Im Kirchengarten 2.0 in Heilbronn und bei Schöner Glauben im Podcast. Mein Name ist Moritz und ich habe verschiedene Hüte auf, also gar keinen echten. Aber ich habe bis gerade eben Kaffee gemacht. Ich bin Barista und mit dem Kaffeebus hier. Dann bin ich noch Pastor in der evangelisch-methodistischen Kirche. Und dieser Veranstaltungsort gehört auch zu einer Gemeinde, und zwar zur Heilbronn-Mittendrin-Gemeinde. Da sind wahrscheinlich ein paar Leute da. Können mal die Leute, die hier lokal aus der Gemeinde Heilbronn mittendrin sind, einmal Lärm machen? Das ist schon wunderbar und sie haben diesen Garten wunderschön hergerichtet und gestaltet und zum Songs of Hope and Beauty Festival eingeladen und viele sind gekommen und ich will jetzt mal versuchen, ob die Leute, die nicht hier bei dieser Gemeinde dabei sind, ob die lauter sind als die aus der Gemeinde. Also alle, die irgendwie hierher gekommen sind und normalerweise, oder vielleicht die, die zum ersten Mal hier im Kirchengarten 2.0 sind, macht ihr mal Lärm. Also für mich war das lauter. Ich weiß jetzt nicht, wollt ihr hier von vor Ort nochmal eine Runde das probieren? Nö, die sind zufrieden. Alles klar, dann können wir jetzt starten. Wir machen gleich einen Live-Podcast, das heißt, wir kommen ins Gespräch miteinander. Und der Rahmen, in dem wir das tun, heißt Schöner Glauben. Das ist so ein Kollektiv. Wir machen verschiedene Podcasts, verschiedene Gesprächsreihen. Wir versuchen, progressive Stimmen zusammenzuführen, einander zu empowern und Solidarität einzuüben. Und deshalb passt es eigentlich ganz gut zu diesem Festival Songs of Hope and Beauty. Und ihr müsst nicht mich, Moritz, alleine hören, sondern ich habe Verstärkung hier auf der Bühne. Und ich mache es jetzt einfach so reihum, weil Anne-Christine, dich kennt man schon jetzt hier aus dem Festival. Wer bist du und warum bist du hier auf der Bühne? Ja, ich heiße Anne-Christina Achterberg-Bohnes oder Empress Bahati. Bahati ist mein tansanischer Name. Anne-Christina ist mein Geburtsname, den mir meine Eltern gegeben haben damals. Ja, ich bin hier heute, weil ich Musik mache. Und mit meiner Musik oder mit unserer Musik von Rise and Shine. In Workshops bin, bei Gemeinden bin, bei allen möglichen Festen bin und wir immer bestimmte Themen haben, die uns auch einfach interessieren. Zum Beispiel geht es momentan bei uns um Klimagerechtigkeit. Das heißt, wir schreiben viele Songs gemeinsam mit Menschen, mit denen wir arbeiten. Und ja, deswegen sitze ich, glaube ich, heute hier, oder? Das passt ganz gut, finde ich, sowohl inhaltlich als auch atmosphärisch. Ihr habt schon ganz schön eingeheizt hier als Band. Neben dir sitzt Julia Hufnagel. Du hattest nicht so eine weite Anreise, aber was verschlägt dich auf die Bühne hier beim Songs of Hope and Beauty? Ja, ich bin Julia Hufnagel, komme hier aus Heilbronn, arbeite in der Stadtverwaltung, leite die Abteilung Strategie und Zukunftsfragen beim Oberbürgermeister und bin zuständig für das Projekt Grüner Hauptstadt Europas 2027. Das ist auch der Grund, warum ich heute hier bin, denn es geht ja so ein bisschen auch darum, wie kann Hoffnung und Glaube sich tatsächlich in der Welt manifestieren auch. Und das ist, glaube ich, passiert mit diesem Titel Grüne Hauptstadt Europas, den wir nach Heilbronn geholt haben. Da steckt ganz viel Herzblut und Arbeit drin und auch ganz viel so das Gefühl, Verantwortung übernehmen zu wollen für die Welt und die lokal auch umzusetzen. Richtig cool. Ich bin gespannt, weil ich habe diesen Titel, glaube ich, vorher noch nicht gehört. Und jetzt so ein bisschen im Vorprogramm einer Stadt aufzutauchen, die sich darauf freut, diesen Titel gewonnen zu haben, ist auf jeden Fall aufregend. Jannis, du bist auch so grob aus dieser Ecke und du hast eher wieder was mit der Musik zu tun. Was machst du hier? Genau, mein Name ist Jonas und ich hatte es tatsächlich heute echt nicht weit. Ich komme aus Ludwigsburg und ich mache Musik. Ich bin Single Songwriter. Ich bin mit meinen Liedern in ganz Deutschland unterwegs, auch ganz oft in Schweiz und Österreich. Und genau, ich freue mich mega hier zu sein ich freue mich euch heute Abend noch ein paar Songs zu spielen spielen zu dürfen und tatsächlich ist ein ganz großer Teil. Meiner Lieder ist für mich die Frage was wollen wir eigentlich hoffen was will ich eigentlich hoffen und die Frage stellt sich mir noch, bevor ich mir die Frage stelle was macht mir eigentlich Hoffnung, und ich finde es mega, mega cool, dass wir heute darüber ein bisschen quatschen. Ja, ist richtig gut. Ich glaube, so dieses, die Überschrift dieses Festivals, also Songs of Hope in Beauty, sind ja so drei Teile. Die Lieder haben wir, glaube ich, ganz gut abgedeckt. Ich schätze mal mit Rise and Shine super energetisch und vor allem kommen da viele Menschen und viele Stimmen zusammen. Jonne ist dann eher so einzeln nachdenklich, reflektierend, würde ich sagen und dann auch spannend, wie man sich da dann trifft. Was würdet ihr dann sagen? Also ich finde Beauty, das haben wir hier, wenn wir in den Garten reinschauen. Also das ist so eine Aufmerksamkeitssache. Schaut mal hin, hier grün um uns rum, ganz viele Menschen, Leute, die sich ins Zeug legen, vorbereitet haben und einfach so ein Wohlwollen irgendwie zwischen uns. Das mit der Hoffnung ist vielleicht ein bisschen komplizierter, aber wie hängt die Musik denn mit dem zusammen, bevor wir dann zur grünen Hauptstadt kommen? Ja, Musik ist für Rise and Shine und auch für mich ganz persönlich eine sehr große Kraftquelle. Und in diesem Zusammensein steckt ganz viel Hoffnung, denn wenn ich ganz persönlich alleine bin, dann mache ich mir echt viele Gedanken manchmal. Sei es um Klimawandel, sei es um die Kriege der Welt. Und