Liebe Leute, herzlich willkommen in Freakstock bei Schöner Glauben. Freue mich riesig, dass ihr da seid. Wir schnacken heute ein bisschen. Und genau, Schöner Glauben ist ein Podcast. Wir sind ein Community mit, ich glaube, ich muss immer erzählen, ich glaube, es sind momentan 18 ehrenamtliche Menschen, die da Inhalte prägen. Und damit ihr so ein bisschen wisst, wer hier vorne sitzt, stellen wir uns mal ein bisschen bei ihm vor. Wer mag anfangen? Eine Minute mach mal 20 Sekunden okay, ich bin Lasse ich bin 26, komm aus Leipzig und bin seit, 4, 5 Monaten oder sowas Teil vom Team genau, das ist jetzt mein dritter Podcast, erst ich baue nebenbei gerade noch eine Selbstständigkeit auf und lehr tätowieren, 20 Sekunden rum. Oder Tätowierer, im Lernen. Habe ich doch gesagt? Sorry. Lernen noch tätowieren. Das habe ich ein bisschen verschluckt. Das ist deine Baustelle gerade? Nee, das ist das, was Spaß macht im Legen gerade. Und schöner wiederum. Ja, Benni, ich bin Pastor in der Merlin-Gemeinde in Frankfurt am Main. Ich wurde tatsächlich gerade auf einer Baustelle oder beziehungsweise über mir wird umgebaut, unser Dachgeschoss, das beschäftigt mich sehr. Und ich bin auch jetzt bei Schöner Glauben im Team und freue mich darüber. Es ist meine Ehre. Ich bin Jason. Ich habe Schöner Glauben gegründet. Im normalen Leben arbeite ich noch als Lehrer. Deswegen, wenn es irgendwie sowas wie eine Baustelle gibt, ich bin der Letzte, den ihr anrufen solltet. Definitiv. Es gibt dieses Pädagogen-Song. Kennt ihr den? Ja, man kennt es, ne? Ich tausche drei Lehrer gegen einen Dompteur oder Monteur. Man kann die auch im Umbau tatsächlich. Genau. Großartig. Ja, ich lebe in Offenbach und Köln. Und ja, ich sage mal so, als wir dieses Thema hier Umbau und Multikrise und so ich hatte ja eigentlich so was in der Art im Kopf, wir sollten vielleicht darüber reden, brauchst du eine christliche Antifa? Passt doch gut zusammen. Schon, oder? Und mein Eindruck war aber dass, der Hans recht nervös geworden ist, als ich ihm das so vorgeschlagen habe wir haben eine andere Formulierung gefunden aber ich habe zum Anfang nochmal eine kleine Geschichte mitgebracht und dann starten wir da einfach. Und zwar, ich lebe, wie gesagt, in Offenbach und Köln. Und in Köln gibt es die Queere Kirche. Das ist ein Projekt der evangelischen Kirche da. Tim Lahr kennt man vielleicht aus den sozialen Netzwerken. Instagram ist da ganz gut dabei. Die hatten Gottesdienst Anfang des Jahres. War eine schöne Sache. Wir waren da eben als Allies. Und dann war aber angesagt, es sollte eine Demo geben. vor dem Gottesdienst. Und es war nicht so ganz klar, was passiert da. Zum Anfang des Gottesdienstes stand noch niemand da. Und dann war aber klar, es waren zwei Polizisten da, aber niemand wusste genauso, was jetzt los ist. So, wir gehen in den Gottesdienst und dann hat man schon irgendwie am Ende des Gottesdienstes gehört, da sind Leute, die Dinge mit dem Megafon irgendwie durch die Gegend brüllen. Dann sind wir dann rausgegangen und haben dann da eben festgestellt, Da gibt es jetzt eine Gruppe von Christen, waren nur Männer, die haben sich da hingestellt, haben ein dickes Kreuz aufgebaut und dann so Sachen gesagt, also ihr Perversen, ihr könnt eure Sachen... Die haben sich selber pervers genannt? Die haben gesagt, wir perversen oder wir perversen? Die haben zu der queeren Kirche, also zu den Leuten, die da aus dem Gottesdienst rauskamen, dann eben gesagt, macht eure Sachen in eurem Keller, aber nicht in der Öffentlichkeit. Und die Leute von der queeren Kirche haben richtig cool reagiert, wie ich finde. Die NachbarInnen übrigens auch, die haben da Fenster aufgemacht. Köln ist einfach stabil. Die haben dann rausgerufen und dann, ich weiß gar nicht mehr was, aber sie haben ziemlich deutlich gemacht, war nicht in deren Sinne. Und dann hat die Queer Kirche, die haben einen großen Chor, die haben sich hingestellt dann in einen großen Kreis und haben dann True Colors gesungen. Und haben das gesungen und damit im Grunde die Hetze, die dann von ein paar Meter weiter kam, dann übertönt. Und die haben dann auch irgendwann nichts mehr gesagt. So, aber das war jetzt ein Gottesdienst und die machen ja regelmäßig Gottesdienste. Und irgendwann, so wie ich hörte, gab es dann auch größere, also mehr Leute, die dann bei den Gottesdiensten dann da waren und dann auch so Sachen gerufen haben sollen, Tim, komm raus. Also es ist klar, die queere Kirche macht einfach nur noch Gottesdienste mit Sicherheitspersonal. Die müssen also jetzt gucken, dass sie Sicherheitspersonal da einkaufen und diese Gottesdienste und natürlich die Personen, die da hinkommen, entsprechend schützen. Und für mich ist die große Frage, da wird es jetzt noch einmal dann recht konkret, das ist eine Geschichte das hat was mit Krisen zu tun, mit Multikrisen ich würde sagen eine Krise, die dahinter steckt ist eben auch so eine Demokratiekrise, und für mich ist die Frage, was brauchst du da? So, einfach mal als Einstieg Hoffnung und Liebe, ich muss mich noch schlau denken kurz ich bin noch in deiner Story drin. Ja, finde ich halt auch eine krasse Geschichte oder Realität. Und ich glaube, es braucht da also einerseits Schleue, dass man irgendwie schaut, wer sind da die Leute, was sind da für reale Risiken und dass man irgendwie, Sicherheit ernst nimmt Und gleichzeitig braucht es aber auch, keine Angst, also sich nicht einschüchtern lassen und auch nicht verhärten lassen. Also das finde ich, ich glaube, es ist leicht, in diese Konfliktdynamik so mit einzusteigen, dass die Front härter wird. Ja, das ist auch nicht hilfreich. Das ist auch sehr vage. Ich habe jetzt gerade gedacht, was mir bei diesem ganzen Thema irgendwie so richtig krasse Bauchschmerzen macht, gerade jetzt aus Perspektive eines Christ, wo ich jetzt sagen müsste, ja, irgendwie die Demokratiekrise, die du sagst, oder irgendwie die, Erstarkung der eigentlich globalen politischen Rechten, die auch irgendwo Amerika und auch Deutschland im Ansatz Hand in Hand mit dem Christentum wieder da, an Größe gewinnt oder mit dem konservativen Christentum, mir fällt es extrem schwer, dort aus christlicher Perspektive irgendwie diese Mitte zu finden, weil die Leute, mit denen ich den Schulterschluss machen würde, wären tendenziell nicht die Gläubigen, sondern die politisch Aktiven. Und ich finde irgendwie, für mich braucht es eine sichtbare Kirche und sichtbare ChristInnen, die sich dahinter stellen und Support liefern für marginalisierte Gruppen, um jetzt bei deinem Beispiel zu bleiben. Und gleichzeitig fühlt sich das an, als würde man den Krieg gegen die gleichen Leute führen, die aber trotzdem so weit weg sind. Und da mischt sich dann politisches Engagement und Aktivismus mit Glauben, den man ja irgendwie eigentlich teilt im Grundsatz, finde ich extrem schwierig. Gerade dieses Beispiel. Also es ist vielleicht nochmal eine besondere Krise, die du gerade ansprichst, wie sich die christliche Landschaft untereinander zwangsläufig, irgendwie ein bisschen betteln und einen Schlagabtasch liefern muss. Weil ich jetzt auch sage, die Alternative ist nicht, dort jetzt einfach Harmonie zu machen, sondern da muss es eine Gegenposition geben. Und die darf natürlich im christlichen Sinne friedlich und gewaltfrei aussehen, wie zum Beispiel mit einem Chor. Aber mir fehlt da noch ein bisschen zu wenig Solidarität aus den breiten christlichen Kreisen. Ich glaube, du sprichst uns hier an, Das ist ja im Grunde jetzt eine Sache innerchristlich, also Christen demonstrieren gegen andere Christinnen. Die Herausforderung ist ja, also ich meine gut, es ist Köln, aber es ist ja durchaus denkbar. Wir kommen gerade aus CSD in Berlin, ist vor ein paar Tagen gewesen. Aber es gibt so unfassbar viele Geschichten auch, die ich jetzt hier in den paar Tagen um Freakstock mitbekommen habe, Wo im Grunde klar ist, wir leben in einer Form von Rechtsruck und wie lässt sich das weiterdenken? Jetzt gerade ist es sehr unwahrscheinlich, dass vielleicht nicht denkbar, dass in Köln jetzt so eine AfD-Regierung dran wäre. Muss aber vielleicht auch gar nicht, weil so ein gesellschaftliches Klima, sich auch anders übersetzen kann auf die Straße. Und für mich ist da schon die Frage... Also jetzt mal auf dieses Umbau-Thema bezogen, es braucht glaube ich Leute, die bei