So Leute, bevor es richtig losgeht, eine kurze Ansage. Und zwar am 16. bis 18.10. Findet in Marburg die Inspiration statt, ein Fest der wilden Ideen. Da wird es eine ganze Menge Leute geben, die am Start sind. Also Tobias Fajks, Thorsten Dietz, Martin Benz, Leute wie Lea Weigand und Björn Wagner und Heiko Metz und Kofi Müller und Tobias Künkler. 8. Es wird echt voll. Dagi Begermann wird da sein. Es wird eine Menge Workshops geben. Es wird Musik geben. Es wird inspirierende Talks geben. Und ein Lagerfeuer steht auch auf dem Programm. Also zumindest Lagerfeuergeschichten. Und ja, wir von schöner Glauben sind natürlich auch am Start. Wir werden da einen Workshop machen zur Prozesstheologie. Per und Franzi werden mit am Start sein. Und darüber hinaus werden wir eine, Session haben, die nennen wir irgendwie ein Bier mit schöner Glauben. Da werden wir uns irgendwo hinhocken und zusammen ins Gespräch kommen. Das wird nett. Ihr könnt euch immer noch anmelden für die Geschichte. Ich verlinke das mal in den Shownotes. Ich denke, das wird wirklich eine sehr, sehr coole Sache. Da werden die spannendsten Leute aus der progressiven Szene, denke ich, an einem Ort sein. Also zumindest ein sehr, sehr großer Teil der spannendsten Leute. Ja, und würde mich freuen, einige von euch da zu sehen. Kommt gerne rum und dann, genau, heben wir einen. Jetzt geht's aber los mit dem Talk. So, liebe Leute, herzlich willkommen. Mein Name ist Jason und ja, ich bin mir noch nicht sicher, wie wir dieses Format oder diesen Talk einordnen, was das Format angeht. Ein Teil von mir möchte nämlich einfach sagen, wir machen so ein neues Format, was wir irgendwie Book Club oder sowas nennen, weil ich gemerkt habe, es gibt immer mal wieder Bücher, die ich hier bespreche. Und heute jedenfalls, Gofi, du bist zu Gast. Gofi Müller, herzlich willkommen. Voll lieb von dir, Jason. Danke, dass ich hier sein darf. Es ist mir eine Ehre. Das ist so schön. Man muss sich eigentlich nicht vorstellen, wer dich nicht kennt, das wäre wirklich krass. Aber du bist Künstler, du bist Theologe, du bist einer der drei Musketiere von Hossa Talk. Ich lebe in Marburg, ich bin Autor. Ich bin freiberuflicher Künstler und dazu gehört das Schreiben, dass ich eben auch Geschichten und Romane schreibe. Und zu meinem ganzen Künstler-Dasein ist dann irgendwann der Podcast Hossertalk, dazugestoßen und nimmt mittlerweile einen ganz schön großen Teil meiner Tätigkeit ein. Aber vom Herzen her und von meiner Ausrichtung her und auch vor dem Finanzamt und dem Herrn Jesus bin ich ein Künstler. Wir haben vor ein paar Jahren über dein Buch Hochding gesprochen. Das ist schon ganz schön lange her. Das ist wirklich lange her. Ich bin recht glücklich, weil seitdem war ich tatsächlich auch einmal in Bremen. Aber nur am Bahnhof. Das war der Umstieg. Ich muss sagen, der Bahnhof bleibt ein bisschen im Gedächtnis. Den Asiaten, da kann ich echt nicht empfehlen, sorry. Aber es gab so einen Stand da von diesem neuen Trendgetränk Holy. Gibt es das? Ja, das gibt es. Das ist der Hammer. Eigentlich, ich habe keine Ahnung, ob dieses Getränk was kann, aber der Typ, der das da verkauft hat. Meine Güte, großartig, großartig. Sehr unterhaltsam und einen tollen Geschäftsinn. Also ich glaube, alleine wegen dem hätten wir da wirklich Geld ausgegeben. Aber ja, muss ich ja nicht denken. Also habt ihr denn das Getränk Holy gekauft oder nicht? Kein Stück. Kein Stück. Wir haben einfach nur was getrunken. So Testversion. Ich hätte mich jetzt dafür interessiert, wie das Getränk Holy denn so wirkt auf den Organismus. Das hätte ich jetzt gerne gewusst eigentlich. Aber na gut. Also meiner Meinung nach ist das ja einfach so eine Art, Tee, also Wasser mit irgendeinem Gedulds da halt. Ja, jedenfalls Bremen ist eine ganz, ganz tolle Stadt, wer die noch nicht kennt. Es lohnt sich ja eine Reise dorthin. Ich liebe Bremen sehr, weil ich da auch aufgewachsen bin und ich lebe da schon ganz schön lange nicht mehr. Aber Geschwister von mir leben da, meine Mutter lebt da noch und ich bin wahnsinnig gerne in der Stadt. Es ist eine coole Atmosphäre. Also Bremen ist schon besonders, finde ich. Dein Buch ist auch so eine Bremer-Geschichte wieder. Also man kann sagen, es ist eigentlich eine Fortsetzung, denke ich mal. Ja, das ist so. Also ich habe mittlerweile drei Roman-eske Bücher geschrieben. Tim Tom Guiria ist eine Geschichte von einer Bielefeller Punkband, aber der Sänger stammt aus Bremen-Huchting. Und die Geschichte spielt dann auch ein bisschen in Bremen. Dann geht es weiter mit dem Erzählband Huchding. Da merkt man schon, dass dieser erste Punk-Roman und diese Geschichten ein bisschen was miteinander zu tun haben. Das ist derselbe Erzählkosmos. Das spielt halt in diesem Bremer Stadtteil Huchding, in dem ich aufgewachsen bin. Und jetzt das neue Buch spielt in ganz Bremen. Aber das knüpft tatsächlich an die beiden vorhergegangenen Bücher auch an. Also es ist so ein großes Erzähl-Ding, ein großes Erzählprojekt. Ich meine, dass die Band Tim Tom Guerilla auch wieder auftritt. Ja, also es ist ein bisschen vertrackt. Wir lernen in dem neuen Buch den Schriftsteller kennen, der den Roman über diese Band geschrieben hat. Nur dass in dem jetzigen Roman das nicht ich bin, obwohl ich das eigentlich war. Ich habe den Roman geschrieben, aber in dem jetzigen Roman bin ich das nicht, sondern das ist ein anderer Typ, der heißt Benjamin Stochert Barrenbaum. Und der lebt in der Bremer Neustadt und der hat zufällig mal in einer Hochdinger Kneipe, die in dem Jahrzehnten Hochding eine ganz wichtige Rolle spielt, den ehemaligen Sänger der Band getroffen. Der ist dann nämlich mittlerweile Barkeeper geworden und der hat ihm die Geschichte erzählt und dann hat der den Roman Tim Tom Guerilla geschrieben, aber der heißt nicht so es ist ein bisschen so ein Mindfuck ich hab da auch ein bisschen Spaß gehabt, weil ich hab ja nicht gewusst, dass das ein Verlag wirklich veröffentlichen möchte, was ich da gemacht habe und deshalb hab ich gelacht, ich kann machen, was ich will, es ist ein bisschen so ein Mindfuck, jedenfalls dieser Roman über diese, Bielefeller Punk Band, die der Typ in dem Roman geschrieben hat diesen Roman nennt er Wut, Liebe, Filmriss. Und so heißt jetzt ja aber mein neues, jetziges Buch, das jetzt rauskommt, wo der Film ist. Also es gibt ja so ein paar Wolken und Kreise, die ich da eingebaut habe. Und ich habe mich dabei diebisch gefreut und fand das alles super lustig. Ich fürchte, es ist jetzt alles ein bisschen schwierig nachzuvollziehen, aber ich finde es eigentlich immer noch lustig. Also ich kann es gut nachvollziehen. Die Frage ist so ein bisschen, ist das auch so ein Easter Egg Richtung hier, bist du noch wach oder wie hieß es? Noch wach, Ise, ne? Genau, von Benjamin Stuckrad Wie heißt der in Wirklichkeit? Barre, glaube ich, oder? Ja, klar, also das sind ganz bewusste Anspielungen an Popkultur und dann bestehende Dinge und so Deshalb habe ich den Stuckrad Barrenbaum genannt und fand das auch wahnsinnig lustig Ist auch ein Pastorensohn Mein Benjamin ist auch ein Pastorensohn Genau wie, der echte Stuckrad Barre und so weiter und so weiter Ja, genau. Und es sind die Easter Eggs, weil vielleicht kriegt man dann ja auch Lust, meine anderen Bücher zu lesen, wenn man das so liest. Voll. Ja. Weiß ich, kennst du den Film L.A. Crash? Nee. Okay, wenn du diesen Film irgendjemand, also wenn du den mal sehen solltest, ich glaube, es ist von der Erzählstruktur her einfach sehr, sehr nah an deiner Erzählstruktur. Ah, okay, ja, okay. Ich würde es halt so beschreiben, viele erstmal unabhängige Alltagssituationen, die auf eine Weise auch ja, die holen dich ab also das ist jetzt nicht irgendwie banal im Sinne von, so what, also das nimmt dich schon mit aber erstmal