Moin und herzlich willkommen bei Schöner Glauben. Schön, dass du wieder eingeschaltet hast hier im WWJD-Format. Schöner Glauben, wir versuchen in Podcasts und darüber hinaus in Kontakt zu kommen mit progressiven Stimmen. Die wollen wir vereinigen, Solidarität einüben und einander empowern. So sind wir an den Start gegangen. Jason, ist das auch aktuell noch unser Programm oder was ist Stand der Dinge heute? Auf jeden Fall. Wo wir gerade den Jingle hatten. Ich weiß gar nicht, ob wir mal drüber gesprochen haben, was die inhaltliche, Feelgood, was die Vorlage war. Hast du eine Ahnung? Es gab eine Vorlage. Es gab eine Vorlage, ja. Also ich hatte ja im Gespräch mit Charlotte und Sonja mal die Assoziation drei Fragezeichen. Aber ich weiß nicht, ob wir da nah dran waren. Nee, das ist recht weit weg tatsächlich. Aber ich bin wieder so schlecht mit Namen. Boah, wie heißt sie denn nochmal? Das ist nicht Billie Eilish, sondern diese andere, die jetzt Nina Chuba. Billie Eilish, Nina Chuba. Das kann man schon mal in einen Topf werfen. Auf jeden Fall. Auf jeden Fall. Es ist natürlich nicht so nah dran, dass man da irgendwie Copyright-Probleme kriegt, sondern es ist nur so ein bisschen die Vibes. Aber ich bin damals dann zum... Ach, sag schon. Manuel Steinhoff zum Manu bin ich gegangen, hab gesagt pass auf, hör dir das Lied an die Vibes mag ich, Und es ist tatsächlich eins von Nina Chuba gewesen. Das wusste ich nicht, aber okay, sind wir dabei, Nina Chuba. So, die Leute, die jetzt, ihr könnt ja mal gerne in die Kommentare oder in der App oder so, könnt ihr mal schreiben, könnt ihr mal fragen, nach welchem, Song könnte dann Manuel angefangen haben, sich an den Dünger zu setzen? Könnt ihr mal rausfinden? Könnt ihr rausfinden oder ihr lasst sein, das ist euch ganz offen. Wir sind in der WWJD-Reihe, weil wir da über Jesus reden wollen oder weil wir uns das für heute vorgenommen haben, aber ich hätte ein bisschen längeren Anfahrtsweg. Und zwar, Jason, was hast du diesen Sommer getan? Was war dein Highlight? Freakstock, absolut. Okay, ich war auch noch an der Nordsee, das war auch richtig gut, aber im Grunde Freakstock hat's getoppt, ganz ehrlich, das war crazy as fuck. Kannst kurz sagen, was war so besonders, was war so cool, oder dass du jetzt auch noch zwei Monate später fast das so im Herzen hast? Naja, du musst halt gucken, wir haben da ja gezeltet, auf der einen Seite Sandra Bills, dann schreckt gegenüber Sarah im Wohnwagen dahinter waren die ganzen Leute aus der Subzone und dann Lena war noch da und es war einfach, das war ein Traum. Und es ist ja immer so, dass dann irgendwie witzige Leute noch so vorbeikommen, aber also mal so vier Tage am Stück mit Sarah abhängen das ist legendär, kann ich nicht anders sagen. Richtig, richtig gut. Ja, ich war leider nicht beim Freakstock. Ich war nämlich parallel auf einer anderen Veranstaltung, habe aber auch gezeltet, in einem Zelt geschlafen. Das erste Mal seit Jahren mit meiner Schwester zusammen. Das war auch mal wieder cool. Und zwar war ich beim Mega-Camp. Das ist ein Mega-Zeltlager. Mir ist jetzt erst im Erzählen aufgefallen, dass es für manche vielleicht gar nicht so selbstverständlich ist, wie cool das ist und dieser Name ein bisschen irritiert. Ich war da das erste Mal dabei, als ich zehn Jahre alt war und bin da mitgewachsen, hatte schon alle möglichen Positionen und dieses Jahr war das größte Megacamp aller Zeiten. Zeltlager mit 580 Personen. Und wir waren da auf der Schwäbischen Alb auf so einem Zeltplatz in den Fadis. Und es ist eine methodistische Freizeit, so ganz grundsätzlich. Und da sind dann verschiedene Veranstaltungen, die so die Größe irgendwie abbilden, also wo man so aufgeht in so einer großen Masse und sich als Teil des großen Ganzen fühlen kann. Und dann gleichzeitig versuchen wir natürlich immer wieder auch so individuelle oder intime Momente in kleineren Gruppen zu schaffen und so irgendwie die Balance zu halten. Und das ist so eine Woche, jetzt war es richtig heiß, 35 Grad. Man ist eigentlich die ganze Zeit nur am Suchen nach Überlebensstrategien. Und das aber so in Gemeinschaft zu machen, war schon richtig, richtig gut. Und ist niemand umgekippt? Es war umgekippt. Es gab schon ein, zwei Leute, aber jetzt nichts Ernstes, würde ich sagen. Also ein bisschen Sonnenstich. Okay, ich muss direkt noch eine Frage beantworten. Keep your thoughts. Die Frage ist ja, du hast jetzt gesagt, dass du mitgewachsen bist. Ich habe ja bei meinen Zelt-Erfahrungen so gemerkt, dass da auch ein Stück weit die Ansprüche mit wachsen. Also mein erstes Mal Zelten auf dem Festival war im Grunde so quasi fast komplett ohne Ausstattung. Mittlerweile muss das halt so mit Pavillon, mit so einem Sofa sein, etwas dickere Matratze und so. Und das muss schon wirklich Glamping sein. Also wir haben auch immer so Kühlvorrichtungen, die fast vier Tage halten. Das ist alles so ein bisschen so high-end. Wie ist es bei dir? Also meistens ist es so, wenn du mich drei Tage vor dem Camp fragst, Mo, wie sieht's aus? Hast du ein Zelt? Dann sage ich, ah, scheiße, das muss ich auch noch organisieren. Und dann frage ich in meinem Umfeld, ob jemand ein Zelt übrig hat. Und je nachdem, was es ist, das ist es dann. Also vor zwei Jahren war ich, oder nee, letztes Jahr war das, war ich in so einem Ein-Mann-Mini-Wurfzelt, wo man wirklich wie so ein Hund irgendwie rein und raus geht. Also es war ein bisschen würdelos. Aber ich bin da nur ein paar Stunden. Also ich gehe meistens nachts irgendwann ins Bett und morgens raus und sonst bin ich nie im Zelt. Mein Megakämpfer als Programm natürlich so gut ist. Und jetzt dieses Mal hatten wir richtig Glück. Da haben wir ein großes Wurfzelt bekommen, was innen so schwarz war. Das heißt, es ist morgens auch nicht hell geworden. Und ich hatte noch nie so ein gutes Zelt. Also hier, danke Timo an der Stelle. Wir haben tatsächlich für zwei Mann so ein Sechserzelt. Ja, es sind Unterschiede. Ich bin halt noch auf dem Boden geblieben, Jason. Aber ja, ich merke schon, also der Rücken ist jetzt nach drei Tagen Camp dann auch irgendwann so, dass ich denke, früher war ein bisschen einfacher. Aber gut, die Idee dann bei diesem