Hallo und herzlich willkommen bei Schöner Glauben. Das ist meine erste Anmoderation. Ich bin der Benni. Ich sitze hier in Frankfurt in meinem Büro in der Melaniten-Gemeinde in Frankfurt und bei mir online sind Lasse aus Leipzig. Lasse aus Leipzig und Jason leider nicht mit J in einer Stadt, sondern. Mist, wo sitzt du nochmal? In Offenbach. Nennen wir es Offenbach. Ja, nennen wir es Offenbach. Ich soll es als Frankfurter wissen. Dass du das nicht weißt, sagt einfach auch sehr viel über Frankfurter. Ja, es sagt eigentlich einiges aus. Kennen die Nachbarn nicht. Wir sitzen hier nochmal zusammen in derselben Konstellation, wie wir auf dem Freakstock waren vor ein paar Wochen. Und ja, wir wollten da nochmal ins Gespräch kommen, aufbauend daran, beziehungsweise nochmal anschließend, weil wir gemerkt haben, ah, eigentlich hatten wir einen anderen Titel und eine andere Beschreibung, als wohin sich das Gespräch gedreht hat. Das ist auch immer fein so, aber die Beschreibung, die sich wahrscheinlich Jason vorher ausgedacht hat, die war es auch wert, nochmal drüber ins Gespräch zu kommen. Leben auf der Baustelle, wie geht das, ohne durchzudrehen? So ungefähr habe ich es im Kopf. Genau und darüber wollen wir reden, Ja, ich kann nur sagen, es war so eine Schnapsidee, das am Anfang des Live-Talks noch mal so ein bisschen zuzuspitzen. Und damit euch beide einfach direkt mal in so eine Krise. What the fuck, was will der da eigentlich gerade? Ja, ja. Habst du uns gleich auf die Baustelle geschickt. So, so nämlich. Ja, genau, aber mich interessiert, also ich finde das eine schöne Metapher mit dem Leben auf der Baustelle und was für eine Baustelle ist das eigentlich, wird da was umgebaut, bröckelt das einfach nur, leben wir in einer Ruine, wo entsteht vielleicht auch was Neues. Fände ich interessant nochmal drüber nachzudenken ich lebe gerade tatsächlich auf einer Baustelle hier wird einiges umgebaut und es fühlt sich alles gleichzeitig an, also manchmal entdeckt man Sachen und denkt, oh, das ist echt eine Bruchbude hier, dann ist wieder was ziemlich solide, und es kommt ganz viel Neues zusammen, ja, aber wie, was ist so euer Blick auf die Welt gerade? Unser Blick auf die Welt. Ja, also Lasse, was ist dein Blick auf die Welt? Ja, es ist vieles parallel. Es ist zum einen die verschiedensten Sachen, die tagtäglich in den Algorithmus rasseln und, mit denen man irgendwie mehr oder weniger, selbst wenn man jetzt irgendwie sich, von sozialen Netzwerken irgendwie ein bisschen distanziert und Detox macht oder was auch immer in Gesprächen oder sowas irgendwie immer Thema sind. Gerade jetzt erst ganz aktuell wieder Hitze. Wir hatten so unfassbar heiße Tage. Es war wirklich krank. Ich konnte wirklich nicht rausgehen. Ich wusste mich zu Hause verschanzen und meinen Shit machen, weil der Weg zum See, ja, weiß nicht, wo es gelandet wäre. Berichte über Hitzetote oder Hochrechnungen und was auch immer. Und gleichzeitig merkt man aber auch, dass, und das kann ich jetzt nur aus meiner Perspektive sagen, von meinem Umkreis, meinem Dunstkreis aus jüngeren Leuten. Dass man irgendwie Coping-Mechanismen generiert, die eben nicht nur auf Aushalten sind, sondern auch auf, wo kann das hinführen und wie können wir damit umgehen und was braucht es. Von daher würde ich sagen, hochaktuelles Thema. diese ganzen Polykrisen-Thema, ja sehr unterschiedlich von allen möglichen Seiten und es zeichnet sich halt wirklich irgendwie ein sehr sehr dolles Bild ab zwischen. Politik und Gesellschaft spannende Punkte zwischen ja Leuten die davon stärker betroffen sind, weniger stark betroffen sind und man selber irgendwie mittendrin ja. Ja, heiß war es bei mir auch. Ich muss sagen, dass es häufiger so war, dass ich lieber draußen war, als in der Wohnung. Kommt auf die Wohnung an. Ey, es ist einfach echt schwierig. Altbau in Leipzig. Schönen kühl. Crazy crazy. Ja, das ist cool. Das ist echt gut. Ja, ich fand es auch krass, weil es hat ja Waldbrände gegeben, die diesmal nicht irgendwie weit weg, ich erinnere mich, letztes Jahr hat es ja in Los Angeles oder so, sehr verheerende Brände gegeben. Man kennt das mal, dass man in Frankreich oder in Spanien Brände hat. Jetzt war es aber tatsächlich von der holländischen Grenze in die Eifel. Das ist natürlich, das rückt so ein bisschen näher, ist mein Gefühl gerade. Und ich weiß, eine Sache, die du, Benni, sehr häufig betont hattest, auch auf dem Freakstock bei dem Talk war, im Grunde diese Rechnung aufzumachen, es gibt Menschen, die sind sehr stark betroffen und es gibt Menschen, die sind weniger stark betroffen, dass man die auch noch mal kritisch hinterfragen muss, da, letztendlich alle betroffen sind auf eine Weise und sich da vermutlich niemand so richtig gut rausziehen kann. Das ist mir sehr hängen geblieben. Ich lege mal direkt noch einen drauf. Ich finde es spannend, wir haben ja diesen Begriff jetzt so Polykrise oder Multikrise. Also alle sprechen so ein bisschen von Krise. Ich habe bei Jean-Philippe Kindler, den ich sehr gerne höre, die Bücher von ihm finde ich toll. Also für die, die den nicht kennen, der hat den Social-Media-Wahlkampf von Heidi Reichenek sehr stark betrieben. Also ist ein Comedian, aber eben auch so ein Internetmensch. Der hat da Skripte geschrieben und so ein Kram. Und er hat in einer seiner Podcast-Folgen, das war schön am Punkt, und hat so gesagt, es gibt eigentlich keine Krise. Also sowas wie eine Krise gibt es nicht. Sondern seine These war, wenn in der Öffentlichkeit von Krise gesprochen wird, dann ist es eine rhetorische Figur, die die Tür aufmachen soll für sehr krasse politische Reformen, Veränderungen und so weiter. Und das wiederum finde ich spannend, weil ich den Eindruck habe, die Bundesregierung, CDU und gibt es diese SPD noch? ich weiß es nicht. Ich habe schon länger nichts mehr gehört. Keine Ahnung, wenn es die noch gibt, hey, lasst doch was von euch hören. Who knows? Ja, jedenfalls, die sprechen ja gar nicht von Krise. Also ich habe nicht gehört, dass die irgendwie gesagt haben, wir haben eine Krise, wir müssen was machen. Der Kollege Merz meinte ja, er beobachtet das und wenn da demnächst nochmal was kommen sollte, wird er gegebenenfalls dazu was sagen. Oder auch nicht. Das ist keine Krise. Also offensichtlich will er da gerade nichts verändern. Ja, das war halt so ein Einstieg. Spannend. Also es geht sozusagen um die politische Kommunikation und was ist das, wenn wir es Krise, nennen oder auch wenn wir es Krise nennen, wollen wir eigentlich quasi was bewirken, ein Handeln. Und es gibt aber, ja, Teile der, oder die jetzige Regierung sagt sozusagen, nein, nein, alles ist weiter so. Es gibt vielleicht eine Krise in der Faulheit der Menschen, da müssen wir was machen. Ja. Da hört man nicht so viel rum. Ich finde den Begriff Polykrise spannend, im Sinne von, es wird ja auch gesagt, es sind mehrere Krisen und sie hängen, vielleicht miteinander zusammen oder vielleicht auch nicht, oder zumindest ist ihr Zusammenhang unklar, das finde ich... Eigentlich ist es ja blöd. Es wäre besser, wenn wir sozusagen wissen, was die Hauptkrise und dann können wir da irgendwie ansetzen. Aber ich finde es