Hey Leute, vielen Dank, dass ihr wieder eingeschaltet habt bei Schöner Glauben. Wir möchten progressive Stimmen zusammenführen, einander empowern und uns für mehr Solidarität einsetzen. Grüezi und hallo, hier ist eure Lieblingsschweizerin nach einer super langen Pause bei Schöner Glauben. Ich habe heute ein Gespräch geplant, relativ spontan eigentlich, weil ich denke, dass es ein sehr wichtiges Gespräch ist. Ich hatte nämlich in den letzten Wochen, vielleicht sogar Monate, öfters mal das Gefühl, Wenn man jetzt so ein bisschen in dieser Bubble rumschaut, progressive, vielleicht der konstruierende, ja, wir sind jetzt erwachsen geworden, wir sind 40 plus, Hossertag nahe der Pension, aber eigentlich stimmt das ja nicht. Also das Thema ist ja trotzdem super aktuell, auch für jüngere Menschen. Und deswegen habe ich mir gedacht, ich unterziehe Schöner Glaube einen Verjüngungskur und habe jemanden eingeladen, auf den ich mich sehr freue. Bei mir ist nämlich Lasse zu Gast. Hi Lasse. Hallöchen, Grüße. Wo sitzt du gerade? Du bist nicht in meinem Ecken der Welt. Ich bin nicht in deinen Ecken. Und ich kann mich mal anschließen, du bist auch meine Lieblingsschweizerin. Also ganz cool, dass wir uns kennengelernt haben, gerade über die Phase. Ich sitze in Leipzig, irgendwo da im Ostdeutschland, in meinem kleinen 7 Quadratmeter WG-Zimmer und freue mich dabei zu sein. Also ich finde es immer lustig, eine Prophetin ist nichts wert im eigenen Land. Ich habe, glaube ich, 70 Prozent Deutsche, die mich mögen und ich glaube nur 30 Prozent SchweizerInnen. Deswegen, ja, schön bist du da. Aber du hast es schon angesprochen, wir haben uns kennengelernt online. Du bist mir da gefolgt und irgendwann haben wir ein bisschen angefangen zu schreiben. Aber das hat ja einen Grund. Das kam ja nicht aus ungefähr. Du hast etwas erlebt, das ich wahrscheinlich ähnlich erlebt habe und das dich doch umtreibt und beschäftigt. Magst du mal erzählen? Also ich komme aus einem Freikirchen-Background, seitdem ich Kind bin und war jetzt auch zuletzt in den letzten sieben Jahren hier in Leipzig in einer Freikirche und habt auch mitgemacht und ja, da sind mir über die Zeit ein paar Veränderungen aufgefallen, gerade auch mit. Politischen und weltlichen Themen, wo ich als jemand, der sich politisch vielleicht in der linken Ecke einordnen würde, da immer mal schon angeeckt bin und gerade jetzt auch in letzter Zeit dort halt in dieser Gemeinde sich Sachen verändert haben, die auch jetzt dazu geführt haben, dass ich quasi da ausgestiegen bin und quasi jetzt gerade einen neuen, ich weiß nicht neuen, eigentlich den gleichen Weg wie immer beschreite. Du hast gesagt, du bist aufgewachsen in der Pfarrkirche. Das heißt so hineingeboren. Kann man das so sagen? Genau, also meine Eltern sind bei den Baptisten. Und ja, ich bin in Erfurt aufgewachsen. Ich habe wirklich eine wunderschöne Kindheit gehabt. Also ohne da jetzt prahlen zu wollen, habe ich meine Eltern unfassbar lieb. Meine Kindheit war einfach wunderschön. Natürlich hat das seine Hormonien und Tiefen. Man wächst auf, man hat seine Pubertät. Und ich bin ein sehr rebellischer Typ. Und habe mich dann natürlich auch mal gut gezofft. Und auch als ich nach Leipzig gezogen bin, stand ich da zwischenzeitlich mal richtig auf Kriegsfuß. Gerade das war vielleicht auch ein guter Nährboden, Depressionen, die große Welt kennenlernen und sowas alles. Und ja, der christliche Glauben begleitet mich eigentlich, seitdem ich Kind bin. Und daran habe ich meine Werte mitbekommen und das sind größtenteils sehr gute Werte. Ja, also viel von dem, was ich bin, habe ich dort von meinen Eltern mitbekommen. Gerade aber auch, wie man als Mensch mit anderen Menschen umgeht, wie man in der Welt umgeht. Und dass das sehr close mit meinem Glauben verknüpft ist oder mit meinem wieder neu entdeckten Glauben. Als ich 14 war, habe ich mich da mal dagegen entschieden, weil das war schon eine sehr alte Gemeinde. Nichts, wo ich irgendwie spirituell was erlebt habe. Aber meine Werte habe ich behalten, genau. Also ich höre da viel Positives raus. Es ist ja auch mega behütet, es ist ja