wenn ich aber zusammenkomme mit anderen Menschen und etwas erschaffe, kreiere, dann kommt da Hoffnung auf. Denn man merkt auf einmal, es wirkt in uns, es wirkt mit anderen, heute auch mit euch zusammen. Es war wunderschön und das macht mir unglaublich viel Hoffnung. Ja, das würde ich, sehe ich auch so, empfinde ich auch so. Und ich würde auch noch die Komponente dazu geben, dass, was ich ganz oft merke, ist, das, was mir ganz oft Hoffnung gibt, ist auch sprachfähig zu werden. Also irgendwie Worte zu finden für das, was in mir vor sich geht, wenn ich ein Problem benennen kann, dann ist das Problem noch nicht gelöst, aber trotzdem geht es mir schon ein bisschen besser, weil ich irgendwie plötzlich was vor Augen habe, was grifffestes quasi habe. Und das Spannende ist, für mich ist die Musik eine Sprache ohne Worte und die Musik ist das, was mich oft in den Melodien, in den Harmonien ganz oft sprachfähig macht und für mich ist sogar Musik noch die Sprache, die kompromissloseste Sprache überhaupt. Wenn wir sagen Mikrofon, dann haben wir uns alle darauf geeinigt, was ein Mikrofon ist, was wir unter einem Mikrofon verstehen. Aber wenn ich einen D-Dur-Akkord spiele, dann. Ist das ein viel kompromissloseres Wort quasi. Und das merke ich ganz viel, dass mich die Musik ganz viel sprachfähig macht, in meinem eigenen Prozess. Super spannend, was du gerade gesagt hast, weil ich das auch so empfinde, dass Musik praktisch ein Raum ist, in dem man sich ausdrücken kann. Und dadurch, dass man Geschichten, Situationen, Gefühle ausdrücken kann, werden die so bewusst. Und wenn man die dann auch noch mit anderen Menschen teilt, bekommen die einfach so viel Kraft und inspirieren vielleicht auch den einen oder anderen, nochmal genauer hinzugucken. Das hat ja auch was Unmittelbares, würde ich sagen. Also wenn wir jetzt hier in diesen Garten schauen, dann sind da ganz unterschiedliche Menschen und die kennen sich teilweise, teilweise nicht. Die einen sind gerade am Essen, die anderen am Trinken, die anderen am Zuhören. Aber vorhin beim Konzert war ganz egal, wo du warst in diesem Garten, alle haben die gleiche Musik gehört. Und der Rhythmus dieser Veranstaltung, der wurde praktisch zentral gesetzt. Und auch bei mir hinten am Kaffeebus habe ich gemerkt, die Stimmung ist eine andere, wenn die Musik gerade spielt oder wenn nicht. Das heißt, für mich ist Musik immer etwas, was Menschen verbinden kann und gar nicht nur, wenn sie zusammen Musik machen, sondern einfach, wenn sie dieser Musik ausgesetzt sind. Und ich versuche jetzt mal den Bogen zu spannen zu sowas wie einer grünen Hauptstadt Europas. Das ist ja auch sowas. Also man kann sicherlich irgendwie einzeln irgendwo im Büro sitzen und eine Idee haben. Machen wir grüne Hauptstadt. Aber dann muss man es ja irgendwie schaffen, sowas Komplexes wie eine Stadt entweder da hinzukriegen oder sie so zu präsentieren, dass das dann was wird. Kannst du uns da mal ein bisschen mit reinnehmen, was ist das grüne Kulturhauptstadt, grüne Hauptstadt Europas und dann im Zweiten, was hat sowas Kulturelles auch irgendwie damit zu tun? Ja, total gerne. Also erstmal so die Schallplatte, die ich ganz oft abspiele. Was ist überhaupt die grüne Hauptstadt? Die grüne Hauptstadt Europas ist ein Titel, den die EU vergibt an Städte über 100.000 Einwohner. Und es geht bei der grünen Hauptstadt nicht darum, die Stadt mit den meisten Bäumen zu sein oder die grünste Stadt zu sein, sondern es geht erstmal um eine Transformationsfähigkeit, und dann eben nicht nur um Biodiversität, was ja zum Beispiel die Bäume wären, sondern um insgesamt sieben Umweltindikatoren. Also es geht um Klimaschutz, Klimaanpassung, Biodiversität, Wasser, Abfall- und Kreislaufwirtschaft, Lärm und Luft. Das heißt grob um die Themen Bauen, Mobilität und eben Klimaschutz, was wir auch kennen. Es geht nicht darum, die grünste Stadt zu sein, die beste Stadt zu sein, weil die Heilbronner, die hier sind, Heilbronnerinnen, werden sich vielleicht fragen, ja, warum Heilbronn? Das ist auch was, wir am Anfang ganz oft gefragt wurden. Wie kann das sein, dass diese Stadt hier mit dem Kraftwerk, wenn man auf der Autobahn fährt, sieht man ja erstmal nur das Kraftwerk. Wie kann das sein, dass diese Stadt grüne Hauptstadt wird? Warum nicht Freiburg? Warum nicht Freiburg, warum nicht Tübingen, warum nicht Heidelberg? Und es ist aber eben so, dass man in diesen sieben Indikatoren bewertet wird, und alle sieben Indikatoren zählen gleich viel und man steht im Wettbewerb mit den Städten, die sich in dem Jahr bewerben. Es hat sich übrigens Freiburg, Münster und Frankfurt und Nürnberg auch schon beworben, teilweise auch zweimal und die waren nicht erfolgreich. Das war am Anfang. Seit 2010 gibt es den Titel. Wenn wir sagen, Heilbronn ist grüner Hauptstadt Europas, stehen wir in einer Reihe mit Namen von Städten, mit denen wir normalerweise nie in einem Satz genannt werden. Also da steht zum Beispiel Hamburg, Kopenhagen, Valencia, Vilnius. Dieses Jahr ist es Gimaraes, eine nordportugiesische Stadt und das ist was, was uns unheimlich stolz macht. Und wenn man den Titel gewinnt, wir haben ihn letztes Jahr in Vilnius geholt nach dem zweiten Bewerbungsanlauf, ist es so, dass man zwei Jahre später, also wir jetzt 27, ein Titeljahr ausrichtet. Und das ist auch das, was diesen Titel ähnlich macht wie Musik. Weil in dem Moment, wo eine Stadt den Titel trägt, geht es darum, gemeinsam ein Titeljahr zu gestalten. Und das ist, was mich an der Sache am allerglücklichsten macht zu sehen, Wenn beispielsweise hier auch mittendrin oder auch andere Kirchen oder unsere ganzen Hochschulen, Unternehmen, die VHS, Vereine sagen, wir werden 2027 diese Sache ins Jahresprogramm einspielen. Wir werden 2027 unser