eigentlich ganz austragend, weil das so ein bisschen Raum macht für, keine Ahnung, zu sagen, hey, alles ist in diesem Gemenge drin. Und also von Klima zu Artensterben, aber auch Rechtsruck und, Migration kann man dann auch benennen als, es ist eine Herausforderung, wenn Menschen irgendwo nicht mehr leben können und deswegen gehen und sie dann woanders ankommen und die Systeme dort nicht drauf vorbereitet sind. Also ich finde es einen hilfreichen Begriff. Ich bin jetzt gerade am überlegen, ich habe das viel bei dem Notstand, also Extinction Rebellion hatte, gesagt, man soll einen Klimanotstand ausrufen. Und da war ich immer sehr hellhörig geworden im Sinne von Notstandsgesetzgebung ist dazu da. Rechtsstaatlichkeit aufzuheben und so weiter. Aber es ist spannend, wie kommen wir in ein gesellschaftliches Handeln rein und die Klimabewegung versucht zu sagen, hier haben wir eine Krise, mach doch mal was. Und vielleicht merken wir gerade in dieser Regierung jetzt so einen, wo es so offensichtlich wird für so viele in der Bevölkerung, auf einmal so ein nein, nein, wir wollen aber gar nichts machen, weil wir die Sachen, die man machen könnte, die tun vielleicht weh. Also zumindest tun sie irgendwie den Besitzenden weh. So deutlich dein Kommentar, ja, so ein bisschen mit dem es ist eben kein, also das gesagt wird, es ist eben keine Krise, weil man nichts machen will. Weil man merkt, das, was man machen könnte, das würde irgendwie wirklich was verändern müssen? Ja, die... Wie heißt der denn? Ich vergesse mal den Namen. Die Nachfolgerin. Reiche. Frau Reiche ist ja der Meinung, dass wir es mit dem Klimaschutz ein bisschen übertrieben haben. In rechten Kreisen spricht man davon, dass das ein Klimahype ist. Also das ist ja eigentlich das Gegennarrativ zur Krise, wenn man so will. Also da haben wir keinen. Die würden aber dann wiederum sagen, dass wir eine Migrationskrise haben. So eine Migrationskrise bedeutet eben auch, da wird die tür aufgemacht für sehr krasse veränderungen, Ich würde sagen, Rechtsbrüche. Also da ist der Begriff Krise macht genau die Arbeit, die du vorhin beschrieben hast. Also der wird gesetzt. Leute sagen, oh stimmt, wir haben eine Krise, wir müssen irgendwie was machen. Oh, dann ändern wir halt irgendwelche diese Gesetze. Ah, wird von den Gerichten kassiert. Ist egal, machen wir, hat der Innenminister so gesagt. Ist ja eine Krise. Ist ja eine Krise, da muss man halt handeln. Kannst du nicht warten. Kannst du jetzt auch nicht viel diskutieren. Ich denke. Zu dem ganzen Begriff Polykrise, warum ich ihn gut finde, ich finde eben, es ist genau das, dass eigentlich die Krisen schon an vielen Stellen sichtbar zusammenhängen oder an ganz vielen Stellen zumindest sichtbar sich gegenseitig bedingen. Oder wenn du an einem Ding versuchst zu rütteln, es ist ja sehr viel Symptombekämpfung statt Wurzelbekämpfung. Auch eben genau aus diesem Punkt von es ist verflochten und es ist einfach sehr, sehr schwierig. Du hast einen Kriegursache jetzt erstmal dahingestellt der wirkt sich natürlich, auf die Preislandschaft und alles mögliche aus auf den globalen Handel auf Preise in allen möglichen bepartnerten Ländern, hohe Preise und so macht die Schere von Arm und Reich ein Stück weiter auf, weil es da Leute gibt, denen das mehr direkt auf die Füße fällt und eher. Einkommensschwächere Haushalte davon als erstes betroffen sind. Dann steht eine soziale Unsicherheit oder ein gewisses Raunen, was dann am Ende zu politischen Spannungen führt und wiederum irgendwelche Lösungsfindungen schwieriger macht. Also irgendwie finde ich es ja schon am Ende zu sehen in vielen Sachen, dass, Oder zumindest habe ich das für mich so als meine These, um es mal nicht zu verallgemeinern, hast du schon am Ende eine Ursache, die Wohlstand Einzelner versus oder auf dem Rücken von einer breiten Masse von Leuten oder Planeten, was am Ende auch wieder eine breite Masse von Leuten trifft. Deswegen hatte ich damals immer dieses privilegierte Ding reingebracht. Ich glaube, am Ende des Tages ist es richtig, dass wir alle in einem Boot sitzen. Aber für die kurze Zeit hat man ja trotzdem noch Leute, die auch dieses Narrativ, schüren von, es gibt keine Krise, die eben kurzfristig davon gerade profitieren. Sei es irgendwie Rüstungsindustrie, sei es einzelne Superreiche und Großkonzerne, Großkonzerne, etc. Also von daher finde ich das eigentlich schon ganz gut, um das irgendwie prägnant zu benennen. Ich würde da mal einsteigen und euch mal fragen, Habt ihr eigentlich Sorge, dass das hier demnächst richtig scheppert im Sinne von, war das nicht sogar in Leipzig bei euch, die Drohne da auf dem Flughafen? Ist an mir vorbeigegangen, aber ich lebe auch gerade in einer Parallelwelt. Da können wir gleich mal drüber reden. Aber ich glaube, das war ja auch in den letzten Tagen so eine Nachricht. Ja, jetzt ist so eine Sprengstoffdone auf dem Flughafen gefunden worden. Da sollte eine Maschine von denen, die irgendwie mit Ukraine. In einem Zusammenhang mit Ukraine war. Die einen sagt, da wären Waffen drin. Dann hieß es, nee, sind doch keine und so. Man weiß es nicht. Aber jedenfalls, wenn das Ding explodiert wäre, dann wäre es ja glaube ich schon nochmal so eine weitere Eskalation gewesen. Und ich merke in der letzten Zeit, ich muss so viel über so einen kurzen Text von Kant nachdenken. So, da gibt es eine kurze Geschichte zu. Ich war als Mittelstufenschüler in der 10. Klasse. Da hat es einen Lehrer gegeben, der kam mal in den Unterricht rein und meinte so, ich habe mal einen Text mitgebracht, den versteht keiner von euch. Wer will ausprobieren? Und dann habe ich mich dann gemeldet. Und dann hat der tatsächlich von Immanuel Kant diesen kurzen Text über stehende Heere mir in die Hand gedrückt und gesagt, so, geh mal fünf Minuten raus, dann kommst du wieder rein und dann kannst du mir mal sagen, was da drinnen steht. So, und da hat er mich tatsächlich an der Ehre gepackt und ich habe das Ding gelesen und ich würde sagen, zu 85% hatte ich es auch richtig verstanden und der Lehrer hat am Ende gesagt, der Deutschlehrer meinte, ne. Also so ziemlich hast du da alles verstanden. Und seitdem geht dieser Text einfach mit mir. Kann man ja mal lesen irgendwie. Stehende Heere ist jedenfalls die Idee, wenn du aufrüstest, dann kommt die Rüstungsspirale und irgendwann zwangsläufig der Krieg, weil die Aufrüstung so teuer wird, dass irgendwer ins Hintertreffen kommt. Und wenn du ins Hintertreffen kommst, dann hast du nur zwei Möglichkeiten. Entweder du steigst aus der Rüstungsspirale raus und dann hast du verloren oder du greifst an in der Hoffnung, dass du darüber irgendwie eine Chance hast. So, kann man da mal lesen. Mir geht das so mit, weil jetzt werden eben Autoindustrie und was weiß ich, alles, geht den Bach runter und jetzt wird aber so richtig Kohle, so richtig Kohle, in die Rüstung gesteckt und dann sagt der Merz halt auch noch so Sachen ja, wir müssen jetzt einfach selber zusehen dass wir unsere Interessen in der Welt durchsetzen können, da habe ich tatsächlich Sorge, also das wäre für mich so etwas was recht nah an diesen Krisenbegriff kommt, wie ist das bei euch? Ja, also