunfischarten, da würde ich eher von abraten. Und dann, wie gesagt, hier so ein Gelbflossen-Thunfisch haben wir jetzt hier. Sehr helles Fleisch. Genau. Und ja, vom Geschmack gleich werden wir es merken, dass das anders ist als ein anderer Dosen-Thunfisch. Also hat jetzt so die Farbe, würde ich sagen, von Hühnchenfleisch im Prinzip, kann man sagen. So eine helle Farbe, ne? Und weil der Thunfisch aus der Dose, die man sonst so kennt, der klassische sozusagen, der Supermarkt-Dosen-Thunfisch, der ist ja sehr dunkel, der ist ja braun praktisch. Ja, braun, grau, also so immer in die Richtung rein. Also wie gesagt, ich finde jetzt vom Aussehen her sieht er gut aus, also relativ hell, wie du schon sagst. Und ja, ich greife jetzt einfach mal. Au ja.
Ja, schmeckt halt, hat keine Fehlaromen einfach, ne? Genau, also ich finde jetzt beim ersten Geschmack auch so, dass so leicht das Butterige rauskommt, schon irgendwie so beim ersten auf der Zunge legen. Und wie gesagt, relativ weich, aber auch noch eine schöne Saftigkeit. Also vom Produkt her wunderbar. Also wenn ihr jetzt hier mitsitzen würdet, ihr würdet mich denken, dass ihr ein Dosen-Thunfisch esst. Naja, doch natürlich schon. Allein schon deswegen, weil wir haben ja in Episode 1 darüber gesprochen, garen oder nicht garen und wie sehr garen. So würde man ja ein Thunfischsteak zum Beispiel niemals durchgaren. Das ist ja jetzt durchgegart. Und ich meine natürlich, wie soll ich sagen, ich finde, es hat so eine Mürbigkeit von sowas wie zum Beispiel so einem Schmorbraten. So finde ich jetzt, wenn ich die Konsistenz vergleiche. So ist das. Aber auch ein guter Schmorbraten ist ja nicht trocken, sondern der ist zwar mürbe, aber doch saftig. Ja, also wie gesagt, bei dem Produkt ist halt wichtig, jeder kennt dann so einen Thunfischfilet gebraten. Bei dem Bauch ist es halt so, wenn der ein bisschen länger gebraten ist, ist es nicht so schlimm. Also ist trotzdem schade. Aber dadurch, dass der einen relativ hohen Fettgehalt hat, wird er nicht schnell trocken. Also beim Thunfisch liegt ja das Fett eher in dem Bauch und nicht so im Filet. Deshalb behält der hier auch die Saftigkeit als wie ein anderer losen Thunfisch. Was wird denn mit dem gemacht, bevor er in diese Dose kommt? Kurz gekocht. Im Wasser praktisch? Im Wasser, genau. Und man es kennt. Begabt, also gedämpft quasi und dann einfach mit dem Öl dann eingelegt. Ja. Und was würdest du damit machen, wenn du jetzt damit zu Hause unterwegs wärst und denkst, du hast ein schönes Abendbrot für drei Freunde? Ja.
