Hallo zusammen, mein Name ist Jason und eine weitere Folge Schöner Glauben. Meine Güte, heute haben wir was vor, aber bevor das. Schöner Glauben ist ein Netzwerk, wir versuchen progressive Stimmen zusammenzuführen, wir probieren uns zu empowern einander und uns für mehr Solidarität in der Welt einzusetzen. Und wenn das etwas für euch ist, wenn ihr da Teil der Bande werden wollt, dann könnt ihr beispielsweise unsere App runterladen und außerdem auf der Website findet ihr auch Möglichkeiten, die ihr das Ganze finanziell unterstützen könnt. Bei uns ist das so, alle Inhalte sind frei zugänglich, aber das ist halt möglich, weil es Menschen gibt, die dankenswerterweise das Ganze unterstützen. So, heute Mo ist am Start. Sehr cool. Grüß dich. Und heute ist der Tag, an dem Hanna da ist. Es ist sehr, sehr schön. Grüß dich. Hi. Ich freue mich, hier zu sein. Wir sind ja in der letzten Zeit immer auch mal stark verstärkt worden. Und Hanna, du bist auch Teil des Teams. Willkommen bei Schöner Glauben. Vielen Dank. Ich freue mich wirklich richtig toll. Bin gespannt auf alles, was kommt. Ja, richtig cool, dass du da bist. Ich glaube, den Zuhörenden geht es wahrscheinlich so ähnlich wie mir. Ich weiß nicht so viel über dich. Hast du Lust, mal zwei, drei Sätze zu sagen? Wer spricht hier und was macht dich so aus? Warum bist du bei Schöner Glauben dabei? Ja, wo fange ich denn an? Also ich arbeite als Referentin für Kommunikation bei MIDI, der Zukunftswerkstatt von Kirche und Diakonie. Und ich habe auch mal für drei Jahre Theologie studiert. Das habe ich dann aber irgendwann geschmissen. Davor habe ich schon Religionswissenschaft und jüdische Studien studiert und auch abgeschlossen. Und ja, die Themen, also Religion, Theologie, irgendwie die Auseinandersetzung damit, das beschäftigt mich gefühlt schon mein ganzes Leben. Ich habe unter anderem im Libanon und in Israel studiert und habe von daher irgendwie einen starken Fokus in meinem Leben auf diese Region, könnte man sagen. Beschäftige mich viel damit. Ich komme aus einer Pastorenfamilie, eigentlich recht liberal, aber meine Großeltern waren ziemlich pietistisch und fromm und das hat unsere Familie irgendwie auch ziemlich geprägt. Von daher habe ich irgendwann so eine Faszination oder ein Interesse dafür entwickelt, als ich festgestellt habe, dass es nicht nur alte Menschen gibt, die so eingestellt sein können wie meine Großeltern, sondern auch junge Menschen, weil das wusste ich davor gar nicht. Und von daher habe ich mich, seit ich so 15 bin oder so, auch immer wieder viel mit Evangelikalen befasst. Und das ist so ein bisschen zum Guilty Pleasure geworden, könnte man sagen. Genau, also irgendwie lässt mich dieses Thema nicht so richtig los. Ich glaube, es war sogar auch ein bisschen der Grund, warum ich Religionswissenschaft studiert habe, um irgendwie besser nachvollziehen zu können, was lässt Menschen fundamentalistisch werden oder sehr radikal werden. Genau und deswegen unter anderem bin ich jetzt glaube ich hier weil das alles Themen sind die mich interessieren und bewegen. Ich glaube Midi ist mir mittlerweile ein Begriff aber ich weiß nicht ob das selbsterklärend ist magst du mal zwei Sätze zu Midi sagen, Genau, also wie gesagt, Zukunftswerkstatt bedeutet, es gibt ganz viele verschiedene, Referenten und Referentinnen, die sich den unterschiedlichsten Themen widmen, die Kirche und Diakonie jetzt und in der Zukunft betreffen und wo sich einfach Fragen gestellt werden, wie können wir kirchliche und diakonische Strukturen unterstützen, um für die Zukunft gut gewappnet zu sein. Also das kann zum Beispiel sein Seelsorge in der Klimakrise, das kann aber auch sein Exnovation, welche Prozesse müssen wir abbauen und beenden, weil immer mehr Menschen aus der Kirche austreten. Das kann so vieles sein. Also es sind einfach ganz viele unterschiedliche Themen, die von vielen Menschen da bespielt werden. Und in der Öffentlichkeitsarbeit ist das Schöne, dass am Ende alles irgendwie auch bei mir auf dem Tisch landet und ich in alles irgendwie so einen kleinen Einblick bekomme. Und genau, das macht viel Spaß, da zusammen zu denken und zu arbeiten. Ihr sitzt in Berlin, meine ich auch, ne? Ja, wir sitzen in Berlin. Wir sind Teil vom EWDE, also vom Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung. Aber wir haben viele Menschen im Team, die nicht in Berlin wohnen. Und von daher sind wir irgendwie schon so auch auf eine Art dezentral und treffen uns dann immer so mindestens einmal im Monat alle in Berlin. Aber genau, es gibt auch viele, die an anderen Orten leben und auch nur halbe Stellen bei uns haben und noch andere Dinge machen. Und dann hast du uns direkt jetzt ein erstes Thema mitgebracht, da steigen wir jetzt direkt ein. Heute Morgen hast du in unsere Gruppe geschrieben, so sinngemäß, man hat dir schon die Idee auf den Tisch gelegt und wie kann der Tag besser starten? Ja, es war tatsächlich so, dass der erste Satz, den ich heute Morgen im Büro gesagt habe zu meinem Kollegen, wo ist die Idee? Und er sagte nur, ja, die hat er mir schon auf den Tisch gelegt, weil er schon wusste, dass ich darauf sehnsüchtig warte, weil ich wirklich seit Wochen durch alle Fächer schaue, um dieses Flair-Interview, um das es heute gehen soll, zu finden, weil das schon längere Zeit online ist und ich nicht wusste, dass das im Printmagazin erst später erscheint. Bis mir dann komischerweise über Umwege der Idea-Chef persönlich bei Instagram geschrieben hat, ich könne mich ja schon mal aufs Flair-Interview freuen. Und der hat mir dann geschrieben, wann das erscheint. Und da habe ich mich sehr gefreut. Und deswegen war das heute ein Highlight heute Morgen, dass sie jetzt endlich da war quasi. Dann an dieser Stelle schon mal viele Grüße an den Idea-Chef. Grüße jedenfalls. Das hat mich selbst überrascht. Das ist die Brücke zu meiner Oma übrigens. Also für mich war in meinem Leben der einzige Bezugspunkt zu IDEA oder Kontakt war, wenn ich meine Oma besucht habe, weil da liegt das immer so unter den gängigen Zeitschriften. Es sind noch so ein paar andere einschlägige Sachen, aber IDEA habe ich dann schon immer mal wieder durchgeschaut und es ist ganz interessant, um so einen Einblick in die pietistisch-fromme Welt zu bekommen. Ja, bei mir ist es genau das Gleiche. Ja, mein Opa war, wie gesagt, irgendwie sehr fromm und als er nicht mehr so gut sehen konnte, musste ich dem immer Idea-Artikel vorlesen. Deswegen ist die Idea für mich auch ein bisschen so eine Kindheitserinnerung auf eine Art und jetzt haben wir eben auf der Arbeit ein Abo und das ist jede Woche ein neues Highlight. Ich habe Idea immer bei meinem letzten Arbeitgeber ausliegen gehabt, das war eine christliche Schule. Und ich habe, glaube ich, einmal vor ein paar Jahren mit Johannes Dreichel, da hatte IDEA so ein, weiß gar nicht mehr, wie sich das nannte, so ein Diskussionsformat bei Instagram. Da habe ich mit Johannes Dreichel über Homosexualität diskutiert. Das waren meine