Jahresprogramm, unsere Gottesdienste, unser Vortragsprogramm ausrichten an diesen sieben Umweltthemen. Wir wollen Teil sein von dieser grünen Hauptstadt. Und das ist der Moment, wo auch sowas Abstraktes wie ein Titel oder auch sowas Abstraktes wie die Umweltthemen ganz konkret auf den Boden von der Stadt kommen können. Und das finde ich persönlich total bewegend. Ich habe eine kleine Frage, eine kleine Umfrage auch an der Stelle. Ich als außenstehender Ludwigsburger frage mich immer, ist es eigentlich für euch in Heilbronn cool oder nervig, wenn man sagt Heilbronks? Weil so bei Valencia und Hamburg, dann könnte man ja sagen High Bronx, wie cool, ist das cool oder nervig? Applaus für richtig cool. Und Applaus für richtig nervig, Okay, ich werde es heute Abend nicht machen. Direkt im Bühnencheck. Das finde ich jetzt schon ziemlich spannend, weil ich würde jetzt mal versuchen, ein paar Parallelen zwischen uns so herzustellen. Und ich glaube, beim Musikmachen wäre das jetzt vor allem so diese Live-Situation, also dass irgendwie Leute zusammenkommen und man versucht, die Atmosphäre zu schaffen, dass ein Raum zusammenkommt. Bei der Stadt hast du gerade gesagt, ihr versucht, offiziell was zu öffnen, wo Leute partizipieren können und Organisationen etwas anbieten. Ich als Pastor oder als Barista habe auch so das Gefühl, ich arbeite eigentlich daran, dass Leute Raum bekommen, wo sie erstmal sein dürfen und sich zeigen und dann darüber mit anderen irgendwie in Kontakt kommen. Habt ihr so aus eurem letzten, vielleicht aus dem letzten Jahr oder wie auch immer, irgend so einen Moment, wo ihr sagen würdet, da hat das voll gut geklappt? Also ich nehme das irgendwie vor, Menschen zu verbinden oder irgendwie, so Begegnungen zu schaffen oder Erlebnisse zu stiften und da hat es geklappt, das ist so ein Erfolgserlebnis, weil ich glaube, so diese Geschichten sich zu erzählen, angesichts allem, was nicht gut läuft, macht mir zumindest Hoffnung, so ein bisschen Lagerfeuerfeeling vielleicht. Ja, und ich würde sagen, dass dieses Lagerfeuerfeeling, das erlebe ich zum Beispiel immer wieder. Ich würde nicht sagen, wo ich irgendwie andere Leute irgendwie zusammengebracht habe, aber wo ich Begegnungen hatte, die sich mit mir zusammengebracht haben. Also es klingt komisch und alfern, aber was ich damit meine ist, für mich ist es so unfassbar schön, ein Lied, was ich in meinem stillen Kämmerlein geschrieben habe und nur für mich und in diesem Lied verhandle ich, wie es mir geht. Und... Dann teile ich dieses Lied mit Menschen und dann kommen Menschen auf mich zu, die sagen, ey, ich habe dein Lied gehört und ich habe die ganze Zeit gedacht, nur mir geht es so. Und dann tat es einfach so gut, in deinem Lied zu hören, Kass, dir geht es genauso. Danke für dein Signal, dass ich nicht allein bin mit meinen Gedanken oder Emotionen und Gefühlen. Und das Schöne ist, ich kann dann immer in diesen Begegnungen sagen und genau dieses Danke kann ich dir gerade zurückgeben, weil in dem Moment, wo ich dieses Lied geschrieben habe, habe ich das genauso gedacht und plötzlich kommt ein Signal zurück. Dieses Gefühl von, hey Mensch, ich bin gar nicht so allein, wie ich mich manchmal fühle und das ist das Schöne an der Musik, das Teilen. Ja, schön. Danke fürs Teilen dieser Erfahrung. Ich schwinge damit. Aber ich möchte auch nochmal eine andere Situation erzählen von unserer Band. Unsere Band Rise and Shine ist eine internationale Band und wir kommen tatsächlich aus sehr, sehr vielen Ländern. Und wir treffen uns immer wieder, um Musik zu machen, sowohl in Ostafrika als auch in Deutschland. In Deutschland machen wir Touren, wo wir mit jungen Menschen in Workshops arbeiten zu unterschiedlichsten Themen. In den letzten zwei Jahren hatten wir das Thema Voices of Climate Justice, also die Stimmen der Klimagerechtigkeit. Wir haben das extra so genannt, weil wir Menschen vereinen wollen in deren Gedanken, und Ideen und Energien, wenn es um Klimawandel geht. Wie schaffen wir das, gemeinsam resilient zu werden, stark zu werden? Wie können wir gemeinsam in die Zukunft blicken und stark sein dafür? Und besonders beeindruckt hat mich eine Situation bei einer Schule in Bonn und, wir hatten das so geplant, dass wir in der Aula erst 15 Minuten Musik machen zusammen und dann alle in die Workshops gehen. Und schon der erste Augenblick in dieser Schule hatte unglaublich viele Vibes. Wenn ich Vibes sage, meine ich, die Schüler sind schon beim ersten Lied aufgestanden. Es wurde geklatscht, getanzt und alle hatten total Bock, in diese Workshops zu gehen. Und ja, dann fragt man sich natürlich manchmal, oh, welche Sprache sollen wir denn jetzt benutzen? Wir haben hier so viele unterschiedliche Sprachen. Ja, und dann finden wir eine gemeinsame Sprache. Und in diesen Workshops passiert was ganz Besonderes, weil Menschen aus den unterschiedlichsten Perspektiven davon erzählen, wie sie mit Katastrophen umgehen, wie sie mit Überschwemmungen umgehen. Beispielsweise in Ahrweiler, in Dar es Salaam passiert das überall weltweit. Das verbindet und diesen Raum zu schaffen als Band ist einfach unglaublich schön und dann entstehen da ganz viele tolle Projekte draus. Eine Schule, die hat ihre Partnerschaft wieder richtig aufleben lassen, sind dann zwei Wochen später schon in Kontakt getreten und haben gesagt, im Herbst fahren wir zusammen Solarpanels aufbauen, gemeinsam. Und die andere Schule, da haben wir heute immer noch Support von den Schülern, weil die einfach das Movement so schön fanden, dass wir jetzt zum Beispiel einen Fotografen haben, der jetzt gerade Abi macht, aber uns immer zu allen Konzerten normalerweise begleitet. Und das ist so schön zu spüren, also dass man Raum geben kann und daraus kann etwas