Hey Leute, vielen Dank, dass ihr wieder eingeschaltet habt bei Schöner Glauben. Wir möchten progressive Stimmen zusammenführen, einander empowern und uns für mehr Solidarität einsetzen. Glaube in schön also. Wenn du mehr wissen oder uns unterstützen willst, findest du alle Infos auf schönerglauben.jetzt. Hallo zusammen, ich bin's Jason und heute eine neue Folge This Is. Ich möchte mich mit N.T. Wright befassen und habe mir gedacht, ich werde einige seiner Texte nochmal lesen, mich nochmal auseinandersetzen mit dem, wie er die Dinge sieht. Und das ist für mich so eine kleine Review, da ich den N.T. Wright sehr stark, vor allen Dingen Anfang der 2010er gelesen habe. Jetzt also, roughly 10 Jahre danach, gucke ich mir das nochmal an. 10, ja, bisschen 10 plus, aber mal gucken, wie das heute so aussieht. Bevor wir da aber einsteigen, habe ich ein paar Dinge mit euch zu teilen. Und zwar, als allererstes, ich darf verkünden, die App von Schöner Glauben ist am Start. Die könnt ihr euch ab sofort... Store eurer Wahl, also entweder Apple Store oder Google Store, könnt ihr die runterladen und euch da anmelden. Ich habe ehrlich gesagt noch nicht so ganz den Plan, was wir da alles mit anstellen werden. Da werden wir uns als Team auch in den nächsten Wochen mal zusammensetzen und da mal gucken. Aber ihr könnt auf jeden Fall schon mal reingucken. So ein paar kleine Ideen habe ich zum Beispiel schon. Ich würde mit euch gerne so ein Format machen. Ich nenne das mal die Sonntagsfrage. Da stelle ich einmal in der Woche, nämlich am Sonntag, eine Frage in eine Gruppe und ihr könnt mir sagen, was ihr dazu denkt. Und ich habe diese App jetzt also auch deswegen an den Start bringen wollen, weil ich das super wichtig finde, wenn man hier so ins Mikrofon redet und dann ab und zu bei Live-Veranstaltungen was mitbekommt, ist das voll gut. Aber ich finde es total wichtig, dann auch mal da Gesprächsräume zu haben, um mit euch, die ihr das Ganze hört, in Kontakt zu treten. Aber ansonsten ist mir zumindest wichtig, das soll jetzt keine weitere Plattform sein, wo wir aus dem Team irgendwelche Inhalte kreieren, sondern ich hoffe, dass das eine Plattform wird, die wir alle zusammen zu unserem Ding machen können. Mal sehen, was daraus entsteht. Jedenfalls, das Ding ist da und ein fließender Prozess. Dann ein paar Ansagen. 15. Mai werden Per und ich am Kirchentag sein. Ich gucke mal gerade, ob das der richtige Termin ist oder ob ich es hier verbaselt habe. Ich habe es nämlich direkt verbaselt. Das ist nicht der 15., sondern das ist der 14., also Christi Himmelfahrt. Da sind Per und ich live auf dem Katholikentag zu hören. Und genau, wir hängen da auch wahrscheinlich ein bisschen rum. Wird uns freuen, wenn einige von euch dabei wären und auch da Gelegenheit da wäre, dass wir miteinander ins Gespräch kommen. Zwei weitere schicke Sachen und zwar Samstag, den 5.9., das ist nur ein bisschen hin, aber dann gibt es das Songs of Hope and Beauty Open Air Festival in Heidelberg. Da wird der Moritz aus dem Team mit seinem Kaffeebus sein. Also guckt da mal rein, auch da in der App findet ihr genaueres. Das soll um 14 Uhr starten. Genau, Yonis wird auch dabei sein, Rise and Shine wird auftreten. Und wie gesagt, Moritz auch am Start. Ich glaube, dass Moritz da auch ein bisschen was erzählen wird über Nachhaltigkeit. Zumindest steht das hier. Genau, also guckt mal rein. Und dafür nicht ganz so weit weg, sondern ziemlich in der Nähe, wird Sarah mit Michael Nickel zusammen auftreten. Und zwar gibt es da vier Termine in der Schweiz. Der erste Termin ist, meine ich, der 7. Mai, also es ist nicht mal weit weg. Und da wird es eine Mischung aus poetischen Texten von Sarah und Klaviermusik von Michael Nickel geben. Guckt am besten dazu mal bei Instagram auf der Page von Sarah, da werdet ihr was finden. Genau, es sind vor allem Schweizer Termine, so wie ich das gesehen habe, aber vielleicht gibt es ja auch Menschen hier, die da Bock hätten, mal über die Grenze zu juckeln oder sogar in der Schweiz sind. Dann würde das sicherlich eine ganz heiße Nummer sein. Also heißer Tipp. So, jetzt aber, Antti Wright. Ich habe mir gedacht, jetzt wäre eigentlich eine coole Zeit, mal so ein paar Bücher durchzugehen, die ich, wie gesagt, vor Jahren gelesen habe und mal einfach zu gucken, wie denke ich heute so darüber. Aber es hat sich ja ein bisschen was getan in den letzten Jahren und wie guckt man dann heute da drauf? Und Andy Wright ist tatsächlich einer, dessen Bücher ich recht exzessiv gelesen habe. Exzessiv deswegen, weil Andy Wright es so gemacht hat, dass er einmal so etwas kürzere, populärwissenschaftliche Bücher geschrieben hat. Also sowas wie von Hoffnung überrascht. Und das waren, so roughly vielleicht so 300 Seiten. Und dann hat er den gleichen Kram aber nochmal in so dick rausgegeben mit irgendwie 1000 Seiten plus. Und ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob ich die alle gelesen habe, aber mehrere von diesen dicken Schinken habe, die ich damals auch gelesen habe. Und ich weiß, das war für mich so eine Zeit, wo ich mit bestimmten Fragestellungen unterwegs gewesen bin. Das war, ich glaube, ich habe kurz vorher Rob Bell wahrgenommen. Und Rob Bell hat mich neugierig gemacht auf alles, was zu tun hat mit dem historisch-jüdischen Hintergrund der Bibel, insbesondere dem Neuen Testament. Und damals gab es dann noch dieses iTunes University, so hieß es, glaube ich. Da gab es dann verschiedene amerikanische theologische Institute oder Unis, die dann ihre Vorlesungen da eingestellt haben. Und da habe ich zum Beispiel dann eine Vorlesung gehört über die Zeit zwischen dem Alten und dem Neuen Testament. Und das war für mich wahnsinnig erhellend, da zu sehen, was ist da alles passiert, welche Vorstellungen hatten die Menschen und so weiter. Ultra interessant. Und dann irgendwann ist mir, wie gesagt, N.T. Wright untergekommen. Der ist damals so ein bisschen auch gehypt worden in der Emerging Church Szene, die ich damals auch sehr intensiv wahrgenommen habe. Und N.T. Wright war jemand, der in einer gut nachvollziehbaren Sprache ganz viel erklärt hat, wie das so im ersten Jahrhundert gelaufen ist, also in der Periode des zweiten Tempets, so sagt man. Er hat also unfassbar einleuchtend erklärt, wie das so mit dem historischen Hintergrund des Neuen Testaments so alles lief. Und das habe ich damals aufgesogen. Das war auch noch die Zeit, kurz bevor ich die Prozesstheologie für mich so entdeckt habe. Und ich