Music.

Ihr hört den Götterkomplex, mein Name ist Philipp und ich bin heute immer noch allein. Ja, das ist manchmal so, aber naja, deswegen kann ich ja jetzt dieses kleine Experiment auch wagen und zwar mal eine kleine Mini-Solo-Folge. Schön, dass ihr da seid, schön, dass ihr eingeschaltet habt. Hier ist eure, naja, wöchentliche, nicht ganz, zweiwöchentliche Dosis Science Fiction. Ihr befindet euch hier in einer Story-Folge, davon hatten wir jetzt noch nicht ganz so viel, daher kurz zur Erinnerung, eine Story-Folge ist jene Folge, in der wir euch eine Geschichte aus dem Götterkomplex-Universum präsentieren. Also es geht jetzt wirklich nicht um Lore oder um irgendwelche Konzepte von Antrieben oder Hintergrund oder irgendwas, sondern wirklich ganz konkret eine Geschichte. Und hier geht es um die Geschichte der eridanischen Zivilisation, Zivilisation, zumindest habe ich das irgendwann mal so genannt, ihr kennt auch den Anfang, den Prolog bereits.

Den hatten wir in einer der ersten, wenn nicht sogar die erste Story-Folge euch schon mal präsentiert. Ich möchte euch diese Folge, den Anfang dieser Geschichte nochmal zeigen, weil zum einen habe ich einen weiteren Teil hinzugefügt, das ist jetzt nicht so wahnsinnig spektakulär, es ist wirklich noch nicht so viel hinzugekommen, aber es ist schon ein bisschen länger, wir steigen stärker in die Geschichte ein, Aber zum anderen habe ich die komplette Präsentation überarbeitet. Ich habe mich am Wochenende noch mal ein bisschen intensiver mit der KI, genauer gesagt mit Eleven Labs auseinandergesetzt, wer das nicht kennt. Eleven Labs ist ein, wenn man so will, Tonstudio, Sprecherstudio in KI-Form. Das heißt also, man kann sich da verschiedene Stimmen aussuchen.

Beziehungsweise man kann sich die auch selber irgendwie erstellen. Man kann die auch seine eigene Stimme klonen und so weiter und so weiter. Es gibt ganz viele Möglichkeiten. Ich habe mir eine Stimme ausgesucht und habe dann meinen Text einsprechen lassen. Das ist... Eigentlich ganz einfach, nur im Detail liegt dann wieder irgendwie die Schwierigkeit. Wenn man das einfach so macht, dann klingt das vielleicht manchmal an der einen oder anderen Stelle nicht so ganz richtig betont. Klingt in dieser Version, die ihr jetzt bekommt, vielleicht auch nicht so hundertprozentig perfekt, aber ich glaube noch ein deutliches Stückchen besser als die ersten Varianten, die ihr hier auf dem Götterkomplex-Feed, Götterkomplex-Podcast schon gehört habt.

Genau, da hatte ich einfach ein bisschen Spaß dran, ist so ein bisschen meine persönliche, ach keine Ahnung, mein persönlicher Nerd, den ich hier euch anbieten würde. Außerdem habe ich noch ein bisschen Sounds hinzugefügt, also man könnte sagen so ein bisschen Atmosphärengeräusche hinzugefügt. Ich habe versucht, die möglichst dezent zu halten. Ja, auch diese Sounds habe ich mit Eleven Labs gemacht. Ich persönlich finde, da kommt eine entsprechende Atmosphäre auf. Mich würde es freuen, wenn ihr mich wissen lasst, ob diese Atmosphäre auch bei euch aufgekommen ist. Es ist tatsächlich wirklich ein kleines Experiment von meiner Seite. Zur Geschichte selber, es ist... Die Geschichte der eridanischen Kultur oder soll die Geschichte der eridanischen Kultur sein? Ich möchte da allerdings nochmal, ja, als Frage in den Raum werfen. Ich glaube, der Name Eridian, Eridan, Eridanisch, der ist schon besetzt. Also wenn man ihn, wenn man ihn googelt, wenn man ihn sucht, findet man diesen Namen. Er kam mir irgendwie in den Sinn. Ich fand den ganz cool. Ich glaube, der liegt irgendwie auch nah, wenn man sich zumindest damit befasst. Vielleicht hatte ich den auch irgendwo im Unterbewusstsein, aber den müssen wir natürlich irgendwie nochmal ändern.