Berührungspunkte. Ich weiß es nicht, ich glaube, dass mich kritisch mit den Welten trennen und, ja, also ich tendenziell extrem kritisch mit diesem Blatt bin. Es hat auch vor vielen Jahren hat es mal so eine Facebook-Gruppe gegeben, wo sich Menschen getroffen haben und diskutiert haben, die, ich weiß nicht, von Ideen geblockt wurden oder irgendwie, will ich nicht Falsches sagen, aber zumindest Da hat sich so eine Kritiker-Community gebildet, um sich so ein bisschen auszukotzen. Da bin ich auch irgendwie reingekommen und will sagen, also IDEA hat eine gewisse politische und spirituelle Ausrichtung, wo ich sage, ja, ist glaube ich jetzt nicht mein Camp. Ich glaube auch, dass die evangelische Kirche Deutschlands sich da ein Stück weit auch abgekasselt hat. Zumindest haben die irgendwann die Finanzierung, glaube ich, da gestoppt, sodass die jetzt mehr auf eigenen Füßen stehen müssen. Da war mal was. Ja, also wenn ich sage, jede Woche neues Highlight, dann ist das natürlich auch mit einem gewissen ironischen Unterton. Also ich habe da auch eine starke innere Distanz. Es sind ehrlich gesagt auch gefühlt immer, also ich finde es schon bemerkenswert, dass sie jede Woche eine neue Ausgabe rausbringen. Aber es sind ja irgendwie auch jede Woche immer dieselben Themen. Also halt mit unterschiedlichen Geschichten. Aber am Ende gibt es immer irgendwas über Abtreibung. Es gibt immer irgendwas über Homosexualität. Also immer so die Klassiker an Lieblingsthemen, die man einfach in unterschiedlichem Gewand immer wiederfindet. Ja, aber schon irgendwie auch bemerkenswert. Die Katastrophe, die uns alle überrollt. Selbstverständlich. Ich finde so klasse. Sag ruhig. So klassische Identitätsmarker eigentlich von so einer evangelikalen Bubble. Und da ist dann IDEA sowas wie so eine Selbstvergewisserung. Also wenn da jede Woche was kommt und so ging es mir dann auch mit meiner Oma, als ich dann mit ihr mal über ein paar Artikel gesprochen habe. Dass sie da schon einfach sagt, dass so wie es da steht, ist richtig. Und ich kam dann so aus dem Theologiestudium und hatte dann hier mal eine Frage, da mal eine andere Information. Aber das war so ein Nene, was in der IDEA steht. Das kann schon passen. Und wenn das dann jede Woche kommt und jedes Mal dieselben Themen sind, dann führt das ja so ein bisschen dazu, dass man dann nicht unbedingt auf neue Gedanken kommt, sage ich mal. Ja, es gäbe da viel zu sagen, aber vielleicht, ich habe so ein bisschen die befürchten, dass ich mich da um Kopf und Kragen rede. Und das jetzt schon in Minute 10, aber nun gut. Eine Sache, die ich bei IDEA spannend finde, ist aber und das vielleicht mal so als vielleicht etwas, was man von denen lernen kann, die schaffen es ja wirklich, ihre grob gesehen Bubble wirklich extrem gut zu supporten also wenn Tobias Teichen irgendeinen Podcast macht, den die toll finden dann hauen die das auf die Titelseite und so, und da denke ich also das habe ich jetzt bei evangelisch.de oder so nicht gesehen also vielleicht tue ich denen auch unrecht, aber ich glaube das ist irgendwie, die haben schon eine Form von Zusammenhalt. Interessant. Äh, Flair. Ich habe den Namen mal gehört gehabt. Und als ihr dann gesagt habt, wir machen jetzt eine Folge über Flair, habe ich angefangen, meinen wohl bearbeiteten Spotify-Algorithmus zu crashen, wegen heute Abend. Äh, Flair, why? Also, was? Hä? Ja, also ich habe irgendwie so eine etwas merkwürdige Liebe. Tatsächlich gar nicht mal so für die Musik, sondern irgendwie für Deutschrap-Interviews. Das ist so ein bisschen weird, aber es ist auch ein bisschen weniger geworden, aber ich habe viele Jahre wirklich sehr, sehr intensiv mir stundenlang Interviews angeguckt. Und wenn man sich da ein bisschen auskennt, dann weiß man, dass Flair der absolute, König in Deutschrap-Interviews war. Mittlerweile gibt es einfach nicht mehr so viele. Und tatsächlich hat es im weitesten Sinne auch irgendwie was mit meinem Interesse für Religion und Glauben zu tun. Weil, wie ich vorhin schon gesagt habe, ich wusste als Jugendliche irgendwie gar nicht, dass es auch evangelikale Menschen gibt, die nicht so alt sind wie mein Großvater. Und habe dann irgendwie über den Kirchentag und lange Geschichte, bin ich irgendwie als 15-Jährige bei Jesus.de gelandet. Und habe dann da, das war so eine, ich weiß gar nicht, doch gibt es glaube ich noch, aber da gab es damals so ein Forum, wo man sich über den Glauben austauschen konnte. Da waren sehr viele evangelikale Menschen unterwegs und ich bin in so eine Welt reingestellt. Fallen quasi von vielen jungen Menschen, die eben genau diese Thesen vertreten haben, die auch mein Großvater vertreten hat. Also eben, was wir vorhin schon gesagt haben, Homosexualität ist Sünde, Abtreibung ist verboten und so weiter. Und dort habe ich unter anderem eine Frau kennengelernt in einem Hanna-Forum. Da waren nur Frauen drin, die hießen alle Hanna. Und die wiederum ist zufälligerweise die Schwester vom besten Freund von Flair. Ja, und ihr Vater ist Pastor und wir haben uns dann eben kennengelernt, weil wir eben, uns da beide irgendwie auf Jesus.de mit Menschen rumgestritten und diskutiert haben, die irgendwie konservativere Ansichten hatten als wir. Und dann haben wir uns irgendwann auch persönlich kennengelernt und die hat mir dann von ihrem Bruder erzählt, der damals auch gerappt hat. Und irgendwie fand ich das wahnsinnig spannend und dadurch sozusagen durch die Beschäftigung mit ihrem Bruder bin ich dann bei Flair gelandet. Und damit fing meine ganze Auseinandersetzung mit Deutschrap und Deutschrap-Interviews an. Insofern ist es jetzt sozusagen ein bisschen ein Full-Circle-Moment, weil jetzt diese beiden Themen hier so zusammenkommen, weil Flair einfach plötzlich in der Idee gelandet ist, was mich ehrlich gesagt selbst auch überrascht. Aber deswegen habe ich mich sehr gefreut, als ich gehört habe, dass er da ein Interview gegeben hat. Okay, ich hätte nicht gedacht, dass wir so brisant nah dran kommen an den Rapper Flair oder an den Menschen, Patrick. Richtig spannend. Bei mir war so der erste Berührungspunkt, ich glaube, als ich meinen ersten MP3-Player hatte, also es war so 2003, 2004, 2005 rum, die Ecke, da war Flair auf jeden Fall mit drauf. Also das war so ein MP3-Player, ich glaube 256 Megabyte hatte der, und da musste man natürlich überlegen, welche Songs da drauf sind und ich glaube von Flair Neue Deutsche Welle 2005 war auf jeden Fall ein Dauerbrenner und in dieser Phase, das war so die Hochphase von Agro Berlin. Da habe ich den noch wahrgenommen und dann habe ich mich musikalisch weiterentwickelt, über ein paar Jahre, Jahrzehnte und habe den völlig aus den Augen verloren. Und er kam mir jetzt erst im letzten halben Jahr wieder irgendwie herangespült, weil ich, also das ist vielleicht die Brücke zu dir, Hanna, Hip-Hop-Interviews habe ich auch schon viele mir angeschaut. Und jetzt bin ich so ab und zu darauf, solche Reaction-Videos zu Hip-Hop-Liedern mir anzuschauen. Und der