So, hallo zusammen. Mein Name ist Jason und ihr seid bei Schöner Glauben heute, mit nochmal einem Format Interview Talk. Sprich, ich habe Gäste da, nämlich Deborah und Sarina. Und die beiden haben ein tolles Buch geschrieben, wie ich finde. Das Buch heißt Alles bisschen viel. Ich mag den Titel sehr. Und genau, wir sprechen heute drüber. Deborah und Sarina, schön, dass ihr da seid. Grüß euch. Danke. Wir freuen uns total, dass wir hier sein dürfen. Vielen Dank für die Einladung. Für diejenigen, die euch noch nicht kennen, möchtet ihr kurz ein bisschen was sagen? Also ich vermute, dass wir sowieso gleich im Laufe des Talks noch sehr viel, über euch als Menschen kennenlernen. Aber vielleicht mal so als Einstieg, möchtest du ein paar Sachen zu euch sagen? Deborah, wenn du magst, fang mal an. Ja, also ich bin aufgewachsen im schwäbischen Raum nahe Stuttgart, wie das ja alle Schwaben so gerne sagen. Und kam dann zum Studium hierher nach München. Und da habe ich die Sarina kennengelernt. Wir haben zusammen Kommunikationswissenschaft studiert und ich hatte noch als Nebenfächer Japanologie und Sinologie. Damit mache ich jetzt gar nichts mehr. Im Moment arbeite ich oder die letzten Jahre arbeite ich an der Hochschule München und bin da eine Referentin an einer Fakultät. Und jetzt mache ich noch seit einem halben Jahr, bin ich noch an der Ludwig-Maximilians-Universität, also da, wo wir auch studiert haben, an der anderen Fakultät mache ich Web-Koordination, und wenn dann noch ein bisschen Zeit bleibt, dann schreibe ich. Und genau, wir haben in den letzten Jahren drei Bücher zusammengeschrieben und das hat sehr viel Spaß gemacht. Ich bin verheiratet, ich habe zwei Töchter, die sind Teenager, und wir wohnen im gleichen Viertel praktischerweise und von daher ist das Zusammenarbeiten und auch einfach so unsere Freundschaft leben. Sehr einfach die letzten Jahre gewesen. Und genau, ansonsten, ich bin in einer Gemeinde aktiv, die ich damals vor knapp 20 Jahren mit meinem Mann und so ein paar anderen gemeinsam gegründet habe. Das ist die City Church München. Und da bin ich auch immer noch aktiv im Lobpreis. Und auch so, genau, ich glaube, das ist mal so das Wichtigste zu mir. Ich bin Sarina. Und ich habe auch Kommunikationswissenschaft studiert vor langer Zeit und ich habe schon immer geschrieben. Ich habe schon als Kind gerne geschrieben und meine Deutschlehrer genervt mit 15-seitigen Aufsätzen, die sie dann korrigieren mussten und bin auch beim Schreiben geblieben. Ich habe Journalistin gelernt und bin dann zum Bücherschreiben gekommen, was mir wahnsinnig viel Spaß macht. Und außer Schreiben, mache ich noch tausend andere Sachen gern ich bin Spezialistin in sehr wenigen und kann aber alles so ein bisschen und interessiere mich auch für alles, was wieder gut zu meinem Beruf passt weil man da viele Leute trifft und immer so ein bisschen Ahnung von allem kriegt ich wohne mit meiner Familie wir haben drei Kinder, in einem Wohnprojekt mit 300 anderen. Also es ist in meinem Leben immer viel Begegnung und Beziehung. Ich bin ehrenamtlich im CVJM in München aktiv. Das ist eine große Jugendorganisation. Da bin ich im Vorstand seit vielen Jahren. Und ich liebe meinen Schrebergarten, unseren Schrebergarten. Da wachsen super viele Sachen. Und neulich haben wir einen Brief gekriegt. So einen Schimpfbrief vom Gartenverband wegen Wildwuchs. Und das hat mich total beleidigt, weil ich finde, das ist total toll da. Es wächst einfach sehr viel, so eine Interpretationssache. Ja, Deutschland. Bahn funktioniert nicht. Wir werden hier quasi abgefackelt von der Hitze, aber wehe, da ragt ein Ast drüber. Ja, ist schlecht. Dann gibt es einen Brief, mindestens. Wegen Pflegerückstand. Ja, ja. Ob die Alten in den Altenheimen da abnippeln, weil es zu heiß ist, aber Pflegerückstand in den Schrebergarten. Man muss die Prioritäten klar haben. Ich finde es voll spannend, dass ihr schon so viele Bücher zusammengeschrieben habt möchtet ihr mal ein bisschen erzählen wie kommt man dazu, Bücher zusammenzuschreiben ich stelle mir das auch recht kompliziert vor, aber das hört sich jetzt an dass es für euch eine gute Erfahrung war, Ja, absolut. Also wir wollten das eigentlich schon, seit wir uns kennen und das tun wir ja jetzt auch schon seit 25 Jahren und das war immer so unser Traum. Aber du weißt ja, wie das so ist mit den Träumen. Das wird meistens dann doch nicht in die Realität umgesetzt. Aber da kam dann die Corona-Zeit ganz praktisch dazu, wo wir dann dachten, so jetzt machen wir es doch. Weil außer Sauerteig backen und, weiß ich nicht, Fern-Online-Unterricht und so, war ja dann nicht viel los. Und dann haben wir gedacht, komm, jetzt machen wir das. Und wir hatten uns halt immer wieder auf den Spielplätzen oder nachmittags zum Kaffeetrinken getroffen. Dann dachten wir, jetzt können wir die Zeit eigentlich auch mal nutzen. Und dann haben wir, damals hat uns eine Frage sehr beschäftigt. Da ging es darum, dass unsere beste Freundin Mirjam, also wir sind zu dritt eigentlich beste Freundinnen und die wohnt auch hier mit uns und die kennen wir auch schon genauso lang. Und wir haben immer so unser Leben miteinander geteilt und da ist ihr Mann an Darmkrebs erkrankt und ist dann auch gestorben. Und sie hatte drei kleine Jungs und für uns war das so eine zentrale Frage. Hey, wie gehen wir jetzt damit um? Was macht das mit unserem Glauben, wenn man so eigentlich immer so Vollgas gibt fürs Reich Gottes und dann passiert was, was einem so richtig einen Boden unter den Füßen wegzieht. Und diese Frage haben wir dann in einem Buch verarbeitet unter dem Titel Das hatte ich so nicht bestellt. Und da haben wir elf Frauen porträtiert, die, sage ich mal, unterschiedlich dramatische Sachen erlebt haben, die so ihren Glauben auch erschüttert haben, mehr oder weniger, und was das mit ihrer Beziehung zu Gott gemacht hat und mit ihrem Verständnis von einem gesegneten Leben. Und haben da auch Interviewpartner gehabt, so Expertinnen und Experten. Und ja, da haben wir uns das gut aufgeteilt und haben uns dann auch immer mal wieder so abgesprochen. Und beim zweiten Buch war das auch so. Und jetzt beim dritten Buch ging es dann darum, dass wir auch über uns schreiben sollen. Und das war echt die Herausforderung, weil uns selber passiert ja nicht so viel, wie es jetzt in der Bandbreite mit den anderen Leuten, die wir interviewt haben in diesen Einzelgeschichten, passiert. Ja, da muss man erst mal gucken, über was schreiben wir denn da eigentlich? Also wir sind, würde ich sagen, im Nachhinein waren wir dann so, oh, das war ein ganz schönes Wagnis, ist, dass wir so ein großes Projekt zusammen angefangen haben, weil es hätte auch sein können, dass es total Knatsch gibt und dann muss man es ja irgendwie fertig kriegen. Und hätte man mich vorher gefragt, ich hätte jetzt auf gar keinen Fall unsere Freundschaft dafür aufs Spiel setzen wollen. Aber wir sind da ganz naiv rangegangen, dachten, ja, das machen wir