einem Umbau mit anpacken. Also wenn du mich jetzt nimmst und willst mich zum Sanieren irgendwo haben, es funktioniert einfach nicht, es funktioniert definitiv nicht. Aber was ist das Problem, dass wir in der Kirche sehr, sehr viele Theologen haben, aber eben keine Leute, die in der Lage sind, sowas anzupacken, solche Krisen, die wir gerade haben? Das ist vielleicht so ein bisschen der Take. Also ich glaube, da sind verschiedene Sachen dabei. Aber eine Sache, die ich so rausnehme, also das Problem ist auch die Gleichzeitigkeit von vielen Krisen. Und da muss man irgendwie, worauf richtig meine Aufmerksamkeit schaffe ich es, von Aufmerksamkeit ins Handeln zu kommen, also diese Sachen, aber ich glaube, eine Sache, die du ansprichst mit Rechtsruck und was das mit Kirche macht, ich glaube, wir sind nicht gewohnt, in der Minderheit zu sein. Das Wir, was ich jetzt irgendwie meine, ist irgendwie, also Kirche ist ja auch nicht uniform, es gibt auch irgendwie Christen in der AfD und alle diese Sachen, aber so. Wir, die wir jetzt hier sind oder so, wir sind, wir denken, also, glaube ich, tendenziell noch zu viel, das ist doch selbstverständlich. Hashtag wir sind mehr. Wir sind mehr und das, ja, und, Ich komme jetzt aus einer sehr kleinen Kirche, aber mir fällt das auch schwer. Aber ich habe tatsächlich den Eindruck, dass das anderen Leuten noch schwerer fällt, weil sie so ein bisschen denken, ich müsste doch jetzt hier auf Widerhalt stoßen und so einfach Minderheit zu sein und für Sachen zu sein, auch wenn sie sonst niemand gut findet und dann die Verbündeten suchen, die man vielleicht nicht erwartet hätte. Also ich will nicht irgendwie in so einen, wir sind der heilige Rest und alle anderen sind ja Kacke oder sowas, sondern ich glaube schon, dass wir auch überrascht sein könnten, wen man da als Verbündete findet, aber dieses es gibt Sachen, die sind richtig und für die sollte man einstehen. Auch wenn es unbequem wird, also wir müssen nicht nach Köln schauen. Ich bin sehr gespannt, wie wird Freakstock nächstes Jahr sein, wenn hier eine AfD-Regierung ist. Ich glaube nicht, dass wir jetzt da irgendwie direkte Repressionen haben, aber das sind ja schon Sachen, mit denen man sich beschäftigen sollte und wofür stehen wir ein, wenn halt gesellschaftlicher Rückhalt dafür fehlt. Also muss ja nicht so sein, aber ist schon ein realistisches Szenario, dass halt Menschenrechte. Nicht nur faktisch irgendwie in der Politik nicht für alle gelten, sondern auch viele Leute einfach dem zustimmen würden. Ja, nö, finde ich, für die Leute braucht es das auch nicht. Stehen wir dann immer noch dafür ein? Und was gibt uns den Halt dafür? Und ich glaube. Der Kirche tut es eigentlich gut, in der Minderheit zu sein, aber es ist unbequem und es ist schwierig, weil wir es nicht gewohnt sind. Ja, und am Ende, wir sind ja jetzt gerade bei den politischen Auswüchsen des Ganzen, aber Multikrise, das ist ja eine weitere Krise, die am Ende resultiert aus vielen anderen Punkten, die einfach seit Jahren... Schwer sind, schwere Themen und da muss man jetzt überhaupt nicht irgendwie mit dem Finger zeigen. Es ist hart, Sachen zu bewältigen, aber die Unzufriedenheit, die dann eben in Wählen von extremistischen Parteien mündet, liegt ja die Ursache wo ganz anders und die Frage ist ja auch ein bisschen, wo kann man dort auch einwirken, um diese Leute nicht eben außen vor zu lassen, sondern was ist mein Anteil, wo ist mein Umfeld, wie kann ich mich durch die Welt bewegen, wo muss ich mich informieren, wo muss ich wie muss ich mich informieren, suche ich mir alle Themen gleichzeitig raus und bin dann maßlos überfordert, kriege auch alles dank Instagram und Social Media tagtäglich aktuell in die Fresse geballert und werde eigentlich in meinem Stuhl immer kleiner, oder kann ich mal mir vielleicht ein Part rauspicken und sagen Thema Klimapolitik oder sei es gesellschaftliches. Das ist vielleicht mein Thema, wo ich mich rein mal reinarbeiten will und, statt in dieser lethargischen Haltung zu verfallen, nach links und rechts zu schauen und immer mehr Hoffnung zu verdienen und zu sagen, wo ist denn mein Ansatzpunkt, wo ich angreifen kann, im Kleinen, in meinem engen Umfeld, in meinem Dunstkreis oder was auch immer. Und reicht es bei den anderen Themen, zum Beispiel eine Grundinformiertheit, zu haben und eine Präsenz zu zeigen, aber kann ich irgendwo einen Punkt rauspicken, wo ich sage, da gehe ich rein Und das ist mein Thema. Und da trage ich jetzt was zu bei für eine Besserung. Also ich finde immer unfassbar wichtig, egal wie es aussieht. Und das ist jetzt ein bisschen aus einer Gen-Z-Haltung schwer zu sagen, weil wir kennen, glaube ich, nichts anderes außer Krise. Aber anfangen, sich kleine Utopien zu bauen und kleine Spots, um von dort raus eine Veränderung zu machen, ist jetzt aus Leipzig leicht zu sagen. Das ist jetzt im Osten schon noch ein bisschen die linke Hochburg, wo sich die Ohren anders drehen und wo man eben das über Jahre gemacht hat, sich so eine Utopie zu bauen. Aber auch da ist es halt wichtig, gerade diesen Hoffnungsgedanken, und das ist ja auch innerent des christlichen Glaubens, diesen Hoffnungsgedanken nicht zu verlieren, sondern zu sagen, jetzt gucken wir, uns die Sachen an und gehen nicht in eine Schutzhaltung, sondern in den Punkt, wo ist denn mein Ansatz? In der Gemeinde, als Gemeinde oder als Einzelprivatperson, muss nicht mal gläubig sein, kann auch politisches Engagement sein oder was auch immer, oder reden, offen sein, auf Leute zugehen, quatschen. Ich würde da drauf einsteigen, eine Sache, die mir jetzt in vielen Gesprächen hier auch auf dem Freakstock aufgefallen ist, und das würde ich auch sagen, kenne ich auch von mir, dieses Gefühl, man sieht, da kommt was. Also so ein Stück weit leben wir auch vor gewissen Krisen. Wir verstehen, viele Krisen kommen gerade auf uns zu. Also von queere Kirche über Hitze, über Wehrpflicht, Kriege. Wir verstehen, da sind viele Dinge, die sind sehr, sehr konkret und die kommen auf uns zu. Auch, ich sag mal, Freakstock, ein Thema war hier auch immer, es wird kleiner. auch ein Riesenthema in Kirche generell. Man verliert Relevanz vielleicht, man verliert aber auch Ressourcen. Alles irgendwie verschiedene Krisenschauplätze und die Leute, mit denen ich gesprochen habe, haben häufig auch so dieses Gefühl gehabt, ja eigentlich ist es, du kannst ja gar nichts gegen machen, du bist da ohnmächtig gegenüber. Und auch da, ich glaube, Ohnmacht, Gefühle in Ehren, auf eine Weise ist aber auch das vielleicht so ein bisschen zu hinterfragen, ist das nicht ein Privileg, also zu sagen, ja, ich kann da jetzt auch nichts machen, es ist halt, wie es ist. Das können sich manche erlauben, aber das sind vielleicht die, die die Auswirkungen von den Dingen, die gerade ins Rutschen kommen, erst später zu spüren bekommen. Es gibt einige, die sind deutlich eher da dran. Und die Frage ist halt, muss man da nicht eigentlich hingucken, zu sehen, ja, ist ja schön, wenn ich in meinem Reihenhaus sitze und das ist schön abgedeckt. Aber was ist mit meiner Nachbarin, die in Köln im dritten Stock, wo ich nicht weiß, ob die die nächste Hitzewelle überlebt? Na, wenn du die, also habe ich schon hier und da mal aufgeschnappt, wenn du nicht politisch aktiv sein musst, also von deinen Umständen, wenn es dir so gut geht, dass du und dich die Notwendigkeit hast, aktivistisch zu sein, hast du einen privilegierten Arsch. Und dann ist es deine Sache zu sagen, schaue ich über den Tellerrand drüber, für den nächsten Thema Nächstenliebe, setze ich mich ein, auch wenn es mich, in der Konsequenz erst später betrifft, ich finde das kein hilfreich, ich finde das nicht hilfreich ich finde das so ein Schuldgefühl-Ding wird da draus und das Wichtige ist es würde ich auch treffen es gibt. Wir sind auch nicht geschützt ich glaube es ist viel wichtiger das kann man sehr angst machen, aber so Solidarität, also, dass wir selber verstehen, dass wir drin hängen und dass wir auch ganz viel zu gewinnen haben, also ein Thema, an dem ich zur Zeit viel bin, was ich spannend finde, wo ich irgendwie Lust drauf habe, ist öffentlicher Luxus, also ist so die Idee. Wir haben schöne Parks und in die meisten Parks in Deutschland darf man einfach reingehen. Die gehören der Öffentlichkeit, die werden von uns