Oder gegebenenfalls im Tomatensalat schön mit zubereiten und mit reintun. Oder halt schön für so einen Tapasabend nehmen. Ein paar Oliven mit am Tisch, vielleicht noch ein paar Sardellen. Wenn man dann schön abends am Balkon sitzt mit einem Gläschen Wein und dann einfach mal so ein bisschen hin und her pickt mit einem Baguette. Dann das Öl noch mitnehmen. Also wie gesagt, so stelle ich mir das gut vor. Vielleicht ein paar Kapern, Oliven noch dabei. Aber man muss da wirklich nicht mit viel mit machen. Das mit den Tomaten finde ich eine super Idee, weil die Säure natürlich immer noch ein schönes Gegenspiel ist zu dieser Fettigkeit, die das ja schon hat. Und die Frische von der Tomate dann halt. Also dann hat man so alle Geschmack. Süßer auch vielleicht, ne? Tomate gehört ja immer ein bisschen Honigbrein oder Ahornsirup tue ich im Tomatensalat rein. Echt? Kommt auf die Tomaten an, ne? Ja, ich bin nicht so der Zuckerfreund, aber so ein bisschen Ahornsirup habe ich immer zu Hause für den Tomatensalat. Das ist halt eigentlich eine gute Sache. Wie gesagt, den Thunfisch dann ein bisschen oben drüber, vielleicht noch eine Kurkum mit reingeschnibbelt. Und dann hat man eigentlich schon für so einen lauen Sommertag, wie es leider nicht ist gerade, aber hätte man da schon was parat. Ja, oder einen Pasta-Salat könnte ich mir auch gut vorstellen, ehrlich gesagt. So einen Nudelsalat? Ja, also jetzt nicht mit Mayo oder so, sondern eher so Olivenöl in die Richtung. Genau, ja. Ja, der. Und so ein bisschen Rucola oder Arauco oder sowas. Rucola, bisschen Pinienkerne noch mit dabei, wunderbar. Oh, Pinienkerne, das ist eine gute Idee. Und ein bisschen Zitrone, würde ich sagen. Ja. Okay, sind wir dabei. Oh, ich könnte immer noch weiter essen, aber wir müssen weitermachen.
Die Anchovies, beziehungsweise Sardellen. Ein kleiner, niedlicher Fisch, der ja dann immer im Prinzip im Filet ist, ne? Ganz, isst man die jemals ganz? Ja, sicher. Also Sardellen ganz frittiert. Also, ja, kommen wir wieder auf Kroatien zurück. Ich habe da ein Lokal in einem kleinen Fischerdorf, wo ich immer bin. Frittierte Sardellen, also das ist so der Klassiker. Die isst man auch mit allem, da ist alles noch drin, der Bauch wird ja nicht aufgemacht, das ist ja Quatsch. Genau, mit Kopf, mit alles drum und dran und dann einfach ein bisschen meliert, frittiert, Baguette dabei, ist ja eine wunderbare Sache. Die sind ja dann auch nicht gesalzt, die sind ja dann so wie der Gott sich schuf. Genau. Okay, aber diese sind es jetzt schon und das macht natürlich auch was mit der Konsistenz. Das ist ja ein ganz, ich denke immer dran, wenn man die in Pastasoßen zum Beispiel verarbeitet, dann lösen die sich ja praktisch beim Braten auf. Da ist ja gar nichts mehr drin, die Stücke bleiben ja nicht da. Muss man nicht schneiden vorher. Genau, das ist ja bei den Sardellen, also die werden ja nur gesalzen. Das ist quasi der Garprozess, der da stattfindet. Und jetzt haben wir hier ein Produkt, die werden, also ich habe da mal wirklich eine Dokumentation bei Ottis gesehen, die werden wirklich handmäßig ins Glas gelegt, gesalzen. Also jedes einzelne, wie du sagst, wird da reingefummelt? Genau. Oh mein Gott. Das ist halt verrückt. Arbeit von Vater und Mutter geschlagen. Ja, die armen Kerle.
Deshalb, die werden dann nur gesalzen und dann kommt das Öl halt drüber. Aber wie du gerade sagtest, wenn wir da bei den Sardellen nochmal drauf kommen, ist ja Peru, die chilenische Küste, da gibt es riesen Vorkommen von Sardellen und da werden die Sardellen dann halt als Öl verarbeitet, als Paste verarbeitet. Wie du da schon sagst, dann kann man da eine Sardellen-Mayonnaise draus machen oder werden da Fischsoßen für asiatische Gerichte genommen. Also wenn man da mal so eine Fischsoße vom Chinamann hat und man guckt drauf, steht zu 80 Prozent, 90 Prozent nur aus Sardellen. Die werden dann halt klein gemacht und sind halt sehr fetthaltig, ölig und geben dann dem jeweiligen Gericht dann halt auch noch Geschmack. Ja, Umami, die sind ja wirklich klassische Umami-Bomben und das Interessante daran ist, dass man es ja auch hinterher gar nicht mehr merkt, also wenn du zum Beispiel die irgendwo in einem Gericht verarbeitest, schmeckst du ja eigentlich keinen Fisch raus, aber du hast halt diese intensive Salzigkeit und diesen herzhaften Umami-Geschmack. Genau, Gebimpe.