bekannteste Creator da in Deutschland wahrscheinlich ist Jay Jiggy. Und der reagiert immer auf neue Hip-Hop-Releases und analysiert die dann so ein bisschen und hat auch eine Community, macht selber Musik und so weiter. Und vor vier Monaten hatte der einen handfesten Beef mit Flair und das war sehr unterhaltsam, da ging es hin und her und Flair hat sich gezeigt, wie er eben so ist, und JGG auch und da war es das erste Mal jetzt seit bestimmt zehn Jahren, dass ich mich mit Flair irgendwie beschäftigt habe und dass der Flair, von dem ich jetzt den ganz frischen Beef noch, wirklich vor meinem inneren Auge habe, dass der in der Idea kommt und wir jetzt bei schöner Glauben drüber reden, das hätte ich vor zwei Wochen nicht gedacht. Also ich habe es nicht kommen sehen. Worum ging es da bei dem Beef? Also ich habe das nicht mitgeschnitten. Ja, also ich würde jetzt mal sagen, also ich habe, wie gesagt, Flair's Frühwerk kenne ich ein bisschen. Dann ist eine große Lücke und jetzt habe ich mir für die Folge heute auch mal wieder ein paar aktuellere Sachen angehört. Jay Jiggy analysiert solche Videos oder Musik und sagt dann so ein bisschen seine Meinung zu. Und dann gibt es so KünstlerInnen, die stehen bei ihm hoch im Kurs. Also weiß nicht, OG Kimo kann irgendwas rausbringen und der wird dann 20 Minuten mit Lob überhäuft. Wenn jetzt aber ein Flair kommt, in seinen für J. J. G. Eher plumpen Flow und bisschen hängengebliebenen Art, so irgendwie Berliner Straßenrap zu machen, so würde ich mal sagen, stellt J. J. G. Das da, dann kommt der ja nicht so ganz gut weg. Und J. G. hat sich dann so ein bisschen kritisch geäußert, aber also gar nicht mal überzogen jetzt für so Rap-Battle-Kontext. Aber Flair hat dann bei ihm zu Hause angerufen und hat ihm wohl gedroht. Dass er mal vorbeikommt und ihm auf die Mütze gibt oder so. Und dass er eben seinen Mund halten soll. Und das ging dann so ein bisschen hin und her. Da gibt es dann auch Spuren in so Diss-Tracks und solche Sachen. Und der filmt sich halt dabei, wie er dann darauf reagiert. Und dann gibt es wieder eine Reaction auf eine Reaction. Und da kann man schon so ein paar Stunden füllen und wird unterhalten von den zwei Mit-40ern, die sich dann da gegenseitig ein bisschen fertig machen. Und das war jetzt im Februar glaube ich diesen Jahres, dass das so ganz hochgekocht ist und der J. Jiggy ist halt eine Größe in der Szene, also es gibt auch Leute, die bringen Songs raus und die warten dann selbst dass dann J. Jiggy reagiert um das dann wieder anzuschauen also ist so ein ganz eigener Entertainment, Zweig, der sich da so entwickelt hat, aber lohnt sich, also wenn du Bock hast, schau mal rein. Hanna, was ist dein Zugang? Also hörst du den aktuell noch, oder? Nee. Also wie gesagt, das hat auch ein bisschen abgenommen. Zum einen gibt es einfach nicht mehr so viele Interviews, weil sich die Künstler, das sind ja vor allen Dingen Künstler tatsächlich, mehr selbst promoten einfach über Instagram und was weiß ich, TikTok oder so. Und es gibt nicht mehr so viele, die da bereit sind, Interviews zu führen, habe ich den Eindruck. Und ja, irgendwie ist auch mein Interesse so ein bisschen geschifftet. Ich beschäftige mich jetzt wieder mehr mit Evangelikalen in den sozialen Medien als mit Deutschrap-Interviews. Aber jetzt in der letzten Zeit habe ich schon immer mal wieder geschaut, was der jetzt so macht. Der ist ja nach Zypern ausgewandert und macht halt wahnsinnig viel so Online-Casino-Wetten und solche Geschichten. Was ja zum Beispiel in diesem Interview auch einfach überhaupt gar nicht vorkommt. Also da steht ja einfach nur am Schluss, glaube ich, irgendwo, ja, er ist jetzt nach Zypern ausgewandert vor einem Jahr oder so. Aber ja, was so sein Lifestyle ist. Also gut, ein bisschen geht es im Interview schon um seinen Lifestyle, aber ja, es wird halt nicht weiter kritisch irgendwie eingeordnet oder hinterfragt oder sonst irgendwas. Von daher, also musikalisch ist das nicht meine Welt aber ich glaube für mich war das immer ein bisschen so ein Zugang, ich komme halt aus Berlin, aus dem Wedding das ist ein Bezirk, der, klassischer Arbeiterbezirk könnte man sagen. Bin aber in so einer totalen Blase aufgewachsen einfach, meine Mutter war Pfarrerin, und viel so Bioladenholzspielzeug und so. Und um mich herum war aber eine ganz andere Welt und ich hatte da nie so einen richtigen Zugang. Und ich glaube, für mich ist das tatsächlich irgendwie so eine ehrliche Neugierde, auch irgendwie Menschen, ja, die so sozusagen von der Straße kommen, die ich viel irgendwie in meinem Umfeld erlebt habe, aber eben nicht so persönlich, da irgendwie so einen Einblick in so eine Welt zu bekommen. Also mir ist schon klar, da sitzen nicht alle, die auf der Straße unterwegs sind, irgendwie so ein Rapstar live führen, aber irgendwie einfach, ja, da so in so eine Gedankenwelt einzutauchen, die ich so aus meinem Umfeld irgendwie nicht so kenne oder so. Ich finde es tatsächlich einfach wirklich spannend. Jetzt auch gar nicht so von oben herab oder so, sondern einfach, um da was auch in Erfahrung zu bringen. Und ich hatte schon immer den Eindruck, dass man da zwischen den Zeilen auch einfach viel über die Lebensrealität von diesen Menschen erfährt. Und ja, das ist eher so mein Zugang, glaube ich. Ihr habt als Vorbereitung auf, ich glaube, das ist eine Rezensionszeitschrift hiphop.de oder so. Die haben auch da so eine Art YouTube-Format und da war. Flair eingeladen. Das ist auch noch nicht so ewig alt. Ich glaube, ich bin mir nicht sicher, wie lang es ist. Es ist recht zeitnah gewesen, das Interview. Da fand ich tatsächlich spannend. Da waren zwei große Themenblöcke. Das eine, Flair hat die Industrie so ein bisschen erklärt und hat gesagt, alle verarschen, also im Sinne von, alle kaufen sich Klicks, um da sich irgendwie besser in finanzielle Positionen zu bewegen, und er sagte halt, selbst wenn du nicht verarschst, also wenn du nicht deine Klicks kaufst, dann wird irgendjemand anderes für dich die Klicks kaufen, weil sonst die Glaubwürdigkeit auf Spotify nicht funktioniert. Also du hast ja häufig Songs über Playlists funktionieren, sondern wenn du jetzt irgendwie verschiedene andere Songs hast, die eben sehr stark abfallen. Dann sind deine 60 Millionen Klicks halt unglaubwürdig, also musst du die anderen auch ein bisschen anheben, sodass man irgendwie auf glaubwürdig sozusagen nach außen auf so einem Niveau ist. Also er sagt eben ganz klar, ja, ich betrüge da, machen alle. So, das fand ich das eine spannend. Und das andere war, er hat da in dem Interview sehr stark über Hip-Hop als Lifestyle geredet und das deutlich gemacht daran, dass er sagt, Ike-Mel ist eben nicht Hip-Hop. Also er hat die sehr stark dann gedisst und das war dann für ihn so, Hip-Hop bedeutet halt, dass du über gewalttätige Sprache andere runter machst und im Zweifel läuft das dann eben auch, du rufst deine Leute an und die stechen dich ab oder sowas. Also das ist so die Attitüde da. Und