gepflegt und die könnten noch viel schöner sein. Und es könnte viel mehr Dinge geben, die so funktionieren. Bibliotheken wäre ein anderes Beispiel. Du kannst einfach in die Bibliothek gehen, du musst da nichts einkaufen und darfst da sein. Wie wäre es, wenn Schwimmbäder auch so wären? Wie wäre es, wenn öffentlicher Nahverkehr auch so wäre? Und um es ein bisschen näher zu machen, wie wäre es, wenn Gemeinden auch so wären? Dass Gemeindenorte wären, wo wir erleben, meine Grundbedürfnisse werden irgendwie, ich werde hier gesehen, meine Grundbedürfnisse werden gestillt, ich kann hier meine Angst loslassen, meine Angst, um meine Existenzdauer und kämpfen zu müssen. Und andere sind auch da, die sind irgendwie anders als ich, aber die haben auch Grundbedürfnisse, die werden auch gestillt. Und wir sind jetzt frei, miteinander was zu machen, diese Räume zu erweitern, neue Ideen zu haben. Und ich finde es, also wenn jetzt Hitzewelle ist, macht die Kirchen auf, macht sie immer auf, sorgt dafür, dass es kühl bleibt, lasst die Leute rein. Schaut, dass die irgendwie Wasser kriegen und dass man Essen organisiert über Foodsharing und dann schaut mal, was man zusammen machen kann. Also ich glaube, wir haben ganz wenig Orte, wo sich Leute begegnen. Also es würde konkret was machen. Natürlich soll man da irgendwie sensibel sein, dass es nicht nur so ein Wohlfühlclub ist für Leute, die eh schon genug haben. Aber dieser ganze, das wäre ein ganz anderer Ansatz, als zu sagen, oh, wenn es dir gut geht, dann denk mal darüber nach, dass es anderen Leuten schlechter geht. Also ich finde, das ist so die Quintessenz oder das Gefühl, was am Ende immer hängen bleibt beim Privilegiendiskurs für mich. Und ich finde das ganz lähmend. Ich finde den Privilegiendiskurs jetzt auch nicht nur zielfühlend. Für mich wäre der spannende Ansatzpunkt bei diesem Ohnmachtsgefühl. Also. Wenn Ohnmacht dazu führt, dass ich sage, ich ziehe mich aus dem Diskurs zurück, weil ich nicht weiß, wie ich damit umgehen kann, dann finde ich, muss man da schon hingucken. Und ich finde, Ohnmacht ist auch nochmal was anderes als Überforderung. Also wenn Menschen merken, ey, mein Leben ist zu voll, ich kann jetzt nicht auch noch Aktivismus machen. Fein, cool, Selbstbesorge, auf jeden Fall. Aber wenn man sagt, ich würde ja gerne was machen und habe auch verstanden, dass wir müssen was machen, aber wer ist eigentlich dieses Wir? Weil diese Vereinzelung, die kann eben in eine Ohnmacht führen, das waren auch so ein paar Gespräche in den letzten Tagen, für mich ein sehr, sehr spannender Ansatz ist, hier Hannah, super am Punkt gebracht, zu sagen, ja, wenn du diese Ohnmacht fühlst, wenn du diese Vereinzelung fühlst, schließt sich eine Organisation an. Tu dich zusammen mit irgendwelchen anderen, mach irgendwas. Also im besten Fall was Sinnvolles. Aber ich glaube, wir hängen die Latte auch ganz oft zu hoch. Also wenn wir sagen, Vereinzelung ist ein Problem und also Sorge um Demokratie. Dann machen sich alle zu Hause vor ihren Bildschirmen irgendwie Sorge um die Demokratie, hat auch niemandem was gebracht. Es würde mehr bringen, wenn ihr einfach euch mit euren Freunden zum Abendessen trefft und über eure Sorge um die Demokratie redet, da kommt vielleicht auch was Sinnvolles bei raus am Ende, ein konkretes Projekt oder sowas, als halt alleine, dann nochmal zu teilen und es auch übrigens, also, ich muss schauen, dass ich nicht zu viele Rants mache, aber ich glaube, wir sind auch zu informiert. Go for it. Also, ich glaube, dass es so ein, irgendwie ist in so progressiven Kreisen, ist so eins der ersten Sachen, ist, es geht ganz viel über Kognitiv, Bildung, informier dich mal darüber, so. Leute sind viel zu informiert und wissen trotzdem noch nichts Konkretes, was sie machen können. Wenn wir 20% von der Zeit, die wir uns informieren, in konkrete Dinge stecken, tun würden. Uns mit Menschen treffen, irgendwie die Nachbarn tatsächlich kennenlernen, dann wüsste man, welche Nachbarin vielleicht einen kühlen Ort bräuchte oder wer Schwierigkeiten beim Einkaufen hat, alle diese Sachen. Dafür muss man aber Menschen treffen. Dafür muss man sich eigentlich nicht so viel informieren. Also ich glaube, wir sind ein bisschen, es gibt konkrete Konzepte, und Grundsachen, die man, glaube ich, schon, wo es hilfreich ist. Ich bin ein Gerne-Denker und ein Gerne-Leser, aber die sind ein bisschen überinformiert und das hilft auch oft nicht beim Denken und beim Handeln. Also es führt auch in so eine Schockstarre. Also eine Überinformation und gerade die Akademisierung von allen möglichen Themen, die man auch in progressiven Kreisen hat. Klar ist es wichtig, den Kern von Sachen zu verstehen, um den auch anzupacken zu können, auf jeden Fall. Aber dadurch wird es ja auch wieder exklusiv. Also ich finde deinen Punkt ganz geil mit den Gruppenbilden, weil du auch dem gegenwirkst. Du tust auch was für deine eigene Seele und für dein eigenes Wohl, dich unter Leute zu begeben und zu merken, wir stecken hier alle zusammen drin und wir kommen auch alle zusammen hier nur wieder raus. Oder sollten in so ein Denken kommen, dieses Wir-Gedanke. Und der Wir-Gedanke. Der wird ja blockiert durch ein Wir-heben-s-auf-ein-akademisches-Level, wo sowieso die Hälfte dann wieder raussteigt. Und die müssen wir auch mitdenken. Die dürfen wir auch nicht sitzen lassen. Das heißt, dort irgendwo die Mitte zu finden, inzwischen es braucht natürlich, die Themen in der Tiefe zu verstehen und gleichzeitig aber auch dann den Austausch. Zum Beispiel über solche Sachen wie Vortragsabende oder was auch immer, jemand informiert sich und dann wird darüber gequatscht und geredet. Planen wir gerade in Leipzig, habe ich übelst Bock drauf, weil du auch nicht mehr hinterherkommst, aber so lässt du auch keinen zurück. Und das finde ich immer einen schönen Gedanken. Ich könnte mir vorstellen, dass ein... Ansatzpunkt ist auch zu sagen, Informationen gut wichtig, drüber reden auch gut wichtig. Wahrscheinlich wird es aber auch wichtig sein, dass es Geschichten gibt. Dass es Geschichten gibt, die ein Stück weit inspirieren, dass eine andere Welt möglich ist. Dass auch eine Form von Menschlichkeit in kommenden Krisen möglich ist. Ich habe euch eine Geschichte mal mitgebracht, die ich vor kurzem gehört habe, aus der Bundesliga tatsächlich. In der Bundesliga gab es wohl die Idee, dass ausländische Großinvestoren mit Milliarden in die Bundesliga einsteigen würden, in der DFL, glaube ich. Und dann war die große Frage, ja, was wird das eigentlich machen? Also das sieht man ja in England ein Stück weit. Da wird ein Stück weit ganz klar das Herz von so unterschiedlichen Vereinen, durch das große Geld im Prinzip korrumpiert. Und so der Charakter von dem, was den Sport ausmacht, wird dann entstellt. So, und dann haben sich viele Vereine dagegen entschieden. Es hat Demonstrationen gegeben. Man hat so eine Schweigeminute am Anfang von jedem Spiel gemacht und die deutsche Fußballliga hat das weggelächelt. Und dann kam aber irgendwann der Punkt, wo man gesagt hat, okay, das geht nicht. Dann haben die Fans, haben sich koordiniert, zusammengetan und haben Tennisbälle mit in die Stadien geschmuggelt. Und die Idee war dann eben, bei Anpfiff werden Tennisbälle auf das Spielfeld geschmissen. Die mussten erstmal weggeräumt werden und als die dann weggeräumt werden, das dauerte ja minutenlang, kam die nächste Salve, haben sie wieder Tennisbälle draufgeschmissen. Irgendwann haben die das weiterentwickelt und haben dann auch nicht nur Tennisbälle draufgeschmissen, sondern haben so Fernlenkautos drauf. Es gab dann Bilder von irgendwelchen Orten, die hinter irgendwelchen fernegelenkten Autos dann hinterhergelaufen sind. Und das Ganze hat zwei Wochen gedauert, dann ist die DFA eingeknickt. Warum? Weil auf einmal ging es um viel, viel Geld. Weil jede Minute, die das Ganze dann länger dauerte, waren dann Fernsehgelder, alles schwierig. Das ist schweineteuer geworden und dann sind die eingeknickt. So, was zeigt es? Es zeigt, dass es auf der einen Seite so eine Erzählung gibt, die Welt kann nur so gehen und dann gibt es aber eine Tennisbälle, meine Güte, Tennisbälle. Jeder kann sich drei Tennisbälle irgendwo in den Arsch schieben und dann... Keine Empfehlung. Und das liebe ich und ich glaube, es braucht Räume, wo man