weiß, dass damals für mich so verschiedene Fragestellungen ganz wichtig waren. Einmal war das die Fragestellung, was ist eigentlich jetzt mit dieser Höllenbotschaft? Und auch das wieder ein Stück weit angetriggert von Menschen wie Rob Bell oder Brian McLaren damals, die haben nämlich im Grunde diese Vorstellung von Hölle für mich da sehr plausibel auch infrage gestellt und relativiert. Und dann war für mich auch die Frage, ob ich das über die Bücher von Angie Wright nochmal ein Stück weit vertiefen konnte. Vielleicht eine kleine Anekdote. Ich habe damals mit, wie hieß er noch, Brad Jerzak. Brad Jerzak ist ein orthodoxer Theologe, der damals auch sehr gehypt worden ist durch ein paar Videos, die viral gegangen sind, aber auch über gute Bücher, die ich sehr gefeiert habe. Beispielsweise gab es da dieses Video »The Gospel in Chairs«, Also wo er so ein Video gezeigt hat, das auch wieder von einem anderen orthodoxen Theologen dann abgekupfert hat, aber egal. Und in dem Video ging es darum, das Evangelium zu erklären mit zwei Stühlen, die sich erst einander zugewandt haben und dann aber im Verlauf der Erklärung auseinander bewegt haben und so weiter. Ich hänge das mal dran, das ist ein irgendwie interessantes Video. Und Brad Jerzyk hat auch ein Buch über die Hölle geschrieben und sein Ansatz war damals, ja, Hölle, wenn man sich anguckt, wo das herkommt, dann ist das eigentlich kein jenseitiger Strafort, sondern es ist ein Tal im Süden von Jerusalem und das hat eine diesseitige Bedeutung und erst in der Zeit, kurz vor dem Neuen Testament, hat in der jüdischen Mystik dann diese Idee stärker anklang gefunden, dass es ein mystischer, jenseitiger Ort sei. Aber eigentlich würde Jesus gar nicht diesen mystischen Ort meinen, sondern Jesus hätte eine politische Botschaft, die sich auf das Diesseits bezieht. Das war sinngemäß die Ansage von Brad Jerzak. Und ich muss sagen, das hat er in seinem Buch ausgeführt, Her Gates Will Never Be Shut. Ein spannendes Buch, lässt sich auch gut lesen, aber ich habe dem Ganzen nicht so getraut und habe mir gesagt, also irgendwie, da möchte ich doch mal wissen, gibt es da eigentlich andere Wissenschaftler, die sich dem nochmal näher gewidmet haben und sozusagen mehr Begründungen dafür liefern? Dann hat er mir tatsächlich geantwortet und hat gesagt, ja, beispielsweise N.T. Wright. Und dann habe ich tatsächlich alle möglichen Bücher von N.T. Wright mir besorgt, um das rauszufinden, weil die Frage mir so wichtig war. Ja, und andere Fragen, die für mich aber auch wichtig waren, waren... Diese Frage, was der christliche Glaube eigentlich im Hier und Jetzt mit Themen wie sozialer Gerechtigkeit, mit Dinge hier in der Welt verändern und zum Besseren bringen, wie das alles zusammenhängt. Und da muss ich sagen, war N.T. Wright jemand, der mir sehr geholfen hat. Zu der Kreuzfrage übrigens hat er sehr, sehr wenig geschrieben. Das ist alles sehr nebulös. Da muss ich sagen, war ich ein bisschen enttäuscht. Aber dafür gab es viele andere Sachen, die ich umso spannender fand. Und ich glaube, wenn ihr diesen Talk jetzt hört und vielleicht auch mal was von N.T. Wright gelesen habt, dann habt ihr wahrscheinlich das Buch von Hoffnung überrascht gehört, wahrgenommen und gelesen. Und das ist ein Buch, das sehr stark mit der Idee aufräumt, dass Christsein bedeutet, ein Glauben anzunehmen, um in den Himmel zu kommen. Antiride argumentiert nämlich, im Christentum geht es nicht darum, in den Himmel zu kommen, sondern es geht darum, dass der Himmel auf die Erde kommen soll. Und das argumentiert er unter anderem mit der Auferstehung. Er sagt, Auferstehung im ersten Jahrhundert war nie die Idee, dass man in den Himmel kommt, sondern es geht um das Reich Gottes. Er sagt nämlich, dass durch den Tod und die Auferstehung Jesu das Reich Gottes auf der Erde angebrochen hat. Also es ist ein sehr stark diesseitiges Verständnis. was er eben auf dem Judentum, basiert und daraus ableitet. Und er sagt eben, man muss die Bibel als gesamte Story lesen. Das ist so ein ganz wichtiges Schlagwort bei ihm. Um die Israel-Story, die muss man verstehen. Und da dröselt er eben auf, dass es in dieser Israel-Story darum geht, dass eine neue Schöpfung, das Reich Gottes hier auf der Erde realisiert werden soll. Im Judentum nennt sich das Ulam Habah. Und im Judentum würde der Messias derjenige sein, mit dem dieses neue Reich anbrechen würde. Dieses Reich, das wäre eben dann das, was beinhaltet, oder dieses Reich beinhaltet, dass Gott diese Welt wieder ins Lot bringt. So wird das in dem Buch häufig übersetzt. und dann stellt sich für das Judentum die Frage, woran erkennt man dann, dass der Messias nun da ist und das ist natürlich dann, das Böse wird besiegt und die Dinge werden wieder zurechtgerückt, die Feinde Israels werden besiegt und Israel wird wieder hergestellt werden, so sinngemäß. Und das wird dann immer als eine Story erzählt, Israel, das in einer Exil-Situation ist, wo also fremde Nationen kommen und Israel entweder... Ins Exil führen oder wo Israel einfach besetzt wird, wo also ganz klar ist. Andere fremde Mächte sind am Drücker und es ist ganz offensichtlich nicht so, dass Gott sichtbar auf der Erde in Israel herrscht. Und das sind dann Dinge, die überwunden werden müssen, wo also klar ist, jetzt muss irgendwo sichtbar sein, Gott ist an der Macht, Gott, also so eine Art Theokratie, eine Gottesherrschaft und das wäre dann eben das sichtbare Zeichen dafür, dass diese neue Zeit angebrochen hat. Und Tom Wright, der dröselt jetzt sehr, sehr schön auf, wie diese Erwartung, diese Messias Erwartung, dass also dieser Tag kommt, an dem Gott seine Herrschaft anbrechen lässt und antritt, Und dass das die Erwartung war im ersten Jahrhundert, in der Jesus auch hineingeboren war und zu der sich Jesus auf eine Weise auch verhalten hat. Und das war ja auch. Vor allen Dingen auch in seinem Buch Jesus hat Tom Wright dann deutlich gemacht, wie im Neuen Testament, in der Geschichte von Jesus, diese Messias Erwartung aufgegriffen worden ist, aber auch ein Stück weit transformiert worden ist. Also diese jüdische Erwartung wird nicht eins zu eins dann umgesetzt, sondern mit Jesus entsteht was Neues, weil es war zum Beispiel nicht geplant, dass der jüdische Messias sterben wird. Und für Wright ist dann aber der Tod Jesu der zentrale Beginn dieser neuen Herrschaft. Er sagt dann, das ist der Tag, an dem die Revolution begangen hat, an dem also die Herrschaftsverhältnisse in dieser Welt sich