Liebe Leute, herzlich willkommen bei Schöner Glauben. Mein Name ist Jason und, heute ist Björn da und das ist eine besonders gute Sache, weil Björn nämlich mittlerweile auch Teammitglied von Schöner Glauben ist. Das heißt, heute ist deine erste Folge als Teammitglied. Herzlich willkommen. Glückwunsch, dass du da bist. Yeah. Ja, klick auf, Jason. Ich freue mich ganz sehr und alle, die das hören. Ja, sehr schön. Björn, wie ist es? Was macht Leben gerade? Ich habe gehört, du bist tatsächlich schon recht viel gerade am Podcasten. Ja, ja, was heißt, ja, ich durfte mit Mo vor ein paar Tagen, meine Folge im Holy Club aufnehmen. Genau, das ist richtig cool, weil ich das irgendwie schon in den letzten Jahren oft mit viel verfolgt habe und ja jetzt Teil des Melodismus bin. Und da jetzt auch die Namen teilweise dahinter kennenlerne, das ist ja richtig cool. Genau, da freue ich mich sehr drüber. Wir waren ja zusammen auch beim Freakstock, und es gab diesen einen Moment, den ich tief in meinem Herzen bewahre, weil er ein sehr, sehr schöner Moment war. Es war auch ein bisschen peinlich, aber war auch einfach ein sehr schöner Moment. Und zwar, es gibt ja die Sternibar. Für diejenigen, die noch nie beim Freakstock waren, es gibt die Sternibar. Und die Sternibar ist einfach wunderbar, weil das so eine Berliner Eckkneipe nachgebaut ist irgendwo da im Dickicht dieses Flughafens. Und dann kommst du da hin und stehst da und trinkst ein Bierchen. Und dann steht Ben Barkitsch da, seinerseits Methodistenpastor in Konstanz. Und wir waren im Gespräch und dann kamst du dazu. Und ich habe dich erst nicht erkannt, weil du hattest eine Mütze auf, die ich tatsächlich nicht zuordnen konnte oder die es mir schwer gemacht hat. Und dann konnte ich euch beiden vorstellen und dann Ben und du, beide Methodisten, habt euch dann da kennengelernt, das war eine sehr schöne Erinnerung. Ja, das ist wirklich super, einfach Leute kennenzulernen in der Sternibar, ich habe da vorher schon von einigen Freunden mir sagen lassen, hey, das wird genau dein Ding sein, die Sternibar auf dem Freakstock und das hat, leider vorher nie so richtig gepasst, da mal mit hinzukommen und meine Erwartungshaltungen waren groß und die wurden einfach noch phänomenal übertroffen. Das war ja so klasse, dass einfach progressiven Glauben und eine Sternibar einfach zu verbinden, das war super, wirklich einfach spitze. Ich habe glaube ich zwischendrin mal ein ganz kleines bisschen vor Freude geweint, weil ich das so toll fand. Das fühle ich. Ja, der äh, Wie soll ich sagen? Ich bin ja nicht mehr so Feier-Trink-Fest wie, wobei so richtig war ich das auch nie, aber ich merke, ich bin dann irgendwann so um zwölf oder kurz nach zwölf ist bei mir immer Schicht, aber habe dann am nächsten Tag immer so die ganzen Videos bekommen und sowas, was dann an der Sternibar noch abgegangen ist. Mitten drin natürlich Lasse bei uns aus dem Team, der da an der Bar mit ausgeholfen hat und den Laden da geschmissen hat. Das ist legendär gewesen. Also sehr viel getanzt, sehr viel Spaß, sehr gut. Ja, ich wurde da im Studium auch darauf vorbereitet, dass man theologische Diskurse schafft, immer noch zu führen, wenn der Promillepegel erheblich steigt. Aber irgendwie ist das so ein Ding, das wusste ich am Anfang gar nicht, dass Theologen so ganz oft so eine Schnittmenge haben mit Whisky-Tasting und so. Die besten theologischen Ideen kommen ab. Und das ist am Anfang schon schwierig gewesen, dass du dann irgendwie die Gedankengänge noch ein bisschen gerade ausgekriegt hast. Aber wenn man das schafft, wenn man es schafft, einen theologischen Gedanken, betrunken rüber zu bekommen, dann hast du nur Verstandung, glaube ich. Das ist so die Faustregel. Ich meine, auf eine Weise. Bei solchen Trinkaktionen ist ja manchmal auch das Problem, dass man denkt, man hat jetzt eine richtig gute Idee und in dem Moment fühlt es sich total gut an. Ich hatte mal einen Bandkollegen, die haben das gemacht, die irgendwie, ich bin mir nicht mehr sicher, ob sie gekifft haben oder gesoffen. Jedenfalls haben sie was aufgenommen in der Nacht und dachten, das wird der Banger. Nächstes Morgen haben sie es wieder gelöscht. Weiß nicht. Naja, aber. Jetzt nicht direkt an der Sterni, aber so ein bisschen danach kamen wir dann nochmal ins Gespräch und haben dann überlegt und so. Und dann war die Idee, warum kommst du nicht einfach mit ins Team? Und das leuchtete mir ziemlich gut ein. Und dann bist du jetzt hier. Ich glaube, das wäre aber ein bisschen verkürzt, die Geschichte. Da kann man ein bisschen mehr zu erzählen. Ich glaube, das wäre cool, deine Geschichte so ein bisschen nochmal aufzugreifen. Wo kommst du her? Wer bist du? Und dann war die Idee, warum kommst du nicht einfach mit ins Team? Also man kann sagen, du kommst aus dem Osten. Jo. Ich denke, das wird man an der einen oder anderen Stelle auch hören. Eine faire Beschreibung. Aber ich bin stets bemüht. Ich sage ja immer, wenn ich mal irgendwann Zeit habe, ich möchte unfassbar gerne unterschiedliche Dialekte können. Weil ich das großartig finde, wenn man das kann. So habe Kerkeling. Ich liebe ihn allein dafür, dass er so viele Dialekte kann. Fühlen wir mal auch. Der ist krass. Also es ist ja für Sachsen immer sehr schwierig, das mit anzuhören, wenn Leute probieren, sächsisch zu reden, weil es klingt im allermeisten Fall wirklich einfach schlimm. Auch falsch. Manche können das wirklich sehr authentisch und da bin ich schon beeindruckt. Also, ich probiere oft immer so mich im Schwäbischen und man bekommt die Tonlage einfach nicht hin. Das ist so eine unike Tonlage. Darum ist es total interessant. Also, ich komme ja aus einer Region, wo das Zwickauer Land aufs Erzgebirge trifft und aufs Vogtland und im Vogtland wirklich, da musst du Du musst so einen Kilometer von da, wo ich herkomme, weiterfahren. Und die Leute, die haben eine komplett andere Tonlage. Man sagt ja auch, die singen, die Furchtländer, die singen nämlich immer so. Und ich kenne die immer so. Wir denken, na, auf, mit der Stimme, wir haben wieder nicht runter. Und da gewöhnt man sich dran. Das hat so ein heimelisches Gefühl. Kannst du, glaube ich, auch erst, wenn du da aus der Gegend kommst. Ich war am Wochenende in Wien, habe da einen Workshop gegeben. Als Österreicher, kurz vor Wien, St. Pölten war das. Dann war aber ein Mensch da, Der hat dann die ganze Zeit, also er hat es ja brutals verraten, der hat nämlich immer von Watt und Dat gesprochen. Weißt du, die redet ja Rohrpott. Weißt du Bescheid, Rohrpott. Und dann habe ich in die Harnung gesprochen, Rohrpott, ne? Habt man das gehört? Ja, okay. Das war für mich ein Bonding-Moment. Wir hatten mal so eine Veranstaltung mit, der großartigen Jasmin Brückner und Elli, die haben ja so ein Konzert mit Poetries und Liedern und die Ellie kommt ja auch aus Bochum, und das fand ich total cool, dass sie einfach das Steigerlied dort auch singen, weil das ist wirklich so ein Ding bei uns hier. Das können alle schon so mit den ersten Worten, mit der Muttersprache, die man lernt, schon beigebracht. Und die singen das auch, das fand ich krass. Okay, das hat mein Weltbild erschüttert. Ich dachte, das ist was Besonderes für uns. Ja. Ja. Erzähl mal ein bisschen, wo kommst du her? Was ist deine Geschichte? Meine Geschichte? Ja, also. Ich bin Björn. Ich bin ein großer Fantasy-Fan. Ich bin ein großer One-Piece-Fan. Das ist eine große Leidenschaft und vor allen Dingen mache ich gerne Jugendarbeit. Und das alles kommt daher, dass. Ich bin christlich sozialisiert. Ich komme aus einer evangelisch-lutherischen Kirche, aus einem ländlichen Setting, aus einem beschriebenen Gebiet in Sachsen. Und irgendwie hat mich Glauben nicht so richtig bekommen damals. Ich fand das kirchliche Setting sehr, sehr fremd, befremdlich. Ich habe das