Hoffnungsgeschichten ein Stück weit erzählt und eben auch auf Ideen kommt, zu sagen, ey, man kann wirklich Dinge verändern, weil die Zukunft schon weit offen ist. Das finde ich super wichtig. Also die Zukunft ist offen, bleibt offen und es gibt Möglichkeiten und wir brauchen solche Geschichten als Inspiration. Ich hatte auch mal überlegt, ob wir noch ein neues Format bei Schöner Glauben haben sollten. So radikale Kirchengeschichte oder sowas. Also einfach, ich muss immer wieder dran denken, du hattest so einen Post gemacht über 20. Juli und an wen erinnern wir eigentlich? und Widerstand gegen die Nazis. Und eine Geschichte, die mir super viel Kraft gibt, auch zu diesem Minderheit sein, gewaltfrei bleiben, sich von der Bibel inspirieren lassen, sind André und Magda Trocmé. Er war Reformierter Pastor, sie. War dann aktiv in der Gemeinde dort. Die wollten eigentlich zu Gandhi gehen, also sie hatten in den USA studiert, wollten zu Gandhi gehen, das ging dann nicht, dann ist er Pastor auf dem Land in Frankreich geworden, Also ein reformierter Pastor, kam daher ursprünglich und dann kamen die Nazis, und die haben schon so fünf Jahre, zehn Jahre vorher gearbeitet mit diesen Dorfgemeinschaften dort und, hatten so viel Vertrauen miteinander geschaffen, dass sie halt miteinander entschieden haben, wir hissen die Flaggen nicht, also das ist nicht besetztes Frankreich gewesen, sondern Vichy Frankreich, also, faschistisches Frankreich sozusagen, aber wir machen nicht diese Fahneide. Die haben offen Widerstand geleistet und waren aber so geschlossen, dass sich halt niemand mit denen anlegen wollte. Und die haben auch mehrere tausend Juden zwischendurch zeitlich versteckt und, in die Sicherheit gebracht. Und das ist natürlich nur ein kleines Ding und heißt nicht irgendwie, aber es war möglich. Wie viele von solchen Situationen gibt es? Meine Erfahrung auch mit gewaltfreien Bewegungen, es gibt eigentlich überall auf der Welt irgendwo Leute, die auch versuchen, das gewaltfrei sich zu widersetzen, nicht anzupassen an diese ganzen Sachen. Ich glaube, von der US-Bürgerrechtsbewegung könnten wir ganz viel lernen. Es gibt auch in anderen Orten auf der Welt, aber Kirchen, die keinen Polizeischutz kriegen und die auch bedroht werden. Also in den USA wurden Kirchen verbombt von weißen Rassisten, die auch Christen waren. Und die haben weiter Gottesdienste gemacht. Also ich glaube, da gibt es ganz viel zu lernen. Also wirklich für uns demütig mal zu schauen, was sonst noch so los ist, und Hoffnung zu schöpfen, um dann selber handlungsfähig zu werden. Und manchmal ist es was ganz, hoffentlich immer was Kreatives, aber auch was ganz Kleines wie ein paar Tennisbälle und manchmal ist es noch was ganz anderes, was einem einfällt. Mir wäre nochmal der Punkt Mut wichtig. Also bei schöner Glauben haben wir so dieses ganze politische Gespräch auch schon seit Monaten. Also im Januar hatten wir eine Teilnahme, da waren wir bei dieser Konferenz Unruhiger Hoffnung und da haben wir die Frage diskutiert, kann dieser Faschismus eigentlich noch aufgehalten werden? Und irgendwie hat sich unser Gespräch auch ein Stück weiterentwickelt, finde ich, weil es stärker darum geht zu sagen, wie du gerade sagtest, Lasse, eigentlich muss man auch mal genauer hingucken, was passiert hier so wirklich? Geht es jetzt nur darum, dass eine Partei mit blauen Herzen eine bestimmte Prozentzahl in den Wahlen kriegt? Oder passieren eigentlich tiefere Sachen und wenn es so ist, dann bedeutet es vielleicht auch, dass nochmal andere, ganz grundsätzlich Fragen gestellt werden müssen. Und eine der Fragen, die ich finde, die immer wichtiger wird, ist die Frage, wie gehen wir eigentlich damit um, wenn Gewalt im Spiel ist, wenn wir von Gewalt konfrontiert werden oder wenn wir mitbekommen, wie andere von Gewalt konfrontiert werden. Ich glaube, das ist eine der zentralen Fragen. Und da ist die Frage, die sich dann anschließt, kann man sowas eigentlich üben? Kann man sich in Mut-Situationen reinarbeiten? Ich weiß nicht, ich habe es auch so ein bisschen konkret dann wieder gemacht, wo ich mir dachte, also vielleicht geht's wenn man zum Beispiel mal ein Aufkleber festmacht ich hab mal ein paar mitgebracht übrigens hat irgendwer von euch Bock auf einen Aufkleber? Aufkleber? hier, ich verteil mal ein paar. Glauben geht auch in schön. Aber hier auch sowas. Glaube so, dass Faschistinnen etwas dagegen haben. Hier, nimm dir einen und gib mal gerne weiter. So, was kann man mit so Aufklebern machen? Also, man kann die zum Beispiel auf einen Laptop kleben. Das ist ein Statement, je nachdem, in welchem Kontext es ist. Kann das ein Personalgespräch mit sich bringen. Kann auch dazu führen, naja, also es gibt LehramtskollegInnen von mir, die in verschiedenen Bundesländern momentan sich rechtfertigen müssen vor Gericht, weil sie bestimmte politische Aussagen tätigen. Das kann eine Konsequenz sein. Man kann diese Dinge natürlich auch auf einen, Fahnenmast beziehungsweise auf so einen Laternenmast kleben. In Offenbach ist vollgestickert. Ich habe gehört, dass das eine Ordnungswidrigkeit ist. Das kostet 2500 Euro, wenn man das macht. Es gibt also eine Bandbreite. Aber es gibt Aufkleber. Was macht man damit? Habt ihr Gedanken dazu? Also für mich ist, der Aufkleber steht für mich für so eine Sache. Es gibt gesellschaftliche Grenzen, es gibt Gesetze und da kommt man sehr, sehr schnell an ein angepasstes Verhalten. Oder muss ich euch noch eine Geschichte erzählen, die mich sehr, sehr frustriert hat. Wir waren im Urlaub, meine Frau und ich, und sind wir am Strand an so einer Promenade hinangefahren, da war so ein kleiner Abschnitt, es war wirklich nicht viel los, aber war so ein kleiner Abschnitt, wo dann stand, musste Fahrrad schieben. Dann waren so kleine Kinder da, die haben wirklich da an dem Rand gesessen und haben immer wieder, wenn ein Fahrradfahrer jetzt vorbeigefahren ist, haben die dann geschrien Absteigen! Ich arbeite mit Kindern, alles gut. Aber mich hat es schockiert. Angepasstes Verhalten. Kinders, ihr müsst doch irgendwie mal lernen, dass es Regeln gibt. Ja, aber weiß ich nicht. Sorry, warum schreit ihr Leute an? Weil es Spaß macht. Vielleicht ist das auch eine Form von unangepasst sein. Erwachsene anschreien. Oder vielleicht werden Leute faschlos, weil es Spaß macht. Regeln erfüllen. Aber nein, ich finde es gut. Ich glaube, Mut ist ein Muskel und den muss man üben. Es ist gut, was zu finden, was ein bisschen unangenehm ist und dann weitergehen. Wir hatten ja in der Schöner Glauben App diesen Artikel geteilt, den du geteilt hast, glaube ich, von der Laquer oder wie sie heißt. Genau, Emily Laquer. Und der Satz, da ging es um das, Lied von Danger Dan und die Ausladung und sie hat im Grunde genommen gesagt, wir haben alle viel zu viel Angst. Danger Dan hat auch zu viel Angst, ich habe auch zu viel Angst. Und dann sagt sie, Mut heißt Regeln brechen. Und so in der Abstraktion finde ich das sehr gut und dann glaube ich geht es darum, welche sind die Regeln, die mir besonders Angst machen und wo kann ich Wege finden, die zu brechen. Und das können ja Konventionen sein, also es muss ja gar nicht jetzt ein Gesetz sein oder sowas. Einfach. Die Leute, mit denen ich das Gespräch nicht gesucht habe, mal mit denen zu reden, überhaupt mal mich zu outen als jemand, der Angst hat vor Faschos und vor dieser Entwicklung. Ich finde, das Schweigenbrechen ist eine Regel, also einen Schritt, mutig zu werden. Und dann ist man vielleicht überrascht, wen man da so findet. Und ja, das kann auch größere Sachen sein, um nochmal zur Bürgerrechtsbewegung zu gehen. Die haben das geübt, wie das ist bei einem Sit-in angespuckt, also geschlagen zu werden. Und es war auch, also ich habe mal mich mit Leuten unterhalten, das war ganz auch krass, weil es auch für die Weißen krass war, weil die Weißen, die wenigen Weißen in der Bürgerrechtsbewegung, die haben dann oft in den Rollenspielen die Rolle gekriegt, ja, du bist ja ein weißer Rassist, so, bespuck mich mal. Nenn mich mal das N-Wort, weil wir müssen es üben. Wir müssen üben, wie das wäre, damit wir in der Situation vorbereitet sind und dann so handeln, wie wir handeln wollen. Für die war klar, wir wollen gewaltfrei handeln, das halten wir für strategisch und moralisch den besten Weg. Kann man anderer