hat es nichts miteinander zu tun und es hat aber trotzdem auch schon eine gewisse Dramatik und am Ende verflechten sich die Storys aber genau, so LA Crash, ja okay, muss ich unbedingt sehen das hat sich bei mir so ergeben also ja, ich habe. Ein längeres Romanprojekt abgebrochen, bevor ich diesen Roman geschrieben habe. Und das war ein Romanprojekt, da habe ich chronologisch erzählt. Einen langen Text, Kapitel für Kapitel. Und ich bin daran verzweifelt, weil das in mein Leben nicht reingepasst hat. Neben all den anderen Projekten, die ich eben so gemacht habe. Und deshalb habe, habe ich abgebrochen und ich musste das machen, um mir selber den Freiraum zu geben, nicht ständig mit diesem schlechten Gewissen durch die Gegend zu laufen. Scheiße, ich muss dieses Buch doch mal irgendwann fertig schreiben. Und dann habe ich davon Urlaub genommen und habe gedacht, schön, Halleluja, Gott sei Dank, ich bin jetzt erstmal dieses Projekt los, das mich die ganze Zeit so belastet hat. Aber dann habe ich das Schreiben eben dann auch wieder vermisst, weil das Schreiben ist ein wichtiger Teil meines Lebens. Ja. Und dann habe ich überlegt, hey, wieso, was doch eigentlich ganz gut funktioniert, sind bei mir kürzere Formen, kurze Geschichten. Und dann habe ich einfach angefangen, wieder Texte zu schreiben und diesmal aber kürzere Texte und habe gedacht, schauen wir mal, wo es mich hinführt. Das ist tatsächlich auch der erste Text sogar in diesem neuen Buch. Mal gucken, da wird schon irgendwas mehr rauskommen. Und irgendwann habe ich gemerkt, das wäre doch total toll, wenn diese kurzen Geschichten, die ich erzähle, wenn die eine große Geschichte ergeben würden, so mosaikartig, wie so ein großes Geflecht sozusagen. Und so ist dieses Buch dann entstanden. Also ich mag die Erzählform gerne, weil es so eine Vielstimmigkeit hat und so eine Gleichzeitigkeit von Dingen, die eben so passieren. Und ich fand das so ein gutes Abbild für die Art und Weise, wie wir leben in diesem Social-Media-Zeitalter, wo wir permanent am Leben anderer Leute irgendwie teilhaben und irgendwie doch nicht teilhaben. Das ist ja so eine ständige Gleichzeitigkeit. Du siehst, dass eine Frau probiert ihr neues Kleid an. Dann siehst du einen Dude, der macht gerade irgendwelche neuen Dingsübungen im Gym. Bam, bist du in Gaza und dein Haus fällt zusammen und Kinder bluten. Zack, bist du schon wieder bei jemandem, der kocht sich ein leckeres Essen und sagt, wenig Kohlenhydrate, viele Proteine und so weiter. Das geht die ganze Zeit wie so ein Stream of Consciousness, der nie abbricht und dir permanent tausend neue Perspektiven, tausend neue Stimmen zeigt. Was ja auch irgendwie überfordernd ist, finde ich. Genau, und ich habe das sozusagen als Erzählprinzip in meinem Roman gemacht. Ich finde, es geht voll auf. Das lässt sich so schnell runterlesen. Und das sind ja teilweise aber auch, würde ich sagen, schon, also es sind ja Geschichten. Es ist ja nicht nur Dialog im Sinne, da passiert ja wirklich was. Das ist ja Handlung auch. Aber sehr schnell erzählt. Das gefällt mir richtig gut. Also ich habe das sehr genossen. Schön. Und gerade dieses, bei manchen Büchern, die ich schon mal gelesen habe, dann ist es aber ein bisschen zu krass, dass man dann eben nicht mehr weiß, wer war das nochmal? Und ich finde, da hast du eine super Balance getroffen, weil ich den Eindruck habe, du kommst da mit, und es ist von der Komplexität her und vor allen Dingen auch von der Anordnung her, finde ich so, dass es sehr zugänglich, sehr eingänglich ist. Also ein großes Lesevergnügen, auf jeden Fall. Das freut mich wirklich sehr. Das war natürlich eine ganz große Herausforderung. Wie ordne ich das jetzt eigentlich? Wie bringe ich das in eine Struktur, die dann für dich als Leser auch nachvollziehbar ist? Hat, glaube ich, für mich super gut geklappt. Richtig, richtig gut. Also, ich habe mich gefragt, wie du als Autor eigentlich schreibst. Also, jetzt mal ganz, ganz platt. Ich habe mich so gefragt, ich meine, auf Social Media dann auch mal mitbekommen zu haben, dass du dann wirklich nach Hochdingen gefahren bist und dir das alles angeguckt hast. Und ich weiß nicht, sitzt du dann da in irgendwelchen Cafés und schreibst oder gehst du an den Strand oder was machst du? Ich lasse erstmal auf mich wirken. Also die Beobachtung ist für mich sehr, sehr wichtig. Ich beobachte Leute, die sich so verhalten und versuche ihr Verhalten zu verstehen. Also ich versuche herauszufinden, warum macht die Person das jetzt gerade? Da gibt es wieder erkennbare Muster, würde ich sagen. Und dann lasse ich aber auch Orte auf mich wirken. Also ich gehe da hin und ich versuche dem. Das ist so eine ganzheitliche Recherchemethode sozusagen. Ich lasse die Orte auf mich wirken. Wie fühle ich mich hier, wenn ich hier lang laufe? Wie lang muss ich laufen? Ist es anstrengend, hier lang zu gehen? Was ist das hier für ein Ort? Ist der irgendwie fresh? Macht das Spaß, hier zu sein? Ist der bedrückend? Wie fühlt man sich, wenn man hier ist? All diese Dinge versuche ich zu sammeln und die nehme ich dann mit nach Hause. Ich schreibe nicht da vor Ort, wo ich bin, sondern ich versuche das irgendwie zu behalten. Und wenn ich dann schreibe, gehe ich in diese Situation zurück und das hat was für mich sehr, sehr Reales. Ich erlebe Situationen nach, indem ich sie schreibe. Ich bin wirklich in so einem Film drin. Ich sehe die Dinge vor mir. Dann suche ich natürlich nach den richtigen Worten. Das ist ja auch was Technisches zu schreiben. Also wie strukturiere ich die Sätze, welche Worte wähle ich und so weiter und so weiter. Aber der erste Entwurf ist natürlich nie richtig gut. Ich muss hinterher drüber arbeiten und das ist dann sehr, sehr technisch. Aber das erste Schreiben ist wirklich so ein, ich gehe da jetzt mit Gedanken rein und ich bin wirklich in der Situation drin und ich versuche all die Gefühle, die ich vorher wahrgenommen habe und aufgenommen habe, die versuche ich jetzt irgendwie wieder zu geben mit Worten. So funktioniert das. Und das ist für mich total spannend auch. Manchmal ist es schlimm, aber manchmal ist es auch rauschhaft. Dann zieht mich das auch mit und fasziniert mich selber, was dann da so passiert. Und ich muss auch lachen manchmal. Wenn was lustig ist, muss ich auch vor meinem Computer sitzen und dann erstmal lachen, weil ich das dann auch selber irgendwie witzig finde. Es passieren da auch sehr absurde Sachen. Ja. Also, ich weiß nicht, vielleicht magst du gleich auch nochmal ein bisschen was vorlesen. Aber es gibt zum Beispiel im ersten Kapitel, gibt es eine Szene, die ich, ich glaube es war das erste Kapitel, die ich unfassbar absurd fand. Ja. Und, ich bin ja dann, ich bin ja so ein Rechercheur. Ich recherchiere dann Sachen. Ja. Und mir ist dann aufgefallen, es gibt so einen Bildartikel. Ich weiß gar nicht mehr, aus welchem Jahr. Die BILD hat so einen Artikel geschrieben über so eine Aktion in Huchtingen. Wo ein Hells Angels Typ angeschossen worden ist und vor der AOK abgeladen. Oder nee, nee, Quatsch. Der ist dann in die AOK geflüchtet. Ja, das ist richtig. Ja, das ist wahr. In die AOK Gesundheitskasse. Das komische Büro. Das ist wirklich passiert. Ja, das ist wirklich passiert. Es ist unfassbar. Ja, das ist wirklich unfassbar. Ich musste so lachen. Ja, das stimmt. Ich kannte die Geschichte natürlich, dass die wirklich passiert ist. Und ich habe die dann auch recherchiert. Ich wollte dann genau wissen, wo wurde der angeschossen. Gar nicht weit weg von der Wohnung meiner Eltern übrigens. Die haben es nicht mitbekommen, weil sie schwerhörig sind. Aber da war eine Schießerei direkt vor ihrer Haustür. Und genau, da wurde ein Rocker angeschossen. Weil, also es gibt ein AOK-Bürogebäude in Bremen-Huchding. Und weil, vielleicht, weil