Mir ist aber bislang ums Verrecken noch kein richtiger, ja, schöner Name für diese Kultur, vielleicht sogar für den Planeten, um den es letztlich ja gehen soll, eingefallen. Also wenn ihr eine Idee habt, wie wir diese Kultur nennen können, die Eridiana, Eridana, wie auch immer, dann lasst es mich doch gerne wissen. Wir können da sehr gerne mal über alle Möglichkeiten, die es so gibt, die euch so einfallen, diskutieren. Genau, worum geht es? Also ehrlicherweise weiß ich noch nicht so wirklich, wo diese ganze Geschichte hingeht. Es fängt an mit einer, scheinbar mit einer Aufzeichnung, also diese Kultur scheint eben in einem Generationsschiff aufgebrochen zu sein von der zerstörten Erde oder zumindest von einem zerstörten Sonnensystem, so wie wir es kennen oder kurz vor der Zerstörung und scheint eine sehr, sehr lange Reise unternommen zu haben. Und der Prolog beschreibt im Endeffekt so eine Art Aufzeichnung von einer Person, die bereits angekommen ist in der Rückschau und wir steigen nach dem Prolog dann ins erste Kapitel ein, wo wir dann zum ersten Mal die Hauptperson kennenlernen und den Moment eigentlich beschreiben, wie eben diese Kultur zu existieren begann.

Schauen wir mal, wo das Ganze am Ende hinführt. Ich habe keinen Plot oder so etwas. Ich habe keine, ich habe eine vage Idee, in die es gehen soll, aber da ist noch keine richtige Geschichte in Stein gemeißelt, schweige denn wirklich schon zu Papier gebracht. Also auch da ist es herzlich eingeladen, wenn euch das irgendwie genauso interessiert wie mich, wenn euch das irgendwie huckt, dann meldet euch gerne und wir können gemeinsam überlegen, wie die eridanische Zivilisation oder wie auch immer, wie sie dann nennen, weitergehen könnte. Ansonsten würde ich jetzt sagen, ich wünsche euch ganz, ganz viel Spaß bei diesem kleinen Experiment.

Bevor wir jetzt richtig einsteigen in die Folge, vielleicht noch ein kleiner Hinweis in eigener Sache. Wir verzeichnen nach wie vor ein reges Interesse am Götterkomplex, einen regen Abruf unserer Folgen. Dafür ein herzliches Dank. Vielen, vielen Dank für alle Zuhörenden. Das bedeutet uns wirklich sehr viel. Wir checken selbstverständlich die Statistiken fast täglich, würde ich sagen. Wir bekommen auch nach wie vor fleißig Nachrichten von euch. Also auch da vielen, vielen Dank. Wir stellen aber auch fest, dass es einige Hörerinnen scheinbar draußen gibt, die uns zwar hören, aber kein Abo zum Beispiel da lassen oder auch keine Bewertung da lassen. Falls ihr uns irgendwie unterstützen wollt, also falls ihr das findet, dass wir das irgendwie ganz nett machen und ihr Lust habt, uns ein bisschen zu unterstützen, dann kann ich euch nur einladen, uns zu abonnieren, wo auch immer ihr uns da gerade hört und eine freundliche Bewertung dazulassen. Das hilft eben auch anderen Menschen, dass der Götterkomplex gefunden wird und das wäre natürlich grandios, wenn unsere kleine Community weiter wächst und wir gemeinsam ein tolles Science-Fiction-Universum erschaffen können.

Mir bleibt ehrlicherweise noch, oder nur noch zu sagen, wir werden wiederkommen in voller Besetzung. Ihr werdet uns hören. Ihr werdet jetzt nicht nur mit mir vorlieb nehmen müssen in den nächsten Wochen. Ich hoffe aber, dass ich euch durch diese kleine Episode ein bisschen die Zeit vertreiben konnte. Ich würde sagen, mir bleibt nichts anderes als euch, wo immer ihr auch gerade seid, einen schönen guten Morgen, guten Mittag, guten Nachmittag, guten Abend zu wünschen. und in dem Sinne, gehabt euch wohl und Energie!