entstehen. Daraus kann eine Kraft entstehen, daraus können Projekte entstehen. Und ja, also es ist einfach was Wunderschönes, das zu beobachten und das hatte ich in der letzten Tour mit Rise and Shine das war schön. Julia, magst du mit einem Moment um die Ecke kommen, der mit Lach-Yoga zu tun hat? Mit Lach-Yoga? Ja, das wissen Leute hier ja gar nicht, dass ich jetzt schon nach Yoga mache. Das war ein verbindender Moment. Genau, wir waren letztes Jahr, habe ich ja schon erzählt, haben wir den Titel geholt in Vilnius in Litauen. Und man muss sich das so vorstellen, die Bewerbung ist immer zweigeteilt. Es gibt eine schriftliche Bewerbung. Wir haben 170 Seiten abgegeben über diese sieben Umweltindikatoren, die ich schon genannt habe. Und der zweite Teil der Bewerbung ist eine Jurypräsentation. Also man hat dann eine Fachjury vor sich sitzen und Vertreter der EU. Und wir hatten das ja schon einmal hinter uns, also wir waren ja im Jahr vorher in Valencia und wussten, wie das abläuft, 45 Minuten Präsentation, und wir haben uns beim zweiten Mal dazu entschieden, also im ersten Jahr haben wir zur Zweit präsentiert und beim zweiten Mal haben wir uns dazu entschieden. Dieses Momentum der Gemeinschaftlichkeit auf der Bühne direkt zu transportieren und sind mit zehn Menschen in die Präsentation gegangen. Also wir wollten zeigen, dass das nicht nur eine Kopfgeburt ist aus der Verwaltung, sondern dass möglichst viele Menschen auch aus der Stadtgesellschaft hinter dem Projekt stehen. Also wir hatten auch andere Stakeholder dabei, nicht nur Menschen aus der Verwaltung. Und wir kannten uns alle auch, also klar, die Kollegen aus der Verwaltung kannten sich schon gut, aber wir hatten ja auch Externe dabei. Und ich habe dann gedacht, ach, weil ich selber Lach-Yoga auch manchmal Kurse anbiete, wir könnten einfach mal eine Lach-Yoga-Session machen. Und das haben wir gemacht. Kurz vor dieser Präsentation hatte man so einen Rückzugsraum, wo man sich vorbereiten konnte. Und da haben wir dann ganz spontan gemeinsam Lachyoga gemacht. Also unser Oberbürgermeister, unser Baubürgermeister. Wir hatten auch noch Leute, die nur zugehört haben aus der Verwaltung dabei. Also so haben wir uns eingestimmt. Also wir haben wirklich unsere Energie versucht, so möglichst hochzuziehen und es hat wirklich funktioniert. Wir sind da so energetisiert und so stolz und so glücklich letztendlich und gelöst auch in die Präsentation schon rein. Das war sehr verbindend und hat total gewirkt. Ja, genau. Aber ich habe auch noch schon. So viele verbindende Momente im Laufe des Jahres auch erlebt. Also wir haben uns gesagt, wir wollen diesen Titel nutzen, um möglichst viele Institutionen und auch Menschen zu verbinden und etwas zu schaffen, einen Anker zu schaffen, an dem gemeinsam gearbeitet wird. Und dann haben wir hier mittendrin, ist ja auch Teil des Netzwerks Nachhaltigkeit, haben wir das Netzwerk Nachhaltigkeit informiert. Wir haben alle Institutionen der Wissensstadt, also alle Hochschulen und so weiter eingeladen und haben jeweils informiert mit dem Aufruf, tut euch zusammen und gestaltet auch gemeinsam das Programm. Und da sind auch jetzt schon schöne Dinge entstanden. Also wir haben zum Beispiel ein Projekt von Arcadia, das ist eine Ausgeburt aus der Schule 42, also generell programmieren die mit der AEM, die bilden Lehrer aus und Kita-Personal und so. Also die machen jetzt ein Projekt, wo Schülerinnen und Schüler mit sogenannten Sense-Boxen, das sind so Boxen, die auf dem Fahrrad installiert werden, die Luftqualität in der Stadt messen. Und die Programmierer werten das dann aus und AIM gibt dann Kurse dazu, die Lehrer schult in der Sache. Also mehrere Institutionen arbeiten gemeinsam an einer Sache, aber mit diesem Anker, wir sind grüne Hauptstadt. Oder die VHS hat auch eingeladen, die Verbände wie zum Beispiel NABU und BUND. Und alle, die in diesem Netzwerk Nachhaltigkeit organisiert sind, mit denen gemeinsam eine Vortragsreihe zu machen in 2027. Also weg von dem, wir alleine müssen alles schaffen, hin zu, wir arbeiten gemeinsam an Projekten und jetzt gibt es endlich einen Grund dafür. Irgendwie muss man auch. Und das gleiche passiert eben in der Verwaltung, die vorher gar nicht musste oder sich es vielleicht leisten konnte, nicht zusammenzuarbeiten. Und jetzt 27, wo der Titel vor der Tür steht, da ist wirklich die Zeit der Eitelkeiten vorbei. Also da kann man nicht mehr sagen, mit dem will ich nichts machen, sondern man muss. Und so kann so ein Titel einfach so ein unglaublicher Anker sein für Gemeinschaft und Zusammenarbeit. Ich persönlich oder wir bei Schöner Glauben beschäftigen uns gerade ziemlich viel mit solchen Krisensituationen. Oder manche würden auch sagen mit so Kollaps-Szenarien, also so ein Szenario, wo bestimmte Dinge einfach nicht mehr verfügbar sind und dann plötzlich ganz verschiedene Akteure, Akteurinnen neu zusammengewürfelt irgendwie reagieren müssen auf so eine Situation. Und das hat verschiedene Dimensionen, aber wenn man so drauf schaut, wodurch das, entsteht, kommt man ganz schnell dahin, ah ja, Klimawandel, okay, das merkt man jetzt in diesem Sommer, haben es wahrscheinlich auch die allerletzten irgendwie am eigenen Leibe zu spüren bekommen. Wenn man ein bisschen nachschaut, hat wahrscheinlich was mit diesem ewigen Wachstum und Raubtierkapitalismus und ungerechter Verteilung und so weiter zu tun. Also so diese ganz, ganz großen Probleme. Und wir versuchen zweierlei. Das eine ist, Jonas, wie du es am Anfang gesagt hast, eine Sprache dafür zu finden, also die Probleme möglichst präzise zu verstehen und zu beschreiben. Und dann auf der anderen Seite eine Solidarität einzuüben oder irgendwie Strategien, zu versuchen, um für solche Situationen, man könnte