grundlegend geändert hat und dann deutlich wird, jetzt ist Gott an der Macht. In einem Buch beschreibt er das auch so, das sei wie wenn ein Laden aufgekauft würde und einen neuen Besitzer bekäme und der alte Besitzer raus müsse und ein neuer Besitzer einziehen würde und jetzt würde alles neu werden. So versteht Tom Wright dann die Weltgeschichte. Mit Jesu Tod und Auferstehung ist sozusagen in die Welt ein neuer Besitzer eingezogen und tritt jetzt seine Herrschaft an. Bis zu dem Zeitpunkt, in dem Jesus wiederkommt und dann wird sozusagen in Fülle umgesetzt. Aber im Grunde der entscheidende Punkt ist jetzt schon getan. Jetzt ist das Ganze schon fertig. Ja, sichtbar oder vielleicht immer noch nicht sichtbar, aber jetzt ist es zumindest so, dass der entscheidende Punkt bereits getan ist. So, das ist so ein bisschen die Story, die er da aufdröselt und wo er dann erzählt, ja, das ist der entscheidende Punkt. Es geht also darum, dass das Reich Gottes hier auf Erden gegründet wird und die hoffen, die christliche Hoffnung ist für ihn deswegen auch nicht, dass wenn man stirbt, dass man von dieser Erde fliehen kann, also ein Eskapismus, sondern die Kernidee sei, dass es eine Auferstehung gibt und eine Auferstehung in eine neue Schöpfung, also in eine wiederhergestellte Erde. Auf der dann die Menschen leben, aber unter der Herrschaft Gottes und zwar mit den Vorzeichen, dass das Böse besiegt ist und deswegen hier dann der Himmel auf die Erde kommt. Ich muss sagen, mich hat das damals sehr berührt, sehr gepackt und vor allen Dingen auch deswegen, weil die Ableitung, die er daraus gezogen hat, ist eben, dass er sagt, als Christinnen sind wir berufen, an dieser neuen Welt bereits jetzt mitzuarbeiten. Weil er dann sagt, dass alle möglichen Dinge, die wir heute tun, gute Taten, aus Liebe Menschen begegnen. Dinge, die in der Welt schieflaufen, angehen und einen Unterschied machen und so weiter. Das sind alles Dinge, die für Gottes neue Schöpfung dann zukünftig auch zählen, die also auf die eine oder andere Weise ihren Weg finden werden in diese neue Schöpfung, die irgendwann dann vollendet wird. Die zwar jetzt schon anbricht, die aber dann zweiten Komm Jesu dann vollendet wird. Und mir hat daran gefallen, dass es eine Theologie ist, die dieses Leben hier ernst nimmt und die sagt, das hat einen Wert. Also je nachdem, wie man hier lebt, das hat einen Wert für die Ewigkeit. Und dem gegenüber stellt er halt eine Theologie, die sagt, diese Welt ist verloren und das Einzige, was wir machen können, ist die Seelen retten. Also Menschen müssen sich bekehren und wenn sie sich bekehren, dann kommen sie danach in den Himmel und da ist dann das eigentliche Leben. Diese Theologie lehnt Antiride sehr stark ab, auch mit dem Hintergrund, dass er sagt, dass es zählt, was hier passiert. Das habe ich damals sehr positiv gefunden. Also diese sehr deutliche Absage an irgendwelche Theologien, die dieses Leben geringschätzen und im Grunde der einzige Wert, der diesem Leben dann beigemessen wird, ist, dass man Menschen zu Christen macht, die dann in den Himmel kommen. Und das ist für N.T. Wright überhaupt nicht der Fall, sondern es ist eine sehr diesseitsbezogene Theologie, kleiner Seitenarm. Ich bin ja auch sehr nah dran an transformativen Theologien, die man so bei Tobias Fikes und jetzt bei der ganzen Transformationstheologie, die auch in der CVM-Hochschule, die ja jetzt Evangelische Hochschule heißt, eine Rolle spielt. Da bin ich sehr nah dran. Und das sind auch tatsächlich dann Gedanken, die... Also da ist N.T. Wright jemand, der da gerne gelesen wird. Den habe ich damals im Studium auch da... Immer mal wieder nochmal gelesen, auch kritisch gelesen, sicherlich, aber da könnte man nochmal genauer hingucken, ob die Theologie von N.T. Wright, ob man das schon eins zu eins transformative Theologie nennen kann. Viele von euch werden ja auch Thorsten Dietz zum Beispiel hören und seine Podcasts, die er mit Tobias Falks auch macht. Also die transformative Ethik, das gehört ja da alles ein bisschen zu. Und im Grunde bietet N.T. Wright da glaube ich eine recht lesbare theoretische Hintergrundfolie, wenn man so will. Also das passt schon ziemlich gut zusammen, weil es jeweils immer darum geht, dass Christsein auch etwas mit dem Hier und Jetzt machen muss, dass Gott also im Hier und Jetzt schon dabei ist, die Dinge neu zu machen, wiederherzustellen, Gerechtigkeit herbeizuführen und so weiter und dass wir eingeladen sind, dabei mitzumachen. In der transformativen Theologie habe ich den Eindruck, wird es noch stärker um diesen Gedanken der Missiudei. Also Bosch wäre da so ein Vertreter von, der das auch stark macht und andere natürlich auch. Aber im Grunde, das ist sehr nah dran. So, das mal als Seitenarm. Es gibt noch ein paar weitere Aspekte in der Theologie von N.T. Wright. Beispielsweise, jetzt wird es ein bisschen nerdy, aber N.T. Wright war auch ein Vertreter oder ist ein Vertreter der sogenannten neuen Paulus-Perspektive. Ja, kurz erklärt, was das meint. Die neue Paulus-Perspektive, die versucht, Paulus neu zu lesen. Im Englischen heißt in einem Buch von N.T. Wright auch Paul, das haben die in Deutschland übersetzt, was Paulus wirklich meinte. Ich dachte auch, sehr sympathisch. Endlich sagt es mir jemand, wie baulos das wirklich meinte. 2000 Jahre Kirchengeschichte und jetzt wissen wir es dann endlich, wenn wir dieses Buch gelesen haben. Naja, also die Übersetzung war ein bisschen schwierig, aber im Grunde ist das, was Antiride da macht... Ist, dass er diese neue Paulus-Perspektive ins Allgemein-Verständliche überträgt. Er hat die neue Paulus-Perspektive nicht entwickelt, auch nicht entdeckt. Das waren Menschen wie E.P. Sanders oder James Dunn, die kann man auch mal lesen, das finde ich auch spannend. Im Grunde sind es Menschen, die auch wieder sehr stark versuchen, den historischen Hintergrund des ersten Jahrhunderts zur Geltung kommen zu lassen, und dann bestimmte Ansichten zu hinterfragen, die in der reformierten Theologie, also in Theologien, die sich stark auf Martin Luther beziehen, das soll dann hinterfragt werden und da gibt es dann eine Kritik dran. Die Kritik entzündet sich vor allen Dingen an der Frage, wie man eigentlich die jüdische Religion versteht. Und im Reformierten würde man so diese Argumentationsfigur hochhalten, dass man sagt, das Judentum war eine Religion der Werksgerechtigkeit. Also das Judentum würde bestimmte Regeln aufstellen und diese Regeln müsse man dann