auch nie so richtig verstanden, was die Leute dort eigentlich, auch akustisch teilweise nicht verstanden, was die Leute dort eigentlich gerade alle gemeinsam sprechen. Und manchmal, wenn ich nachgefragt habe, würde ich das auch niemand so richtig erklären. Dementsprechend hatte ich da kein großes Interesse, auch bei der Konfi-Arbeit. Ich war relativ oft sehr, aber auch, glaube ich, ein bisschen ein anstrengender Sprenger-Typ. Und das hat man den Konfi-Arbeitern und Arbeiterinnen. Das waren, glaube ich, alles Konfi-Arbeiter. Auch angemerkt. Ja, aber irgendwie hatte ich eine Person da in diesem Arbeiter-Team, die sich ganz treu, mit mir hingesetzt hat, dann mit dran geblieben ist und da ist auch so ein bisschen meine Leidenschaft dafür entstanden, das Jugendlichen wiederzugeben. Dieses Gefühl, hey, du bist mir nicht zu viel, ich halte es aus, wie du bist und du kannst. Deine Fragen an mich stellen und das hat mir überhaupt erst so ein bisschen, den Drive gegeben, am Glauben dran zu bleiben, auch wenn ich so in dieser ganzen, Spätproportitätsphase und so dieser Sturm und Drang Zeit wirklich wenig damit zu tun hatte. Und das hat mich aber einmal so ein bisschen getroffen, als mir irgendjemand mal gesagt hat, ja, na ganz ehrlich, also das, was du, ich habe ja schon gesagt, ich bin Christ und habe das auch für mich so als, so geclaimt. Und dann hat mir irgendwann mal jemand so einen Spruch gedrückt und hat gesagt, ja, ganz ehrlich, das, was du mit Gott kannst, das kann ich auch ohne. Und da dachte ich so, okay, irgendwie müsste ich dem vielleicht nochmal ein bisschen nachgehen und habe dort auch in verschiedenen Sachen probiert. Mich auseinanderzusetzen, auch in verschiedenen religiösen Kontexten, am Endeffekt hatte ich aber dann so einen Punkt, wo ich so für mich im Nachhinein selbst jetzt so in einem, wo man schon auch in vielen Punkten aufgeklärter ist und viel gelernt hat, trotzdem noch an einen Punkt kam, wo ich sagte, da hatte ich glaube ich eine Gottesbegegnung, und die hat mich ganz schön getroffen und da habe ich dann gesagt, ja krass, also wenn das wirklich Jesus war, der da irgendwie vielleicht gesprochen hat. Dann habe ich ihn offensichtlich noch nicht kennengelernt so richtig. Und wenn die Leute sagen, man kann das in der Bibel finden, dann müsste ich dem auf den Grund gehen. Und das war so ein bisschen die Initialzündung, so eine, Ja, theologischen Reise würde ich es mal nennen. Genau. Man muss halt dazu sagen, die Einflüsse, die wir hatten oder die Sachen, mit denen wir uns umgeben haben, das waren schon, im Nachhinein kann man schon klar sagen, evangelikale Einflüsse. Aber wiederum haben wir jetzt auch manchmal als Freundeskreis darüber nachgedacht und gedacht, krass schon wild, was wir so für Sachen gesehen haben und was wir für ein Weltbild beigebracht bekommen haben. Aber gleichzeitig muss ich, glaube ich, mittlerweile auch anerkennen, wir hatten gar keine andere Wahl. Also es gab halt auch wirklich keinen lebendigen Glauben irgendwo zu finden, wenn man es mal so claimen möchte, lebendigen Glauben so irgendwo zu finden als dort. Und irgendwie deswegen war das auch unsere Initialzündung und irgendwie auch voll krass, wie viel wir da gelernt haben. Was wir für. Verantwortungspositionen bekommen haben, wie viel wir uns ausprobieren durften. Und das ist schon verrückt. Da würde ich gerne nochmal einsteigen. Du bist ja Postwende-Kind, so sagt man, ne? Ja. Ich bin im 97er-Jahrgang. ein Selenial, so genau der Hybrid aus Gen Z und Millennial. Und, ich finde das spannend, was für eine Art von Christenheit gibt es da überhaupt? Ich glaube, das ist. In meinen Umfeldern, so wie ich das wahrgenommen habe, ist das eigentlich recht unbekannt, wie Christentum in der DDR und danach aussah. Also man weiß halt, ja, ist alles ein bisschen schwierig gewesen, konnte man keine Nachteile haben und dann erzählst du aber, es gibt aber eine sehr, sehr fromme Szene und das ist jetzt ja auch, so wie ich das verstanden habe, in deiner Gegend jetzt keine. Minderheit oder ist zumindest nicht selten. Also es gibt recht viele da, die glauben oder erklär mal ein bisschen, wie ist die christliche Szene da? Also viele haben da schon auch einen leidgeprüften Glauben und können da auch krasse Geschichten erzählen, wie sie sich das bewahrt haben. Von solchen Sachen wie, während der Pfarrer quasi gepredigt hat, wusste er genau, wer dort quasi die Stasi-Leute waren, die dann zur Rechenschaft ziehen würden, wenn er jetzt irgendwas Staatskritisches sagt. Und es ist wiederum total interessant, dass dann schon doch sehr viele mutige Pastoren und Pastoren. Damals noch aufgetreten sind, die auch quasi mit dem Staatssystem, wie sie es erlebt haben, und dem Evangelium, wie sie es erfahren haben, das nicht mal übereingekriegt haben und auch gesagt haben, das ist nicht das, wie christliche Nächstenliebe aussieht und da hier und da auch mal angestoßen sind. Und es hatte das ja auch verschiedene Phasen. Und unter anderem gab es dann die Phase von der Regierungsseite her auch, dass erkannt wurde, dass Kirche sehr identitätsbildend ist, auch mit dieser ganzen Konformationsarbeit. Und das war eher ein Dorn im Auge. Da wurde dann quasi die Jugendweihe erfunden. Als so ein bisschen Gegenpol. Und das ist dann schon ein Punkt, einige auch ältere, auch voreindere Pastoren sagen, das war so ein Punkt, wo die viele dann unterschieden haben. Bist du jetzt wirklich ein bekennender Christ und machst keine Jugendweihe, sondern machst eine Konfirmation? Oder gehst du quasi ins Weltliche, ins Gegensystem über? Und das war ja wirklich dann irgendwann auch eine gewisse Polemik auch zu erkennen, wenn dann solche Phrasen kamen wie Ohne Gott und Sonnenschein fahren wir die Ernte ein und sowas. Das dann bewusst auch so ein bisschen geschossen wurde. Das ist ein bisschen, absurd und auch ein bisschen lustig, wenn das so aufgegriffen wird, wie die Leute so gedacht haben. Also wir hatten auch eine krasse Hybris. Und das ist schon spannend, was da für Charaktere entstanden sind in der Zeit, und wie die den Glauben weitergegeben haben. Ja, also ich glaube schon, auch in der Kirchengeschichte so ein bisschen, dass man so ein bisschen erkennen kann, da wo Glaube auch einen gewissen Druck erfährt, dann wird er glaube ich anders, da bewährt er sich anders. Und das kann man schon hier auch bei manchen Leuten erkennen. Jetzt hast du dann irgendwann schon auch die Phase, dass man sagt ja, wir sind hier ein bisschen so die Ausläufer vom Bible Belt, der so vom Stuttgarter Raum so ein pietistischer Streifen sich so abbildet. Und das ist schon auch ein Label, was ich glaube ich definitiv geben würde. Also es ist größtenteils schon sehr pietistischer Glaube. Also wir treffen uns in kleinen Gruppen und lesen die Bibel nochmal. Und wir haben keine Lust auf, mehr Schein als Sein. Da reagieren auch Leute sehr scharf drauf, wenn quasi das Leben mit dem Kirchlichen vereingeht. Nach ihren Ansichten nach. früher hat er dann immer gesagt, du kannst nicht, Wasser predigen und Wein saufen. Ich würde mittlerweile, glaube ich, anders formulieren, würde sagen, das Problem von vielen ist, dass sie, den Wein predigen und das Wasser saufen. So. Aber irgendwie, so wie ich es erfahren habe, es ist schon, dass ich, glaube ich, in einer Zeit geboren wurde, viele nennen das auch, benutzen auch dieses Wording Erweckungsbewegung, die irgendwie anscheinend stattgefunden haben, soll auch, mit allem, was, dazugehörte und es hatte auch bei uns hier einen recht Pfingstcharismatischen Touch gehabt. Und ja, so übernatürliche Wundererzählungen gibt es da einige. Und das war interessant zu hören für mich. Und ich dachte mir aber, interessant, dass das so abgeabbt ist. So war da meine Wahrnehmung als Jugendlicher, weil es war halt für mich dann auch