tendenziell, wenn nationale Bedürfnisse wichtiger sind als internationale oder Globaldenken, dann gehen bei mir auch schon ein bisschen Alarmglocken an, aber das ist nur mein Ding. Also da waren jetzt viele Sachen drin also ich denke genau, also wir erleben eine Militarisierung als, ein Aufrüsten und auch nicht nur das stehende Heer wird wieder groß gemacht, sondern auch die ganze Industrie darum herum und die Gesellschaft, wird kriegsbereit gemacht das finde ich natürlich schwierig als Melanie ich denke auch ich finde es spannend. Da können wir vielleicht später nochmal drauf eingehen weil ich ja Krisenvorbereitung gut finde, ich finde bloß wie wir uns vorbereiten auf Krisen da würde ich da finde ich es schwierig, dass wir diesen Weg der Stärke auf Kosten anderer gehen, um es jetzt mal einigermaßen abstrakt und neutral zu sagen also zu sagen Militarisierung ist ein Weg, sich auf Krisen vorzubereiten und ich finde es tatsächlich schwierig, Wenn jetzt friedensbewegte Menschen sagen, es gibt ja gar kein Problem, sondern ich würde sagen, nee, es geht darum, wie wir uns darauf vorbereiten. Und ich nehme, wir sind ja bei schöner Glauben, ich mache mal einen biblischen Bezug. Mir geht, eine Form von biblischen Texten, die mir schon lange sehr viel sagt, sind apokalyptische Texte. Und apokalyptische Texte werden viel missverstanden, so Vorhersagen, wie genau die Welt zu Ende geht und so weiter und am besten sollte man es noch beschleunigen. Das hat meines Erachtens überhaupt keinen Sinn, sondern Apokalypse kommt ja von einem griechischen Wort Apokalyptain, enthüllen. Das ist wie Enthüllungsjournalismus sozusagen, der reißt einen Schleier herunter, das wäre eine andere Metapher, die da drinsteckt, und zeigt sozusagen, wie es eigentlich aussieht. Und. Die Idee ist sozusagen, es gibt oft Schleier oder Sachen, wo die Gewalt, die in Sachen drinsteckt oder die Unterdrückung versteckt wird. Zum Beispiel könnte man sagen, Privilegien funktionieren genau so übrigens, die verstecken eigentlich für einzelne Menschen die Gewaltstruktur, die in Gesellschaft drinsteckt, weil man selber nicht davon betroffen wird. Dann sieht man das gar nicht. Und mein Punkt wäre sozusagen, ja, aber die Gewalt ist trotzdem da. Und manchmal fängt man an, sie zu sehen. Und so könnte man auch sagen, dieser Hitzesommer ist ein apokalyptisches Zeichen. Der zeigt uns eigentlich die Zukunft, auf die wir zusteuern. Ähm, und, Und vielleicht gibt es noch Möglichkeiten, gegenzusteuern. Und das ist so die eine Seite, also es enthüllt die Gewalt. Und das andere ist, in den apokalyptischen Texten gibt es auch immer so eine positive Sache, was Gott schon tut. Also er offenbart auch, was schon Neues am Entstehen ist und ist wie so eine Art, ich bin kein Brillenträger, von daher ist die Metapher vielleicht nicht ganz richtig, aber so eine Brille mit zwei Stärken, wo man halt je nachdem, worauf man sich gerade fokussiert, beides sehen kann, aber beides ist Wirklichkeit, die wichtig ist zu sehen. Und das finde ich einen sehr spannenden Zugang und in der Johannesapokalypse haben wir auch eine Polykrise, wir haben nämlich vier Reiter, Krieg, also das eine Pferd ist der Krieg, das andere Pferd ist Krankheiten, also Pandemien, das andere Pferd ist Hunger, also wirtschaftliche Ausbeutung und dann halt sozusagen Tod, der einfach dazukommt Und ich finde das eigentlich immer noch eine gute, Realitätsbeschreibung, die halt in unterschiedlicher Form aber so hervorgebracht wird von imperialer Lebensweise, also von Systemen, die Menschen ausbeuten. Und das finde ich einen sehr guten Zugang zu diesem biblischen Text und auch zu, eigentlich ist Apokalyptik eine ziemlich große biblische Tradition und auch zu unserer Zeit gerade. Und dann kann man eben auch ins Gespräch gehen mit Leuten die halt sagen, ja irgendwie zerbricht hier doch gerade einiges, woran wir uns gewöhnt hatten also eine Friedensordnung stabiles Klima. Ein Konsens, dass Demokratie irgendwie eine gute Staatsform ist, da zerbricht was und vielleicht ähm... Zerbricht aber teilweise auch nur ein, also ich glaube, da zerbricht wirklich was und teilweise zerbricht aber auch nur ein Schleier. Also nur dahinter war es schon immer scheiße für manche Leute. Wir haben es halt bloß nicht mitgekriegt. Und das finde ich so den Mehrwert davon. Und ich glaube, das ist mir auch wichtig an diesem, warum ich so ein bisschen kritisch auf diesen Privilegiendiskurs immer wieder eingehe, ist so, ich glaube, wir lügen uns ein bisschen was in die Tasche, also wir jetzt als, Leute, die hier gerade sitzen und wahrscheinlich auch die meisten Zuhörer von Schöner glauben, wenn wir meinen, wir wären durch unsere Privilegien geschützt vor den Krisen. Ich glaube, das ist tatsächlich eher ein Narrativ, also es gibt ein paar wenige Menschen, die sich, glaube ich, viel schützen können. Also Elon Musk hat seinen Bunker, soweit ich weiß, in Neuseeland. So, solche Leute können sich vielleicht lange schützen. Aber die meisten von uns werden das ziemlich mitkriegen. Natürlich wird es manche mehr treffen als andere oder sowas. Aber ich glaube, da ist irgendwie so eine komische Funktion von diesem. Dass man meint, man würde was gewinnen, wenn man sich auf die Seite der Mächtigen stellt. Als wäre man dann krisenfester. Und das glaube ich tatsächlich nicht. Ich glaube, wir haben viel mehr zu gewinnen, wenn wir uns miteinander zusammentun und von unten. Hochheben und eben niemanden zurücklassen. Ich glaube, dieses nach unten treten funktioniert, also am Ende ist man selber unten und irgendjemand tritt auf einen drauf. Das ist ja das große Problem der. Ich sage jetzt mal Wohlstandsmitte in Anführungszeichen oder die sich als Wohlstandsmitte hält, dass sie gerne denkt, sie gehören zu denen, die oben sind und. Jetzt wollen wir, Umverteilung will mir mein eigenes Auto wegnehmen und sowas alles. Genau, so eine Überidentifikation. Genau, genau. Und nicht checken, es geht nicht um dich dabei. Genauso bist du nicht, okay, du bist vielleicht ein bisschen safer erstmal, wenn du ein Dach über dem Kopf hast, als wenn du obdachlos bist zum Beispiel. Aber am Ende des Tages bist du nicht die Person, die wenn die Kacke richtig am Dampfen ist und das ist halt an manchen Punkten, wenn, wir nichts tun, wenn wir nicht aktiv werden oder das Ganze ignorieren weiter ignorieren an mancher Stelle ich finde das ganze Thema Klima, also es ist auch nicht jetzt die apokalyptischen Zustände die uns jetzt zeigen, es passiert was also es ist ja schon seit Jahren und Und muss man auch sagen, es passiert auch was. Also in gewissem Maße setzt man sich ja Ziele. Die Umsetzung, jo, aber wir machen es auch alle zum ersten Mal. Also irgendwie einen gewissen Faktor habe ich da auch noch bei PolitikerInnen oder so, dass ich auch sage, jo, ich will auch nicht in der Position stehen. Eine gewisse Kritik darf man trotzdem ausüben. Ich habe mir auch gedacht. Es gibt halt dieses Narrativ, was in diesem Meme sehr gut deutlich wird, dieses Keks-Meme. Habt ihr wahrscheinlich alle im Internet gesehen. Der will dir den einen Keks wegnehmen. Ja, genau, der nimmt dir den Keks weg. Ich finde ja, das müsste