befolgen. Und über das Befolgen der Regeln würde man sich Gottes Gunst erarbeiten können, sodass am Ende, wenn man ein Mensch war, der fromm genug nach den Regeln gelebt hat, dann würde Gott sagen, okay, du gehörst zu mir. Und, Die reformierte Erzählung geht dann so, dass man sagt, ja, vor allen Dingen Martin Luther hat versucht, nach diesen Regeln zu leben, also zumindest nach den christlichen Regeln, die sind ja ein bisschen oder deutlich abgespeckt, aber er hat versucht, die Regeln einzuhalten und ist daran kläglich gescheitert und hat dann gemerkt, ja, er hat ein schlechtes Gewissen, er fühlt sich ganz schlecht dabei, weil er so ein Versager war. Und in einem für ihn sehr erhellenden Moment kommt er dann an den Römerbrief und versteht dann, dass es darum gar nicht geht. Also diese Werksgerechtigkeit, das Erarbeiten des Heils ist überhaupt nicht nötig. Warum? Weil die Vergebung Gottes frei geschenkt wird. Diese Gnade, dieses Geschenk Gottes der Erlösung muss man im Glauben annehmen, aber das ist kein Ersatzwerk, sondern es ist eben das Annehmen eines Geschenkes. Es ist nicht das Erarbeiten des Heils, es ist einfach nur das Annehmen des Heils. Und in der Tradition, der reformierten Tradition hat man deswegen eine sehr scharfe Ablehnung gegen diese Idee entwickelt, dass man sich das Heil erarbeiten müsse und hat da aber dann das Judentum als Negativfolie benutzt und gesagt, also das Judentum ist eine Werksgerechtigkeitsreligion, da muss man sich das Heil erarbeiten. Aber im Christentum, da geht es nicht um Werke, sondern da geht es um Gnade, da geht es um das Geschenk, das man annehmen kann im Glauben. Und in der neuen Paulus-Perspektive, da dröselt man das Ganze, man dröselt heute viel, man denkt diese Dinge nochmal neu und zwar insofern, als dass die historische Forschung herausgefunden hat, dass das Judentum gar keine Werksreligion ist. Also da, wo das Christentum hingeht und sagt, wir sind eine Gnadenreligion im lutherischen Sinne, wir erarbeiten uns das Heil nicht, sondern wir nehmen es als Geschenk an, so würde man auch im Judentum nicht sagen, dass man Gesetzeswerke tut, um sich Gottes Wohlwollen zu erarbeiten, sondern am Anfang der jüdischen Religion steht eben die Erwählung, also Gott hat das Volk Israel als sein Volk auserwählt und zwar nicht deswegen, weil die besondere Werke getan hätten, sondern einfach so, also aus Gnade. Und diese Historiker der neuen Paulus Perspektive gehen deswegen auch sehr stark davon aus, dass sie sagen, ja die Erwählung ist aus Gnade im Judentum und deswegen sind die Werke diese Gesetzeswerke, das koschere Leben, das ist eine Reaktion daraus und die. Haben dann stark gemacht, dass es bei den jüdischen Gesetzen nicht darum geht, in die Gunst Gottes zu kommen, zu gelangen. Es ist kein Getting in, sondern es ist ein Staying in. Also es ist die Art und Weise, wie man sich als Volk Gottes zu erkennen gibt und wie man die Identität des Volkes Gottes realisiert und auslebt. Man hat da den tollen Begriff der Identity-Marker, der Identitätsmarker verwendet. Also die Art und Weise, wie im Jüdischen gelebt wird, sind Identitätsmarker, die das Volk Gottes von allen anderen abhebt und unterscheidbar macht. Das ist die Kernidee des jüdischen Gesetzes. Und Andy Wright arbeitet dann in verschiedenen Büchern sehr stark aus, was diese Identität im Judentum ausgemacht hat. Er hat beispielsweise der jüdische Tempel, die jüdische Sprache und eben auch dieser koschere Lebensstil, die Beschneidung, verschiedene Dinge, die also das jüdische Volk abheben und als von Gott erwähltes Volk überhaupt erst erkennbar machen. Und jetzt kommt dann die neue Paulus-Perspektive und liest dann die paulinischen Texte neu. Und da geht es dann vor allen Dingen darum, was Paulus meinen könnte, wenn es um Rechtfertigung geht. Und für die neue Paulus-Perspektive meint der Begriff Rechtfertigung eben nicht ein Mechanismus, um in das Volk Gottes zu kommen, sondern es ist ein Mechanismus, Ein Ausruf Gottes, also ein Rechtssprechen Gottes in dem Sinn, dass Gott sagt, ihr gehört zum Volk Gottes. Also ein sich öffentlich bekennen, ein deutlich machen, sich zu jemandem stellen, so ungefähr. Ja, und der Clou bei Paulus im Römerbrief ist dann, dass er sagt, dass Rechtfertigung geschieht durch Glauben allein und nicht durch Gesetzeswerke. So, und bei Luther wäre das also eben dieser Move, ich erarbeite mir das Heil nicht, sondern ich bekomme es geschenkt. Und für die neue Paulus-Perspektive meint das jetzt aber was anderes. Es meint nämlich, dass man, ja, durch Gnade ist man bereits drin, aber die Frage ist jetzt, wie definiert sich eigentlich jetzt das Volk Gottes? Also sprich, im ersten Jahrhundert war die Frage jetzt, weil auch so viele Menschen zum Glauben an Jesus gekommen sind, die eben nicht dem jüdischen Volk angehört haben. Und deswegen war die Frage dann, wie erkennt man denn jetzt eigentlich die wahren Gläubigen? Und die einen haben eben gesagt, ja, du musst jetzt anfangen, eben diese ganzen Identitätsmark haben, die für das Volk Gottes wichtig sind, umzusetzen. Du musst also gucken, dass du koscher lebst, dass du kein Schweinefleisch isst, dass du keine Milch und kein Fleisch zusammen kochst, Beschneidung und, und, und, die ganzen Sachen. Das musst du alles umsetzen und dann erweist du dich und machst dich erkennbar als jemand, der Volk Gottes ist. Und Paulus sagt, nein, nicht mehr die Gesetzeswerke, also koscher leben, sind die Dinge, die dich rechtfertigen, die dich also als Mitglied des Volkes Gottes ausweisen, sondern der Glaube an Jesus. Und das ist eine massive Reduktion, also von diesen 700 Haumichtodgesetzen, die es gibt. Das wird also alles nicht mehr als relevant gesehen, um für das Volk Gottes erkennbar zu sein, Sondern das einzige Merkmal, der einzige Identitätsmarker für das Volk Gottes ist, dass man an Jesus glaubt, also Jesus nachfolgt. Koscheres Leben und diese Identitätsmarker werden ersetzt durch Nachfolge von Jesus. Das ist die Kernidee der neuen Paulus-Perspektive. So wird das nachvollzogen. Und das fand ich schon immer sehr, sehr toll, fand ich wirklich sehr erhellend und muss ich sagen, finde ich auch nach wie vor eine Sache, die mich abholt. Also zu sagen... Mir geht es darum, Jesus nachzufolgen, die Ideen von Jesus ins Heute zu übersetzen und zu gucken, wie kann ich das umsetzen. Das ist das, was mich als Angehöriger von Gottes Familie auszeichnet. Das ist für mich eine gute Definition, wie man als Christ arbeiten