Mega-Camp, damit eben nicht die Teilnehmenden, die zwischen 0 und 17 Jahre alt sind, dass die nicht verloren gehen, ist, dass man diese ganze große Gruppe in so einzelne Lager aufteilt. Die sind dann so alters- oder ortsspezifisch getrennt. Und dann gab es jetzt in diesem Jahr ein Überthema, das hieß, und was kommt morgen? Also so ein bisschen die Zukunftsfrage, die wir aufgeworfen haben. Und dann gab es eben thematisch so einzelne Unterlager. Und ich war im Institut für Zukunftsforschung, das war unser Motto, und hatte da Teenies zwischen so 12 und 14 Jahren. Da waren so, ich glaube, 45 Teens und wir waren ein Team von 12 bis 15 Leuten, je nachdem, ob gerade einer mit Sonnenstich umgekippt war oder nicht. Und haben dann da die Woche verbracht und ich habe mich das erste Mal in meinem Leben mit Zukunftsforschung beschäftigt. Hast du da irgendwelche Kenntnisse oder Einblicke? Immer mal wieder ein bisschen. Also klar, was das Klimathema angeht, beschäftige ich mich damit. Ich habe auch mal ein bisschen, also die hier beim RevLab, die haben ja eine Zeit lang immer mal wieder so dieses Zeitgeist-Thema gehabt. Da geht es auch so ein bisschen um Zukunftsforschung. Das sind so ein paar Berührungspunkte. Und jetzt so im Beruflichen, klar, da gibt es dann immer auch so Modell, Schulen oder Konzepte, Zukunft der Schule oder Zukunft der Schule, sowas. Kirche auch tatsächlich ein bisschen so die Frage nach Zukunft der Kirche. Das ist tatsächlich auch immer so ein Thema gewesen. Also so ein paar Berührungspunkte gibt es, aber, Darüber hinaus ist es nicht so. Ja, ging mir eigentlich auch so. Also natürlich, die Zukunftsfragen klopfen an und wir sind ja in so einer Krisenmodusgesellschaft irgendwo und da ist die ganze Zeit irgendwelche Schreckensszenarien, die kommuniziert werden. Ich habe mich dann mit ein paar Instituten beschäftigt und habe auch Kontakt gehabt mit einigen ZukunftsforscherInnen und die haben mir dann so ein bisschen, was mitgegeben, so Materialien oder Ideen. Und das Größte, was mir so mitgegeben wurde oder wo ich so den Eindruck hatte, das wäre cool, das den Kindern oder Jugendlichen mitzugeben, war so diese Feststellung, dass es, nicht die eine Zukunft gibt oder dass wir nicht auf so einem. Linearen Zeitstrahl irgendwie unterwegs sind. Und der ist schon festgegeben und man kann dann irgendwie Zukunftsforschung betreiben und weiß dann, wie die Welt aussieht in 5 und 10 oder in 40 Jahren, sondern dass die Zukunftsforschung eigentlich davon ausgeht, die Gegenwart möglichst genau zu beschreiben und dann natürlich Szenarien zu entwickeln, aber dann vor allem verschiedene Zukunfte zu modellieren, um dann jeweils die eigene Gestaltungsmöglichkeit mit einzubeziehen. Also es geht dann darum, ein Spektrum aufzumachen und je nachdem, wie ich, wie wir, je nachdem, wie groß die Gruppe fast agiert, kann das auch sozusagen ein Faktor sein in diesem Zukunftsmodell. Und das fand ich deshalb so spannend, weil natürlich die großen Zukunftswagen schnell in die Ohnmacht führen. Also ich glaube, wer sich länger mal mit Klimakatastrophe oder jetzt Faschisierung oder mit Krieg und Frieden auseinandergesetzt hat, kommt zu dem Punkt, dass man denkt, ja scheiße, ich kann ja eh nichts machen als einzelne Person. Und dann muss man erstmal einen Angle sozusagen kriegen, der einen wieder handlungsmächtig macht. Und da fand ich das so als Grunddenkmodell relativ gut. Und das muss ich jetzt wahrscheinlich einem Prozesstheologen nicht erklären, warum die offene Zukunft wichtig ist. Hast du da Gedanken? Boah, ja, Ohnmacht. Ich musste tatsächlich direkt an Schule denken. Also vielleicht kommst du da gleich auch nochmal drauf, aber was ganz Konkretes, mein Eindruck ist ja, dass, eine der besten Sachen, die mit Schule zu tun haben, sind, dass du Menschen beim Erwachsenwerden begleiten kannst, und irgendwann kommt dann der Zeitpunkt, wo du die dann auch von der Schule rauskickst und dann sagst, jetzt geht ins Leben und dann macht was draus. Und da erlebe ich, dass das sehr konkret ist. Also gar nicht so sehr, dass die Leute, die ich da jetzt so vor Augen habe, so viel über Klima oder was weiß ich nachdenken. Das mag auch alles mitschwimmen, aber da geht es dann um ganz Konkretes. An welche Schule gehe ich jetzt, welchen Ausbildungsberuf, wo geht es weiter, was werde ich jetzt für einen Beruf ergreifen und so. Also das ist alles sehr, sehr konkret und dann bist du ja auch schnell im Handeln. Das ist ganz witzig, ich habe heute in der Mittagspause, manchmal ist da so ein Thailänder, wo ich da hingehe, bei uns in der Nähe, und hat sich jetzt rausgestellt, dass da eine ganze Reihe von ehemaligen Schülern aus einer Klasse von mir jetzt gerade jobben. Und die habe ich dann heute eine dann da gesprochen, die jetzt gerade studiert. Wo ich denke, großartig, dann hast du da also auch nochmal so ein Aus der Zukunft sozusagen kommt was zurück, wenn du so willst. Ja, also ich erlebe das ja immer nur bis Klasse 10 oder manchmal auch bis Klasse 13 oder so. Und dann hat man ja eigentlich gar keinen Eindruck, was wird daraus. Und über die Jahre ist das dann immer mal so gekommen, dass ich dann ehemalige Schüler getroffen habe. Leute, die, ich habe mal einen gehabt, der ist dann in Rumänien studieren gewesen, ist Arzt geworden. Und ein anderer, der eine Firma aufgebaut hat. So ganz verschiedene, richtig coole Storys. Ich glaube, einer ist sogar am Ende bei der Bild-Zeitung gelanget. Da habe ich auch gedacht, verdammt. Ansonsten, wo ich denke, ja, das ist großartig, aber das ist einfach total konkret. So, das war ein Gedanke, der mir gekommen ist. Ja, aber ist voll gut. Also ich finde, bei dem liegt es so ein bisschen nahe, dass das Leben so funktioniert, du kommst zu einer bestimmten Abzweigung und dann entscheidest du dich zwischen zwei Optionen und die eine ist dann für immer, hinter dir und die andere hast du dann genommen. Und das, finde ich, kann man auch ein bisschen aufweichen, wenn man die Zukunft so offen denkt, weil dann auch, die Alternativen nicht wirklich für immer irgendwie hinter einem sind. Also du kannst dich natürlich für einen Beruf entscheiden oder für eine Ausbildung, aber das