Jetzt habt ihr euch bestimmt schon alle gefragt, was ist das Schöner Glauben? Habe ich mich verwählt, aber ihr seid tatsächlich bei Schöner Glauben. Wir haben aber heute eine kleine methodistische Runde bei uns. Und zwar bin ich hier wieder mal, die Sarah. Vielleicht habt ihr mich schon vermisst, vielleicht kennt ihr mich noch gar nicht. Ich habe schon lange nicht mehr gesprochen. Aber ich bin nicht alleine und ich habe mir methodistische Verstärkung gesucht. Neben mir ist auch noch Björn und der Moritz. Hallo! Hallo. Hi Sarah, hi Björn. Hi. Wie geht's euch? Wenn Björn atmet nur laut ein, dann fange ich einfach mal an. Soweit gut. Ich habe heute den vollen Aufnahmetag. Ich mache für alle Podcastkanäle, auf denen ich zu hören bin, verschiedene Folgen fertig. Deshalb bin ich mit vielen Leuten im Gespräch und freue mich jetzt heute hier bei Schöner Glauben ein bisschen über Methodismus zu quatschen. Und dass ich dich mal wieder vor dem Mikrofon erwische, Sarah. Das freut mich besonders. Ja, ich freue mich auch sehr. Ich bin ja das jüngste Mitglied hier im Schöner Glauben Team. Man darf jetzt das erste Mal mit einer ganz alten Häsin von Schöner Glauben mal direkt im Gespräch sein. Das ist ja richtig, richtig cool. Und dass ich jetzt diese methodistische Perspektive mit einnehmen darf, ist natürlich besonders cool. Finde ich auch. Und wie geht es dir, Sarah? Mir geht es gut, mir geht es gut. Ja, sorry. Genau, mir geht es gut, hallo. Ich will schon direkt rein, man merkt. Es gibt einen speziellen Anlass, weswegen wir uns heute in dieser Runde treffen und wieso ihr heute ein anderes Intro gehört habt. Ihr habt nämlich das Intro von. Holy Club gehört. Das ist der methodistische Podcast für alle, die es noch nicht sind und vielleicht noch werden wollen. Thorsten. Aber das ist noch nicht der ganz eigentliche Grund. Der eigentliche Grund, Björn, was kam da raus jetzt kürzlich? Warum sprechen wir heute zu dritt? Ja, es gab eine Folge bei Das Wort und das Fleisch über den Methodismus. Und genau, die war sehr, sehr gut, sehr, sehr umfangreich, sehr aufschlussreich und da können wir auf jeden Fall mal drüber sprechen, was uns so hängen geblieben ist. Das werden wir machen. Moritz, hast du sie schon ganz gehört? Es sind, glaube ich, eineinhalb Stunden oder so? Zweieinhalb. Es sind zweieinhalb Stunden und ich glaube, ich war so drei Stunden nach Release durch. Ich kriege da so eine Push-Nachricht bei Das Wort und das Fleisch. Kommt ja nicht so oft eine Folge, deshalb gucke ich da nicht selber vorbei, sondern habe mir das eingerichtet. Und ich dachte dann Methodismus, ja, los geht's. Und ich habe dann während des Hörens gemerkt, dass es doch was anderes ist, über die eigene Tradition was zu hören, als jetzt so informativ über andere. Also das war schon was Besonderes, finde ich. Und der Walter Kleiber guckt einen da so an vom Cover, den habe ich ja letztes Jahr im Holy Club interviewt. Das fand ich schon sehr schön. Wie ging es dir? Bist du durch? Ich bin durch, ich war auch sehr schnell und ich habe aber die ganze Zeit darauf gewartet, dass der Walter Kleiber plötzlich spricht, dass der der Supergast ist. Und da kam nicht. Ich war schon enttäuscht, ehrlich gesagt. Das heißt, sie haben dich aufs Glatteis geführt mit dem Zeitzeugen. Kennst du den Walter Kleiber, Björn? Hast du den mal kennengelernt? Da muss ich ehrlich sagen, da habe ich tatsächlich noch nicht. Das ist mir noch neu. Hast du die Folge auch nicht gehört von Holy Club? Ja, ich bin ja gerade erst mal im Nachholen, muss ganz viel nachholen über Methodismus, da ich ja quasi Neueinsteiger bin und da habe ich noch einige Holy Club Folgen vor mir. Ich habe es tatsächlich probiert von vorne anzufangen und ja, irgendwann geht die Zeit dann racher. Aber spannenderweise ich mache ja gerade diese E-Academy und da bin ich gerade sowieso nebenbei noch studieren über Methodismus, und habe da gerade Vorlesungen, die ich im deutschsprachigen Kurs darf ich quasi mich bei den Vorlesungen in Reutlingen zuschalten übers Hybrid, und das sind wir auch gerade bei genau den gleichen Themen von Methodismus Geschichte und so beim Professor Twardowski. Das ist richtig cool. Das ist quasi zusätzliche Studienarbeit, die ich gerade machen kann. Dann kannst du jetzt schauen, ob Thorsten alles richtig erzählt hat. Und das werden wir auch heute ein bisschen machen. Dem Thorsten Dietz auf die Finger schauen. Und ich freue mich ja, wenn wir den erwischen, wenn er was falsch gesagt hat. Das ist immer so mein innerer Triumph. Aber vielleicht schaffen wir es auch nicht. Vielleicht hat er ja alles richtig gesagt. Aber bevor wir ganz, ganz Wenn wir positiv einsteigen und richtig einsteigen, habe ich eine wichtige Frage und vielleicht kann der Moritz die beantworten. Wenn das jetzt noch niemand gehört hat, diese Folge oder allgemein dieses Wort Methodismus, was ist das? Kann man das essen? Beschreib das mal so in zwei, drei, vier Worten. Also was zu essen gibt es meistens, das ist schon richtig. Das ist eine Prüfungsfrage. Beschreiben Sie das Wort Methodismus in zwei Sätzen. Genau, also wir können mal von ganz Konkreten anfangen, von der evangelisch-methodistischen Kirche, die in Deutschland jetzt eine Freikirche ist und in allen ökumenischen Verbänden und so mitarbeitet. Historisch gesehen kommt der Methodismus aus England, aus dem 18. Jahrhundert. John Wesley ist so die zentrale Gründungsfigur, aber es gibt noch ganz viele andere, die das mitgemacht haben. Und der Grundimpuls ist eigentlich, raus aus der Kirche, Gott wartet schon da, wo man erst noch hinkommt und verbindet dort die Menschen miteinander. Und das ist ein Glaube, der in der Liebe tätig wird, so kann man es auch oft sagen. Also Verbindung von persönlicher Frömmigkeit, offener Theologie und sozialdiakonischem Ansatz. Und das ist in Deutschland eine relativ kleine Bewegung, eine kleine Kirche. In der Schweiz auch nicht so groß, aber weltweit gibt es verschiedene Bewegungen und da sind Millionen Methodistinnen miteinander unterwegs und verbunden. Und wir drei sind ein Teil davon und sind bei schöner Glauben mit im Team. So, Sarah, welche Note kriege ich für meine Ausführungen? Das ist eine glatte Eins oder eine glatte Sechs in der Schweiz. Bei uns ist es ja umgekehrt. Genau, dann habe ich noch eine Prüfungsfrage für den Björn. Wann hast du das erste Mal vom Methodismus überhaupt gehört? Und meine ersten Erfahrungen von Methodismus sind über eine Nachbargemeinde, die es gibt. Eine sehr kleine Gemeinde mit durchschnittlich sehr, sehr viel Lebenserfahrung, die sich da sammelt. Genau, das war meine erste Berührung damit. Aber nicht so spät dann. Ja, das ist eigentlich so. Es gibt so eine Allianzarbeit, immer so die größeren Gemeinden und dann gibt es noch die Methodisten, die sind auch mit dabei. Und würdest du jetzt ergänzen noch zu Mo, was er gesagt hat? Oder ist das so? Oder in deinen Worten? Also ich hätte jetzt gesagt, Methodismus ist, so wie ich es verstanden habe, prinzipiell erstmal eine Beschimpfung gewesen, die Leute, die das angefangen haben, so zu leben, diese Glaubenspraktiken so ausgeführt haben, die wir heute wahrscheinlich als durchschnittlich evangelikal oder auch pietistisch bezeichnen würden, die verteilt haben. Also es ist total interessant, dass die einfach gesagt