Sehr gut. Deswegen ist das oft auch, ich lese immer wieder den Tipp in Rezepten, man soll den Leuten gar nicht sagen, dass man als Basis für eine beispielsweise, sagen wir mal, Pastasauce auch zwei, drei Sardellenfilets da reingetan hat. Weil die Leute, die kein Fischessen machen, vielleicht Theater, aber die merken das eigentlich hinterher gar nicht. Man muss natürlich mit Allergien aufpassen und so, das ist klar. Aber ja, das ist irgendwie das Spannende daran. Da muss ich immer daran denken, dass ja schon die Römer so eine Fischsoße hergestellt haben, das Garum, was auch im Prinzip einen ähnlichen Effekt hatte, so wie heute auch asiatische Fischsoßen. Und genau das Gleiche tut eigentlich wie das, nur dass man hier halt das ganze Fischfilet sozusagen nimmt. Ja, du nimmst ja dein Fischfilet, wie du schon sagst, mit in eine Pasta rein oder hier Vitello Tonato, da kommen ja auch ein paar Sardellen mit dabei.
Also wie gesagt, das ist eine Geschmacksbombe. Wenn wir die Filles jetzt auch probieren, wie gesagt, durch den Fettgehalt, ist da sehr viel Aroma drin. Und ja, ich mag solche Fischsorten halt sehr.
Und die auch mit einem Salat oder wie du schon sagst, auf die Pizza und in den Fischsoßen. Also so eine Sardelle ist eigentlich universell, wo man eigentlich gar nicht denkt, dass das da drin sein kann. Ist dann doch Sardelle drin. Und wie du schon sagst, das Fischstück schmeckt man nicht so raus, wenn dezent damit gearbeitet wird. Und deshalb ist das eine super Sache. Worauf achtest du jetzt, wenn du das gleich probierst? Wonach suchst du? Hinter der Salzigkeit praktisch. Genau, also wir werden jetzt gleich, wenn wir sie rausschmecken, werden sie nicht so salzig sein wie die salzige auf der Pizza. Aber wie gesagt, die lasse ich mir auch erstmal auf der Zunge zergehen. Ich würde sie jetzt vielleicht gleich ein bisschen mit Papier abtupfen, damit wir nicht so viel Öl dabei haben. Und dann, ja, wie gesagt, schön drauf rumkauen. Ich bin ja immer ein Fan von den Backentaschen, was man da für einen Geschmack drin hat. Und werden wir jetzt gleich mal hier ausprobieren. Los geht's. Der Chef tupft selbst hier. Ja, einmal hier drüber. Ja. Das mache ich auch. So.
Ich kann das gar nicht so geschickt wie du. Aber ich habe auch nichts gegen Öl. Aber schon ziemlich bissfest, ne? Aber geil. Also bissfest und ja, wie gesagt, minimal Salz. So viel Salz, wie benötigt wird, nicht zu viel. Und man schmeckt jetzt im Nachgeschmack auch noch die Sardelle raus. Hier so ein bisschen, ja, sardellig halt. Nicht fischig, sardellig. Schwer zu beschreiben, ne? Sehr kleine Fische. Ich finde das immer so krass, wie sowas Kleines so einen krassen Geschmack entwickeln kann. Ja, da ist ja wirklich Bums hinter. Also wenn man da jetzt irgendwie ein Kabeljohr... Wie machen die das? Ja, wie gesagt, ist halt ein Fettfisch. Das werden wir jetzt gleich bei der Sardine auch noch merken. Ist wie beim Lachs. Also Lachs schmeckt ja auch sehr, sehr eigenlachsig. Ist auch sehr viel Fett drin. Oder beim Heilbutt auch so einen eigenen Geschmack. Also wieder auf dem Thema Fisch nochmal zurückzukommen. Es gibt so viele Geschmacksrichtungen beim Fisch. Also von mild bis richtig würzig, was wir jetzt hier vor der Nase haben. Also deshalb eine richtig gute Sache. Aber Sardinen, das ist natürlich schon was, da muss man Fisch auch mögen. Ja, ist nicht jedermanns Sache. Also ich glaube 50-50 ist in der Bevölkerung.