heißt nicht, dass du in 30 Jahren in diesem Beruf arbeiten wirst, sondern das Leben kann an ganz vielen Stellen noch dazwischen kommen. Du kannst dich umentscheiden, du kannst Dinge abbrechen, sein lassen, dich umorientieren. Es können Krisen kommen, es können aber auch Entwicklungen kommen. Also das ist irgendwie viel möglich. Und es ist super wichtig, sich da selbst irgendwie als aktiv wahrzunehmen. Also nicht so geworfen sein und so denken, naja, jetzt höre ich mal zu, was mir mein Geschichtslehrer hier sagt, was ich mal machen soll und dann mache ich das. Sondern nee, ich kann selber irgendwie die Dinge in die Hand nehmen. Und das ist so ein bisschen die Idee, die wir da hatten. Und das lässt sich beim Mega-Camp ganz gut einüben, weil du eine Woche Zeit hast mit so einer Gruppe. Also eine Woche wirklich jeden Tag von morgens bis abends und das ist super intensiv und du merkst auch, die Kids und die Betreuenden sind natürlich das nicht gewohnt, irgendwie zu zelten und den ganzen Tag draußen zu sein und so viel Menschen und Musik und Laut und Sport und, gemeinsam auf dem Boden sitzen und essen oder eine Woche lang nur auf Bierbänken sitzen und nichts zum Anlehen haben, also irgendwie eine Extremerfahrung auch. Und gleichzeitig wird in dieser Woche was aufgebaut. Wir treffen uns da in diesen Lagergruppen und überlegen dann, wie wollen wir die Stadt, die da gebaut werden soll, gestalten. Da ist dann so ein Riesenhaufen von Sägeabfall, also so große Schwartenbretter. Und aus denen zimmert man dann irgendwelche Buden und Stände. Und wir als Zukunftsinstitut haben natürlich einen großen Erlenmeierkolben gebaut. Der wirklich, ich glaube, über fünf Meter hoch war. Also richtig groß, haben den Pink angemalt. Zukunft Pink war so unser Motto-Lied. Und dann sind wir da so rein und da können natürlich die Teilnehmenden auch mit anpacken und die, die lieber ein bisschen kräftiger hinlangen, die sind dann beim Sägen und Hammern und so dabei und andere, die eher kreativ sind, malen das dann eher an oder überlegen sich, wie wir dann, die Sandwiches belegen, die wir da dann für fiktives Geld irgendwie verkaufen. Und so ist irgendwie eine Woche, da passiert viel. Und man kann am Anfang dann auch sagen, ey, probiert mal heute irgendwie die Leute auf dem Zeltplatz übermäßig freundlich zu begrüßen. Und dann primest du so eine Gruppe und die gehen dann so auf den Zeltplatz, ohne dass die anderen Lager das wissen. Und dann passiert was. Weil wenn du super freundlich über so einen Zeltplatz läufst und allen wirklich überschwänglich guten Morgen und den schönsten Tag ihres Lebens wünschst, dann verändert sich die Interaktion. und die ist anders, als wenn du das schlecht gelaunt tust. Und so mit diesen kleinen Übungen haben wir versucht, das irgendwie so ein bisschen zu vermitteln. Und ich komme gleich noch aufs Inhaltliche, aber wollte jetzt von dir wissen, ob ihr das in der Schule auch macht oder ob da die ganze Zeit nur Stress, Lehrplan, Prüfungen, irgendwie Alltag und natürlich noch das ganze andere Leben in die Quere kommt. Weil ich habe natürlich die Jugendlichen in so einer Sondersituation, Freizeit, ist mir klar, dass das ein anderer Modus ist als zu Hause. Ich glaube, dass das sehr stark zu kurz kommt. Es gibt bestimmte Andockstellen, also du hast natürlich sowas wie Berufsberatung, du hast auch Praktika und du hast Lehrpläne, die da bestimmte Dinge in die Wege leiten. Ich glaube halt, dass das auf einer gewissen Ebene aber. Wie soll ich sagen, Wir leben halt in einer liberalen Gesellschaft und liberal heißt halt, du kannst halt machen, was du willst. Und es gibt keine Wertung in dem Sinn. Also ob du jetzt Schreiner wirst oder ob du jetzt studierst, ob du Krankenschwester wirst, es ist alles das Gleiche. Mein Eindruck ist so ein bisschen, dass da die Idee, mach aus deinem Leben was, was, Wert hat, dass das eigentlich nicht so die Rolle spielt, weil das unter diesem Liberalismus eigentlich verschluckt wird. Ich habe jetzt vor einiger Zeit hier dieses moralische Ambitionen, ich vergesse den, Rutger Beekmann oder so heißt der, Ich und Namen. Katastrophe. Der, finde ich, macht das ja sehr, sehr spannend. Der geht in seine Einleitung, geht ja dahin und sagt, die schlauesten Leute heute, die werden dann sowas wie Steuerberater und gehen dann irgendwie in die Wirtschaft, um dann bestimmten Firmen, die die Welt verbrennen, Firmen, die massiven Schaden in der Welt anrichten, denen wird aber geholfen, dass sie möglichst viel Profit machen. Und das ist eine Sache, die denken wir an der öffentlichen Schule nicht mit. Also da wird nicht gesagt, hier, guck mal, was wären denn moralische Ambitionen, die du mal haben könntest? Wie kannst du aus deinem Leben was machen, was die Welt zu einem besseren Ort macht? Das ist so im Grunde nicht vorgesehen, finde ich. Also da wird halt gesagt, Demokratie ist wichtig und Demokratie, das ist auch etwas, was sie machen muss. Aber viel weiter geht das aus meiner Sicht jetzt nicht darüber hinaus. Menschenrechte sind wichtig und so und Grundgesetz und darüber hinaus erwähnt. Das finde ich eigentlich schwierig, wobei ich auf der anderen Seite sagen muss, jetzt in den Elite-Unis in den USA, da musst du halt, wenn du da rein willst, auch solche endorse, nee, wie heißt das, so Empfehlungs- Motivationsschreiben, so. Da musst du dann eben schreiben, wie du die Welt besser machen willst. Und das sind dann die gleichen Leute, die dann später aber bei ähm, was weiß ich, Blackrock und Goldman und Sex und so weiter dann versacken und dann eben diese Dinge machen, wo ich glaube, dass die der Welt jetzt nicht unbedingt gut tun. Ja, schwierig, da müsste man ein eigenes Format machen, so Bildungskritik oder so. Auch die Frage ist, ist Schule nicht einfach eine Institution, die für den Arbeitsmarkt produzieren soll? Ja, voll. Und ein Stück weit ist es das eben. Ja, aber vielleicht ist das was für unser Rot-und-Rosen-Format oder so. Müssen wir mal schauen. Genau, wir kommen auch bald zu Jesus. Ich biege mal so ein bisschen ein. Wir machen noch zwei, drei Stationen, bis wir da hinkommen. Aber die Tage auf dem Megacamp sind voll, sind bunt, sind laut und irgendwann