haben, naja, die sind immer so methodisch unterwegs, die Methodisten. Ich finde es, um ehrlich zu sein, auch gar nicht so ein cooles Wort. Also ich finde, allein diese Assoziation in meinem ADHS-Brain mit Methoden und hast nicht gesehen, dass es schon direkt so... Das ist ganz spannend. Wir hatten im Holy Club vor ein paar Monaten zwei Leute da, die eine Gemeindeneugründung machen. Und die machen ganz oft die Erfahrung, dass wenn sie irgendwo erzählen, wir sind die evangelisch-methodistische Gemeindegründung, dass das erstmal so eine halbe Stunde automatisierten Gesprächgang hervorruft, bis sie das mal endlich erklärt haben. Und deshalb ist es gut, dass man jetzt so Podcast-Folgen hat, auf die man verweisen kann. Aber klar, jetzt im heutigen Sprachgebrauch ist Methodismus jetzt wahrscheinlich einfach nicht so sexy. Inhaltlich aber sieht es anders aus. Ganz anders. Ich bin da nicht ganz einig mit euch, weil ich finde, es gibt so eine kleine Irritation. Also dieses Wort Methode oder Methodismus, das irritiert und das weckt halt Neugier. Also ich finde es cool, ich finde es großartig und ich bin gerne ein bisschen anders als die anderen. Deswegen gefällt mir das. Und ich habe noch eine Prüfungsfrage für mich, die ihr aber beantworten müsst. Und zwar, man weiss, dass ich allgemein bekannt bin als ein grosses, grosses John Wesley-Fangirl. Und jetzt bin ich gespannt, ob ihr herausfindet, was meine neueste Adaption oder meine neueste Errungenschaft, die irgendwie was mit John Wesley zu tun hat, ist oder sein könnte. Habt ihr da eine Idee? Was könnte das denn sein? Die Frisur. Wie, John Wesley? Vielleicht hast du vor dir die Haare so jetzt stehen zu lassen. Nee. Also ich wage mal einen kleinen Insider-Tipp. Wenn ihr bei irgendeiner methodistischen Einrichtung seid und ein Wi-Fi-Passwort oder ein Türcode oder irgendwas braucht, ist es meistens 1703. Und Sarah, ich schätze mal, du hast den PIN all deiner Kreditkarten auf 1703 umgewandelt, damit du die nie wieder vergisst. Stimmt auch nicht. Oder als Autokennzeichen. Nee, leider nicht. Aber ich verrate es auch nicht. Sondern wir machen das so. Ihr lieben Zuhörenden, ihr schickt uns das auch, was ihr denkt, was ich da mir gekauft oder gemacht oder wie auch immer habe, was mit John Wesley zu tun hat. Und vielleicht findet es jemand raus. Und wer es rausfindet und die richtige Antwort als erstes schickt, der bekommt von mir irgendein John Wesley Buch. Ich habe nämlich ganz viel. Hast du schon ein John Wesley-Tattoo? Vielleicht, ich sag's nicht Das wird dann der oder diejenige herausfinden, die mir das schickt Naja, John Wesley ist das Stichwort, Was könnt ihr über ihn sagen? Das war ja im Podcast auch schon so, der kam davor Aber gibt's da noch irgendwie, was wäre euch da wichtig, zu diesem Mann zu sagen? Ich finde, da könnte man super viel sagen. Man könnte eine ganze Podcast-Reihe drüber machen. Also eine Figur, die so eine Bewegung lostritt und organisiert. Das ist schon spannend. Ich fand interessant, dass in dem Podcast davon gesprochen wird, dass der Methodismus so wie das Betriebssystem der Moderne ist. Und das, finde ich, kann man ganz gut festmachen eigentlich an John Wesley. Also der lebt zu so einer Schwellenzeit, frühe Industrialisierung in England, und er erkennt die Zeichen seiner Zeit und macht dann da eine Adaption, und zwar sowohl theologisch als auch organisatorisch. Und ist wahnsinnig viel unterwegs, ist nah dran an den Menschen und organisiert dann so kleine Gruppen, die irgendwie in ihrem persönlichen Leben dann dadurch einen Unterschied erfahren. Und zwar, indem sie selbst eingebunden sind in solche sozialen Gruppen, indem sie einen Unterschied machen in ihrer Umwelt. Und das so zu verknüpfen und gleichzeitig die Spannung auch zu halten, er bleibt ja Zeit seines Lebens. Priester oder Geistlicher in der Church of England, also in der anglikanischen Kirche, und hat aber diese Bewegung losgetreten, die ja auch immer größer wird. Und das finde ich schon spannend, also so Gleichzeitigkeiten auszuhalten, was Neues ins Leben zu rufen, Menschen zu verbinden, zu organisieren und das Ganze von so einer sehr strukturellen Herangehensweise ans Leben, sage ich mal. Also viel mit Tagebüchern gearbeitet, viel mit wahrscheinlich Zielsetzungen und Berichten und so weiter. Das ist schon ein spannender Pool an Eigenschaften, Stärken und wahrscheinlich auch Schwächen, die in ihm da zu Trage kommen. Aber ich finde vor allem so, also ein Rastloser, der immer unterwegs war, der bis zum Ende seines Lebens, geschaut hat, wie er die gute Nachricht, die er so gefühlt hat, dann auch weitergeben kann und dabei auch sehr konsequent. Also das ist schon was, was mich beeindruckt im Guten und manchmal denke ich aber auch, er muss schon auch ein zwanghafter Typ gewesen sein und auch ein bisschen verschroben, wenn man so in sein Eheleben mal reinschaut oder so. Das kam jetzt bei Thorsten und Martin nicht ganz so durch. Das ist schon witzig, wenn man mal in so ein Museum geht und da die zum Beispiel Aufzeichnungen seiner Frau sich anschaut oder sowas. Eine schillernde Figur, sage ich mal. Also für mich ist die Auseinandersetzung mit John Wesley so ein kleiner Full-Circle-Moment. Ich hatte mal einen Konfi-Mitarbeiter, der maßgeblich mir dazu beigetragen hat, dass ich mich irgendwann mal so näher dran geblieben bin am Glauben. Und das ist irgendwann mal ein sehr enger Freund von mir geworden und der ist, zu Jugend mit einer Mission nach Herrenhut gegangen. Und gerade in dem Zeitraum habe ich mich dann viel mit Kraft Zinsendorf und so auseinandergesetzt. Und ich hatte das dadurch auch schon mal gehört, John Wesley und jetzt gucke ich so auf eine komplett andere Seite da drauf und das ist ja so witzig. Wie die so miteinander interagiert haben. Die waren ja offensichtlich schon auch so beide, würde man heute mal sagen, so Main-Character, die hier und da auch mal ein paar Leuten auf den Schlips getreten sind. Und da musst du auch ein bisschen schmunzeln, wo so diese kleine Anekdote, wo John Wesley in die heutige USA geht, damals ja noch Inland gewesen so, und einfach total aneckt und probiert irgendjemanden Mars zu regeln, der ihn dann quasi mehr oder weniger rausschmeißt, also war offensichtlich auch so ein bisschen edgy Typ gewesen, der dann aber halt total ehrlich auch so auf der Suche ist und dann so, das mit diesen Herrenhudern auf diesem Boot so interagiert. Das ist ja eine ganz klasse Geschichte, wie viel da einfach aus beiden Seiten draus entstanden ist und sich weltweit entwickelt hat. Das ist ja phänomenal. Ja, total. Ich finde auch, das war mal im Hobeliklub, war Elinor Höcke bei uns, Theologin aus Deutschland. Und Elinor hat auch gesagt, also nur schon die Beschäftigung mit John Wesley, das ist schon eine Sache für sich. Und ich finde das so spannend. Ich habe ja Theologie studiert und der kam eigentlich nicht vor. Der war nicht präsent. Und Thorsten hat es im Podcast eigentlich auch noch schön gesagt. Also der Methodismus ist komplett nicht auf der Landkarte von ganz, ganz vielen Menschen in der Theologie. Aber auch im christlichen Kreis, also ohne dass man jetzt Theologie studiert. Im deutschsprachigen Kreis, also das muss man schon dazu sagen. Ja genau, jetzt einfach in unserer Bubble oder so. Und das ist aber