schon. Und dann wurde es auch so. Also wir haben festgestellt, wir können echt gut zusammenarbeiten. Wir sind beide ziemlich zuverlässig, so, wenn wir uns was vornehmen. Beide, dann machen wir es schon auch und kriegen das dann fertig. Und Leute erzählen uns alles. Wir sind quasi unsichtbar. Niemand kann sich hinterher noch an uns erinnern, aber sie erzählen uns alles. Genau, mal gucken, wie es dir nachher geht, ob du dich an das Gespräch erinnern kannst. Also ich verrate vielleicht nicht so viel, aber es gibt eine Aufzeichnung von diesem Gespräch. Der einzige Nachteil ist, dass uns beiden die gleichen Sachen nicht so viel Spaß machen, zum Beispiel irgendwelche Formulare, rechtliches, bei solchen Sachen hinterher sein. Aber ansonsten, ja, hat es mega Spaß gemacht. Wir haben uns dadurch auch sehr regelmäßig gesehen. So, wir hatten einen festen Tag in der Woche, wo wir immer zusammen gearbeitet haben. Das war super. Ich glaube, das ist ja auch für Freundschaften manchmal ganz cool, wenn man so ein gemeinsames Projekt hat. Das merke ich zum Beispiel auch hier im Podcast-Team. Da sind ja wirklich einige meiner besten Freunde überhaupt da. Und das, was eben dieser Podcast leistet, ist zumindest, dass ich viel Zeit mit denen verbringe. Das ist voll gut. Also kann dann eine gute, wie soll man sagen, Synergie ergeben. Ja, absolut. Kommt sogar noch was bei rum, aber vertieft Freundschaft, ja. Jetzt habt ihr dieses Buch geschrieben, Alles bisschen viel. Und also ich finde, das ist ja ein Buch, was total ins Konkrete geht. Mein erster Eindruck, als ich das Buch, ich hatte so glaube ich das Vorwort gelesen, der hat sich so ein bisschen direkt zerschlagen, weil in meiner Gedankenwelt ist es so, also, ich fange zu Hause auch schon mal so um vor zehn nochmal so Diskussionen an, was denkt ihr eigentlich nicht über Faschismus und Klimakrise und so, die ganz, ganz, ganz, ganz großen Themen, die kommen bei euch auch im Buch vor, aber es ist eben sehr, sehr konkret. Ich frage mich, wie seid ihr auf diese Idee gekommen, dieses Buch zu schreiben? Was war der Anlass da für euch? Ich würde sagen, wir haben uns, also wenn man so ein Buch schreibt, oder wir, für uns war das wichtig, dass es auch ein Thema ist, was uns selber beschäftigt oder interessiert und was dann, wenn möglich, auch noch ein paar außer uns interessiert, damit es nachher auch jemand kaufen oder lesen möchte. Und dann haben wir einfach überlegt, was ist ein Thema, was uns umtreibt und was viele um uns herum umtreibt. Und ich finde, dieser Satz ist ein ganz gutes Beispiel, der am Ende der Titel geworden ist, weil egal wen wir so fragen und wie geht es gerade so, dann ist fast immer die Antwort, ja, alles ein bisschen viel, gerade viel los, aber geht schon irgendwie. Also so ein Lebensgefühl und dem wollten wir uns ein bisschen, ja, das einfach nicht so hinnehmen, sondern das untersuchen und auch überlegen, wollen wir das so haben? Soll sich das Leben so anfühlen? Und das fängt im Totalprivaten an. Also da geht es erstmal so um mich und wie fühle ich mich. Und das hat ja dann aber auch Auswirkungen auf das nähere und weitere Umfeld. Wie man lebt und was für eine Einstellung zum Leben wir haben. Ja, genau. Und wir haben in dem Buch davor, da haben wir über Neuanfänge geschrieben, und auch schon in unserem ersten Buch gemerkt, dass so das Thema Selbstwirksamkeit total wichtig ist. Und jetzt, wenn man sich so die aktuelle Weltlage anschaut, dann hat man ja auch das Gefühl, hey, ich kann eigentlich ja gar nichts machen. Also eigentlich entweder, ja, ich doomscrolle und habe danach das Gefühl, okay, es geht wirklich die Welt unter oder man blendet das irgendwie aus. Aber wir dachten, das kann ja eigentlich nicht sein, dass das jetzt so die einzige Möglichkeit ist, damit umzugehen. Und wir finden schon, dass wir das Leben gestalten können, dass uns nicht alles nur passiert. Klar gibt es auch Dinge, die liegen nicht in unserem Einflussbereich, aber ein paar Sachen kann man schon machen, um das Leben zu gestalten und auch. Das Leben vollzupacken mit viel Gutem, mit viel Schönem auch irgendwo mit anzupacken. Und da haben wir gedacht, das probieren wir einfach mal ein paar Sachen aus. Vielleicht hilft es ja. Ich mag übrigens auch das Cover sehr. Ich habe gerade nochmal geguckt. Andi Sonnenhüter, ja, der ist ein guter, auf jeden Fall. Wenn man das so genau sieht, es sind so tausende kleine Post-its. Ja, genau. Voll gut, also echt sehr gelungen. Danke. Voll gut, ja, sieht sehr schön aus. Es gibt viele unterschiedliche Themen, die ihr anpackt. Ich möchte mal gerne mit euch so eins davon aufgreifen. Ist auch so ein bisschen so ein Begriff, der mir in den letzten Jahren immer mal wieder untergekommen ist, Mental Load. Vielleicht gibt es auch Menschen, die das noch nie gehört haben. Die sollten das dann jetzt mal hören. Erzähl mal ein bisschen, was verbindet ihr mit dem Begriff? Ja, also das ist im Prinzip so ein Zusammenspiel aus kognitiven und emotionalen Belastungen. Und es ist im Prinzip diese ganzen tausend Tabs, die man so im Kopf offen hat, an was muss ich noch alles denken. Jetzt, wo du gerade auch diese tausend Post-its angesprochen hast, natürlich hat man wahrscheinlich im heutigen Zeitalter nicht mehr tausend Post-its in der Wohnung hängen, sondern eher so diese Handy-Erinnerungen. Ah, jetzt muss ich das machen, jetzt jenes. Und das lässt sich natürlich jetzt nicht so gut auf dem Körper abbilden, aber das ist viel, was jetzt so mein Lebensgefühl auch beschäftigt. So dieses, ich muss ständig an alles irgendwie denken. Jetzt hat man natürlich, mit Kindern dann nochmal mehr Sachen, die man irgendwie organisieren muss oder wo über Schule tausend Sachen reinkommen, die man irgendwie machen muss. Und ich merke aber auch, dass es so dieses Auffangen von diesen unterschiedlichen Bedürfnissen ist, die es dann eben auch noch gibt. Also dass man möglichst alle Interessen auch noch irgendwie unter einen Hut bekommt. Und ja, also deswegen, das ist schon ein Großteil, der jetzt irgendwie so mein Leben ausmacht. Und da haben wir einfach überlegt, hey, kann man das vielleicht auch nochmal irgendwie anders organisieren oder so? Und ich habe zum Beispiel Freunde getroffen, die dieses bei sich, dieses ganze Kehrthema bei sich anders aufgeteilt haben, als das jetzt zum Beispiel bei mir der Fall war. Und da habe ich dann schon auch gemerkt, okay, ich kann mal versuchen, ein paar Sachen anders zu organisieren. Das ist dann am Anfang zwar echt nervig, weil man hat ja schon so einen Wissensvorsprung und bis dann der andere da ist, beziehungsweise dass ich dann nicht Micromanagement mache und sage, nee, du musst das jetzt aber genauso machen, wie ich das jetzt mache, dann auch loslassen zu können. Das ist dann schon ein Prozess, aber ich habe schon gemerkt, dass das gar nicht so schlecht ist, auch zu merken, hey, man kann das auch anders organisieren. Und an manchen Tagen muss ich dann einfach nicht noch