So, hallo zusammen. Mein Name ist Jason und ich seid bei Schöner Glauben. Heute mit einem Interview. Ihr habt das wahrscheinlich mitbekommen, die ganze Sache um das Gospelforum in Stuttgart. Holy Spirit Night. Da war Martin Sedra eingeladen und seine Frau Millicent und dann wurden sie wieder ausgeladen. Darüber sprechen wir heute und ich bin sehr froh. Markus Wenz ist heute da. Ich freue mich, dass du da bist. Grüß dich. Ja, hey Jason, ich freue mich mit dabei zu sein bei Schöner Glauben und dass wir zusammen da ein bisschen auch hinter die Kulissen schauen von dem, was denn da die letzten Tage passiert ist. Das war doch durchaus auch spannend, auch für uns auf jeden Fall. Ja, ich vermute, war auch viel. Wie geht es denn dir nach der ganzen Aufregung? Ja, also es war eine intensive Woche. Also das Feierfestival der Holy Spirit Night, so wie wir das machen, das gibt es ja schon seit Anfang der 90er. Und jetzt die letzte Woche, die ging ja schon Mittwoch los und dann auch bis Sonntag natürlich durch. Wir haben ja auch immer noch mehrere Gottesdienste dann im Gospel-Forum am Sonntag. Und da waren wir natürlich fokussiert auf das, was im Haus vor allem auch passiert. Und ich sage mal, das, was online so auch an Debatten so losgetreten wurde, da habe ich dann vor allem jetzt ab Sonntag dann vor allem auch Dinge mitbekommen. Ja, da haben wir auch unser Statement nochmal veröffentlicht. Und genau, also es war auf jeden Fall eine spannende, spannende Wochen auch im Vorfeld. Und genau, aber ich denke, wir haben ja auch klar Stellung bezogen, so für uns und ich denke, da freue ich mich auch zusammen mit dir ein bisschen reinzuschauen. Ja, auf jeden Fall, das werden wir gleich auf jeden Fall machen. Ich fange aber nochmal ein bisschen vorher an. Amos Koch hat dieses Reel hochgeladen, das ist mittlerweile, glaube ich, 300.000 Mal Gugborn und ich wollte dich mal fragen, als du das das erste Mal gesehen hast, wie war das für dich? Das war schon relativ am Ende von dem Prozess, wo ich mit involviert war. Als ich das Video gesehen habe, der Amos hat das natürlich super geschnitten. Er hat natürlich die Statements da zusammengebaut, die auch eine Resonanzwirkung natürlich auch hatten. Technisch waren da ja auch Aussagen jetzt von seinem Bruder Andrew mit drin, aber eben einfach so diese Resonanzwirkung, auch die Bilder, das war natürlich eindrucksvoll. Und ich hatte jetzt das erste Mal im August so ein Video, hatte mir jemand zugeschickt, hat gesagt, hey, guck mal, wie ihr da eingeladen habt. Und dann, das war eigentlich so das erste Mal, wo ich dachte, oh, das ist irgendwie, okay, das ist irgendwas anderes, als was ich sonst so kenne. Und genau, das war mitten so im Urlaub. Und als wir uns das dann genau angeschaut haben, da waren wir schon so am Überlegen, ja, wie kriegen wir das oder kriegen wir das überhaupt hin? Und als das Video rauskam, wir haben ja auch, ich glaube, relativ zügig danach am nächsten Tag auch schon kommuniziert, dass wir mit den Sprechern da am Kommunizieren sind und dass wir da eine Lösung auch präsentieren in den nächsten Tagen. Aber eben das war dann, ich sag mal, die Ziellinie, wo dann klar war, also das können wir auf keinen Fall in irgendeiner Art und Weise bei uns im Gospel Forum durchführen. Kannst du mal so ein bisschen erzählen, wie der Prozess da bei euch im Team war? Hast du jetzt schon so ein bisschen angedeutet, die Ziellinie, was ist denn vorher passiert? Also die Einladung, das lief auf persönlicher Basis, so wie das auch üblich ist. Also ich hatte auch mit dem Martin mal Kontakt gehabt. Ich habe sein Zeugnis gehört bei einer Predigt und einfach von seiner Flucht aus Ägypten. Und das hatte mich damals angesprochen, das war auch noch vor dem Tod von Charlie Kirk. Und damals hatten wir gesagt, wenn er mal nach Europa kommt, dann könnten die ja mal vorbeikommen, ich sag mal so auf den Zuruf. Und dann hatten wir das ein paar Monate später, haben die gesagt, ja, im Oktober würde passen. Da sag ich, ja, wir haben da auch unser Feierfestival. Und dann hatte ich das halt so mit auf die Liste so geschrieben und das dann einfach gar nicht mehr weiter so verfolgt. Ich bin jetzt selber auch nicht so auf Social Media unterwegs. Ich habe ihm erst, ich glaube, letzte Woche am Mittwoch mal gefolgt, weil ich gedacht habe, ist es vielleicht ganz gut, damit ich mitbekomme, was. Denn da so an Content auch läuft. und eben bin dann tatsächlich im August das erste Mal auf das öffentliche Auftreten so aufmerksam geworden. Und das hat mich dann eben auf der einen Seite, das ist ja so eine Spannung, die man da so sieht. Es ist ja nicht alles mal theologisch grundlegend falsch, aber eben jetzt die Art und Weise, wie Dinge kommuniziert werden, das entspricht jetzt nicht unserer Kultur. Nur das eine ist ja, was auf der Bühne passiert, aber eben dann auch online. Und genau das war dann halt ein Prozess, der das, was eigentlich bei uns intern hätte laufen müssen, ist jetzt in einer großen Öffentlichkeit auch passiert. Und von dem her ist ja auch interessant, damit vielleicht der eine oder andere auch Interesse hat, wie das dann auch zu den Entscheidungen dann auch gekommen ist. Weil eben die Absage, das war für uns, wir haben ja immer auch gesagt, ja sie wurden gecancelt jetzt in Deutschland. Die Realität ist jetzt nicht, dass sie in Deutschland gecancelt wurden, sondern sie konnten halt im Gospel Forum jetzt nicht sprechen oder nicht predigen. Sie haben jetzt kein Einreiseverbot. Genau, und ich denke, das ist ja auch immer wichtig, jetzt mal auch von der Darstellung. In Deutschland gibt es ja eine Meinungsfreiheit und eben jetzt auch so Leute wie die Cetras, so die dürfen in Deutschland auftreten, ja, so in Hallen dieser Welt. Und das ist in der Demokratie, sollte sowas auch möglich sein. Aber eben jetzt im Kontext von unserer Kirche ist eben die Art und