man eigentlich ein bisschen verschärfen. Ich habe das mal selber versucht zu erstellen. Eigentlich müsste man sagen, da ist einer, der sich einen riesen Batzen Kekse in so einen Tresor schließt und dann im Grunde so eine Art Gewaltaufruf macht und sagt, wenn der uns den Keks klauen will, wir machen den fertig. Das lassen wir nicht zu. Niemand nimmt uns unser Schnitzel, niemand nimmt uns unser Keks. Also im Grunde eine Form von Gewalt, die da auch schon mit drin ist. Und das war für mich der Punkt, dieses Narrativ funktioniert ja offensichtlich besser als gerade linke Narrative. Also im Ruhrpott, wo sehr, sehr viele Menschen gerade. Im Grunde eine Form von blockiertem Leben, wie das Amlinger und Nachtweil nennen, blockierte Leben, die kommen nicht weiter, haben gleichzeitig Angst, dass es schlechter wird. Und es ist eine Menge Wut da, weil ganz viele Menschen diese Erfahrung machen, dass die Rahmenbedingungen für das eigene Leben sind. In einer Art und Weise, die man selber gar nicht mehr als Individuum steuern kann, wirklich kompliziert werden. Also wenn Lebensmittel teurer werden, wenn Mieten schweineteuer werden, wenn die Arbeitsbedingungen schwieriger werden, wenn viele Jobs abwandern, die Industrialisierung wird da ja häufig genannt. Aber es ist ja de facto auch so, dass einfach sauviele Firmen momentan dicht machen. Und das alles, da ist eine Wut. Die Progressive, glaube ich, häufig noch nicht so ganz aufgenommen haben. Also im Sinne von, so eine progressive Falle ist ja manchmal dann, dass man dann sagt, oh oh, die Leute könnten AfD wählen, jetzt müssen wir mal lieber die CDU unterstützen, jetzt müssen wir lieber mal Status Quo und so weiter. Und was man nicht versteht ist, dass ganz viele Menschen wütend sind aus Gründen. Und dass man eigentlich sagen müsste das Problem ist diese Menschen, die wütend sind, die haben jeden Grund wütend zu sein, aber die Wut wird eben momentan umgelenkt auf die Schwächsten der Gesellschaft, und eigentlich die Wut, ja ist richtig aber sie richtet sich auf die Falschen, oder vielleicht richtet sie sich in Teilen auch auf die Richtigen wenn eben klar ist, da ist eine Eliten Kritik mit drin die in Teilen, glaube ich, auch richtig sein kann. Aber ich glaube, die progressive Falle wäre eben dann zu sagen, nee, wir müssen jetzt System stabilisieren. Anstatt die Gerechtigkeitsfrage, oder Gerechtigkeitsfrage ist vielleicht auch ein schwieriger Begriff, aber vielleicht einfach diese Umverteilungsfragen zu stellen, die Klassenfragen. Gegenentwürfe. Ja. Sollten auf jeden Fall mal eine Folge zu Mamdani machen und New York. Fände ich sehr spannend. Also man kann, also zu zeigen, erstens, es gibt echte Krisen und sie dann runterzubrechen auf sehr konkrete Sachen, an denen irgendwie auch was getan werden kann. Und Leute, also was ich da spannend finde, ist einfach, dass er sehr klar sagt, so Regierungen müssen sich Vertrauen eigentlich auch verdienen. Und wir müssen halt Sachen richtig machen, damit Leute wieder uns vertrauen. Und das finde ich sehr spannend und es ist nicht unbedingt was, was ich in der deutschen Politik höre. Ja, also einfach so, Sachen sollen halt einfach funktionieren. Und wie können wir dafür sorgen, dass das funktioniert? Weil das wiederum Vertrauen in ein System irgendwie stärkt. Wenn halt ja, keine Ahnung, ÖPNV funktionieren. Ich will mal noch ein bisschen in eine andere Richtung gehen. Also wir haben ja jetzt aus verschiedenen Richtungen ziemlich viel Deprimierendes gesagt. Und wenn ich mal nochmal bei meinem Apokalypse Begriff kurz bleibe als Brücke, dann wäre die Aufgabe ja ein bisschen das zu sehen, also dafür offen zu sein sich die Augen die Augen nicht abzuwenden und diese Krisen zu sehen ähm, Gewalt zu sehen, Leiden zu sehen nicht wegzuschauen, wenn in Zeuter da Menschen verrecken ähm, oder ja, nicht nur verrecken, sondern verreckt werden ähm. Das ist ja schwierig. Wie macht man das denn, ohne durchzudrehen? Also das war ja der zweite Teil von unserem Ding. Also wie leben wir da in dieser Polykrise, die ja nicht nur ein Moment ist, sondern quasi eine lange Krise ist? Das wäre, eine andere Schwierigkeit an dem Begriff Krise. Bei Krise denkt man immer, es geht dann ja vorbei. Ich würde sagen, wir sind in einer Situation ich denke da immer an so eine Generationenaufgabe, das ist eine lange Zeit also ich habe jetzt Kinder, ist an sich sehr schön aber ich denke immer wieder, ich glaube die werden auch noch eine wirklich herausfordernde Zeit durchleben, und irgendwann wird es vielleicht wieder ein bisschen stabiler, dann gibt es wieder so eine Boomer-Generation oder sowas, die ein gutes Leben hat. Aber wie leben wir, ohne durchzudrehen? Und wie werden wir auch handlungsfähig? Weil im Durchdrehen ist man auch nur zu bestimmten Handlungen fähig. In dieser Situation, wie geben wir vielleicht sogar anderen, wie werden wir Gemeinschaften, Orte, wo andere auch mal aufatmen können und nicht durchdrehen? Also für uns selber, für andere und so ein bisschen, was habt ihr da für Gedanken? Wie macht ihr das? Oder seid ihr gerade am Durchdrehen? An manchen Punkten würde ich sagen, bin ich am Durchdrehen. Aber das ist glaube ich auch eine Generationssache. Ich finde das ganze Generationsdenken sehr, sehr spannend, weil wir ganz andere Ausgangslagen haben. Also was für euch normal ist, ist nicht was für mich normal ist, ist nicht was für jemanden, der die 13 ist, normal ist. Mach mal ein Beispiel, das würde mich mal interessieren. Ähm... Also keine Ahnung. Ich habe letztens irgendwas gelesen von einer Unsicherheit und einer Angst vor Krieg, die bei 80 Prozent unter Jugendlichen ist. Statistik von, weiß ich jetzt gar nicht mehr genau. Wenn ich es finde, schreibe ich es irgendwie dann als Kommentar mal unter die Folge wieder. ich recherchiere das, die vorher bei um die 40, 50 war, noch fünf Jahre vorher, also fast verdoppelt, innerhalb von Jahren. Wenn du in den Jahren politisch aktiv geworden bist oder in dem Sinne, wo du anfängst über Dinge nachzudenken und dann eine rationale Angst dort verspüren kannst oder so, dann ist das ein ganz anderes Pflaster, an dem du aufwächst, als noch kurze Jahre zuvor. Bei mir ist es vielleicht das ganze Klimathema, was einfach in meiner Kindheit nicht so relevant war, bis in einem Alter, wo ich dann drüber nachgedacht habe. Aber dass es so richtig aktiv wurde mit Fridays for Future und so weiter, war bei mir in einem anderen Alter als bei meinem kleinen Bruder. Und den hat es mir sieben Jahren betroffen. Also ich kann mich daran erinnern, ich habe jetzt durch meine Galerie gescrollt und habe ein Bild gesehen, wo er mit sieben eine Playmobil-Demo gebaut hat mit so kleinen Fridays-for-Future-Shittern und so. Da musst du ja mit sieben Jahren drüber nachdenken. Das ist eine ganz andere Ausgangslage. Sprich, für mich, wo will ich damit hin? Gleich mit dem Beispiel. Für mich ist es irgendwie ganz wichtig, bei sowas auch in Generationen im Gespräch zu sein und zu sagen, wir tacklen hier gerade die gleiche Krise oder den gleichen Krisenherd und haben unterschiedliche Verständnisse von was ist normal. Und was für mich normal ist, ähm, Und woran ich