kommen sie an ein Ende. Und in einem optimalen Szenario sitzt man dann am Lagerfeuer mit den Teilnehmenden. Jetzt war dieses Jahr so heiß, dass wir nur an zwei Tagen Feuer machen konnten, weil absolutes Feuerverbot war, bis dann auf die zwei Tage, wo es heftig gewittert hat und man dann an dem einen Abend Feuer machen durfte. Und ich habe mir ein bisschen überlegt, was könnte man den Teilnehmenden da noch so mitgeben, weil das so der eine Ort ist, an dem man auch irgendwie so einen Impuls geben kann, vielleicht biblische Geschichten zu finden. Die ja oft Lagerfeuergeschichten sind, irgendwie erzählen kann. Und wie passt es dann zum Thema Zukunft? Und ich habe ein bisschen überlegt und bin dann darauf gekommen, dass eigentlich die Prophetie relativ viel zu tun hat mit dem, was so ein Institut für Zukunftsforschung macht. Also so Prophetie im alten Israel, kann man dann institutionell oder mit den einzelnen Personen sich irgendwie vorstellen. Aber so die Idee, dass eine Gegenwartsdiagnose aufgestellt wird von einem Propheten, also der geht dann meistens irgendwo hin und verkündet was, und allermeistens sind schlechte Nachrichten und wenn man sich das mal auf einer Metaebene anschaut, dann geht es ganz oft darum, dass die Dinge im Argen liegen, also dass irgendwie Ungerechtigkeit herrscht, dass die Verhältnisse so sind, dass einzelne Teile der Gesellschaft unter die Räder kommen, dass die Reichen sich. Irgendwie zurückziehen und die anderen unterjochen oder, oder, oder. Also meistens so irgendwelche sozialen Sachen. Amos wäre so wahrscheinlich der lakativste davon, aber man kann eigentlich alle Propheten durchgehen. Es ist eigentlich immer so, wenn sich nichts verändert, dann kommt es richtig übel. Also das ist so die Diagnose. Und es gibt dann so meistens einen kleinen Funken Hoffnung und der liegt im Prophetischen vielleicht. Weil es ganz oft zeigt, wenn die Dinge sich nicht ändern, dann kommt Gottes Strafe, also es ist meistens mit Gott verknüpft, also Gottes Gericht, Gottes Zorn kommt und trifft uns in Form von allem Möglichen. Es können Hungersnöte sein, es kann Krieg, Vernichtung sein, aber der Zorn Gottes kommt. Aber vielleicht können wir uns ändern. Vielleicht überlegt sich Gott das doch nochmal anders, vielleicht ist da doch noch Hoffnung oder eine Perspektive. Und dieses Prophetische vielleicht, das ist so ein zögerliches, aber es ist eins, was eine Möglichkeit irgendwie aufmacht und was für mich dann super gut zu dem passt, was so die Zukunftsforschung sagt, mit dieser Zukunft, die nicht festgelegt ist. Also auch wenn die Gegenwartsdiagnose super schlimm aussieht, alle Szenarien deuten auf Abgrund, gibt es vielleicht doch noch Sachen, die man irgendwie ändern kann, um das jetzt vielleicht nicht um 180 Grad abzuwenden, aber um so ein bisschen eine andere Richtung einzuschlagen. Und das fand ich super spannend, da Propheten-Geschichten dann anzuschauen oder zu erzählen und fand es dann noch spannender meinen Lieblingspropheten anzugucken, der heißt Jonah. Der soll ja nach Nineveh gehen, also in die assyrische Hauptstadt und soll dem Todfeind Israels den Untergang sagen. Und der Jona sträubt sich zuerst, er will eigentlich da nicht hin. Dann kommt die Episode mit dem Walfisch, also dass er auf ein Schiff geht, in die andere Richtung fährt sozusagen. Dann kommt das Schiff in den Sturm. Die Mannschaft wird irgendwie ein bisschen misstrauisch und wirft es los. Das losfällt auf Jona und Jona sagt, ja stimmt, ich habe es irgendwie angezogen, weil ich habe mich meinem Gott widersetzt. Dann wird er ins Meer geworfen, dann kommt der Fisch, verschluckt ihn, dann gibt es ein Kapitel mit einem Gebet im Bauch des Fisches, dann wird er wieder ausgespuckt. Man kriegt dann nochmal den Auftrag, geh nach Niniveh in diese Stadt und verkünde denen, dass sie untergehen wird. Und dann sagt er, ja gut, mache ich es eben. Und dann sieht man, wie Jonah reingeht nach Nineveh und er geht da mitten in die Stadt und dann sagt er einmal, noch 40 Tage, dann wird Nineveh untergehen. Dann hat er seinen Auftrag erledigt und geht dann zurück oder auf einen Berg, guckt auf die Stadt und wartet und Jonah verkündet kein Vielleicht. Er sagt einfach nur, 40 Tage, dann wird die Stadt untergehen. Da werden keine Optionen aufgemacht, nichts. Also es ist eigentlich ein Urteil. Und man kann natürlich fragen, inwiefern sollten jetzt die Menschen in Nineveh da tangiert sein, wenn da irgendein israelischer Prophet kommt und sagt, dass es untergeht. Aber irgendwie scheinen die die Warnung zu verstehen und machen sowas, was man so eine plakative und absolut ideale Umkehr oder Reue nennen könnte. Und vom König bis zu den untersten Bauern, Bäuerinnen, bis zur Landbevölkerung, sogar bis zu den Tieren, werden alle in Sack und Asche gepackt und gehen fasten, und üben sich in so einer idealen Reue. Und setzen eigentlich drauf, dass da ein Vielleicht ist, wo keins angegründigt wurde. Und dann kennen wir die Geschichte, verschont Gott, Niniveh. Und streitet dann mit Jona. Und Jona sagt dann, ey Gott, genau deshalb wollte ich diesen Auftrag nicht ausführen. Ich wollte eigentlich nicht in die Hauptstadt des Erzfeindes, weil ich doch weiß, dass du ein gütiger, barmherziger Gott bist. Einer, der den das Unrecht bereut oder der die Strafe sogar abwenden will, auch wenn er sie verkündet. Und dann kommt nochmal eine richtig lustige Episode, wo Gott so einen Rizinusstrauch wachsen lässt. Und Jona freut sich, dass er Schatten hat und dann lässt Gott den Rizinusstrauch wieder sterben und Jona beschwert sich, warum nimmst du mir meinen Rizinusbusch? Und dann sagt Gott, naja, wie viel mehr sollte mich denn reuen, dass ich hier 10.000 Leute in Nineveh vernichte und du beschwerst dich über deinen Busch? Wer bist du denn und was glaubst du, wer ich bin? Und dann endet es mit so einer Frage. Und da steckt für mich super viel drin in dieser Geschichte. Ich habe es jetzt paraphrasiert. Wahrscheinlich hast du noch ein bisschen andere Assoziationen damit. Das ist ja so eine der bekanntesten Geschichten. Aber für mich so zwei zentrale Sachen, bevor wir zu Jesus kommen. Das eine ist, da erkennen Menschen ein Vielleicht, wo