Weise so. Das war ja dann auch das, wo uns auch eine Dimension, ich weiß nicht, ob es andere auch auf Social Media gibt, die jetzt ähnlichen Content auch machen, aber eben mich hat das dann auch überrascht, auch genau die Art und Weise, wie Dinge dargestellt wurden. Ja, ich fühle mich ein bisschen bestätigt. Wir haben natürlich auch im Team gerätselt und diskutiert und so weiter. Wir haben auch mit Amos Koch gesprochen und da... Deswegen ist es spannend, weil du sagtest ja gerade, das Zeugnis, das hast du mal live gehört in der Predigt oder hast du zumindest in der Predigt gehört. Und in der Recherche, wir haben ja vor ein paar Tagen schon eine Podcast-Folge dazu gemacht, in der Recherche ist mir eben auch aufgefallen, dass er da diese eine Geschichte, wo seine Brüder auf übernatürliche Weise von irgendwelchen Terroristen gerettet werden, das ist natürlich eine sehr, sehr starke Geschichte. Und da kann ich mir vorstellen, ihr seid eine Pfingstcharismatische Gemeinde, da liegt es vielleicht da, dann zu sagen, laden wir mal ein. Ja, und das war eben, wir machen ja auch viele Veranstaltungen und wir hatten ja auch noch acht andere Sprecher da mit dabei. Und das läuft eben oft auch auf persönlicher Basis und ich sage mal, das ist jetzt auch nicht die Kultur irgendwie, dass man dann wie so ein Agent erstmal alles durchleuchtet. Und das war ja dann auch der Prozess, als ich das Video das erste Mal im August was gesehen hatte, dann habe ich mir schon gedacht, okay, da war jetzt nicht das erste, oh, wir können das auf keinen Fall machen, sondern, oh, wie kriegen wir das hin? Ja, vielleicht ist ein Panel-Talk oder sowas oder man kann ja über Themen reden. Und dann hatten wir ja auch so eine Sprechervereinbarung ja auch vorbereitet und zugeschickt, wo wir eben auch nochmal ganz explizit auch darauf hingewiesen haben, dass wir eben, keine Hass- und Drohsprachgebärden haben wollen, keine Diffamierung von Leuten. Also das war alles auch dann darin festgehalten. Aber in dem Prozess, da kam ja dann auch eins nach dem anderen raus, auch diese Marga-Nähe und sowas, das sind ja Themen, die sind ja auch ganz neu. Es gibt es ja jetzt nicht die letzten 20 Jahre. Und eben diese Entwicklungen, die waren auch spannend für uns. Und da haben wir ja auch eine Meinung und deswegen war das auch für uns dann, einfach auch eine Entscheidung auch da zu treffen. Aber eben das ist eben jetzt im Nachgang natürlich in einer großen Öffentlichkeit auch passiert. Aber eben die Inhalte, ich denke, das war ja auch eine, das eine ist eben die Darstellung und das andere ist eben, es sind ja auch Inhalte, wo es wichtig ist, heutzutage auch dafür zu stehen. Und da haben wir ja am Sonntag dann auch für uns so nochmal Stellung bezogen. Was jetzt eigentlich in unserem Kontext, ich sage mal, die Leute, die bei uns in der Gemeinde sind, die waren da jetzt eher dankbar auch dafür. Weil jetzt mal ganz praktisch, wir defamieren einfach keine Menschen bei uns pauschal. Also das passiert bei uns auf der Bühne nicht und das wäre dann irgendwie komisch, wenn dann auf einmal Katzenmamas dämonisiert werden oder sowas. Das wäre jetzt nicht so die typische Praxis, wie wir das handhaben bei uns. Ich würde dir gerne einmal ein Zitat von Amos Koch vorlesen und das fasst nochmal so ein bisschen zusammen so eine gewisse Skepsis und dann würde ich dir die Gelegenheit geben, da mal drauf zu reagieren. Amos schreibt auf Instagram, ich glaube aber nicht, dass man nicht wusste, wen man mit den Zedras einlädt. Gerade ihre Post im Pride Month Juni waren entsetzlich. spätestens nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin, Ende Juli, hätte man genau hinschauen müssen, wen man auf die Bühne holt. Ich meine, du hast schon ein bisschen was gesagt, aber vielleicht nochmal konkret. Da war mir wichtig, auch die Verantwortung zu übernehmen. Das hätte man auf jeden Fall viel früher prüfen müssen. Das war unser Fehler. Wir hatten da noch so einen Zwischenschritt, dass wir gedacht haben, ja, wir schaffen irgendwie einen Rahmen, weil ich es auch interessant finde, auch manchmal ein bisschen kontroversere Leute auch zu haben. Aber eben jetzt, das ist dann schon zu kontrovers auf unserer Bühne, sodass wir dann eben auch dann ja die Entscheidung getroffen haben, selbst mit einer Sprechervereinbarung. Das würde keinen Sinn machen. Und da hätten wir auf jeden Fall, da hätten wir viel früher das prüfen müssen. Und da haben wir ja auch dann die Verantwortung genommen. Ja, hatte ich auch schon in einem anderen Podcast gesagt. Ich finde, das habt ihr auch in einer wirklich guten Art und Weise gemacht. Also man kann ja so Formulierungen finden, die so eine Non-Pology sind und so. Und da habt ihr sehr, sehr klar einfach gesagt, da übernehmen wir Verantwortung, das war nicht gut. Das fand ich, das wünsche ich mir in anderen Situationen auch. Das, glaube ich, ist euch gut gelungen. Ich habe zwei Fragen nochmal zu diesem Themenkomplex. Das eine ist, würdet ihr denn die Cedras zukünftig einladen? Ja, also sicherlich nicht. Ich glaube jetzt nicht im Kontext auch von unserem Gospel-Forum oder von unserem Gottesdienst. Es sind natürlich durch das Ganze ja auch, das sind ja inhaltliche Themen, inhaltliche Debatten losgetreten. Und ich glaube, dass es grundsätzlich in unserer Gesellschaft wichtig ist, dass man lernt, miteinander zu reden, nicht übereinander zu reden. Deswegen sitzen wir ja auch hier zusammen. Und ich denke, das ist eine Kultur, die sollten wir uns als Gesellschaft immer bewahren, sodass wir einfach das Gespräch miteinander grundsätzlich nie ausschließen. Und das würde ich jetzt auch in dem Fall, jetzt ist natürlich die Frage, Wie und wo und was das Gespräch ist oder eben was wir daraus lernen. Wir als Kirche, ich habe da persönlich ganz arg viel daraus gelernt. Aus den letzten Tagen, aus den letzten Wochen. Und genau, aber