ein unfassbares Versäumnis. Also einerseits, weil es einfach geil ist, wie du sagst, edgy Typ, deswegen finde ich den auch so stark. Er hat zum Beispiel nie Perücken getragen oder äußerst selten, was ja damals schon eigentlich so das Merkmal war von geistlicher Oberschicht. Und er hatte so wilde Haare und einfach seinen Blick und einfach so wie aufgetreten ist. Es war, glaube ich, ein kleiner Typ, aber der hatte wahrscheinlich schon eine ganz schöne Energie. Aber eben auch theologisch und menschlich. Man kann sich wirklich reiben an dem und deswegen ist es eigentlich so krass, dass man so, so wenig über den weiß im deutschsprachigen, über diesen John Wesley. Weil der hat wirklich was Großes losgetreten, das bis heute gilt. Und ich würde sagen, tatsächlich mich und meinen Glauben auch ziemlich gerettet hat. Also jetzt nicht John Wesley persönlich, aber ich weiß nicht, ob ich noch gläubig wäre ohne methodistische Theologie. Kannst du das irgendwie konkret machen? Also hast du da bestimmte Erfahrungen oder bestimmte Texte oder theologische Einsichten, wo du sagst, die haben dir da geholfen? Also es ist ja, glaube ich, allseits bekannt, dass ich in freikirchlichen Kreisen aufgewachsen bin. Und sonst kann man sich das auch bei schöner Glauben nochmal nachhören, glaube ich. Da habe ich mal drüber gesprochen. Und ich bin ausgeschieden oder raus, einfach weil mir das nicht mehr, das ging nicht mehr. Diese Theologie hat mich einfach verbrannt und klein gemacht. Und ich war dann ganz lange ohne jegliche kirchliche Anbindung. Ich wollte auch gar nichts davon wissen. Und habe eigentlich völlig zufällig von der EMK in der Schweiz gehört und habe dann einfach angefangen. Ich hatte eine Arbeitsstelle da, ich habe dann auch Theologie studiert und bin so langsam reingekommen und habe einfach gemerkt, das fand ich so spannend bei dir, Björn, du hast es letztens auch gesagt im Podcast mit Mo. Dass dir einfach auffällt, dass egal wo du hinkommst, im Methodismus sogar die fundamentalistischeren Kräfte, Die konservativeren Kräfte sind noch aushaltbar, wenn man die andere Seite wirklich kennt. Und das ist mir echt so gegangen. Es gibt bei uns in der Schweiz auch Gemeinden, die sind konservativer unterwegs. Die könnte man vielleicht sogar einem gewissen evangelikalen Spektrum anrechnen. Aber sogar mit diesen Menschen konnte ich besser umgehen. Die haben mich mehr stehen gelassen, als ich das früher gewohnt war, so mit meiner Art. Und da habe ich einfach gemerkt, aha, es gibt einen Glauben, wo denken irgendwie, da darf ich denken, da bin ich okay. Hat vielleicht eben mit diesem John Wesley zu tun, der eben auch schon sehr schräg war in seiner Art. Aber da habe ich Raum und da kann ich echt auch Fragen stellen, da sind Zweifel okay. Und das hat dazu geführt, da wollte ich einfach mehr wissen. Ich habe dann auch die E-Academy gemacht. Und je mehr ich darüber gelernt habe und gesehen habe, habe ich gedacht, ja, das ist eigentlich mein Glaube. So dieses Soziale, dieses Gemeinschaftliche. Trotzdem eben sehr eine starke Frömmigkeit und so eine Ehrfurcht auch. Und das gefällt mir einfach sehr. Das kann ich komplett relaten. Das ging mir auch ganz sehr so. Mir hat mal irgendjemand gesagt, du bist so ein Typ, der überall aneckt. Irgendwann habe ich herausgefunden, dass ich am Anfang gedacht habe, der hat es positiv gemeint. Irgendwann habe ich herausgefunden, das war nicht so richtig positiv gemeint. Und im Methodismus erlebe ich das schon krass, wie offen und wie langmütig da Leute sind, wie gut die das aushalten können. Das ist richtig, richtig cool. Und gleichzeitig ist es für mich auch so eine Rettungsinsel fast schon, weil einfach hier kann man einfach progressiv glauben. Und das ist in sämtlichen anderen Gemeindespektren nicht ansatzweise so gut möglich in meiner Erfahrungswelt, so wie ich es wahrnehme, hier wie im Methodismus. Und das ist richtig, richtig cool. Kannst du das konkretisieren? Also was meinst du damit genau so? Im Podcast wurde ja dieser Satz erwähnt, Methodismus hat das Copyright auf einen geistlichen und sozialen Protestantismus. Und das ist ja genau das, woher ich komme. Ich komme ja eher aus so kulturprädestantistischen Gemeinden, wo halt viel Tradition, viel Orgel ist. Und habe mich daraus eher bewegt, um zu sagen, ich habe Glauben gesucht und auch lebendigen Glauben gesucht und da nachgefragt. Und hin und her gegangen und dann irgendwann in diesem evangelikalen Spektrum, wo zwar Leute sehr aktiv glauben und eine tiefe Frömmlichkeit haben, da wiederum ist halt ganz oft einfach das Denken verboten. Und das mache ich halt gern, so dieses Nachfragen und darüber diskutieren und Leute in den Austausch bringen und auch ein bisschen rote Linien ausloten loten und diese Diversität auffächern, oder diese auch so Schein Allianzen zu gucken, was ist denn eigentlich die Substanz, was sind unsere kleinsten gemeinsamen Länder und das hat ganz viel Spannung und Unmut immer herausgerufen, aber im Methodismus geht es komplett, weil die komplette DNA gefühlt so ist. Also wenn ich mir unsere Ostdeutsche Konferenz angucke, da ist so eine große Spannung und so viele Maincharakter, die alle ganz unterschiedlich sind. Und das trotzdem schaffen, irgendwie in eine Diskussion zu kommen. Klar gibt es da hitzige Diskussionen, aber es gibt Diskussionen und das ist so klasse. Ich glaube, das ist wahrscheinlich auch das, wo ich sagen würde, da ist jetzt gerade die Chance und wahrscheinlich ist es nicht ganz zufällig, warum wir jetzt zu dritt hier als MethodistInnen bei schöner Glauben zusammensitzen. Also wir suchen irgendwie zeitgemäße Formen des Glaubens. Und finden die nicht in den theologisch liberalen oder teilweise progressiven Landeskirchen, aber wir finden sie eben auch nicht in den, persönlich frommen Ausdrucksformen des Pfingstlerisch-Evangelikalen Spektrums, sondern wir brauchen so einen, ich würde es nicht mal Mittelweg sagen, sondern so einen eigenen Weg, wo man sagt, nee, es geht tatsächlich um was Persönliches. Auch was hohes Commitment irgendwie erfordert oder zumindest, wo das möglich ist. Und gleichzeitig dieses offene Denken, diese Theologie, die Zweifel und Fragen, und Kritik nicht nur toleriert, sondern eigentlich zwangsläufig braucht, um überhaupt zu leben. und das kriegen wir irgendwie zusammen. Und zwar, weil wir immer sehr schnell praktisch werden. Also Methodismus ist immer was, was schnell in die Tat führt. Und das, finde ich, kam jetzt im Podcast mit Thorsten Dietz und Martin Hünhoff auch gut raus. Also das war so mein Eindruck beim Hören, dass auch die zwei Fans sind. Der eine mit persönlicher Geschichte und der andere mit einem langen Weg der Annäherung. Und Thorsten, falls du jetzt gerade zuhörst, Sarah will dir ein Angebot machen, was du nicht ablehnen musst. Ein unmoralisches. Come to the dark side. Wir haben Kirchencafé. Also ja, wir machen die Gliederaufnahme, wann immer du willst, Thorsten. Das macht gar nichts aus. Und du kannst auch weiterhin für die reformierte Kirche arbeiten. Das macht auch nichts. Das mache ich auch. Wir sind da ganz flexibel, wir Methods. Genau, du kannst dir aussuchen, willst du in der Schweiz dazukommen, in Deutschland. Wir sind ja eine globale Bewegung. Also, Du bist herzlich willkommen, Thorsten. Und der Martin natürlich