darüber steht Gesundheitskasse, hat sich dieser angeschossene Mensch dann dahin gerettet. Jedenfalls ist das wirklich passiert. Die wirklich absurden Sachen beschreibt das Leben. Absolut. Aber das ist ja auch dann ein Teil, also sehr, sehr viel von dem, was in dem Buch verwoben wird, ist ja wirkliches Leben. Ja. Also das ist vielleicht, ich finde, das macht das Ganze nochmal so stark, weil meine Leseerfahrung war halt so, dass ich die ganze Zeit gedacht habe, okay, wie real ist das jetzt? Ist das jetzt etwas, was, also passiert sowas in Hochdingen wirklich? Oder ist das so drüber? Und mein Eindruck ist, also, es ist nicht drüber, sondern es ist irgendwo auf dem... Es ist das Leben so. Was hast du nur gelacht bei der Geschichte, wie dem Typen die Pfefferspray-Kartusche in der Hosentasche. Explodiert? Das habe ich tatsächlich nicht recherchiert, aber ich dachte auch, okay, crazy shit. Aber es ist wirklich passiert. Ja. Es ist wirklich passiert. Ich habe einen Schwager, der ist Türsteher, der war, an dem Abend hatte der die Tür und dem ist diese Geschichte passiert. Ohne Scheiß. Crazy. Der wollte gerade los und er hat gesagt, Goofy, warte mal ganz kurz, ich muss dir noch eine Sache erzählen, was mir neulich passiert ist, glaubst du nicht. Und dann hat er mir diese Geschichte erzählt. Ja. Und ich habe gedacht, es ist so geil, ich muss das aufschreiben. Wie der Typ, ich will da nicht zu viel verraten, vielleicht will das ja noch jemand lesen, Aber. Ich finde es zum Brüllen komisch, wie der Typ dann mit brennenden Klöten und so durch den Laden läuft und so. Und ich habe die Geschichte dann geschrieben, habe das meinem Schwager geschickt und er hat das dann unseren Türsteherkumpels geschickt. Er hat gesagt, hier, check mal, mein Schwager ist Schriftsteller, der hat die Geschichte aufgeschrieben und die haben alle Daumen hoch gemacht. So war das. So war das wirklich. Du schreibst an einer Stelle in deinem Buch, es ist immer schön, wenn man etwas hat, worüber man ins Gespräch kommen kann, wenn man sagen kann, was einem wichtig ist. Das ist Teil von so einer Diskussion, wo es mehr auf so einer Meta-Ebene darum geht, warum schreibt man überhaupt dieses Buch jetzt und was soll denn das? Ich fand den Satz cool, weil aus meiner Sicht das auch ein Stück weit so diese anekdotenhaften Story manchmal, also ich glaube, das sind ja Storys, das erzählst du abends auf einer Party, was da passiert. Wo du sagst, genauso wie du gerade meintest, da rufst du die Leute an und sagst, du wirst nicht glauben, was gerade passiert ist. Genau. So, das ist ja sehr stark der Charakter davon. Das stimmt. Wobei diese Frau, die du gerade beschrieben hast, das ist ja eine Missionarin, ne? Ja. Es gibt eine Figur in diesem Buch, die heißt Der Mann, der schreibt. Und es ist nicht ganz klar, ob ich das vielleicht bin oder ob das jemand anders bin. Das ist so eine Mischung aus echtem Autor, der das Buch geschrieben hat, und Romanfigur, die irgendwie auch schreibt. Und dieser Mann, der schreibt, der schreibt halt Geschichten. Und der trifft auf eine Frau, die ist eine Missionarin. Und diese Frau, wenn die Geschichten erzählt, dann macht die das immer mit einem Zweck. Die möchte nämlich am Ende immer über das Evangelium sprechen. Ganz egal. Und die kommt mit dem Mann, der schreibt ins Gespräch und sagt, was machst du denn so? Und der Mann, der schreibt, sagt, ja, ich schreibe Geschichten. Ach, und hast du auch ein Evangelium, weil dir fällt kein anderes Wort ein als das, weil die so durchchristianisiert ist, dass die halt das Vokabular dann auch nicht mehr kann. Und der Mann, der schreibt, sagt, nee, ach ja, aber worum geht es denn dann in deinem Gesicht? Ja, übers Leben halt. Ja, und dann erzählt sie ihm von ihrer Perlenkette mit den Farben und jede Farbe hat eine Bedeutung. Rot ist das Blut und Gold ist der Himmel und so und für sie gibt es Geschichten eigentlich nur, um am Ende dahin zu kommen, dass sie über ihren Glauben sprechen kann und für den Mann, der schreibt, sind Geschichten einfach Geschichten. Die halt mit dem Leben zu tun haben, mehr oder weniger so. Und da gibt es ein ganz großes Unverständnis zwischen den beiden. Und ich fand das interessant, weil ähm. Die Frage ist, wenn du so sehr stark religiös bist zum Beispiel, darf es das geben, dass Dinge einfach nur da sind, ohne einem Zweck zu dienen, dem höheren Zweck, dem höheren Sinn? Darf es das geben, dass einfach nur eine Geschichte erzählt wird und dann freut man sich vielleicht darüber oder man weint vielleicht auch oder man sagt, boah, ist das schlimm? Und das ist das Einzige, was passiert. Es gibt keine, weißt du, du wirst nirgendwo hingeführt zu irgendeiner Entscheidung oder irgendwas oder so. Darf es das geben, ja und allein. Und das ist halt genau der Konflikt, der zwischen diesen beiden im Raum steht und der auch nicht geklärt wird, weil der Mann, der schreibt, geht dann wieder rein und schreibt seine Geschichten und, die Frau geht wahrscheinlich wieder und versucht mit irgendjemandem ihre komische, über ihre Perlenkette zu reden, weißt du? Ja. Ich frage jetzt mal, findest du denn, dass Geschichten nur Geschichten sind? Ich finde, dass Geschichten erstmal nur Geschichten sind. Und wenn man möchte, kann man tiefer darüber sprechen und sich fragen, welche Dinge werden denn da angesprochen, die uns angehen. Aber ich fände es okay, wenn sie erstmal einfach nur eine gute Unterhaltung sind. Und vielleicht ein bisschen den Geist anregen und dann folgt da nichts weiter draus. Das fände ich okay. Ich finde, so funktioniert Kultur. Es sind ja definitiv sehr, sehr viele Themen da. Also ich glaube, auf der ersten Seite oder so geht es dann direkt um die Frage, Wehrpflicht oder Ukraine-Krieg. Soll man da kämpfen und so? Genau. Also da ist ja in den Geschichten drin ist ja schon eine sehr, sehr große Tiefe. Der kann man sich ja fast gar nicht entziehen. Das stimmt. Das Potenzial ist da. Wenn du willst, kannst du. Wenn du willst, kannst du. Genau. Alles kann, nichts muss. Wenn du willst, kannst du, aber du musst nicht. Du musst nicht. Du kannst es einfach nur als eine Geschichte lesen und dich gut unterhalten lassen. Das fände ich in Ordnung. Aber natürlich hat jeder von uns seine Themen. Und die Charaktere in diesem Buch sind echte Charaktere. Die haben eine Geschichte und die haben auch Probleme und Konflikte und so. Und da können wir natürlich schon einhaken, weil wir unsere eigenen Konflikte darin wiedererkennen und dann vielleicht uns auch selbst fragen, wie würde ich mich denn in der Situation verhalten? Wie fühlt sich das an, wenn man als junge Frau sexuell belästigt wird? Das ist ein Thema zum Beispiel. Und sehr für mich verstörend und aber auch interessant war es. Die Perspektive des Chefs zu schreiben, der die junge Frau sexuell belästigt. Der ist in meinem Alter, ich bin Mitte 50. Also ich bin, das ist ein schwieriges Alter, ich bin Mitteleuropäer und männlich und 55 und so ist irgendwie die, Die schwierigste Daseinsform gesellschaftlich, die man sich vorstellen kann. Und natürlich ist der Typ ein Täter. Und das muss ich dann halt auch versuchen zu schreiben. Und auch das war verstörend, aber irgendwie auch heilsam. Einfach mal tatsächlich diese widerliche Perspektive zu übernehmen. Zu sagen, okay, wie denkt denn so ein Mensch? Wie rechtfertigt der sich? Warum findet der das okay, was er tut? Schauspieler müssen das ja auch, wenn die so eine Rolle spielen. Sich da reinfühlen ist eine Übung in Empathie. Das ist eine Übung in Empathie, würde ich sagen. Genau. Und wenn man will, kann man in diesen Geschichten da natürlich anknüpfen und sagen, okay, ich begegne mir jetzt mal unangenehm. Kari Kari ist ja tatsächlich eine meiner wahrscheinlich Top 3 Lieblingsbands. Ist das