das funktioniert halt mit Ike-Mail nicht. Weil Ike-Mail wird halt nicht kommen und dich verprügeln oder dich abstechen. Und deswegen ist Ike-Mail halt nicht Hip-Hop. Weil die eben diese Form von Männlichkeit, Gewalt und sowas, das kann die halt nicht mitbringen. Und dachte ich, okay, spannend. Und dann ist er bei Ideal. Ja, das ist wild. Ja, voll. Ja, so seine Disses gegen Icky Mel habe ich auf jeden Fall auch mitbekommen. Ich glaube, Flair ist es wahnsinnig wichtig, immer wieder zu. Hip-Hop zu erklären und auch zu erklären, wie sehr er das geprägt hat, wie sehr er Teil davon ist, wie sehr er das verstanden hat und verkörpert und lebt. Und ich glaube, er definiert sich einfach wahnsinnig stark darüber. Das ist so das, was ihm irgendwie Identität gibt im weitesten Sinne. Und ja, dann gibt es halt Menschen, die ihm da vielleicht auch politisch oder irgendwie mit einer Form von Gesellschaftskritik oder so, das entspricht halt nicht seinen Vorstellungen und dann passt das halt auch nicht in sein Bild von Hip-Hop. Also ich meine, am Ende kann er das natürlich nicht alleine entscheiden, aber würde er, glaube ich, gerne. Ja, also ich finde, das charakterisiert ihn eigentlich so ganz gut als Typ. Er ist schon so ein richtiger Oldschool Hip-Hop, also im Sinne von Deutschrap, Gatekeeper, der da ein bisschen drauf aufpasst, dass die Leute die Regeln befolgen. Hier noch eine kleine Hörempfehlung. Auf dem Höhepunkt der Hipsterwelle hat Flair, glaube ich, 2012 oder so, ein Lead Release. Das lohnt sich heute noch, finde ich. Und da kommt er rein mit der Zeile, ich wäre auch gerne ein Hipster, mein Kreuz ist zu breit. Und dann führt er ein bisschen aus, warum er bei dieser Skinny-Hipster-Kultur nicht mitmachen kann und warum die eben im Umkehrschluss auch keine richtigen Deutschrapper sein können. Und das macht er auf eine durchaus unterhaltsame Weise. Also ich finde so als Person, wahrscheinlich fandest du deshalb auch die Interviews so gut, hat er schon Unterhaltungswert. Also man guckt irgendwie hin oder hört zu, aber es ist schon, also ja, er macht halt die Regeln und und ist dann auch gleichzeitig der Schiedsrichter, der sagt, wer dann eben nicht mitspielen darf. Ich habe den Eindruck, ihr guckt da ja von außen so ein bisschen drauf, aber Hip-Hop scheint jetzt nicht eure, also das scheint jetzt nicht so eure Jugend zu sein oder eure Kultur oder wie ist das? Also es gibt durchaus Hip-Hop, den ich feiere und es ist schon irgendwie eine Kultur und eine Musik, die ich mag, aber tatsächlich ist es bei mir so ein bisschen weird, dass ich gerade so für diesen Gangster-Rap irgendwie halt eine Faszination oder ein Interesse für die Menschen habe, aber da, jetzt spezifisch in dem Bereich weniger für die Musik tatsächlich, ja. Bei mir war das schon die prägende Musik, würde ich sagen. Also ich glaube, das war für mich so das Stück Jugendkultur, was mich auch ein bisschen unterschieden hat zu den Leuten in meinem Umfeld. Also wir haben da alle angefangen, irgendwie Musik zu hören und dann waren so die ersten Deutschrap-Dinger, die ich so mitgekriegt habe oder auch das erste Mal, dass so Gangsterrap dazu kam, mit Sido, Mein Block und so diese Agro Berlin Zeit. Das war schon prägend. Und jetzt in Bezug auf Flair war ich halt in der Zeit ganz klar im Bushido-Lager. Und deshalb fand ich den doof, den Flair, also als so 12-, 13-, 14-Jähriger. Und ich glaube, das zieht sich so ein bisschen durch, dass ich da emotional so gefärbt bin, dass Flair für mich nicht mehr richtig cool werden kann. Das ist also überhaupt nichts Objektives, sondern wirklich so ein Teenie-Bushido-Fan, der ich mal war. Und der kommt da so ein bisschen durch. Und also Bushido kann nur eine andere Folge drüber machen, super problematisch an ganz vielen Stellen und so weiter. Aber so diese Musiksozialisation, die habe ich schon vor allem mit Deutschrap gemacht, hatte dann Bravo Hip Hop Special, das musste ich mir heimlich kaufen, weil meine Mutter das nicht gut fand. Und dann habe ich da die Artikel gelesen, die ganze amerikanische Hip-Hop- und Rap-Geschichte dann ein bisschen aufgesogen und bin da schon drin geblieben. Aber ich habe dann natürlich gemerkt, dass ich so als weißer Mittelstands-Dude aus Süddeutschland. Niemals wirklich da reinkommen würde. Also ich habe jetzt auch nicht selber gerappt oder bin da so rein, aber als Konsument voll. Und wenn da was Gutes kommt, dann höre ich mir das heute auch noch richtig gerne an. Ist es bei dir ja so? Gar nicht, tatsächlich. Ich habe es versucht, so ein bisschen soziologisch nachzuvollziehen, ist halt mein Ding. Weil von dem, was ich gelesen habe, Hip-Hop ja so funktioniert, dass es aus einer abgehängten Unterschicht entstanden und die Idee ist eben nicht, du machst jetzt so einen Bildungsaufstieg und dann kannst du dich irgendwie in der Mittelschicht behaupten, sondern wenn du halt gut tanzen kannst, wenn du andere rhetorisch zerlegen kannst, wenn du ein dickes Kreuz hast, eine dicke Karre und so weiter, dann kannst du dir über solche Dinge Respekt erarbeiten und das ist sozusagen so ein Shortcut, du nimmst eben eine andere Route, als man das in der Mittelschicht normalerweise vorgeben würde. Und da würde ich sagen, das war jetzt nie mein Camp. Also ich bin klassischer Bildungsaufsteiger. Und ich glaube, dass Punk tatsächlich für mich mehr das war, was resoniert hat. Hat vielleicht auch was tatsächlich mit der Sportart zu tun. Also Hip-Hop habe ich immer mit Skaten sehr stark verbunden und Punk war dann mehr so Toten Hosen, die waren auch mit Fußball, so Fortuna, Düsseldorf und so weiter, da gab es eine bessere Verbindung. Und ich glaube, dass Punk aber von der politischen Ausrichtung auch mir näher war, also immer dieses Machtkritische gegen Autoritäten und sowas. Das scheint jetzt also das gibt es auch im Hip-Hop es gibt linken Hip-Hop und es gibt ja alle möglichen Hip-Hop aber mir scheint es so dass, der Grundpfad von Hip-Hop da eine andere Marschrichtung vorgibt. Ja, da würde ich jetzt wahrscheinlich denken, Deutschrap schon. Also so dieses, kam ja dann irgendwie in den 80ern, 90ern dann vor allem nach Deutschland, aber so die Anfänge von Hip-Hop so auf den Straßen dann in der Bronx oder so. Also schwarze Musik würde ich da mal generell zu sagen, da war das schon auch durchaus politisch und auf Teilhabe und auf Wahrnehmung von Minderheiten und sowas aus und Empowerment. Und überhaupt, dass Hip-Hop kommerziell einen Erfolg hat, hat ja gedauert. Also es war ja noch nicht so schnell irgendwie ein Aufstiegsmodell, sondern mehr Straßenmusik, würde man jetzt sagen. Wobei, da gibt es jetzt aktuell eine Debatte, der Sender Cosmo soll geschlossen werden und dann kommt jetzt gerade ein neuer Sender und die nennen sich dann, 1LiveStreet oder sowas. Das heißt eigentlich, dass wir jetzt, auch wenn wir jetzt hier als drei weiße Leute hier ein bisschen drüber reden, immer ein bisschen, also wir sind nicht Hip-Hop in dem Sinne. Und die weiße Perspektive