schon tatsächlich mehr dieses traditionelle, wir machen Sachen, wir hinterfragen Sachen nicht. Und das hat mich immer sehr gestört, weil ich bin halt einfach das klassische Warum-Kind gewesen. Das immer fragt und nervt und immer fragt, warum, warum, warum. Und wenn mir da halt niemand antworten geben konnte, warum stehen wir jetzt auf, warum sagen wir das jetzt, warum wir jetzt diesen lustigen Text gemeinsam sprechen und mir das niemand erklären kann, dann denke ich mir, okay, lost. Aber das heißt... Dieser erweckliche Glaube, dass besonders in den härteren Zeiten oder in den Zeiten, wo drauf geguckt worden ist, nochmal stärker, wo es weniger Meinungsfreiheit gab oder Religionsfreiheit da, das hast du nur noch vom Hörensagen mitbekommen oder ist das etwas gewesen, was für dich auch direkt schon prägend war? Ich war auf der Suche nach solchen Leuten und habe da relativ schnell, wenn man Leute gefunden hat, dann auch versucht, mich mit den Leuten zu treffen und zu hören, wie glauben sie, wie beten sie und da zu lernen. Also das war schon immer ein Ding. Ich habe dann später irgendwann mal rausgefunden, dass es, glaube ich, auch ein bisschen affin darauf war, starke Persönlichkeiten, die mir halt einfach so erklären, wie es jetzt ist. Und gleichzeitig habe ich auch da schon wahrgenommen, dass verschiedene Leute offensichtlich auf verschiedene Ergebnisse kommen und konnte das eigentlich auch ganz gut stehen lassen, um ehrlich zu sein. Und dieses, du schenkst mir Aufmerksamkeit, du wendest mich dir zu und ich darf jetzt so ein bisschen, manchmal waren es ja schon so Mentoring-Beziehungen mit Pastoren oder genau und erklär mir jetzt einmal, wie kann ich beten, was ist jetzt gerade der Text, der dich beschäftigt und warum, das genau habe ich ganz viel eingefordert, immer von Leuten. Ja, da gibt es Sinn. Dann hast du erzählt, du hast ein eigenes Erlebnis gehabt. Also vielleicht auch nochmal, ist das dann für dich alles im landeskirchlichen Bereich gewesen? Oder bist du da auch nochmal unterwegs gewesen? Der Start war schon im landeskirchlichen Bereich und auch die Erfahrung, die ich gemacht habe. Aber es ist bei uns auch schon immer so eine Allianzarbeit ausgeprägt. Genau und das. Bestand da immer eine ganz gute Zusammenarbeit auch zwischen, also was für uns hier relativ stark ist, landeskirchische Gemeinschaft und EFG-Kontext, also Brüdergemeinde. Also so die erste Welle von, wir, gehen aus der Landeskirche raus und machen unser eigenes Ding und die zweite Welle von, wir wollen unser eigenes Ding machen, gehen aber nicht so richtig aus der Landeskirche raus, wollen immer noch ein Teil davon bleiben. Also es ist ja dann eine Gemeinschaftsbewegung. Also diese Vinyard-Bewegung, die quasi so ein bisschen auch dann meiner Meinung nach so Part 3 ist, die gibt es bei uns nicht so krass. Genau, aber so Brüdergemeinden und Gemeinschaften schon. Und die arbeiten ganz gut miteinander zusammen. Das war auch immer was, was mich dann schon auch ein bisschen gestört hat, dass quasi in diesen Allianz-Kontexten dann immer nur, die landeskirtischen Pastoren quasi diese Einsegnungen vom Abendmahl oder so machen durften, weil die ja ordiniert sind. Das war schon immer was, was ich zutiefst nicht nachvollziehen konnte. Warum dürfen das jetzt die anderen nicht? Also das war dahingehend für mich erstmal so ein bisschen ein Befreiungsschlag aus dem evangelisch-rutterischen zu diesem Freieren hin, zum Freikirchlichen hin. Da waren wir schon das Freikirchliche schon eher näher, weil das halt auch im Lutherischen dann relativ schnell auch, naja, das sind die Sekten, die nicht so richtig drauf sind und da war ich schon mal skeptisch. Das kann ja nicht sein. Also da kenne ich mittlerweile dann viele, damals schon viele Leute, krassen, attraktiven Glauben hatten und da dachte ich, das sind ja keine Sekten da, es muss irgendwas schieflaufen. Das war meine Initialzündung. Mittlerweile glaube ich, denke ich da jetzt schon wieder ein bisschen anders drüber, was interessant ist. Weil sich dann doch einige diesen sektenähnlichen Statusanschein schon hart erarbeitet haben. Ich bin ja selber auch in der Brüdergemeinde aufgewachsen und, merke mittlerweile immer mehr, dass es bestimmte Dinge gibt, die mir dann doch als Prägung noch da sind. Und wo ich auch sagen will, ich bin sogar dankbar, dass ich die habe. Eins davon ist tatsächlich auch dieses, dass ich null mit religiösen Hierarchien anfangen kann. Also wenn da jemand irgendwelche religiöse Kleidung, irgendwelche Umhänge, irgendwelche Glocken, was weiß ich, keine Ahnung was die da alles haben. Das ist für mich, also das macht mit mir gar nichts. Ich finde, es funktioniert für mich nicht, diese geistliche Autorität in dem Sinn. Check ich komplett. Also auch dieses, wer bestimmt denn diesen Ordinationsstatus und warum hat man dann geistlich mehr Autorität, was zu geben. Also es hat auch meinen kompletten, wie ich das abends mal in der Bibel verstanden und gelesen habe, halt gar keinen Sinn gemacht. Mittlerweile ist es tatsächlich dann eher so, dass ich sage, ich kann jetzt dieses System, also dass es Bischöfe gibt und Superintendenten, die ein bisschen drüber gucken, wer sind denn jetzt so die Hauptamtlichen, die hier eingestellt sind, die ein bisschen einen Drive geben auch für die theologische Schlagrichtung, viel, viel mehr wertschätzen. Aber damals halt noch gar nicht. Das ist so, ich habe dann irgendwie so ein bisschen eine neue Liebe für die evangelisch-rothorische Landeskirche bekommen, aber damals war das schon erstmal notwendig, ein bisschen eine Außenperspektive da drauf zu bekommen. Und ich glaube, das ist auch wertvoll, dass man so ein paar Sachen vergleichen kann und sagen kann, das sind die Guten und das sind vielleicht die Sachen, wenn man ein bisschen kranken. Im Landeskirchlichen ist es ja dann auch so ein bisschen diese Struktur orthodoxie und das steht sich halt mittlerweile sehr selber im Weg und ist, denke ich, auch ein Problem. Das, was die Landeskirchen quasi mal angefangen haben, dass die, so ein Vakuum hinterlassen. Und das wird dann halt sehr schnell freikürftig eingenommen. Das habe ich selber auch am eigenen Leib, was heißt am eigenen Leib, ich habe es selber auch davon Nutzen gemacht, weil wir dann irgendwann in der Evangelisch-Lotterischen Landeskirche quasi eine relativ große Jugendarbeit aufgebaut haben. Da waren in verschiedenen Abschnitten Leute. Dabei gewesen an meiner Seite, auch mit denen ich das zusammen machen durfte und die wieder gegangen sind. Aber ich habe das relativ lange durchgezogen mit. Und die Ressourcen waren, man musste das ja immer wieder einfordern. Und dann hatten wir so ein ziemlich cooles Jugendpfarramt in Zwegau, dass dort eine große Schaltstelle war, die uns auch gesagt hat, hey Leute, ihr könnt euren Kirchenvorstand, ihr könnt das Geld für die Jugendarbeit, die müssen das, rücklegen, ihr könnt das richtig einfordern einfach. Und irgendwann, hey, denkt mal dran, übrigens, die müssen eine Person im Kirchenvorstand haben, die es unter 26 Jahre ist. Das heißt, ihr könnt euch da drauf plädieren und dann quasi eure Interessen im Kirchenvorstand vertreten. So was haben die dann gesteckt und dann dachte ich mir so, herrgeil, hallo. Übrigens, ich bin es und ich möchte jetzt Kirchenvorstandsmitglied sein, weil ihr gar keine Wahl habt. Und deswegen, ich glaube, ich bin wirklich auch schon immer ein bisschen in Pain in the Ass für Leute gewesen. Aber gleichzeitig habe ich für diese Jugendarbeit immer ganz viele Ressourcen zu bekommen. Schlussendlich war es so, dass wir dann eine gewisse Größe erreicht haben. Ich habe gesagt, ich brauche jetzt professionellere Unterstützung. Ich brauche Leute, die mir irgendwie dabei helfen, wie ich das organisieren kann. Wie ich das schaffe, eine