mich vielleicht gewöhnt habe, sage ich mal. Und gewissermaßen erträglich geworden ist, sodass mein Alltag, dass ich mich daran gewöhnt habe, sollte trotzdem nicht akzeptabel sein in einem gewissen Punkt. Und also sowas, glaube ich, eine Krise, die gerade, wie du es sagst, Benni, die über lange Zeit geht und tendenziell sich auch wahrscheinlich erst mal verschlechtert, bis irgendwo eine Lösung gefunden ist oder Dinge sich auch ändern, gerade mit der Vernetzung von vielen, wo Dinge schlimmer werden, auch über die Jahre zunehmende Brände und so weiter. Man gewöhnt sich an diese Bilder und denkt sich so, ah ja, kenne ich schon von letzten Jahren. Ist normal. Ist normal, aber es sollte nicht akzeptabel sein deswegen. Und da also richtig aufzupassen und ich glaube, die Fähigkeit zu bewahren, im Gespräch zu bleiben und zu sagen, ich will mir jetzt auch mal von Leuten anhören, die noch früher gelebt haben, was war denn damals normal? Und das sollte ein Zustand sein, der mindestens auch erstrebenswert ist. Nicht nur das, was ich in meiner Kindheit erlebt habe oder so, Weil da war es ja auch schon eine Krise, nur noch halt noch nicht so präsent und deswegen vielleicht auch ein Punkt. Wo die Wichtigkeit drin steckt, dass wir da alle zusammen an einem Strang ziehen und nicht wir sagen, okay, wir Gen Z, wir wissen jetzt, wie es geht und wir sind jetzt laut auf der Straße. Oder die Boomer, die sagen, naja, interessiert mich nicht mehr. Also werden jetzt nicht alle sagen, ich glaube auch solche Klischees zu durchbrechen, ganz wichtig. Aber da einen Blick füreinander zu gewinnen und auch gerade je jünger zu sagen, dein Normalzustand ist vielleicht nicht unbedingt das, was Ziel sein sollte, sondern nur, wo du schon mitten in eine Krise reingeboren wurdest. Also, um da nochmal drauf zu gehen, also ich finde das immer spannend, was ist so das erste politische Weltereignis, woran Leute sich erinnern, weil ich finde, dass das ganz viel sagt über die Welt, sozusagen, also um mal ein Beispiel zu machen, Mainz ist der 11. September 2001, da war ich. Dann wohl neun oder genau. Und war in der Grundschule und Schule wurde irgendwie unterbrochen dafür. Ich habe es nicht so ganz verstanden. Ich bin in einem relativ politischen Haushalt aufgewachsen, dann waren wir irgendwie auf Demos. Aber ich erinnere mich zum Beispiel, dass ich bin das erste Mal geflogen international vor dem 11. September. Da gab es einfach kaum Sicherheitskontrollen. Also ich habe sozusagen ein Erlebnis, ein relativ unbewusstes im Nachhinein, mir mehr darüber nachgedacht, von viel weniger Sicherheitsstaat. Als danach. Während das sozusagen für jetzt, lasst es wahrscheinlich nie, oder auch Überwachung, also Überwachungskameras im öffentlichen Raum und so weiter, war ein Riesenthema, ob es die überhaupt geben sollte, so im Grunde genommen. Jetzt gibt es die gefühlt überall und jetzt reden wir drüber, ob die Gesichtserkennung haben darf und wie weit die geht und so weiter. Also das wäre so ein Beispiel. Andere Leute haben halt einen Mauerfall miterlebt und haben ein ganz anderes Gefühl von, ich habe manchmal mit dem Ukraine-Krieg den Eindruck gehabt, dass es für die Leute, die diese Zeit so als persönlich, als in ihrer Kindheit erlebt haben, für die war es fast am schlimmsten, dass jetzt wieder Krieg in Europa ist, weil sie es so verinnerlicht hatten, dass es das nie wieder geben wird. Also, dass die, also nicht am schlimmsten im Sinne von kein Frame of Reference, was man damit macht, was das heißen könnte, während irgendwie so, ähm ... Und teilweise hieß es dann auch, dass Leute Krieg überhaupt nicht ernst genommen haben als irgendwie ein echtes Problem, während halt so, keine Ahnung, Leute in der Nachkriegszeit aufgewachsen sind mit Trümmern irgendwie gesagt haben, also Krieg finde ich ja schlecht, müssen wir noch mal schauen, was wir jetzt machen. Also, ähm ... Ich finde es immer interessant, was es prägend gewesen ist für Menschen. Ich glaube, es prägt ihr Weltbild langfristig. Was wäre denn das bei dir? Die erste Krise, die ich mitbekommen habe, meinst du? Das Erste, was dich politisiert hat sozusagen. Das erste große Weltereignis, wie auch immer. Was mich politisiert hat, würde ich sagen, sind die ganzen Rechtsruckgeschichten. Wo ich schon sagen würde, das hat man in Erfurt ein bisschen mitbekommen. Gerade auch dann in Leipzig, stark politische Stadt, bist du dann spätestens mittendrin, aber das ging halt schon in der Jugendphase los. Oder man hat es auf dem Schulhof eigentlich schon immer erlebt, bis man irgendwie vielleicht auch sich getraut hat, irgendwo was gegen zu sagen oder was auch immer. Aber ich glaube das war das habe ich eher so schleichend miterlebt dass das irgendwie so auf dem Dorf dazugehört hat und man das zu einem gewissen Punkt hingenommen hat und ich auch damals sagen würde, es war noch nicht diese krasse Krise, die ich es heute nennen würde, sondern eine schleichende Entwicklung, zumindest aus meinen damaligen kindlichen Augen die erste Krise, an die ich mich erinnere die irgendwie besprochen wurde und wo ich mir jetzt nicht krass Gedanken drüber gemacht habe, aber was ich mir so von Mama und Papa erinnere, war die ganze Schuldenkrise, Griechenland und so, das hatte ich irgendwie im Hinterkopf, aber konnte es überhaupt nicht einordnen, da hatte ich nicht das Know-how für, das war einfach nur, hat man irgendwie drüber geredet und inwiefern betrifft uns das jetzt auch als EU, als Deutschland und als Haushalt eben mit fünf Kindern und mittleren Einkommen. Mhm. Bei dir, Jason? Um mal den Kreis noch schnell zu schließen. Ja, bei mir war es tatsächlich auch der 11. September. Ich war da in der Oberstufe und weiß noch genau, ich hatte gerade Englisch-Nachhilfe. Und dann ist meine Mutter reingekommen und hat gesagt, das World Trade Center steht in Flammen, da ist jemand reingeflogen. Ich wusste bis dahin nicht, was das World Trade Center war, aber saß dann bis, nachts um zwei Uhr vorm Fernseher und habe alles aufgesogen und dann eine steile Lernkurve gehabt, was internationale Politik angeht. Das ist witzig, weil wir sowas auch noch rekapituliert haben. Also klar, wichtig und gut auch, dass das in der Schule passiert, aber Aber es war schon Geschichte, als du es gehört hast. Aber ich war zwei Jahre alt, also als es passiert ist, war ich zwei und trotzdem weiß ich, dass ich mich so ausführlich damit beschäftigt habe, durch dann Schule, aber auch eigenes Interesse, wenn dann immer mal Jahrestag war und die Bilder dann mal wieder durchgingen, dass das schon präsent ist. Und nur um das zu sagen, also ich glaube, was wir normal finden, das prägt halt. Und einerseits sozusagen im Sinne von, es gibt ja auch Rückschritt sozusagen. Also Sozialstaat wird zurückgerollt, irgendwie demokratisches Verständnis, solche Sachen. Es ist schwierig, Leute überhaupt, also irgendwie was zu skandalisieren, was Leute normal finden. Das ist dieses Shifting Baseline Ding, also auch so im Ökologischen. Ich hatte ein Gespräch mit meinen Schwiegereltern, wo sie halt gesagt haben, hey, früher, als wir so einen Roadtrip gemacht haben durch Kanada, mussten wir halt dauernd