Nullpunkt. Vom Beginn der eridanischen Zivilisation. Prolog. Dies ist die Geschichte vom Anfang. Der Nullpunkt. Der Anfang der Zeitrechnung. Der Anfang unserer Erinnerung. Die Geschichte, die davor beginnt und weit danach endet. Nicht alles ist niedergeschrieben, noch weniger belegt, aber es ist alles, was wir wissen. Alles, was wir träumen, was wir hoffen und glauben.

Wir kamen aus der Dunkelheit. Eng gedrängt im Bauch dessen, was wir für unsere Welt hielten. Eden II war ihr erster Name. Wir wissen nicht, wer sie einst geschaffen und benannt hat. Überliefert ist auch nicht, wo unsere Welt entstanden ist. Denn sie war in Bewegung. Eden II umkreiste keine Masse, keinen Stern. Sie hatte nur eine Richtung. Wir waren Reisende. Es ist nicht bekannt, ob es je ein Ziel gab. Diese Zeit nennen wir dunkle Reise. Es gibt in alten Liedern und Erzählungen Hinweise auf lange Zeiten des Schlafs und kurze Perioden des Wachseins. Nur wenig Namen der frühen Reisenden sind überliefert. Kommandeurin Kim Shah, erster Kommandeur Amit Kowal, Kanzlerin Simensato, Generalbaron Reznik oder Zwicka Stein. Klangvolle Namen, aber weniger klangvoll ihre Taten, über die nur Bruchstücke vorhanden sind. Die klügsten Köpfe unseres Volkes haben sich lange mit diesen Informationsfragmenten befasst und leiteten daraus die stets meandernden Strukturen der Gesellschaft ab. Die straffe und hierarchische Organisation der frühen Kommandeure wurde durch eine gewaltsame Revolution abgelöst.

Eine Militärdiktatur putschte sich gegen eine junge Republik an die Macht. Verschiedene Regierungsformen binnen Jahrhunderten, zum Teil auch binnen Jahren. Religion schien eine beachtlich lange Zeitspanne eine Konstante zu sein. Tempel entstanden und Menschen schöpften Hoffnung. Aber sie wurden verraten. Ausufernde Perversionen erschütterten die moralischen Grundsätze und selbst eine autokratische Theokratie konnte den Verfall nicht aufhalten. Also verging auch jene Zeit. Hoffnungslos irrlichterten wir so durch Raum und Zeit. Heute herrscht Uneinigkeit darüber, wie lange die Zeit der dunklen Reise währte.

Optimistische Schätzungen gehen von sechs bis acht Jahrhunderten, pessimistische Schätzungen von einigen Jahrtausenden aus. Eine lange Ungewissheit. Eine Zeit der körperlichen und geistigen Enge, unfähig mehr als den klaustrophobischen Raum zu begreifen, der sie umgab, denn der Raum selbst war eng umschlossen von einer undurchlässigen Hülle. Dies, was sie Welt nannten, war nicht mehr als eine Nekropolis der Menschheit. Ob es eine Vorstellung des Außen gab, vermögen keine Aufzeichnungen berichten. Ohne ein Anzeichen ohne Vorwarnung wurden wir jäh aus dem Dämmerzustand gerissen. Ein Feuerball aus gleißendem Licht und dröhnendem Donner ließ Eden II erzittern. Nicht wenige sprechen von der Geburt unserer Zivilisation. Die gesicherte Geschichtsschreibung beginnt hier. Die Stunde Null. Königliche Magistratin Sensei Trudet Bernai Sorel. 63 nach Landung. 1