auch. Also komm zurück in den Schoß. Genau. Ich finde es so klasse, du hast es so gut gesagt. Mir ist es auch aufgefallen im Podcast. Ich glaube, Thorsten hat es so gesagt, korrigiere mich Björn, du warst da sehr genau, hast glaube ich auch mitgeschrieben und so. Thorsten hat gemeint, dadurch, dass es eben so eine soziale, so eine karitative Bewegung war, die haben immer schon gearbeitet, waren die immer so am Puls der Zeit. Also die haben halt gesehen, was auf der Straße los ist und so weiter. Und das hat aber dann auch dazu geführt, dass diese missbräuchlichen, komischen Theologien gar nicht so Fuß fassen konnten. Oder wie würdest du das, Naja, also es war ja schon parallel, gab es ja schon auch ein bisschen eine größere Entwicklung. Es wurde ja auch angeteasert, ein paar Sachen wie George Whitfield und so umgegangen ist, dass es ja schon auch eher Kommentare gab, dass das auch ganz schön überemotionalisiert war alles. Wo ja John Wesley da eine schöne Balance hinbekommen hat, in dieser Zeit, wo ganz viel sich so abgegrenzt wurde von diesen ganzen okkulten Auswüchsen, die so entstanden sind, und diese Rationalisierung eingetreten ist in sämtliche Bereiche und auch so ein, Deismus, so vorherrschend war, dass John Wesley halt diese emotionale, auch gefühlsbetonte Sache hinbekommen hat und das aber wiederum. In Konträrsetzung dieses Zeitgeistes und wiederum halt aber auch zu diesem Anglikanischen, was eher so wie ich es verstanden habe, so ein bisschen, für die Oberschicht so bestimmte High-Church-Form ist und das halt wiederum aber an die Arbeiter herangetragen hat, zu sagen hey, hier, das ist Evangelium und spürst du das in deinem Herzen, was das mit dir macht und dass die Leute angefangen haben, was zu fühlen und zu spüren und so Also er hat meiner Meinung nach eine ganz tolle Balance in diese Zeit reingebracht. Und er war jetzt vielleicht jetzt nicht so ein riesengroßer, krasser Prediger wie George Whitfield, der, so wie ich es verstanden habe, vor viel, viel größeren Gruppen gepredigt hat. Und trotzdem, glaube ich, ein Mann, der so jedem ein bisschen hinterhergegangen ist, auch so den schwierigen, eher sozial ausgegrenzten Leuten. Und das ist ja total die DNA, die es jetzt immer noch an vielen Leuten ist. Aber korrigieren muss, wenn ich da nicht ganz richtig liegende Beobachtungen mache. Ich finde, was noch dazu kommt, er war wohl wirklich nicht der charismatischste Prediger, das stimmt, aber er hat es unglaublich gut geschafft, Leute zu ermächtigen, Verantwortung zu übernehmen und sich eben zu organisieren. Also es war nicht so ein einmaliges Event irgendwie, jetzt kommt John Wesley, lass da alle hingehen, sondern jetzt kommt John Wesley und es organisieren sich Leute und die treffen sich mit einer Regelmäßigkeit und, die machen dann auch was für ihr Umfeld. Und egal, ob das dann die Bildung an den Sonntagen war oder ob das die Seelsorge, in den Krankenhäusern oder Gefängnissen war oder ob das eine Organisation von ArbeiterInnen war, Aber das ist, glaube ich, sowas, was tatsächlich dann nachhaltig Wirkung entfacht hat. Und da hat er unfassbar viel publiziert und Leute ermächtigt, diese Gruppenleitungen dann auch zu übernehmen. Und das ist, glaube ich, was, was man jetzt heute nochmal überlegen kann. Also man kann Kirche auf verschiedene Arten und Weisen denken, aber die meisten herkömmlichen Kirchen denken noch sehr attraktional. Also man muss ein gutes Angebot schaffen und dann kommen die Menschen da hin. Und John Wesley hat eigentlich andersrum gedacht. Er hat überlegt, wo sind die Menschen, was sind die Anliegen und was kann ich dafür tun, dass sie dort Unterstützung erfahren und miteinander in Kontakt treten. Und dass dieser Gott, der es gut mit allen Menschen meint, dass der spürbar wird. Und das ist ein unfassbares Talent. Und da war er dann sehr, sehr fleißig. Also der ist ja viel durch die Lande geritten. Und ich war da mal im Museum in England, da ist so der Sattel auch ausgestellt. Und er hatte da so ein Schreibpult auf seinem Pferd. Und das arme Pferd musste ganz schön schleppen, also den John und einen Haufen Bücher und Papier und Schreibzeug. Und dann ist er da durch die Gegend geritten und hat Sachen geschrieben, damit andere Menschen die Arbeit eben weitermachen konnten und er dann woanders hinkam. Und dann hat er überlegt, wie kann er das verknüpfen und kam dann wahrscheinlich so auf diese Konferenzen, die dann einmal im Jahr oder je nachdem auf welcher Ebene auch öfter stattgefunden haben, wo die Leute sich dann wieder verständigt haben und diese Organisation in nachhaltige Organisationsformen gebracht hat. Und das ist schon was, ja, beeindruckend. Richtiger High Performer. Ich finde es so krass mit den Pferden zum Beispiel. Es sind ja so ganz kleine Sachen, die man halt weiss, eben weil er sehr viel geschrieben hat, weil damals auch viel aufgezeichnet wurde in Briefen oder so. Und es heißt ja auch, er hat alle seine Prediger und Predigerinnen dazu angehalten, die Pferde wirklich gut zu behandeln. Es gibt so Auszüge, wo er sagt, ihr müsst zuerst schauen, dass die gut gepflegt sind, wenn ihr irgendwo ankommt. Die müssen versorgt werden. Das ist so wichtig. Und er hatte so seine Lieblingspferde auch. Und die haben dann anscheinend, das ist so ein kleiner Mythos, die konnten dann auch, ohne dass er sie gesteuert hat, wussten die, wohin er wollte. Und dann konnte er eben arbeiten gleichzeitig. Das ist einfach fliegen. Damalige autonome Fahren einfach. Ja, es ist eigentlich Navi. Wer hat es erfunden? Die Mythos, oder? Wie so vieles anscheinend. Ja, natürlich. Aber was ich eben ganz spannend finde, und ich glaube, das ist so der Kern der Sache, Und das kam mir im Podcast ein bisschen zu kurz. Wieso? Also wieso ist das so passiert? Und ich glaube, das hat wirklich, das fängt mit John Wesley an. Und ich glaube, was ihn ausgezeichnet hat, der war unfassbar ehrlich und auch sehr kritisch mit sich selbst. Und man liest von ihm, wie er beständig zweifelt. Und ich weiß nicht mehr, ob es Zinzendorf war oder irgendein anderer Deutscher, der ihn geschrieben hat, oder Peter Böhler oder so. Der hat ihm geschrieben, predige so lange, bis du glaubst. Der war immer im Zweifel, auch sogar dann, als er mit Gott Begegnungen hatte. Die Zweifel kamen wieder. Und er hat sich dem aber eben gestellt und hat nicht gesagt, naja, ich sage es jetzt niemandem. Sondern das gehört dazu. Und es gibt Aussagen von ihm, das gehört zu einem gesunden Glauben dazu, dass man eben nicht immer alles weiß. Und ich finde das schon sehr außergewöhnlich. Thorsten hat diese Amerika-Reise angesprochen und ganz, ganz kurz gesagt, dass es halt einfach schief lief, dass er sich da viel mehr vorgenommen hat. Das hatte auch mit Liebe zu tun, kann man sich mal nachlesen, das ist ganz witzig. Aber er ist zurückgekommen und er war so shattered er war so gebrochen und kaputt eigentlich und hat dann aber eine Erfahrung gemacht es hat sich in seinem Herzen was gedreht weil er gemerkt hat. Ich bin einfach nicht ganz so geil wie ich immer dachte und ich kann das alles studieren und lernen aber wenn mein Herz irgendwie da nicht mitmacht dann bringt mir das nichts, und dann gibt es so die Geschichte dass er angefangen hat genau deswegen darüber zu predigen in diesen Kirchen, anglikanischen