abends dran denken auf dem Heimweg, dass ich jetzt noch Brot kaufe oder was ist dann alles da für die, ja, was dann die Kinder in die Schule mitbekommen. Klar, es gibt immer noch viele Sachen, die jetzt irgendwie an mir hängen bleiben oder meine Hoffnung, dass jetzt meine Kinder von sich aus immer an alles denken. Ja, muss ich vielleicht über die nächsten Jahre auch nochmal ein bisschen professionalisieren, aber es war auf jeden Fall mal ein Schritt, die Gegebenheiten so zu hinterfragen. Ich glaube, es gibt wahrscheinlich nicht immer so wahnsinnig viele Paarbeziehungen, wo man sagt, wir wollen nicht gleichberechtigt Dinge aufteilen, die anfallen. So diese Idee, ja, aber das betrifft eben nicht nur die Frage, wer wäscht das Auto und wer bringt den Müll raus oder wer bügelt oder ich weiß nicht, ob Leute heute noch bügeln, aber so Sachen. Also mein Mann schon. Nicht schlecht, nicht schlecht. So Sache, Wäsche oder Kochen, ich glaube, das kann man natürlich aufteilen, aber Mental Load geht dann ja nochmal, also du hast gerade gesagt, das ist dann die Frage, wer plant es eigentlich? Ich glaube, es ist ja auch viel über bestimmte Informationen, die man vielleicht haben kann, also welche Kleidergröße haben eigentlich die Kinder oder Termine und so ein Kram. Können wir nochmal ein bisschen sagen, wie verhält sich das so im Thema Gleichberechtigung? Ihr habt da ja auch viele Sachen erzählt, was das so in Beziehungsdynamiken und so weiter macht. Welche Prozesse ihr da gegangen seid, könnt ihr uns da nochmal ein bisschen mit reinnehmen? Mhm. Also grundsätzlich glaube ich, wenn du jetzt zum Beispiel diese Informationen hernimmst, dann fragt man sich ja auch, sollen jetzt beide in allem immer drin sein? Also Elternportal, keine Ahnung was, was da immer wieder aufpoppt, einfach damit beide gleich Bescheid wissen, ist sowas nötig? Oder ich merke halt, dass es oft auch so damit zu tun hat, naja, ich habe jetzt halt einige Jahre beruflich in Teilzeit gearbeitet, auch weil das jetzt bei uns vom Gehaltsniveau eigentlich sich so angeboten hat, aber da ist eigentlich ja auch schon so eine Krux drin. Ich weiß nicht, wenn jetzt Leute zusammenkommen und die von Anfang an irgendwie gleich viel verdienen, Dann ist es vielleicht einfach nochmal besser, sich das so aufzuteilen. Von daher würde ich sagen, ja, ist es jetzt bei mir schon so, dass ich denke, okay, manche Sachen, die müssen dann halt am Ende irgendwo Sinn machen und vielleicht muss man dann an der einen oder anderen Seite Stelle ein bisschen Abstriche machen. Ich finde es schon ein Riesenthema und finde es gar nicht so einfach, da jetzt so eine Pauschalantwort zu geben. Vielleicht habt ihr eine bessere Lösung? Also wir haben gemerkt, dass es für uns schwierig ist, wenn wir beide in allen Themen gleich drin sind. Einfach wegen dieser Vielzahl an Informationen, die es sowieso schon immer gibt. Und wenn man dann auch noch immer doppelt, also das ist dann noch viel mehr Information, dann denken immer beide drüber nach, okay, mischen wir uns jetzt, in diese Diskussion in einer Eltern-WhatsApp-Gruppe von einer 4B ein. Es reicht eigentlich, wenn einer sich darum kümmert. Wir haben gemerkt, für uns ist es besser, wenn wir uns Themen aufteilen und sich einer halt um eine Sache kümmert. Und wenn man dann dabei Hilfe braucht, dann kann man das ja sagen oder mal ein Elternabend abtreten, wenn es eigentlich mein Ding ist, Elternabende zu machen. Genau. Also es ist eine These von mir, aber ich glaube, dass es einfach noch viel mehr Sachen zu organisieren und zu bedenken gibt, als es vielleicht vor 30 Jahren der Fall war. Aber ich glaube schon auch viel durch Messenger und, Social Media und so, weil es noch viel mehr Themen gibt, über die wir die ganze Zeit nachdenken oder wo wir uns eine Haltung dazu aneignen oder wo wir überlegen, möchte ich bei diesem Gruppengeschenk mitmachen oder nicht. Genau und das merken, also ich glaube, das merken Frauen, aber es merken auch Männer. Das macht auf Dauer einfach so müde, so diese ganzen Entscheidungen zu treffen. Betrifft mich das gerade? Muss ich das entscheiden? Soll ich es jetzt entscheiden? Soll ich es später entscheiden? Soll ich vorher noch bei jemand anderem nachfragen, was der dazu denkt oder die? Und dann wird das alles so riesig und viel im Kopf, sodass man wirklich denkt, ich habe tausend Post-its und ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Ja, Decision-Fatigue ist auch eine, die man da nennt. Ja. Also, ich glaube, das bringt natürlich dann auch nochmal eine zusätzliche Kommunikationsaufgabe mit sich. Also Themen jetzt dann aufteilen. Habt ihr da irgendwelche guten Erfahrungen gemacht, was funktioniert? Also ich habe zum Beispiel gemerkt, dass es oft auf einen Zeitpunkt irgendwie ankommt. Wann sind wir beide, sag ich mal, fit im Kopf und ungestört und wir hatten eine Zeit lang, immer uns Freitag morgens um Viertel nach sieben dann in so einen Café gesetzt und haben, also hier bei uns beim Bäcker, und haben dann so quasi unsere Sachen durchgesprochen, weil das ein Zeitpunkt ist, wo wir, ich hatte schon einen Kaffee intus, mein Mann ist morgens sowieso gut drauf, Abends ist dann meistens der Wartank leer oder ist man irgendwie einfach total geschafft. Und ich war früher mal so ein Nachtmensch, aber mittlerweile denke ich abends, lasst mich einfach alle in Ruhe. Und deswegen, glaube ich, hängt es bei uns auf jeden Fall mit einem Zeitpunkt zusammen, wie wir über Dinge sprechen und auch Sachen aufteilen können. Und das ist dann schon auch mal eine gute Basis. Sarina, hast du noch? Ja, ich finde auch, dass es gut, regelmäßig zu reden und die Termine und so anzuschauen, was liegt gerade oben auf, dass man irgendwie da im Gespräch ist. Und bei dieser Aufgabenaufteilung finde ich auch, dass es gut ist, festzulegen für eine gewisse Zeit und dann kann man sein Projekt mal irgendwie machen. Keine Ahnung, habe ich Wäsche, dann mache ich Wäsche und dann kann man das nach, einem halben Jahr oder einem Jahr oder so dann nochmal auf den Tisch legen und sagen, sind wir jetzt gerade alle noch zufrieden? fühlt sich's fair an, wie wir es aufgeteilt haben. Und ich finde, wenn man darüber im Gespräch ist und es ab und zu sich auch vornimmt, das dann nochmal auf den Tisch zu legen, dann kann ich eigentlich gut damit leben. Dann entsteht nicht so ein Gefühl von Unfairness oder alles bleibt an mir kleben. Ja, man muss einfach viel reden, glaube ich. Ja, ihr habt ein Lebensgefühl in dem Buch beschrieben, was ich auch zum Beispiel aus dem Beruflichen als Lehrer sehr gut kenne. Das ist eben dieses, es wird eigentlich nie fertig. Du bist eigentlich nie fertig. Du hast immer irgendwie noch was auf der To-Do-Liste. Wie ist das bei euch? Also wie erlebt ihr das? Ja, genau so. Also das hängt, glaube ich, einfach mit unserem vollen Alltag zusammen und dass wir aber auch, gerne unser Leben so vollpacken und nicht sagen, ach nee, wir machen nur die allernötigsten Sachen