darauf macht es oft nicht gut und wahrscheinlich tappen wir jetzt auch in die Falle, wenn wir uns da so drüber austauschen. Also zumindest habe ich mich darauf jetzt nicht so vorbereitet, dass ich das im Detail machen könnte. Ich wollte eher Richtung Flair gehen. Naja, aber ich glaube, für mich erklärt das zumindestens. Warum ich da auch einen großen Abstand so habe. Also diese ganze Idee, also von dem, was ich jetzt bei Flair gehört habe, es geht immer um Koks, es geht um Gewalt, es geht um Polizei kommt, SEK kommt, es geht um diese ganzen Dinge. Und das scheint für mich eben einfach eine Lebenswirklichkeit zu sein für ein bestimmtes Milieu, für bestimmte Arten von Menschen, die eine andere Lebensroute genommen haben, als das bei mir der Fall war, beispielsweise. Aber trotzdem würde ich Moritz schon auch zustimmen. Und ich finde auch im Deutschrap, spielen so die Themen von Armut, wo kommt man her, Ungerechtigkeit, die man erfahren hat oder erlebt oder wahrnimmt eben in seinem Milieu, dass das schon auch alles eine große Rolle spielt. Und dann irgendwie am Ende zu sagen, man definiert sich über Geld, über Status, was weiß ich, Autos und so, ist dann klar irgendwie am Ende irgendwie so der Weg oder der Versuch, auch irgendwie Teil der kapitalistischen Gesellschaft irgendwie zu sein und da irgendwie mitzuspielen. Aber ich glaube so, ja, der Ursprung oder irgendwie, wo es herkommt, ist ja schon einfach auch, eben aus einer Bewegung, wo viel Ungerechtigkeit herrscht, die auch wahrgenommen wird und irgendwie als Kampf und Versuch auch da rauszukommen sozusagen. Also es ist im Grunde auch sehr politisch, aber ja, die Richtung, die jetzt irgendwie bei Flair am Ende bei rauskommt, ist natürlich irgendwie eine andere als die, die vielleicht die Ursprünge ausmachen. Okay, müssen wir auch nicht vertiefen. Aber warum ist der Typ jetzt bei IDEA? Ja, weil er offensichtlich geäußert hat, dass er findet, dass Jesus der Coolste ist. So jedenfalls steigen die in das Interview ein, dass er das wohl gesagt hat. Ich weiß eigentlich ehrlich gesagt gar nicht, wo wahrscheinlich in irgendeinem Stream, aber das weiß ich nicht sicher. Weißt du das, Moritz? Bin ich auch nicht sicher, aber so kann ich es mir vorstellen. Ja, also jedenfalls sagt der Interviewer am Anfang, dass er mit einem Zitat für Aufmerksamkeit unter Christen gesorgt hat und eben sagt, es gibt niemanden auf der Welt, der so cool ist wie Jesus. Und ja, mein Eindruck ist, dass wenn eine Person des öffentlichen Lebens so ein Statement rausgibt, dass dann, wenn die halbwegs cool und irgendwie, ja, weiß nicht, vielleicht auch bei jungen Menschen noch attraktiv sein könnte oder so, dass das dann von der Idee unter Umständen aufgegriffen wird. So scheint mir, wobei ehrlich gesagt auch ein bisschen die Frage ist, also ich glaube, ich meine, ich bin mittlerweile auch schon 37, ich weiß gar nicht, ob Flair in der jungen Generation wirklich noch so cool ist, ich glaube eigentlich nicht, insofern ist es schon ein bisschen überraschend auch, dass er da jetzt trotzdem noch so eine große Plattform bekommen hat. Ja, aber ich glaube, Flair entspricht dem Bild, was die IDEA-Chefredaktion von coolen jungen Leuten irgendwie hat, das wäre jetzt meine Vermutung. Ja, das ist durchaus möglich. Ja, und ich meine, er hat ja schon auch irgendwie ein bisschen was dazu zu erzählen. Ich glaube jetzt auch nicht, dass das, völlig erfunden oder aus der Luft gegriffen ist, dass ihm Glaube und Jesus was bedeuten. Die große Frage ist nur für mich, ja, was ist mit all dem, was er sonst noch so macht und irgendwie, wieso wird das eigentlich nicht weiter eingeordnet oder hinterfragt? Also wie gesagt, gerade auch so diese ganzen Wettspielgeschichten und so, ich finde das irgendwie schon auch extrem problematisch oder schwierig, weil das einfach, auch total halt in so Süchte und Abhängigkeiten irgendwie führen kann und er da ja total verwirbt, dass man irgendwelche, Rabattcodes bekommt, wenn man über ihn jetzt anfängt, irgendwie in dieses Wettgame und so einzusteigen. Und das wiederum verkörpert ja jetzt irgendwie von den Werten, die ich sonst so mit der Idee assoziieren würde. Ja, also das passt ja irgendwie nicht so richtig zusammen. Insofern ist es schon spannend, finde ich. Ich meine, er sagt ein paar Sachen, die dann bei Instagram auch, ja wie soll ich sagen, prominent, dann guckt er einmal böse in die Kamera und dann steht da Dick, egal wie kaputt du bist, egal wie oft du nervst, er wird immer wieder sagen, du kannst zurückkommen. Okay, so das, der verlorene Sohn, dieses Narrativ, er erzählt dann ja auch im Interview, dass er selber als Kind oder Jugendlicher Kontakt zu einer Facharztfamilie hatte und darüber den Glauben auch kennengelernt hat. Also es ist jetzt nicht so, dass er sich jetzt letzte Woche bekehrt hätte, so ungefähr, sondern es wird einfach gesagt, ja der ist halt Christ und da gibt es halt seit der Kindheit so eine Geschichte, die der mit dem Glauben hat. Aber das bedeutet ja im Grunde, dass da der komplette Hip-Hop-Lifestyle eben mit Gewalt, mit Kriminalität, also all das, was in seiner Musik eine Rolle spielt, das ist dann jetzt auch christlich? Also ich verstehe das gar nicht, wie passt denn das zusammen? Ich finde, er gibt so ein bisschen seinen Schlüssel dazu, auch im Interview. Da wird dann nämlich drauf angesprochen, auch wie er das dann sieht mit Rap und mit dem, was da thematisiert wird und Glaube. Also es ist eins und er sagt dann schon, naja, bei Rap, da erzähle ich halt die Wahrheit, die Realität. Und das wäre jetzt ein bisschen das, was du vorhin gemeint hast mit, das ist nicht deine Lebensrealität, aber es scheint seine zu sein, und da muss er wahrhaftig sein auch so ein bisschen das, was auf das Realness-Konto im Hip-Hop einzahlt, also er muss da vorsichtig sein, dass er nicht seine Street Credibility verliert, und da wahrheitsgemäß sozusagen rappt, aber er trennt das dann irgendwo und das wäre für mich so die spannende Frage ist Glaube, ist Christentum, ist Theologie. Weltfremd, realitätsfremd, es macht eine eigene Sonderwelt irgendwie auf und das ist für mich eigentlich auch der Punkt, wo man sagen müsste, da ist es spannend hinzuschauen, weil ich schon glaube, dass Menschen die Erfahrung machen, dass Kirche und Glauben, nicht den Bezug zu ihrer wahrgenommenen Realität hat, sondern tatsächlich so wirkt wie so eine sonderheile Welt, und das war für mich so das kritische Potenzial im Interview. Aber so versucht er das so ein bisschen zu rechtfertigen. Also es gibt so seine Welt und die ist eben tough und deshalb funktioniert die auch so. Und das mit dem Glauben verknüpft er gar nicht so allumfassend. Er hat da eine Kachel zu gemacht. Ich lese dir mal vor. In unserer Musik geht es um sexuelle Inhalte, um Gewalt, um Sünde. Ich rappe darüber, weil das die Realität ist. Im Interview sagt er dann manchmal ja, du gehst halt nicht mit der Bibel in den Club. Das ist so ein bisschen die Trennung da. Ja, ich