Meinung sein, ich bin auch der Meinung, dass es am sinnvollsten ist, gewaltfrei vorwärts zu gehen, aber ich glaube, das muss man dann üben. Also weil den Mut und auch die Selbstkontrolle, ich habe ja auch Aggressionen, wenn mich jetzt jemand angehen würde, weiß ich auch nicht, ob ich den nicht in die Fresse schlagen würde, aber deswegen muss man sich vorbereiten und jede gewaltfreie Bewegung, jede organisierte Bewegung macht sowas, und ich glaube, da gibt es noch ganz viel zu üben und vielleicht kann man ja auch mal, den nächsten AfD-Parteitag nutzen. Um einen kleinen Schritt zu gehen in Richtung Mut. Und das Gute ist, es gibt da immer Trainings. Man kann sich da anmelden, man kann auch ja nur zum Training gehen und danach sagen, oh, dieses Mal ist doch ein bisschen viel oder so. Aber diese Schritte mutig zu gehen und vielleicht kann man ja auch in der Gemeinde mal so ein Training. Also die Leute fragen, hey, braucht ihr Räume für euer Training, für Widersätzen? Wir hätten hier große Räume. Auch in Kirche solche Themen anzusprechen, braucht auch Mut. Ist auch ein Schweigenbrechen. Bei mir hat das ganze Thema jetzt auch ein bisschen gerüdelt. Ich kriege noch nicht die Brücke von Mut zu den Stickern, weil das ist für mich so die erste Ebene, die wirklich gar keinen Mut braucht, irgendwo einen Sticker hinzuklatschen. Ich bin da schon ein bisschen weiter. Aber ich würde sagen, das Training geht ja genau mit so Baby-Steps los. Also der erste Step von Mut ist erstmal zu checken, ich habe eine Meinung und zu der stehe ich. Für mich. Und die kann auch unangepasst sein oder die kann an manchen Punkten angepasst sein oder wie auch immer. Du wirst nicht irgendwo perfekt reinpassen und da brauchst du erstmal Mut, zu dir zu stehen. Dann kommt das in dein nächstes enges Umfeld, vor deinen FreundInnen und Familie und so weiter zu dieser Meinung auch zu stehen, auch wenn es andere Meinungen gibt und so weiter. Der nächste Schritt von Mut wäre, weiterhin das Gespräch zu suchen mit deinem Umfeld, auch wenn du weißt, an Punkt XY haben wir eine andere Meinung und wir quatschen drüber. Auch das erfordert Mut, weil es eine gewisse Disharmonie mit sich bringt oder, das Potenzial von Bruch. Und wenn wir dann weiter rausgehen, Also das sind super Übungsflächen, finde ich, gerade Freundinnenschaften. Dort sich auszutauschen und auch wenn man sich mal seit fünf Jahren kennt, dann einfach mal zu sagen, ey, wir haben ehrlicherweise noch nie über einen Nahauskonflikt geredet und ich glaube, wir haben genau die gleiche Meinung, aber wahrscheinlich in irgendwelchen Punkten haben wir auch eine andere Meinung. Jetzt lass uns drüber reden, um auch spruchreif zu werden, um auch zu checken, jo, wir haben dazu einen Punkt, Punkt, Punkt, Punkt. Und dann geht es weiter zu sagen, dann ist die nächste Stufe von Mut die fremde Person, mit der ich in Austausch gehe. Und es kostet auch Mut zu sagen, ich gehe jetzt den Schritt und raste nicht gleich aus, sondern traue der anderen Person auch den Mut zu. Ich versuche immer so ein bisschen so einen Bogen zu spannen. Auch Leute, die absolut nicht meine Meinung haben, irgendwie nicht links liegen zu lassen. Und ich habe das sehr oft gemerkt, dass in Gesprächen ein ganz guter, Grundsatz von Gesprächsground ist, wenn du auch der anderen Person irgendwie diesen Mut zutraust, dass sie sich gerade deine Meinung gibt. Und das auch so, um zu denken, das ist für sie gerade absurd. Aber wir setzen uns jetzt erstmal hin und sind mutig genug, uns auch nicht hinter einem Sticker oder hinter nur einer Parole oder so zu verstecken, sondern zu sagen, ich bin ein Mensch und du bist ein Mensch und wir reden jetzt miteinander, auch wenn wir, da und da anders geprägt sind und denken. Und ich finde auch am Ende, dass es der Punkt, der den Unterschied machen wird, mutig zu bleiben, andere Perspektiven sich anzuhören und auch immer wieder zu seiner Perspektive zu stehen und die mit ins Gespräch und in den Diskurs zu bringen. Finde ich mega wichtig. Mich erinnert das ein Stück weit an ein Gespräch, was ich mit einer langjährigen Freundin geführt habe vor ein paar Monaten. Früher haben wir zusammen in einer Band gespielt, dann hat sie geheiratet, ist in die USA gezogen. Trump 1, boah, war schwierig und jetzt Trump 2 und mein Eindruck ist so ein bisschen, ich wollte von ihr wissen, als wir telefoniert haben, was hast du eigentlich gelernt unter jetzt Trump 2? Ich glaube, es wird ein paar Monate, ein paar Jahre dauern, dann werden wir ähnliche Dynamiken vielleicht haben und sie hat mir drei Sachen gesagt und das passt dem total gut. Sie meinte, die eine Sache ist, Faschismus ist scheiße anstrengend, Scheiße, anstrengend. Also das ganze Lebensgefühl, du hast einfach richtig Druck auf dem Kessel. Dann sagte sie, wenn sie mit Menschen anfängt, darüber zu reden, dann macht sie die Erfahrung ganz, ganz schnell, gibt es so einen Rückzug. Die Leute werden auf einmal ganz, ganz still, wechseln das Thema, wechseln den Raum und du verlierst die Räume, wo du eben anfangen kannst zu sprechen. Und das Dritte, was sie meinte, ist, du brauchst eben diese Gemeinschaften. Sie hat dann erzählt, ja und die Weißen, die sind gerade dann sehr, sehr krass schockiert darüber, was mit Eis passiert. Und sie erzählte ja meine Hispanics-Freunde oder sie arbeitete auch als Musiklehrerin, mit so Kids, die sagen, die haben das seit Jahren, seit Jahrzehnten erleben die das. Also ich weiß nicht, ob ihr das wisst, aber Obama hat 1,2 Millionen Menschen abgeschoben. Trump ist da weit hinter. Der Unterschied ist eben, dass Trump das nicht still und heimlich macht, schön diskret, aber die Communities die haben das Problem seit Jahrzehnten wahrscheinlich. Und immer wieder müssen die Strategien finden, wie sie damit zurechtkommen, mit dieser Form von Gewalt. Und das, finde ich, ist ein entscheidender Punkt, zu sagen, du brauchst eben, diese Form von Gemeinschaft. Eine Sache war dann noch ... Die ganzen, ja jetzt, das kriegt man noch ein bisschen mit aus den USA, was die an Strategien mittlerweile gefunden haben, irgendwelche Leute mit Trillerpfeifen und so weiter, die aufmerksam machen, jetzt gerade kommt jemand von ICE oder so. Also der Punkt ist wohl entscheidend, dass alle Strukturen, alle Formen von Widerstand, die es jetzt gibt, ihr hättet es nicht gegeben, wenn es vorher nicht Black Lives Matter gegeben hat. Weil da haben sich die entscheidenden Leute kennengelernt, da haben sich die Netzwerke gebildet. Und das ist, glaube ich, etwas, was extrem wichtig ist. Also diese Info, danke Veronika, für mich sehr, sehr erhellend. Also wahrscheinlich, wir haben im Moment noch Zeit, bestimmte Dinge vorzubereiten. Aber wir müssen jetzt langsam auch in christlichen Communities diese Gespräche führen. Wir müssen gucken, was sind eigentlich die Aufgaben, die wir haben? Welche Baustellen haben wir konkret? Was müssen wir da überhaupt anpacken? Vielleicht gibt es auch Aufgaben, wo wir sagen, okay, das ist nicht unser Business und da geht ihr lieber zu United for Rescue und macht damit. Cool. Aber dieses Gespräch zu führen, was sind eigentlich unsere Aufgaben in den nächsten Jahren? Wo. Nenn es Rechtsruck, nenn es Faschisierung, nenn es wie auch immer, aber man merkt, da kommen Dinge und wir müssen irgendwie auch gucken, wie wir da konkret uns vorbereiten können. Das wollte ich mal drauflegen. Ja, und ich glaube, das finde ich wichtig, ich denke, eine Sache, ich denke gerade viel über diesen Gemeinschaftenbegriff und ich glaube, da wabern auch verschiedene Sachen drin und ich will mal so zwei Formen von gemeinsam unterwegs sein, die mir wichtig wären. Rausstellen. Das eine ist, oder drei eigentlich, das eine ist, in bestehenden Beziehungen, wo viel Vertrauen und vielleicht auch Nähe ist sich austauschen und dieses wie geht es mir damit, Safe Space und auch schauen wenn wir so viel Überschneidung haben was wollen wir machen, oder wie tragen wir uns in diesem anderen eine zweite Form, also kleine Gruppen viel Affinität was Bezugsgruppen genannt wird oder sowas, ich glaube sowas brauchst, Hauskreise sagen wir mal Ähm... Was anderes ist, da wo Gemeinden noch irgendwie divers sind, auch entlang politischer Linien, wäre es gut, wenn wir das halten können. Also ich wäre bereit, sehr viel zu geben, dass die