Ja, würde ich mal so tippen. Ich hätte jetzt auch ehrlich gesagt nicht gewusst, wie ich anders getippt hätte, aber ich irgendwie, ja. Ja, ich glaube, wenn er mit vier Leuten sitzt, zwei sagen, boah, voll geil und die anderen beiden sagen, nee, ich bestelle mir lieber ein Schweinekotelett. Also man muss es schon mögen, da hast du schon recht. Also wie gesagt, ist nicht jedermanns Sache, aber es gibt ja genug andere Sachen. Voll, okay, also wir haben hier so Stücke, fingerlange Stücke von Sardinen liegen, die natürlich am einen Ende ein bisschen dünner sind, wie der Fisch so hinten zuläuft. Und das Fleisch, was unter dieser leicht Aluminiumfolienartigen Haut zum Vorschein kommt, ist halt sehr dunkel. Und man sieht auch hier und da jetzt, wenn du es aufmachst, sieht man, da sind natürlich auch noch die Gräten noch drin. Die kann man aber im Prinzip auch mitessen, oder? Ja, die ist hier auch relativ weich, wie wir sehen. Also wir können sie mitessen. Ist nicht jedermanns Sache, aber wenn ich jetzt hier ein bisschen drauf rumdrübsieße, ist sie relativ weich. Also wir können sie jetzt mitessen. Ich finde ja gut ein bisschen Crunch, ne?
Das ist ja momentan auch Hype, ne? Ja, ein bisschen. Ein bisschen quatschig drauf. Das stimmt. Wir sehen auch hier, die Sardine ist noch komplett. Ja. Also hier. Bau ist noch alles drin. Genau. Innerhalb noch drin. Aber das ist so wenig, ne? Das macht keinen Unterschied. Ja, die sind aber auch in Züme drin. In der Leber dann noch. Also die den Geschmack und den Reifeprozess dann auch noch unterstützen. Wenn es jetzt nicht mit drin ist, ich komme dann gerne nochmal auf den Matjes zurück, dann fehlt was. Also es gehört wirklich da rein in den Garprozess, dass der Geschmack sich dann dahingehend so entwickelt. Aber warte mal, wie ist das bei Matjes? Bei Matjes sind auch Enzyme drin. Die werden ja, jeder kennt das klassisch, ganz im Fass eingelegt und gesalzen. Dann entwickelt sich erst der Matjes, dann wird er sieben bis zehn Tage gelagert und dann wird er halt dann erst filetiert. Das ist halt wichtiger. Würde man den Matjes jetzt filetiert, das Filet nur da reintun, wäre es kein richtiger Matjes. Wird nicht richtig viel passieren. Okay, cool. Du willst den in den Gabel nehmen, oder? Ja, ich glaube, das ist besser, oder? Ja. Aber dann macht man sich auch schön den Mund voll eigentlich, oder? Denke ich mal. Ja, fang mal an. Kann man natürlich auch schön mit dem Salat reintun, die Sachen. Oder auch einfach für so einen Tapasabend. Das zerbrüßelt mir unter der Gabel, so ein Mürbis das. Mh, super mild. Also jetzt im Gegensatz zu der Sardine ist die Sardine recht mild.