meine, er sagt ja auch, man lebt in dieser Welt, man kommt aus dieser Welt, aber man verliert den Fokus nicht. Und dann später, das ist eine größere Leistung, also wenn man quasi in der Welt bleibt, als wenn man sagt, man versteckt sich die ganze Zeit in einer Gemeinde oder in einem Zauberwald. Und ich meine, auf eine Art ist dieses Argument, man ist in der Welt und eben versteckt sich nicht in der Gemeinde sozusagen. Diesen Ansatz jetzt erstmal so, finde ich gar nicht mal so, schlecht sozusagen, nur irgendwie scheint bei ihm halt nicht so dieser Prozess stattgefunden zu haben von, okay, ich habe jetzt aber hier meinen Glauben gefunden und deswegen distanziere ich mich von irgendwelchen Dingen in der Welt, die vielleicht irgendwie, die ich jetzt als schlecht, erkannt habe oder so, Sondern er scheint halt irgendwie so zu trennen zwischen, einerseits hat er den Glauben für sich und das gibt ihm Halt und, hilft ihm irgendwie in seinem Leben und gleichzeitig will er aber trotzdem eben auch keinen Abstand von allem nehmen, was man jetzt vielleicht als verwerflich oder irgendwie Sünde oder wie auch immer bezeichnen könnte. Ja. Ich finde es irgendwie interessant, dass das dann jetzt, also klar, da kommt schon einmal so diese Frage, wie vereinbaren sie das irgendwie für sich, aber es wird halt dann auch nicht weiter kritisch hinterfragt, das ist so mein Eindruck. Und. Ja, das finde ich irgendwie schon spannend, weil ich eben schon den Eindruck habe, also weiß nicht, das ist jetzt vielleicht ein ganz anderes Beispiel, aber es gibt ja schon immer wieder auch so dieses, dass so berühmte Persönlichkeiten wie zum Beispiel, der Autor von Herr der Ringe oder so, da ist dann so, ah, der war irgendwie Katholik. Deswegen kann man dann irgendwie Erklärungsansätze finden, warum Herr der Ringe irgendwie für Christen okay ist, während Harry Potter aber eigentlich verboten ist zum Beispiel. Wo ich immer schon so den Eindruck habe, naja, da kann man halt einfach viel hin und her interpretieren, um entweder zu dem oder diesem Ergebnis zu kommen, ob das jetzt erlaubt oder nicht erlaubt ist. Und irgendwie so ein bisschen so ähnlich, also auch wenn es ein ganz anderes Themenfeld ist sozusagen, aber fühlt es sich für mich auch an, dass es jetzt einfach erstmal cool ist, dass er sich zu Jesus bekennt. Und deswegen ist man dann auch bereit, irgendwie ihm da so eine Plattform zu geben, Auch wenn es eigentlich sonst inhaltlich gar nicht dem entspricht, wofür man so als Zeitung steht, denke ich mir. Ich bin verwirrt. Wenn du jetzt so ein queerer Mensch bist und sagst, du bist Christ, die werden dich mit Fackeln jagen und aufknüpfen. Aber dann gibt es eben andere Leute, die müssen einfach nur sagen, ja, Jesus ist der Coolste. Und auf einmal wirst du da der goldene Teppich, der rote Teppich wird ausgelegt. Und das wird nicht hinterfragt und du bist dazu. Und das Krasse ist dann, wenn ich mir dann auch angucke, die Kommentare bei IDEA, Das ist alles so wertschätzend, das ist alles so cool. Was würde passieren, wenn Idea das Gleiche macht mit irgendjemandem, aus der linken Szene, irgendjemandem, was weiß ich, also wenn irgendein grünen Politiker oder sagt, ich bin Christ, ja, dann schmeißt die mit Äpfeln. Das verstehe ich nicht. Was geht da ab? Also ich glaube, das kommt ein bisschen darauf an. Es gibt schon eine Form von Christentum oder Menschen, die warten einfach auf bestimmte Wörter, bestimmte Buzzwords, bestimmte Bekenntnisse. Das kenne ich auch jetzt von meinem Kontext als Pastor. Wenn ich sonntags predige, dann weiß ich, dass da zwei, drei Leute sind. Ich muss in der Predigt nur irgendwie ein, zwei Formeln, Kreuz und Auferstehung und Jesus als Gott oder sowas sagen. Dann sind die zufrieden. Es ist relativ egal, wie ich das inhaltlich fülle oder wie ich die Predigt insgesamt mache. Wenn die richtigen Wörter kommen, dann ist gut. Und so würde ich das jetzt in dem Fall auch interpretieren. Also der Sackler im Interview, da wird ja gefragt, wer ist Jesus für dich? Und dann Jesus ist Gott. Der Satz steht da drin und dann wird aber nicht weiter gefragt, also was bedeutet das dann für dich oder für dein Leben oder sowas, weil die Überschrift ist sozusagen da. Und das ist aktuell, würde ich sagen, so ein Faktor, der viele Menschen irgendwie verbindet, dass einfach die Überschrift drüber stehen muss. Also warum kann ein Donald Trump zum Beispiel die Evangelikalen in den USA hinter sich versammeln, weil er einfach ihnen eine abtreibungsfeindliche Politik verspricht und mit der Bibel in der Hand sich fotografieren lässt. Dann wird er gefragt, was ist denn dein Lieblingsvers? Und dann sagt er, ah, das ist mir jetzt ein bisschen zu persönlich, da antworte ich lieber nicht drauf, aber es scheint zu reichen. Und für mich ist das bei Flair jetzt eigentlich ähnlich gelagert. Also der sagt halt was, was die gut finden, sagt fertig, reicht. Ja, und also ich meine so politisch und so, ja, gibt es da glaube ich dann schon auch wieder gewisse, Ideen oder irgendwie Grundsätze, wo sich Idea und Flair wahrscheinlich gar nicht so widersprechen würden. Also eben sowas, diese ganze Woke-Culture und irgendwie, es geht ja auch so ein bisschen um Cancel-Culture und sowas, von der er sich sozusagen irgendwie distanziert. Wenn man sich so ein bisschen mehr seine Streams anschaut und so. Ja, dann gibt es in seiner Weltanschauung, würde ich sagen, schon so ein gewisses... Ein konservatives Richtung rechts irgendwie. Wie auch immer, geartetes Weltbild, was, glaube ich, gar nicht so wenige Parallelen hat, sag ich jetzt mal so mit dem, was ich mir so vorstellen würde als Wertmaßstab oder so von der Idee. Weiß nicht, ob die das jetzt im Vorfeld irgendwie abgecheckt haben, aber insofern, ja, widersprechen die sich da im Film, glaube ich, auch tatsächlich gar nicht so. Ich frage mich auch, ob solche Promis viel stärker nach innen wirken sollen. Also ich weiß, dass es in meiner Zeit damals Xavier Naidoo gegeben hat. Der war dann auch auf einmal Christ. So gut, der ist dann zwar später so im Drogensumpf und Verschwörung und was weiß ich alles versunken, das war aber egal. Der hat einfach ein paar Sachen gesagt, die total fromm klangen und dann war das nach innen eigentlich so ein bisschen so etwas, damit kannst du vielleicht junge Leute nochmal ein Stück weit binden und sagen, hier, wenn du Christ bist, da gibt es auch ein paar coole Leute, da gab es dann auch immer Fußballspieler, Giorginio oder Wintenrufer und so. Da gab es immer irgendwelche Bücher, wo dann so Identifikationsfiguren geschaffen, wurden. Und das scheint für mich auch eine wichtige Funktion zu sein. Ja, wie Moritz halt vorhin gesagt hat, vielleicht ist Flair halt noch das, was sich so Ideamenschen denken, dass das irgendwie junge Menschen anspricht, obwohl er vielleicht eigentlich schon auch ein bisschen zu alt ist. Aber ja. Aber ich finde es spannend, wie wir jetzt über ihn ins Gespräch kommen. Ich würde es mit einem anderen Fall vergleichen, den