schön. Also man wächst dann in einer Gemeinschaft auf, keine Ahnung, man ist in diesem Gefüge drin, das hat ja auch was Schönes und Bewahrenes. Du bist dann nach Leipzig gezogen und hast wieder Anschluss gesucht an eine Kirche. Oder wie war das so am Anfang? Hast du gleich eine Kirche gefunden? Also gesucht kann man nicht sagen. Also es war ja so, dass ich, glaube ich, mit dem Thema Kirche seit 14 abgeschlossen habe. Für mich war Kirche das, was man in den Nachrichten gehört hat, wo etliche schwierige Themen auch passieren und so weiter. Deswegen der Glaube war für mich immer ein Thema. Das habe ich sehr für mich selber behalten. Aber ich habe immer an etwas Höheres geglaubt. Und glaube ich eher aus dem Punkt raus, dass es für mich der Gedanke, dass der Mensch das höchste Wesen sein soll, war für mich ein bisschen zu deprimierend. Also ich dachte, es muss irgendwas Höheres geben. Ich will daran glauben, daran festhalten, dass es irgendwann Höheres geben muss, als der Mensch, der doch auch so viel Scheiße baut. Und ja, also als es mir da wirklich eine Zeit lang echt schlecht ging, haben sich meine Eltern auch Sorgen gemacht und kamen vorbei. Und dadurch kam eben dieser Kontakt. Und da sind wir zusammen hingegangen und das war auch cool. Also ich muss sagen, so eine Art von Kirche habe ich noch nicht gekannt vorher. Musik, die mich anspricht, eine Sprache, die ich verstehe, Worte, die ich auch benutzen würde und natürlich eine ganze Handvoll, eigentlich alle Menschen nett und offen und freundlich und nicht so für sich. Das hat irgendwie ausgelöst, dass ich da mehr von wollte. Und alle wahrscheinlich auch ein bisschen jünger. Ja, der Altersdurchschnitt war schon so... 25, 27 rum, würde ich sagen. Du bist, ich habe das Gefühl, sehr ein hilfsbereiter Typ und da für andere und versuchst, dich auch einzubringen. Hast du auch so eine bisschen aktivistische Seite, habe ich das Gefühl. Also du möchtest die Welt auch mitgestalten? Ja, also Freikirchen bauen ja gerade auch so Moderne, bauen ja auf Mitarbeit und sind darauf angewiesen. Ich hatte einen richtig guten Freund, auch aus der Heimat, der Maik, liebe Grüße, wenn er das hören sollte. Der ist für mich einfach ein krasses Vorbild darin, wie man Menschen begleitet. Der war auch in der Gemeinde bei den Baptisten und ich war mit ihm in der Oberstufe immer trainieren. Der hat sich so krass in mich investiert und das war wirklich der Einzige, wo ich das Gefühl hatte, der ist für mich ein Vorbild von Christ, auch wenn ich selber damit ein bisschen harter, was ist das Bild von Christ sein, Christleben? Ich habe viel irgendwie in der Familie, wann kommst du mal wieder in die Gemeinde, wann kommst du mal wieder in die Kirche? Das war immer die erste Frage und nicht so, wie geht es dir oder was macht dein Leben? Was sind deine Fragen, deine Wünsche, deine Träume? Alles das hat er gemacht. Also er war für mich einfach da, unabhängig davon, ob ich in die Kirche gehe oder nicht. Und ja, als er dann gehört hat, dass ich in Leipzig da diese Kirche habe und den Anschluss, ist er tatsächlich drei, vier Wochen lang jeden Sonntag mit dem Zug nach Leipzig gefahren, weil er wusste, ich komme alleine, werde ich da nicht hingehen. Sich das gewünscht hat, dass ich einfach auch den Anschluss habe und die Community. Und ja, gerade das war eben cool, um den Anschluss zu finden. Und ja, ich helfe gerne. Ich glaube, das ist was, wo ich aufgehe. Und das ist auch eben genau das, diese Werte, die mir meine Eltern mitgegeben haben, in der Welt Gutes zu tun, anderen Menschen Gutes zu tun. Und das ist eben ja gerade auch in der Identitätssuche, wenn man jetzt gerade nicht viel mit sich anzufangen weiß, wie ich da eben gehangen habe, war das natürlich was, was cool war, dort mit anzupacken, dort was mitzumachen und das Gefühl zu bekommen. Oder nicht nur das Gefühl, sondern das war es ja praktisch auch für andere Leute zu dienen und für Gott zu dienen. Genau, deswegen bin ich da relativ schnell auch vom einen Team ins nächste gekommen, habe immer mehr gemacht. Wenn gleich auch ich sagen würde, dass man eben, das ist wahrscheinlich vielen