und wenn man dann halt so Freundschaften pflegt, beruflich aktiv ist, in der Gemeinde, Freundschaften und so weiter, dann kann man sich vielleicht auch nicht, oder nee, priorisiere ich persönlich jetzt auch nicht, dass zum Beispiel immer die Wohnung tipptopp ist. Also andere sagen dann halt vielleicht zu anderen Sachen eher mal nein und ich denke immer ah ja, das geht schon und das hat dann den Effekt, dass ich. Volle Schubladen habe, die immer irgendwie so ein bisschen haken und, es wahrscheinlich sinnvoll wäre, so systematisch auszumisten und so weiter, sich das mal alles anzuschauen und das hängt aber ja alles irgendwie miteinander zusammen. Also das zieht ja dann auch immer so einen Rattenschwanz nach sich Weil wenn ich in der Wohnung ausmüsse, dann müsste ich ja die Sachen in den Keller tun. Da ist aber auch schon voll. Also wann mache ich das? Und deswegen ist es bei mir, bin ich da jetzt kein gutes Vorbild, zu sagen, nein, meine To-Do-Liste ist dann immer abgehakt, weil es kommen ja halt dann doch irgendwie immer mal wieder neue Sachen reingeflogen. Schöne Sachen, so wie jetzt zum Beispiel dieser Podcast. Aber auch natürlich Sachen, die einfach irgendwie so dazugehören. Ich habe während der Arbeit an dem Buch ganz viel hinterfragt, was eigentlich mein Anspruch ist. Also die To-Do-Liste betreffend, aber ich würde sagen auch noch weiter. Ich habe gemerkt, in mir ist immer so eine Sehnsucht nach, wann ist endlich mal Ruhe? Wann bin ich fertig mit allem und wann gibt es keine Probleme mehr? Und, ich habe festgestellt, es wird nie sein. Aber ich habe trotz, also das wusste ich vorher natürlich rational schon, aber ich habe gemerkt, ich habe eigentlich immer so eine innere Erwartung, so müsste es eigentlich alles fertig und gut sein. Und wann ist es denn endlich? Und dann habe ich da eine Weile drüber nachgedacht und entschieden, ich möchte mich verabschieden von diesem Anspruch, dass es mir erst gut gehen kann oder ich mich an was freuen kann, wenn dieser Punkt erreicht ist, wenn Ruhe ist, wenn alles fertig ist, wenn es endlich allen gut geht, wenn es, keine Ahnung, alles passt im Leben. genau, weil, das wird so lange wir hier auf dieser Erde leben wahrscheinlich nicht so sein und ich finde das macht schon viel aus, wenn wir da an unserer Haltung arbeiten, dann kann man nämlich viel besser den Moment nutzen und denken ja, keine Ahnung, die Wohnung schaut aus oder ich muss nachher noch tausend Sachen machen, aber jetzt kann ich hier sitzen und einen Kaffee trinken und habe ein schönes Gespräch und es ist total gut ähm, Ja, ich habe für mich gemerkt, es geht ganz viel darum, Spannung auszuhalten im Leben. Die geht irgendwie nicht weg und ich finde Mental Health und diese vollen To-Do-Listen, die sind ein Thema davon, wo man merkt, es zieht und zehrt an uns. Und wir können aber nicht darauf warten, dass es aufhört zu ziehen und zu zerren, weil das wird wahrscheinlich erstmal nicht so werden. Und ich finde auch, ich habe jetzt auch nochmal so gemerkt, dass es auch Momente gibt, die das Leben so schön und so reich machen. Die würde man vielleicht auch manchmal so einsortieren unter Oh, das nervt jetzt oder das hätte jetzt doch jetzt nicht sein müssen. Aber die machen auch so dieses echte Leben aus. Also wir waren zum Beispiel, im Urlaub und hatten eine befreundete Familie in Frankreich besucht und da ging es eh schon mal drunter, drüber. Die hatten total viele Kinder und so. Dann wollten wir uns eigentlich nur nochmal, hatten wir noch zusammen gefrühstückt und wollten dann los und plötzlich ging da so ein Wasserrohrbruch los und wir haben dann überall versucht, das Wasser noch aufzufangen, aufzuwischen. Der eine Sohn ist los, der musste zum Abi und dann, also das war wirklich so eine absurde Situation, aber das ist im Nachhinein voll mein Highlight von diesem ganzen Urlaub gewesen, weil es irgendwie so, wir haben da zusammen echt irgendwie das Wasser aufgewischt und gemerkt, okay, so ist das Leben. Ja, und ich glaube, es hängt viel mit unserer Haltung zusammen, wie wir so auf das Leben gucken. Bin ich dann irgendwie verbittert oder ärgere ich mich permanent nur, bin ich nur genervt, dass immer kaum hat man irgendwo ein Problem gelöst, poppt schon wieder das nächste auf oder kann man das auch mit ein bisschen Humor sehen? Ich denke zum Beispiel auch an dein Meerschweinchen. Ja, da ist irgendwie ein Meerschweinchen gestorben. Okay, Sarina über Kleinanzeigen das nächste Meerschweinchen besorgt, das im Halbdunkel übergeben worden ist und dann festgestellt, oh, das hat irgendeinen komischen Pilz an den Ohren. Okay, was mache ich jetzt? Also so ist aber unser Leben und das macht es auch total schön und reich, finde ich. Ich habe gerade noch so überlegt, wo ihr das sagtet. Ich habe irgendwann angefangen, auf meine Spiegel tatsächlich die To-Do-Listen zu schreiben und das Coole ist dann, du kannst es eben ab und zu einfach wegwischen und dann ist sie halt nicht mehr da. Ja, sonst habe ich den Eindruck, ich habe schon sehr häufig dann im Blick, im wahrsten Sinne des Wortes, was da noch alles steht, aber kannst du halt wegwischen, dann ist das eben auch mal so eine Zeitinsel. Eine Sache, die ich cool fand, ihr habt dann noch ein Kapitel gehabt, wo ihr, ich würde jetzt mal sagen, das das eigene Leben, so wie so eine To-Do-Liste, also Stichwort Selbstoptimierung, dass man versucht, ständig zu gucken, ich habe mal aufgeschrieben, so die beste Version seiner selbst zu werden, da seid ihr sehr stark, also ich muss sagen, Ihr habt immer kapitelweise unterschiedlich geschrieben. Ich habe mir nur nicht gemerkt, wer jetzt welches Kapitel geschrieben hat, aber das wisst ihr dann. Abschied von der Selbstoptimierung. Könnt ihr da nochmal erzählen, wie, also. Ich glaube, das ist ja auch eigentlich so eine christliche Geschichte, ja, also so diese Heiligung, du startest im Glauben und dann geht es doch eigentlich darum, dass du ein Stück weit besser wirst. Und jetzt sagt ihr Abschied von der Selbstaktionierung. Krass. Also ich weiß ehrlich gesagt gerade gar nicht mehr, ob ich das geschrieben habe oder ob du das geschrieben hast oder wo das eigentlich überhaupt auftaucht. Das war, glaube ich, kein eigenes Kapitel. Aber also ich glaube, dass wir, hatte ich ja vorhin schon gesagt, dass wir schon auch Dinge tun können, gute Entscheidungen treffen, wie wir unser Leben gestalten können. Aber ich glaube, dass wir, also ich bin auch zum Beispiel ein bisschen geprägt, von Kate Bowler, so eine amerikanische Autorin, die auch dazu einiges geschrieben hat und für die wirklich so ein Wendepunkt auch war, ihre eigene Krebserkrankung und die halt sagt, hey, also es geht nicht darum, jetzt so dein Bestes selbst zu leben, weil viele Sachen haben wir irgendwie so gar nicht in der Hand. Und also wir können oder auch zum Leben gehören ja auch Grenzen, Krankheit, Misserfolg, Trauer, Verlust und so weiter. Und da können wir natürlich nicht sagen, ich lebe jetzt mein