jetzt auch noch den aufkommenden Faschismus oder so mit reinnehmen. Also alles, was irgendwie so die ganz großen Dinge sind, die ins einzelne Leben oder in die einzelne Organisation so runterzubrechen. Wenn ich euch jetzt mit euren Projekten höre, dann sind die unterschiedlich groß. Ja, Yonis, Zigner, Songwriter, Anne, Christina, eine Band international, Julia in der ganzen Stadt mit Verwaltung so im Rücken, ich mit einer Gemeinde und so weiter. Wir sind ja alle mit Problemen auch konfrontiert, die wir nicht lösen werden, also wo nicht die Lösung alleine von uns abhängt. Warum macht ihr trotzdem weiter? Und ich frage euch, weil ich mich das schon auch immer wieder frage, also wieso morgens aufstehen und mit Leuten versuchen, das schöne Leben irgendwie möglich zu machen oder zu halten oder gegen diese, Droh-Szenarien anzukämpfen? Und ich finde, auch wenn wir Songs of Hope and Beauty haben, also für mich ist das eigentlich die Frage. Also wie kommen wir dahin, nicht aufzugeben? Weil es scheint doch manchmal aussichtslos. Ja, das ist wirklich eine spannende und gute Frage. Wir sind gerade mitten in einem Visumsprozess und eigentlich hätte unser Sänger heute Abend hier sein sollen. Dieser ganze Prozess, der hat mich jetzt ganz schön angenatzt, muss ich ehrlich sagen. Denn die Behörden brauchen einfach sehr, sehr lange, um Visa-Verfahren durchzuwinken. Es wird alles immer wieder geprüft und wir kriegen ständig Steine in den Weg gelegt als internationale Band. Wir können nicht einfach zusammen sein und Musik machen und auch für Menschen spielen und unsere Botschaft auch weitergeben mit unseren Vibes und unserer Freude und unserer Liebe. Nein, es gibt eine ganze Menge Hürden. Nicht nur Klimakatastrophen. Manchmal sind wir auf Konzerten gewesen, einmal bei einer Hochzeit und dann fing es so stark an zu regnen. Die ganze Stadt Moansa schwamm und wir sind rausgekommen und dachten, oh Backe, kommen wir jemals lebend nach Hause? Es gibt ständig Situationen bei uns in der Band und auch sonst im Leben, die einen wirklich vor Herausforderungen stellen. Und dann passiert was, was ganz schön ist. Also wir beten gerne in der Band, wenn es schwierig wird, aber was dann auch passiert, wenn wir diese Kraft spüren und diese Gemeinschaft, die uns verbindet, ist halt diese Hoffnung. Und das ist der Grund, warum ich Musik mache. In einer Band, in einer internationalen Band, weil es nie langweilig wird. Wir haben Abenteuer zusammen. Wir haben schon an der Quelle des Nils gespielt. Wir haben die lustigsten Sachen schon gemacht. Manchmal machen wir auch eine ganze Menge Schabernack. Und das ist der Grund, warum ich weiter Musik mache. Und ich will Dinge ansprechen. Das tut nicht nur mir gut, wenn ich das formuliere, sondern ja, einen Song über das Menschenrecht auf Wasser finde ich einfach mega wichtig, damit Menschen dafür ein Bewusstsein bekommen. Ich bin in einer kollektiven Gesellschaft aufgewachsen in Tansania als Tochter von einer Pastorin und einem Pastor. Und ich habe das praktisch mit der Muttermilch aufgesogen, dieses Gefühl von Gemeinschaft und nicht die Hoffnung verlieren, sondern weitermachen. Und wenn der eine mal die Hoffnung verliert, dass man dann sagt, hey, komm, ich habe eine andere Idee, wir könnten den anderen Weg gehen. Also immer auch so ein bisschen flexibel zu sein, das liebe ich an dieser internationalen Konstellation und ich lerne immer wieder neue Sachen dazu und es wird nie langweilig und das gibt mir einfach unglaublich Hoffnung. Deswegen gebe ich nicht auf. Julia, ich gebe dir gerne das Wort zuerst. Die Frage ist, warum wir das weitermachen. Wir sind im Gespräch. Wenn es mittlerweile eine andere Frage ist, dann beantworte die. Oder soll ich kurz übernehmen? Nee, alles gut. Ich kann schon antworten. Ich kann schon antworten. Also. Mein Alltag ist manchmal auch mit sehr vielen Herausforderungen gespickt. Das kann man sich ja vorstellen in so einem Setting von Verwaltung, Stadtgesellschaft, viele Stakeholder, Presse, Anforderungen von politisch links bis politisch rechts. Alle wollen was anderes, ein Team und so. Und ich stelle mir die Frage ehrlich gesagt nie, warum mache ich das? Also klar, das kommt manchmal so, ja, warum mache ich das eigentlich hier? Aber ich stelle mir in der Tiefe die Frage nie. Ich wache immer auf und finde, dass das, was ich mache, wichtig ist. Und ich fühle mich verantwortlich, meine Gaben in die Welt zu bringen. Also das ist das, was mich immer so antreibt. So, hey, ich habe eine Verantwortung. Ich muss mit dem, wie ich ausgestattet bin, was mir alles gegeben wurde, irgendwie was machen und auch was machen, was sinnvoll ist. Und den Antrieb hatte ich immer und den habe ich auch weiter. Und wenn ich das manchmal nicht habe, dann helfen mir tatsächlich die Leute, für die ich verantwortlich bin. Also ich gucke mir dann einfach die Menschen an und werde dann auch manchmal so angestupst. Von den Menschen, die mit mir arbeiten, die ja auch die Hoffnung haben und die ja auch den Weg sehen und die ja auch was verändern wollen und die tragen mich dann weiter und, ich singe auch und habe auch einen Singkreis und, Kann dann auch Kraft für mich schöpfen von anderen Dingen und auch aus der Kunst. Aber grundsätzlich stelle ich mir wirklich die Frage in der Tiefe nie. Also ich glaube, das, was mir ganz oft hilft, ist, also ich würde sagen, ich war so vor 10, 15 Jahren, weil ich hatte einen starken Hand zum Idealisten. Ey Mensch, es könnte doch alles so einfach sein. Und Mensch, wir müssen doch das und das machen und dann arbeitest du das durch und je älter du wirst, desto mehr zoomst du irgendwie raus aus der Welt irgendwie. Du zoomst immer raus und du denkst, Alter, wie groß und komplex ist diese Welt. Wenn es