Struktur aufzubauen, dass niemand hinten runterfällt. Und da hat es mich dann schon auch in die Arme der Freikirchen getrieben, weil die gesagt haben, ja, wir haben es. Wir haben Schulungen, wir haben Ressourcen, wir begleiten dich. Und das ist ja wirklich... Total faszinierend, was dort auch strategisch irgendwie aufgebaut wird. Genau, ist schon interessant. Also im Grunde, ich weiß nicht, ob man sagen kann, die Struktur stand im Weg. Das ist vielleicht ein bisschen zu viel, aber du hast die eigene Initiative genommen und dann da was aufgebaut. Was hast du da aufgebaut? Erzähl mal ein bisschen, wie diese Jugendarbeit ausgesehen hat. Also die hatte... Zum Grunde lag, ich war als Konfi da schon dabei und dann gab es aber einen relativ krassen Generationsbruch und das ist dann quasi mehr oder weniger eingeschlafen und ich war dann quasi genau dieses Bindeglied zwischen, nach mir kam ein paar Jahre nix und vor mir ein paar Jahre nix. Und nicht viel zumindest und das war quasi so eine klassische Herzbewegung gewesen und dann hatte ich das probiert nochmal neu aufleben zu lassen, hatte aber gar keine Ahnung gehabt, und auch keine Motivation, ich habe einfach viel lieber andere Sachen gemacht, und irgendwann habe ich aber dann dieses Herz für Jugendarbeit nochmal neu bekommen und habe es nochmal versucht und hatte dann auch Unterstützung vom Pastor vom Nachbarort, der mich da ein bisschen mensuriert hat und ein paar Freunde, die gesagt haben, komm, wir starten das gemeinsam als Team. Und habe dann nochmal ein paar Leute gefragt, ich habe dann hier, wie sieht es denn aus, ich brauche deine Hilfe, kannst du mich da nochmal ein bisschen begleiten? Und das war richtig cool, dass wir dann angefangen haben, was Neues wieder aufzubauen, was relativ schnell gewachsen ist. Und dann sind die Leute, die so ein bisschen den Start mit begleitet haben, ausgestiegen. Dann hatte ich mit engeren Freunden so ein Leitungsteam gebildet mehrere Jahre. Und dann habe ich gemerkt, ja krass, irgendwie haben wir jetzt so eine stabile, Gruppe erreicht, aber ich muss mehr wissen können, weitergeben können. Ich brauche irgendwie mehr Ahnung über dieses ganze Glauben und Bibel. Und da hatte ich dann so einen ganz klassischen, ich weiß nicht, ob das für dich auch klassisch ist, so diesen mehrere Leute aus unterschiedlichen Kontexten hatten mir dann mal so ein hast du schon gehört von dem und dem, von der und der Bibelschule. Und das hat von zwei oder drei bestätigt wird und so. Ja, genau. Und dann hatte ich schon für mich so den Ruf erkannt, zu sagen, ich gehe nach Bösterreich nach Schloss Klaus zu den Fackelträgern. Genau. Und da hatte ich dann ein halbes Jahr lang Bibelschul-Intensivstudium gehabt. Und bin dann mit einer anderen Attitude wiedergekommen, mit einem größeren Selbstbewusstsein, mit einem krassen Eifer, auch einem Missionseifer. Also rückblickend habe ich mittlerweile erkannt, dass ich, jahrelang mit einem undiagnostizierten ADHS durchs Leben gegangen bin, was vielleicht auch ein bisschen dieses ganz-oder-gar-nicht-Verhalten so ein bisschen erklärt. Und auf jeden Fall war es dann so, dass ich von Schloss Klaus wiederkam und habe dann erstmal im kompletten Dorf über die Osterzeit an jeder Tür geklingelt und habe, den Leuten so über Ostern so ein paar Sachen in die Hand gegeben und habe mit denen über den Glauben geredet. Also richtig krass. Nachher habe ich mir gedacht, würde ich jetzt keinen Fall mehr machen. Und es war aber witzig, was da so ein bisschen dabei auch entstanden ist, weil man hat dann auch immer mal Jugendliche kennengelernt. Und so ein bisschen offensiv. Also ich war da auch teilweise ziemlich direkt, wenn ich Leute auf der Straße getroffen habe, gesagt, hey, geh auf, Herr Wüsten, du hast Bock, mal mit in die Jugendarbeit zu kommen. Cool, steig ein, ich nehme dich mit hoch. Und so sind ganz großartige Freundschaften entstanden, die ich immer noch Freunde nennen darf. Das ist richtig cool. Und ja, in der Zeit, wo ich unter Klaus war, haben das dann Freunde von mir weitergemacht, die dann irgendwann ab einem gewissen Punkt, als ich wiederkam, dann auch gesagt haben, Wir haben jetzt hier gerade andere Lebenssituationen. Ja, genau. Und dann sind wir ja über die Corona-Zeit quasi gegangen und hatten dann so einen ganz krassen Eifer gehabt, zu sagen, wir lassen keine Stunde ausfallen. Aber jetzt nicht, wir scheißen auf alle Regeln, sondern wir sind relativ schnell auf erstmal online gegangen und haben dann, sobald es möglich war, probiert, irgendwie immer sämtliche Konzepte umzusetzen und Möglichkeiten, das mit, Leuten, die das alles dazu gehört, die getestet haben. Und mit verschiedenen Abstandskonzepten und dann mal auf Kleingruppe geschaltet und hey, heute machen wir nur zu zweit Spaziergänge und tun das über Glaubensinhalte austauschen. Also es waren immer ganz wilde Ideen und das hat aber tatsächlich total Frischi getragen, weil das ist ja groß geworden und das war dann auch der Punkt, wo ich gesagt habe, du brauchst irgendwie Unterstützung und Hilfe. Genau. Das war echt cool, diesen Spagat irgendwie hinzukriegen, dass man sagt, man scheißt nicht auf die Gesundheit von anderen Leuten und gleichzeitig nimmt man aber auch nicht den Sand in den Kopf und fährt alles runter, sondern man. Bekommt es irgendwie hin. Damit seid ihr auch im Grunde so ein bisschen, ich meine, diese Querdenkerbewegung ist ja nicht weit von euch weg, ich weiß nicht, ob man sagen kann, entstanden, aber zumindest hat es da so einen, Hotspot gegeben, wo viele Menschen sich da zusammengefunden haben. Wart ihr schon noch so ein bisschen gegenkulturell unterwegs, oder nicht? Ja, also zum einen kann ich das, um ehrlich zu sein, ein ganz kleines bisschen nachvollziehen, dass das so diese kulturelle. Erfahrung angepiekst hat, dass das dann so ein Ding war zu sagen, wenn sich Leute in der Garage treffen, dann ruft die Polizei. Nur weil das einfach Leute aus der DDR quasi teilweise, die haben eine Stasi-Erfahrung gehabt und dass da quasi eine gewisse Gegenhaltung kommt, ist schon nachvollziehbar. Aber gleichzeitig hatten sie dann auch eine ziemliche Entspanntheit darüber und man hat sich da nicht so gegenseitig angezinkt. Dass jetzt so Leute so richtig krass angefangen haben zu schworbeln, war jetzt in meinem Umfeld nicht so krass. Da gab es schon immer mal ein paar Leute, die ein bisschen wegen der Info rumgeningelt haben. Aber in meinem Erfahrungsgebiet war es jetzt nicht so krass. Da wurde ich auch froh drüber. Was man da teilweise mitbekommen hat, ist schon wild, aber für mich war das ein sehr, sehr großer Verlust, dass man das Wort Querdenken nicht mehr benutzen durfte, weil das halt einfach auf einmal anders geclaimt war, weil ich habe mich da bis dahin schon gerne als Querdenker. Beschrieben und mittlerweile ist das selbe. Das war immer positiv. Auf keinen Fall mehr eine Option zu sagen, ja, ich bin übrigens ein Querdenker. Genau. Und relativ ein halbes oder ein Jahr davor hatte ich, bevor Corona angefangen hat, ein Theologiestudium in Chemnitz angefangen, was ich auch überall machen konnte. Also ich habe da die Jugendarbeit nie abbrechen müssen deswegen. Und habe das auch für mich gesagt, ja, ich möchte wirklich ungern jetzt in eine krasse andere, in eine große Stadt ziehen, ein krasses Hochschulstudium, quasi bewältigen, weil ich hier gerade quasi mehr was aufgebaut habe in dem Gebiet, wo ich herkomme. Ich hatte da auch schon meine jetzige Frau. Als Partnerin und das war einfach keine Option, deswegen war Chemnitz schon cool, weil da konnte man quasi unter eine Stunde hinfahren. Und dann als Corona ging, ging dann ja auch viel von zu Hause und, da hatte ich dann dual, also als Praxispartner, eine relativ Pfingstcharismatische Gemeinde aus einem anderen landeskirchlichen