eigentlich gar keins verkündet ist. Also nach menschlichen Maßstäben gibt es es nicht. Und Jona, der mit seinem Gott hadert und den Auftrag ausführt und somit den Erzfeind Israels eigentlich vorm Untergang rettet. Und wenn man sich das auf einer historischen Zeitleiste anguckt, dann kommt es ja auch irgendwann so, dass die Assyrer das Volk Israel platt machen. Also es ist nicht ganz klar, wann ist die Geschichte entstanden und so weiter. Also da gibt es historische Fragen. Aber so von der Erzählfigur haben wir es mit einem Gott zu tun, der auch mit dem Erzfeind gnädig ist und sich davor schützt, vereinnahmt zu werden und allzu sehr Stammesgottheit zu bleiben. Und was sagt das so über die Zukunftsszenarien heute? Ich glaube, das ist ja eine unfassbar witzige Story. Ich weiß gar nicht, ob man das gattungstechnisch in eine Parabel packen würde, aber es ist auf jeden Fall ein Text, der ganz viele absurde Elemente drin hat. Also der Prophet, der drei Tage im Bauch eines Fisches ist. Also dieses Bild an sich ist ja unfassbar absurd. Und dann wird er einfach zu dem Ort seiner Bestimmung gebracht, in dem er von einem Fisch ausgekotzt wird. Also es ist total absurd, es ist grotesk, es ist eine Form von Humor, mit der ich sehr viel anfangen kann. Ja und klar, der Prophet, der keinen Bock hat, dass die Feinde sich verändern, das ist auch, also wie stark um die Ecke gedacht diese Story ist. Ich finde es ja manchmal schwierig, solche Geschichten überhaupt zu würdigen, wenn man die schon so oft gehört hat, aber bei der Geschichte fällt es mir tatsächlich nicht so schwer, weil das ist schon wirklich hohe Kunst, würde ich sagen. Ich selber hätte auch Ich finde es spannend, weil ich als Kind habe ich das anders mitgekriegt, so aus der Kinderbibel. Also da hatte ich überhaupt nicht den Eindruck, dass Jonah nicht nach Ninive gehen will, weil er denkt, dass seine Botschaft ankommt sozusagen, also dass er Erfolg hat mit seinem, oder dass er eben was verändert mit seinem Ausruf sondern ich hatte so immer so das Bild von so einem, ah ja, er will halt nicht und irgendwie hat keine Lust. Ein Fauler. Genau, ist so ein Fauler oder einer, der Gott nicht so gehorsam ist oder so. Also das war so mein Bild. Aber nicht. Dass der eigentlich von dieser riesigen Güte Gottes ausgeht. Das kam bei mir nicht so an. Ja, Gott ist am Ende immer gütiger, als man selber glaubt. Das ist eine Lehre daraus. Ja, finde ich ganz gut. Ich selber mag ja tatsächlich den Propheten Jeremia sehr, Jesaja und Jeremia. Ich glaube, dass die auch sehr stark in der Jesus-Tradition sind. Also Jesus zitiert beide unfassbar oft. Und das große Thema da ist ein bisschen vergleichbar mit Jona. Es geht auch darum, dass ein großer Feind da ist und die Frage ist, wie geht man damit um? Und da geht es sehr stark darum, so dieses politisch würde man sich total gerne mit den Feinden schon mal vorab so an den Tisch setzen und sagen, kommen, beziehungsweise da geht es darum, eine Koalition zu schmieden, um dann sozusagen ein Abschreckungspotenzial zu haben. Das ist die Idee. Während die Propheten sagen, Leute, das wird nichts bringen, ihr müsst auf Gott vertrauen. Also ich mag da, diese Idee, dass diese politische Stärke, dass die da ziemlich deutlich. Hinterfragt wird und, da auch ein Gegengewicht geschaffen wird. Vielleicht ist Jona da auch so ein bisschen in die Richtung, dass man eben sagt, ja, da sind Feinde Israels, aber vielleicht müssen wir die Dinge viel stärker auf eine andere Ebene angehen und nicht so sehr fragen, was das Militärische angeht zum Beispiel. Okay, Sidequest, aber. Ich habe auch eine große Affinität für Propheten, wollte ich sagen. Ja, also ich glaube, was bei diesen Geschichten immer auch mitschwingt, ist ja, dass das biblische Israel schon eigentlich so, wenn man es auf einer historischen Ebene anschaut, eigentlich so ein Volk war, was immer auf die Fresse gekriegt hat. Also die waren ja eine super kleine Gruppe in so einem, System zwischen Großreichen und haben dann mal von dem Reich eine draufgekriegt und wurden dann von dem Reich überrumpelt, dann Exil, Babylon und so weiter, dann wieder zurück und dann kamen die Römer. Und aus dieser Perspektive darüber nachzudenken, was macht das eigentlich mit unserem Bild oder mit unserer Idee von Gott, dass man da dann an diese Frage kommt, ist Gott eigentlich gnädig auch mit denen, die uns unterdrücken? Und man muss dann irgendwie zwangsläufig bei einem Jahr rauskommen, weil sonst müsste man eigentlich die Gottheit ganz aufgeben. Und ich finde das sehr spannend. Also man könnte auch mal ein Gespräch darüber führen, über diese Entwicklung hin zum Monotheismus, was ja auch so eine theologische Leistung ist, die dann letzten Endes in der Exils-Situation eigentlich sich kristallisiert. Und an dem Punkt, wo das Volk am schwächsten ist, sozusagen der Gott am größten oder am stärksten oder am allumfassendsten, behauptet wird. Also so eine theologische Behauptung in einer Situation, die eigentlich nach menschlichen Maßstäben nicht geht oder unmöglich ist. Und das finde ich so das Faszinierende überhaupt an diesem biblischen Israel. Und deshalb finde ich in diesen Geschichten auch immer wieder Perspektiven aufs Leben, die den Horizont eben weiten. Weil das einfach nicht so funktioniert, wie unsere Welt scheinbar funktioniert. Jetzt kommen wir direkt in den Predigt-Modus. Micetrop. Yes. Genau, und dann haben wir so ein paar Propheten durchgemacht beim Megacamp. Also so erst allgemein, dann Jonah und so weiter. Und dann sind wir natürlich irgendwann eingebogen und haben uns diesen Propheten aus Nazareth angeschaut. Jesus Christus. Da gibt es ja viele verschiedene Perspektiven und Deutungsmuster und Hoheitstitel und alles mögliche. Deshalb machen wir ja die Reihe und nicht nur ein Gespräch. Aber jetzt mal mit der Brille, Jesus als Zukunftsforscher. Da würde ich dich jetzt einladen, ein bisschen auf diese Reise zu gehen und Jesus mal unter diesen Vorzeichen zu betrachten. Also was ist, wenn Jesus einer ist, der die Gegenwart diagnostiziert, eine Zukunftsprognose aufstellt und zur Selbstwirksamkeit oder zum eigenen Handeln und Zukunftsmitgestalten einlädt? Ist das eine