bestes Leben, weil ich kann manche Dinge so nicht beeinflussen. Von daher gefällt mir das eigentlich sehr gut, dieser Gedanke. Wir wollen das Leben so als Ganzes betrachten. Und wir können zwar manche Sachen vielleicht schon optimieren, aber dass wir dann am Ende unser bestes Leben leben oder unsere beste Version von uns selber werden, hat jetzt aus meiner Sicht wenig damit zu tun, wie ich mich jetzt selber optimiere. Ich glaube, es war ein Kapitel von Sarina tatsächlich. Da erzählst du. Einem Pfarrer im Ruhestand, nämlich Thomas Römer, diese Frage stellt sich. Ich lese mal einen Satz vor, der mir gut gefallen hat. Da sagst du, wir entsprechen nicht unserem Ideal für uns. Wir schaffen es nicht. Wir finden in dieser Suche nach uns selbst keinen Frieden. Es ist immer Baustelle. Ja, das fühle ich sehr. Ja. Also, ich habe mit dem Pfarrer ein cooles Gespräch geführt und in der Vorbereitung hat er mir ein Buch empfohlen, das fand ich sehr anstrengend zu lesen, von einer Philosophin Isolde Karim. Und ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, weil es war so wirklich sehr komplex, aber was sie eigentlich gesagt hat, war, früher haben wir uns so Obrigkeiten unterstellt und heute unterstellen wir uns, so einem Ideal von uns. Also das ist das, wo wir uns unterordnen und alles danach ausrichten, dass wir so ein Bild in uns haben, wie wir eigentlich sein müssten. Und ich habe sie so verstanden, also wenn ich mich so umschaue, dann denke ich, ja, ich will gern sportlich sein und ich will gern erfolgreich sein und ich will gern schlau sein und ich will gern eine gute Beziehung haben und ich will gern eine super Mutter sein. Und ich will gern, also das will ich alles total gerne. Das will ich auch wirklich alles total gerne. Aber irgendwann ist dieses Ideal, das man dann von sich hat und die Erfahrung, dass man immer daran scheitert, total frustrierend, weil man schafft es nicht alles im Leben immer. Also es ist nicht immer alles bei 100 Prozent. Und was so die Glaubensseite war, die der Pfarrer dann, der Thomas Römer gesagt hat und das mochte ich total gerne, er hat die Geschichte von Jesu Geburt erzählt und gesagt, da war überhaupt nicht alles toll und fertig, sondern das war im Stall so. Die Geburt ist einfach losgegangen und dann war es halt so, wie es war und da ist Gott angekommen und das fand ich ein total schönes Bild, weil ich dachte, oh, das hat so was Tröstliches, dass es schon reicht, wie es ist. Und dann, ich bin jetzt gar nicht dagegen, irgendwie, keine Ahnung, ich nehme mir auch regelmäßig vor, mehr Sport zu machen und vielleicht schaffe ich es auch irgendwann mal. Also mir hat es noch nicht geklappt, aber auch... Aber ich möchte mich nicht knechten lassen von so einem Ideal, das mir die Gesellschaft vorgibt und ich mir dann irgendwann auch selber, weil das nimmt ganz viel Freiheit, würde ich sagen. Und ich finde, da können wir ruhig ein bisschen gnädiger auch auf uns schauen, und das ansehen und sagen, okay, ist jetzt vielleicht nicht so toll geworden, wie ich es mir dachte, wie ich mal bin mit 45. Jetzt ist es, wie es ist und jetzt gucke ich, dass wir damit zurechtkommen. Genau, also ich glaube, diese Selbstoptimierung, mich stört daran, diese Unfreiheit, die da drin liegt. Wo ich denke, nee, so möchte ich nicht leben und ich möchte auch nicht, dass die Leute um mich rum so leben, dass sie immer denken, sie müssten noch leben. Ich habe mich total erinnert an eine, Sarah bei uns aus dem Team. Die ist bei Instagram als Formel-Heretikerin unterwegs. Die hat jetzt in den Ferien beim Freaksock eine von den Naupredigten gehalten und das hat ziemlich geknallt. Das war richtig stark und jetzt, also ganz kurz, die Sarah hat halt verschiedene körperliche Baustellen, Gendefekts und das bedeutet im Grunde gesundheitlich ist eben klar. Das ist, was es ist und es bedeutet chronische Schmerzen und es bedeutet keine Aussicht auf Heilung. Und sie hat dann eben so deutlich gemacht, ja, also diese Vorstellung, dass man erst besser werden müsste oder dass irgendwie die ganzen Baustellen gelöst werden, bevor so das eigentliche Leben anfängt und so, das ist eben, also funktioniert halt nicht. Also es funktioniert für sehr, sehr viele Menschen nicht. Und sie dann auch gesagt hat, naja, die meisten Menschen werden im Laufe ihres Lebens irgendwann an den Punkt kommen, wo sie behindert sind. Und dann ist eben nichts mehr mit ideal. Also diese Vorstellung, diese Erzählung, die hat sehr, sehr große Kanten. Und ihr Take war eben, nee, es geht in diesem Prozess, ist Gott mit drin. Und das hatte ich auch sehr stark rausgehört von diesem, Thomas Römer heißt er, glaube ich, wie du das erzählst. Also da hat er auch sehr, sehr schöne Worte für gefunden. Die habe ich mir hier dickgelb markiert. Könnt ihr ja das Buch kaufen? So eine Special Edition mit der gelben Markierung. Ja, aber cool, auch was du von Sarah erzählst, das spricht mir so total aus dem Herzen, weil ich denke, genau, unser Leben wird nicht perfekt sein und ich hoffe, wir finden Gott und wir finden Schönes und Heiles mitten da drin, in dem, was auch zerbrochen ist oder nicht heil. Voll. Ich mache noch ein weiteres Fass auf. Ihr habt über Stille gesprochen, über Klosterauszeiten und sowas und darüber, was eigentlich passiert, wenn man diese Stille erlebt. Fügt sich für mich auch so ein bisschen aneinander, weil ein Teil von dem, wie ich Spiritualität und christliche Spiritualität vor allem auch wahrgenommen habe, oft ist, naja, wenn es halt noch nicht perfekt ist, dann bete halt und mach stille Zeit und dann wird das schon irgendwie. Also ich mag an eurem Wut, dass ihr eben sagt, nee, nee, Moment mal. Also wenn du jetzt anfängst zu beten, wenn du jetzt in die Stille gehst, heißt es gerade nicht, dass dann auf einmal irgendwie die Glückshormone kommen und es wird alles toll, sondern eher im Gegenteil, dann wird es auf einmal recht schwierig. Aber da weiß ich jetzt auch gar nicht, wer von euch da im Kloster war oder so, aber erzählt mal. Genau, also ich war schon als Studentin im Kloster, aus Versehen eigentlich. Ich habe ein Zimmer gesucht in München und ich hatte im ersten Semester, ich hatte natürlich, also was heißt natürlich, ich hatte nicht so viel Geld und dann habe ich über, die Freundin von einem Freund, von einer Freundin, also es ist wirklich über tausend Ecken, habe ich so ein Zimmer in so einem Kloster gekriegt. Und ich kann mich noch an dieses Vorstellungsgespräch erinnern, weil diese Nonne dann gesagt hat, aber nicht, dass sie das verwechseln. Wir sind kein Wohnheim. Ich so, ja, ja, ja. Ich musste, glaube ich, 150 Euro oder so zahlen. Also es war super günstig. Alles egal. Ich nehme das Zimmer. Und dann habe ich ein Monat im Kloster, ein Monat, ein Semester im Kloster gewohnt. Und es war fürchterlich, weil. Ich war, also es waren noch zwei Studenten da. Eine hatte sich da extra zurückgezogen für ihre Doktorarbeit und die andere für ihr Examen. Also mit denen war