einfach nur so wäre, dass es bei der Welt des 18-jährigen Jönnes geblieben wäre, dann hätte man vielleicht sogar gesagt, ja, das kriegt man doch irgendwie hin. Und irgendwann dann haut man sich seine Hörner ab. Und was mir irgendwann echt geholfen hat, war, das, was ich tue, nicht aus der Erwartung heraus, unmittelbar etwas zu verändern oder. Die Bestätigung oder die Belohnung durch die Veränderung zu bekommen, darauf zu warten, sondern eher rein aus der Verpflichtung der Notwendigkeit heraus. Und ... Das, was mir dann doch wieder irgendwie auch eine emotionale Hoffnung bringt, ist zu merken, zu schauen, wo standen wir, vor 10, 15 Jahren, wo stand ich vor 10, 15 Jahren, was habe ich vor 10 Jahren geglaubt und gedacht und ich erinnere mich an die Alben, an die Bücher, die mich geprägt haben. Und plötzlich fällt mir auf, dass dieser Veränderungsprozess einen so langen, wie sagt man, einen so langen Schwanz hatte, so einen langen Weg hatte, um dahin zu kommen, wo ich jetzt bin. Und da merke ich immer wieder, Veränderung entsteht nicht über Nacht. Und deswegen sollten wir nicht auf die Bestätigung der Veränderung warten, sondern uns vielmehr auf die Verpflichtung der Notwendigkeit konzentrieren und fokussieren. Und bei dem zu bleiben. Und das, was mir am Ende immer wieder hilft, ist immer wieder mich zu fragen. Was liebe ich? Und das will ich der Welt zeigen. Ich will mehr Menschen, die zeigen, zeig mir, was du liebst und das gar nicht so sehr aus dem Veränderungsprozess heraus, sondern vielmehr steck mich mit deiner Leidenschaft an, steck mich mit deiner Hoffnung an, und dann in aller Geduld, Demut, diesen Weg dann zu gehen und da hilft es mir, mich erstmal auf die Notwendigkeit zu fokussieren. Danke. Also ich finde das keine schlechte Antwort, aber ich habe manchmal das Gefühl, dass die Notwendigkeit für Veränderung uns eigentlich alle anschreit und sich aber trotzdem wenig verändert. Und also ich weiß jetzt nicht, ob ich einfach, wir sind doch ungefähr gleich alt, würde ich so schätzen. Also meine Hörner sind noch nicht abgestoßen. Ich finde eigentlich, dass schon diese Welt schreit nach Veränderung. Und das ist eigentlich die Zeit und ich habe auch das Gefühl, dass so Gegenwartsanalysen immer mehr an den Punkt kommen, dass es eigentlich ganz anders geregelt sein müsste global, um bestimmte dann Klimaziele kann man irgendwie, sich anschauen, man sieht, dass Konflikte zunehmen, weil um Ressourcen gekämpft wird und da finde ich, also da stellt mich die Antwort jetzt nicht zufrieden dann für mich so irgendwie Aus der Hinsicht verstehe ich das total und komplett ähm. Also du sagst quasi, hey Mensch, würdest du sagen, die Notwendigkeiten steigen? Also um deinen Punkt zu verstehen. Ich finde, dass die, ich sage mal, ungerechten Strukturen und die Folgen von so einem, ressourcenraubenden Wirtschaftssystem, dass die immer stärker zutage treten und immer weniger verleugnet werden können. Und immer mehr Menschen verstehen das. Und daraus entsteht ja eine Konfliktsituation, weil dann gibt es ganz unterschiedliche Interessen, ob die dann von rechts- oder linkspolitisch unterschiedlich sind oder von Nationen unterschiedlich oder Organisationen. Aber da ist ja was in der Luft. Also wir leben ja in einer explosiven Zeit. Und da ist für mich schon die Frage, wie kann man da friedlich, aber mit Wirkung irgendwie Veränderung einüben? Das wäre für mich das Schöne, was wir bräuchten. Ja, um kurz darauf einzugehen, genau, weil ich würde auch, wie gesagt, sagen, die Notwendigkeit streit uns an und auch das Bewusstsein wächst und dementsprechend natürlich auch das Konfliktpotenzial oder auch die Auseinandersetzung damit. Und ich würde sagen, allein, dass dieses A-Bewusstsein wächst, B, auch das Konfliktpotenzial wächst, gibt mir sogar Hoffnung, weil wir plötzlich ins Gespräch kommen. Was mich manchmal frustriert, ist der Gedanke, wow, ich dachte, wir wären schon viel weiter oder ich habe manchmal das Gefühl, wir haben Dinge vor, ich sage mal, vor acht Jahren als selbstverständlich angesehen, die wir heute, um die wir heute wieder kämpfen müssen. Ringen müssen, würde ich eher sagen, aber die. Ich merke immer wieder, die Menschen, die mich am meisten geprägt haben, die Menschen, die mein Denken verändert haben, waren nicht die Menschen, die bemüht waren, mein Denken zu verändern. Und ich merke aber immer wieder, wie gesagt, ich merke den 18-jährigen Jonas Idealisten in mir manchmal in Gesprächen, Begegnungen, wo ich so denke, ja, du musst das doch checken. Und ich merke, ja, damit tue ich mir einen Gefallen, weil ich mein Bedürfnis stille. Manchmal ist es auch ein Umgang mit Angst, zu sagen, bitte nimm mir meine Angst und verändere deine Ansicht. Und dann denke ich aber immer wieder, ja, die Leute, die mich am meisten geprägt haben, waren nicht die Leute, die bemüht waren, mein Denken zu verändern, sondern die etwas vorgelebt haben, was mich inspiriert hat. Und das, was ich gerade meinte, war, ich sehe die Notwendigkeit und die verpflichtet mich, deswegen tue ich, was ich tue, aber ich habe nicht, oder vielleicht sage ich es anders, ich glaube vielleicht, dass ich die größten Früchte meiner Arbeit vielleicht gar nicht mehr erleben werde. Und das macht mich demütig und das nimmt mir auch ein bisschen dieses Stieren auf die unmittelbaren Erfolgserlebnisse vielleicht. Und deswegen fokussiere ich mich so sehr auf die reine Verpflichtung der Notwendigkeit. Ich würde da auch gerne nochmal was zu sagen. Also wir sind jetzt sehr philosophisch geworden und auch sehr persönlich. Was ich die ganze Zeit im Kopf habe, ist was ganz Einfaches. Ich bin Kind Gottes. In mir leuchtet ein Licht und dieses Licht strahlt. Ich will es nicht, wegsperren und ich will nicht