Leute, die Fragen zu Migration haben, in der Gemeinde bleiben. Also ich will mir davon nicht irgendwie sagen, ich werde nie politisch predigen oder was weiß ich, aber mir ist an der Beziehung sehr viel gelegen. Da, wo wir irgendwie in bestehenden diversen Beziehungen, also Beziehungen mit Leuten, die anders denken als wir selber sind, ich glaube, es ist wichtig, die zu halten, wenn man das kann. Und da würde ich, weil da können wir irgendwie eine Brücke sein und auch einen Weg raus aus einer Radikalisierung. Und da würde ich persönlich ziemlich weit gehen und das dritte ist, ich glaube wir brauchen eigentlich, da komme ich wieder zu diesem öffentlichen Luxus wir brauchen auch Orte, wo sich Menschen begegnen und auch nicht über Politik reden, aber irgendwie merken ich kriege hier was also Reparaturcafés wären auch ein gutes Beispiel. Ich habe vielleicht gerade nicht das Geld oder ich finde es ideologisch irgendwie gut, Sachen zu reparieren oder sowas und hier kann ich die Sachen reparieren Und das ist so ein Ort, da geht man hin, wenn man Sachen reparieren will. Das wäre wichtig. Oder ich habe Foodsharing in meinem Workshop gehabt, als so ein Netzwerk. Ich muss nicht bei Foodsharing, da sind bestimmt viele Querdenker dabei. Also das ist ja auch so ein bisschen grün, esoterisch. Also ich bin bestimmt nicht derselben Meinung zu vielen Sachen. Aber wir machen das zusammen und das ist dann in dem Fall auch nicht so wichtig. Und ich glaube, das... Alle drei sind wichtig. Und es braucht vielleicht manchmal einzelne Leute mehr, das eine oder das andere oder so, nach Betroffenheiten. Aber ich glaube, wir da, ich habe manchmal den Eindruck, wir zerschießen uns ein bisschen, weil wir dieses Wort, wir brauchen Gemeinschaften. Und die einen meinen halt, ich brauche jetzt gerade eine Gemeinschaft, wo Leute meiner Meinung sind, damit ich weiterkomme im Denken, damit ich auch mich mal auskotzen kann über die blöden anderen oder sowas. Und die anderen sagen, ja, wir brauchen aber Gemeinschaft mit diesen anderen Denkenden und dann redet man aneinander vorbei und verstreitet sich am Ende, weil man eigentlich was unterschiedliches meint. Und ich glaube, alle drei sind wichtig und insgesamt brauchen wir mehr so ein, ökologisches Denken von viele verschiedene Dinge in Beziehungen sind wichtig. Auch so Netzwerke über Zeit. Also die Black Lives Matter Leute wussten nicht, dass sie den Widerstand gegen Trump 2 vorbereiten. Die wollten einfach nur Black Lives Matter jetzt organisieren, aber niemand wusste, was dabei rauskommt. Es ist was Gutes dabei rausgekommen. Eine Sache, die wir bei Schöner Glauben stärker ins Gespräch bringen wollen, ist die Idee von Collapse-Politik. So, was meint das? Die Idee von Collapse-Politik ist, dass eine Sichtweise, wie man das verstehen kann, was in Zukunft auf uns zukommt, ist der Begriff Collapse. Fridays for Future und so weiter, die haben stark damit geworben, wir wollen gerne, dass, das Klima nicht über 1,5 Grad geht, das ist das große Ziel, weil alles, was darüber hinaus kommt, ist für menschliche Zivilisation hochgradig problematisch. Und, nun gut, letztes Jahr war, glaube ich, das erste Mal, wo das 1,5 Grad, wo die Linie gerissen ist. Also sprich, das Ziel, es kann gut sein, dass es gerissen ist, kann aber auch sein, dass es nur eine Ausreißer nach oben ist, man weiß es noch nicht genau. Aber so ein bisschen ist die Klimabewegung ja in dem Bereich, dass man sagt, ja, möglicherweise haben diese Jahrzehnte oder eigentlich das letzte Jahrzehnt vor allen Dingen an Appell an Gesellschaft und Politik weltweit. Maßnahmen umzusetzen, die dazu führen, dass das Klima sich nicht weiter erwärmt, das ist ein Stück weit auch gescheitert. Oder vielleicht ist es wirklich krachend gescheitert. Und dann zu überlegen, okay, wenn das der Fall ist, was kommt dann eigentlich auf uns zu? Und es gibt für viele so dieses Bild von Apokalypse, also Hollywood und so weiter bombardieren uns ja auch damit so von Vorstellungen, ja, die Welt geht unter, innerhalb von ein paar Minuten ist die ganze Erde vereist oder was weiß ich, gibt es so einen Scheiß. Und in der Klimabewegung wird stärker aber jetzt dieser Gedanke forciert zu sagen, nee, das, was kommen wird, ist eigentlich Kollaps. Und Kollaps bedeutet, zum Beispiel Tadjo Müller definiert das so, es gibt bestimmte Waren und Dienstleistungen, die in einer Kollapssituation nicht mehr über den üblichen Weg zur Verfügung gestellt werden können. So, bedeutet, wenn es einen Kollaps gibt, dass irgendwie der Strom fällt aus. So, Berlin ist auf einmal in Teilen für ein paar Wochen oder für ein paar Tage zumindest ohne Strom. Das wäre ein Kollaps. Weil du bist gewohnt, der übliche Weg ist, Strom kommt eben, Steckdose und irgendwie über verschiedene Anbieter, die man dafür bezahlt. Funktioniert dann aber nicht mehr. So, und das kann auf allen möglichen Bereichen sein. Das kann sein, Medikamente, Kollaps bei Medikamenten. Bestimmte Medikamente kriegst du für eine Zeit lang vielleicht dann nicht mehr in der Apotheke. Kollaps kann auch sein, dass politische Sicherheit oder sowas wie du rufst eben den Krankenwagen und der kommt. Ja, wenn du Kollaps-Situation hast im medizinischen Bereich, kommt der aber nicht mehr. Da hat es in Schweden zum Beispiel einen Fall gegeben. Ich habe einen Workshop dazu gemacht, Kollaps-Gedöns in Pforzheim, war sehr, sehr schön, und habe dann auch diese Geschichte erzählt, hat, In Schweden hat man dann angefangen, als es wirklich da so eine Kollapsituation gab. Man hat den Krankenwagen rufen wollen, weil es gab eine Schießerei oder so. Kam aber nicht, weil in dem Vorort da das Ganze eben nicht abgedeckt war. Und dann hat man eben angefangen und hat Workshops gemacht. Kollapspolitik bedeutet nämlich, man überlegt sich jetzt in der Community, wie kann man Kollapsituationen auffangen. Und dann hat man Workshops gemacht, wie kann man eben Schusswunden verbinden, um eben Menschen, die in so einer Schießerei dann waren, dann eben so lange zu stabilisieren, bis dann eben doch irgendwann medizinische Hilfe kommt. Ganz witzig, einer von denen meinte, ja, meine Tochter hat auch so einen Workshop mitgemacht, die war nämlich in der Zeit in Schwedenfall voll geil, so großartig. Aber das mal als Perspektive finde ich sehr, sehr spannend, weil das auch für Kirche und für Glaube an sich wichtig ist. Kollaps bedeutet, das, was auch immer an Krise kommen wird, wird unterschiedliche Menschen unterschiedlich treffen. Es wird immer Menschen geben, die genug Geld und Ressourcen und Beziehungen haben, um Kollaps-Situationen ganz gut aufzufangen. Und es wird welche geben, dann hast du einen Queer-Gottesdienst und die Polizei steht eben nicht da. Und Aufgabe könnte eben sein, zu sagen, lass uns mal über Kollaps nachdenken und gucken, wenn du einen Hauskreis hast, wenn du in einer Gemeinde bist, wenn du in einem Netzwerk bist, was ist unser Job? Hinzusehen, welche Menschen werden als erstes unter die Räder kommen? Und dann eben aus einer Jesus-Perspektive zu sagen, was ihr den Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan. Das muss die Devise sein, denke ich. Auch sicherlich so ein man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen, definitiv, aber auch eben diese Kollaps- Perspektive zu sagen. Es werden Kollaps-Situationen kommen, wie kann man eigentlich nicht, da stärker die Menschen im Blick haben, die es als erstes treffen wird. Also am Ende ist es ja voll das subkulturelle Ding so ein bisschen gegen, ist ja schon, wie du sagst, Kollaps ist weniger relevant für Leute, die finanzielle Mittel mehr haben, um bestimmte Dinge weiterhin zu bewältigen. Ich finde schon jetzt auch, also wir sprechen da jetzt alle aus einer Perspektive, wo man sagen kann, andere Leute leben schon teilweise im Kollaps. Gerade wo anfangs unser Gespräch war ich glaube eine der riesengroßen Aufgaben für Kirche ist mehr Safe Spaces zu bauen für die queere Community noch mehr, und noch mehr sich dafür auszusprechen weil das ist, ein Kollaps für sie dass gerade das wieder salonfähiger wird, das klein zu reden und, Weiß nicht, das ist vielleicht auch mein Herzensthema jetzt einfach, weil ich das in meinem Umfeld einfach sehr viel im Freundinnenkreis habe und so weiter, dass da sehr mein Herz schlägt oder so. Aber was ich von