anhalten und die Scheibe sauber machen, weil da sind so viel Fliegen gewesen und Moskitos. Und jetzt müssen wir es nicht mehr machen. Es liegt nicht daran, dass die Autos so viel aerodynamischer geworden wären, sondern es ist einfach Artensterben. An das ich schon gar nicht mehr gewohnt bin. Also das ist einfach eine Herausforderung, eben wenn man irgendwie mit, wenn man, gegen irgendwas arbeiten will oder für irgendwas arbeiten will, was ist die Normalität, die Leute als normal finden. Deswegen finde ich das interessant und das ist auch der Wert von sich nicht abfinden mit Sachen. Also sich halt nicht, es nicht zu normal werden zu lassen. Ja, das finde ich wichtig. Und ja, irgendwie halt, also und auch nach vorne gerichtet, so dieses Träumen von, es könnte auch besser sein, ist glaube ich schon eine einerseits was Schmerzhaftes, weil dann werde ich ja dauernd damit konfrontiert, dass es halt nicht besser ist. Aber ich finde es sehr wichtig und wertvoll, sich das so zu erhalten. Und es ist auch wieder was Apokalyptisches sozusagen, also dieses, einerseits das nicht wegzuerklären, dass da Menschen gerade leiden und irgendwie die Hoffnung oder die Beharrlichkeit, dass die Welt irgendwie nochmal richtig besser werden kann. Ja, zu behalten, auch wenn man gerade den Weg dahin nicht sieht. Und dann zu schauen, und was können wir jetzt aber auch machen, damit es auch nicht nur ein Träumen bleibt oder nicht nur ein Verzweifeln an der Welt, sondern auch ein irgendwie konkret wird. Und beides finde ich wichtig. Also die Gefühle da zu haben und dann handeln zu können. Ich glaub das, glaub ich nicht. Du glaubst das nicht, dass die Welt besser werden kann? Also wenn ich jetzt mal auf die Klimageschichte gucke, dann sind doch jetzt bestimmte Entscheidungen getroffen worden, die auf die nächsten Jahrzehnte nicht umkehrbar sind. Also wenn man Klimaforschende hört, die sagen ja immer, was die nächsten 30 Jahre passiert, das können wir erstaunlich exakt vorhersagen. Wir sind uns ein bisschen unsicher, wie krass es wird, wenn es um die Jahrhundertwende geht und darüber hinaus. Da gibt es dann verschiedene Szenarien. Jetzt haben wir gerade gehört, das allerkrasseste, also 4,5 plus Grad, das ist wohl, wenn ich das richtig im Kopf habe, jetzt nicht mehr sehr wahrscheinlich, weil wir eben viele Erfindungen haben, eben Mobilität und so weiter, dient ein Stück weit Emissionen, Erderwärmung verlangsamen, bremsen, wie auch immer. Aber viele Dinge sind ja. Also auf diesem Pfad sind wir. Das lässt sich nicht mehr umkehren. Das ist nicht mit Wishful Thinking, also mit viel Träumen und noch ganz viel machen. Egal wie viel Aktionismus oder selbst wenn die März-Regierung jetzt sagen würde, wir machen jetzt alles, manches lässt sich nicht mehr umkehren. Auf jeden Fall. Also auch andere Sachen. Ich meine, man muss jetzt nicht mit dem Klima so wahnsinnig weit weggehen. Wir haben jetzt hunderte Milliarden festgelegt, dass wir die fürs Militär bezahlen. Das sind, wenn ich das richtig im Kopf habe, ungefähr 200 Milliarden. Also das waren ja jetzt irgendwie 5 Prozent des Bruttoinlandes. Inlandprodukt ist richtig. Fact checkt mich bitte. Aber ich meine, es sind 5%. Eine unfassbare Summe. Und dieses Geld, das wird an anderer Stelle fehlen. Weil wir in ein paar Jahren diese riesigen Summen, das sind ja Schulden. Das ist ja nicht irgendwie etwas, was wir erwirtschaftet haben oder auf der hohen Kante haben. Das werden wir zurückzahlen müssen. Und wenn wir das zurückzahlen werden müssen, bedeutet das, an ganz vielen anderen Stellen wird eben nicht investiert werden. Und das finde ich, das sind ja auch Sachen, die sind heute schon entschieden, diese Sachen. Also natürlich könnte man sich jetzt denken, also vielleicht gibt es demnächst eine andere Regierung, die das alles wieder abräumt, okay, aber selbst dann, es ist so unfassbar viel Geld jetzt schon in die Rüstung gepumpt worden, dieses Geld ist... Aber also da würde ich ganz kurz unterscheiden also wahrscheinlich im Endergebnis hast du recht, aber das eine mit dem Klima, das sind physikalische Gesetze also das ist harte Wirklichkeit. Auch da denke ich gibt es Spielräume, wo ich gleich nochmal drauf eingehen wollte, das andere sind politische Gesetzmäßigkeiten so wahrscheinlich die, Wenn die Welt einfach so weiter funktioniert, wie wir denken, wird es nicht genug Mehrheiten dafür geben und keine mutige Regierung, die irgendwie einen ganz anderen Kurs wählen wird. Und deswegen hast du recht. Ich finde es trotzdem wichtig, darauf zu beharren, sozusagen. Beim einen könnten wir es einfach anders machen, wenn wir es wollten. Wir wollen es wahrscheinlich nicht also wir jetzt im Sinne von Gesellschaft, Deutschland inklusive des Machtapparats und so weiter das andere ist, selbst wenn wir wollten könnten wir das Klima nicht einfach umdrehen, und genau, wahrscheinlich im Endeffekt ist es dasselbe ich finde es deswegen weil es gerade so aussieht als ob ganz viel ganz kacke wird wichtig zu schauen, wie kultivieren, wie drehen wir eben nicht durch. Weil das sind Sachen, die Leute hören sich das an und finden es ganz, ganz unangenehm. Und dann entweder lassen sie sich drauf ein und sinken irgendwie ganz tief ab. Oder sie sagen einfach, nee, da habe ich keine Lust drauf und gehen in eine andere Richtung. Und ich glaube, wir brauchen Wege miteinander in diese Dunkelheit reinzuschauen, und es auszuhalten, und irgendwas Produktives daraus zu machen. Und tatsächlich finde ich, meine Kraftquelle ist irgendwie halt dann doch die Bibel. Also finde ich in diesem Apokalyptischen das spannend. Und ich finde, das andere ist die ganze Exilstheologie. Wenn halt Jeremia an diese Verbanden schreibt, es gibt Leute, die sagen, ihr geht übermorgen nach Hause. Das sind keine echten Propheten. ihr bleibt hier, ihr müsst jetzt hier in Babylon bleiben ganz schön lange, also 70 Jahre Klima wird uns noch ein bisschen länger als 70 Jahre beschäftigen, und wahrscheinlich die anderen Sachen auch. Und dann richtet euch es jetzt hier dort ein. Also, sucht den Frieden der Stadt, wo ihr seid, in diesem bösen System, was euch verschleppt hat, weil ihr damit unwiderruflich zusammenhängt. In ihrem Frieden ist euer Friede. Und dann ist ja ganz konkret so, pflanzt Gärten, kriegt Kinder, müssen nicht alle Kinder kriegen, aber irgendwie, wie sorgen wir dafür, dass das Leben weitergeht und eine bestimmte Qualität von Leben und ich glaube. Wir können schon einiges tun, auch im Sinne von Klimaadaption, das ist was, wo ich gerade sehr viel dran hänge, so, wie schaffen wir es, dass unser Gemeindehaus weiterhin ein lebenswerter Ort ist, wo Leute gerne hingehen, nicht nur Sonntagmorgens, aber auch Sonntagmorgens und es irgendwie aushaltbar da ist. Vielleicht sogar, also ich hätte gerne, dass Leute auch in ihren Dachwohnungen gut überleben können sozusagen, aber vielleicht ist es auch ein guter Ort, wo man hingehen kann, wenn die Dachgeschosswohnung gerade unerträglich ist. Also dieses, also was sind unsere Gärten, die wir irgendwie kreieren und wo man dann auch hingehen kann. Und, wir das miteinander bewegen. Und ich finde, das ist so eine große Herausforderung, um