kann. Gefällt mir ehrlich gesagt ziemlich gut. Und muss ich sagen, kann ich nach wie vor viel mit anfangen. Auch diese Sprache mit den Identitätsmarkern gefällt mir jeweils ziemlich gut. Genau, so das wären so ein paar Streifzüge durch die Theologie von N.T. Wright. Ich möchte jetzt gerne nochmal einen weiteren Aspekt rausgreifen, wo es nämlich für mich dann deutlich wird wo ich heute die Herausforderung so ein bisschen sehe und das ist, ich möchte mir dann nochmal genauer angucken, wie Anti-Right ist, über die Zukunft denkt und wie das zusammenhängt mit dem Tod Jesus. Ein bisschen was habe ich davon im ersten Teil schon angedeutet, aber ich möchte da jetzt nochmal ein Stück weit tiefer reingehen und möchte das vergleichen mit den Ansätzen der Prozesstheologie. Die Prozesstheologie habe ich ungefähr im gleichen Zeitraum wie N.T. Wright kennengelernt, habe dann aber später die Ansätze der Prozesstheologie für mich als viel, viel tragfähiger empfunden und bin deswegen dann auch stärker auf den Zug aufgesprungen, auch wenn ich bestimmte Dinge von N.T. Wright nach wie vor sehr, sehr gut finde und sehr hilfreich finde. Eine Sache, die mir bei N.T. Wright aufgefallen ist, ist so eine Frage vom Stil. Es hat in der Zeit so verschiedene Leute gegeben, ich erinnere mich zum Beispiel an Scott McKnight, so verschiedene Autoren, die, vielleicht war es Marketing, wie auch immer, Das waren Dinge, die... Erzählt worden sind, so in so einem Stil von, hier Leute, ich glaube, wir haben das Evangelium völlig falsch verstanden. Ich sage euch jetzt mal, wie das richtig ist und dann wird sich das Christentum vielleicht neu beleben lassen und wir werden richtig durchstarten. Das war so ein rhetorisches Motiv, was ich immer mal wieder in der Zeit so wahrgenommen habe. Und ich meine, ich bin ja grundsätzlich sehr offen für wirklich radikale neue Ideen. Was mich dann aber regelmäßig enttäuscht hat, war so ein bisschen, dass man dann diese Dinge so beworben hat, als jetzt kommt der neue heiße Scheiß. Und dann, was man aber dann bekommen hat, ist eigentlich nur so eine marginale Schwerpunktverschiebung, so will ich es mal sagen. Man hat bestimmte Dinge dann ein bisschen anders formuliert und so einen Ticken auch dann nochmal anders verstanden, aber im Groben waren das dann alles eigentlich ja nicht so wahnsinnig harte Unterscheidungen. Und ein Beispiel wäre da tatsächlich auch bei N.T. Wright die Art und Weise, wie er das Kreuz sieht. N.T. Wright sagt nämlich, dass ein Problem in der Christenheit ist, dass man die Kreuzesdeutung Jesu sehr stark oder schwerpunktmäßig mit dem Motiv der Sühne verstanden hat. Also Motiv der Sühne in dem Sinn, Gott will die individuelle Sünde des Menschen vergeben und um diese Sünde vergeben zu können, muss aber sehr dringend. Eine Genugtuung, eine Sühneleistung passieren. Also jemand muss für diese Sünde bezahlen, muss bestraft werden. Da der Mensch das selber nicht kann, nimmt Gott diese Strafe in der Form von Jesus selber auf sich und bezahlt das selber. Aber es muss eine Form von Zorn geben, es muss eine Form von Strafe geben. Ohne Strafe keine Sündenvergebung. Das ist so ein bisschen der Gedanke der Sühne. Das ist also die stellvertretende Strafübernahme. Ja, so und Antti Wright geht jetzt hin und sagt, diese Sichtweise ist problematisch, ist, ich glaube, in einem Text oder im Interview, weiß ich nicht mehr genau, hat er auch mal sinngemäß so gesagt, ja, dass diese, diese Sühnetheologie, dass die auch dafür verantwortlich ist, dass es Kriege gegeben hat in dieser Welt. Also er hat das sehr hart problematisiert und hat mich damit total abgeholt, weil das war eine Zeit, wo ich diese klassische Sündetheologie sehr kritisch gesehen habe, viel Zeug gelesen habe, was sich damit kritisch auseinandergesetzt hat. Und dann war für mich aber so die Frage, ja, was sieht er dann alternativ? Und auf den ersten Blick ist das dann das sogenannte Motiv Christus Victor. Tor. Da muss man vielleicht kurz sagen, es hat in den 30er Jahren, roundabout, hat es einen Theologen gegeben, Christoph Orlehn heißt der, der hat ein Buch geschrieben, was sich eben nennt Christophs Victor und, Der hat dann versucht, aus den urchristlichen Texten herauszuarbeiten, dass die Sünneteologie eigentlich nicht die ursprüngliche Version war, wie Christen das Kreuz in den ersten tausend Jahren verstanden haben. Sondern vielmehr soll der Sieg über die Mächte des Bösen das zentrale Motiv gewesen sein. Also diese Idee, Jesus am Kreuz besiegt die Mächte des Bösen und tritt als Sieger hervor, sodass die Herrschaft Gottes dann anbricht. Das passt natürlich sehr gut in dieses Motiv, was N.T. Wright stärker in den Mittelpunkt stellen will, nämlich, dass es nicht darum geht, persönliche Schuld vergeben und in den Himmel, sondern es geht darum, dass dieses Reich Gottes auf der Erde vollständig realisiert wird. Und etwas, zu dem wir jetzt auch beitragen können, nicht im Sinne von, dass wir das erzeugen, sondern dass wir im Prinzip schon jetzt Dinge tun, die später dann eine Rolle spielen. Aber das Reich Gottes kommt durch das zweite Kommen Jesu. So, das ist die Kernidee. Und für Jesus, Antiride ist deswegen der Christus Victor. Diese Interpretation des Kreuzes ist sehr, sehr entscheidend. Er hat ein Buch geschrieben, The Day the Revolution Begun. Da beschreibt er, dass das Kreuz und Auferstehung der Tag sind, an dem eben diese Revolution begonnen hat, an dem dieser Herrschaftswechsel auf der Welt stattgefunden hat. Und wenn man jetzt verschiedene Bücher von ihm liest, dann wird darüber hinaus deutlich, dass Antirite jetzt nicht sagen will, dass die Synetheologie, dass die Mumpitz ist und dass man die ablehnen sollte, sondern für ihn ist das eine Schwerpunktverschiebung. Also er sagt, alle möglichen Sühneteologien sind richtig, aber man muss Christus Viktor ins Zentrum sehen. Also das Motiv Sieg über die Mächte des Bösen, das muss ins Zentrum und Sühne und Loskauf und alle anderen Möglichkeiten, wie man den Tod Jesu verstehen kann. Die muss man so ein bisschen nachordnen oder beiordnen. Und deswegen ist es auch eine Verschiebung weg von der individuellen Rettung, die gibt es auch, ja, das ist auch alles Teil von seiner Theologie, aber das Entscheidende ist, dass durch Kreuz und Auferstehung die Grundlage für das Reich Gottes gelegt sind. Also dann ist Gottes Herrschaft ist sozusagen unaufhaltsam, weil der Sieg erreicht oder errungen worden ist. So, und, Da denke ich, das geht bei N.T. Wright