jetzt die nächste Holy Spirit Night haben wir jetzt auf jeden Fall nicht für den Setras geplant. Eine andere Frage, die mich auch interessiert, ich meine, ich habe viel jetzt wahrgenommen, was im Social-Media-Bereich angekommen ist, was da diskutiert wurde, aber mich interessiert, welche Reaktion ihr auf die Ausladung bekommen habt, also das, was bei euch angekommen ist. Also das ist natürlich sehr unterschiedlich. Also zum einen, ihr seid voll eingeknickt und andere, die uns da drin voll bestätigt haben. Und man muss das eben sehr differenziert sehen. Deswegen finde ich wichtig, auch nochmal zu unterstreichen, dass jetzt Deutschland die Cetras nicht gecancelt hat, sondern dass die ja durchaus hier sehr frei auftreten können. Aber eben jetzt im Gospelforum, waren das einfach nicht die passenden Sprecher für eine Holy Spirit Night. Und ich denke, da muss man einfach differenzieren und das. Haben wir eben jetzt für uns da zumindest auch viele Lerneffekte daraus auch gezogen. Eben das, was man schon heutzutage machen muss, ist einfach genauer hinzuschauen. Das ist schon ein Learning und eben vor allem auch in einem Kontext, wo es auch um junge Leute geht. Ich finde da jetzt bei Jugendgottesdiensten oder sowas, das war jetzt für mich auch nochmal eine wichtige Sache, dass wir da auch nochmal eine besondere Verantwortung haben. Und eben Debatten können ja geführt werden oder die werden geführt, aber eben auch ein gewisser Stil und eine gewisse Art und Weise der Kommunikation, genau und die sind ja dann auch in München ja auch aufgetreten und ich sage mal, das hat mich jetzt eher auch nochmal bestätigt, dass ich jetzt denke, dass jetzt diese Form jetzt, im Gospel-Forum und auch bei einer Holy Spirit Night nicht angebracht gewesen wäre. Ich habe auch den Eindruck, dass er ein so ein Predigtkonzept hat, was er jetzt sowohl in den USA, da hat es eine Predigt gegeben, wo er das ziemlich genauso gemacht hat und jetzt eben auch in München. Also die Wahrscheinlichkeit, dass er genau das bei euch gemacht hätte, ist glaube ich recht hoch. Von daher ist die Vergleichbarkeit für meine Begriffe schon gegeben. Das ergibt auch so einen Sinn. Ja, also es hätte mich jetzt zum Beispiel bestätigt darin, dass ich jetzt diese Sprechervereinbarung, die wir mal gehabt hätten, ich denke jetzt nicht, dass die jetzt relevant gewesen wäre für ihn. Und ja, ich meine, das sind natürlich so diese inhaltlichen Themen, die auch spannend sind, so eben Thema Islam, Thema Abtreibung, Homosexualität, so dann natürlich die ganze politische Debatte da drum. Und ich denke, da müssen wir schon oder da haben wir eine Verantwortung, genau hinzuschauen, und eben zumindest wir jetzt auch wollen da auch die Verantwortung für uns als Kirche und dafür, wofür wir stehen, dann natürlich dann auch wahrnehmen, auch wenn es irgendwie in der Öffentlichkeit ist, aber eben genau. Würde ich gerne aufgreifen. Ich habe mir gedacht, dass wir mal so ein, zwei große Bausteine da rausgreifen. Fangen wir mal mit Homosexualität an. Martin Sedra meinte, als er diese Predigt in München hatte, Das kann eigentlich nur auf euch bezogen sein, dass ihr über Homosexualität nicht öffentlich reden wollt. Und ich habe es jetzt nicht nachgeprüft, weil ich habe, glaube ich, zwei, drei Predigt mal von der Holy Spirit Night gehört, aber mehr auch nicht. Deswegen die Frage, stimmt das? Redet ihr nicht öffentlich über Homosexualität? Ja, das stimmt schon mal gar nicht, weil jetzt in unserem öffentlichen Statement, da schreiben wir ja sogar über Homosexualität, was eben der Unterschied jetzt bei uns ist, dass wir eben keine Gruppe besonders herausheben, dass sie schuldiger ist als eine andere. Ich denke, das wäre vielleicht die passende Zusammenfassung. Wir wollen über Menschen so reden, dass sie es eben selber hören könnten, als ob sie selber im Raum sitzen. Und genau, ich denke, das ist wahrscheinlich so der große Unterschied. Ich glaube, bei Amos Koch tatsächlich auch nochmal, hatte ich so ein Statement von dir gelesen, so nach dem Motto, inhaltlich sind wir nicht immer wahnsinnig weit auseinander. Und da würde ich jetzt mal ins Detail gehen wollen, so ein bisschen so eine Tiefenbohrung, damit wir einmal gucken, wo sind denn da Gemeinsamkeiten und Unterschiede jetzt, wenn es um Homosexualität geht. Also du hast schon gesagt, die Art und Weise, wie man darüber redet, okay. Und eben, dass wir jetzt nicht die Homosexualität als eine größere Schuld definieren als eine andere. Ich denke, das ist vielleicht auch nochmal wichtig, einfach das darzustellen. Wir wollen keine Gruppe jetzt herausheben, die schuldiger ist als eine andere. Oder dass wir jetzt irgendwie, ich sage es mal, dem Islam, ein General oder Moslems mal grundsätzlich unter Generalverdacht stehen, irgendwie Europa zu erobern oder sowas. Ich habe tatsächlich mal ein paar konkrete Fragen vorbereitet. Erstmal, wo du das sagtest, Homosexualität, ist das für dich schuldbehaftet oder das Ausleben von einer Orientierung? Als erstes verstehen wir eben Ehe, ein biblisches Verständnis, als Bund von Mann und Frau. Und das ist erstmal so die klassische Position, so wie es die meisten Kirchen weltweit teilen. Und eben unser Bild von gelebter Sexualität, das gilt für alle und nicht nur für eine spezielle Gruppe. Und die Bibel ruft eben alle Menschen zur Umkehr auf und uns als allererstes zuerst. Und so wollen wir das verkündigen und so wollen wir das auch in unserem Miteinander leben. Okay, stecken Dämonen hinter der Pride-Bewegung. Also, ich denke, dass es wichtig ist in unserer Kommunikation, dass wir eben nicht über Menschen oder ganzen Bewegungen grundsätzlich darüber sprechen, dass sie dämonisch ist. Das ist einfach eine Art und Weise, die eben abstößt und dich nicht integriert. Und deswegen genau sprechen wir über Menschen und über Bewegungen nicht so grundsätzlich, dass sie