sagen, das ist gar nicht da. Es ist irgendwo in mir drin und das sagt mir immer wieder, steh auf, tu was, mach was, lasst uns zusammenkommen. Also das ist einerseits so dieses, ja, wenn ich auf mich schaue und dann kann man die Frage auch irgendwie auch nochmal ein bisschen kollektiv denken. Und wir müssen das als Menschen oder wir wollen als Menschen doch überleben. Und wir wollen das zusammentun. Also ist das doch super, wenn wir zusammen schöne Dinge machen, die Welt so gestalten, wie wir sie gerne gestalten möchten für unsere Kinder und für die Generation danach. Und das ist eine Verantwortung, die ich auch spüre. Und ich mache es auch sehr gerne. Also ich fühle mich da total in meinem Element, zu sagen, wir machen das, wir schaffen das zusammen. Und wir werden stark und resilient. Und wir haben tolle Zukunftsvisionen, die wir gemeinsam haben und wo wir darauf zuarbeiten. Ich wiederhole sehr ungern unschöne Dinge zum Beispiel auch. Also es gibt eine ganze Menge Sachen. Ja, du hast Wörter benutzt, raubt die Kapitalismus. Ich schwinge da total mit. Ich bin voll bei dir. Aber ich gucke mir dann auch manchmal gerne das an, was wirklich klappt, was so richtig schön ist, was mir Hoffnung gibt. Ich lobe total gern, manche Leute, die werden völlig durcheinander, wenn ich gerne vom Herzen oder auch aus mir raus sage, boah, das war so richtig schön, das hat mich berührt. Also diese Anerkennung, die einfach aus mir raussprudelt manchmal. Ich glaube, das ist irgendwie auch in mir und das ist Gottes Licht, was durch mich scheint. Was ist einfach da? Und das will ich nicht löschen oder dimmen. Und das gibt mir die Kraft, weiterzumachen. Ich schreibe super gerne Songs. Also ich bin Juristin und Ethnologin. Ich habe eine Doktorarbeit geschrieben über das Recht auf Wasser und den Zugang zu Wasser, weil das eines der wichtigsten Ressourcen ist, die wir hier auf der Welt haben. Ich beschäftige mich sehr viel mit Klimawandel und man kann da tatsächlich sehr schnell die Hoffnung verlieren, muss ich ganz ehrlich sagen. Also auch mit den ganzen Nachrichten, die wir heutzutage haben. Aber schauen wir doch mal auf das, was wir haben. auf das, wo wir hier gerade sitzen, das hier und jetzt, die wunderschönen Bäume, die wunderschönen Menschen, die links und rechts neben uns sitzen, diese ganze Kraft, diese ganze Freude, das ganze Interesse. Und ist das nicht genau das, was uns dann zusammenbringt und wirklich gemeinsam auch was schaffen lässt, erschaffen lässt? Ich habe einen Song, den habe ich, der ist von meinem aktuellen Album. Und das war vor der Veröffentlichung einer meiner absoluten Lieblingssongs. Der Song heißt noch nicht am Ende und das Spannende ist, ich, konnte lange Zeit diesen Song nicht mehr spielen, weil der fängt mit der Zeile an, wir schreiben hier gerade Geschichte, denn wir sind nicht mehr, wo wir waren. Wir haben schon so viel überwunden und du, Gott, gehst mit von Anfang an. Und diesen Song habe ich geschrieben in der Dankbarkeit, im Staunen, von wo wir kommen, wo wir jetzt stehen und was wir schon errungen haben. Ich habe dieses Lied 2022 geschrieben und das war das Jahr, wo im Iran die Frauen auf die Straße gingen, wo irgendwie Bewegung drin war, wo ich so das Gefühl hatte, wow, wir haben uns hier echt einiges errungen, was vor 20 Jahren, teilweise vor zwölf Jahren schon undenkbar war. Und wir haben schon so viel überwunden und du gehst mit von Anfang an und dann kam 2023 und dann kam 2024 und ich dachte, wenn ich jetzt singe wir schreiben hier gerade Geschichte, denn wir sind nicht mehr wo wir waren und wir haben 40% AfD in Sachsen-Anhalt und wir fragen uns so. Oder sind wir doch wieder da wo wir mal waren und das was du gerade gesagt hast, das ist das, was so wichtig ist. Wir haben den Hang, wir haben die Tendenz dazu. Es ist sehr einfach und es ist sehr einfach, in Schwarz-Weiß zu denken und zu sagen, alles, was wir errungen haben, ist dahin. Und es ist super leicht zu sagen, alles ist super und wir leben in der Moderne und wir sind so progressiv. Aber wir wissen, wir merken ja auch immer wieder, dass die Welt nicht schwarz-weiß ist und dass viele Dinge einfach komplexer sind und, Sich auf sowas zu fokussieren, auf die Schönheit, heißt nicht, das Negative, die Probleme wegzuschieben, sondern es heißt einfach nur, einfach zwischendurch auch mal wieder durchzuatmen, und sich wieder Mut für Veränderung zu machen. Den Glauben an Veränderung nicht zu verlieren, den Glauben, den bewahren wir uns, indem wir auch zwischendurch immer wieder mal den Fokus setzen auf das, was wir errungen haben. Und ich habe das Konfliktpotenzial angesprochen und ich würde sagen, das ist tatsächlich zum Beispiel auch ein Zeichen dessen, dass ein Aufschrei kommt, wenn Menschen. Auf dem Meer ersoffen werden und dann sagen Leute, was geht ab, was machen wir hier, was passiert hier? Und allein das gibt mir extrem Hoffnung, dass da Menschen sind und nicht wenige, die sich empören. Und auf die will ich mich irgendwie ein Stück weit auch fokussieren und die nicht aus den Augen verlieren, denn die machen mir auch extrem viel Mut. Ich muss ein bisschen dazwischen grätschen, weil wir so langsam auf die Uhr schauen müssen, damit Jonas seinen Auftritt auch macht. Danke, dass ich euch das zumuten durfte. Ihr konntet euch nicht wehren. Ich meine, wer ins Mikro reinspricht, hat auch Macht, dieses Gespräch zu prägen. Ich will euch kurz erzählen, was mir in den letzten Wochen am meisten Hoffnung gegeben hat, weil ich finde, das bündelt relativ gut, was wir so hier besprochen haben. Ich war vor jetzt vier Wochen auf einem Zeltlager. Megacamp heißt das und ich war verantwortlich für ein Teenie-Lager. Da waren so 40, 50 Teenager, mein Team und ich. Und wir waren das Institut