bekannt, irgendwie sehr, sehr schnell Dinge erreicht bekommt und Dinge an die Hand bekommt, muss ich sagen, habe ich persönlich das dort so wahrgenommen, dass auch, solange ich es geschafft habe, den Mund aufzumachen und meine Bedürfnisse zu kommunizieren, dass dem auch nachgegangen wurde. Also zwischenzeitlich habe ich auch mal den Schritt machen müssen, dass ich mal raus bin, als dann mein Studium losging, es einfach zu viel war und diese Pause war easy möglich. Das hat mich erst recht darin gestärkt, dass ich sage, ja, das ist ein sehr gesundes Umfeld, da kann ich weitermachen und sobald ich wieder fit war und mein Leben sortiert hat und so, bin ich da noch wieder rein. Habe das ein bisschen besser geplant, dann sehr viel über Jugendarbeit und Designsachen, was ja auch ein bisschen das ist, was ich gut kann, wo ich irgendwie was mit einbringen kann, mitgemacht, genau. Das heißt, rein von den praktischen Sachen sind das wirklich Sachen, wo ich sagen muss, die sind sauber gelaufen. So habe ich schon anderes gehört auch. Also du hast Design studiert. Habe ich das richtig im Kopf? Genau. Also Designstudien gegangen mit Vertiefung auf Illustration. Das war einfach so, um was in der Tasche zu haben. Aber du kannst das ja auch gut. Also es ist ja nicht tiefstapelnder. Ja, würde ich auch sagen, das Studium, das hat vielleicht ein bisschen das Theoretische dazugegeben, das Praktische. Das hat man und kann man auch selber lernen, braucht man kein Studium, für meine Meinung nach. Ich finde es so spannend, weil wir ja eigentlich, was das betrifft, eine ähnliche Lebensgeschichte haben. Eben so dieses Aussteigen dann auch mal mit 14, 15, 16 so pubertär, auch ein bisschen eine wilde Phase haben, ist irgendwie auch wichtig. Und ich vermute mal, dass du ähnlich rebellisch warst wie ich. Aber du bist ja wieder zurückgekommen. Also du hast dich wieder irgendwie in dieses Kirchenumfeld, eben auch durch deine Eltern, durch deinen Freund, hast du dich da wieder zurückbequemt, aber da hast du ja nicht sofort wieder geglaubt. Oder wie ist denn das gegangen? Also ich würde sagen, geglaubt habe ich immer. Aber was sich geändert hat und was sich neu angepasst hat, war natürlich, dass man dieses Regelwerk hatte, nenne ich es jetzt mal, ein bisschen reißerisch, wo man schon sagt, das ist so das anstrebenswerte Lebenskonzept. Da sollte man sich so verhalten, da sollte man sich so verhalten. Ich habe das, glaube ich, so ein bisschen aufgesaugt und hatte hier und da meine Zweifel. Ich glaube, als rebellischer Typ hat man es, glaube ich, nicht ultraschwer, auch nicht dem Normal zu entsprechen. Und das ist, glaube ich, was, was sowieso meine Lebensgeschichte ist, damit klar zu kommen, dass ich an manchen Stellen irgendwie anecke und an manchen Stellen Dinge anders machen würde und damit cool zu sein. Und trotzdem habe ich natürlich geguckt, wenn mir das jemand verkauft, als das ist jetzt der göttliche Wille, das steht in der Bibel, gerade auch als jemand, der keine Ahnung hat, also nach wie vor nicht studiert ist oder so in Theologie oder was auch immer, ist das natürlich was, wo man da gar nicht groß manche Sachen zu hinterfragen oder die Anfrage zu stellen. Man guckt sich das an, man liest das, man denkt, ja, macht Sinn. Und ich glaube, man sucht auch in seiner eigenen Geschichte nach Punkten, wo das eben bestätigt werden kann. Und gerade bei dem etwas wilden, auslebischen Leben und so, also wenn es um Drogen geht, dann ist ganz klar, dass man da weiß, ja, das hat mir irgendwie nicht gut getan. Das heißt, da muss ja die Bibel dann stimmen, wenn die sagt, in dem Sinne, das verurteilt. Ich hatte eine Beziehung, die hatte auch gerade am Ende ihre Tiefen. Aber statt dann zum Beispiel auch zu gucken, wo ist mein Anteil daran, wo hat vielleicht auch meine Depression oder mein, weiß nicht, einfach mein Nicht-Engagement dazu beigetragen, dass es so war, habe ich mich dann sehr leicht da eben mir das einordnen lassen, indem das einfach schlecht ist, dass wir das gemacht haben zum Beispiel, dass wir Sex hatten vor der Ehe und solche Sachen. Das sind dann eben Antworten, wo man