Setting in der Nähe von Zwickau, und habe dort auch viele Erfahrungen machen dürfen mit Jugendarbeit, aber auch mit so Pfingstcharismatischer Jugendarbeit mit allem Pro und Kontrast, die dazugehören und allen Klischees, die man sich noch irgendwie vorstellen kann. Genau, und das war aber ein relativ großer Workload dann mit Studium, dem dualen Teil in der Jugendarbeit und meiner eigenen ehrenamtlichen Jugendarbeit. Und als ich dann irgendwann diese Ressourcen von der, wo ich dann in dieses freikirchliche Setting kam und dann so ein Mentoring hatte mit einem Neugründungspastor. Wurde das mir dann ermöglicht, dass ich über einen Spenderkreis den eben diese Gemeinde verwaltet hat quasi den dualen Teil meines Studiums für meine eigene Jugendarbeit machen konnte. Das ist immer alles total von hinten durch die Brust und wenn ich das jemandem erkläre, war das mal ganz Ganz stressig zu sagen, ja, ich studiere in Chemnitz, habe hier eine Jugendarbeit in der evangelischen Landeskirche, mache die Arbeit gerade dual über einen Spenderkreis, der über eine Freikirche XY verwaltet wird, in der ich übrigens auch Teil bin. Ich bin quasi dann in der Landeskirche und in der Freikirche und so studiere ich gerade Theologie. Ja. Dieses von hinten durch die Brust zieht sich durch mein Leben, durch diese aufwendigen Erklärungen, wie jetzt gerade was zusammenhängt. Genau. Aber es war für mich nicht immer so einfach, Sachen zu erreichen, weil ich quasi keine mittlere Hochschulreife, ich habe keine allgemeine Hochschulreife, sondern nur Jahrschulabschluss gehabt. Ich hatte dann einfach einen Facharbeiter. Also ich habe quasi eine Ausbildung zum Kraftfahrzeug-Mechadroniker gehabt. Das ich jetzt nicht mehr mache, das war ganz schrecklich. und. Das war einfach sehr interessant zu lernen aber die Ausführung war mir gar nichts, erzähl mal du hast ja dann dieses Format God is Love noch initiiert, erklär mal was das war und, ja wie kam die Idee genau God is Love kam zustande weil ich dann ab einem gewissen Punkt wo ich dann mit dem Studium durch war und auch über die Bachelorarbeit saß, hatte ich dann wirklich echt viel auch gelernt und gelesen und auch eine Entwicklung im Glauben machen dürfen. Und dann ist mir spannenderweise aufgefallen, dass es irgendwie so Themen gibt, die dann doch, obwohl dieses, Spektrum an Gemeinden relativ groß war, dass es doch so Themen gibt, die einfach nicht angesprochen werden. Und deswegen sage ich für mich, dass wir einfach ein größeres Spektrum an, aber verschiedenen evangelikalen Nuancen einfach hier vertreten haben. Und das ist dann schon interessant gewesen, dass auch wenn die sich sehr unterscheiden, dass es quasi Themen gab, da sollte nicht drüber geredet werden. Und das hatte ich dann aber durch das Studium ja schon auch Erfahrungen gemacht und auch theologische Herleitungen gelernt, auf andere Ergebnisse zu kommen, jetzt gerade im sexualethischen Bereich. Und das ist natürlich dann schon auch so ein Okay. Also ich bin ja schon sehr bibelfrom. Also mir ist ja die Begründung aufgrund der Bibel ja immer noch nach wie vor sehr wichtig. Und jetzt habe ich gelernt, wie man mit der Bibel begründen kann oder auf ein anderes Ergebnis kommen kann, wie das, wo hier immer gesagt wird, das ist aber die biblische Lehre. Das hat mich schon ein bisschen, ja, keine Ahnung, angepiekst. Und dann haben wir gesagt, komm, wir machen mal so ein Start-Event, wo wir einfach mal drüber reden, was ist denn die rote Linie für dich? Also was ist denn was für dich, wo du sagst. Wenn jemand so und so denkt oder so und so glaubt oder das und das vertritt, dann würde ich, dann haben wir so graduell gesagt, dann würde ich jemanden nicht mehr mitarbeiten lassen, wenn ich die Verantwortungsposition hätte. Oder dann würde ich mit den Leuten vielleicht auch ungern das Abendmahl teilen. Oder dann würde ich vielleicht sogar an den Punkt kommen, zu sagen, jemandem den Glauben gänzlich abzusprechen. Oder halt auch zu sagen, das ist mir wurscht, das so, wie du das siehst, aber ich sehe es anders. Und einfach mal das auszuloten, so, wo ist denn so deine rote Linie? Und das kam zustande, weil ich Jasmin Brückner auf einem Polterabend getroffen habe und wir haben uns so ein bisschen unterhalten. Und sie meinte, hey, es gibt echt irgendwie auch einige KünstlerInnen, die hier aus der Region kommen. Es wäre schon cool, wenn man mal Sachen organisieren könnte und einfach mal auch so ein paar Fördergelder beantragen könnte für so ein paar Aktionen hier am Ort. Und ich habe gemeint, ja, ich bin eigentlich recht gut vernetzt gerade hier und sie wohnt ja quasi nicht mehr, die kommt aus der Gegend hier und aus dem Nachbardorf, aber wohnt quasi jetzt woanders, in Halle. Und da haben wir gesagt, lasst uns da einfach mal ein paar Gedanken bewegen und hatten dann Fördergelder quasi beantragt. Und das war cool, weil wir eine Schnittmenge generieren konnten, automatisch, weil es irgendwie offensichtlich auch ein bisschen teilweise so eine gelungene Schnittmenge ist zwischen KünstlerInnen und progressiven ChristInnen. Und dann haben wir gesagt, wenn wir jetzt eine Veranstaltung haben, wo wir Künstler XY einladen können, können wir ja auch mal fragen, aber Lustteile da in einem Gottesdienst ein paar zu übernehmen und so ist Gottes Lauf entstanden und die erste Person, mit der wir da eingeladen hatten, war erstmal über einen Poetry Talk der Goofy Müller. Er war der erste, witzig. Ja, ja, genau. Und den ersten Gottes, also das war so ein Poetry Talk, Die sind da auch getourt, Govi und Jasmin. Und den ersten Gotteslauf hatten wir dann mit Marco Mischalzig, was für mich total der Vollcircle-Moment war, weil ich kenne Marco Mischalzig halt tatsächlich bis dato nur aus meiner Jugendzeit, wo ich quasi so ganz frisch angefangen habe, für den Glauben zu brennen. Und da war ja so ein Typ, der bei Jesus House oder sowas so Gastredner war. Und wir fanden diese Texte und Prodries, die er gemacht hat, ganz klasse und waren da krasse Fanboys und Fangirls und er hat irgendwie sich immer so ein bisschen, ein Jahr oder zwei Jahre voraus progressiv entwickelt, und die gleichen Leute, die damals so dieses Jesus Haus gehostet haben mit Marco vor, was weiß ich, damals sechs, sieben paar Jahre. Die haben dann, als der bei uns zu Gottes Lauf war, gesagt, es ist ja ganz schwierig, dass so jemand jetzt kommt, weil der steht ja für Dekonstruktion, Böse D-Wort. Und da ist mir erst mal so richtig bewusst geworden, dass das so ein Ding ist. Das ist ja schon immer so, auch von meiner landeskirchischen Prägung her, wenn Leute so obwiees so Anti-Heilungen haben, wie zum Beispiel, hey, die Freikirche XY, das sind übrigens Sekten, die sind nicht so wie wir. Dann habe ich richtig Bock rauszufinden, aha, okay, ist das denn wirklich so? Und wie sind die so drauf? Und das war jetzt dann wiederum der Punkt, ja, also, das Hossertalk, das ist schon schwierig. Da fangen Menschen an zu dekonstruieren und verlieren dann ihren Glauben. Das ist schwierig, dass es solchen Leuten eine Bühne gibt. Und ich dachte mir so, hä, was ist ein Hossertalk? Das klingt wild, habe ich noch nie gehört. Das hat in meiner Bubble einfach nicht stattgefunden. Ich habe das noch nie gekannt. Und dann habe ich mich dort rein vertieft und dachte mir, wie cool ist das denn? Und so viele lebendige Gedanken, so viel lebendiger Glauben, der sich aber genau an diesen Fragen abarbeitet, die ja im Raum stehen, wo niemand drüber redet. Und dann haben wir gesagt, cool, lass da einfach mal Kunstdienste machen, wo wir über diese Fragen reden. Und dann war der Marco da. Und dann haben wir nochmal eine Runde Fördergelder beantragt und noch mehr Leute eingeladen. Und das war teilweise... Entspannter und teilweise auch wilder. Ja, das wäre die Frage auch noch, was die