für Zukunftsforschung. Das war unser Motto. Das heißt, wir hatten alle so Laborkittel und Klemmbretter und haben die Zukunft erforscht. Und ich habe mich das erste Mal mit Zukunftsforschung beschäftigt, dann in der Vorbereitung. Und der Leitsatz, der drüber stand bei uns im Lager, war, den haben wir uns am ersten Tag so richtig verinnerlicht, Die Zukunft gibt es nicht, weil es immer verschiedene Zukunfte gibt. Also es gibt unendlich viele Szenarien und es sind so viele komplexe Komponenten, die da reinspielen, was dann irgendwann mal als Gegenwart beziehungsweise Vergangenheit gesehen wird, dass es diese eine Zukunft, diese vorgeschriebene Zukunft, dass es die nicht gibt. Und wenn das so ist, dass es unendlich viele Zukunfte gibt, dann haben wir immer auch die Möglichkeit, sie mitzugestalten. Und das heißt nicht, dass es einzelne Leute sind, die dann die Zukunft gestalten, sondern wir alle können mit dem, was wir tun, mit dem, wer wir sind, mit dem, wie wir mit anderen umgehen, diese Zukunft mitgestalten und somit auch Einfluss nehmen. Und wir haben dann noch ganz viele verrückte Spiele gemacht und so einen großen. Erlenmeierkolben gebaut, der Feuer spucken und Rauch dampfen konnte. Also war richtig Spektakel. Aber für uns war eigentlich so wichtig, den Teenagers, den Jugendlichen mitzugeben, Das, was ihr tut, das hat einen Einfluss auf die Zukunft. Das entscheidet nicht über sie, aber das hat einen Einfluss. Das ist eine super wichtige Botschaft. Und das ist dann auch ganz egal, wie wir uns jetzt zu diesen Konflikten und diesen Themen Zukunftsangst und so einstellen, dass da der eine mehr Handlungsbedarf sieht als die andere. Völlig geschenkt. Aber dass man in Aktion kommt, das ist, glaube ich, wichtig. Und deshalb würde ich euch jetzt nochmal einladen zur letzten Runde. Überlegt mal die Zukunft vom nächsten Jahr. Wo wollt ihr euren Teil irgendwie beitragen, um die Zukunft möglichst gut, also so auf einer Skala von 1.000 bis 1.000, so 995 oder so, das was dahin entwickeln. Wo wollt ihr euch einbringen? Was habt ihr euch vorgenommen jetzt fürs nächste Jahr in dem Jahr, in dem dann Heilbronn die grüne Hauptstadt Europas ist? Genau, das würde mich noch interessieren, so als Schlusswort. Und dann geht es weiter mit den Songs bei Songs of Hope and Beauty. Ich kann mal anfangen. Ich glaube, bei mir ist es am offensichtlichsten. Ich wünsche mir für nächstes Jahr für mich persönlich, dass ich weiterhin gut und stark die Projektleitung Grüne Hauptstadt leben kann, sodass eben dieser Anker sich hier in der Stadt entfaltet. Also dass hier in der Stadt Heilbronn einfach Umweltthemen, Gesprächsthemen sind und Menschen bewegt und Menschen zusammenkommen im, Namen der Umwelt und Dinge gestalten, ganz konkret lokal hier Dinge gestalten, die, der Natur was Gutes tun, Menschen was Gutes tun und die Welt von morgen positiv gestalten. Äh, ich schreibe gerade am vierten Album und dementsprechend ist das, würde ich mir wünschen, ich hätte es so konkret wie in deinem Job, aber ich glaube, ich habe den Anspruch oder den Wunsch, dass ich wirklich mit diesem Album wieder es schaffe, das zu erklären, was ich liebe, das zu erklären, was mir Hoffnung macht, um mir selber auch wieder Hoffnung zu geben. Und dass ich dem gerecht werde, was für mich der Rede wert ist, noch besser, was für mich des Singens wert ist, weil das finde ich auch immer wieder eine spannende Frage bei all dem, was passiert, immer wieder sich zu fragen, was ist für mich persönlich gerade absolut der Rede wert und das hilft mir immer zur Orientierung. Ja, Bäm! Ich habe gestern erst mir einen Kalender gekauft für 2027 und habe die ersten Termine eingetragen. Deswegen fällt mir diese Frage zu beantworten sehr schön leicht. Ich freue mich sehr auf den Kirchentag und da werden wir als Band auch auftreten. Und ich habe die Vision, dass ich Menschen aus Uganda, aus Tansania, aus Kenia, aus Sanzibar, aus Luxemburg, aus Bonn, aus München, aus Passau alle zusammenbringe, um wieder gemeinsam Workshops zu machen, wieder gemeinsam aufzutreten und einfach, Raum zu schaffen für all diese wunderschönen, guten und mutmachenden Perspektiven, die uns weiterbringen. Und wir können uns auch gegenseitig helfen, connecten. Ja, und herzlich willkommen auch in Bonn. Die Band hat jetzt ihren Sitz in Bonn. Und am 10.10. Sind wir auch bei dem Fest der Vereinten Nationen, wo wir auch versuchen, Menschenrechte, Klimagerechtigkeit und ähnliches voranzubringen. Also kommt und unterstützt uns mit euren Vibes, eurer Freude und der Gemeinschaft, die wir jetzt alle zusammen schon sind. Ich freue mich auf ganz viele Momente wie diesen, wo Menschen miteinander im Gespräch sind und versuchen, irgendwie mit dem Leben, mit der Zukunft, mit allem Schönen, mit allem Hoffnungsvollen klarzukommen und das irgendwie größer werden zu lassen. Vielen Dank, Jonas, Julia, Anne, Christina, dass ihr euch hier gezeigt habt, ihr euch diesen Themen stellt. In euren Kontexten wünsche ich euch alles Gute und immer wieder die Energie weiterzumachen, Verbindung zu suchen mit Menschen und das Hoffnungsvolle und das Schöne zu finden in dieser Welt. Und damit beenden wir diesen Panel-Talk. Vielen Dank fürs Zuhören. Wir sind gespannt, noch von euch in den Gesprächen danach ein bisschen was mitzukriegen. Wir hoffen, dass es hoffnungsvoll, hoffnungsstiftend und schön war, uns zuzuhören. Ich glaube, gleich 20 Uhr ungefähr geht es bei Yonnes weiter. Da wird es dann noch schöner, finde ich zumindest akustisch. Und dann haben wir noch einen schönen Abend zusammen. Vielen Dank euch fürs Zuhören. Danke, dass wir hier diese Bühne bekommen haben. Dankeschön. Ja, der Jingle hat zu früh gespielt, dann habe ich mein Handy weggeworfen. Also stellt euch den vor.