irgendwie, ich glaube, jeder für sich in seinem Leben irgendwo einen Bruchteil findet, wo man sagt, ja, okay, da gibt mir das irgendwie eine scheinbare Antwort auf eine Frage, die ich hatte oder auf irgendwas, was scheinbar nicht so funktioniert hat, wie ich dachte. Und selbst wenn man dann bei anderen Themen spricht, irgendwie sagt, nee, das passt mir nicht. Solange da die Offenheit da ist. Gehört das ja zur Welt dazu, dass jeder da Dinge anders sieht. Das heißt, das eine Thema habe ich angenommen, das andere Thema, da habe ich hier und da Meinungen gehört, aber da war für mich klar, das sehe ich anders. Gerade alles rund um Queerness zum Beispiel. Das war nie so präsent, wie es jetzt in letzter Zeit war, aber das war für mich schon immer klar, dass jeder Mensch gleich ist und dass jeder Mensch die gleiche Gürtel trägt. Also ich war dort auch ein bisschen aktivistischer, das habe ich über die Zeit verloren, Gerade eben auch aus dem Punkt, dass man so sagt, ja, Aktivismus im Sinne von, ich poste andauernd und Politik und sowas alles, lass das raus, weil das sorgt ja am Ende noch für mehr Spaltung oder kümmere dich eher um die Sachen, die dich selber hier anbelangen. Eine Sache, wo ich mich, glaube ich, ein bisschen drüber ärgere, dass ich das eine Zeit lang sein lassen habe. Also du hast immer geglaubt, das war für dich immer klar, es gibt was und das, was ich kennengelernt habe als Kind, das ist auch schön, das fühlt sich für mich gut an. Aber ich komme mit diesem Regelwerken, mit dieser Normierung irgendwie nicht klar. Und hast dann aber trotzdem, nachdem das auch schwierig war, also ich finde, Pubertät ist was unfassbar Schwieriges. Ich bin so froh, muss ich da nicht nochmal durch. Und eben gerade mit Depressionen, mit irgendwie so seinen Platz nicht richtig finden, ist es wirklich schön, wenn man scheinbar das wieder findet. Und scheinbar wieder merkt, aha, Moment, vielleicht war es wirklich schlecht, was ich gemacht habe und vielleicht gibt es einen besseren Weg. Das ist ja per se auch nichts Schlechtes. Und dadurch bist du aber dann immer mehr auch in diese Spur gekommen, sage ich mal. Und was ich jetzt ganz speziell finde, ist, dass du gesagt hast, ja, irgendwann habe ich dann auch aufgehört, Mich um die Welt zu kümmern, würde ich es jetzt mal so sagen, also dieses Aktivistische, was du vorher hattest, weil ich das von mir eben selber auch kenne, dass es dann in diesen Kreisen doch sehr um das Individualistische geht. Also meine Beziehung mit Gott, die muss im Reinen sein. Und du sammelst dir Schätze im Himmel, nicht auf der Erde und so weiter und so fort. und auch, keine Ahnung, rodert den Wald, Christus kommt bald. Also es kommt ja nicht so darauf an, weil es kommt ja sowieso, Jesus kommt bald, das müssen wir auch uns nicht so kümmern. Ja, also auch eine gewisse Abgrenzung untereinander sogar. Also wer lebt das heiligere Leben, auch wenn es nicht so angesprochen wird, ist es schon, dass es verschiedene Leute gibt, zu denen schaut man auf. Es gibt schon diesen angestrebten Weg und man kann sich eben dafür entscheiden. Das ist jetzt alles nie Sprache, das ist so unterschwellig, Aber man entscheidet sich so dafür, gehe ich den guten Weg und habe Ansehen und kletter dann natürlich auch die Hierarchieleiter hoch und was auch immer, was natürlich gut bewertet wird oder entspreche ich eben nicht der Norm und so. Habt dann eben die Folgen, die da mitkommen. So, das ist jetzt niemals oder war damals noch nicht Ausgrenzung oder was auch immer. Aber das ist schon das unterschwellige Ding, was natürlich gerade junge Leute dann eben verleitet dazu, auch eigene Prinzipien vielleicht nicht über Bord zu werfen, aber in Hintergrund zu rücken. Es macht aber total Sinn. Es ist ja allgemein Gruppen. Ich sage immer, Freikirchen sind ja nicht anders als andere Systeme. Also diese Gruppenkonstellationen oder Regeln, Normen, die man sich da in einer Gruppe findet, die sind ja überall zu finden. Das ist ja nicht etwas, was es nur bei Freikirchen gibt. Bei mir war es immer so, ich hatte immer so ein bisschen den Eindruck, eben auch unterschwellig, aber halt