dämonisch sind. Es wäre eben auch so eine Pauschalität, ja. Wir bieten auch zum Beispiel deswegen kein Gebet oder keine Programme an, die das Ziel haben, die sexuelle Orientierung von den Menschen zum Beispiel zu verändern. Das würde man jetzt im Gospel Forum so auch nicht finden. Ja, das ist tatsächlich auch ein deutlicher Unterschied. Da haben die ja in München sehr viel auch zugesagt. Auch dass das gerade mit den Konversionstherapien, also es gibt ja wirklich Therapien, wo man versucht, die sexuelle Orientierung von Menschen umzupolen, die waren vor ein paar Jahrzehnten auch wirklich ziemlich brutal. Und es ist mittlerweile in Deutschland auch so, dass man das so nicht mehr darf. Und dann gibt es natürlich dann für Kirchen, die, wie soll ich sagen, da gibt es ja manchmal so seelsorgerliche Feinheiten, wo es dann wichtig ist, auch genau hinzugucken. Also ich meine, wenn jetzt jemand kommt und sagt, bete für mich, weil ich habe irgendwie da ein Problem, ist was anderes als bete für mich, weil ich möchte gerne straight sein. Genau. Also das ist dann tatsächlich auch in der Rechtsprechung dann eine schwierige Sache. Aber du sagst, Gebet für, ich sage jetzt mal, Heilung vom Queer-Sein, das gibt es bei euch jetzt nicht. Das bieten wir jetzt nicht an. Also eben auch, weil ich finde grundsätzlich, man jetzt dem Menschen erstmal mit viel Liebe begegnen muss. Und ich finde das falsch, in einem Gottesdienst-Setting, in so einem öffentlichen Format, da solche Dinge anzubieten. Der Liebe zu dem Einzelnen würde dem, finde ich, nicht gerecht werden. Ich glaube, da gibt es ja auch wieder eine große Bandbreite. Ich habe selber in der Gemeindegründung mal mitgearbeitet, wo wir das Thema sehr stark auch in der Leiterschaft diskutiert haben. Das war gerade die Zeit, wo Exodus International geschlossen wurde. Das ist eine große Organisation, die solche Konversionstherapien angeboten hat. Und da haben sich die Leute eben vorne hingestellt und haben gesagt, wir haben euch über Jahrzehnte hinweg belogen im Grunde, weil wir etwas versprochen haben, was wir nicht einhalten konnten. Und dann gibt es andere, die sagen, naja, also kann man jetzt tief ins Detail gehen. Ich finde es erstmal gut, dass ihr sagt, das geht dir nicht an. Also eben, ich will jetzt auch nicht sagen, dass es grundsätzlich nicht, dass es da nicht irgendwelche Formen gibt, ja, aber eben wir jetzt als Kirche so, oder eben, ich kenne jetzt auch Zeugnisse, es gibt ja auch öffentliche Sachen, wo Leute da einen Wandel erlebt haben, aber eben, das ist jetzt was, was wir in unserem also wir haben da jetzt keine Therapieform oder Gebetsform oder eine Befreiungsform so, die wir da im Gospel-Forum speziell dafür anbieten. Okay. Ist für euch queer sein oder eben das Ausleben der Sinn? Da habe ich gerade schon mal ein bisschen gestellt, aber vielleicht dazu nochmal konkret. Weil ich glaube, das macht einen großen Unterschied. Für Menschen, die es auch betrifft. Und ich glaube auch in Abgrenzung zu den Sadrace. Also wir glauben eben, dass jeder Mensch mal grundsätzlich dieselbe Würde hat. Und eben deswegen sind bei uns auch queere Menschen willkommen. Und ich denke, dass Überzeugung und Würde, das muss sich nicht ausschließen. Und vielleicht ist es gerade so ein Entspannungsfeld, was wir auch als Christen brauchen, um Überzeugung, die wir tragen oder eben nicht nur mit Menschen leben, die unsere Überzeugung teilen, sondern dass wir eben auch die Liebe zu den Nächsten da sichtbar machen, eben allein, weil der Mensch Würde hat. Und ich glaube, dass das wichtig ist in unserer Gesellschaft. Okay, ja. Im Kern, wir verfolgen da, würde ich schon sagen, auch die Linie der evangelischen Allianz. Du sagst ja eben, Ehe von Mann und Frau als gute Schöpfungsordnung. Und also so, ich sag mal, da gibt es ja auch ein klares Nein zu Veränderungsbehandlungen und, Ich denke, da hat ja auch jetzt die Evangelische Allianz zumindest auch Grundzüge definiert. Wo wir eigentlich mitgehen. Und jetzt, ich sage jetzt mal, der Vergleich zu den Sedras, wenn man jetzt da die Zusammenfassung von der Evangelischen Allianz nehmen würde, würde das Bild jetzt auch nicht unbedingt entsprechen, sagen wir es mal so. Naja, das glaube ich auch. Aber sag vielleicht nochmal, was ist der Kern dessen, dass ihr dieses Würde voll unterstreicht? Ich glaube, die Sedras würden auch sagen, dass sie Schwule, Lesben und Queere lieben, aber sie würden das ja so framen, dass sie sagen, hier Leute, das Gericht Gottes wartet auf euch und nicht nur auf euch, sondern über ganz Deutschland. Und gerade deswegen, weil dieses Gericht kommt, ist es ja liebevoll, Leute zu warnen. Wer auf eine Klippe zuläuft, der sagt auch nicht, ja, lauf halt, sondern du hältst die auf. Das ist ja das, was sie auch in München in einer Predigt gesagt haben. Ja, und das sagen Sie auch und ich möchte Ihnen das einfach auch vielleicht auch glauben, dass Sie das wirklich tun, eben in Ihrer Art und Weise, aber eben so diese, ich finde gut mit Menschen so zu reden, als ob sie im Raum sitzen würden. Und das ist natürlich, da sind wir wieder bei der Stilfrage und eben jetzt, ich finde jetzt den Stil eben nicht so passend einfach für uns, so wenn es woanders passend ist, so das darf in einem freien Staat auch eben, ich bin da, ich kann da auch Sachen stehen lassen, aber eben jetzt für unseren Rahmen war das, war das einfach nicht, nicht passend gewesen. Okay. Ja, also das ist. Ich versuche mal von der anderen Seite zu kommen, weil, also das kann ich noch nicht ganz fassen, ehrlich gesagt. Ich habe in Pfingstgemeinden Menschen kennengelernt, die eine Theologie gehabt haben, verschiedene Pastoren, die sehr stark davon geprägt war, Gott wird alles tun, um Menschen zu retten und so weiter. So, da ist Gericht eben nicht, die vordringliche theologische Überzeugung gewesen, sondern man hat immer gesagt, also wenn