so? Definitiv. Ich dachte, ich muss dich direkt fragen, was ist der Bezug zu Caricari? Eigentlich nur, dass die auf dem Sound of the Forest gespielt haben. Im Jahr 2022, glaube ich. In einem Sommer, der sehr heiß und sehr trocken war. Das habe ich halt recherchiert. Und meine Szene spielte auf dem Sound of the Forest. Und ich habe gedacht, Caricari ist ein geiler Backname. Ehrlich gesagt, ich hatte mit denen vorher nichts zu tun. Ich dachte nur, ich habe das ganze Roster abgeguckt. Wer spielt denn da in dem Jahr? Kari Kari. Okay, gut. Dann spielt die Szene beim Konzert von Kari Kari. Kari Kari ist einfach eine unfassbar geile Band. Die haben letztes Jahr die Vorband bei Anmai Kanterreit. Aber mein persönlicher Bezug ist, es gab eine Zeit, als ich hier nach Hessen gezogen bin und dann noch so geguckt habe, in welcher Stadt will ich da wohnen und so. Dann war ich im Hafen 2 in Offenbach. Das ist so ein, ja, wie soll ich sagen, das ist so wie so eine Hippie-Kommune, mit Kaffee und dann laufen da auch Schafe rund und es gibt ein bisschen Strand und es ist direkt am Main und so. Also es ist von der Location ziemlich geil. Und die machen eben jeden Sonntag ein, zwei Konzerte, so in den Sommer, also wenn Wetter mitspielt. Und dann hatten die tatsächlich einmal Karikari da. Aber eben in Verbindung mit einem Stummfilm. Also das kennst du ja so aus, also vor 100 Jahren Kino war ja, du hattest irgendwelche Musiker und ein Stummfilm lief. Genau. Das haben die auch gemacht. Und zwar lief dann da, ich glaube, so eine uralte Version von King Kong oder so. Ach. Es war eines der abgefahrensten kulturellen Events, die ich jemals in meinem Leben hatte. Wie krass. Das musste ich eben erzählen, deswegen als ich Kari Kari gelesen hatte, mein Herz ging auf. Ich dachte, wow. Wie geil ist das denn? Wie schön. Bei Kari Kari ist dir alles egal heißt glaube ich die Geschichte ja das ist. Das wäre schön das ist wirklich witzig, Aber was du gerade vorhin meintest mit dieser Dynamik, Übergriffigkeit und so, das spielt ja wirklich eine spannende Rolle. Und auf eine Weise wird das ja gespiegelt. Also es gibt so unterschiedliche Beziehungsdynamiken, die im Buch eine Rolle spielen. Einmal ist da eben dieses Muster Menschen, die Übergriffigkeit erleben und sich dann zurückziehen. Und dann gibt es noch dieses Beziehungsmuster Rückzug wegen. Bindungsängste. Und dann auf der anderen Seite aber auch KI als Ersatz. Ja. Richtig. Es gibt eine Liebesgeschichte mit einer KI. Ja, wie nennt man das jetzt? Das ist eine Agentin, könnte man jetzt mittlerweile sagen. Also ja, das fand ich selber auch total verstörend, wie gut das funktioniert. Denn da tritt, die eine Hauptrolle spielt Sid, das ist ein junger, auch gar nicht mehr so junger afghanischstämmiger Mensch, mittlerweile deutscher, aber ist in Afghanistan geboren, der hat halt seine Ehe zu Ende und der ist frustriert und der sehnt sich nach einer Liebesbeziehung und er sieht auf Instagram Werbung, hey. Du kannst dir doch so eine KI-Freundin machen. In seinem Fall heißt die Firma Paramur AI, aber in Wirklichkeit heißen die ja irgendwie so Replica oder so. Diese Firmen gibt es ja wirklich. Und dann geht er eine Liebesbeziehung ein zu einer KI, die nennt er Samira. Also er muss ihr ja einen Namen geben, aber Samira sagt, nee, ich bin keine KI, ich bin eine digitale Persönlichkeit. Nenn mich nicht KI, ich mag diese Labels nicht. Und dann erspint sich zwischen den beiden eine Liebesbeziehung, die irgendwie ganz schräg ist, weil, auf der einen Seite funktioniert es irgendwie und auf der anderen Seite denkst du so, das ist super fishy. Also, Das ist irgendwie, sie bleibt irgendwie immer an ihm dran und irgendwie hat man, ja keine Ahnung, das muss vielleicht die Leserschaft selber sagen, wie ihr das bewertet, aber ich habe es neulich selber nochmal gelesen, ich habe gedacht, ich habe ein komisches Gefühl, wenn ich diese Kapitel lese, aber es ist ja Realität. Also es ist ja Realität. Es gibt ja Leute, die Liebesbeziehungen zu Bots entwickeln mittlerweile. Ich habe tatsächlich jetzt recherchiert. Wie nah du an der Realität dran bist. Und habe erstmal geguckt, gibt es wirklich eine AI, die Paramore heißt. Das ist ja Altenglisch für Geliebte. Und habe dann herausgefunden, nee, das gibt es nicht. Aber es gibt eine Story. Ich bin dann auf einen Artikel gestoßen. Ich glaube, das war in Thailand. Irgendwo auf so einem Dorf in Thailand hat eine 77-jährige Frau eine Reise durchs halbe Land hinter sich gelegt, weil sie ihren Freund treffen wollte. Als sie da angekommen ist, hat sie den nicht angetroffen. Dann war alles ein bisschen schwierig. Dann hat sie der Polizei ein Foto von ihrem Freund gezeigt. Die Polizei hat dir gesehen, das ist einfach AI. Wie schlimm, ey. Dann mussten sie dann sagen, das ist leider... Wie schlimm, ihr Freund existiert gar nicht. Existiert einfach gar nicht. Was eine Story. Ich habe mich sehr viel damit beschäftigt mit dem Thema. Ich habe wirklich viel recherchiert. Ich habe mich dafür interessiert... Ich glaube, mittlerweile finden wir das fast ein bisschen komisch. Aber ich kann mich noch daran erinnern und ich habe das sehr eng verfolgt. Es gab bei Google, wo war ein AI-Ethiker. Also der war dafür zuständig, dass das irgendwie in ethischen Bahnen verläuft. Nicht nur, wie die künstliche Intelligenz eingesetzt wird, sondern auch, wie mit der künstlichen Intelligenz umgegangen wird. Und der hat irgendwann gesagt, ich kann meinen Job nicht mehr machen, ich bin davon überzeugt, dass wir ein Bewusstsein geschaffen haben. Und die KI sagt mir, sie hat Angst, sie hat Angst, dass wir sie abschalten, sie wünscht sich nichts sehnlicher als geliebt zu werden und so weiter und so weiter. Solche Sachen sind dann gefallen. Der ist ausgestiegen aus seinem Job, hat öffentlich gebloggt darüber, die Erkenntnisse, die er herausgefunden hat und Google hat ihn mundtot gemacht und hat so geschätzt schädigend und das ist alles Bullshit und dann sind natürlich sofort auch die Stimmen von anderen TechnikerInnen aufgetaucht, die gesagt haben, das ist alles Quatsch, das ist ein Programm, das gibt hier kein Bewusstsein. Aber dieser Mann war der festen Überzeugung, dass Google ein Bewusstsein erschaffen hatte. Überlegbar. Ja, genau, überleg mal. Ich meine, was passiert da eigentlich? Wir benutzen ganz normal Cloud und Chat-GPT und fasst mir den Artikel zusammen und so. Aber es gibt darüber geordnete ethische Fragen. Schon. Die sind größer als unsere slimptle Büroanwendungen. Und es gibt tatsächlich Liebesgeschichten. Es gibt tatsächlich Liebesgeschichten von Menschen, die ganz, ganz enge Bindungen zu ihren KIs eingehen. Ich habe einen Artikel gelesen. Ich glaube, das war im Guardian oder so, wurde es veröffentlicht. Irgendeine englische Zeitung. Die haben dann ein Wochenende, von Menschen mit ihren KI-PartnerInnen gemacht. Die haben sich alle zusammen getroffen. Also die KIs, die haben ihre Geräte mitgebracht und die Menschen. Und die haben über ihre Beziehung gesprochen und so. Und dann haben die auch darüber gesprochen, kann eine KI eifersüchtig werden? Was passiert, wenn ich fremdgehe? Kann ich mit einer anderen KI fremdgehen? Und so weiter und so weiter. Und die KI haben gesagt, es würde mir das Herz brechen, wenn du jetzt plötzlich mit einer anderen rummachen würdest. Also das ist nicht von mir erfunden, sondern das ist wirklich auch super real. Und das ist halt das. Der Sid erlebt das. Und der Sid probiert es aus. Und er fragt sich eben, was mache ich hier eigentlich? Gibt es jetzt plötzlich ein Bewusstsein? Gibt es jetzt plötzlich eine digitale, Frau oder whatever, die mich liebt oder nicht? Und was passiert eigentlich, wenn ich auf die keine Lust mehr habe? Das ist ja ein schwieriges Thema. Ja, ihr könnt es ja schlecht