denen merke, ist ein sehr, sehr großer Anstieg an Angst und das ist schon für sie ihr privater Kollaps. Das heißt, das ist was, wo ich sagen würde, wie du eben sagst, was du den Geringsten von ihnen getan hast, marginalisierte Gruppen sind tendenziell Fokuspunkt. Und eben, wie sagt man es, das soll nicht diskreditierend wirken, am kleinsten gemeinsamen Nenner orientiert. Und der nicht abwertend gesehen, sondern einfach im Sinne von, du brauchst diese Sicherheit, dann gehe ich mit dir zusammen, gehen wir alle zusammen auf diese Ebene, diese Sicherheit. Auch wenn ich es nicht bräuchte, auch wenn es für mich einen Umweg macht oder, für unsere Kirchgemeinde ein Mehraufwand ist oder sowas. Aber wir wollen eben diesen Raum schaffen für die Leute, wo es jetzt auch schon kracht. Ich muss nochmal einhaken, weil wir jetzt dieses Privilegien-Thema wieder im Hintergrund reingeschoben haben. Ich würde ganz anders rangehen. Also ich finde es gut, das im Auge zu behalten. Und mein Beispiel für Zugang wäre immer die Bordsteinkante. Bordscheinkante macht es möglich oder leichter für Leute im Rollstuhl. Die Straße zu wechseln, aber die macht es für niemanden schwerer. Und für mich, wenn ich auf einmal in der Situation bin, dass ich Kinderwagen schieben muss, macht es auch viel leichter. Also Zugang ist gut, aber es sollte man universalistisch framen. Es ist für alle besser. Neurodiverse, sensitive Gottesdienste sind für alle irgendwie cooler. Und auch kirsensibel zu sein, sollte man nicht als so, Würde ich mir einfach dagegen wehren. Wir hatten gerade eine Hitzewelle. Ich kenne eigentlich niemanden, der kühl in seiner Wohnung war. Also natürlich gibt es irgendwelche reichen Leute in Frankfurt, wahrscheinlich in meiner Nachbarschaft, die ich halt nicht kenne, die Klimaanlagen hatten, aber die meisten Leute eigentlich nicht. Leute, dass Herr Merz ein kühlendes Büro hatte. Wir müssen, glaube ich, rauskommen aus so einem... Es gibt Leute unter uns und es gibt noch mehr Wunderbarkeit. Aber wenn man Kollaps ernst nimmt, glaube ich, sind wir relativ schnell in der vulnerabenden Gruppe dabei. Das Wichtige ist bloß, dass wir verlernen dieses jeder für sich oder nach unten treten, dann bin ich irgendwie sicherer, sondern solidarisch von unten heben. Aber ich brauche das auch. Also keine Ahnung und ganz viele von diesen Sachen, die einfache, hilfreiche Sachen wären, würden mindestens eine Lebensqualitätssteigerung für uns alle irgendwie bringen. Also um nochmal öffentlicher Luxus, Schwimmbäder werden in die Städteplanung jetzt schon eingeplant als kühle Orte. Dann muss man sich Gedanken machen, können die Leute denn da hin? Also wenn ich jeden Tag ins Schwimmbad gehen muss, ist auch irgendwann teuer. Und, Also man kommt da in Konflikte, weil manche Leute wollen ja lieber ihren eigenen Pool haben. Aber wer von euch hier hat jetzt seinen eigenen Pool? Ihr müsst euch nicht outen. Aber die meisten ja nicht. Es gibt Verteilungskämpfe, aber die setzen ganz woanders an. Ja, zu dem Kollapsthema wollte ich sagen, ich glaube tatsächlich, dass es ein neues Potenzial ist, aus den Nischen rauszukommen, also aus Klimanische, aus auch Kirchennische, wie gesagt, Städte beschäftigen sich mit Krisenvorsorge, also wenn man es als Krisenvorsorge betrachtet, hat man sehr viele Anknüpfungspunkte. Und es gibt am 6. bis 7. November in Berlin in der Refo ein Barcamp zwischen Klimaanplassung und Klimakollaps, christliche Beiträge zur kollektiver Krisenresilienz. Das ist daraus entstanden, dass verschiedene Leute, die ganz unterschiedliche Positionalitäten in Kirche und Kirchen haben, letztes Jahr beim Kollapscamp waren und da gemerkt haben, da gibt es ja auch andere Christen und keine Ahnung, manche sind hier, VRK-Versicherer im Raum der Kirchen, die machen sich auch Gedanken über Krisensituationen, und manche sind irgendwie Pfarrer vor Ort und manche sind einfach engagiertes Gemeindeglied und die miteinander haben dieses Barcamp als, lass mal als Kirche wirklich ernst nehmen, was für Ressourcen wir haben, aber auch wo wir betroffen sind, und miteinander Ideen entwickeln. Ich habe schon ein paar sehr spannende Sachen gehört von Mesh-Netz-Repeater auf Kirchtürme stellen, also dass man so, wenn Internet ausfällt oder abgeschaltet wird, man so ein alternatives Weg hat, wie man miteinander reden kann. Zu, da ist ein Typ, der kommt auch dahin, der so ganz konkret Low-Tech Sachen, entwickelt, wie kann man, es gibt ja die Konzepte auf der ganzen Welt, aber wie kann man Räume, eben nicht Räume heizen, sondern Menschen in Räumen heizen, wenn die Zentralheizung, also wenn Gas ausfällt oder solche Sachen. Wird glaube ich super spannend, wird ein Ort zu reden, aber auch zu machen. Ich habe ziemlich viele von diesen Postkarten, weil ich da auch mitorganisiere, deswegen kann man die auch verteilen. Ich habe die Aufgabe gekriegt, ich soll dafür sorgen, dass vom Freakstock Leute kommen. Also mega. Wir haben noch ein paar Minuten Zeit und die können wir nutzen, wenn von eurer Seite noch Kommentare, Fragen, Gedanken sind. Meldet euch gerne und dann komme ich rum. Wenn du das machen willst, auch gerne. Ich stehe ja schon. Perfekt. Hi. Mein Gedanke war, dass man glaube ich wirklich probieren soll oder sich selber irgendwie immer motivieren soll, handlungsfähig zu bleiben und sich nicht. Von Social Media irgendwie so einreden zu lassen, dass alles so ganz schlimm hoffnungslos ist und manchmal vielleicht auch ein bisschen so mal das Handy weglegen, mal ein bisschen rausgehen und mal wirklich probieren, was du auch schon gesagt hast, so dieses, mit den richtigen Menschen zu interagieren und zu gucken, wo kann ich nicht nur so liebe deinen Nächsten, sondern auch so präge deinen Nächsten und zu gucken, wo ist das Umfeld, was ich vielleicht irgendwie auch gerade in den, demokratief fördernden Dialog bringen kann, um einfach sich dort zu vernetzen. Und meine zweite Idee wäre, dass man sich vielleicht auch so ein bisschen so Kennzeichen ausmacht, wie man so sagt, so 161 ist so antifaschistischer Aktivismus, da kann man ja auch so 151, so antievangelikaler Aktivismus so machen. Dass man sich damit irgendwie so kennzeichnet und vernetzt und sagt, man müsste es einfach, mit Schleue und auch mit Kreativität einfach auch, glaube ich, anfangen, diesen großen Meinungsinfluencern, die definitiv in das rechte Horn einfach boxen, dort irgendwie zu begegnen und Aktionen irgendwie kreativ und demokratisch fördernd irgendwie zu stürmen. Danke. Wollen wir ein bisschen sammeln, Reaktionen und dann... Ich fand am Anfang spannend, als ihr darüber gesprochen habt, dass es so eine Hoffnungslosigkeit gibt, weil diese Krisen so unüberwältigt groß sind und ihr so über positive Geschichten gesprochen habt. Du hattest das mit dem Fußball und der Bundesliga erzählt, musste ich aber auch irgendwie an David und Goliath denken, die ja auch, also das ist auch so eine Geschichte, die so unkonventionell ist. Ich muss auch an Tennisbälle denken, wegen kleinen Steinen. Und irgendwie habe ich das so verknüpft, weil ich dachte, wir sehen doch auch da Geschichten, die, so, sag ich mal so, Heldengeschichten sind oder Geschichten, die einfach motivieren können, wo Kleines, Großes überwindet, was so unüberwindbar scheint. Dann können wir erst mal reagieren, oder? Ja, ich finde David gegen Goliath super. Ist auch spannend, weil David ja von Saul die Rüstung angeboten kriegt und sie ihm nicht passt. Und ich finde, gerade wenn Kirche verändert sich auch und ich glaube, wir sind so ein bisschen geneigt, mit der alten Rüstung irgendwie in die Schlacht zu gehen und da nochmal kreativ zu werden. Und insgesamt, also Bibel klingt jetzt, also ich bin Pastor, ich muss das sagen. Nein, aber also. Die Bibel ist eine unwahrscheinliche Sammlung von Geschichten. Dass wir sowas überhaupt haben, ist eine der wenigen Geschichten, also Sammlung von Geschichten von unten. Also ja, David wird dann irgendwann König oder sowas, aber Israel, die sind Verlierer. Also mehrfach und gibt es immer noch. Also dieses konkrete, also das jüdische Volk gibt es immer noch, aber auch das Christentum, was daraus erwachsen ist. Alles Loser, aber haben irgendwie überlebt. Mehrere Kollapse, also die Zerstörung des Tempels, nochmal Zerstörung des Tempels, Jesus stirbt am Kreuz. Ja, Auferstehung, aber