Jetzt haben wir hier ein bisschen Gräte. Aber vom Geschmack her, super. Runder Geschmack. Jetzt im Gegensatz zu der Sardelle, nicht so intensiv. Aber ich finde es so, mit einem Tomatensalat oder einem Gurkensalat mit rein, wunderbar. Ich muss das auf Graubrot einfach essen, ehrlich gesagt. Oder so, der Klassiker. Butter brauchen wir nicht, ist ölig genug die Sache. Und auch fett genug die Sache. Bisschen Salz vielleicht. Ein bisschen Zitronenabrieb. Aber ich finde diese Sachen auch super. Super, wenn wir jetzt hier gerade auch gesunde Ernährung in das Thema haben, also das ist gutes Olivenöl bei der Sache dabei, das ist ein Fisch, das ist ein wunderbares Produkt, da sind keine Fette drin, die einem wehtun, wie beim Schweinekotelett. Im Gegenteil, diese fetten Fische haben ja die richtigen Sachen da drin. Also Omega-3-Fettsäuren, Jodgehalt stimmt, also wenn man sich gesund ernähren will, so ein Tapasabend, zwei, drei Schildchen am Tisch gestellt, ein bisschen Baguette dazu, kann dann auch ein Baguette sein, glutenfrei oder sonst irgendwas, damit man kein Weizen drin hat, ist halt eine wunderbare Sache. Total. Ich könnte immer noch weiter essen, aber ich bin auch echter Fischesser. Ja, ich auch. Ja, schon, okay. Aber ist das manchmal bei dir so, dass du keine Lust mehr hast auf Fisch? Doch, wie gesagt, gerade schon gesagt, also einmal die Woche mindestens. Auf der Arbeit ist ja immer genug da, wo man dann auch mal was ausprobiert und ich lade ja auch gerne ein, wenn dann Leute irgendwie kommen, boah, Marek, Micha, kannst du mal Fisch machen wieder?
War letztens so lecker gewesen. Ich habe auch einen Bekannten, der hat eine Krankheit, der da nicht so viel Fleisch essen soll, sondern Fisch essen soll. Wir versuchen uns da alle mal oder zweimal im Monat zu treffen. Da habe ich schon mal einen Rochenflügel mitgebracht und ein bisschen Schellfisch mitgebracht. Und dass man da einfach so eine breite Palette hat und sie auch mal reinprobieren kann. Und die sind eigentlich immer sehr dankbar. Also dann wird gegrillt. Ich bringe die Ware mit, den Fisch mit. Und Getränke brauche ich dann nicht drum kümmern. Das ist dann auch immer sehr praktisch, wenn man dann irgendwo eingeladen ist. Das stimmt. Du tust ja auch einiges dafür, dass es ein schöner Abend wird. So eine schöne Sardinedose ist auch ein schönes Brötbringsel, finde ich immer. Wenn man irgendwo unterwegs ist, dass man sich oder anderen dann so eine schöne Dose mitbringt, die kann man eine Weile stehen lassen. Aber wie lange hält sich das eigentlich? Also erstmal, wie du sagst, für so einen Geschenkkorb oder sonst irgendwas ist das wunderbar. Und so ein Döschen, der muss nicht gekühlt werden, das ist das Wichtige, kann man in einen Präsentkorb mit reintun, als Geschenk mitbringen und sind zwei bis fünf Jahre haltbar. Also wie gesagt, die Sardinen, da ist nichts dran, wenn die Dose geschlossen ist, keine Beule dran ist, dann kann man die auch zum Mindesthaltbarkeitsdatum durchziehen. Und wie du gerade schon gesagt hast, es gibt auch Sammler, die sammeln die Dosen und stellen sich die einfach nur hin.
Mein Arbeitskollege, mein ehemaliger Chef war in Portugal gewesen, da war so ein Ortis-Verkaufsladen und die haben da Sachen gehabt, die waren 10, 15 Jahre alt, irgendwelche Dosen. Also war wunderbar anzusehen und dann verschiedene Jahrgänge. Also wenn man sich mit der Sache einigermaßen beschäftigt, in das Thema eintaucht, ist wirklich eine ganz breite Palette, was es da gibt von den Produkten, von den Konserven-Sachen. Und man muss auch sagen, es ist wirklich natürlich hochpreisiger als das, was man vielleicht im Supermarkt findet, aber es ist seinen Preis durchaus wert, das finde ich schon auf jeden Fall. Also allein schon, weil man ja zum Beispiel aus so einem Gläschen Sardellen wahnsinnig viele verschiedene Sachen machen kann. Ich finde, sowas muss man immer im Kühlschrank haben, weil es bei vielen Sachen, die man kochen kann, einfach total hilfreich ist, da nur einen kleinen Umami-Kick reinzutun. Aber wenn man jetzt zum Beispiel mal so eine Dose Thunfisch nimmt, die man hier hat, ich weiß überhaupt nicht, was ein Supermarkt-Thunfisch gerade jetzt kostet, so aus dem Kopf, aber ich denke mal um einen Euro rum irgendwie sowas. Ich glaube, das ist auch höher geworden. Ich glaube, da bist du mittlerweile bei 3, 4 Euro. Echt? Ich habe so lange keinen Thunfisch mehr aus der Dose gekauft. In der Ecke habt ihr da so ein Makrelendöschen. Die sind auch, ich glaube, bei 2,99 Euro gewesen. Das ist das Öl, ne? Ja, 3,99 Euro.