dann einher damit, dass gleichzeitig auch sagt, dass die Herrschaft und die Art und Weise, wie diese Herrschaft aufgerichtet wird. Grundlegend verschieden ist zu dem, wie weltliche Herrscher ihre Herrschaft aufrechterhalten und wie sie dafür sorgen, dass es ihre Version von Herrschaft in der Welt gibt. Und er sagt, der große Unterschied ist, man könnte es vielleicht so sagen. Dass weltliche Herrschaft Gewalt und Ausbeutung usw. Nutzt, um Macht zu haben und die Art und Weise, wie Gott seine Herrschaft ausübt, ist eine Herrschaft, die dient, die Leiden aufnimmt und die für den Menschen ist. Also es ist eine großzügige, schenkende Liebe, eine liebevolle Macht, so könnte man vielleicht sagen. Es ist aber trotzdem eine Macht, die überlegen ist, also für N.T. Wright ist Gott souverän, der also in jedem Fall die Herrschaft, das zweite Kommen, also die Herrschaft des Reiches Gottes ist sicher. Da gibt es keine Macht mehr, die dem entgegensteht, sondern das ist ganz klar, der Sieg ist bereits errungen und das ist die feste Hoffnung. Also die Hoffnung des Christenmenschen nach N.T. Wright ist eben, Kreuz und Auferstehungen haben stattgefunden, deswegen ist der Sieg sicher. Und das ist für mich eine Version, die ich jetzt einmal gerne kontrastieren möchte mit der Prozesstheologie. So, was sind die Dinge, die man da vergleichen kann? Also in der Prozesstheologie wird sehr stark über die Macht Gottes nachgedacht. Ich würde sagen, wenn man die Prozesstheologie auf einen Begriff unterbrechen wollte, dann wäre es wahrscheinlich der Begriff der Gewaltlosigkeit. Die Prozesstheologie möchte Gott sehr konsequent als gewaltlos charakterisieren. Das wird in der Prozesstheologie auf unterschiedliche Art und Weise deutlich gemacht. Beispielsweise, indem man sagt, dass Gottes Liebe keine kontrollierende Liebe ist, keine Zwangsmacht. Gott hat keine Zwangsmacht, sondern Gottes Kraft ist die Kraft der Überzeugung und der Kooperation. Und deswegen sind viele Dinge, die in anderen Theologien normal sind, in der Prozesstheologie nicht so einfach. Also beispielsweise in der Prozesstheologie wird sehr stark darüber gesprochen, der Begriff Herrschaft. Ist das nicht eigentlich ein Begriff, der uns schon auf eine falsche Fährte legt, führt? Oder wenn man sagt, das Reich Gottes. Ist das nicht auch eigentlich schon ein Begriff, der schwierig ist, weil er in sich nicht deutlich macht, dass das eigentlich Gegenbegriffe sind? Also in einer Welt, wo das römische Reich am Drücker ist und eine gewaltvolle Herrschaft von Ausbeutung und Zwangsmacht alltäglich ist, wenn da ein Wanderprediger mit seinen Nachfolgern dann spricht davon, dass es das Reich Gottes geben wird und dass es das Evangelium geben wird und dass Jesus der Herrscher ist, Dann sind das Gegenbegriffe, die also nicht darauf hinaus wollen, dass Jesus genauso gewaltvoll und genauso eine Form von Macht inne hat wie der Kaiser. Der Kaiser hat eine Armee, Jesus hat keine Armee. Das sind Gegenbegriffe, die also eigentlich subversiv etwas verdrehen, die vielleicht sogar mit so einer gewissen Suffisanz oder so einer Form von Humor. Subversiv also die Propaganda des Imperiums unterwandern. Das ist vielleicht die Idee. Aber dann deutlich machen, dass die Herrschaft, die Jesus anstrebt und die Art und Weise, wie das umgesetzt wird, das ist etwas, was völlig anders ist. Und wenn man das jetzt mal vergleicht mit dem, wie NT Wright das sieht, dann. Glaube ich, N.T. Wright würde auch sowas sagen, ja, die Herrschaft Gottes ist eine dienende Herrschaft. Es ist eine Herrschaft, die Leid auf sich nimmt, die Gewalt auf sich nimmt. Und wenn man dann aber nachfragt, ja, aber wo ist die strukturelle Unterscheidung, dann wird es bei ihm oft nebulös, weil im Grunde auf verschiedenen Ebenen der Herrschaftsbegriff bei N.T. Wright dann doch gar nicht so wahnsinnig anders ist, wie der von weltlichen Herrschern, würde ich jetzt mal sagen. Also das ist für mich jedenfalls nicht so deutlich unterscheidbar, weil am Ende doch wieder der souveräne Gott da ist. Also der, der im Zweifel das Recht durchsetzen kann, der im Zweifel in der Lage ist, das Gute zu erzwingen. In der Prozesstheologie würde man halt sagen, Gott kann das Gute nicht erzwingen. Gott ist gewaltlos und deswegen kann diese neue Schöpfung auch nur im Modus der Gewaltlosigkeit in dieser Welt Fuß fassen. Das ist Prozesstheologie. Gott kann die Menschheit locken. Gott kann Kooperationsmöglichkeiten anbieten. Aber das sind Dinge, die ausgeschlagen werden können. Also Gott kontrolliert diese Welt nicht, kontrolliert auch nicht die Zukunft. Das habe ich in meinem Buch auch deutlicher gemacht. Und wenn es hinhaut, will ich da auch noch ein zweites Buch drüber schreiben. Das ist die Kernidee der Prozesstheologie. Die Prozesstheologie kann auf diese Weise deutlich machen, warum es Leid in der Welt gibt. Also im Sinne von, dass sie sagt, Gott und Mensch, Gott und Schöpfung in der Kooperation, das kann scheitern, das kann auch sehr viel Positives hervorbringen, aber es kann auch scheitern. Der Clou in der Prozesstheologie ist aber, dass man hingeht und sagt. Zwangsmacht, Gewalt sind nicht die stärksten Kräfte, die in der Welt am Werk sind. Also das ist ja etwas, was die Propaganda von Imperien immer deutlich machen wollen. Immer dann, wenn die Macht eines Imperiums in Frage gestellt wird oder herausgefordert wird, dann fangen Imperien an, Kreuze zu bauen. Im Christentum geht es aber nicht darum, dann auch Kreuze zu bauen und diejenigen aus dem Weg zu räumen, die die Macht in Frage stellen, sondern das Kreuz zu tragen. Und da wäre Antiride noch sehr, sehr bei. In der Prozesstheologie geht man aber dahin und möchte sagen, dass da eine Wertung mit verbunden ist. Also zu sagen, dass Gewalt und Zwang eben nicht stärker sind als Liebe, sondern Kooperation, Locken, Überzeugungskraft sind die eigentlich stärksten Kräfte in der Welt. Gewalt kann zum Tod führen, also kann Zerstörung bringen, aber Liebe, Kooperation und Überzeugungskraft, das sind die Dinge, die Leben hervorbringen können. Liebe ist also stärker als Gewalt. Und deswegen würde man in der Prozesstheologie hier, glaube ich, noch einen Schritt weiter gehen als Tom Wright des Macht. Also sprich, ich habe den Eindruck, dass bei Tom Wright dieser Gedanke fehlt, dass Gewalt eigentlich eine schwächere Form der Macht ist und dass Liebe die stärkere Form ist. Die Idee der Gewaltlosigkeit finde ich bei Tom Wright nicht, sondern sie dient bei Tom Wright