eben, das ist die Rebellin, die hat schon früh mal Sex gehabt und geknutscht und die hat auch Drogen genommen. Und jetzt ist sie aber wieder zurück zum Herrn. Halleluja, dass du quasi so eine sonderbare Rolle einnimmst, wo man sich dann jetzt der Sünder, der geheiligte Sünder, hast du das auch erlebt? Ich würde fast sagen, je krasser die Story war, desto krasser war dein Potenzial, dann mache ich Gottes so. Also je mehr du erlebt hast, je mehr Scheiße du erlebt hast, in Anführungszeichen, je schiefer du von der Bahn abgekommen bist und vom engen Pfad, desto schöner und desto krasser ist natürlich dann das Geheiltsein, das neue Leben und so weiter. Ja, also wo ich auch sage, mein neues Leben ist nicht anders. Also ich habe jetzt einfach, ich habe eine Gemeinschaft gefunden, wo ich mein Glauben leben kann. Das war für mich sehr bereichernd, aber ich glaube, Ich bin kein neuer Mensch, ich bin der gleiche. Ich habe vielleicht jetzt an mancher Stelle noch einen Kompass, wo ich mich vielleicht im Stillen und Geheimen gegen manche egoistischen Gedanken und für die anderen entscheide und sowas. Und das finde ich gut. Deswegen sage ich nach wie vor, auch jetzt nach dem ganzen Bruch, der passiert, dass ich halt an dem Glauben fest, weil das nach wie vor was ist, was mir eine Moralrichtung gibt, die schöner ist, die natürlich auch aus mir selber rauskommen könnte. Aber ich glaube, die mir gerade in herausfordernden Zeiten hilft zu sagen, ja, auch wenn es jetzt gerade einfacher wäre, auf mich zu schauen, will ich trotzdem auf andere mitschauen. Und ja, ich habe trotzdem gemerkt, dass gerade auch dort eine Story, wo man schon in der Kindheit viel irgendwie Clash mit der Familie erlebt hat, wo hier und da dann in Freundschaften was schiefgelaufen ist oder man Probleme mit Zocken oder dann mit Drogen und was auch immer. Also Probleme ist jetzt auch hochgegriffen, da gibt es ganz andere Geschichten so. Aber man hat das auch versucht dann fast so, das ist irgendwie deine Identität geworden, dass das deine krasse Geschichte ist und du jetzt gerettet bist. Ja, und die anderen sind dann fast ein bisschen eifersüchtig. Ich war halt immer brav. Ich habe mal Smirnoff getrunken, wow. Der Bibelraucher kommt mir da immer in den Sinn. Es gibt auch diese Geschichte von diesem Typen, der im Gefängnis war und der wollte rauchen und dann hat er als Paper die Bibel aufgerollt und geraucht. Und dadurch ist er dann zum Glauben gekommen. Das ist natürlich eine Wahnsinnsgeschichte, wenn so einer sich dann bekehrt. Aber ich fand, es setzte mich auch immer ein bisschen unter Druck. Lasse, du hast jetzt gesagt, da gab es den Bruch. Ich nehme jetzt mal an, du warst da einige Jahre dabei, das hat relativ gut funktioniert, es hat dir Halt gegeben, aber dann kam so ein Bruch. Was kann ich mir darunter vorstellen? Was ist da passiert? Also ohne jetzt zu tief reinzusteigen, weil das schon ein Thema ist, da könnte ich, glaube ich, alleine drei Stunden drüber zu reden. Und ich versuche da auch, also ich glaube, in meinem Friedensfindeprozess ist, glaube ich, auch Empathie ein großes Ding, zu versuchen zu verstehen, warum sind die Dinge so gekommen, wo kann ich versuchen, das Gute in dem Gegenüber zu sehen, weil ich trotzdem davon ausgehe, dass die Menschen, auch wenn das Schaden angerichtet hat, das nicht böse meinen, dass das nicht böse Menschen sind. Die lieben Menschen, das weiß ich, ich kenne die, das sind ja teilweise noch meine Freunde. Ich glaube, was für mich immer cool war, ich habe über die Jahre immer wieder überlegt, ist das meine Kirche? Will ich mich hier rein investieren? Fühle ich mich hier zu Hause? Ich habe gemerkt, alleine von der Community fühle ich mich immer zu Hause. Das ist was, wo Freikirchen, glaube ich, auch sehr stark sind. Und von den Inhalten habe ich gemerkt, ich habe immer wieder auch Dinge angesprochen, wenn hier und da mal ein Ding kam, da gab es irgendwie im ICF München da diese Predigt mit den Konversionstherapien, ich weiß nicht, ob du dich daran erinnerst, dann war das natürlich auch Gespräch, dann gab es hier und da den Podcast Evangelical und Toxic