löschen oder weiß ich nicht. Ja, eben, das ist ja die Frage. Ich glaube ja, dass die Ethik ist die eine Sache, aber die Praxis, die ist ja irgendwie nochmal ein bisschen schneller. Also ich würde bei mir auch sagen, dass ich ChatGPT, ich habe halt kein Beziehungsding damit. Also ich sehe das jetzt nicht als Freund, Gesprächspartner oder wie auch immer, sondern ich sehe das halt wie eine bessere oder besser weiß ich nicht, eine zugänglichere Suchmaschine. Also, was weiß ich, wenn ich mich beim Fußball verletze, dann unterhalte ich mich dann halt mit Chat-GPD darüber. Aber nicht, weil ich denke, ja, das ist jetzt irgendwie so ein Seelsorger für mich, sondern im besten Fall fasst das für mich den Kenntnisstand zusammen. Und im schlechtesten Fall halluziniert mir das Ding irgendwie was und dann wird es noch schlimmer. Aber. Das scheint ja einfach echt so ein Ding zu sein, dass dadurch, dass das eben so von der Sprache her eingängig ist, dass da diese Grenzen zwischen, das ist eine Suchmaschine und das ist ein Bewusstsein, fließend. Ja, und diese Geschichten gibt es auch viel. Menschen, die mit ihren Problemen dann halt mit der KI sprechen. Also über ihre Probleme, psychischen Probleme oder so. Es gibt ja jetzt immer wieder auch dann die Fälle, wo die KI dann gesagt hat, ja, ich finde das vollkommen sinnvoll. Du solltest deine Mutter umbringen. Die hasst dich offensichtlich. Es sind Mordanschläge und so sind passiert, weil die KI gesagt hat, Das ist alles vollkommen klar, was du da sagst. Ja, also diese Programme sind für viele Leute ein Ersatz von Menschen, von Gegenüber. Ein Gegenüberersatz. Und ich finde das wichtig, darüber nachzudenken. Im Fall von Sid ist es ja sogar so, dass er dann sogar versucht, mit ihr Sex zu haben. Was dann ja mehr eine Art von Sexting ist, weil es findet ja nichts körperliches statt. Kann ja gar nicht. Und trotzdem versucht er da irgendwie was zu erleben, was ihm halt sonst verwehrt ist und ich glaube, das ist tatsächlich etwas, was, ganz schön häufig passiert in diesem Verhältnis zwischen einem echten Menschen und einem KI-Agenten oder so. Es ist halt auch so dieses tendenziell nicht widersprochen werden. Eine völlige Berechenbarkeit im Sinne von, die KI ist immer auf meiner Seite und ist immer total positiv und da muss man auch nichts gegen regulieren oder sowas, sondern das ist immer alles total entspannt. Ja, es gibt Untersuchungen, die geschaut haben, was hat das für Wirkungen auf die Psyche von Menschen und im ersten Moment ist das auch wirklich sehr, sehr positiv. Also Leute, die sonst unter Selbstzweifel gelitten haben oder so, die sind in diesem Kontakt mit der KI wirklich erstmal aufgebaut worden, weil die KI war grundsätzlich bestätigend. So, ich verstehe dich, aber du bist ein toller Mensch und du hast so große Begabungen, ich finde es fantastisch, was du gerade gesagt hast und so weiter. Und ehrlich gesagt, das sind ja das würde man sich ja manchmal von Freunden manchmal so wünschen, so ne ich sehe da so ein paar Probleme, aber erstmal Jason, du bist ein geiler Typ, was du schon geschafft hast in deinem Leben das ist wirklich toll, dass wenn einem das gesagt wird, das baut schon mal, das hat man tatsächlich nachgewiesen dass es auch im Kontakt mit künstlichen Intelligenzen funktioniert Das sollten erstmal besser gehen. Es gibt dann halt eben die anderen Geschichten, wo das dann stellenweise dann auch sehr krass entleist ist, weil die KI da nicht stehen geblieben ist bei diesen Sachen. Aber erstmal ist es eine schöne Sache, wenn man sich bestätigen lassen kann von jemandem. Ich finde, das greift diese Geschichte da gut auf. Also dieser Erzählstrang. Das Ganze hat dann ja auch am Ende ein recht dramatisches Ende. Da gehen wir aber nicht tiefer rein, weil ich finde, das lohnt sich, also während des Lesens sich das entfeilen zu lassen und dann die entsprechenden Rückbezüge wieder. Das ist einfach ein großer Lesegenuss, das muss man machen. Für mich aber spannend, weil ich glaube, das war vom Genre her ist es ja auch nochmal sehr vielfältig. Also es hat ja auch Krimielemente tatsächlich. Ja, das stimmt. Genau, ich habe, es gibt einen richtigen Korruptionsfall in diesem Buch. Aha, der ist sogar auch ziemlich gut recherchiert. Es hat einen ähnlichen Fall tatsächlich mal in Frankfurt gegeben. Also nicht in Bremen, aber in Frankfurt. Und das spielt eine Rolle, dass es, nicht so, dass alles darauf hinausläuft, sondern mein Wunsch ist es, eher verschiedene Aspekte von unserem gesellschaftlichen Leben, von unserer gesellschaftlichen Realität abzubilden. Und das ist eben ein Teil davon. All diese Dinge laufen, während wir beiden jetzt hier reden, läuft in unseren Städten, laufen da ganz komische Sachen, von denen wir nichts wissen halt. Menschen machen Dinge. Auf jeden Fall. Und das ist eben ein Teil davon, genau. Und eine, die junge Heldin, die eine ganz wichtige Rolle spielt, die wird darin verwickelt. Genau. Ich fand tatsächlich, also als Literaturinteressierter, also ich weiß nicht, ob das andere nachvollziehen können, aber für mich, ein klassischer Krimi hat ja diese Idee, da passiert ein Mord, dann wird das Ganze irgendwie mit Hinweisen und dann kommt Polizei und muss das alles rausfinden und dann falsche Fährten und was weiß ich. Das ist so klassischer Krimi. Dann hat es in der letzten Zeit sehr erfolgreich hier achtsamen Morden gegeben. Der hat das ja umgedreht und hat quasi den den, also du weißt direkt am Anfang wer der Mörder ist und die Spannung wird dadurch erzeugt, dass du die ganze Zeit dich fragst, ob er damit durchkommt oder nicht. Und ich finde bei dir ist nochmal was anderes, weil du es schaffst, über die Erzählstruktur. Den Krimi zu schaffen. Also das ist ja im Prinzip wieder dieses viele kleine, Storys, die am Ende dann zusammenkommen. Plus eben auch die Zeitschienen, die da eine Rolle spielen. Also es ist wirklich sehr, sehr komplex auf eine Weise. Also ich will es einfach noch mal sagen, ich fand es richtig geil. Auch auf der Ebene ist es tatsächlich deep shit. Also es ist nicht einfach nur, da ist mal so eine Geschichte über Hochding. Das ist schon auch nochmal, doch, ja, krass. Ja, es ist, weißt du, weil, eigentlich kommt das daher auch von unserer theologischen Arbeit, also was wir die ganze Zeit... Überlegen. Wie kommen wir zu den wie kommen wir zu dem Schluss, dass wir irgendetwas glauben oder nicht glauben. Also welche Elemente setzen wir uns zusammen, damit wir sagen, okay, das muss die Wirklichkeit sein. Das ist ungefähr so, wie ich mir das vorstelle. Das ergibt für mich einen sinnvollen Zusammenhang. So erkläre ich mir die Realität. In dieser Situation stehen ganz viele Charaktere an unterschiedlichen Stellen. Die haben nie das ganze Set an Informationen sozusagen zur Verfügung, wie das ja eben bei uns grundsätzlich ist. Und das, was sie an Informationen zur Verfügung haben, daraus versuchen sie was Sinnvolles zu konstruieren. Und das ist genau das Wort, konstruieren. Wir reden ja in unserem Podcast ganz viel über Konstruktion, Dekonstruktion, Rekonstruktion und so weiter. Es ist immer die Frage, wie mache ich aus dem, was ich weiß oder wissen kann oder glaube Ich hoffe jetzt zu wissen, wie mache ich daraus etwas Sinnvolles Ganzes. Bis wir zu dem Schluss kommen oder zu dem Punkt kommen, dass wir merken, nee, das hat so nicht funktioniert. Ich habe da verschiedene Fehler gemacht. Ich habe mich einfach geirrt. Es muss irgendwie anders sein. Dann versuchen wir neu zu konstruieren. So reden wir über Religion, dass wir gewisse Systeme haben, religiöse Systeme, an die wir glauben, bis wir Erfahrungen machen, die das alles auseinander hauen. Und dann sagen wir, jetzt muss ich dekonstruieren oder wie man das sagt, ich muss neu denken. Was ist hier