nichts anzufangen. Und die Nonnen habe ich wirklich nur getroffen, wenn die gerade nichts sagen durften. Also ich durfte mit denen essen. Das sind Benediktinerinnen, die essen schweigend. Und ich durfte in die Messe. Aber der darf mir auch nicht reden. Und es war wirklich super einsam. Und ich war zum ersten Mal alleine in einer Großstadt. Es war wirklich fürchterlich. Und jetzt hat Debo dann gemeint, als wir das Buch geschrieben haben, du könntest doch zurückgehen. Ich so, jetzt ist es doch vielleicht ganz anders. Da freust du dich doch, wenn mal nichts los ist. Und tatsächlich, ich fand es toll. Ich fand es auch echt schwer, weil ich Stille nicht gut aushalten kann. Und ich habe dort mit einer Schwester geredet und davor auch nochmal mit einem anderen Pfarrer. Und die haben ja beide gesagt, wenn man still ist, dann kommt oft erstmal alles Mögliche hoch, was man sonst halt gerne... Oder wo man halt nicht hinhören möchte, dann macht man sich lieber einen Podcast an, bevor man irgendwie über eine schwierige Beziehung nachdenkt oder über was, was man falsch gemacht hat neulich, wo man irgendwie was kaputt gemacht hat mit einem Satz oder, ja, also in der Stille spült es erstmal diese ganzen Sachen hoch, so Schuld, Scham, schlechtes Gewissen, Hader, also Zweifel. Es ist nicht unbedingt schön. Und es hat mir aber geholfen, das zu wissen. Dann dachte ich, ja, dann ist es jetzt so. Anscheinend ist es trotzdem gut, sich dem auszusetzen. Und. Ich fand es vor allem in dem Gespräch mit den Schwestern, was die erleben, was sie aus Stille irgendwie, was der Effekt ist, das hat mich total überzeugt und in mir so eine Sehnsucht geweckt, dass ich dachte, ja, das fühlt sich vielleicht nicht schön an, aber das ist wie Zähneputzen oder so, das fühlt sich vielleicht auch nicht immer schön an, aber das ist total wichtig, weil wenn man also immer nur drauf lädt an Informationen und an also Reizen und an allem Möglichen, dann kann ja irgendwie nie was reifen oder wachsen oder, also manches braucht einfach Platz und Stille macht so einen Platz für Gedanken oder, dass in der Seele sich sowas zurecht rüttelt und das hat mich total, oh, da habe ich Lust drauf gekriegt. Und ich merke, also es war ein super Format, dort im Kloster zu sein, weil dann ist man nicht alleine. Ich konnte auch mit den Schwestern, so hatte ich Termine, dann konnte ich mit denen sprechen und ich war dreimal am Tag mit denen bei ihren liturgischen Gebeten und habe mit ihnen gegessen, schweigend. Und das fand ich ein gutes Format. Also ich glaube, ich kann mir nicht so gut vorstellen, fünf Tage allein im Wald in einer Hütte zu sein. Vielleicht würde ich mich auch dran gewöhnen, aber ich fand das dann ganz gut, in der Stille nicht Ansprechpartner zu haben und dann auch über das zu reden, was da so hochkommt und zu überlegen, was könnte ich denn für eine Übung machen oder wie könnte ich da jetzt weiterkommen. Kann ich weiterempfehlen. Ich glaube, das ist ja auch so eine Sache, die viele Menschen ausprobieren, selbst die jetzt mit Glaube gar nicht so wahnsinnig viel am Hut haben. Einfach mal eine Woche ins Kloster, zwei Wochen oder irgendwie sowas. Ich finde, die Herausforderung ist ja, wenn man jetzt mal absieht von solchen, Auszeiten, sowas irgendwie ansonsten noch zu leben, wenn du im Alltag bist. Also ich habe, darüber habe ich mit einer von den Nonnen geredet, die ist erst mit, ich weiß das Alter nicht genau, aber sie hatte schon. Sie war vielleicht 40 oder 50 oder so, als sie Nonne geworden ist, also hatte den Vergleich auch zu vorher und hat immer gemeint, also früher hat sie das nicht hingekriegt. Und sie kann sich jetzt auch nicht vorstellen, dreimal am Tag so eine Gebetszeit alleine zu machen. Aber ihre Empfehlung war, kleine Unterbrechungen im Alltag zu machen, eine Minute oder so. Und da hat sie mir zwei Tipps gegeben. Der eine war, einen guten Satz, einen Bibelfers oder einen Zuspruch, auf ein Post-it zu schreiben und irgendwo hinzuhängen, wie an deinen Spiegel, wo man immer wieder vorbeikommt, weil sie gesagt hat, Dann hat man zumindest irgendwie, wenn man es sich angewöhnt, immer nach dem Mittagessen gucke ich da hin. Dann hat man ein paar Mal am Tag so eine Unterbrechung und so eine Ausrichtung. Und das andere war vor dem Essen zu beten, weil sie gesagt hat, das nimmt einen aus diesem Hamsterrad. Das kann ein Satz sein. Danke Gott. Wir sind jetzt hier. Wir haben genug zu essen. Und das macht schon so einen Cut im Tag. Und das fand ich einen total schönen Gedanken. Und wir haben uns jetzt auch angewöhnt als Familie, dass wir beten und davor einmal ausatmen. Machen wir nicht immer, aber einmal tief ein, tief aus. Und ich finde, es macht schon einen Unterschied, weil dann schaufelt man nicht irgendwie rein und ist schon beim Nächsten, sondern dann ist man einmal kurz ganz da und überlegt, stimmt, wir haben echt genug zu essen. Voll schön, sogar lecker. Ja, ist nicht selbstverständlich. Ganz viele Menschen auf der Welt haben das nicht. Und selbst wenn es alle hätten, dann ist es doch trotzdem toll, dass uns irgendwie, dass uns unsere Welt ernährt. Ja, ja. Ja, ich finde, das ist tatsächlich so eine Herausforderung. Also für mich persönlich ist das auch so ein bisschen, dass verschiedene Formen von diesen Unterbrechungen oder Spiritualitätsformen, dass die so ein bisschen verbrannt sind, weil das früher für mich einfach einen völlig anderen Effekt, also da ging es weniger darum, so eine innere Ruhe oder sowas oder eine Auszeit zu spüren, sondern da waren andere Dinge, die da eine Rolle gespielt haben. So Leistungsdruck oder was haben da, welche Dinge meinst du? Ich glaube, so in meiner Jugend vor allen Dingen war das sehr stark auch so ein, wenn du viel betest, dann wird das auch irgendwie im Leben einen Unterschied machen. Also eigentlich so ein Wunschautomaten-Denken. So deswegen so eine da ging es dann um Gebetslisten wo du Singe aufgeschrieben hast, für die du betest und wenn du da regelmäßig für gebetet hast war dann der Glaube ja, das wird Gott dann auch irgendwie so tun was ich sagen würde, ist ein ganz ganz schräges, Gebetsverständnis also als ob der Herrgott im Himmel irgendwie so eine Strichliste hat, so jetzt hat er das 581. Mal dafür gebetet dreimal noch dreimal noch Und dann passiert es. Alles gut. Völlig schräg. Und alles, was mit Unterbrechung und mit Stille und so weiter zu tun hat, finde ich, ist eine gute Alternative. Weil ich würde sagen, das ist ja wirksam. Also Zähneputzen ist auch wirksam und Stille ist auch auf eine Weise wirksam. Das finde ich einen sehr, sehr schönen Zugang. Wo ich denke, hätte ich gerne früher kennengelernt. Also von daher vielen Dank dafür. Ist noch nicht zu spät. Naja, definitiv. Also ich höre so raus, dass du das jetzt auch nicht so als Kind schon, du bist nicht damit aufgewachsen, oder? Mit so einer... Ich nenne es jetzt mal katholischen oder also so mit Stille und Meditation oder so. Gar nicht, gar nicht. Das gab es gar