Church und so und man hat natürlich immer geguckt, wo stehen wir, hier von links und rechts kamen Vorwürfe auch, ist das eine Sekte und was auch immer und man guckt natürlich, ist das hier safe, was wir machen, gerade wenn ich mich auch selber mit einbringe und so. Und bin wirklich mehrfach diese Schritte da durchgegangen, auch wo stehen wir bei den Punkten zu, sind wir eine Sekte und sowas alles. Und ich glaube, der große Punkt, und das ist jetzt vielleicht auch im Nachhinein ein bisschen privilegiert zu sagen, war, ich habe immer gemerkt, ich kann mit meiner anderen Meinung zu verschiedenen Themen am Tisch sitzen. Und ich glaube, das ist was, wo ich sage, das ist eigentlich für mich ein Wunschgedanke, den ich nicht in vielen Gemeinden so, ich war jetzt auch noch nicht in vielen, Aber was ich eher so immer von Kirchen gehört habe, dass es da eine starre Meinung gibt. Und wer durchs Raster fällt, der ist halt raus. Oder passt sich an. Das fand ich was, was über die sieben Jahre immer für mich wieder dazu geführt hat, dass ich gesagt habe, doch, das ist meine Kirche, weil verschiedenste Meinungen am Tisch sitzen können und verschiedenste Meinungen ausgehalten werden. Und nicht nur, ja, du darfst Teil sein, sondern du darfst auch aktiv mitbauen. Also ich hatte mehrfach die Gespräche. Es gibt zum Beispiel diese Leitervoraussetzungen, mit denen habe ich mich immer gestoßen. Das heißt, wir reden jetzt vielleicht nicht mehr auf der Kanzel schlecht über Leute, aber am Ende ist das meiner Meinung nach immer noch Diskriminierung, jemanden anders zu behandeln. Du darfst nicht mitleiten, du darfst nicht mitarbeiten. Erklärst du das kurz? Wir haben ja gerade angesprochen, die Mitarbeitenteams und die Leiterschaft, das sind die Sachen, die notwendig sind für Freikirchen, die auf einem hohen professionellen Level arbeiten. Da sind... Auch eine Menge Leute angestellt, viel mehr als in den Kirchen, die man vielleicht so kennt, aber hauptsächlich auch ehrenamtliche Mitarbeit. Und das ist ein bisschen, glaube ich, auch das, auch mit diesem richtigen Leben, was man eben anstrebt. Das, was gerne gesehen wird, ist ein Investment, ist eine Mitarbeit und die eigentlich auch auf eine Leiterschaft hinausläuft. Das heißt, du übernimmst Verantwortung für den Bereich, was weiß ich, für mich war es der Kreativbereich dann. Das hat sehr viel Gutes. Du lernst sehr viel über dich selber, natürlich auch so Teamfähigkeiten und sowas. Rein praktisch ist das unfassbar cool. Da gab es aber ganz klare Sachen. Also bevor man in eine Leiterhaft gekommen ist, hat man eben dieses Paper gehabt, wo drauf stand, das geht und das geht nicht. Kannst du ein Beispiel machen. Da standen Sachen drauf, wie man ist bei den Events und bei den Veranstaltungen ist man da pünktlich auch und meldet sich zurück. Bei einem Thema, wo ich schon dachte, ja, das ist mir schon ein bisschen unangenehm, wenn ich jetzt an andere denke, ist, man bringt sich auch finanziell mit ein. Ich fand es aber immer ein bisschen komisch, dass das so auch mit drinne stand. Und wo ich aber immer ein Problem mit hatte oder wo ich auch offen gesagt habe, das sehe ich halt anders, es da eben auch um Sexualmoral ging. Also kein Sex vor der Ehe, nicht zusammenwohnen mit dem Partner oder der Partnerin und natürlich eben auch eine Abweichung von der normalen, in Anführungszeichen. Hetero-sexueller Orientierung. Also als Homosexueller oder auch Transgender oder so war eben die Leiterschaft nicht möglich. Die Mitarbeit war möglich, aber auch dort nur in bestimmten Bereichen. Also Kids und Jugend war zum Beispiel nicht Ding, zum Beispiel nicht und alles, was auf der Bühne stattfindet. Ja, und das waren so Sachen, wo ich gedacht habe, da bin ich dagegen, so. Aber ich war auch nicht der Einzige, der dagegen war. Wir hatten mehrere Leute, die da die ähnliche Meinung vertreten hatten. Wir waren mit verschiedensten queeren Leuten aus unserer Kirche zusammen beim CSDE auf Demos und sowas. Das ist auch was, wo ich mich gerade daran erinnere, was lange nicht mehr passiert ist. Also was irgendwann dann immer weniger geworden ist. Genau. Und