das weiterhin physisch auszuhalten, aber auch irgendwie psychisch auszuhalten und halt nicht in diese, in so eine harte Härte zu kommen, die man eigentlich braucht. Also Härte ist ja auch eine Überlebensstrategie. Und ich glaube, wir brauchen aber halt eigentlich so eine Zärtlichkeit und Solidarität. Und die muss man aber auch die braucht irgendwie eine Grundlage, wo man erlebt, ich kann es mir leisten also ich kann es wagen. Zärtlich mit anderen Menschen zu sein weil ich nicht dauernd verprügelt werde dafür oder ein Messer in den Bauch kriege und das braucht Gemeinschaften dicke Haut und weiches Herz, Ja, ich glaube jetzt mal aus Gen-Z-Perspektive, weil du vorhin sagtest, weiterhin Kinder kriegen. Ich bin irgendwie weit weg von Gedanken, Kinder kriegen auch angesichts verschiedener Krisen und so und Unsicherheiten. Da weiß ich auch, spreche ich nicht für wenige. Aber trotzdem würde ich sagen, und ich hoffe, das ist nicht nur ein Bild meiner direkten Bubble, in der ich mich jetzt an Leuten dunstkreismäßig befinde. Wir sind weit weg von Hoffnungslosigkeit und von Aufgeben und sowas. Also ich glaube, es ist so eine Mischung aus Dinge hinnehmen und sich ein bisschen seine Utopie basteln. Ich finde das ganze subkulturelle Thema irgendwie auf allen möglichen Bereichen der Welt spannend zu beobachten. Die Black Community oder so, die bei Ausgrenzung sich ihr eigenes Stil, ihre eigene Kunstrichtung, ihre eigene Musik und alles geprägt von Liebe. Also Liebe und Hoffnung sind am Ende so, da kommen wir wieder zu diesen christlichen Sachen, die Basis, was stärker als jeder Hass und sowas, wenn man es so. Auf dieses gut-böse Narrativ irgendwie der Welt anwenden will. Nicht jetzt, um das schwarz-weiß zu sehen, aber am Ende, um diese Hoffnungsperspektive hochzuhalten und klar gibt es Sachen, die sind irreversibel und da ist glaube ich dann so Liarität der, das Stichwort, wie kann man gucken auch Benni, wie du sagst, Kirchen aufmachen für kühle Orte und sowas umdenken, wie können wir mit der Situation copen, wie sie gerade ist und da kann auch Humor und, Memes machen, um eben diese Freude zu haben oder die Freude zu behalten Stichwort wieder, sich seine kleine Utopie zu basteln um auszuhalten, kann ein Ding sein aber Aber, ja, wie gesagt, also sich gegenseitig dran zu halten und hochzuhalten und den Kopf hochzuhalten, Kopf klar zu halten, wo verschiebt sich der Boden des Normalen, wo werden wir irgendwie da selber mitgeprägt und, gewissermaßen auch gegenzuhalten, weil ich schon sagen würde... Dass es Punkte gibt und dass ich trotzdem noch von einer Welt träume, die besser wird. Und ich glaube, das ist am Ende für mich ein bisschen auch diese christliche Perspektive von Hoffnung. Nicht zu sagen, hier alles schön zu reden und zu sagen, alles gut, wir sind doch eh nicht für die Welt gemacht. Das hat mir manchmal in den konservativen Kreisen ein bisschen gefehlt, dass. Der Modus, damit umzugehen, war, na ja, ist doch eh egal. Wir kommen doch eh in den Himmel. Das war mir irgendwie erst recht aus Nächstenliebe Perspektive zu kurz gedacht. Ähm, und, äh, ja, also ich glaube irgendwie da, ich bin sehr angetrieben von der Hoffnung. Für mich ist ein Motivator und ein Krafttanken-Ding, alle möglichen Stellen, seien sie noch so klein, wo man eben merkt oder sieht, Leute bauen sich diese Utopien, ähm, oder trotzen diesen ganzen Umständen. Jedes kleine bisschen. Keine Ahnung, wo man in den Gerichtsprozessen kleiner gewonnen wird oder wo, eine Person einen kleinen Sieg feiern kann oder wo man, keine Ahnung, in einem Dami in New York gewählt wird und man sehen kann, da passiert was. Und es gibt irgendwie dort Hoffnung. Und da gibt es realistische und reale Angriffspunkte, wo was passiert. Und das bringt mich auch immer mehr in so ein Ding hin von Verzweiflung, Überforderung hin zu sagen, doch, guck mal, es klappt ja. Und das passiert eben, wenn man auch so kleine Ziele teilt und feiert und die Freude nicht auslässt. Ja, ich rede mich um Kopf und Kragen. Was ich sagen wollte, ist, dass es, glaube ich, gerade aus christlicher Perspektive wichtig ist. Diese Perspektive hochzuhalten, also diese Hoffnung, die spürbar zu machen, aber auch für sich selber irgendwie, ja, und Resilienz nicht bedeutet, ich akzeptiere jetzt alles, sondern, wie du schon sagtest, diese harte Haut zu haben, damit man seinen weichen Kern behalten kann und das transformieren kann in, Safe Spaces und Leute mit reinnehmen kann, zu sagen, guck mal, das ist diese Vision für diese schöne Welt, die wir uns alle teilen wollen, packt doch mit an ja mir hat gefallen wie Sarah das am Freakstock in den Mainstage, in den, wie heißen die, diese Predigt da, in den Hauptverhandlungen, Hauptseminar so hieß es früher zumindest ich glaube es ist halt immer noch so sie hat ja im Grunde von sich selbst erzählt und haben das eben deutlich gemacht, im methodistischen Sinne ist Heiligung eben nicht, die Dinge sind erst in Ordnung oder müssen erst in Ordnung gebracht werden, bevor das Heilige im Leben stattfinden kann, entstehen kann und das Heilige ist für mich eben, Ich weiß nicht, ob die Methodisten das auch so sehen würden, aber für mich ist das Heilige eben das, was das Leben bunt macht, das, wo besondere Momente sind, das, wo Schönheit da ist. Das würde ich da alles mit reinhacken. Wo man Ungerechtigkeit trotzt. Absolut, absolut. Ich habe auch noch mal gedacht, ich gucke sehr viel als Geschichtslehrer auf solche Sachen. Ich habe noch mal gedacht, einen meiner großen Themen, mit denen ich mich sehr viel befasst habe, war Widerstand im Nationalsozialismus. Und häufig wird da ja mit der Frage drauf geguckt, war denn der Widerstand damals erfolgreich oder erfolglos, im Sinne von konnte er das große Ganze umwälzen? Konnte dieses totalitäre System gestürzt werden? Und dann sagt man immer, ja, der Widerstand war dazu nicht in der Lage. Man kann aber auch vielleicht anders drauf gucken also zum Beispiel gab es die Swing-Jugend oder auch in Köln jetzt zum Beispiel die Edelweiß-Piraten, und das waren einfach angepasste Leute, die eben nicht in die Hitler-Jugend gegangen sind, sondern die eine gute Zeit auf der Straße hatten oder die mit einer Gitarre in den Wald gegangen sind und eine alternative Utopie gelebt haben aber das ja, Das finde ich, ist eine gute Sache, da auch drüber nachzudenken. Also kann das nicht auch ein Weg sein, um nicht durchzudrehen? Eben wirklich solche Orte zu haben, solche Communities zu haben. Für mich ist dieser Podcast tatsächlich auch ein bisschen was, weil ich da mit vielen Freunden unterwegs bin. Und zumindest ist das ein Ort, wo man reden kann. Das ist, glaube ich, etwas, was viele ja zum Beispiel nicht haben. Wir haben hier eine Plattform, wir können nur reden, worüber wir wollen. Also wenn wir morgen Bock haben über das, dann machen wir das. Und das finde ich was. Ich glaube, es gibt auch noch mal eine andere Dimension. Da haben wir auch drüber gesprochen, Gegenmacht und so. Dass Zivilgesellschaft auch noch mal was dem Platz rückgegen überstellen kann. Aber ich glaube, das ist total wichtig. Das erinnert mich auch, was du jetzt gesagt hast mit dem