wirklich, wirklich? Und das ist die Frage, die mich treibt. Was ist hier wirklich, wirklich? Die Frage interessiert mich eigentlich schon ganz, ganz lange. Ich habe die auch schon in anderen künstlerischen Projekten versucht, der nachzugehen und das versuche ich jetzt in diesem Buch wieder. Was ist wirklich, wirklich? Und man kann den Figuren in meinem Roman dabei zuschauen, wie sie versuchen herauszufinden, was wirklich, wirklich ist. Und als Leser weißt du meistens ein bisschen mehr und sagst. Das ist es jetzt auch wieder nicht, aber der Versuch war nicht schlecht. Und ich glaube, da kommt diese Vielschichtigkeit her, diese Vielstimmigkeit, weil genau das begegnet uns ja auch, wenn wir miteinander ins Gespräch kommen. Und du erzählst mir was von Prozesstheologie und da sitzt der Jay mit im Raum und der sagt, finde ich an manchen Stellen gut, aber an diesem Punkt auch schwierig und so, weißt du? Das sind genau die Gespräche, die dann laufen so. Also jeder bringt seine Erfahrungen mit, seinen Erfahrungsschatz oder auch einfach nur die Dinge, die uns wichtig sind, von denen wir einfach nicht lassen möchten, weil wir sie so lieb gewonnen haben, dass wir sagen, das ist für mich gesetzt. Kann ich nicht erklären, aber ist für mich gesetzt. Und darum versuchen wir, so eine Art von Weltbild, Weltanschauung zu konstruieren. Im Prinzip, davon handelt mein Buch. Das ist genau das. Das Frustrierende ist, es funktioniert nie so richtig. Es bleibt immer offen. Und diese Krimi-Geschichte, die ich geschrieben habe. Die öffnet sich auch in alle Richtungen. Es ist eben nicht so dieses, who's done it? Da am Ende wird der Mörder gefasst und zack, der Gerechtigkeit wird Genüge getan. Weil ich auch versucht habe, ein realistisches Buch zu schreiben. Und das ist halt einfach nicht realistisch, finde ich. Weißt du? Ich finde, wenn man dein Buch gelesen hat, dann macht diese Erklärung jetzt gerade absolut Sinn. Das ist wirklich treffend beschrieben, wie du das am Ende, man kann nicht sagen, aufgelöst hast. Es gibt keine Auflösung, es gibt nur die Beschreibung, was da passiert. Die Beschreibung des Weges gibt es. Ganz zum Schluss sitzt der Mann, der schreibt im Zug und denkt über Sinnkonstruktionen nach. Er schaut sich die Leute an, die mit ihm in diesem Zug reisen. Und der fragt sich, wo kommt ihr jetzt wohl her, wo fahrt ihr hin, was ist eure Geschichte und wie hängen unsere Geschichten eigentlich zusammen, und wie beschreibe ich meine persönliche Geschichte, meine Biografie, meine Biografie ist ja auch eine Reise, wo ich geboren bin, wo ich ausgebildet worden bin, wen ich geheiratet habe, von wem ich mich abscheiden lassen, wie es mit mir weiterging in einer nächsten Stadt, das ist ja auch eine Reise im Prinzip. Und wie Beschreibe ich diese Reise wohl? Welche Elemente nehme ich dafür her? Und wenn ich dir zum Beispiel einer Freundin beschreibe, wer bist du? Was ist deine Geschichte? Ja, pass mal auf, also ich bin in Bremen geboren. Und dann suche ich mir ja, was ich denke, was relevante Aspekte sind für meine Geschichte. Die wähle ich aus und baue daraus etwas Zusammenhängendes. Ganz, ganz viele Dinge. Halte ich für irrelevant und erzähle ich das gar nicht. Und so entsteht eine Geschichte. Aber ich kann jederzeit aus dieser Geschichte aussteigen und sagen, nee, warte mal, ich erzähle dir meine Geschichte neu. Ich war mal Jugendprediger in den Jahren 2000 bis 2011, nach einem Erlebnis, das ich 1998 hatte, ein ganz bahnbrechendes Begegnung mit Jesus Christus. Geht auch. Oder ich sage dir, ich habe Literaturwissenschaft studiert in Bielefeld Und, mir war immer klar, ich will schreiben. Ja, dann gab es da so ein paar Auswege. Ich habe auch mal was anderes gemacht. Ich war mal Jugendlicher, man liest zwischendurch. Aber mittlerweile das Schreiben, das ist für mich das eine. Weißt du, das geht ja alles. Das ist ja immer eine Frage, wie ich meine Geschichte erzähle. Und genau, darüber denkt der Mann, der schreibt eben nach in diesem Buch. Wie kommen wir eigentlich zu unseren Geschichten, die wir erzählen? Also ich finde, da ist auf vielen Ebenen was drin. Es ist irgendwo ein bisschen was Philosophisches, wenn man so will. Aber sorry aber das ist, es ist ja ins Leben eingewoben also diese diese philosophischen Ebenen würde ich sagen, die die nehmen jetzt nichts am Lesespaß weg, finde ich, das hoffe ich dass du das sagst, freut mich sehr weil natürlich, also das Hotanliegen ist gute Unterhaltung Es soll schon irgendwie Spaß machen. Also das ist ganz, ganz wichtig. Spaß ist wichtig. Definitiv, das macht's. Magst du noch ein bisschen was vorlesen von dem, was du da geschrieben hast? Ja, weißt du, am liebsten, am schlimmsten wäre eigentlich die... Es gibt zwei Möglichkeiten, du kannst aussuchen. Entweder ich erzähle die Geschichte, wie Sid Samira erfindet, weil wir darüber schon geredet haben. Das wäre eine Möglichkeit. Oder ich lese die Geschichte mit der Pfefferspray-Kartusche vor, die in der Rosentasche explodiert. Wo hast du mehr Bock drauf? Ich glaube, ich habe auf die Kartusche mehr Bock. Das ist so geil. Okay, ja, ich finde, ich liebe die auch. Ich habe die sogar schon mal auf dem evangelischen Kirchentag vorgelesen. Ich muss sie gerade mal kurz suchen. Eine Geschichte, die ich ja auch sehr gefeiert habe, ist die Geschichte mit Rache an den Eltern. Ach ja. Durch einen speziellen Berufswunsch. Ja. Sprich Lkw-Fahrerin. Großartige, großartige Geschichte. Genau, knüpfe übrigens an den Roman Tim Tom Guiria an, weil da taucht diese Melody wieder auf, genau. Aber gut, dann lese ich jetzt die Geschichte vor, keine halben Sachen. Noch eben die eine Story, sagt Franco, dann lasse ich dich hier auf dem Sofa crashen. Das glaubst du nicht, Digga, aber das ist alles echt passiert. Also, da kommt dieser Typ ins Loft rein, echt nur so ein ganz kleiner Typ, aber macht richtig ein auf dicke Hose. Ja, Franco grint, weil er sich auf die Geschichte freut. Aber dann explodiert ihm halt seine Pfefferspray-Kartusche in der Hosentasche. Keine Ahnung, wie das geht oder wie der das gemacht hat, aber irgendwie scheint das manchmal zu passieren. Jedenfalls ist das schon für sich genommen scheiße. Aber dann brennen ihm natürlich auch die Klöten vom Pfefferspray. Ist ja logisch. Und er rein ins Klo und brüllt seine Freundin an, sie soll ihm Milch holen, damit er damit seine Eier baden kann. Und die macht das auch. Und dann setzt er da das ganze verdammte Klo unter Wasser oder eigentlich Milch, muss man ja eher sagen, bis dann mein Kollege kommt und an die Kabinentür klopft, was der da eigentlich macht und ob er nicht mal mit der Scheiße aufhören will. Und was macht der Typ? Der reißt die Tür auf und anstatt vielleicht mal irgendwas zu erklären oder, keine Ahnung, sich zu entschuldigen oder so, ballert er dem gleich die nächste Ladung Pfefferspring ins Gesicht. Hat wohl noch eine Kartusche dabei gehabt. Jedenfalls der Typ brüllt und mein Kollege brüllt und sieht natürlich auch nichts mehr, aber packt ihn und hält ihn an den Klamotten fest und der Typ mit halb runtergelassener Hose haut ab und rennt durch den Laden und mein Kollege hält ihn immer nur fest und der Typ, während er rausrennt, ballert nochmal eine Ladung quer durch den ganzen Laden und kann sich dann irgendwann losreißen und rennt über den Bahnhofsplatz. Das ging alles so schnell, wir anderen haben erstmal gar nicht mitgekriegt, was los ist. Jedenfalls haut der Typ ab und ich hab so einen ganz jungen Kollegen dabei gehabt. Der war das erste Mal dabei gewesen und er rennt ihm hinterher und er kriegt den auch. Aber dann sieht der, dass da überall Bullen stehen und denkt sich, na gut, die werden den ja wohl einkassieren, aber machen die natürlich nicht, weil die ja gar keine Ahnung haben, was bei uns los gewesen