es um Rettung und Verlorenheit geht, Gott wird alles tun, was Gott möglich ist, damit Menschen gerettet werden. Und das, finde ich, ist ein anderes Vorzeichen. Geht das in die Richtung, was du mit Stil meinst? Eben jetzt der Satz, turn or burn. Inhaltlich würde ich sagen, theologisch kann ich da mitgehen. Natürlich ist jetzt die Art und Weise genau dieser Stil. Ist die Frage, baue ich eine Drohkulisse auf, kommuniziere ich mit Angst, mit Furcht oder eben mit Zerstörung oder mit dem Gericht über einzelnen Gruppen oder eben laden wir viel mehr ein zu etwas. Und für uns ist eben mehr dieser einladende Stil, so finde ich, nachhaltiger, als jetzt mit großen Drohgebärden aufzubauen. Und das gab es ja auch in der Vergangenheit immer wieder. Ich bin ja auch ein frommes Kind. Und ich sage jetzt mal, diese mit Angst und Drohnen, das hat ja auch das bewegt. Und eben das funktioniert auch online. Das ist viral. Das bedient den Algorithmus. Aber ja, das ist einfach ein rhetorischer Stil und der vielleicht auch eine gewisse Polarisierung dann auch mit sich bringt. Aber eben gerade das wollen wir bewusst nicht bedienen in unserem Kontext. Das ist natürlich, wenn man darauf verzichtet, dann verzichtet man vielleicht auf Viralität im Internet. Aber eben entspricht jetzt mehr auch der Kultur und der Art und Weise, wie wir das leben wollen. Deswegen für uns ist Mission mehr einladen als ausschließen. Wir wollen jetzt nicht den Raum kleiner machen, sondern eben den Raum öffnen, damit Leute teilhaben können. Wir sind davon überzeugt, dass man bei Jesus dazugehören kann, noch bevor man glaubt. Die Jünger bei Jesus leben. Da haben manche nicht geglaubt. Selbst den Missionsbefehl gibt Jesus den Zweifelnden und den Glaubenden. Jesus war umgeben. Die Brüder von Jesus haben nicht an ihn geglaubt. Also das Umfeld von Jesus war zweifelnd, ungläubig. Und ich denke, wir als christliche Gemeinschaft, wir müssen das hinbekommen, eben offen zu sein für Menschen, Würde, Menschen gegenüber zu zeigen, Amen, ich könnte da viele Beispiele auch geben. Würde Menschen zu geben, auch wenn kein Bekenntnis da ist. Und ich glaube, gerade da, da wird auch die Nächstenliebe sichtbar. Und eben jetzt, wenn ein Moslem bei uns reinläuft, dann will ich jetzt nicht sagen, oh, du bist jetzt ein Terrorist, du stehst unter Generalverdacht, sondern dann will ich ihm ja begegnen erstmal, weil er ein Mensch ist und weil er den Respekt verdient hat, einfach auch willkommen zu sein, dazugehören zu dürfen bei Jesus, obwohl kein Glaube da ist. Als Jesus am Kreuz hing, der Verbrecher neben ihm, da war keine Taufe, da war kein tiefgründiges Bekenntnis. Aber Jesus hat gesagt, noch heute wirst du mit mir im Paradies sein. Und eben deswegen wollen wir da auch nicht so naiv sein, um auch gerade den Menschen die Würde zu geben, die Jesus ihnen auch geben würde. Ihr habt da ein Statement geschrieben, ich lese das mal eben vor. Also meine Beobachtung war, die Sedras haben sehr viel gegen den Islam, gegen Homosexuelle, gegen, was weiß ich, alles mögliche. Ich habe sehr wenig gehört in ihren Predigten, dass sie für Jesus sind. Also wenn wir das in Prozenten sind, wahrscheinlich irgendwie vier Prozent sind Jesus und der Rest ist eben gegen irgendwas anderes. Hast du das auch so erlebt? Ja, eigentlich würde die Analogie passen zu unserem Thema von dem Feierfestival. Wenn wir sagen, turn or burn und unser Motto war heaven now. Also das ist einfach, wir sind von unserer Analogie. Auch das, was wir predigen, ist, wir wollen mehr auf Jesus schauen. Wir sehen eben im Anschauen seiner selbst, sagt die Bibel, werden wir verwandelt in dasselbe Bild. Also eben, wir wollen uns mehr auf die Dinge umkehren, heißt auch, sich Jesus zuzuwenden. Und man kann auch die ganze Zeit sich nur damit beschäftigen, was man sich alles abwendet. Aber dabei geht es gar nicht so sehr um die Fülle der Möglichkeiten, wo man sich abwenden könnte, sondern es geht eigentlich allein darum, dass man sich Jesus zuwendet. Und gerade in einem Gottesdienst, glaube ich, ist ja auch das Besondere, dass wir uns zusammen Jesus zuwenden und dafür soll das Raum haben. Und genau deswegen können ja auch andere Debatten, können dann auch in anderen, Hallen auch in Deutschland auch geführt werden. Ich würde ein weiteres Fass aufmachen, was mir tatsächlich sehr wichtig ist. Da muss ich einen Ticken ausholen. Du hast gerade ja gesagt, einen Raum aufmachen. Das ist für mich eine gute Überleitung zur Frage von Kulturkampf. Das ist jetzt ein politischer Begriff. Ich erkläre mal eben, was ich meine. Wir leben in einer freiheitlichen Demokratie. Da gibt es bestimmte Freiheiten, die garantiert sind, zum Beispiel Religionsfreiheit. Das ist ganz spannend. Ich habe ja vorhin im Vorgespräch dir schon erzählt, dass ich mal in einer Gemeindegründung mit aktiv war, die angegliedert war an die Baptisten, Südstaaten-Baptisten. Und bei den Baptisten ist es so, dass da eine der fünf Grundsätze ist, wir treten ein für Religionsfreiheit. Und das meint aber eben bewusst nicht nur die christliche Religion, sondern das schließt eben Muslime und Juden explizit ganz deutlich mit ein. Und damit macht man im Grunde ja so einen Raum auf. Also wenn man sich vorstellt, Deutschland wäre eben wie so ein Raum, dann wird eben gesagt, dieser Raum muss Platz haben für Christen, für Muslime und so weiter. Und das hat natürlich eine Geschichte. In Deutschland hatten wir Religionskriege. Man hat versucht eben zu sagen, die Ungläubigen, und das waren dann eben die Evangelischen oder eben auf der anderen Seite haben sie gesagt, ja, die Katholischen sind die Ungläubigen sozusagen. Da hat man eben versucht, das im Krieg zu lösen, hat gemerkt, nach 30 Jahren wird halt schwierig. Und dann kam eben die Idee zu sagen, lass es mal mit Religionsfreiheit versuchen, mit Toleranz. Und das haben die Baptisten irgendwann