Folie, die funktioniert oder ist das eine, die nicht funktioniert? Und da würde ich so grundlegend mal anfangen mit dem, was so Kern seiner Verkündigung ist, also die Königsherrschaft Gottes. Reich Gottes, Himmelreich, je nachdem in welcher Tradition und welcher Übersetzung du unterwegs bist, oder der Tag des Herrn ist nah, also Gottesherrschaft jetzt, Reich Gottes mitten unter euch, jetzt schon angebrochen, noch nicht vollendet. Diese Linie, das würde ich sagen, ist so ein bisschen die Diagnose und was er dann daraus ableitet, ist eigentlich ein Umkehrruf, das schon, aber immer verknüpft mit diesem fürchte dich nicht. Also dieser Tag des Herrn, diese Königsherrschaft Gottes, das ist eine gute Nachricht, das ist ein Evangelium. Und das finde ich eine spannende Kombination, weil natürlich zur Zeit Jesu ganz viele Leute ganz viele Dinge sagen und so Imperium Romanum und, das, was da in Israel zu der Zeit abgeht, ein Sammelbecken ist an so messianischen Figuren und so die Sehnsucht nach Veränderung ist auf jeden Fall groß. Und dann tritt da dieser Jesus auf und sagt, der Tag des Herrn ist nah, Königsherrschaft Gottes, jetzt hier mitten unter euch, fürchtet euch nicht, und kehrt um. Ist das was, was tragfähig ist für dich? Also kannst du da, klickt da irgendwas oder denkst du, ah, jetzt ein bisschen überstrapaziert? Ich glaube gut, dass ich gerade Jeremia und Jesaja angesprochen habe, weil ich würde sagen, man könnte die Geschichte noch einen Ticken vorher ansetzen. Ja. Also ich versuche es mal ganz kurz zu machen. Bei Jesaja und Jeremia war ein bisschen die Idee, Jerusalem und beziehungsweise Israel ist bedroht von ausländischen imperialen Völkern. Und jetzt ist die Frage, wie kann man Sicherheit herstellen? Und dann sagt der Prophet, also Jeremia sagt eben, es gibt da eine politische Selbsttäuschung, ihr verlasst euch auf was anderes, eigentlich müsst ihr aber umkehren und wenn ihr umkehrt, dann wird sich Gott zu euch halten, aber ihr macht es nicht und deswegen wird es zum Zusammenbruch kommen, aber der Zusammenbruch ist nicht das Ende, sondern Gott wird, eine Zukunft schaffen. Das ist jetzt mal ganz grob zusammengefasst, was Jesaja und Jeremia so an Ideen haben. Und Jesus lebt ja ein paar hundert Jahre später, kennt aber diese Texte und, offensichtlich hat Jesus sich auch umgesehen und hat da, also man sagt ja Geschichte wiederholt sich nicht, Geschichte reimt sich, sondern wahrscheinlich hat Jesus Ähnlichkeiten gesehen. In den Jahren vorher hat es immer wieder Versuche gegeben, dass Israel sich unabhängig macht. Es gab immer irgendwelche Großreiche, die Israel eingenommen haben. Man versucht, die Großreiche loszuwerden. Der Makabea-Aufstand zum Beispiel ist da zu nennen. Und immer wieder hat es dann irgendwelche Helden gegeben, die das israelische Volk angeführt haben im Befreiungskampf. Die nannte man Messias. Und Jesus erlebt jetzt in einer Zeit, in der Israel eingenommen ist von den Römern und auch da gibt es wieder die Frage, kann es da nicht so eine Art Befreiungskampf geben? Und es gibt auch Druck, also die Leute, es gibt zwar immer auch Leute, die mit den Römern kollaboriert haben und denen ging es auch gut, aber vielen ging es da eben auch nicht gut. Und deswegen war der Wunsch groß, dass es wieder so einen Befreier gibt, der jetzt die fremden Mächte aus dem Land vertreiben würde. Und Jesus ist jetzt sehr, sehr spannend. Jesus merkt, dass es diese Zuspitzung gibt. Ja, dass es irgendwie jetzt, dieser Druck auf das Volk wird größer, der Wunsch nach einer Befreiung wird größer und gleichzeitig wird dadurch aber natürlich auch das römische Imperium wach, und merkt, da könnte es zu einem Aufruhr, zu einer Rebellion, zu einem Aufstand kommen. Also ist man da sehr nervös und dann auch mit Repressalien, mit Armee und so weiter ist man da nicht zimperlich. Und Jesus sieht das alles und er spricht deswegen auch wieder falsche Sicherheiten an. Er spricht an, dass es eine schlechte Idee ist, hier mit Gewalt weiterzumachen. Er sagt aber auch, es ist eine ganz schlechte Idee, mit den Römern zu kooperieren. Und gleichzeitig sagt er, es wird eben dieser Tag Gottes kommen, wo es eine Form von Befreiung gibt, wo also eine neue Zeit anbricht. So, das vielleicht mal als Kontext, so wie ich das verstehe. Ja voll, aber dann würde ich sagen, kommt es eigentlich ganz gut hin. Also so eine Gegenwartsdiagnose ist ja immer was, was sich auch informiert aus verschiedenen Disziplinen. Also du kannst natürlich jetzt heute Wissenschaftsdisziplinen dir anschauen, aber wie würde ich bei Jesus dann auch, Schrifttraditionen und Gegenwartsdenken, sozusagen, also es ist eine informierte Perspektive. Und dass es sich so kulminiert und verschiedene Sachen in Jesus dann zusammenfallen, würde ich aus heutiger Perspektive auch so wahrnehmen. Da kommt jetzt halt dieser Bruch mit, also wir wissen ja, wie die Jesusgeschichte weitergeht oder ausgeht. Also dieser Widerstand oder diese Bewegung endet am Kreuz und wird dann aber nicht aufgegeben, sondern weiter geglaubt, weiter verkündet und verändert dadurch die Zukunft vielleicht nochmal auf eine Art und Weise, die vorher wahrscheinlich gar nicht vorstellbar war. Und dann ist ja das Spannende, dass dann christliche Theologie das mit Kreuzigung und Auferstehung theologisch transformiert und das dann so weitergeht. Also da ist ja dann wirklich dieses Reich, was nicht von dieser Welt ist, ist dann eine geistliche Wirklichkeit. Wo man ja jetzt heute auch drüber streiten kann, also die einen sagen, das ist eine geistliche Wirklichkeit und die anderen sagen, nee, nee, nee, das müsste sich eigentlich viel mehr manifestieren in unserer materiellen Wirklichkeit. Also das sind dann ja die Deutungsstreitigkeiten, die wir bis heute haben zwischen verschiedenen theologischen Strömungen. Ja, das ist die große Frage zwischen Christentum und Judentum letztendlich. Im jüdischen Verständnis, wenn man sagen würde, dass der Messias da war, würde man das daran erkennen, dass eine Form von weltweiter Gerechtigkeit da ist, Befreiung für das jüdische Volk, die leben in ihrem Land, Opfer im Tempel. Gerechtigkeit ist weltweiter Standard. Und das ist dann diese