Kirchen. Ich bin ein Sünder, so wie ihr. Und das hat zu diesem Zeitpunkt dieser Oberschicht aus England einfach kein Mensch gesagt. Und die haben alle superkritisch reagiert, weil ein Geistlicher, der darf kein Sünder sein. Das muss einer sein, der muss es im Griff haben. Und John Wesley hat das öffentlich bekundigt und hat auch gesagt, und ihr seid nicht besser als ich. Und er wurde herausgejagt, Sie durfte dann, der hat ganz viel Ärger bekommen und hat dann angefangen, bei Menschen zu predigen auf der Straße, bei Minenarbeitern. Als die das hörten, ich bin ein Sünder so wie ihr, das war das erste Mal, dass einer aus der Oberschicht denen sagte, ich bin eigentlich nicht besser als ihr seid. Ich bin genauso verloren, ich bin genauso am Arsch. Und das hat diese Umkehr bewegt. Also dass Menschen zum ersten Mal sahen, der hat eine grössere Bildung, der hat mehr Reichtum, der ist erfolgreicher, aber der ist eigentlich letztendlich wie wir. Wir haben auch Würde und die ist von Gott gegeben. Und ich finde, das ist so dieses Außergewöhnliche. Und das ist heute ja sehr ähnlich. Also wenn wir einander überheben und sagen, ja, der hat es im Griff, der weiß, wie es läuft, letztendlich stimmt das einfach nicht. Da finde ich auch die Kontextualisierung ganz wichtig. Also, im ersten Hören hat es für mich natürlich auch schon immer so ein bisschen diese Triggerpunkte zu sagen, man muss immer erstmal alles schwarz malen, um das Licht des Evangeliums irgendwie heller in den Kontrast zu stellen. Und was auch so ein bisschen so eine gängige Methode ist. So, ich bin ein armes Würstchen und eigentlich nur ein Heuschen Elend und ihr alle auch, aber Jesus. Und bei John Wesley war es ja eigentlich eher so, dass er ja ein sehr positives Menschenbild hatte im Kontrast zu anderen einflussreichen Theologen. Allein, dass er quasi gesagt hat, dieses Heilsgeschehen von Jesus, das ist für alle da und da ist jetzt niemand, einfach prädestiniert dafür, ein schlechter, bösartiger, widerlicher Mensch zu sein. Für den ist es halt nicht da. Und dass er gar nicht sich darauf, also dass er da auch ganz schön angeeckt ist und als Herr Rediger dafür schon bezeichnet wurde, für dieses. Bärminimum von positivem Menschenbild würde ich es heute bezeichnen. Das ist schon auch echt krass. Ab dem Punkt habe ich mir ein neues Wort aufgeschrieben. Das hat Thorsten nämlich erwähnt, die sogenannte Schwarzgalligkeit. Und damit das schlechte Menschenbild in manchen Theologien zu bezeichnen. Und da kamen sehr, sehr viele solche Wörter, wo immer wieder Martin Hühnerhoff nachgefragt hat. Thorsten, was genau meinst du damit? Das finde ich richtig wichtig und gut, dass es da jemanden gibt, der immer nochmal nachfragt. Ich habe da, Björn, deswegen habe ich John Wesley, es gibt Lehrpredigten, ich habe die natürlich alle und es gibt im Vorwort, wo John Wesley schreibt, wie man eben predigen sollte und da gibt es eben eines, dass er sagt, nichts erscheint hier in einer ausführlichen, eleganten oder sprachlichen, kunstvollen Form und deswegen, ich beschreibe die einfache Wahrheit für einfache Leute. Er hat sich immer ausgesprochen dagegen, dass man so hochtheologisch spricht. Deswegen sage ich ja auch immer dem lieben Jason, drei Namen, drei theologische Namen, das reicht. Mach es nicht zu kompliziert, sonst komme ich nicht mit. Wir müssen einfach sprechen, weil ganz ehrlich, die meisten Menschen haben einfach keinen Bock drauf, sich noch ein Wörterbuch nebenbei zu kaufen und so, keine Ahnung, zu theologisieren. Zwischendurch mal ist es gut, aber ich sage mal, für die normalen 0815 Menschen ist es einfach oft zu viel. Und deswegen, also da wäre Wesley auch dabei gewesen. Und auch das kann ich total relaten. Also das war ja immer eine Disziplin, die ich im Theologiestudium irgendwie immer einnehmen musste, die Inhalte auf Jugendarbeit runterzubrechen. Und dann merkt man ja erst, ob man irgendwas wirklich gecheckt hat, wenn du es irgendwie auch verständlich ausdrücken kannst. Und das ist, glaube ich, ganz wichtig, auch für Predigten. Und da greife ich mir an meine Evangelisch-Rotor-Version also ganz sehr, dass man da quasi wirklich schafft, eine Sprache zu sprechen, die Menschen verstehen. Und ich glaube, das ist auch eines der, Erfolgsgaranten von Freikirchen-Neugründungsprojekten, dass die halt einfach, diesen sakralen Sprech mehr ablegen können. Aber das ist wiederum ein spannender Punkt, wie erlebt ihr das denn in den jetzigen methodistischen Kirchen, mal vom Vibe her erlebe ich das schon auch sehr evangelisch-lutherisch ähnlich genau, Meinst du jetzt in gottesdienstlichen Vollzügen? Ja. Also ich habe immer mal wieder die Erfahrung, dass ich Leute in Gottesdiensten habe oder dass ich mal eine Trauung mache, eine Hochzeit und dann rückgemeldet liege, wie lebensnah und lebendig die Liturgie rüberkommt. Das liegt, glaube ich, daran, dass wir wenig ausformulierte Liturgie bei uns verwenden. Also wir haben schon eine klare Abfolge und die bestimmten Teile im Gottesdienst haben eine Funktion. Aber da ist jetzt kein Gloria Patri drin oder irgendwie andere Formeln oder so Wechselgesänge gibt es auch selten bis gar nicht. Aber was natürlich trotzdem so ist, wir sind eine recht kleine Kirche, die recht eng miteinander zu tun hat. Und alleine bis man durch die ganzen Abkürzungen im deutschsprachigen Methodismus durchsteigt, kann mal ein, zwei Jahre vergehen. Also es ist schon so, es ist eine kleine Bubble und es ist auch was, wo ich sagen würde, die letzten 50, 60, 70 Jahre haben sich in vielen Gemeinden, so Gruppen gebildet oder Familiendynastien. Eingeschlichen, wo man sagen muss, da kam schon lange nicht mehr so richtig viel Neues dazu und das merkt man auch. Also da bildet sich eine eigene Sprache raus, eine eigene Frömmigkeit und da muss man immer wieder mal schauen, wie man die Grenzen sprengt und wie man mit anderen Leuten im Gespräch bleibt oder ins Gespräch kommt. Aber es ist jetzt weniger aus meiner Sicht so formelhaft liturgisch, aber doch, ja, klar, solche theologischen, Triggerwörter oder Sammelbegriffe, die haben wir auch drin und die muss ich auch bei mir selber immer wieder mal abschütteln und gucken, dass ich normal rede. Aber interessante Beobachtung, das erlebe ich tatsächlich in meiner Erfahrung mit methodistischen Gottesdiensten schon so, dass da die Liturgie genau so ist, wie du es gerade nicht beschrieben hast. Also wie ich es halt eigentlich auch kenne. Also Liturgie, Deckungsgleich, Gloria Patri und Wechselgesänge, da fühle ich mich sehr zu Hause, sag ich mal. Ich merke dann immer, ich kenne das selber nicht so, also auch aus meiner Heimatgemeinde nicht. Und das war für mich so eine Schlüsselerfahrung im Studium. Ich habe evangelische Theologie studiert und dann waren wir da in so lutherischen Universitätsgottesdiensten und ich stand da drin und ich habe nichts verstanden. Ich habe mich so fremd gefühlt und dann sind wir da rausgegangen und ich weiß noch, die Person, die neben mir saß, die meinte, ach, war das schön wie zu Hause und ich war so. Was zum Geier ist hier passiert? Ich habe mich noch nie so fremd gefühlt in einem Gottesdienst, der ja eigentlich auch mir nahe sein soll. Also das kommt dann voll auch auf die eigene Prägung drauf an und ich merke, da habe ich persönlich kaum einen