wir anders besprechen und das war Leo Jäger oder Ketzer der Neuzeit. Weil es bei dem ja diesen prominenten Punkt der öffentlichen Bekehrung und Hinwendung zum Christentum gab. Und seither zerreißt man sich irgendwie den Mund drüber oder guckt hin oder überlegt, wo ist denn jetzt der Unterschied? Also gibt es dann Leo Jäger vor dieser Bekehrung und danach? Und das finde ich eben das Spannende. Bei Flair haben wir jetzt so einen Moment, dass er in der Öffentlichkeit plötzlich als Christ gelabelt wird durch dieses Interview. Aber im Interview selbst kommt dann gar keine Bekehrungsgeschichte, sondern wie ihr vorhin schon angesprochen habt, eigentlich so eine Beziehungsgeschichte, zu Gott, zu Jesus durch sein ganzes Leben hindurch. Und deshalb können wir da gar nicht so hinschauen. Also wir können ja jetzt nicht überlegen, oh, hat da jetzt eine Umkehr stattgefunden im Zuge seiner Bekehrung? Sondern da erzählt uns einer, hey, ich bin hier aufgewachsen. Das sind meine Lebensumstände. Da sind auch sehr tragische Momente dabei. Er berichtet da auch von einer Krise, die er vor ein paar Jahren hatte, als seine Mutter gestorben ist und wie der Glaube ihm da dann Kraft gegeben hat. Aber das ist eine ganz andere Erzählung. Und deshalb müssen wir da öffentlich, glaube ich, auch ein bisschen anders mit umgehen. Also wir sind jetzt eh nicht dabei, irgendwie zu bewerten, ob dieser Glaube echt ist oder nicht. Da wäre ich immer vorsichtig. Können wir aus der Ferne nicht machen, den will ich nicht beurteilen oder absprechen. Aber wir reden ja darüber, was uns irritiert an dieser Geschichte. Und das ist eben in dem Fall eine kontinuierliche Glaubensbeziehung, wobei er sehr wenig darüber preisgibt, wie die Glaubenspraxis aussieht. Also er berichtet jetzt nicht von irgendeinem Gemeindeleben, von irgendeinem Gebetsleben, von Bibellektüre, von irgendwelchen Markern, die so christliches Leben in der Regel ausmachen. Da wird ja nichts erzählt im Interview, wird auch nicht wirklich nachgefragt. Aber trotzdem bleibt so diese Erzählung schon, als ich klein war, war das eine wichtige Rolle. Und in meinen tiefsten Krisen hat mich dieser Glaube getragen. Und heute stehe ich da als krassester Rapper Berlins und dieser Jesus ist immer noch bei mir. Das finde ich schon nachdenkenswert. Mhm. Für mich wäre es schon auch, aber das kann man halt auch nur erahnen und jetzt nicht wirklich nachvollziehen, weil er das nicht sagt, aber wäre auch schon noch eine interessante Frage. Also ich glaube, es gab auch mal einen Moment in seiner Karriere, wo er sich zum Islam irgendwie bekannt hat. Ich habe auch häufiger immer wieder so Kommentare gelesen, so ist er nicht eigentlich zum Islam konvertiert und jetzt ist er irgendwie Christ. Und also mein Eindruck ist schon auch, das zieht sich durch seine ganze Lebensgeschichte eben auch aufgrund dieser Beziehung zu dieser Pastorenfamilie und so, dass der christliche Glaube da vielleicht immer wieder irgendwie präsent war oder eine Rolle gespielt hat. Aber inwiefern passiert das jetzt auch in so einer tatsächlich politischen Abgrenzung? Weil, also ich finde so, wenn man sich seine Streams anschaut, dann ist es schon sehr deutlich so dieses, ich bin auch nach Zypern gegangen, weil die politische Situation, Cancel Culture, Woke Culture kann ich, also diese ganze linke, vermeintlich Mainstream-Kultur, von der will er sich irgendwie abgrenzen und distanzieren. Und deswegen sei er unter anderem auch ausgewandert, weil er das nicht mehr aushält. Und insofern sozusagen, inwiefern spielt dann jetzt vielleicht auch dieses Bekennnis zum Christentum auch rein in so eine deutsche Identität sozusagen, also so als Rechter. Also ich weiß nicht, ob er selber von sich sagen würde, ich bin rechts, will ich mir jetzt auch nicht in den Mund legen, aber halt die. Sprache, die er so benutzt oder wie er so über Linke und so spricht, lässt das zumindest vermuten. Und inwiefern ist dann da sozusagen auch, ja passt das irgendwie gut ins Bild, sich dann auch als Christ zu stilisieren. Ähnlich im Grunde so wie bei Leonard Jäger vielleicht auch, dass es da ja auch irgendwie so ein Zusammenspiel gibt an diesen beiden Themen. Chris Klick gut oder so? Ist das das, was dahinter steckt? Ne, das glaube ich nicht unbedingt, oder? Also weiß ich nicht. Also warum, was auch seine Motivation ist, jetzt in der Idee stattzufinden, ist mir auch nicht so ganz klar, ehrlich gesagt. Aber ne, ich meine schon wirklich eher so dieses, ich definiere mich als Deutscher. Irgendwie, ich grenze mich von einer gewissen, von einem linken, vermeintlichen Mainstream ab. Irgendwie, das passt jetzt halt in meine Vorstellung, dass wenn ich irgendwie überzeugter, oder was heißt überzeugter, irgendwie stolzer Deutscher bin, dann bin ich eben auch Christ, weil das ist Teil meiner, Kultur und irgendwie eben auch letztendlich vielleicht in Abgrenzung zum Islam, der ja sonst sehr präsent ist, so im Deutschrap auch. Das sagt er jetzt so konkret nicht, Aber es ist, wie gesagt, eher eine Vermutung, weil es irgendwie von dem, was er sonst so über gesellschaftliche, politische Zustände von sich sagt, würde das irgendwie so für mich zusammenpassen. Ganz ehrlich, für mich ist das einfach so ein Symbol dafür, dass es so... Da hast du auf der einen Seite die ganz, ganz hohen Standards, die unverrückbar sind. Ja, wo du sagst, die Bibel ist ganz klar und man darf keinen Zentimeter und historisch-kritisch denken und Relativismus, Postmoderne, bla bla bla, alles schlimm. Ja, und die Liberalen, die machen sich sowieso ihren Glauben, wie sie wollen. Und dann hast du auf der anderen Seite aber sowas. Ich habe den Eindruck, dass eigentlich diese ganzen Regeln und so weiter vielfach auch ein Machterhalt sind. Und das machst du eben deswegen, weil sonst der Laden dir unter den Fingern zerrinnt. Aber wenn das jetzt mal auf einer anderen Ebene dir hilft, dann ist halt auch mal etwas christlich, was damit gar nicht so wahnsinnig viel auf den ersten Blick zu tun hat. Und ich glaube, das ist auch vollkommen egal, ob man jetzt sagt, der hat jetzt. Einen spirituellen Kern, der ist irgendwie gläubig oder sowas. Das ist für mich völlig uninteressant, weil ich sagen würde, es passt ja einfach nicht mit den Werten zusammen, die in dieser Bubble gedacht werden. Also wer von Idea würde denn sagen, boah geil, mein Kind ist jetzt total auf dem Flair-Trip und das ist sein neues Vorbild. Jetzt hängt eben das Flair-Poster an der Hand. Das will ja von denen doch keiner, oder? Also das sind doch Welten, die nicht miteinander vereinbar sind. Und wenn man dann eben sagt, naja, also er hat halt als, der Jesus ist ihm immer auch geblieben, durch seine ganzen Koksnutten, Gewalt, SEK-Geschichten. Hä? Oder ist das irgendwie so ein bisschen, ja, du musst halt auch Raum für Rebellion lassen oder so, dafür, dass man auch mal ein bisschen aus der ganzen Enge kontrolliert ausbrechen kann? Ist das sowas? Ich weiß es nicht. Ich bin damit, mich irritiert