aus meiner Sicht zu einer Absicherung. Also zur Absicherung, dass Gott am Ende ans Ziel kommen wird. Das ist für mich so ein Stück weit ein innerer Widerspruch, wo ich denke, da... Da gibt es in der Prozesstheologie bessere Antworten. Und ich würde es jetzt einmal deutlich machen, warum mir das wichtig ist. Und zwar deutlich machen am Beispiel der Klimakrise, beziehungsweise an dem, wie N.T. Wright, Klimakrise und Climate Change, wie er das versteht. Tom Wright ist ein Podcaster auch, also er hat einen Podcast Ask N.T. Wright Und in der Folge 224 hat er eine Frage beantwortet im Hinblick auf die Klimakrise. Und vielleicht bevor ich da konkret darauf eingehe, wie ist da die Sichtweise der Prozesseologie? In der Prozesseologie würde man sagen, die Zukunft ist offen. Gott kann die Zukunft, das Reich Gottes nicht erzwingen. Das Reich Gottes entsteht nur in Kooperation. Auch wenn man sagt, dass Liebe die stärkste Kraft ist, die in der Welt am Wirken ist, so kann Liebe doch auch sehr ohnmächtig aussehen, wenn sie mit Gewalt konfrontiert wird. Und deswegen ist es in der Prozesstheologie durchaus möglich, dass sowas wie Klimakrise und so weiter kommen kann. Also die Horrorszenarien, die man von Klimaforschenden mitbekommt, die würde man in der Prozesstheologie sehr ernst nehmen und würde sagen, es ist möglich, dass wir als Gesellschaft an der Klimakrise scheitern, dass das voll reinkickt. Und dass das letztendlich dazu führt, dass wichtige Lebensgrundlagen hier bestehen. Ja, zerstört werden und es kann also sein, dass diese Szenarien durchaus eintreffen. Für die Prozesstheologie bedeutet das also, wir müssen von einer offenen Zukunft ausgehen, aber eine Zukunft, in der wir nicht alleine gelassen sind, sondern wo wir glauben, dass es immer noch Möglichkeiten gibt, um Dinge anders zu machen und um Dinge, um zu reagieren. Aber man würde zum Beispiel sagen, es kann auch sein, dass die Menschheitsgeschichte wirklich schief geht. Und dass im schlimmsten Fall sozusagen der Super-GAU wäre, die Menschheit stirbt aus. Und dann würde es sozusagen darauf ankommen, dass Gott neue Möglichkeiten schafft, also neue Impulse setzt und versucht, wieder neu anzufangen sozusagen. Wie versteht Andy Wright jetzt also Klimaaufwandler? Er sagt, das muss man ernst nehmen, aber man solle auch keine Panik haben. Er sagt nämlich, das Weltende, das haben schon sehr, sehr viele vorhergesagt und es hat sich nie bewahrheitet. Tom Wright sagt, man solle beten für Wissenschaftler, dass sie Lösungen finden. Zum Beispiel erwähnt er dann Plastik in den Meeren, wo es riesige Inseln gibt, voll von Plastikmüll. und auch die Erderwärmung, da sollen die Wissenschaftler auch Lösungen für finden. Er glaubt aber, dass Gott souverän ist über die Zukunft und deswegen glaubt er, dass sowas wie ein Kollaps, das glaubt er nicht, dass das eine Vorstufe wäre für die neue Schöpfung, weil die neue Schöpfung, das Reich Gottes, das verwirklicht sich ja sicher. Er glaubt ja, dass der Kreuzestod Jesu den Sieg errungen hat und deswegen wird diese neue Schöpfung kommen. Und er findet das deswegen unwahrscheinlich oder kontraintuitiv, dass es als Vorstufe nochmal so eine Art Klimakollaps geben würde. Er redet dann nochmal viel über Klimapanik und sagt vielmehr, man solle auf Gott vertrauen und er glaubt, dass Gott vertrauenswürdig ist im Blick auf die Zukunft, selbst wenn es dafür keine Anzeichen geben würde. So, er vermutet zum Beispiel, dass die Klimaveränderungen auch so eine Art Wellenbewegung sind. Das klingt für mich schon fast so ein bisschen wie die Klimaleugner, wie man sie manchmal unersprachlich nennt, die eben sagen, ja manchmal wird es heißer, manchmal wird es kälter. Das hat mit dem Menschen nichts zu tun. So ist das Klima halt. So ein paar Gedanken dazu. Es wird für mich deutlich, dass diese Souveränität Gottes, die für Andy Wright wichtig ist. Dass die dazu führt, dass er die Klimabewegung, dieser Podcast ist glaube ich von 2020 ursprünglich gewesen und vor einigen Jahren, ich glaube 2024 nochmal neu veröffentlicht worden, als eine Classic-Folge. Aber in der Zeit, als die Fridays-for-Future-Bewegung zum Beispiel on top war, also sehr in aller Munde war, da möchte er sich also von der Klimapanik nicht anstrecken lassen und das aus theologischen Gründen. Ganz offensichtlich hat er sich jetzt nicht wahnsinnig viel mit der Klimaforschung befasst. Er betet für Wissenschaftler und die sollen dann eine Lösung finden. Und das zeigt mir, da merke ich, da verliert er mich. Er verliert mich deswegen, weil er, glaube ich, durch seine Theologie nicht in der Lage ist, die aktuellen Herausforderungen des Klimawandels wahrzunehmen. Und ich glaube, dass die Prozesstheologie das besser könnte. Warum? Für ihn ist ein Kollaps unwahrscheinlich. Und ich würde sagen, wenn ich die Klimaforschung ernst nehme, dann ist es. Die sind Kollaps-Situationen, nicht nur wahrscheinlich, sondern darauf müssen wir uns einrichten. Das wird kommen. Und Theologien, die das nicht mitschneiden können, die sind für mich nicht sehr attraktiv. So ganz kurz, was meint Kollaps in der Klimaforschung? Meint Kollaps, dass bestimmte ökologische Systeme kollabieren, dass sie zusammenfallen und nicht mehr funktionieren. Das könnte sowas sein wie das Abschmelzen der Pole, es könnte der Golfstrom sein, es könnten bestimmte Arten, Tierarten sein, die aussterben. Es könnte sein, dass Korallenriffe zum Beispiel nicht mehr überlebensfähig sind. Es könnte sein, dass sich also bestimmte Zusammensetzungen in den Meeresströmungen, Salzgehalte verändern, sodass es das milde Wetter, das milde Klima vielmehr, das menschliches Leben hier recht gut möglich macht, Dass das umschwenkt in eine tendenziell lebensfeindliche und für uns Menschen als sehr riskante, risikoreiche klimatische Bedingung dann übergeht. Und diese ökologischen Systemkollapssituationen, die werden dann aber auch gesellschaftliche Kollapssituationen übergehen. Das ist tatsächlich etwas, wo ich mein zweites Buch darüber schreiben möchte. Das finde ich sind sehr, sehr entscheidende Bedingungen. Am Wochenende hatte ich da noch auf einem Workshop in der Nähe von Pforzheim mit Leuten darüber gesprochen und das war sehr spannend. Wir haben am Abend vorher über Prozesstheologie gesprochen und dann eben auch über diese Idee, was bedeutet es eigentlich, wenn die Zukunft offen ist und wenn wir ernst nehmen müssen, dass sowas wie Kollapssituationen auf uns zukommen. Und ich hatte den Eindruck, dass, Dass