Zugang zu so hochkirchlichen Sachen, ich stolpe auch jetzt immer darüber wenn ich einen Talar anziehe bei einer Beerdigung oder sowas, das muss ich mir erst aneignen, das kommt ja auch mega drauf an, also das ist eben nicht so kennst du eine EMK, kennst du alle also das ist ja super unterschiedlich jetzt in der Schweiz gibt es eigentlich kaum EMKs, die wirklich streng liturgisch sind, Aber meine zum Beispiel, wir folgen wirklich einer methodistischen Liturgie. Wir haben auch Orgel und Hymnen. Und für mich persönlich ist es aber tatsächlich sehr, sehr heilsam, weil ich dieses Evangelikale, so dieses, oh, wir neigen unsere Hände jetzt und wir beten jetzt, da bin ich, da macht es mir zu. Und wenn ich weiß, es ist ganz nüchtern und es ist trotzdem eine Frömmigkeit dahinter, dann ist es für mich sehr, sehr viel, es ist halt fremd, ich kenne es nicht von früher, aber deswegen eben auch nicht verbrannt. Und ich glaube aber, insgesamt könnte man schon sagen, es ist so, ich sage immer, das ist eine Frömmigkeit, wie wir aus den Freikirchen kennen. Also so, man nimmt das sehr ernst und es wird auch im Alltag gelebt. Aber die Theologie, die ist protestantisch, die ist reformiert. Da ist wirklich sehr viel drin, wie wir das kennen von reformierten Landeskirchen zum Beispiel. Also da werdet ihr euch auch heimisch fühlen, wenn ihr aus diesen Ecken kommt. Und die Liturgie aber oder das Amtsverständnis, das hat dann eben schon so ein bisschen das Katholische. Und da merkt man halt, es ist anglikanisch ursprünglich. Also es ist, die Church of England, die ist eben gesplittet. Das ist nicht nur reformiert. Das ist eben schon auch, hat so dieses Hochkirchliche auch. Und ich sage halt, das ist das Beste aus allen drei Welten. Und deswegen... Bin ich ja Methodistin. Aber das verstehe ich den Punkt, dass dieses Episkopale, also dieses. Hochkirchliche mit Bischöfen und Superintendenten und sowas, das kenne ich ja aus meiner evangelisch-oderischen Prägung sehr gut. Und da ist ja eher so, dass das ein bisschen gerade eher krankt, weil viele so Strukturorthodox quasi damit umgehen und es ein bisschen top-down ist. Und in der Medo-Kirche erlebe ich das halt eher als ein total gelungenes, Backup, sage ich mal, von Rückhalt in dem Sinne, den ich quasi in den Freikirchen wieder total vermisst habe, weil da kann gefühlt jeder alles machen und du hast keine ordentlichen Punkte, wo du Kritik mal ansprechen kannst oder keine höheren Instanzen, sondern daher kommt ja auch ein bisschen, diese Sektenähnlichkeit, die manche dann quasi so ein bisschen sich annehmen. Und das schützt halt wiederum schon dann die Struktur bei den Medos davor. Also es ist tatsächlich das Beste aus beiden Welten, so wie ich es wahrnehme. Die Wege sind kleiner und auch direkter. Also ich erlebe das nicht so, dass du irgendwie Beschlüsse auf dem Tisch hast von der Super-Inventur oder von den Bischöfen, wo du denkst, okay. Sondern das ist ja immer alles im Dialog und im Gespräch. Und ja, es gibt auch genügend, die dann auch sagen, hä, warte mal, das sehe ich jetzt anders, wir müssen das jetzt nochmal abändern und drüber reden. Und die so in den Denten dann sagen, ja, na gut, dann reden wir nochmal drüber. Und es ist eine Weltkirche, das hat der Thorsten auch schön gesagt. Es ist halt nicht eben nur Deutschland, sondern der Blick weitet sich wirklich. Man wird bewusst, aha, wir haben da amerikanische, thailändische, australische Geschwister etc.. Moritz, vielleicht kannst du das noch ein bisschen konkretisieren. Wir sprechen jetzt, da kann jeder drüber sprechen. Das denkt man ja in anderen Kirchen auch. Da hat ja jemand, jeder kann mitsprechen. Aber wie gestaltet sich das denn in unserer Kirche? Also du hast vorhin Konferenzen angesprochen. Wie muss man sich das vorstellen? Genau, man kann sich das so vorstellen. Ich erkläre es mal von oben nach unten, damit wir dann von unten nach oben die Entscheidung kurz besprechen können. Also es gibt in der evangelisch-methodistischen Kirche oder auf Englisch United Methodist Church, eine Generalkonferenz, da sind alle Zentralkonferenzen oder jetzt neu umbenannt Regionalkonferenzen vereinigt, und diese Regionalkonferenzen, die sind dann wieder aufgeteilt in jährliche Konferenzen und die setzen sich zusammen aus Distrikten beziehungsweise aus Bezirkskonferenzen. Und um die Größenordnung mal zu verstehen, ich bin jetzt als Pastor in einer Gemeinde in einer Bezirkskonferenz. Da sind wir gerade im Zusammenschluss und sind jetzt sieben Gemeinden, so in einem Umkreis von 30 Kilometern. Das sind eine Bezirkskonferenz und das nächste ist dann die jährliche Konferenz. Da gibt es in Deutschland drei Stück von. Die süddeutsche, die ostdeutsche und die norddeutsche Konferenz. Und die zusammen bilden eine Regionalkonferenz. Dass Deutschland eine eigene Regionalkonferenz hat, ist historisch bedingt, weil wir uns im 20. Jahrhundert einmal gehörig ins Abseits geschossen haben. Die Schweiz ist da ein bisschen anders. Ihr seid Teil von der Regionalkonferenz, was ist das, Nordafrika, Südeuropa, oder? Und Frankreich, ja. Und Frankreich. Genau, das ist eure Regionalkonferenz. Und wir zusammen sozusagen treffen uns dann bei der Region, äh, bei der Generalkonferenz, wenn alle Regionalkonferenzen sich zusammentun. Und dann gibt es verschiedene Ebenen, verschiedene Sachen. So Kirchenordnung ganz grundlegend ist eine Sache der Generalkonferenz. Das heißt, das wird ganz oben ausgehandelt. Aber jetzt ist es nicht so, dass es da eine kleine Gruppe an Bischöfen gibt, die das dann austarieren, sondern aus allen Regionalkonferenzen werden Leute entsandt, die dann da die Arbeit zusammen machen. Und jetzt meldet sich Sarah mit einer Korrektur. Ja, ich will dich korrigieren, weil es gibt derzeit mehr Bischöfinnen in der UMC als Bischöfe. Also bitte, da würde ich schon sagen, die Bischöfinnen. Sehr gut, ja. Genau, also es gibt dann noch den Weltrat der Bischöfinnen und die haben so ein bisschen begleitende, beratende Funktionen für die Generalkonferenz. Und jetzt gerade zum Beispiel gibt es die Situation, dass wir uns an der Homosexualitätsdebatte entzweit haben als MethodistInnen. Da gab es ja auch eine längere Phase oder ein längeres Kapitel in diesem Podcast von Thorsten und Martin. Und jetzt ist schon die Frage, also wir sind jetzt so die Liberalen in der Frage zumindest oder die, die jetzt noch als evangelisch-methodistische Kirche miteinander unterwegs sind. Und jetzt ist die Frage, wie wollen wir das theologisch und visionär umsetzen? Und da hat jetzt dieser Weltrat oder der Rat der Bischöfinnen ein Gremium ins Leben gerufen und wir treffen uns nächste Woche in Calgary in Kanada. Und da kommen aus allen Regionalkonferenzen Delegierte hin und wir sollen dann eine theologische Vision erarbeiten. Und da bin ich sehr gespannt. Also ich darf als einer von fünf insgesamt aus Deutschland da hinreisen und mit ins Gespräch kommen. Und ich weiß jetzt, eine Woche vorher auch noch nicht, wie das dann so laufen wird, aber wir versuchen das gemeinsam zu machen und dann gilt es immer wieder auszutarieren, Wo sind die Gemeinsamkeiten? Wo sind regionale Unterschiede? Wie kann man da auch Freiheit in der Entscheidung praktisch an der Basis belassen und gleichzeitig trotzdem eine Richtung ausüben? Nicht vorgeben, aber