neue Welt, Olam Haba. Und wenn man dann im, ja. Wenn man da sozusagen, es gibt manchmal so fiktive Gespräche, die da im Judentum dann erzählt werden, so manche Sachen auf YouTube, die ich ja gesehen habe, finde ich spannend, wo es dann bestimmte orthodoxe Juden gibt, die sich argumentativ gegen christliche Missionare wappnen. Das ist ganz spannend. Gab es einen, der dann sagt, du musst dann halt fragen, sind diese Kriterien erfüllt? Leben wir in dieser neuen Welt? Leben wir nicht? Dann ist Jesus halt auch nicht der Messias. Und dann sagt er, aber die Christen, die sagen dann ja, er wird wiederkommen. Und daraufhin gibt es dann so eine kleine Anekdote, die dann immer gesagt wird. Da sagt dann dieser Rabbi, er könne Wunder tun. er könne richtig krasse Wunder tun. Und dann fragst du ihn natürlich, ja, was kannst du von einem Wunder tun? Ja, das zeige ich dir, wenn ich morgen wiederkomme. So mag ich tatsächlich. Also das ist die Sache. Die Christen, die reden sich halt dann damit raus in dieser Lesart. Das große Wunder, nämlich die Gerechtigkeit, diese neue Zeit anbrechen zu lassen, da reden sich die Christen halt raus, indem sie sagen, ja, er kommt morgen wieder. Ja, die Perspektive ist ja schon auch eine, die Paulus im Römerbrief verhandelt, der ja auch irgendwie damit rechnet, dass sich eigentlich sein ganzes Volk zu Jesus dann bekehren müsste und dann da in Römer 9 bis 11 richtig am struggeln ist, weil das offensichtlich nicht passiert. Also er bleibt ja selbst auch Jude und Teil dieser Gruppe, aber es ziehen nicht alle mit auf diesen neuen Weg. Und wenn man sich das so anschaut, wie er da hin und her argumentiert und am Ende dann doch dabei bleibt, dass es irgendwie ein göttliches Geheimnis ist. Und wenn wir das jetzt von heute aus sehen, wir warten halt immer noch. Also sowohl Juden als auch Christinnen warten. Und vielleicht werden wir es irgendwann mal erfahren. Aber bis dahin würde ich mir wünschen, diesem Jesus halt ein bisschen mehr nachzufolgen und diese Gerechtigkeit schon, also dieses schon jetzt, ein bisschen stärker zu betonen, als das noch nicht. Und das Warten auf die Wiederkunft ein bisschen aktiver gestalten, als dann in die Passivität zu rutschen. Ich habe da im jüdisch-christlichen Dialog auch eine tolle Geschichte gehört. Also die Christen warten auf den Messias, die Juden warten auf den Messias. Und dann hat ein Rabbi da mal gesagt, wenn der Messias dann irgendwann kommt, Und dann wollen die Leute natürlich dann wissen, warst du jetzt schon mal da oder ist es das erste Mal, dass du kommst? Und dieser Rabbiner hat dann gesagt, und wir müssen ihm dann Zufluss, dann sag es bloß nicht. Das mag ich sehr. Ja, ja, voll. Ja, cool. Also ich weiß gar nicht, ob ich noch irgendwie weiter will, aber ich wollte so ein bisschen erzählen und so abgleichen. Diese Perspektive Zukunftsforschung und was passiert, Jesus, auf die Folie zu legen und wie machst du das mit jungen Menschen irgendwie, die Zukunft anzugehen. Ich finde, das ist nochmal so ein Teil, den wir bei schöner Glauben auch mitdenken können, weil wir versuchen immer die ganz großen Fragen irgendwie, zu stellen und uns zu positionieren und zu erklären, gleichzeitig zu fragen und Netzwerke irgendwie aufzubauen. Aber so mal ganz konkret auf das Leben von Menschen heute, die irgendwie in die Zukunft schauen, wie kriegt man das transportiert, aktiv zu werden, nicht aufzugeben und gleichzeitig auch nicht so mit billigen Durchhalteparolen oder so, es wird schon alles gut werden, zu kommen. Das finde ich ein Spannungsfeld irgendwo. Und das war jetzt für mich so eine Praxisreflexion, wie wir das beim Camping versucht haben. Ich finde, also dieses Gespräch ist ja so ein bisschen vielleicht all over the place, dann ist noch jüdisch-christlicher Dialog und so, aber ich finde, was ja dadurch deutlich wird, ist, dass die Frage nach der Zukunft im ersten Jahrhundert nach Christus eine ganz schön komplizierte Frage war. Und das ist eigentlich auch, wenn man jetzt eben diesen jüdisch-christlichen Dialog dazu nimmt, dass das eine wirklich komplexe Frage immer noch ist. Weil ganz offensichtlich, so wie man sich das vorher gedacht hat, ist es halt nicht gekommen. Und ganz, ganz viel von Theologie ist halt damit beschäftigt gewesen, in den nächsten Jahrhunderten bis darüber hinaus, irgendwie das übereinander zu kriegen und das irgendwie zu fassen. Also sprich, Christentum hat eigentlich sehr viel damit zu tun, dass unterschiedliche Zukunftserwartungen mit diesem Jesus von Nazareth kollidieren. Und dass man das irgendwie neu formulieren muss, das ist, glaube ich, sehr, sehr klar. Also N.T. Wright zum Beispiel ist einer, der das auch so wirklich sagt, ein Theologe, der sagt, mit Jesus sind diese Zukunftserwartungen gecrashed und das musste dann modifiziert, das musste neu in Worte gefasst werden. Und das finde ich, das ist eigentlich ein sehr, sehr guter Zugang. Also weil eigentlich ist das ja immer so Zukunftserwartungen. Die haben es ja so an sich, dass die sich tatsächlich auf eine offene Zukunft bewegen, wo du am Ende gucken musst, sieht vielleicht anders aus. Hätte ich nie gedacht, dass es so läuft, die Geschichte. Man könnte ja eigentlich da mal zurückfragen, ist es überhaupt sinnvoll, sich über die Zukunft in der Form Gedanken zu machen und zu sagen, da habe ich jetzt irgendwie eine gewisse Vorstellung, wie das laufen soll oder so. Können wir nochmal so rumdrehen. Ja, und da würde ich schon sagen, naja, was ist die Alternative? Also du kannst dir ja keine Zukunft vorstellen. Also du bist ja in Raum und Zeit irgendwie aktiv und die Richtung ist klar und irgendwelche Vorstellungen hast du ja immer. Und dann ist so die Frage, was passiert, wenn man die konkret macht, also wenn man die formuliert, wenn man mit anderen vielleicht zusammen sich Zukunftsvisionen überlegt und dann glaube ich, ist es schon ein wichtiger Prozess und das wäre, meine ich, auch was, was in der aktuellen politischen Debatte ein bisschen fehlt. Also positive Zukunftsbilder nicht im Sinne von Szenarien, die gut sind, sondern Ziele und Gesellschaftsformen und Modelle, für die es sich lohnt zu arbeiten. Also wo es sich lohnt, wo wir