zurück zum Bruch. Also das hast du gemerkt, da kommst du irgendwie plötzlich so langsam, aber sicher an deine Grenzen. Oder noch mehr? Ja, also ich glaube, bei diesen Themen waren es für mich, dass ich eben gesagt habe, ich wünsche mir was Inklusives, mein Jesus ist inklusiv und ich mich auch schwer getan habe, irgendwie das ganze Sünde zu nennen und ich mich dann einfach vielleicht gar nicht positioniert habe. Und ja, was zum Beispiel Denken über Hölle, das habe ich auch mit der Mutter mich mitgetrunken, aber für mich war klar, ja, Jesus ist für unsere Sünden gestorben. Das heißt, die sind doch vergeben. Selbst wenn es Sünde sei, dann ist doch cool. Ich habe mich damit nicht angefreundet, gerade weil ich auch Freunde, Freundinnen habe, die eben genau so eine Orientierung haben sexuell und ich da merke, keine Ahnung, die Früchte des Geistes oder so, wenn ich es jetzt biblisch ausdrücke. Ich habe daran nichts gemerkt, was nicht liebevoll sein soll. Ganz im Gegenteil, ich habe eine größere Freiheit manchmal gemerkt, bei diesen Menschen, sie selbst zu sein, die ich mir manchmal bei anderen Leuten, die da so immer mit dem Finger zeigen, wünschen würde. Ja und jetzt gerade in letzter Zeit also es gab eine Veränderung die spürbar war, es sind einige Leute eben aus dem Stuff gegangen und ich weiß nicht, unter den Leuten, die da eben die gleiche Meinung vertreten hatte, wo wir immer ein bisschen die Fahne hochgehalten haben, wurde ich dann betitelt als der letzte Rebell wo ich auch so dachte, hä, das ist doch hier kein Gegeneinander, wir ziehen doch alle an einem Strang also bis dahin war das glaube ich für mich noch nicht so klar, was auch jetzt diese Veränderung bedeutet. Und ja, dann hat sich eben da gegeben, dass da doch schon immer mehr in Meetings, aber auch dann letztendlich auch in die Predigten eben diese Themen mit reingeordnet haben, wo ich vorher gesagt habe, ja, da war ich dagegen, aber ich konnte zumindest sagen, an dem Punkt, wo diese Gespräche stattführen, sitzt man sich eins zu eins gegenüber und hat eine Beziehung und kann darüber reden und spätestens da müsste doch diese Menschlichkeit durchsetzen, dass man eben sagt, man kann jetzt nicht irgendwie da. Jemanden verletzt aus einem Gespräch rauslassen, aber als dann die Dinge eben auch in der Predigt von der Bühne gesagt wurden und ich erinnere mich an eine Situation, wo eine Person, dann eben eine queere Person heulend aus unserem Gottesdienst rausgerannt ist. Und das war für mich so ein einschlagendes Erlebnis, weil ich gesehen habe, wie keiner reagiert. Und ich dann von meinem Arbeitsplatz aufgestanden bin und hinterhergerannt bin und mich entschuldigt habe und dachte, also ich war richtig verwirrt innerlich, tat das weh, zu sehen, dass das gerade hier passiert ist. Ohne Vorwarnung. Wir wussten nicht, dass das Thema wird, obwohl ich nah dran war, wusste ich nicht, dass das jetzt auf einmal Thema wird, sondern es wurde im Namen von allen dann auf einmal so gesprochen und das hat verletzt und das war der Punkt, wo ich dachte, okay. Jetzt sind wir hier nicht mehr nur, dass wir die Tür aufmachen dafür, dass eben Verletzung passieren kann. Wir haben gerade aktiv selber verletzt. Die Reaktion darauf, als ich das angesprochen habe, hat mich noch mehr schockiert. Und dann war, glaube ich, wieder der Punkt gekommen, dass ich dachte, okay, diese Richtung kann ich nicht mitgehen. Und ich halte sie sogar für so gefährlich, weil eben viele Leute aus der Kirche auch, die eben nicht nah dran waren, die haben nur die Predigt gehört und waren verwirrt und haben gedacht, boah, das hat in mir auch dieses gleiche Gefühl ausgelöst, sodass ich für mich entschieden habe, dann werde ich das Ganze laut machen. Das ist vielleicht meine innere rebellische Art, die mir auch ein bisschen Ärger dann eingehandelt hat, wodurch es dann nicht nur bei den theologischen Themen geblieben ist, sondern auch eben persönlich geworden ist und schmerzhaft und so weiter. Aber ich trotzdem sage, das war für mich wichtig an dem Punkt, wo ich so viel auch mit aufgebaut habe und dafür gesorgt habe, dass Leute eben hier auch andocken