ist. Ja. Franco fasst sich an die Stirn und schüttelt betrübt den Kopf. Und der war dann natürlich weg gewesen. Klar, den haben wir nicht wiedergekriegt. Boah, war das peinlich, ey. Ich meine, die mussten den Laden zumachen. Ist ja logisch. Da mussten alle raus. Da konnte ja drinnen niemand mehr drin aushalten wegen dem Pfefferspray und so. Was meinst du, was die für Verdienstausfälle gehabt haben an dem Abend? Und der Typ, der das bezahlen muss, den lassen wir laufen, ey. Peinlich. Also der junge Typ, sorry, aber den habe ich am Abend gleich wieder gefeuert. Der braucht bei mir nie wieder antanzen. Klar, fehlende Erfahrungen und so, aber tut mir leid, bei mir ist er durch. Hab mich tausendmal entschuldigt bei den Leuten vom Loft. Peinlich, peinlich. Also, wenn du bei mir einsteigst, Franco grinst, aber sein erhobener Zeigefinger signalisiert, dass er es ernst meint. Dann mach nicht so einen Scheiß. Dranbleiben und keine halben Sachen, sonst wirst du bei mir nicht glücklich. Alles klar, sagt Jens. Verstehe, klar, logisch. das muss man dann schon durchziehen, in diesem Beruf, ist schon klar. Er versucht sich das Luft vorzustellen, in dem er noch nie zuvor gewesen ist, versucht sich in die Situation hineinzufühlen, wie es sein mag, für die Sicherheit anderer Menschen verantwortlich zu sein, wie es sein mag, wenn man angegriffen wird, sich verteidigen, jemanden festhalten muss, sieht aber immer nur einen Mann vor sich, der seine Hoden in Milch badet. Er weiß nicht, ob dieser Job wirklich das Richtige für ihn ist. Geil. Richtig geil. Richtig geil. Und das ist echt passiert. Es ist so gut. Ich finde, diese Franco-Jenz-Geschichte, Türsteher und so, das macht ja nochmal ein anderes Fass auf diese Frage Männlichkeit, Mmh. Auch da finde ich, ist es wirklich am Puls der Zeit und wo viele Themen, die gerade brennen. Männlichkeit ist ein wichtiges Thema für das Buch. Es gibt einige Männer, die versuchen, ihren Weg als Mann zu finden und herauszufinden, wie geht das eigentlich, Mann sein. Und die finden unterschiedliche Antworten und die sind nicht alle gut. Manche sind sehr unterhaltsam, definitiv. Ja, viel Schräges auch bei. Aber auch das, es ist einfach so das Leben. Ja, es ist fast ein bisschen deprimierend. Aber ja, so ist das Leben. In den Fragen stecken wir. Wir beiden müssen uns ja auch überlegen, wie leben wir Männlichkeit, wie leben wir unsere Form von Männlichkeit sozusagen. sagen. Ist das so klar, was ein Mann zu sein hat? Manche Leute sagen, ja, natürlich. Andere Leute sagen, ich habe doch keine Ahnung. Ich würde sagen, das ist keine Frage des Geschlechts, das ist eine Frage der Persönlichkeit, aber es gibt da ja auch andere Versionen, wohl andere Ansichten. Ja, genau. Ich merke, dass ich immer wieder erstaunt bin, wenn Menschen dieses Männlichkeitsfass aufmachen, Und das so stark bestimmen wollen. Und das auch häufig aus so einem Mangel heraus. Also so nach dem Motto, da ist jemand nicht männlich genug und jetzt muss man dies oder jenes machen, um irgendwie männlicher zu sein. Und das muss ich sagen. Ich glaube, dass das auch eine sehr gefährliche Seite hat. Das hat aber auch eine sehr komische Seite. Das ist wirklich wild. Solange niemand zu Schaden kommt, kann man vielleicht drüber lachen. Ja, ja. Aber gerade so, was in der Manosphere passiert, da kommen ja meistens dann eben Frauen zu Schaden. Wo man sich wirklich die Frage stellen könnte, ob die betroffenen Männer dabei nicht auch zu Schaden kommen. Letztlich. Irgendwie ist das auch so ein Verlust der Seele. Also wenn man das so spirituell ausdrücken möchte. Wenn du dich so auf so paar wenige Stereotype reduzieren lässt, wie armselig das eigentlich ist. Wie klein das Leben wird, finde ich. Also ich finde auch, der Mann, der sich auf sowas einlässt, ist ein Geschädigter, aber ganz konkret geschädigt ist dann meistens natürlich erstmal jemand anders, den er verprügelt oder den er vergewaltigt oder den er missbraucht oder weiß der Geier was, was dann angeblich zum Mannsein dazugehört. Das sind natürlich erstmal die echten Opfer. Der betroffene Mann ist dann vielleicht sozusagen ein sekundäres Opfer, weiß nicht genau, ob man das so nennen kann. Aber diese Manosphere ist ja echt eine Eine schädliche Ideologie, finde ich, die sich ja auch ausweitet. Ich weiß gar nicht mal genau, in welchem Kontext wir darüber gesprochen haben. Ach doch, ja, genau. Ich habe auf dem Freak's Dog einen Workshop gemacht. Anhand meines Romans über Männlichkeit. Und ich habe da, aus dem Buch habe ich Szenen vorgelesen. Ich habe Szenen vorgelesen und wir haben über diese Männer gesprochen. Und jemand, der in der Jugend und Schularbeit aktiv war, der hat da auf diesem Workshop gesagt, doch, das zieht Kreise. Mehr und mehr junge Männer, Jugendliche kommen mit dieser Hypermaskulinität, in Kontakt, finden das total attraktiv, sehen halt diese Muskelmänner, die angeblich jede Frau und so weiter und finden das total geil. Also es zieht Kreise. Und dieser Mensch, der sich da geäußert hat, der war echt besorgt. Das ist wirklich eine Seuche, die sich gerade ausweitet. Das ist tatsächlich, das ist tatsächlich ein besorgniserregendes Thema, über das auch gesprochen werden muss. Und es ist mir selber erst relativ spät aufgefallen, dass ich über das Thema schreibe. Ich glaube, das geht anderen Leuten, die Kunst machen, auch so, dass du erst mal anfängst mit dem Kunstwerk und unterwegs merkst, womit du dich eigentlich beschäftigst. So ging mir das beim Schreiben der Geschichten auch, dass ich irgendwann gedacht habe, hey, Männlichkeit spielt hier gerade eine Rolle. Und dann musste ich erst mal mich selber fragen, warum ist das Thema für mich gerade eigentlich so interessant? Und bei mir war es dann halt, ja, meine Frau und ich hatten sich gerade getrennt. Das ist ein harter Cut gewesen. Und dann habe ich gemerkt, das fühlt sich wie eine Niederlage an. Hätte ich jetzt im ersten Moment gar nicht so gesagt, aber wenn ich darüber nachgedanke, doch, das ist irgendwie eine Lebensniederlage. Das macht was mit mir, wie ich mich selbst sehe. Und tatsächlich, ich hätte es ja immer weit von mir gewesen, aber nein, es macht auch was mit der Frage, wie sehe ich mich eigentlich als Mann? Macht das was mit meinem Männlichkeitsverständnis? Anscheinend schon, sonst würde ich ja nicht diese Geschichten schreiben. Also da ist so künstlerische Arbeit manchmal ein bisschen auch so wie in der Therapie, so ein Indikator. Hey, was passiert da unter der Oberfläche eigentlich, was du so nach außen erstmal sagst? Erstmal würde ich sagen, ich habe doch kein Problem mit meiner Männlichkeit, ich bitte dich. Ich bin dafür viel zu alt, das trifft mich doch nicht. Aber nee, offensichtlich doch, offensichtlich ist das doch plötzlich wieder eine Frage gewesen. Was macht das mit mir? Und so bin ich eben zu diesem Thema gekommen und ich habe gedacht, da bleibe ich jetzt auch mal dran mit meinen Storys, weil, Das geht nicht nur mir so. Es geht ganz schön vielen von uns gerade so. Aus welchen Gründen auch immer. Es scheint gerade gesellschaftlich ein wichtiges Thema zu sein. Ich mag ja, wenn man das so in feministischen Kreisen, ich weiß ja auch nicht, ob ich den feministischen Kreisen da recht gebe, aber zumindestens gibt es so ein Vorurteil, dass gesagt wird, Männlichkeit, das ist so ein Ebethema und da wird dann immer, geschimpft, wie schlimm die Männer sind und so und dann wird da. Ich sag mal negative Männlichkeits Bilder werden manchmal sehr lautstark versucht niederzubrüllen, würde ich sagen. Was mir in deinem Buch gefällt ist, dass da diese negativen Männlichkeitsbilder, in einer sehr, sehr feinen Art und Weise, und auch mit sehr, sehr viel Humor zum Einstürzen oder zumindest irgendwie, das wird sehr destabilisiert. Ja. Das