das hochgradig. Aber gut. Ja, wäre spannend. Also eigentlich, wenn du da direkte Kontakte hin hast, Hannah, könnten wir doch den IDEA-Chefredakteur mal fragen. Also das war ein einmaliger Kontakt. Das hat mich, wie gesagt, selbst überrascht. Aber ist doch spannend, wenn du da die Instagram-Kommentare dir auch angeschaut hast, wenn die da so positiv drauf reagieren, das ist jetzt was, was ich tatsächlich nicht so verstehen kann. Weil ich würde mal schätzen, dass die Idea-Follower-Innen schafft, die müsste doch relativ schnell merken, dass das nicht ganz so aufgeht, oder? Ja, halt nicht. Also, ich glaube, dass das völlig unkritisches Liken, drei Herzen und was weiß ich, das ist halt Internet. Also, wer recherchiert denn da? Wer guckt denn da mal hinter die Fassade? Ich glaube, dass. Wie du sagtest wahrscheinlich, wenn du die richtigen Buzzwords nutzt und wenn man da aus diesen Interviews dann auch die Sachen auf die Kacheln bringt, die jetzt eine hohe Anschlussfähigkeit mit so einem konservativ-christlichen Milieu haben, dann funktioniert das, glaube ich. Also vielleicht wirst du jetzt, das kannst du uns ja mal sagen, Hanna, vielleicht gibt es dann nächste Woche oder wenn die nächste Ausgabe kommt, gibt es dann böse Leserbriefe, warum um alles in der Welt hier so ein Gangster-Rapper jetzt hier als neue, fromme Ikone da gefeiert wird. Hey, ich glaube jetzt nicht, dass es jetzt der finanzielle Ruin für Idea sein wird. Ich habe auch nicht den Eindruck, da kommt jetzt der große Shitstorm. Es scheint eher so zu sein, dass die Beiträge recht gut ankommen und dass man sagt, ja, wenn selbst so ein Gangster-Rapper, wenn der jetzt auch mit Jesus ist, ist doch super. Ja, das denke ich auch. Und ich glaube auch, dass ganz viele eben, die lesen halt, er ist jetzt vom letztes Jahr nach Zypern ausgewandert, aber die werden sich auch darüber hinaus jetzt vielleicht nicht mehr so viel damit befassen, was er in seinem Alltag so macht, könnte ich mir vorstellen. Tja, das ist wild. Wir bleiben dran. Yes. Ja, aber so ist das Internet. Wilde Sachen. Ja, ich glaube tatsächlich, dass. Diese Öffentlichkeit, das ist ja eben etwas, das funktioniert einfach gut. Es gibt Klicks, es ist eine Identifikationsplattform. Eine Figur, die, eben dieses Gefühl bringt, ja eigentlich überall sind jetzt die Christen. Die Christen sind jetzt wieder in der Kultur und das ist wieder in allen Bereichen, da sind die Christen und man hat so einen ähnlichen Herzschlag oder so, ich weiß es nicht. Aber vielleicht doch, tja, mein Gott, wenn irgendwer von IDEA das hört, erklärt es mir. Ja, wobei, also das ist jetzt schon was, was glaube ich anschlussfähig ist. Also wir hatten ja jetzt erst das Interview hier zu Felix Metscher und so. Also auch bei der Fußballnationalmannschaft, dann könnten wir über andere öffentliche AkteurInnen noch reden. Also so Christentum wird ja genutzt, um bestimmte Sachen irgendwie zu transportieren, hat Hannah ja vorhin auch so gemeint, so deutsche Identität mit Christentum irgendwie gleichzusetzen. Das heißt, so rechtes Vorfeld und solche Sachen, da kommt es schon vor. Und es wird ja global durchaus dieser rechte Backlash, sag ich mal, auf diese ganze Woke-Kultur-Zeit, wird ja durchaus christlich geframed und auch gedeutet. Aber das war im Interview jetzt nicht so Thema, oder? Nee, nee, nee, nee, das war ja jetzt so ein bisschen Meta. Also das Interview fand ich dafür, dass da so zwei Welten clashen, wurde relativ wenig über den Clash dieser zwei Welten geredet. Ja, aber ich glaube, da hat sich Flair auch echt gut eingefügt. Also der wusste ziemlich genau, wo er da ist und welche Knöpfe er drücken muss. Also so hat er bei HipHop.de nicht gesprochen. Ja, das stimmt. Den Eindruck hatte ich auch. Wobei seine Sprache trotzdem irgendwie durchgekommen ist. Aber ja, also bei manchen Worten habe ich mich auch gefragt, ob er die wirklich selber so gesagt hat, ehrlich gesagt. Also, dass er sich selber so als Sünder irgendwie beschreibt und so. Das fand ich spannend. Eine letzte Metafrage. Ich habe mich halt gefragt, gibt es eigentlich so progressiv-christliche, Ikonen, die funktionieren würden? Also mir ist jetzt auf Anhieb eigentlich niemand so richtig eingefallen. So Leute, die eine progressive Art zu glauben, eine Öffentlichkeit darstellen, fallen die mir nur nicht ein? Gibt es sowas? Funktioniert das ähnlich oder funktioniert das anders? Also da mal von der Seite habe ich versucht drauf zu gucken, bin ich aber nicht weitergekommen. Also einfach Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen oder Musiker innen oder. Und du meinst dezidiert so progressiv christlich und nicht irgendwie kulturprotestantisch von wegen, natürlich habe ich irgendwie christliche Bezüge oder so irgendwas? Ja, Leute, die sagen, ich bin Christ und aus meiner christlichen Überzeugung bin ich für Klimagerechtigkeit, was weiß ich, von mir aus antifaschistisch oder feministisch, so diese ganzen Diskurse, dass man sowas da vor sich her trägt. So, keine Ahnung, ich weiß nicht, funktioniert sowas? Gibt es sowas? Also mir fallen jetzt Personen ein, die taugen, glaube ich, nicht als das, was du suchst. Wenn irgendwer von den Grünen beim Kirchenteig ist, dann findest du die Aussagen, die du gerade kennst. Okay, sowas. Ja, gut. Das ist wahrscheinlich nicht das, was du meinst. Ich glaube, das kommt dann immer so ein bisschen dezenter. Da wird das, die Leute stehen für einen Inhalt und dann erfährt man irgendwie, ja, die Christen sind es ja dann auch. Weiß ich noch nicht. Keine Ahnung. Ja, und das sind ja auch Inhalte, die sich dann einfach weniger schwarz-weiß irgendwie abbilden lassen, weil die dann potenziell eher ein bisschen, mehr Nuancen haben und dann kann man die vielleicht auch nicht so leicht platt raus posaunen, wie eben wenn man so, irgendwie so ein schwarz-weißes, Glaubens- oder wie auch immer Weltbild hat, keine Ahnung. Ich glaube, das ist ja auch eine Sache, das können die Leute, die das mal hören, schreibt es uns in die Kommentare. Das ist eine gute Idee. Oder in die App. Ja, so, Leute, ich glaube, das ist auch so ein bisschen so ein Punkt, wo man sagen kann, wir machen hier ein Komma, oder? So, dann müssen wir die Liebe zur Bibel, die jetzt bei News war, müssen wir demnächst mal verhackstückeln. Andere Baustelle, ja. Andere Baustelle, genau. Aber Flair, falls du zugehört hast, schick uns eine Nachricht oder komm mal zu mir in ungefiltert. Das fände ich, glaube ich, sehr lustig. Ungefiltert und Flair. Oh Mann. Das wäre durchaus unterhaltsam. Guck. Einladung steht, auf jeden Fall. Einladung steht. Wahrscheinlich müsste ich mich warm anziehen. Und du auch, Flair. Ich würde kritischer nachfragen als die Idee. Schön, Leute. Hanna, sehr schön. Erste Podcast-Folge zusammen. Das war mein Fest. Same. Es war schön, hier zu sein. Auch wenn wir mit mehr Fragen gehen als mit Antworten. Aber das ist doch auch gut. Auf jeden Fall. Super. So, Leute, bis zum nächsten Mal. Macht's gut. Bis dahin. Ciao.