aufgegriffen. Und es ist eben immer noch Teil unseres Grundgesetzes. Und das Gegenkonzept, die andere Möglichkeit ist, eben so ein autoritärer Kulturkampf. Und Kulturkampf wäre für mich, dass man versucht, den Raum klein zu machen. Also Andrew Sedra hat zum Beispiel gesagt, er möchte kein Land, also er möchte kein Land, wo es den Islam gibt. Er möchte den Islam nicht in unserem Land her. Ich will keinen Islam in unserem Land. Und das wäre für mich Kulturkampf, also wo man sagt, man will eigentlich eine Gruppe oder mehrere Gruppen zumindestens nicht mehr in der Öffentlichkeit haben, man will sie eigentlich aus dem Land haben. Und das wäre eben Kulturkampf. Kulturkampf kann es mit vielen Themen geben, aber nehmen wir jetzt mal eben den einen Punkt raus. Und meine Frage wäre, wo verortet ihr euch da als Gospelforum? Seid ihr mehr Team Freiheiten oder Team Kulturkampf? Also ganz klar im freien Raum. Ich würde sagen, ich bin lieber auf dem Marktplatz unterwegs, als dass ich mich in einer Katakombe verstecken muss, hat mal jemand gesagt und so würde ich das auch sehen für uns. Wir wollen den Raum nicht kleiner machen. Ich glaube, das, wo wir gerufen sind, ist glaubwürdig zu leben und Mission heißt, einzuladen, nicht auszuschließen. Und, Und ich denke, das ist die Art und Weise, wie es auch Jesus gemacht hat. Und unsere Gesellschaft, die gibt uns eben die Möglichkeit, dass wir ja auch frei unseren Glauben auch leben können, auch authentisch. Und deswegen sind wir auf jeden Fall auch Freunde vom freien Raum anstelle vom autoritären Kulturkampf. Weil am Ende, glaube ich, da auch keiner im Kulturkampf gewinnen kann, sondern mit glaubwürdigen Glauben auch in der damaligen Kultur. Ich war schon ein paar Mal in Ephesus, wenn man sich auch mal den Kontext der Christen der damaligen Zeit anschaut. So einfach viele Kulturen an manchen Orten und einfach die Art und Weise, wie sich der Glaube multipliziert hat, war eben nicht durch einen Kulturkampf, sondern eben durch authentische Nachfolge, vor allem am Anfang, so in der Geburtstunde der Kirche von Jesus Christus. Und eben da wollen wir inspiriert sein, dass wir eben unseren Glauben authentisch leben und eben an der Liebe zueinander dann auch die Menschen entdecken, auf wem wir nachfolgen. Das finde ich großartig und ich glaube auch, dass es sehr gute Gründe gibt, das genauso zu handhaben. Ich würde halt sagen, was sind die Alternativen? Also die Alternativen sind ja, dass du hingehen musst und sagen musst, wenn man will, dass die eigene Gruppe sozusagen im Kulturkampf auf der Siegerseite ist, dann geht es nur, indem du dich eben an einen Staat, an irgendeinen Mächtigen dranhängst. Und das finde ich ist schwierig. Ich glaube, das machen die Sedras im Grunde, indem sie eben sagen, Mager, Mager, Mager. Und ich glaube, das ist immer schwierig, wenn man sich zu sehr verbandelt mit einer staatlichen Macht. Und ich glaube auch das andere, also was passiert, wenn man damit erfolgreich hat? Also wenn man Erfolg hat, wenn man also sagen kann, so wie wir Sedras das sagen, Jesus steht wieder über unserer Nationen. Ich glaube daran, dass es eine gute Sache ist, Menschen in die Nachfolge Jesu einzuladen. Zu sagen, lebe dein Leben in der Nachfolge Jesu. Lerne von Jesus, werde vom Heiligen Geist geführt und so weiter. Da kann ich sehr viel mit anfangen. Ich kann aber nichts damit anfangen, wenn man sagt, den Job des Heiligen Geistes, das macht jetzt der Staat, weil der zwingt nämlich dann die Menschen christlich zu leben. Und das, was daraus entsteht, sind Namenschristen, wenn man so will. Also ich finde es hochproblematisch. Wir sehen das ja auch in unserer christlichen Landschaft. Nur weil jetzt irgendwo was Christliches draufsteht, gibt es ja doch auch unterschiedliche Interpretationen. Und eben, da lohnt es sich vor allem, oder da ist es wichtig heutzutage genauer auch hinzuschauen, weil wir ja, ich denke auch weltweit, nochmal ganz andere Entwicklungen auch haben. Und eben auch diese Feindbilder oder so harte Narrative auch zu schaffen, eben wie auch zum Beispiel die Muslime. Das waren dann auch solche Statements, wenn jetzt alle Muslime Terroristen sind, das ist halt schwierig, wenn dein Nachbar, dein Arbeitskollege oder vor ein paar Wochen war ich eben mit einem Moslem im Bierzelt ein Bier trinken. Wenn jetzt halt jeder Moslem eine Eroberungstendenz hat und ein Terrorist ist, dann habe ich extrem schwere Karten. Neben unserer Gemeinde direkt ist ein türkischer Verein, mit dem ich mich sehr gut verstehe. Die machen ab und zu mal ihre muslimische Feste. Und ich gehe da ab und zu rein und trinke einen Red Bull mit denen. Und der kommt ab und zu auch rüber zu mir in den Gottesdienst und guckt, was wir so machen. Und wenn das jetzt eben alles Terroristen sind, dann werden die Narrative und die Feinbilder eben gebildet. Das wird schwierig und wir müssen eben aufpassen, dass auf der einen Seite passieren schreckliche Terrorattentate, eben auch durch Islamisten, nicht nur, aber auch weltweit. Aber wir dürfen jetzt ein Feindbild von woanders, wir können halt das Narrativ nicht einfach in unser Land eins zu eins importieren. Da müssen wir schon einfach auch vorsichtig sein und unsensibel und eben Dinge. Mit Fakten auch arbeiten und eben nicht mit irgendwelchen Angstzuständen. Und zum Beispiel, das war jetzt auch eine Sache, weil man sagt, ja, 99 Prozent aller Terroristen sind Moslems. So, das entspricht halt den Zahlen jetzt in Europa auch nicht der Realität. Und eben mit solchen Aussagen baut man eben auch Narrative auf. Und ich glaube, da ist es schon wichtig, auch eben in einer offenen Gesellschaft, dass wir dann halt auch genau hinhören und genau auch arbeiten. Das würde ich jetzt auch bei meinen Predigen erwarten, wenn ich dann jetzt irgendwelche falschen Statistiken oder sowas bringe, sodass man sagt, hey Moment mal, das ist