Die Luft schien im Korridor zu flirren. Nein, vielmehr war es ein Rauschen. Kein weißes, flirrendes Rauschen, sondern ein bräunlicher Schleier. Eine feine Textur aus kleinen Partikeln durchzog gleichmäßig und starr den Raum vor meinen Augen. Das plötzliche Einatmen, einem Ertrinkenden gleich, ließen erst meine Arme, dann meine Beine und schließlich meinen Körper zucken. Die feine Textur stob auseinander und kräuselte sich. Das Gefühl des Ertrinkens blieb, nur dass sich meine Lungen mit Luft füllten statt mit Wasser. Ich lebte. Ich lebte und hing in einem Raum, meiner Orientierung beraubt. Die fehlende Gravitas ließ meine Haare vor meinem Gesicht hin und her wiegen, bis sie wieder starr in alle Richtungen hinausragten, wie Antennen auf der Suche nach Halt. Beim nächsten Atemzug begann ich die staubige und verbrannte Luft zu schmecken. Dann folgte eine bittere Trockenheit. Ich brauchte eine Weile, um zu verstehen, dass ich die Wände des Korridors nicht erreichen konnte. Erst langsam, dann schneller werdend, ruderte ich mit Beinen und Armen, um die in mir aufsteigende Panik zu beruhigen. Dann ließ mich ein scheinbar endlos lange während der Hustenkrampf meine Bemühungen, durch das Rudern in Reichweite einer Wand oder eines festen Gegenstandes zu kommen, beenden. Schließlich umfing mich wieder Stille und das allgegenwärtige Gefühl der Orientierungslosigkeit.

Langsam kroch die Panik erneut meinen Bauch zum Hals empor. Kribbelnd und schwer bahnte sie sich einen Weg durch die Eingeweide. Unter Aufbringung all meiner Kräfte drängte ich den schwarzen Klumpen zurück und zwang mich nachzudenken. Mein Name ist Lyra Seraphine Al-Khassane, erste Tochter der erhabenen Navigatorin Seraphine Errina Al-Khassane, Erleuchterin des Pfads. Ich befinde mich in einem Korridor, in einem Nebengang des Hauptrings. Ich war auf dem Weg zur Erdmeditation, als eine Erschütterung das Licht meiner Augen erlosch. Nun bin ich erwacht, lebendig und schwerelos. Mit einer kühlen Präzision zählte ich alle Eindrücke auf, die ich wahrnahm, durchforstete meine Gedanken und meine Erinnerungen auf der Suche nach etwas, was mir helfen konnte.

Scheinbar hatte der Ring aufgehört, sich zu drehen, weil ich die unsichtbare Kraft nicht spürte. die uns sonst so beständig in eine Richtung zog. Standen die anderen Ringe auch still? Unwillkürlich dachte ich an Verwirrung und Angst. Ich schüttelte den ablenkenden Gedanken ab. Die Ausbildung schließlich war es, an die ich mich erinnerte. Stundenlange Notfallübungen in kargen Sporthallen sickerten langsam in mein Bewusstsein, bis ich wusste, was zu tun ist. Ich duckte mich und machte mich so klein wie möglich, nur um mich dann ruckartig und schnell maximal weit zu strecken.

Dabei atmete ich gepresst aus und schaute in die Richtung meiner Fingerspitzen.

Nach einigen Wiederholungen spürte ich an meinen Füßen einen Widerstand. Durch den festen Untergrund konnte ich mich nun schwungvoll abstoßen und in die Richtung der gegenüberliegenden Wand gleiten. Dort bekam ich einen Haltegriff zu fassen. In regelmäßigen Abständen hatte man bei der Konstruktion dieser Welt diese Haltegriffe in Boden, Decken und in die Wände eingelassen, um so die Fortbewegung auch bei Schwerelosigkeit sicherzustellen. Also nutze ich nun diese Hilfe und schwang mich entlang des Korridors. Ich schien unverletzt zu sein, nur meine Gedanken wirkten wie benommen. Durch das gleichmäßige Gleiten entlang der Griffe konnte ich mich genauer umsehen. So wie ich unverletzt bin. So unversehrt schien auch der Korridor. Bis auf die seltsamen Partikel und der verbrannten Geruch fiel mir nichts Ungewöhnliches auf. Nach einiger Zeit des Gleitens entlang der ganz leicht gekrümmten Wand schob sich ein Schott am Kopfende des Korridors in Sicht. Das Shot schien halb geöffnet und um 90 Grad gedreht, woraus ich schloss, dass ich mich an einer Seitenwand befinden musste. Meine Aufmerksamkeit wurde aber auf etwas gelenkt, was sich vor dem Shot befand. Ein Haufen aus Stoff schwebte inmitten des Korridors. Je näher ich heranglitt, umso klarer wurde die vage Erkenntnis, dass es sich um eine Robe handelte. Nur eine Persönlichkeit trug die grünbräunlich, seidenglänzende Robe des Erdkundigen. Seine Exzellenz hochkundiger Kultivar Orsenius Grehen.

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