Widerständigen. Also sein Leben zu leben und auch was Schönes zu finden. Das heißt ja schöner glauben hier. Also noch zwei Sachen, die ich so daneben legen will oder drei. Also ich habe meinen Freiwilligendienst in Palästina gemacht und da war immer die Formulierung, existence is resistance. Also wenn die nicht wollen, dass wir hier sind, dann ist allein hier zu leben und auch unser Leben selbstbestimmt zu leben, ist schon eine Art von Widerstand. Und dann können wir noch drüber nachdenken, ob wir irgendwie noch was Strategisches machen oder irgendwie unsere Handlungsspielräume erweitern können oder sowas. Und ich glaube, ja, also ich denke, dass da ist was vieles dran. Also wie können wir es schaffen, weiterhin unangepasst zu leben oder auch überhaupt zu lernen, unangepasst zu leben? Ich glaube, ich zumindest lebe eigentlich an vielen Stellen relativ angepasst. Ähm... Und das zu machen und feiern. Also ich glaube, feiern ist super wichtig. Das ist auch was, was ich von. Verschiedenen Leuten, die wesentlich älter sind als ich und die schon sehr lange, in verschiedenen Bewegungen aktiv sind, ist, dass sie oft sagen, ihr feiert einfach nicht mehr. Also ich habe das mal gehört von einem schwulen Mann, der halt gemeint hat, so hey, in der Aids-Krise, da haben wir drei Sachen gemacht. Wir haben Leute, also unsere Freunde begleitet im Sterben und begraben, also wir haben um die getrauert. Wir haben Demos organisiert, um was zu ändern, also dass halt Aids-Medikamente erforscht werden und so weiter. Und wir haben Partys gefeiert und alle drei waren irgendwie wichtig. Und manchmal wirkt es jetzt so, als ob man nur noch irgendwie das Schlimme sehen, darf und darüber reden und irgendwie Demos organisieren, aber dieses Feiern braucht es halt auch. Ich muss definitiv sagen, es gibt, deutlich mehr als fünf Videos, die mir jetzt schon im Kopf sind, wo ich sage, lasse, alter Falter, du hast es echt krachen lassen. Auf dem Freakstock. Haken hinter, Freakstock. Es lief. Und deswegen braucht es nächstes Jahr wieder Freakstock. Kommt zur Sterni-Wahl. Ich wollte auch gerade sagen, tatsächlich, gut, dass du es sagst, ich wollte auch nochmal einen Bogen zum Freakstock spannen, weil für mich das genau so eine Utopie ist, wo ich mit meiner ganzen Krise Glauben, die ich jetzt ich persönlich, aber die ich ja vielleicht auch mit einer kleineren Zahl, aber so trotzdem auch mit Leuten teile. Wo das für mich ein komplettes Positivbeispiel ist, wo es ultra wichtig ist, dass solche Orte bestehen bleiben, weil es genau mit solchen Sachen losgeht und das ist egal, ob das jetzt ein 1000-Leute-Festival ist, ist auch egal, dass es mal 8000 waren, weil es ist noch da und es sind 1000 Leute, die dort kommen und es sind 1000 Leute, die dort übelst zur Hoffnung schöpfen, und es sind sogar Einzelne, die ein ganzes Jahr drauf warten, dass es diesen Ort gibt und, jetzt können wir sagen, Juhi, Juhi, und ist uns alles egal, oder wir sagen, Alter, lass das doch transformieren. Wir reden in Leipzig jetzt darüber, ob wir hier einen Ort aufmachen, damit Leute aus Leipzig nicht ein Jahr lang warten müssen. Ja. Es kann sein, dass du das für dich ganz persönlich mitnimmst. Ich habe für mich selber gemerkt, dass dieser Safe-Base super nice ist, wo man sich nicht immer erklären muss, dass man irgendwie Christ ist und trotzdem, XY-Tendenz, Left-Leaning-Positionen vertritt. Für mich war das so ein Ort Utopie, den ich einfach komplett genossen habe und ich liebe das, sich daran zu orientieren weil da merkt man einfach am Ende dass man eben auch zum Feiern nicht viel braucht außer eine Gemeinschaft und sich miteinander, das kommt aus ohne große geldgebende Sachen und genau so ist es ja mit Utopien, die so immer in so Randgruppierungen passieren, das was bleibt ist Liebe und das Miteinander und das Füreinander Sorgen und, die Option das zu öffnen und daraus irgendwie was wachsen zu lassen Und das ist irgendwie, finde ich, immer ein ganz schöner Punkt. Wo man jetzt irgendwie auch mal den Rückbezug zum Freakstock hat, der mich komplett antreibt. Also wo kann man solche Sachen suchen, supporten oder selbst gründen? Und das kann... Deswegen, so ein Podcast, das erreicht in Deutschland viele Leute. Das war für mich der erste Safe Space und der erste Punkt, wo ich Community, auch wenn online so gefunden habe, jetzt mit dem Team nochmal ein Stück closer und übelgeil damit zu unterstützen. Aber es kann, das muss nicht mal christlich gelabelt sein, das muss nicht irgendwie mit Glauben gelabelt sein, das kann ein Sommerfest im Hinterhof sein. Jeder kleine Punkt, wo man mit Leuten zusammenkommt und eine gute Zeit hat, ist ein Gewinn. Also ein Gewinn für uns alle, weil es uns zusammenführt und Gespräche ermöglicht, Aushalten ermöglicht und Positionen austauschen ermöglicht. Und am Ende zeigt, wir sind alle zusammen auf dieser Welt und zusammen auch in Krise XY. Gefällt mir. Ja, und also nur um nochmal zurückzukommen zu, also Babylon gibt es nicht mehr. Also bei Jeremia. Es gibt immer noch ein Judentum, es gibt immer noch ein Christentum, was da rausgekommen ist. Also ich glaube, im Sinne von, wie überleben wir irgendwie Krisen, ist glaube ich, dieses gute Orte miteinander schaffen, feste feiern, Wege finden, sich zu erinnern, dass man verbunden ist mit der Welt. Also mit allem um einen rum, auch wenn man es sich nicht ausgesucht hat, also im größeren Frieden liegt unser Friede und trotzdem auch anders sein kann. Also ich glaube, das ist das sind so, Elemente von einer zukunftsfähigen Gemeinschaft, die sich durch viele Geschichten irgendwie erwiesen haben. Also man muss feiern können, auch angesichts von ganz viel Zerstörung und hinschauen weiterhin und Wege finden, dem irgendwie was entgegenzusetzen. Also das finde ich ganz zentral. Und ich glaube, mit der Perspektive entdeckt man das dann auch in ganz vielen, also ob biblische Texte oder Geschichte von Widerstandsbewegungen und ich glaube, da tut sich die Frage von Gewinnen oder Verlieren auch nochmal anders stellen. Also mit diesem, wenn wir einen 100-Jahre-Blick oder einen 500-Jahre-Blick haben, dann werden irgendwie. Stellen sich die Fragen irgendwie anders als, wie geht jetzt die nächste Wahl aus oder sowas. Also ohne das runterspielen zu wollen. Eine Literaturempfehlung sehr sehr guter Roman ein bisschen krass an manchen Stellen Ministerium für die Zukunft finde ich für diese Frage von wie könnte die Welt nochmal anders werden super guter Roman der auch sehr viel so Klimakrisen, aufzeigt ich stimme nicht mit allem überein was in dem Roman gemacht wird sollte man sagen, aber es ist ein sehr guter Roman cool machen wir einen Komma Folge 3 oder was? Wird irgendwo anders fortgesetzt. In den Kommentarschalte. Schreibt eure Feierpunkte und sowas. Zum Ideen austauschen, was man alles machen kann. Dann. Mach mal. Und kommt in unsere Schönerglauben-App, wenn ihr die sinnvollen Gespräche haben wollt. Sehr gut, ja. Und wenn ihr Bock habt, euch zu vernetzen auch, mit Leuten online oder in eurer Gegend und kleine Banden zu bilden. Resiliente Banden. So nämlich. Leute, es war mein Fest. Und ich sag mal, bis demnächst. Bis zum nächsten Mal.