doch eigentlich, kann man Sachen anders sehen. Und ich glaube, da ist es halt wichtig, so eben miteinander auch vor allem ins Gespräch zu kommen und eben jetzt nicht Angst und so Feindnarrative eben über einzelne Gruppen auch in unserer Gesellschaft vor allem aufzubauen. Ich glaube, da hat die Kirche jetzt zumindest, wir sehen da auch als Kirche, da haben wir einen anderen Auftrag und wollen eben dafür jetzt auch keinen Raum geben. Ich arbeite sonst als Lehrer. Und habe da vor Jahren mit einer Klasse mal so ein Projekt gemacht, wo wir Todesopfer von Terroranschlägen ausgestellt haben sozusagen. Und dann haben wir das geteilt einmal, Todesopfer durch Islamismus, also politischen Islam und Rechtsextremismus. Und das ist eben krass, weil wir haben glaube ich in den 90er Jahren angefangen. Und damals, ich glaube wir hatten irgendwie knapp 20 Todesopfer durch Islamismus. Und ich glaube es waren um die 200 eben durch Recht Extremismus. Und deswegen, ich finde es gut, was du sagst, man muss einfach bei den Fakten bleiben. Und wenn du irgendwie in der Klasse zig Muslime hast, dann passt es einfach nicht zusammen, dieses Weltbild, das schwierig. Genau, ich mache denen einen Punkt nochmal eben. Also für mich ist eben wichtig, diese Sache mit dem Raum zu sagen, man setzt sich halt dafür ein, dass Menschen, die anders ticken, eben auch in dieser Gesellschaft, in der offenen Gesellschaft da sein können, auch wenn ich es eben selber total anders sehe. Deswegen finde ich es eigentlich auch cool, dass wir hier sitzen, weil, ich sag mal, wir haben wahrscheinlich in manchen Sachen sehr ähnliche, aber in manchen Sachen auch total unterschiedliche Ansichten. Und genauso würde ich sagen, die Baptisten, die werden eben auch ganz klar dieses Jesus-Ding haben. Die stehen nicht im Verdacht, jetzt zu sagen, eigentlich sind wir doch so ein bisschen slightly Muslims. Das ist eben nicht der Fall. Aber zu sagen, nee, ich glaube einfach was anderes, aber ich setze mich halt dafür ein, dass andere auch in dieser Gesellschaft Platz haben können. Ich glaube, das ist ein ganz entscheidender Punkt. Und das eben auch genauso bei Religion. Genau. Ich würde gerne noch ein Fass aufmachen und zwar in der Hinsicht, ihr habt in eurem Statement in Punkt 5 etwas über politische Heimatlosigkeit aufgestimmt. Ich lese das mal eben vor. Aber ihr sagt, wir sind politisch heimatlos. Das hat bei uns eine lange Geschichte. Unsere Gemeinde entstand in den 1930er Jahren aus kleinen Gebetskreisen, die sich in der Zeit des Nationalsozialismus im Verborgenen trafen. Diese Erfahrung prägt uns bis heute. Der Glaube darf sich keiner Ideologie und keiner politischen Macht unterordnen. Deshalb gehören wir keinem Lager an, weder rechts noch links. Wir machen keine Parteipolitik und lassen den Glauben nicht für politische Kämpfe vereinnahmen. Unsere Hoffnung liegt nicht in Parteien oder Personen, sondern in Gott. Unser Bürgerrecht aber ist in den Himmeln. Fand ich spannend, also auch, weil ich habe tatsächlich eine rechtsehnliche Geschichte, was Gemeinde im Nationalsozialismus angehört. Da waren in der Brüdergemeinde, die waren auch dann, da komme ich her, die waren dann auch so ein bisschen, naja. Für mich ist die Frage, was bedeutet für euch, sich politisch nicht zu vereinnahmen? Ja, das ist natürlich eine spannende Frage. Du kannst natürlich inhaltlich jetzt, wenn irgendwelche, eine Partei inhaltliche Punkte haben, so von denen sind wir natürlich nicht distanziert. Aber ich denke, ein gutes Bild zum Beispiel ist, dass wir bei uns politische Funktionäre aus drei unterschiedlichen Parteien, die sind Mitglieder bei uns im Gospel-Forum, und jetzt keiner von denen ist bis jetzt in seiner politischen Funktion, obwohl die schon viele Jahre hier sind, Mitglieder im Gospel-Forum, sind die noch nie aufgetreten in ihrer politischen Funktion. Und eben, Ich denke, die große Frage ist eben zum Beispiel Propaganda oder auch das Werben für Parteien oder eben für spezielle Personen in Wahlvorgängen. Zum Beispiel, das haben wir nicht gemacht. Oder es gibt ja Gemeinden zum Beispiel, die werben ganz speziell für Parteien oder die sagen, der Wille Gottes ist nur folgende Partei oder was auch immer. So eben, das sind jetzt zum Beispiel solche Statements, die wird es jetzt von uns nicht geben, sondern wir glauben, dass jeder Bürger in Deutschland das gute Recht und die Freiheit hat, das selber auch zu entscheiden. Und wir wollen das auch ganz bewusst zur Hand haben, dass wir eben da keine. Parteipolitik oder einzelne Parteien irgendwie hervorheben oder promoten oder eben besonders darstellen. Weil natürlich würde ich jetzt sagen, als Christ kann man vermutlich nicht alle Parteien gleich wählen. Das würde ich wahrscheinlich schon teilen. Aber eben diese Freiheit, die soll schon jeder treffen für sich, was er wählen möchte und so. Die Sedras haben ja einen sehr klaren, ich sage mal, Mager. Fan-Club, weiß ich nicht. Also die scheinen sehr stark in ihrer Ausrichtung, sich mit der Donald Trump-Maga, mit den Republikanern da zu verbünden. Da gibt es verschiedene Dinge. Also das macht deutlich, dass sich das beißt bei euch. Also dass dann eben klar wäre, du kannst jetzt nicht dich hinstellen und sagen, mager ist es. Ich habe ein bisschen über euch recherchiert und habe herausgefunden, dass ihr mal im Spiegel wart. Da hat es vor ungefähr zehn Jahren, ist jetzt lange her, ich weiß, aber da hat es mal folgendes gesehen. Ihr hattet einen Prediger da, Ben Fitzgerald und der Spiegel hat herausgefunden, dass der eine Wuschelfrisur hat und einen verlotterten Bart. Kann dir nichts zu sagen, aber der soll auf der Bühne gesagt haben, I want Deutsche to be proud of being Deutsche. Who cares about history? Also auf Deutsch. Ich möchte gerne, dass Deutsche wieder stolz auf Deutsch sein sind. Wen interessiert schon die Vergangenheit? Der Spiegel, die