sagen, da wollen wir hin als Gesellschaft und deshalb tun wir jetzt Schritte eins, zwei, drei. Und wahrscheinlich merken wir in zwei, drei Jahren, da müssen wir nachjustieren und es war nicht alles sinnvoll, was wir gemacht haben. Aber es hat doch was Gemeinschaftsbildendes, wenn man so auf eine Zukunft hinarbeitet. Und ich glaube, diese Krise oder diese Multikrisen, die kommen schon auch daher, dass es keine positiven Zukunftsbilder gibt und nichts, wofür man irgendwie arbeitet. Also seit so diese große Erzählung die nächste Generation wird es mal besser haben als ihr, seit die weggefallen ist und seit die Geschichte des Westens irgendwie nicht mehr funktioniert, ist da schon eine Leerstelle. Und Wahlergebnisse und Deutungen davon sind, glaube ich, jetzt gerade noch präsent. Das wächst dann aus so einer Leerstelle, glaube ich. Ja, Demokratie als Ende der Geschichte gibt es ja eine Theorie oder eine Erzählung. Und ich glaube, da ist tatsächlich was dran. Also. Wenn es keine Vision gibt, worauf man hinarbeitet, dann ist es halt schwierig. Momentan sind diejenigen, die eine Zukunftserzählung machen, sind ja tatsächlich die Rechten, die sagen, wir gehen einfach zurück in die 90er. Drehen Migration zurück und so weiter und dann wird es uns allen besser gehen. Ich glaube dieser Geschichte nicht. Ich finde das eine schlechte Geschichte, aber die haben halt eine Geschichte. Das ist ein großer Unterschied und viele andere tun sich halt schwierig. Für mich ist das insofern auch nochmal spannend, weil diese Jesus, also ich meine, klar, bei Jesus hat man dieses das Reich Gottes kommt, Tag des Herrn, das große Gericht und die große Umwälzung, sodass Gerechtigkeit herrscht. Das gibt es. Es gibt aber auch diese Idee, in Jerusalem wird nicht ein Stein auf dem anderen bleiben. Das wird hier alles kaputt gehen und es wird Krieg geben und ihr werdet fliehen müssen und wehr den Schwangeren, weil es schwierig mit Schwangeren dann irgendwie in die Berge und so weiter. Alles kompliziert. Das ist ja auch alles Teil dessen. Also was Jesus ja, auch schon vorweggenommen hat und antizipiert hat, ist eben, es wird ein Krieg kommen und wir werden diesen Krieg verlieren und das wird zu einem ganz, ganz großen Zusammenbruch führen. Und das finde ich auch eine Sache, die ja für uns heute auch spannend ist, weil wenn man ein Stück weit sowas wie Klimawandel uns so ernst nimmt, dann leben wir ja auch wieder vor einer Krise. Wir leben in dem Bewusstsein, es könnte ja auch zu der einen oder anderen Form von Zusammenbruch kommen. Und wie geht man damit eigentlich um? Und das macht es natürlich schwierig, so eine Zukunftserzählung zu formulieren. Und das ist ja auch heute in den Jugendlichen. Ich weiß nicht, ob das bei deinen auch so ein Thema ist, aber ich lese das zumindest immer mal wieder, dass dann gesagt wird, ja, warum soll man heute noch Kinder kriegen? Wir haben sowieso keine Zukunft, das wird ja alles, also entweder werden wir, vom Klimawandel ordentlich in die Knie gezwungen oder es wird Krieg geben oder sowas. Also da sind ja auch sehr, sehr schwierige Zukunftsbilder da, die eine Rolle spielen. Ja, voll. Also ich glaube, ich bin ein bisschen jünger als du. Bei mir war das schon auch eine Frage. Also A, in welche Welt setze ich denn Kinder, wenn ich die habe? Und B, ist das überhaupt ein Szenario, was ich gegen einem Kind, also hat das Kind überhaupt eine Zukunft? Und das ist natürlich schon ein krasser Einschnitt auch in so eine Menschheitsgeschichte, weil ganz, ganz lange einfach Kinder per se die Zukunft waren. Also wenn die nächste Generation kommt, dann ist da eine Zukunft und dann wird es schon irgendwie weitergehen. Und da hast du schon recht. Also dieses Vornerkrise oder Innerkrise, also je nachdem, wo du gerade auf der Welt bist, spitzen sich die Dinge schon zu. Und viele Welten sind auch schon untergegangen. Also die Krisen und die Kollapse, die sind real. Und das ist schon eine Zeit, an der sich vielleicht wieder was zuspitzt. Und da sind wir drin und versuchen es irgendwie zu sortieren. Und vielleicht hilft uns dieser Jesus da mal wieder. Ja, ich glaube, dass diese prophetische Tradition der Bibel, dass die eben nicht sagt, tu 1, 2, 3, ABC, dies, das, dann wirst du vor der Krise verschont, du wirst drumherum kommen. Sondern es sind ja Texte, die sagen, diese Krise wird kommen. Dann gibt es ja so, ich glaube den Propheten Hesekiel zum Beispiel oder ist es einer von den anderen, wo es dann stärker auch darum geht, Prophet Daniel zum Beispiel auch, da geht es ja sehr sehr stark dann darum, der Krieg ist verloren, ihr seid im Exil. Und jetzt guckt aber, jetzt lebt in diesem fremden Ort, bekommt da Kinder. Lebt euren Glauben da, bleibt hoffnungsvoll, es wird eine Zukunft geben, aber sucht der Stadt Bestes. Ich meine, das ist sogar auch Jeremia, diese Zukunftsvision. Also sprich, die prophetische Version ist kein Weg um die Krise rum, sondern es ist ein Weg durch die Krise durch man könnte also sagen, wie bleibt man menschlich, in einer Welt, die kollabiert das ist die Kernidee der Propheten wie bleibt man Gott treu in einer Welt, die kollabiert, und auch, wie kann man ein Stück weit etwas wieder zum Leben erwecken, was kaputt gegangen ist unter den, Voraussetzungen von Zusammenbruch. Finde ich, ist auf jeden Fall etwas, wo man sich mit beschäftigen kann. Ja, lass uns das doch tun. Also diese Tradition irgendwie weiter am Leben halten. Und in mir arbeiten gerade viele Sachen, aber ich glaube keine, die ich jetzt direkt im Mikrofon sagen würde. Und deshalb würde ich an der Stelle so langsam auf die Zielgeraden einbiegen. Aber schön, dass ich diese Zeltlager-Erfahrung noch mal ein bisschen teilen konnte. und hier Lagerfeuer-Geschichten von Jesus, Jona, Jeremia, Jesaja und weiteren Männern mit J. Jason, Jo, lauschen konnte. Ich wünsche dir noch eine gute Woche und euch auch. Ebenso. So, ich drücke mal auf den, wie heißt das, auf Outro. Jetzt. Let's go. Und das ist natürlich das falsche Outro. Deswegen rufe ich nicht drauf. Das ist das Alter einfach. Ich glaube, das Neue gibt es gar nicht hier oben. Das müssen wir irgendwann reinschneiden. Liebe Leute, macht's gut. Bis bald.