nicht. Ich nämlich auch nicht. Und ich finde es ein bisschen wie so eine Fremdsprache zu lernen. Kannst du das schon gut? Also ich mogel noch ein bisschen. Mein Shortcut ist tatsächlich das Schreiben. Weil das ist die Form von Stille, die mich jetzt nicht so in dieses Bodenlose, fallen lässt, sondern das ist Stille, ja, und da passiert auch sehr viel innerlich, aber es ist eben etwas, da habe ich einen Stift in der Hand, da passiert irgendwie was auf dem Papier, also das gibt mir auf jeden Fall nochmal eine sehr viel stärkere Struktur, wenn ich so sagen kann. Das ist aber etwas, was für mich total effektiv und total hilfreich ist. Wir haben das mal vor Jahren schon angefangen. Doris Dörrier hat so ein Buch geschrieben. Ich vergesse den Titel immer. Irgendwas mit Schreiben und Leben. Und das, was sie aber da macht, ist, dass sie so alltägliche Sachen aufzählt. Also was weiß ich, ein Möbelstück aus deiner Jugend. Und dann ist immer die Idee, dass du zwölf Minuten schreibst, ohne abzusetzen und dann hast du eben mal ein Möbelstück als Schreibimpuls, mal geht es darum, um etwas, was du verloren hast. Und sowas. Und das habe ich sehr, sehr gerne gemacht, mit solchen Schreibimpulsen zu arbeiten. Mittlerweile braucht es nicht mehr, ich kann mich auch so hinsetzen. Das ist, glaube ich, ein guter Zwischenschritt. Für die Fortgeschrittenen, die können das dann ohne und dann hast du richtig stehen. Ja, cool. Absolut, ja. Ein paar Minuten haben wir noch. Ich würde gerne noch über unbequeme Hoffnung. Das hat, glaube ich, Deborah geschrieben, das Kapitel. Genau. Und ich habe sehr gefeiert, weil ich jetzt in den Ferien tatsächlich das Buch von Luisa Neubauer, die kommt ja in deinem KPL vor, das Buch heißt Wenn wir mutig werden, glaube ich. Da geht es auch ganz, ganz viel um Hoffnung. Da dachte ich, lass uns mal gerne einsteigen. Das gefällt mir sehr. Und du gehst in deinem Kapitel, gehst du auf ein Reel, glaube ich, von Luisa Neubauer ein. Genau. Erzähl nochmal kurz, was war da Phase? Ja, das war so, ich glaube, das hat mir sogar Sarina zugeschickt. Das war so ein Neujahrs-Reel von ihr. Und da hat sie im Prinzip gesagt, dass man ja so eine Vorstellung hat von der Hoffnung, dass, ja, das hat da irgendwie so kuschelige, warte mal, ich lese es vielleicht einfach selber kurz vor, nicht, dass ich sie jetzt falsch zitiere. Es gibt eine Annahme über Hoffnung, die etwa so geht. Wenn ich hoffnungsvoll ins nächste Jahr blicke, erwarte ich von diesem Jahr, dass es sich von der besten Seite zeigt, dass es mir immer, wenn ich es brauche, eine gute Nachricht an die Tür liefert. Ich mache es mir mit diesen guten Nachrichten zu Hause gemütlich und mir geht es irgendwie besser. Aber dann sagt sie, ne, echte Hoffnung ist genau andersrum. Sie ist inhärent unbequem. Wir gucken weiterhin. Wir weigern uns in dunklen Zeiten zynisch zu werden. Es ist immer leicht, fröhlich durch die Welt zu laufen, wenn gerade alles gut wird, sagt sie. Aber Hoffnung ist dieses entscheidende Versprechen, was man sich gibt, wenn eben nicht alles gut läuft. Echte Hoffnung läuft zur Hochform auf, wenn es gerade nicht gut läuft. Und ja, das war natürlich zum Jahresanfang total passend, weil wir starten ja in diesen Zeiten auch nicht unbedingt ins neue Jahr und denken, ja, es wird immer alles noch besser, sondern irgendwie denkt man, hey, was noch? Ja, und ich fand das einen coolen Einstieg, weil ich in diesem Kapitel ja aufzeige, was ist denn eigentlich meine Haltung zur Hoffnung? Also ist Hoffnung, dass ich denke, ja, alles wird gut? Nee, das ist es eben nicht. Also es ist so dieses Dagegenhalten oder auch diese bewusste Einstellung. Also ich habe in diesem Kapitel auch so ein Spiel beschrieben, was ich bei so einem Seminar mitgemacht habe, wo man sich so positionieren sollte in Bezug darauf. Auf einerseits denke ich, dass die Welt irgendwie immer besser wird oder denke ich eigentlich, dass so ein Bach runtergeht und dann. Noch anhand der anderen Achse denke ich, dass ich daran was ändern kann oder denke ich, dass es eigentlich sowieso auch ohne mein Zutun besser wird. Und ich, das war, das habe ich jetzt in dem Kapitel nicht erwähnt, weil wir dachten, okay, das ist vielleicht doch ein bisschen zu weit nach hinten, aber es war der Morgen, an dem klar war, dass Donald Trump die Präsidentschaft gewinnt. Und es haben sich da alle irgendwie so aufgestellt, dass ich so dachte, hä, kriegt ihr eigentlich gerade mit, was passiert? Also jetzt geht die Welt erst recht wahrscheinlich irgendwie weg. Naja, also es werden jetzt wahrscheinlich irgendwelche Entscheidungen getroffen, die jetzt nicht unbedingt förderlich sind. Und es ist mir sehr schwer gefallen, mich da zu positionieren auf eine Art und Weise, wo ich so dachte, so fühle ich das. Ohne, also ich will auch nicht zu pessimistisch sein und denken, ja, nee, also kann ich eh nichts dran ändern. Ich bin ein kleines Rädchen im Getriebe und es wird sowieso alles scheiße. Sondern ich habe gemerkt, okay, ich stelle mich jetzt mal dahin, dass ich zumindest so tue, als ob ich glaube, dass ich was ändern kann. Und ich so gemerkt habe, ja, ich komme dann auch ein bisschen hinterher. Also vielleicht so wie du mit der Stille, ja, dass man da noch so ein bisschen mogelt oder fake it till you make it. Aber ich möchte zum einen eine Haltung einnehmen, dass ich denke, doch, ich möchte glauben, dass ich irgendwas tun kann und dass wir auch irgendwo dagegen halten können. Und ja, das ist natürlich unbequem. Ich möchte auch lieber, dass alles schön fluffig ist. Aber angesichts der Zeiten, in denen wir uns jetzt hier gerade bewegen, ist halt die Frage, ja, was sind jetzt gute Schritte, die wir tun können und wahrscheinlich mit der Decke über dem Kopf, ja, im Bett verschwinden ist wahrscheinlich nicht unbedingt jetzt die beste Lösung, aber gleichzeitig ist auch nicht eine Lösung zu denken, okay, hey, es gibt tausend Sachen zu machen und ich komme irgendwie gar nicht aus dem Quark, vor lauter Sachen, die man machen könnte und ich kann mich nicht entscheiden. Genau. Ich erinnere mich noch. Diese Achsen, die du aufgezeigt hast, ich glaube, das ist im Grunde eine Übung für das Buch, was die auch geschrieben hat. Also das ist total der Match, weil ihr Ding ist ja diese unbequeme Hoffnung oder erst mal so die bequeme Hoffnung ist bei ihr ja auch sehr stark dieses. Wenn du Hoffnung hast, dann vielleicht deswegen, weil irgendwie du dir noch so einen Spalt offen lässt dafür, dass irgendjemand anderes eine Lösung findet. So, ja, die werden auch irgendwie eine Technik erfinden, womit die den Klimawandel aufhalten oder was weiß ich. Und dann musst du ja selber nichts machen. Du hast einfach eine bequeme Hoffnung. Irgendwas wird schon passieren. Und die unbequeme Hoffnung, die bringt dich eben genau daran, wie du sagst, ja, du musst was tun. Also ihr Satz war dann häufig auch dieses, ja, Hoffnung ist das, was du selber an Hoffnung schaffst. Also du musst dir selber