kommentieren dann und niemand stand auf und sagte, hier ich. Für mich ist folgender Punkt. Ihr sagt, ihr seid politisch heimatlos. Ich frage mich aber, ob das nicht eigentlich eine politische Vereinnahmung verschleiert. Also sprich, dieses Who cares about history, das klingt für mich sehr nach AfD, Höcke, sagte mal sowas, Erinnerungskulturelle Kehrtwende und so weiter. Und ich frage mich, wie reagierst du darauf? Weil ich denke mir, ich habe Kinder, wenn die zu euch in den Gottesdienst gehen und dann lernen die da Sachen, die aber nicht als politisch markiert sind, sondern das sagt der Prediger dann einfach so, der geht dann irgendwo auch, der hat eine Bühne, das macht ein bisschen was, das prägt. Und ich als Vater würde mich fragen, also lernen die Kinder da eigentlich zum Beispiel jetzt so AfD-Positionen, nur das wird eben so ein bisschen verschleiert. Wie reagierst du darauf? Also ich würde mal sagen, für uns ist erstmal die Geschichte, weil du das gesagt hast, who cares about history, also wir, we care about history, also uns ist die Geschichte nicht egal, eben unsere Gemeinde, die hat ihre Wurzeln auch und auch in politischer Verfolgung und deswegen ist uns das nicht egal. Das ist natürlich immer für Leute aus dem Ausland einfach zu sagen, dass wir, who cares about history in German, wenn du halt Geschichte in Deutschland hast, dann ist es halt einfach anders, als wenn du die halt nicht hast und eben die Verantwortung. Die wollen wir nehmen. Wollen wir nehmen. Ich denke, eine Sache, was jetzt der Vater von seinem Kind, von uns erwarten kann, ist, dass eben das Kind bei uns eben lernt, dass Jesus größer ist als jedes politische Lager. Und das soll auch unser Fokus sein. Und wenn das jetzt den Sprecher bei uns anders sieht, dann hat er auch bei uns auf der Bühne eigentlich nichts zu suchen. Okay. Ja. Ich frage nochmal nach, habt ihr für euch irgendwie so ein Konzept, wo ihr sagt, also wir müssen unseren Jugendlichen oder generell den Menschen auch so ein bisschen so etwas wie kritisches Denken mitgeben? So im Sinne von, also Sandra meinte zum Beispiel eben dieses, wenn Gott was sagt, dann hältst du die Schnauze. Und wenn Gott was sagt, dann hält auch die Politik die Schnauze und so weiter. Das hat er so sinngemäß gesagt. Und er meinte eben, weil deine eigene Meinung finde ich nicht in der Bibel. Ich habe nochmal nachgeguckt, ich habe es gefunden. Ich habe gefunden, nämlich prüft alles. Wie siehst du das? Ja, also ich denke, wir brauchen da auch einen Dialog und auch, ich sage mal, das Gespräch immer miteinander. Und ich finde dieses ständige Hinterfragen, das ist ja auch Teil von dem Prozess und Teil der Nachfolge, dass wir eben auch zweifeln dürfen, aber eben, dass wir selbst in unserem Zweifeln zu unserem Glauben sagen, Glaube. Und ja, Angst kann im Menschen zwar viel bewegen, aber ich glaube, dass die Liebe nur wirklich nachhaltig was verändert. Und Wahrheit muss nie lieblos gesagt werden. Das ist auch, wofür wir stehen wollen. Eben klar in der Wahrheit, aber auch irgendwie radikal in der Liebe. So verstehe ich auch Jesus. Und das ist ein unheimliches Spannungsfeld. In dem wir uns ja selber auch reinstellen. Und deswegen ist auch die Umkehr, so, wir müssen selber als erstes umkehren. Es ist ein demütiges Leben, sodass den Demütigen gibt am Ende der Herr auch Gnade. Und das ist die Art und Weise, die wir leben wollen. Eben Manipulation und Angst, das sehen wir eben nicht als Frucht des Geistes. Vielleicht sind heutzutage Klicks oder Resonanz online sehen Leute als Frucht. Aber die Frucht des Geistes ist eben Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte. Das ist die Frucht des Geistes. Und eben das wollen wir als einen Indikator auch für unsere Gemeinschaft haben. Und eben wir wollen nicht die nächste Generation jetzt wegen der Wahrheit verlieren, weil ich glaube, da gibt es auf jeden Fall auch Möglichkeiten, Debatten zu führen. Aber eben der Ton ist doch auch entscheidend und das war jetzt für das Feierfestival und für uns jetzt in der Woche, der Ton war auf jeden Fall das, was uns ja auch am allermeisten gestört hat. Und der Ton macht dann schon auch die Musik, weil eben Wahrheit... Denke ich, immer in Liebe gesagt werden kann. Wahrheit muss nicht lieblos kommuniziert werden. Das ist schwierig, das ist nicht einfach, aber das ist doch eine gute Herausforderung, die wir auch in den Kirchen in Deutschland leben können. Über andere herzuziehen, Feindbilder aufzubauen, das ist ja einfach. Aber eben genau das andere zu leben, ist doch die viel tiefere Aufgabe, worum es eigentlich bei Nachfolge wirklich geht. Gutes Schlusswort. Markus, vielen Dank, dass du den Weg auf dich genommen hast. Also ich würde sagen, zu uns zu kommen, ist wirklich auch mutig. Wir haben im Vorfeld uns kritische Fragen überlegt. Die haben wir dir auch vorher geschickt, weil wir wollten dich jetzt nicht vorfühlen, sondern wir waren wirklich daran interessiert, dass du das sagen kannst, was du sagst. Danke, dass du dich darauf eingelassen hast. Ich ziehe da wirklich den Hut. Ich ziehe auch den Hut davon, dass ihr konsequent wart und da für euch dann Martin Sedra und seine Frau ausgeladen habt. Vielen Dank, dass du da diese ganzen Hintergründe erklärt hast. War mir ein Fest. Vielen Dank dir. Ja, hat mich auch ganz arg gefreut, Jason ein bisschen Zeit mit dir zu haben. Ich wünsche euch alles, alles Gute und vielleicht sehen wir uns oder hören wir uns hier und da mal wieder. Ja, ich bin tatsächlich demnächst in Stuttgart. Da ist vom Apologetik-Projekt diese Debatten kommen. Das habe ich gesehen, ja. Also dann komm mal vorbei, wir haben einen guten Kaffee. Du musst nur die Sprechervereinbarung unterschreiben und dann bist du dabei. Sehr gut. Ich verspreche, ich werde niemanden abwerten und so. Alles klar, super. Markus, vielen Dank. Bis dahin. Alles Gute euch und bis bald.