das Gedanken sind, die uns eigentlich total helfen können. Was meine ich damit? Ich glaube, dass eine Theologie, die so eine Beruhigungspille ist, die also sagt, naja, so schlimm wird es schon nicht kommen, weil wäre unwahrscheinlich, dass jetzt ein Kollaps die Vorstufe ist von Gottes neuer Schöpfung. Das hat Menschen wenig zu sagen. Weil in den nächsten Jahren Menschen ganz konkret unter Kollapsituationen leiden werden. Und das bedeutet aber nicht, dass alle gleich leiden werden. Also Europa zieht zum Beispiel gerade die Grenzen hoch und in Regionen, wo die Lebensbedingungen jetzt schon viel, viel krasser sind, wo also Menschen aus klimatischen Gründen es viel schwerer haben zu überleben und deswegen Fluchtbewegungen entstehen, Da leiden Menschen an anderen Erdteilen deutlich schwieriger darunter, als es zum Beispiel in Europa der Fall ist. Und das ist, glaube ich, ein Motiv, was wir sehr stark finden werden. In den nächsten Jahrzehnten wird es viel, viel stärker darauf hinauslaufen, dass bestimmte Kollapssituationen gesellschaftlicher Art entstehen werden. Eine Kollapsituation meint, dass Dienstleistungen oder Waren nicht mehr auf dem üblich bekannten oder gewohnten Weg beziehbar sind. Also, dass man eben bestimmte Dinge, da gibt es dann Lieferengpässe für eine Zeit lang. Oder es wird so, dass bestimmte Dinge einfach unfassbar teuer werden, dass sich das viele Menschen nicht mehr leisten können. Oder dass der Staat nicht mehr in der Lage sein wird, bestimmte Ausfälle zu kompensieren. Und im Moment, das ist ja tatsächlich etwas, was in den letzten Jahren immer stärker auch zu beobachten ist. Und wenn also das Weltklima sich stärker in einen Bereich bewegt, der für uns Menschen risikobehaftet ist, dann hat das zum Beispiel was mit Extremwettern zu tun. Wenn es also Überschwemmungen gibt, wenn es extreme Hitze gibt, wenn es Dürren gibt, dann bedeutet das nicht, es ist der Weltuntergang, aber es bedeutet, man muss anpassen. Man muss also Klimaanlagen bauen, man muss also Häuser bauen, die stärker höhere Temperaturen abfedern können, weil man sich zum Beispiel im Freien nicht mehr risikolos längere Zeit bewegen kann, da arbeiten kann und so weiter. Und das sind Dinge, die können sich einige Menschen leisten und andere eben nicht. Und wenn der Staat das dann nicht mehr auffangen kann, dann wird die Frage sein, ob Narrative sind. An Zustimmung finden werden, die stärker ein Wir und Die befeuern. Die also sagen, ja, es gibt die Faulen, es gibt die Ausländer und so weiter. Und die haben es nicht verdient, dass wir uns um die kümmern. Also es werden Menschen unter die Räder kommen. Und es wird Narrative geben, sehr, sehr stärker, die davon reden, dass es einige Menschen gibt, die es verdient haben, dass es ihnen gut geht. Und andere, ja, who cares? Die werden als Feinde, als minderwertig und so weiter abgestempelt. Die Idee, dass man sich unterhakt, dass man füreinander sorgt, dass niemand unter die Räder kommt, das wird eine Idee sein, die wird sehr, sehr schwer aufrechtzuerhalten sein. Und aus meiner Sicht ist da aber genau der entscheidende Punkt, wo auch christliche Narrative ansetzen können. Also ich glaube eine sinnvolle Eskatologie, eine Lehre von der Zukunft aus christlicher Sicht muss beinhalten, dass man Kollapsituationen nicht als unwahrscheinlich abtut, sondern dass man sagt, das wird kommen und das bedeutet, dass bestimmte Menschen unter die Räder kommen werden. Und die christliche Aufgabe ist, den Gedanken zu stärken, dass die Geringsten unter ihnen, dass die diejenigen sind, um die es im Christentum geht. Also eben deutlich zu machen, wir müssen uns unterhaken, wir müssen die im Blick behalten, die in Call-Up-Situationen unter die Räder kommen. Und ich glaube, wenn man das als Schlüssel sieht, dann wäre meine These, dann wird ganz, ganz viel in der Bibel auf einmal sichtbar. Man wird vielleicht verstehen, dass in der Bibel, in der christlichen und in der jüdischen Erzähltradition, dass ganz, ganz viele unterschiedliche Kollapssituationen bereits da gewesen sind und dass man diese Kollapssituationen, dass man die. Auf eine gewisse Art und Weise angegangen ist. Und da sind wir eigentlich wieder bei N.T. Wright. N.T. Wright hat in seiner neuen Paulus-Perspektive, die er gut erklärt hat, deutlich gemacht, als Volk Gottes hat man andere Identitätsmarker. Und da würde ich sagen, die Identitätsmarker, die heute auch angeboten werden, zum Beispiel von Rechtspopulisten, die also sagen, die weiße Rasse, das sind diejenigen, das sagt man vielleicht nicht so, Aber dann sagt man eben Deutschland oder America first oder so. Das sind alles Narrative, die darauf abzielen zu sagen, Es gibt andere Menschen, die können wir vernachlässigen. Wir müssen uns erstmal um uns selber kümmern. Wir machen eine Identität einer Gruppe, die sich umeinander kümmert und die andere ausgrenzt und sagt, für die sind wir nicht zuständig. Im Christentum und in der jüdischen Erzählung ist es ständig darum gegangen, dass man Kollapssituationen so angegangen ist, zu sagen, wir müssen die Ärmsten, wir müssen diejenigen, die unter die Räder kommen, die müssen wir auffangen, die müssen Teil der Gemeinschaft bleiben, die dürfen wir nicht übersehen. Und das finde ich, ist in der Prozesstheologie sehr tief und gut verankert. Also die Idee, dass man sagen kann, es geht darum, Kollapssituationen als wahrscheinlich zu nehmen, weil wir eine offene Zukunft haben. Und dann zu gucken, wo in der Bibel, wo in der christlichen Erzähltradition findet man eigentlich Inspiration dafür, wie man in Kollapssituationen sich als Volk Gottes erweist. Eben nicht durch Ausgrenzung, sondern durch Solidarität. Das finde ich ist eine Sache, die für mich total wegweisend ist. Und genau, ich habe den Eindruck, bei N.T. Wright kann man da etwas mitnehmen. Der entscheidende Punkt ist aber glaube ich die Frage, ob man Gott als souverän, als im Zweifel in der Lage die Dinge zu erzwingen ansieht oder ob man die Zukunft als offen ansieht. Das sind so ein paar Gedanken, die ich gerne mit euch mal teilen wollte, das ist mir nochmal bewusst geworden, nachdem ich jetzt NT Wright nochmal gelesen habe und mich da nochmal reingefuchst habe, genau, lasst mich gerne wissen, was ihr dazu denkt, kommt gerne auf die Plattform, Schöner Glauben Netzwerk App ist online und, genau, demnächst wieder mehr macht's gut. Dieser Podcast ist Teil des Ruach-Jetzt-Netzwerks. Die Musik stammt von Postlob. Mehr Infos auf postlob.com.