erarbeiten. Das sind dann die Prozesse, die sehr, sehr spannend sind in so einer globalen Kirche. Aber rein theoretisch ist praktisch über diese Konferenzstruktur gegeben, dass aus jeder Gemeinde Menschen vertreten sind, dann auch auf den unterschiedlichen Ebenen. Und das funktioniert schon ganz gut. Ich würde, glaube ich, an einer Stelle noch ein bisschen kritisch rückspiegeln. Björn, du bist jetzt erst ein Jahr dabei. Ich weiß schon von einigen Entscheidungen oder Prozessen, wo es auch eine Schwäche ist, dass wir wenige sind und dann doch diese SuperintendentInnen und BischöfInnen Struktur haben. Und da sind viele Entscheidungen dann auch immer auch persönlich irgendwie mitgefärbt. Also man kennt sich und das macht es manchmal nicht so leicht. Also da habe ich das Gefühl, da wäre es manchmal einfacher, wenn es ein bisschen größer wäre und dadurch auch sachlicher vielleicht. Aber so im Großen und Ganzen kann man schon sagen, also es ist eine Kirche, wenn ich da mitreden und mitgestalten will, dann gibt es da Räume und Möglichkeiten und unterschiedliche Ebenen dann eben global. Und an sich ist das jetzt nicht ein riesiger Apparat, wo man ewig braucht, um an der richtigen Stelle zu landen. Also das mit den kurzen Wegen, das stimmt auf jeden Fall. Und vielleicht geht es euch jetzt so, wie es Björn und mir gegangen ist und vielleicht immer noch geht, ihr versteht einfach nur Bahnhof. Naja, du musst ja jetzt dazu sagen, hier wurde ja jetzt die Sachen ausgesprochen. Also im Regelfall werden einfach nur Abkürzungen benutzt. Ja, genau. Es geht dann um OJK, BK, nur JK und... Es ist ganz schwierig. Aber ich kann es ja so runterbrechen. Eigentlich ist es nichts anderes, als es hat damit angefangen, dass eben John Wesley und all seine lieben Leute damals gemerkt haben, wir müssen gemeinsam sprechen. Es kann nicht einfach einer kommen und sagen, so geht es. Deswegen müssen jetzt alle kommen. Und das spielt auch keine Rolle, ob ich Theologie studiert habe oder nicht. Da können eben auch die ganz einfachen Menschen kommen, die vielleicht sogar keine Bildung haben. Und die haben sich dann so formiert. Die ganzen Gewerkschaftsbewegungen zum Beispiel, die wir heute kennen, das hat ganz, ganz maßgeblich mit der methodistischen Bewegung zu tun. Könnt ihr euch gerne einlesen. Sehr, sehr spannend. Und daraus kommt es eigentlich. Und es ist auch so, dass auch heute noch Menschen, die an diese Konferenzen gehen, Thorsten hat es immer, das ist meine Korrektur, lieber Thorsten, hat es immer Synoden genannt, aber es ist Konferenz. Und das ist ganz wichtig, das Konferieren. Da wird wirklich debattiert, da wird ausgehalten und wir nennen das auch Holy Conferencing. Also das ist fast ein Sakrament in unserer Kirche und das ist eben nicht nur den Amtlichen, den Menschen, die eine theologische Bildung haben, vorbehalten, sondern wie damals, wie in diesen ersten Gewerkschaften, in diesen ersten Gruppen. Da können Menschen dazukommen. Das sind dann die sogenannten Delegierten und da gibt es immer ein gutes Verhältnis zwischen Menschen, die studiert haben, die theologisch Pastoren sind oder Laien, die gibt es immer ausgewogen. Genau, aber ich glaube, um Thorsten jetzt zur Seite zu springen, also Synoden in Landeskirchen sind jetzt auch nicht nur von den Pfarrpersonen gesetzt. Nee, ja, ja. Es ist nur das Wort. Ich habe eine Nachfrage gewesen, wie man es jetzt konkret abgrenzen würde vom Synodalen-Austausch gegen die Konferenzen. Das ist halt Welt. Also quasi, wenn jetzt wir was beschließen, gibt es halt die ganze Weltsituation noch dazu. Also wir können nicht als kleine quasi Schweizer, Nordafrika und Frankreich-Konferenz, Südeuropa-Konferenz, können wir nicht Sachen beschließen, die dann nur für uns gelten und für die Großkirche nicht. Also wir sind da ein bisschen gezwungen auch zu schauen, was hat die Großkonferenz beschlossen. Und in diesen Synoden, also zum Beispiel, da gibt es in der Schweiz verschiedene Landeskirchen, also die Bern, Jura, Solothurn, Zürich und so weiter. Und die können viele Sachen einfach für sich ausmachen. Keine Ahnung, ob ich das jetzt richtig korrekt ausspreche, aber bei uns ist es halt, weil es weltkirchlich ist, ist nochmal anders. Und deswegen war ja auch diese ganze LGBTQ-Sache so ein Riesending. Stellt euch mal vor, man muss so einen Weg beschreiten und man hat aber Länder wie Afrika dabei, wo auf Homosexualität… Afrika ist kein Land. Ja, ein Kontinent, wo es dann einfach Länder gibt auf diesem Kontinent, wo Homosexualität unter Todesstrafe noch ist oder auch Südeuropa. Da ist es einfach nicht, du kannst es nicht gleich machen wie in der Schweiz zum Beispiel. Und deswegen muss man so, so viel debattieren, konferieren, aushandeln, auch vorsichtig sein. Und ich finde das immer ganz spannend bei uns in der Konferenz, weil wir eben Menschen haben aus Nordafrika zum Beispiel. Da bekommt man direkt mit, was wirklich teilweise auch abgeht in diesen Ländern. Also es ist wirklich ganz schwierig. Da kannst du nicht einfach offen Christ sein. Deswegen, ich finde es auch immer ganz lächerlich, wenn dann Menschen in der Schweiz von Christenverfolgung sprechen, wo ich denke, ihr habt einfach keine Ahnung. Sprecht mal mit unseren Geschwistern in Tunesien. Tunesien ist okay, aber Algerien zum Beispiel. Also es ist wirklich. Ja und deswegen, es ist dieses Weltliche oder diese große Richtung, dieser große Blick eigentlich. Dir vielleicht anders ist. Mo, ich weiß nicht, würdest du das so? Ja, würde ich auf jeden Fall so sagen. Und das ist ja jetzt gerade auch ein Prozess, das neu auszuhandeln. Weil natürlich, wir sind eine weltweite Kirche, aber die letzten Jahrzehnte waren schon auch stark davon geprägt, dass wir in den USA sehr groß sind, beziehungsweise waren, je nachdem, und dass da auch die finanziellen Mittel sitzen. Und da gab es dann schon auch Abhängigkeiten voneinander wirtschaftlich und dadurch dann auch irgendwie stimmenverteilungsmäßig. Und das sortiert sich jetzt um. Und jetzt ist gerade die Stoßrichtung eben, wie können wir globale Kirche sein und gleichzeitig diesen US-Zentrismus irgendwie hinter uns lassen. Also welche Freiheiten gibt es lokal, welche Verbindlichkeiten gibt es global. Das ist gerade etwas, was ausgehandelt wird. Und ich fand es schon auch bezeichnend, dass im Podcast der Methodismus in der Krise beschrieben wurde. Und da können wir ja schon sagen, da ist was dran. Also diese Debatte um Homosexualität hat wahnsinnige Spuren hinterlassen, sowohl strukturell als auch in dem, wie diese Kirche sich selbst sieht und versteht. Aber auch vor Ort. Also wir blühen jetzt nicht, weder in Süddeutschland noch in Ostdeutschland oder in der Schweiz, sondern es wird immer kleiner. Und ich fand es eine schöne Beschreibung von Thorsten, der gesagt hat, Und das, was dem Methodismus da zu eigen ist, ist, dass der Selbsterhaltungstrieb relativ schwach ausgebildet ist, sondern dass es immer um die Sache geht. Also Methodismus ist gar nicht so abhängig davon, dass es eine Struktur und eine Kirche drumherum gibt, sondern es geht um eine Bewegung. Es geht darum, um Menschen, wie die miteinander umgehen und wie wir uns und unser Zusammenleben organisieren. Da ist einerseits viel dran und andererseits bewegen wir uns in kirchlichen Strukturen, wo doch auch