Reaktionen der ersten Talks waren. Die Idee zwischen Gottes Love ist quasi zum einen, dass man so verschiedene konfessionelle Liturgien ins Gespräch kriegt in so einem Gottesdienst. Also auch verschiedene Elemente wie stille Gebet oder sowas mit einnimmt. Aber dann quasi in theologischen Gedanken, der jetzt nicht so herr, also nicht so gängig ist, einfach mal darstellt und dann mit Leuten ins Gespräch kommt. Also es war immer ein Diskussionsformat und wir haben diese Idee des Diskussionsformats auch immer wieder abgeschliffen nach verschiedenen Treffen, wo wir gemerkt haben, hier, da ist es schwierig, da kriegen Leute zu viel Raum, um Mini-Predigten zu halten und so. Sondern wir hatten es dann immer wieder ein bisschen adaptiert und verbessert und genau kam dann irgendwann auf so ein, du kannst in den Bankreihen, in den Kirchenbänken quasi die Stellung beziehen zu verschiedenen Aussagen. Also du hast wie einen kleinen 5 oder 10 Minuten Block, da kommt nochmal am Ende eine These und zu der These kannst du dich positionieren, zwischen relativ weit vorne zu sagen, stimme ich zu, finde ich richtig klasse oder sehe ich eher kritisch und dann, gibt es ModeratorInnen, die rumgehen und erst mal so 30 Sekunden Zeit, den kleinen Timer, so 30 Sekunden, jetzt kannst du darauf reakten, dann wird aus allen Spektren mal ein bisschen was aufgefangen und dann können alle sich nochmal nachpositionieren. Im Regelfall beobachtet man da quasi eine Aufeinander-Zubewegung, weil Leute sagen, ach so, jetzt verstehe ich so, das macht schon Sinn, da kann ich mich vielleicht nicht so extrem positionieren, wenn man das und das gehört hat dazu. So ein bisschen wie diese 13 Fragen beim ZDF, oder? Ja genau, genau, bloß so die Idee dahinter ist ähnlich. Und das war echt cool, dann in verschiedene Diskussionen mal einzutauchen. Wiederum hatte das dann ab einem gewissen Punkt irgendwie auch so, wir hatten es dann immer gefliert und es hatte ja auch ein bisschen Reaktionen hervorgerufen. Und manche Freikirchen waren da dann sehr empört darüber. drüber. Unter anderem war es schon, was ist Ding, wir hatten mal so einen Typen da, der hat einfach nur ein Buch, also eine Einleitung über Prozesstheologie geschrieben. Und das war schon einfach ansturzend. Wer tut sowas? Ja, also das ist krass. Und ich war an dem Punkt schon so, okay, also ich habe gar keine Ahnung, was Prozesstheologie ist, habe aber schon gehört, es ist böse und schlecht. Und lass doch einfach mal ein Seminar machen, wo eine gewisse Person ähm, einfach mal Herr Liesendal, der offensichtliche Expertise in diesem Gebiet hat, einfach mal darüber referiert und dann kann man halt einfach Kreuz und wir haben mal Fragen stellen dazu. Also, ja, und ja, turns out, mit dem mache ich heute Podcast. Also, zu dem Gottes Love hatten wir dich ja gar nicht da, um über Prozesstheologie zu reden, sondern es war ja die Frage, warum musste hier so ein Kreuz sterben? Und da war es dann auch schon so, dass wir dann. Dazu die Räumlichkeiten damals oft benutzen dürfen von einer Brüdergemeinde des Vertrauens. Und da hat dann jemand angerufen und hat dort Welle gestorben und hat gesagt, also wenn der Jason da ist, das geht überhaupt nicht klar und da müsst ihr Stellung beziehen. Und da hatte ich dann eine Mail im Postfach, wo quasi relativ schmerzlos gesagt wurde, ja übrigens, das kommt auf keinen Fall in Frage, dass der Gotteslauf dort stattfinden kann und irgendwann habe ich auch noch erfahren, ich habe übrigens auch Kanzelverbot dann jetzt, weil ich mit solchen Inhalten in Verbindung stehe. Ja, das war wild und dann durfte ich aber erfahren, was Prozesstheologie ist. Das hat mich schon auch weitergebracht. Das hat man vielleicht hier und da mal gehört im Studium, es hat aber jetzt nicht so viel Fläche bekommen. Es ist sehr nischig. Also ich habe auch den Eindruck, dass die Prozesstheologie es irgendwie schafft, sich mit recht vielen unterschiedlichen, theologischen Strömungen zu überwerfen. Also beispielsweise ist mir jetzt auch nochmal aufgegangen, dass Prozesstheologie zum Beispiel auch mit der katholischen Lehre der Jungfrauengeburt schwierig ist und auch mit der, Idee von der Eucharistie, die sich ja wirklich dann verwandelt in Blut und Wein. Das ist prozesstheologisch auch irgendwie schwierig. Also was ich sagen will, ist, ich kann nachvollziehen, dass es da große Unterschiede gibt in den unterschiedlichen theologischen Strömungen. Das fände ich jetzt an sich erstmal noch völlig entspannt. Und das, wo ich jetzt nachfragen würde an diese Handhabung jetzt bei euch, da um die Ecke diese Gemeinden. Ich fand es ja zum Beispiel spannend, jetzt am Wochenende war ich ja, habe ich erzählt, in St. Pölten und habe eben bei Katholiken da ein Seminar gemacht. Und das war völlig in Ordnung. Da wird es sicherlich auch Leute gegeben haben, die das sehr kritisch gesehen haben. Aber ich finde, das muss ja mündiger Glaube aushalten. Also du musst da hingehen und sagen können, okay, das, was die Prozesstheologie da und da sagt, das funktioniert mit Katholizismus von mir aus jetzt nicht oder mit, was weiß ich, egal welcher Theologie. Und trotzdem musst du dich ja hinsetzen können, musst dich in einer anständigen Art und Weise dabei austauschen können, auf Basis von Argumenten. Und. Das wäre mir wichtig, dass man das macht. Ja, also natürlich, man kann ja auch aus so einem Seminar, wo man was über Prozess-Toology erfährt, rausgehen und kann sagen, krass, ich sehe das gar nicht so. Man kann jetzt aber manche Inhalte, die ich vielleicht sehe, besser abgrenzender definieren oder so sehen. Und das ist das, wo ich mittlerweile merke, dass ich da viel sensibler darauf reagiere, über diesen Punkt, was ist denn unser kleinster gemeinsamer Nenner gerade? Also ziehen wir jetzt eine rote Linie bei gewissen Bekenntnissen oder theologischen Schlaglinien? Und interessanterweise habe ich die Brisanz, dass man diese Frage stellt, unterschätzt im Nachhinein, glaube ich. Also, dass man überhaupt... Dass diese doch offensichtlich sehr fragile Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Christen dahingehend irgendwie. Infrage stellt, dadurch, dass man Leute sich positionieren lässt, was sie denn glauben und was nicht. Das habe ich irgendwie unterschätzt, weil ich meine Meinung, ich weiß es nicht, weil ich glaube ich aus diesem Schloss Klaus rausgegangen bin mit einer ziemlich intensiven Jesus-Fremdigkeit. Da haben wir jetzt nicht so viel drüber geredet, auch über die Fackelträger-Zeit. Ja, aber mal weiter. Also dieses, ich hatte... Bei den Fagelträgern viele Inhalte ziemlich intensiv aufgenommen und der Dreh- und Angelpunkt ist von dieser Fagelträgerbewegung quasi dieses Christus in euch. Die Torchbearers, die gibt es ja nicht nur in Deutschland, die sind ja quasi weltweit. Dieser Gründer, dieser Major Tom, der es in Bewegung gebracht hat, der hat es halt immer wieder. Dieses Christus in euch, Galater 2, 20, ihr seid mit Christus gekreuzigt, nicht mal eben. Und Christus in mir ist schon so ein Punkt gewesen, wo ich gesagt habe, das ist was, was mich total bewegt hat. Das war was, was ich, glaube ich, theologisch gebraucht habe, um vorwärts zu gehen, weil das ist im Endeffekt genau dieses Persönliche, was ich gesucht habe, womit kann ich was anfangen, wo Theologie oder auch Religion nicht nur eine Theorie ist, sondern wo man es greifen kann. Im Endeffekt, wahrscheinlich bin ich durch meine Prägung hier in der Region auch schon immer ein bisschen, affin auch für so übernatürliche Sachen gewesen, weil es einfach auch hier so ein Ding ist, dass so auch Sachen okkult genannt werden und okkulte Praktiken und dies, das. Also irgendwie dieses übernatürliche, persönliche, deswegen war ich wahrscheinlich auch ein bisschen andockfähiger an diesen Pfingstcharismatischen Sachen. Und