diese Hoffnung schaffen. Was ich auf einer Ebene einen total guten Satz finde, weil du kommst dann in diese Selbstwirksamkeit, hat mir sehr gut gefallen. Deswegen voll gut, dass ihr das mit reingebracht habt. Das sind ja ganz, ganz viele Kapitel. Und das war aber eins nochmal, was für mich eben sehr sehr nah war gerade weil ich dieses Buch gelesen hatte das hat mir das hat einfach voll gut gepasst direkt nacheinander habe ich das gelesen. Vielleicht nochmal wie verbindet ihr das mit einem Glauben, das spielt ja auch eine Rolle, weil ich meine hoffen tun vielleicht alle oder nicht wie verbindet ihr das für euch mit Glauben, Hast du was dazu gesagt? Also ich habe so einen ganz, kindlichen Glauben auf den Himmel oder für den Himmel. Ich denke, irgendwann wird alles gut. Das ist das Versprechen, das in der Bibel steht. Und bis dahin müssen wir ein bisschen mitmachen, dass nicht alles in den Bach runtergeht. Ich glaube, das gibt mir so ein Grundvertrauen, dass nicht alles verloren ist. Ich glaube, das hat sozusagen mein Glaube oder Gott mit Hoffnung zu tun. Solange Gott da ist, ist nie der Punkt erreicht, wo alles verloren ist. Und solange noch nicht alles verloren ist, kann man ja auch noch was machen. Dann gibt es noch Hoffnung, dann kann es noch besser werden. Und ich würde sagen, auch dieser Glaube oder dieses Vertrauen, dass Gott diese Welt oder die Menschen noch nicht aufgegeben hat, das motiviert mich auch zu sagen, ja gut, dann, will ich auch nicht resignieren und sagen, dann geht es halt alles in den Bach runter. Sondern dann will ich irgendwie mithelfen, dass die Welt, in der wir leben, dass es eine Welt ist, die lebenswert ist für ganz viele Menschen, für die um mich rum und auch die weiter weg sind. Also es hat für mich, würde ich sagen, eine Welt ist, die lebenswert ist für ganz viele Menschen, gibt es so ein Grundvertrauen, dass es nicht vergebens ist, sich einzusetzen und zu hoffen. Und diese Hoffnung von Luisa Neubauer, die so anpackend ist, die zu leben. Ich habe gestern einen Podcast mit ihr gehört, den kann ich auch weiterempfehlen, wenn du noch mehr von ihr hören magst, wo sie so ein bisschen über ihr Leben erzählt. Also ein bisschen eine Stunde oder so. Hotel Matze? Ja, genau, in Hotel Matze war sie. Und ich mag einfach, wie sie das denkt, dass es eben, dass es auch eine Verantwortung ist, Hoffnung zu haben und dass es immer ganz praktisch und konkret ist. Also Hoffnung ist nicht so ein Luftschloss, sondern Hoffnung hat einen konkreten, Effekt im Leben, wenn es gut läuft oder muss sie eigentlich haben, wenn es eine echte Hoffnung ist. Dann verändert es irgendwie, was wir machen und wie wir denken. Mir kommt, oder, sorry, Deborah, willst du noch reagieren? Nee, ich könnte noch ein Zitat vorlesen, was ich noch eingebaut habe in dieses Kapitel. Das, wenn ich es inüde, du hast es schlauerweise markiert, besser als ich. Genau. Und da schreibt Sarah Bessie, ich will nicht von der Dunkelheit verschluckt werden. Ich will auch nicht von der schönen Fassade geblendet werden. Nein, ich möchte zu denen gehören, die die Dunkelheit sehen, wissen, dass sie real ist und dann trotzdem eine Kerze anzünden und diese Kerze gegen den Wind halten und das Licht weitergeben, wo immer es gebraucht wird. Von unseren eigenen Häusern, zu den Parlamenten, von der Kirchenkanzel, zu den Küchen der Welt. Ich glaube, dass Hoffnung eines der wichtigsten Dinge ist, an denen ich mich festhalten kann, während ich Jesus hier auf der Welt folge. Hoffnung ist für mich ein radikaler Akt des Glaubens und des Mutes. Sie ist lebendig gewordenes Reich Gottes. Und das tun wir. Wir leben die Hoffnung der Herrlichkeit aus, genau dort, wo wir jetzt gerade sind, in den Schützengräben unseres echten Lebens. Ah, Sarah, das ist eine gute. Ich frage mich gerade, Also dieses, Verschlucktwerden, Also ich meine, man kann sie jetzt schlecht fragen, aber würde Luisa Neubauer, würde die eine christliche Hoffnung als eine bequeme oder eine unbequeme Hoffnung einsortieren? Also ist es dieser Spalt, der offen steht, so nach dem Motto, also am Ende ja Gott wird schon richten? Oder ist es, naja, Hoffnung, die man schafft? Also sprich, wie habt ihr Gedanken dazu? Also ich glaube, die Gefahr ist natürlich da, dass man sich da drauf ausruht. Dass man denkt, okay, ja, hey, hat ja Jesus schon die Welt erlöst und. Die Gefahr gibt es. Aber wie jetzt Luisa Neubauer das wahrnimmt, weiß ich nicht. Das hängt vielleicht auch ein bisschen von den Leuten ab, die sie so erlebt oder wie Menschen das ausleben. Und mich persönlich motiviert es immer zu sehen, wenn es Menschen gibt, die sich trotzdem einsetzen und das aus ihrer christlichen Haltung rauskommt. Also die Beispiele gibt es auf jeden Fall, genauso wie es natürlich auch die Beispiele gibt, wo man denkt, das wäre jetzt vielleicht, weiß ich nicht, ob Jesus sich das so vorgestellt hatte, wie wir das für uns interpretieren, ja. Also bei Hotel Matze sagt sie da sogar so ein bisschen was drüber. Dass sie als Jugendliche, war sie in ihrer Kirchengemeinde sehr verwurzelt und geht jetzt immer so zu buddhistischen Seminaren. Also ist jetzt nicht mehr so im christlichen Glauben zu Hause, aber, sie hat gesagt, so dieses Spirituelle oder was es ihr möglich macht, das zu tun, was sie macht, ist, dass sie so mit beiden Beinen im Leben steht. Dass sie weiß, wer sie ist. Und das, wenn ich sie richtig verstanden habe, hängt auch damit zusammen mit so einer Glaubens oder mit dem, wer bin ich in der Welt mit dieser Frage. Deshalb würde ich eigentlich denken, sie findet es okay. Sie hat gestern auch gesagt, es ist egal, warum Leute sich engagieren, Hauptsache sie machen es. Sie können auch aus kapitalistischen Ich-wetter-durch-reich-Gründen sein, ist ihr alles wurscht. Ist sie ganz pragmatisch. Das ist ein gutes Schlusswort. Sagt mal kurz, gibt es irgendetwas, was ihr noch ansagen wollt? Kauft unser Buch. Kauft das Buch. Genau. Gibt es sonst irgendwie Webseiten, wo man euch findet oder irgendwas, worauf ihr noch ansagen wollt? Wir haben einen aktiven, mehr oder weniger, Instagram-Kanal, add2schreiben zusammen. Also nicht add2schreiben zusammen, add2schreiben. Genau. Genau, da könnt ihr uns gerne reinfolgen und gucken, was wir da so machen. Wir geben es ganz ehrlich zu, wir sind nicht die Influencerinnen. Wo es vielleicht gut wäre, dass wir welche wären, aber wir geben uns Mühe im Rahmen unserer Möglichkeiten. Noch nicht. Wir wachsen. Man kann euch da folgen. Und leben unser bestes Influencerinnen selbst. Genau das. Genau, das ist super. Hey, vielen Dank, dass ihr da wart. Vielen Dank, dass wir euch auf jeden Fall folgen. Ich werde das auf jeden Fall verlinken und dann genau, darüber kann man euch anschreiben. Das Buch werde ich auch verlinken, findet ihr auch. Und ja, mir war es ein Fest. Vielen Dank, dass ihr da wart. Perfekt. Es hat großen Spaß gemacht. Vielen Dank. Einen schönen Nachmittag dir noch. Genau, euch auch. Macht's gut. Bis dahin.