viel dranhängt und wo ich merke, es sind gerade ältere Menschen, die auch. Schönere Zeiten oder Zeiten mit volleren Kirchen erlebt haben. Und das ist schon auch ein schmerzvoller Prozess des Kleinerwerdens. Und da geht es mir jetzt als relativ junger Pastor so, dass ich vor allem die Chancen sehe und die Ressourcen, die wir haben. Und ich glaube, dass wir gut in eine Zeit reinsprechen und in eine Gesellschaft reinpassen, wo wir viel anzubieten haben. Aber das muss gleichzeitig auch noch vermittelt werden zu Leuten, die andere Kirchenbilder haben, die ein anderes Zusammenleben, andere Gemeindearbeit gewohnt sind. Und das ist, glaube ich, ein Prozess, der ist noch nicht entschieden. Also ich könnte jetzt nicht sagen, wie sieht es denn aus mit der evangelisch-methodistischen Kirche in zehn Jahren in Deutschland oder in 20 Jahren. Das weiß ich nicht. Und ich finde es aber spannend, mit Leuten im Gespräch zu sein, weil ich da merke, die Anknüpfungspunkte werden eher mehr als weniger. Aber wie geht es euch denn? Vielleicht ist das ja so eine gute Schlussrunde für dieses Gespräch, mal zu gucken, wie geht es denn weiter mit dem Methodismus und mit unseren EMKs. Ja, das dachte ich auch. Ich würde wahrscheinlich jetzt dann langsam zum Schluss kommen, aber wir machen gerne noch eine zweite Folge, wo ihr uns auch eure Fragen schicken könnt. Und gerne auch kritisch. Ja, METO-Fangirl in allen Ehren. Aber es gibt auch definitiv einige Dinge, die ich kritisieren könnte. Und wenn ihr euch das Wunder nehmt, dann fragt doch gerne. Aber diese letzte Sache finde ich schon auch sehr, sehr wichtig. Und ich glaube, also das war im Podcast, hat es das so zusammengefasst. Der Methodismus ist so etwas wie das spirituelle Betriebssystem der Moderne. Hochgradig mobil, organisatorisch effizient, international vernetzt, sozial engagiert und zugleich innerlich zerrissen an den moralischen Konflikten der Gegenwart. Und ich sehe das so, so sehr. Und ich sehe das auch, wenn Thorsten dann sagt, ich werde zwar immer methodistischer, aber ich bin kein Mitglied, weil die verkaufen sich ja irgendwie auch nicht so. Und für mich persönlich, die dazugekommen ist, ich kann das fast nicht aushalten, wenn ich daran denke, dass die EMKs irgendwann nicht mehr gibt, weil ich würde komplett meine kirchliche Heimat verlieren und ich habe keine Alternative. Also ich kann nicht einfach dann zu den Reformierten gehen oder halt wieder zurück in eine andere Freikirche. Für mich hängt da wirklich sehr, sehr viel auch persönlich dran. Und es ist mir ein großes Anliegen, dass die Methodistische Kirche weiterhin gibt. Die soll sich entwickeln, die soll sich auch gerne verändern. Aber ja, ich fände es sehr, sehr schade, wenn wir immer kleiner, kleiner, kleiner werden und irgendwann einfach aussterben. Ja, das check ich komplett. Ich komme ja quasi jetzt erst dazu, wo dieser Kleinerwerden-Prozess irgendwie für viele so alltäglich ist. Und für mich ist es trotzdem immer noch so total faszinierend, wie viele Ressourcen doch noch da sind, wie viel auch einfach schon im Endeffekt, so würde ich jetzt mal pathetisch formulieren, auch im Herzen doch schon gecheckt wurde von Leuten, was das eigentlich im Kern ausmacht. Und trotzdem, ich erlebe da so viele. Positive Sachen, dass diese ganz viele andalkfähige theologische Gedanken bewegt werden, ganz viele Sachen schon sehr weit irgendwie in dem Sinne auch im Diskurs sind. Und die große Frage, wird es gelingen, das jetzt in eine Form zu bekommen, dass quasi im Endeffekt auch ein attraktives Gottesdienstkonzept oder Gemeindekonzept oder was auch immer für Konzepte entwickelt werden, dass das quasi auf die Straße kommt und wieder dieses... Ich weiß nicht, ob ich das so sagen kann als jemand, der da noch nicht lange dabei ist, aber dieser grundwesleyanische Gedanke irgendwie nochmal mehr forciert wird und es eben weg von diesem System, von diesen symptomatischen Behandlungen geht, wie können wir jetzt das und das, in der Gemeinde besser machen, sondern diese Grundhaltung wieder zurückzugewinnen, zu sagen, was ist unser USP, was ist unser Unique Selling Point, den wir einnehmen können. Und ich finde, das ist zum Greifen nah irgendwie. Das ist so eine andockfähige, theologische Richtung. Und es wird ja auch viel drüber geredet. Es sind ja auch viele Leute, die sagen und das bejahen können, sagen, der Notismus. Kann richtig gut gelingen. Aber die Frage ist, woran hadert es? Das bin ich immer noch ein bisschen am Abtasten. Das begreife ich noch nicht so ganz, wie das passieren kann. Ist es der Zeitgeist einfach vielleicht? Ist der Methodismus einfach nicht zeitgeistkonform? Dass der Methodismus eben gerade so viel von der Diskussion lebt und von dem Aushalten von Vielfalt und von diesen ganz vielen basisdemokratischen Prozessen, dass es eben nicht dieses, ja, weiser Mann, erklär mir die Welt, Punkt. Und vielleicht ist das gerade einfach eher der Drive, den Menschen wollen, mal ganz salopp gesagt, ich weiß es nicht. Ich glaube, da könnten wir dann in der nächsten Folge ein bisschen tiefer einsteigen, auch wenn dann Rückfragen kommen, also ein bisschen Gegenwartsdiagnose methodistisch. Wir können uns, glaube ich, darauf verständigen, dass wir drei jetzt hier bei schöner Glauben immer wieder methodistische Perspektiven einspielen. Ich weiß, dass zum Beispiel in der Brot-und-Rosen-Reihe ist eine Folge geplant, wo ich ein bisschen was von John Wesley und seinem Verhältnis zum Geld erzählen kann. Und die anderen sind ja auch mit verschiedenen Themen und Formaten unterwegs. Deshalb schreibt uns doch gerne, wenn ihr da Fragen zu habt. Wir werden auf jeden Fall in der Schöner-Glauben-App einen Thread starten. Also da könnt ihr in die, ich muss mal gucken, wahrscheinlich in dem Beitrag zu dieser Folge könnt ihr am besten kommentieren. Aber vielleicht haben wir auch bald die kritische Masse übersprungen und machen eine eigene Meto-Gruppe, in der Schöner-Glauben-App auf. Also wenn ihr die App noch nicht habt, ladet euch die runter, kommt rein. Und dann schauen wir mal, wie es weitergeht und wo wir weiterhin reiten mit John und den anderen. Ja, und schreibt uns sehr, sehr gerne, wenn ihr denkt, eben ich weiß es, was die Sarah an John Wesley Equipment oder was auch immer sich dazu getan hat. Ihr könnt ein Buch gewinnen. Und ich weiß auch, glaube ich, schon, welches ich euch schenken werde. Und ich würde dann ganz als Schluss, würde ich ein Schlusswort von John Wesley sprechen. Der hat nämlich wirklich ganz viele kluge Sachen gesagt und er hat etwas gesagt, was auch schön in die Zeit hineinspricht. Er hat geschrieben, beunruhige dich nicht mit dem Gedanken an das, was du in ferner Zukunft tun sollst. Vielleicht werden die Zeit und die Gelegenheit, an die du denkst, niemals kommen. Oder du wirst nicht davon betroffen sein. Du wirst zuvor vielleicht durch alle Wogen hindurchgegangen und in der Ewigkeit angekommen sein. Also nicht so sehr ums Morgen sorgen, das sage ich auch mir, ob die EMK kleiner wird oder nicht. Vielleicht bin ich bis dahin gar nicht mehr da und muss das nicht miterleben, und vielleicht schon und dann ist es auch okay. Liebe Leute, danke fürs Zuhören, danke Björn, dass du da warst, danke Moritz und danke an mich und wir sehen uns und hören uns. Tschüss. Ciao, macht's gut.