wenn du jetzt quasi diese Theologie hast, du hast einen Gott, der nicht im Anführungszeichen nur für dich stirbt, sondern auch für dich lebt. Das ist irgendwie krass. Und zu sagen, du hast mit diesem großen, abgöttlichen Göttlichen, was du nie so richtig zu Ende studieren kannst, weil es einfach so anders und so fremd ist, aber du hast quasi eine Connection dazu. Ein unangenehmer Hybrid. Der Lehrer von Wormwood bei C.S. Lewis sagen, ist ja das, wo beim Dienstanweisung an einen Unterteufel, der Teufel sich am meisten daran stört, dass der Mensch mit dem Göttlichen so ein ekliges Hybridwesen eingeht. Und das findet er ja ganz abscheulich. Das fand ich aber ganz cool, zu sagen, du hast irgendwie eine Kraft, aus der du schöpfen kannst. Und das hat ja immer diesen Druck rausgenommen. Wir haben immer gesagt, du kannst kein Christ sein ohne Christus. Du kannst quasi nicht dich so fromm verhalten oder durch Bibel lesen oder durch das Krassbeten irgendwie zu Gott rankommen, sondern du kannst es nur durch diese Connection und diese ganzen Früchte entstehen, automatisch mit der Zeit. Du hast so einen gewissen Automatismus dran. Das fand ich total cool. Jetzt hatte ich da ganz viel drauf gesetzt und ganz viel Identität daraus bezogen und habe dann festgestellt, dass es offensichtlich nicht so eine breite Masse irgendwie diese Identität so tief schafft, sondern schon einfach von theologischen Überzeugungen her den Glauben aufbaut. Und wenn man jetzt diese theologischen Überzeugungen quasi irgendwie in Frage stellt. Dann kommt vieles ins Wanken, unter anderem halt auch der Glaube. Also für mich wirkt es fast so, als wenn das so ein bisschen der Versuch ist oder die Hybris ist, diesen ungreifbaren Gott, den man quasi nicht so richtig verstehen kann, greifbar zu machen, indem man, die Bibel quasi, das auf die Bibel outsourcet. Du kannst zwar Gott nicht greifen und verstehen, du kannst aber die Bibel greifen und verstehen und quasi ins System packen, was du mit Gott nicht machen kannst. Und so probierst du dann doch irgendwie diesen Gott greifbar einzuordnen. So ist er, so ist er nicht. Und irgendwie, polemisch würde ich jetzt sagen, manche geben in diese Trinität, wenn man die Trinitätslehre so vertreten will, nochmal was Viertes hinzu. Also es ist dann nicht mehr nur Gott, Jesus und der Heilige Geist, sondern es ist Gott, Jesus, der Heilige Geist und die Bibel. Und das kann man halt nicht antasten. Wenn du das einmal festlegst, die Bibel ist so oder so, und dann Leute auf verschiedene Bereichen, Sichtweisen kommen, wie sie die Bibel auslegen, dann ist es halt Error. Das ist totale Überforderung. Und dass das Leute dann so emotionalisiert quasi im Grundfesten ihres Seins anstößt, nämlich in ihren Dogmatiken, die sie brauchen, um ihren Glauben aufzubauen. Das habe ich, glaube ich, unterschätzt. Und ich glaube, das ist auch das, warum mit Prozesstheologie so sensibel umgegangen wird, weil es halt einfach viele grundsätzliche Sachen, und die in diesen Dokumenten, wo Leute ihren Glauben draufstellen, angehen. Also die angegriffen werden. Und ich würde halt mittlerweile sagen, also das kann aber nicht, Dreh- und Angelpunkt unserer Zusammenarbeit kann das nicht sein. Es muss. Diese Beziehung zu Gott sein, ob man das jetzt Trinität nennt, oder ob man das jetzt Jesus nennt, oder ob man das die große Geistkraft nennt, das ist mir prinzipiell erstmal Wurst. Aber wenn du irgendwie eine Beziehung zu Gott aufbaust und sagst, du nennst dich Christ, dann ist das fein für mich. Und was du dahingehend dann auf diesem Weg gelernt hast, vertrittst oder was dich moralisch irgendwie beeinflusst und auf welche Ergebnisse du kommst, das kann ich in den Grundfesten sowieso nicht nachvollziehen. Das heißt, warum sollte ich mich dann so anlegen mit Leuten? Aber irgendwie hatte ich Bock, das anzutasten und Leute ins Gespräch kommen zu lassen. Das ist auch das, was ich, ich bin auch im Nebenjob Ethiklehrer, was ich total gerne, mit Schülern und Schülerinnen mache, dass sie erstmal rausfinden, was sind denn meine moralischen Überzeugungen, wie sind die zustande, wie kommen, was vertrete ich eigentlich und lasst das jetzt mal ins Gespräch, bringen und einen Diskurs führen, das bringt schon ganz viel. Ach, keine Ahnung, das ist einfach so ein Ding und viele haben sich da tot dran gestoßen. So, ja. Und das fand ich in dem Sinne schwierig, weil ich gemerkt habe, so in Schloss Klaus war das schon so, dass die Sachen quasi vertreten haben und auch gesagt haben, Bibelfromm und Bibellehrer ist so und so. Aber die haben jetzt keine krassen Linien gezogen von, ihr dürft jetzt aber nur noch das und das glauben und wenn ihr das und das vertretet, dann seid ihr keine richtigen Christen mehr. Vielleicht ist das ein Coping im Nachhinein von mir, dass ich mir das schön rede und ich habe es vielleicht auch einfach aktiv ausgeblendet weil ich so weit weg damals von meinem jetzigen Stand war wie. Aber vielleicht ich nehme es schon so wahr, dass es irgendwie entspannter war, und ab einem gewissen Punkt bin ich aber dann in ein freikirchliches, Spektrum reingekommen, wo die ganz klar quasi Sachen zum Bekenntnis Status erhoben haben, die ich für äußerst diskussionswürdig halte, und quasi diese ganzen sexualethischen Themen so unglaublich überhöhen, und dass immer gesagt wird, naja, das ist aber kein Bekenntnisgrund und die machen es aber zum Bekenntnisgrund. Und das fand ich ganz schwierig und ganz schwer auszuhalten, weil das halt einfach mal ganz, das klingt vielleicht auch ein bisschen arrogant, aber es sind halt im allermeisten Fall wirklich Leute, die kein Studium oder Theologiestudium irgendwie haben, die dann erklären, es ist nur die und die Auslegung zu vertreten und sonst keine. Das ist schwierig. Und wenn dann selbst so Leute wie so Thorsten Dietz, das halt auf Bibelgrundlage einfach erklären können, dass Homosexualität keine Sünde ist und das mit meiner Bibelfremmigkeit sich komplett schön verzahnt, dann finde ich das schon krass unterkomplex, wenn man das einfach ausblendet und sagt, nö, ähm. Genau, und das habe ich aber unterschätzt, weil das ist die Taktik. Die Leute, die so krass unterwegs sind, also fundamentalistisch auch krass unterwegs sind, die wollen gar nicht, dass du darüber redest. Die möchten den Diskurs nicht. Sondern das soll gar nicht angesprochen, soll gar nicht in der Frage werden. Selbst wenn du, er könnte jeder Kritiker, hätte zu dem Prozess Theologie Seminar zu dir kommen können und hätte mit dir da als Diskurs, das standen die Türen offen. Aber das sollte allein, dass man darüber diskutiert, allein, dass man die Gedanken bewegt, ist schon zu viel. Und das habe ich, glaube ich, unterschätzt im Nachhinein. Und da wurde dann ganz viel Welle geschoben und meiner Meinung nach bewegen sich da Leute auch teilweise echt an der Grenze zu Rufmord. Und der Glaube wurde mir abgesprochen, bis hin zu wilde Takes wie Prophet vom Antichrist und geistlich erblindet. So ganz krasse Sachen, die da auf einmal rangeworfen werden, was für mich nach wie vor, also ich glaube, es hat vor ein paar Jahren noch etwas härter reingehittet, aber mittlerweile immer noch so ein krasses Ding ist, weil ich habe ja aus einem sehr evangelikalen Weggrund angefangen, Sachen anzupacken und Jugendarbeit gemacht und mir ist es ja immer noch wichtig, Leute davon zu begeistern. Von Jesus und dass das Leben mit Jesus einfach cool ist. Und die Bergpredigt einfach ein sinnvolles Konzept des Lebens ist, wo es uns allen besser geht. Aber nee, nicht wenn du die sexual-ethischen Themen anders siehst als wir. Dann spielen wir nicht im gleichen Team. Ja, also du siehst, ich bin da glaube ich auch noch, ich bin noch auf einem Prozess der Heilung. Ja, ist nachvollziehbar. Der Gelassenheit, das zu gewinnen. Sag mal