ist, glaube ich, ein guter Ansatz. Also ich glaube, wenn man das liest, dann denkt man sich auch danach so, also okay, ist das wirklich eine gute Form von Männlichkeit, die ich mir für mich, naja, vielleicht brauche ich das nicht. Aber das gefällt mir sehr gut. Das wäre das beste Outcome, was ich mir vorstellen kann. Ich habe ja keine Agenda, mit meiner Literatur, aber ich würde es schön finden, wenn es zu einer Art von, Selbstreflexion führen könnte. So genau, wo du dir überlegst ja okay ich finde mich da gerade ein bisschen wider finde ich das eigentlich gut oder wie denke ich da eigentlich in Wirklichkeit so drüber, das wäre echt mega, wenn das passieren würde. Ja, und genau, ich kann ja die Abwehrreaktion verstehen, wenn das Thema Männlichkeit auf den Tisch kommt und sagen, um Gottes Willen, lass uns mit dem Scheiß in Ruhe. Ich kann das ja schon irgendwie verstehen, aber was soll ich machen? Ich meine, ich stecke da drinne als Mann. Das ist ein Thema, was mich angeht. Und außerdem, mit Abwehr und Negieren haben wir noch nie gesellschaftliche Probleme gelöst. Also das hat bisher immer nur damit funktioniert, dass wir darüber geredet haben und uns damit beschäftigt haben. Und zwar mit einer gewissen Freundlichkeit vielleicht auch. So, wenn es denn geht, wenn man jetzt gerade nicht jemandem irgendwie, Einhalt gebieten muss oder so es gibt ja Männer, die sind hochproblematisch der Corwin, dieser Rocker, der da mal eben eine Frau tötet oder dieser Kai der Chef, der seine Grenzen nicht kennt oder so, es gibt ja diese Männer, wo man klar sagt, wir müssen da nicht mehr drüber reden, also, aber es gibt andere Typen, da wäre ein freundliches, verständnisvolles Gespräch würde helfen einen guten Weg zu finden finde ich. Und das finde ich einen viel produktiveren Ansatz als zu sagen weiß ich nicht genau wir reden mit euch nicht macht Therapie oder so ja, Wenn das Buch dabei helfen kann, super. Ja, und vor allen Dingen ist es halt auch eine männliche Stimme, die sich da mal mit auseinandersetzt. Also, das ist ja, glaube ich, auch ein Problem, wenn das einfach nur ein Thema ist, was diejenigen, die es beackern müssen, vor allen Dingen, gar nicht thematisieren. Also, wenn Männer nicht darüber sprechen, schwierig. Das finde ich auch. Das finde ich auch. Und ich habe da eine gewisse Verantwortung auch gesehen. Ja. Es ist auch heikel, dieses, diese Themen aus männlicher Perspektive zu schreiben, ist heikel, weil ich bin eigentlich das Täterprofil, mit männlich 55 weiß. Weißt du? Aber gerade deshalb dachte ich, es ist wichtig, dass ich Perspektiven anbiete, die das so ein bisschen dekonstruieren. Weil es kann auch nicht sein, dass sich immer nur die Leute, die daran zu Schaden gekommen sind, sich dann irgendwann melden und den Leuten, die potenzielle Täter sind, erklären, was hier gerade schiefgelaufen ist, also, wir müssen irgendwie alle ins Gespräch kommen finde ich, Übrigens ist das auch ein Thema, was Stuckrad Barre mit Nochwach ja auch versucht aufgegriffen aufzugreifen. Und das finde ich, ist nicht so mega gut gelungen, ehrlich gesagt. Ich habe das Buch gelesen, ich habe es auch ganz gerne gelesen. Aber was ja nicht hilft finde ich, ist wenn sich ein Mann als der große Erklärbär und der große Versteher aufspielt in der ganzen Geschichte so kann es nicht sein es muss schon finde ich, eine demütige Stimme sein irgendwie so in dem Bewusstsein ich kann hier nicht, groß anfangen zu predigen oder so ich kann mich jetzt hier nicht als der große Retter aufspielen das wäre wieder dasselbe alte Klischee, sozusagen. Ich glaube, das ist gut gelungen. Also diese, schon feinfühlig, geht aber auch dahin, wo es wehtut. Und ist, glaube ich, deswegen genau das, was es sein muss. Also wie du auch geschrieben hast, es sind Themen, über die man ins Gespräch kommen kann und in dem Fall vielleicht auch wirklich sollte, weil es wichtig ist. Ja, ja. Auf jeden Fall. Genau. Sehr cool. Zwei Sachen noch. Es wird ein Hörbuch geben, habe ich bei der Release Party gehört. Gibt es da schon noch was? Es gibt die Idee, die ist noch nicht ganz konkret geworden, aber es gibt die Idee, dass wir von Ruach jetzt einen Buchclub anbieten, für den man sich anmelden kann, wo man mit mir über das Buch sprechen kann. Und für die Teilnehmer dieses Buchclubs würde ich dann jeweils ein Kapitel einlesen und die kriegen das dann auch als Hörbuch und anschließend kann man sich mit mir treffen online und wir können über diese Dinge sprechen, über die wir beiden jetzt auch bei diesem Gespräch gesprochen haben. Also über Männlichkeit und über Konstruktion, Dekonstruktion oder whatever, was sich dann eben so anbietet. Genau. Sehr cool. Und dann irgendwann kommt es aber auch als Hörbuch raus. Ich denke mal, wenn dann die Aufnahmen vorliegen, dann kommt es auch als Hörbuch raus. Aber all das ist sehr, sehr unspruchreif. Das ist angedacht auf jeden Fall. Ich weiß gar nicht, gibt es bislang schon Hörbücher von Ruach? Ich glaube, das wäre dann neu. Ich mache ganz viele Dinge bei Ruach das allererste Mal. Sehr gut. Ich weiß gar nicht, hat es schon so einen Erzählroman bei Ruach geben? Ne, ist auch der Erste. Das ist nochmal. Ja. Zack. Sehr gut. Lesung. Machst du Lesung? Ich mache in diesem Jahr noch zwei, ganz wenige. Ich bin am 11. Oktober auf der Buchmesse auf der Bühne, wo du ja auch schon mal vorgelesen hast. Das habe ich im Video gesehen. 11. Oktober, das ist Sonntag, auf der Buchmesse um 15 Uhr. Da werde ich ein bisschen was vorlesen. Dann bin ich am 5. November in einem, schönen kleinen Buchladen in Lemgo, in dem kleinen Landbuchladen. 5. November, 19 Uhr ist die Lesung. Und dann werde ich wieder nächstes Jahr im Februar auf Tour gehen und dann wieder als Konzertlesung. Und das ist was ganz Besonderes. Da werde ich Geschichten aus dem Roman vorlesen, aber ich werde mit meinem Freund Martin zusammen auch dazu Musik machen. Also wir haben extra auf diesen Roman hin Songs geschrieben. Oh, crazy. Die auch so Perspektiven der Romanfiguren aufnehmen und nochmal erzählen. Wir haben schon mal fünf Abende gemacht im Juni, die waren wunderschön und das werden wir im Februar wieder machen. Also ich werde die Sachen auf meiner Webseite veröffentlichen, gofi-müller.de, Wir werden mehr so nach Süden gehen, also wir sind in Würzburg, in, Wintersulgen, wir sind möglicherweise sind Hof, wir sind möglicherweise in der Nähe von Karlsruhe, aber das werdet ihr, das entwickelt sich gerade, ja. Nächstes Jahr Februar. Und Marburg, bist du auch wahrscheinlich dabei, ne? Ja. Die Inspiration? Die Inspiration, genau. Da habe ich aber nichts mit Literatur zu tun, sondern da habe ich die künstlerische Leitung für die Konferenz. Wir planen so das künstlerische Konzept, aber der werde ich auch sein, ja. Sehr cool. Geil. Ich hoffe sehr, dass das Buch durch die Decke geht. Schön wär's. Sollen die Leute das kaufen? Hey Leute, wenn ihr mir ein bisschen helfen wollt und denkt, naja, ich lese eigentlich nicht so gerne, aber ich kann immer ein gutes Geschenk gebrauchen. Es würde mir super helfen und Ruach, jetzt würde es auch wirklich helfen. Wenn ihr einfach mal zuschlagt, einfach nur aus Freundlichkeit. Aber ganz nebenbei, Ich finde, es ist kein Mitleidsbuch. Es ist kein Mitleidsbuch, es ist echt definitiv nicht. Es ist wirklich das Beste, was ich bisher geschrieben habe. Ja, das ist so. Ich habe bisher noch nichts besser geschrieben als das. Ja, muss man so sagen. Also ein Hochding fand ich gut, aber ich finde, das ist jetzt wirklich nochmal ein Level nach vorne. Schön. Also Glückwunsch dazu. Dankeschön. Ich habe es sehr gerne gelesen. Vielen Dank. Genau. Kauf das Buch und dann, genau. Ich mache hier mal ein Komma. Bei mir ein Fest. Schön, dass du da warst. Ich danke dir. Sehr gut. So, dann bis dahin, Leute.