Ich finde aber schön, dass du jetzt gemerkt hast, auch mal den Dosen Thunfisch aus dem Supermarkt und hier unseren Thunfischbauch probiert hast, dass es da auch noch weite Unterschiede gibt. Auch mit den Sardellen jetzt hier, die wir in dem Glas hatten, dass die wesentlich weniger salzig sind. Also dass man sich da auch mal rantastet, wenn man da Bock drauf hat. Wie gesagt, breit gepflegt. Was kostet denn so eine Dose Thunfisch hier? Die wäre jetzt 9,99 Euro. Also ist jetzt nicht gerade günstig, aber dafür haben wir ein wunderbares Produkt. Also auch die Sardellen liegen bei 7,99 Euro. Für, ich gucke jetzt mal drauf, ich glaube 90 Gramm. 55 Gramm. 55 Gramm Fisch, genau 90 Gramm mit Hülken.
Ist natürlich etwas kostspielig, aber dafür hat man, ja. Davon hat man ja richtig lange was von, ne? Für so eine 10-Euro-Dose Thunfisch muss man ja sagen, okay, das ist jetzt nichts, wo ich jeden Abend wahrscheinlich von ... Da legst du dann die guten Freunde ein, ne? Da lade ich überhaupt keine Freunde ein. Ich meine, ich finde es ja edel von dir, dass du das machst. Das ist was für mich. So was kaufe ich mir, wenn ich weiß, ich bin irgendwie ganz allein zu Hause, habe meine Ruhe und kann schön gemütlich was Geiles, Kleines essen. Dann esse ich so was. Oder ich lasse es mal im Vorratsschrank stehen für den einen Tag, wo ich mal ein Mittagessen brauche, was mich ein bisschen hochhebt. Ja, vor allem die Küche bleibt sauber bei solchen Sachen. Geht so, ne? Drei, vier Schälchen, ja, aber dann hast du es am Tisch, dann ist es wunderbar. Warmes Baguette dabei, da bin ich ja immer Fan von. Voll. Aber ehrlicherweise, das dann in den Müll schmeißen, da hast du eine Weile was von. Also das muss man dann direkt rausbringen. Ja, das stimmt auch. So eine Fischdose. Oder richtig gut auswaschen. Das ist leider so. Ja, ich glaube, besser schnell runterbringen, weil wenn es wärmer wird, dann ist das doch schon mal ganz gefährlich. Das ist nicht schön am Leben. Guten Morgen, freut man sich. Ja, also lohnt sich immer mal wieder eine Dose aufzumachen. Oder man kauft frischen Fisch bei Michael Marek im frischen Paradies zum Essen. Vielen herzlichen Dank. Danke, danke. Schönen Abend. Wenn ihr mehr wissen wollt, schaut einfach in die Shownotes dieser Episode. Und wenn ihr uns was sagen möchtet zu diesem Thema oder allen anderen Themen oder meinen Themen Vorschlag machen möchtet, dann gerne an brunch-post.de oder per WhatsApp an 016 080 80 844. Mein Name ist Helene Pawlitzki. Genießt die Zeit. Na, war das ein Genuss? Dann folgt Rheinische Post Brunch in eurer Podcast-App, um keine Episode mehr zu verpassen.
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