noch ein paar Sätze dazu, wie du dann bei den Methods gelandet bist. Ja, also ich hatte nach meinem Studium, nachdem ich die Bachelorarbeit erfolgreich abgegeben und standen hatte, versucht über den sogenannten Vakanzfonds von der Sächsischen Landeskirche eine Anstellung für meine Jugendarbeit zu bekommen. In der Sächsischen Landeskirche ist es aber so, dass quasi eigentlich Jugendarbeit, im größten Teil nur ausgestaltet werden soll, auch von ausgebildeten Leuten aus Moritzburg bei Dresden, die quasi in der, Religionspädagogik geschult sind. Und dass dann so ein Typ, der irgendwie so ganz viel Wildwuchs produziert hat und auch gut vernetzt ist in so freikirchischen Spektren, war dann glaube ich schon aus der... Dass das nicht zustande kam, was ich auch nachvollziehen kann, bedingterweise, aber war trotzdem, die Art und Weise waren ein bisschen schwierig, wie das lief, weil es waren ganz, ganz lange Bedenkprozesse und ganz wenig Transparenz dahinter, wie das jetzt zustande kam. Und in dem Zeitraum haben wir unser erstes Kind bekommen. Und da war es quasi dann auch dran, also noch in der Schwangerschaft zu sagen, ich suche mir jetzt einen Job, wo ich Geld verdienen kann. Und da war quasi eine Stahlbude in der Nähe, die sich das cooles Konzept entwickelt hat, um einfach Stahl zurechtzuschneiden in verschiedenen Formen und einfach, übers Internet zu verschicken, wo ich quasi mit Gleitzeit arbeiten konnte. Das war cool, weil ich einfach einen sehr schönen körperlich aufbauenden Job, vollführen konnte und konnte mich ein bisschen über Wasser halten. Gleichzeitig hat mich das sehr unglücklich gemacht, weil ich ja diese ganzen theologischen Sachen jetzt damit kein Geld verdienen konnte, wo ich extrem viel draufgeskillt habe und Jugendarbeit wieder ehrenamtlich machen musste. Und das hat... Extrem Ressourcen gekostet und Leute in meinem Umfeld haben mir das so angemerkt, zu sagen irgendwie, wirst du bitter. Und gleichzeitig liefen da dann auch schon so die ersten Brüche mit Evangelikalien und Gottes Love lief und hat Leute angeeckt und ganz viel Diskussion und ganz viel Emotion und, Ja, es war alles ein bisschen viel. Und in der Firma waren quasi auch Leute, sag ich mal, einige dabei, die dem Klischee des politischen, sexischen entsprechen. Man kann sich seine restlichen Sachen denken. Trotzdem coole Leute, aber auch viele. Wow, wild. Auch da gab es viele Diskussionen dann und an Eckpunkte. Und dann kam ein Medopastor, der, wie der Zufall will, der Vater von einigen Leuten aus meiner Jugendgruppe, ist zu mir und hat gesagt, hier, Björn, ich habe dich jetzt mal so ein bisschen beobachtet und so wie du dich gerade theologisch entwickelst oder hast, kannst du dir vorstellen bei den Medos anzufangen. Und ich war so, weiß nicht. Also die nächste Medo-Gemeinde, mit der ich irgendwie mal Erfahrungen hatte, das ist so so eine, das sind so gerade mal so zweistelliger Bereich und äußerst viel Lebenserfahrung, die da vertreten ist, sag ich mal. Das heißt, sie waren über 70. Das ist ein gutes Spektrum gewesen, ja. Das Mittelmaß. Und durfte dann aber feststellen, dass quasi in diesem, bei den Medos heißt es ja nicht, Schwester-Kirch-Verhältnis, wie bei uns Evangelischen, sondern Kooperationsräume und in dem Kooperationsraum, Schneeberg- Zschorlau, in dem ich jetzt bin, da ist doch ganz schön viel Leben. Und unter anderem haben die einen coolen Kirschgarten und da hängen ein Haufen Jugendliche rum und die sind, teilweise echt wild drauf. Da hat die Gemeinde gesagt, wäre cool, wenn wir dafür mal jemanden anstellen könnten, Zeit mit denen verbringt. Gleichzeitig haben wir auch noch zwei Jugendgruppen, könntest du dir vorstellen, eine 50-Prozent-Stelle zu übernehmen. Und es war dann auch schon so, dass ich, bevor ich quasi den Job angenommen habe, hatte ich schon zwei Nebenjobs. Also da habe ich dann schon den Ethiklehrer-Mini-Job angenommen und noch eine Konfi-Arbeit in einem anderen Bezirk angenommen. Das heißt, jetzt habe ich mal wieder, sehr aufwendig zu erklären, Und von hinten durch die Brust ein Anstellungsverhältnis von, ich bin hier 50 Prozent bei den Mädels und habe noch zwei Nebenjobs. Einmal an der E-Flut und einmal bin ich eh die Klare an der Berufsschule, weil es dort einfach kein Religionsunterricht gibt. Und da der Theologie-Bachelor ausgereicht hat, das ist richtig cool. Und alles ist so irgendwie Jugendarbeit. Es ist jetzt auch mehr halt dieses Spektrum auch sozialer Arbeit mit drin. Und das gefällt mir sehr, sehr gut. Und das ist schon immer was, was sich gut verzahnt hat. Roklusive Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit. Genau. Und das ist ganz großartig. Vor ein paar Monaten bin ich jetzt auch offiziell Melodist. Also ich habe mich in die Melodistische Kirche aufnehmen lassen. Haben dich gecashed. Jetzt bin ich es. Und damit tue ich dieses Spektrum der Melodisten in schöner Glauben jetzt auch noch ein kleines bisschen mehr ausbauen. Ja, wie sieht es bei dir aus? Wie lange denkst du, was du noch brauchst, bis du Melodist wirst? Bah, das ist eine gute Frage. Also ich glaube, inhaltlich gibt es da wenig Hemmschwellen oder so. Also gibt es eigentlich keine. Es ist auch so, dass sehr viele Prozesstheologen tatsächlich Methodisten waren. Es ist die Sache, hier in Offenbach gibt es keine methodistische Gemeinde. Ich müsste nach Frankfurt gehen, weil ich weiß nicht, ob sonst irgendwo im Umland noch was ist. Das ist für mich dann schon immer so eine Hürde. Also sich dann irgendwie eine halbe Stunde in die Bahn oder so, keine Ahnung. Aber mal gucken, mal sehen, mal sehen. Das ist tatsächlich so ziemlich die einzige Konfession, die ich hier erlebe, in meinem Erleben, die tatsächlich Prozestheologen im aktiven Dienst hat. Das finde ich echt krass. Also da würde ich das erst so richtig herausgefunden haben, als ich herausgefunden habe, was Prozestheologie überhaupt ist und dann quasi Leute gesagt haben, ja hier, die und die Bücher habe ich darüber auch gelesen, ich finde das ganz großartig. Das finde ich cool. Also das heißt, du hast Leute, die Prozesstheologen sind? Ja. Witzig. Ja, ja. Witzig. Oh, die einen Podcast. Und die sind, die machen ganz viel Aktivdienst. Ich würde die, glaube ich, jetzt ungern auslösen, weil die sich danach wahrscheinlich mehr rumstreiten, als ihnen lieb ist. Aber es fällt offensichtlich nicht auf. Man denkt es gar nicht, dass die ganz fromm sein können als Prozesstheologen. Ja, von daher. Ach, so ein Teil von mir wünscht sich eigentlich. Dass die SAPs und dass die einfach Methods werden. Das wäre geil. Mal gucken. Ich werde das mal drauf. Ja, ich glaube, alles ist möglich. Ich weiß gar nicht, ob das dann zur SJK oder zur NJK gehören würde. Zur Norddeutschen oder zur Süddeutschen Konferenz. Das sind meine geografischen Skills gerade nicht auch genug, um zu wissen, wo. So, aber dann Montag, glaube ich, macht ihr die, also da bist du beim Holy Club, also dem Podcast der Methodisten. Kommender Montag, ja. Und ich bin gespannt, was demnächst sonst noch kommt. Ich habe schon gehört, ihr habt schon ein paar Pläne. Ich habe die großartige Chance, einen kurzen Talk über One Piece führen zu dürfen bei Wonderlands. Da freue ich mich ja total drauf, weil das verzahnt sich mit vielen Punkten, meiner Interessengebiete. Also das ist richtig cool. Und genau, mit Klasse nehme ich demnächst auch eine Folge auf. Da freue ich mich auch sehr. Wir werden von dir hören. Das freut mich riesig. Großartig. Ich würde sagen, wir machen an der Stelle mal ein Komma. Ja. Nochmal herzlich willkommen und genau, wir werden von deiner hören. Vielen Dank, Jason, dass du dein großartiges Netzwerk und deine Ressourcen mit so einem Aussie wie mir teilst. Gern, liebend gern. Sehr cool. Gut, so Leute, macht's gut. Bis dahin. Macht's gut. Ciao, ciao.