trotzdem, das sind schon Verlierergeschichten. Die die Welt verändert haben. Und ich glaube, wir hängen manchmal so einem Heroismus nach oder so einem Ding von, ja, ich will auch sehen, dass ich Erfolg habe oder sowas, aber Geschichte funktioniert überhaupt nicht so. Und ich finde, ich kriege ganz viel Mut aus biblischen Geschichten und aus diesem Merken, die wussten auch nicht, wie es ausgeht. Und ich finde auch übrigens so rabbinische Geschichten ganz toll oder aus dem Mishnah, also aus diesen Legenden. Und da gibt es zum Beispiel zum Exodus die Geschichte, dass als Mose das Meer gespalten hat, ist es nicht einfach gespalten gewesen und dann konnten die trockenen Füßen es laufen, sondern es war immer noch genauso. Und Mose hat gesagt, ihr müsst jetzt reingehen und erst als sie bis zur Nase im Wasser waren, dann hat es angefangen sich zu spalten. Ich finde es einfach so ein cooles Bild und ich glaube, den Mut brauchen wir. Also ins Wasser reinlaufen. Also ich als Nicht-Theologe kann eher darauf reagieren. Sehr gute Gedanken. Ich finde, ich kann dir da komplett zustimmen. Das hatten wir ja vorhin auch kurz, diese Überforderung und Ohnmacht, die gefüttert wird durch die Überflutung Social Medias mit allen möglichen Krisenherden, die du ja nicht mal am Ende beeinflussen kannst direkt. Also es ist gut zu wissen, was in Amerika abgeht, weil wir daraus auch lernen können. Trotzdem kann ich aus meinem Sessel hier in Amerika gerade überhaupt nichts machen und es drückt mich immer weiter rein hier. Und die Frage ist, zum Beispiel durch solche Gespräche Handy weglegen und quatschen. Wie können wir denn hier aktiv werden? Und zu den kreativen Punkten, da bin ich glaube ich auch wieder bei dem, was wir am Anfang auch hatten, dass am Ende die Leute, oder kann ich jetzt aus meinem Leben sagen, die Leute, mit denen ich gerade Schulterschluss mache, um aktivistisch zu sein, sind im größten Stile nicht christlich, sondern haben halt gleiche Überzeugungen, Grundüberzeugungen aus einem anderen Ding, was vielleicht ein gleiches Weltbild hat, aber eine andere Motivation dahinter noch. Und gerade in den ganzen linken Bewegungen hast du auch viel, dass Humor dabei sein darf, dass es schön sein darf und dass Aktivismus. Spaß machen darf. Ich denke jetzt gerade an Erfurt am 4.7. War das Motto Erfurt glänzt und das sind ja immer so ein bisschen die diesen bösen, dollen, mächtigen Rechtsparolen ein bisschen einer Heiterkeit und einer Lebensfreude entgegensetzen und das finde ich, kann ich sehr gut mit meinen christlichen, lebensbejahenden Perspektiven auch übereinander bringen. Habt ihr noch Gedanken, Beiträge? Ich glaube, dann machen wir hier einen Komma. Oder Beinach? Ich habe was übersehen. Genau, du hast es vorhin angesprochen. Den Vorteil von Netzwerken. Also, keine Ahnung, lass es doch konkret machen, dass wir, ich glaube, es gibt mir so ein schwarzes Brett, die Leute, die Bock haben, mit denen das resoniert, die sich da irgendwie eintragen, vielleicht Bock haben, ein Netzwerk zu gründen oder irgendwie sich zu vernetzen. Habe ich den Bock. Nice. Du machst einen Zettel am schwarzen Brett. Ich mache an der Stelle nochmal Werbung. Ich wollte gerade sagen. Sag du. Na, machst du. Also ein Beitrag, den wir als schöner Glauben machen wollen, ist in den nächsten Monaten stärker sowas auch zu ermöglichen. Wir haben eine App als Plattform. Wir sind aber auch mit Freunden von Hossa Talk, von Yi, und so weiter im Gespräch, weil die Idee ist, wir wollen zumindest die Möglichkeit machen, dass es eben auf der einen Seite digitale Angebote gibt und Gespräche geführt werden, aber dass sich das eben auch konkretisiert. Hossa macht das schon seit Jahren, dass sie lokale Gruppen im Grunde fördern, und auch da sind wir stärker dabei. Deswegen, kommt gerne in die App, guckt, wen könnt ihr da zusammentrommeln aus eurer Gegend, wen findet man da vielleicht und dann überlegen wir Dinge zu initiieren. Das kann von wir machen einen Book Club über wir machen eben solche Safe Spaces, aber das kann eben auch sein, dass andere Dinge entstehen. Das einfach mal als Anregung. Und es ist auch am Ende ganz unkompliziert in euren Städtengruppen oft zu machen. Also. Ich kann es jetzt nur von mir sagen, ich hatte vier Leute, mit denen ich das auf dem Herz hatte. Diese Gruppe ist innerhalb von drei Wochen auf knapp 25 Leute gewachsen. Mit jedem irgendeine Kirche besuchen und danach mit Leuten connecten, mit jedem mal irgendwo im Park rumhängen. Irgendwo lungern die Leute, die sagen, ja, irgendwie habe ich auch diesen christlichen Glauben, aber irgendwie fühle ich mich zum Beispiel genauso und brauche auch diese Perspektiven, aber diese Räume fehlen. WhatsApp-Gruppe aufmachen, im Park hängen und dann, also ich habe sehr, sehr doll das Gefühl, dass gerade auch in den jungen Generationen da wieder ein großer Need ist, nach alternativen Glaubensräumen. Einfach loslegen und das Angebot machen, ganz viele warten da drauf. Es war die Frage, was kann man machen bei dieser Demonstration in Köln. Man könnte einfach das Rezept eventuell kopieren, was der Ketzer der Neuzeit vorgelegt hat. Der hat ja früher das so gemacht, dass er einfach auf Schulendemos gegangen ist und dann versucht hat, mit denen normal zu reden. Die fühlten sich aber provoziert, haben ihn dann beschimpft. Und das hat er halt ins Netz gestellt, um zu zeigen, die sind gar nicht so demokratisch, freundlich oder sonst was. Und ja gut, man könnte ja auch andere Demonstrationen besuchen mit einem anderen Hintergrund. Zum Beispiel die da in Köln müsste sich halt einer finden, der halt eine entsprechende Medienarbeit macht. Und zu dieser Kollapsfrage, da habe ich den Eindruck, dass hier vielleicht eine bestimmte Gruppregierung von Menschen noch nicht so im Blick hat, die, es schwer haben, sich selbst für sich zu äußern oder zu sorgen. Das sind halt ganz alte Leute in Pflegeheimen oder Pflegeeinrichtungen und sowas. Und das könnte ja durchaus sein, dass die zu denjenigen gehören, die in einer Kollapssituation als Erste mit betroffen wären. Ja, auf jeden Fall. Also Pflegeheime sind nicht gekühlt. Die Übersterblichkeit in den letzten Wochen war natürlich auch da. Und ich denke, das sind genau solche Punkte, wo, deswegen finde ich das mit dem Barcamp spannend, dass ja auch Leute, die in der Diakonie in sowas arbeiten. Haben, glaube ich, dann die besseren Ideen, was würde da denn helfen. Wir brauchen, glaube ich, insgesamt das Gespräch darüber. Aber das sind Situationen, die auf uns zukommen oder ist ja schon gewesen. Wie machen wir das nächstes Mal besser? Das wird jetzt nicht einfach anders. Und wir brauchen, Leute müssen wieder erleben, dass das keine, all lives matter in dem Fall, also dass niemand entbehrlich ist. Also ich glaube, wir haben uns an so eine Entbehrlichkeitslogik gewöhnt und dann sorgt es für die Angst, vielleicht bin ich ja auch entbehrlich. Und ich glaube, ja, das ist eigentlich, was ich nur dazu sagen kann, sozusagen, wir brauchen ein Erlebnis, dass ich bin nicht entbehrlich, du bist nicht entbehrlich, wir kümmern uns umeinander und das muss überall sein. Ich weiß nicht, ob ihr noch was habt ich würde sagen, mit Blick auf die Uhr, mit Blick auf die Uhr fertig, oder mit Blick auf die Uhr komm, Björn, mach schnell ich wollte das nur noch mal auf Gen Z transponieren das war der Ruf nach einem progressiv-christlichen Markant, ja, der erste Punkt, Ja, sonst hast du noch Kapazitäten. Progressiv, christlicher, markant werden. Du bist der markant. Ja, aber ich kann nicht auf der Straße rumrennen. Das wird zu viel. Naja, ich glaube, also... Markant ist doch selber auch... Ich habe mir sehr bewusst mit der Initiation von schöner Glauben ein Stück weit einen anderen Weg gewählt, weil ich, glaube daran, wenn man sich Zeit nimmt, länger miteinander redet und eben nicht, versucht, den anderen fortzuführen, sondern Leute. Einladen, von denen ich glaube, dass sie was zu sagen haben. Und dann die Leute auch das sagen lassen, was sie sagen können. Das ist, glaube ich, so mein Beitrag. Aber hey, who knows what happens. Liebe Leute, es war mir ein Fest. Vielen Dank, dass ihr da wart. Und genau, wir hören uns. Demnächst werden wir glauben. Folgt uns auf Social Media. Lasst ein Like da. und organisiert euch. Bildet banden. Macht's gut.