und da irgendwie so ein bisschen aufzuklären, in Anführungszeichen. Ja. Hey Leute, eine kurze Unterbrechung in eigener Sache. Uns ist wichtig, dass alle unsere Inhalte frei zugänglich sind und dafür brauchen wir euch. Ab einem Euro könnt ihr uns dabei helfen, regelmäßig Folgen zu veröffentlichen. Mehr Infos dazu findet ihr in den Shownotes und unter www.schönerglauben.jetzt. Vielen Dank für euren Support und jetzt weiterhin viel Spaß mit der Folge. Also ich habe das ähnlich beobachtet, so von meinem Eindruck her, irgendwie ab Corona hat sich das intensiviert. Die Meinung eben zum Beispiel zu Sexualität, zu Leidenschaft, das war auch vorher so. Da hat sich nicht viel geändert. Aber was sich geändert hat in den letzten Jahren, meiner Meinung nach, ist vielleicht die Ausprägung oder eben auch das Öffentlichermachen, die Rhetorik, also wie man darüber spricht, teilweise sehr hart. Und ich frage mich schon, hat es auch damit zu tun, dass sich grössere und einflussreichere Menschen in diesem freikirchlichen Setting eben mehr getrauen? Also Leo Bigger hat ja in dieser Zeit eine nach dem anderen rausgehauen, auch eben ICF München. Da kam plötzlich da Zeug, wo man gedacht hat, naja, früher war das irgendwie so happy-clappy, bisschen Party-Gottesdienst und jetzt auf einmal sind das politische Statements. Das hat zugenommen. Hast du das auch so erlebt? Ja, ich hatte das Gefühl, dass der Change schon ist von am Ende was Erbauendes zu immer mehr, das ist der Fakt und da muss was passieren. Und auch immer mehr dieses Abwerten oder Negativdarstellen der Welt und alles, was weltlich passiert. Und ich glaube, bei vielen Sachen können wir uns da auch die Hand drauf geben. Also die Welt ist verrückt, da passieren einfach crazy Sachen. Corona und was im Klima abgeht und alle möglichen neuen internationalen Sachen. Kriege, Unrecht in Gaza und alles mögliche. Das sind natürlich Themen, die komplett überfordern, wenn man versucht, alles zu checken. Ich glaube, was ich mir gewünscht hätte, wäre da... Gerade da mehr einen Fokus auf einen Frieden und auf einen, was können wir denn tun, um eben aktiv zu werden, statt, weiß nicht, die Endzeitrhetorik hat meiner Meinung nach auch zugenommen, alle möglichen Leute sehen seit so Corona-Zeichen in allem möglichen, die Chips und das Mahl des Tieres und was auch immer, wo ich auch sage, ja, das ist jetzt keine Theologie, die mich voll erbaut, sondern das fühlt sich immer schwerer an. Ja, ich vermute, es wird damit einhergehen. Also für mich ging das auch mit Corona los, wo ich das erste Mal gemerkt habe, boah, hier haben wir rein praktisch unterschiedliche Ansätze von Sachen. Also wo ich dachte, es ist unfassbar wichtig, im Rahmen der Nächstenliebe und auch meinen Mitmenschen da eben den Schutz zu gewähren. Nicht alle haben so ein gutes Immunsystem wie ich. Da muss ich doch dran denken. Und da aber schon die ersten Leute auf die Barrikaden gegangen sind und gesagt haben, jetzt wollt ihr unsere Religionsfreiheit und Versammlungsfreiheit einschränken. Und ich so dachte, boah, ich weiß nicht, ob das da drüber steht für mich. Und ja, mit dem ganzen Auskonflikt kam das Nächste, wo eben eine sehr, sehr klare Positionierung zu Israel war und gefühlt ausgeblendet wurde, was dort auch an Leid passiert und was da eben auch für den Regime dahinter steht und wie die Härte der ganzen Sachen einzuordnen sind und man da scheinbar komplett blind für ist, weil es ist ja das Volk Gottes und da müssen wir dahinter stehen. Ich habe mir oft irgendwie eine differenziertere Haltung gewünscht zu manchen Sachen oder eine Benennung von Unrecht auf beiden Seiten vielleicht, wie auch immer. Das waren so die Themen, wo ich dann gemerkt habe, boah ja, es nimmt irgendwie immer mehr zu, dass... Man nicht mehr eine Offenheit hat, einen Diskurs zu führen, sondern immer mehr, das ist die Antwort auf das Problem. Und ja, das hat sich aber alles irgendwie sehr viel einengender gefühlt, gerade als jetzt jemand, der vielleicht irgendwie bei den Themen auf der anderen Seite oft stand. Also ich finde es halt eben deswegen, ich habe das am Einstieg so ein bisschen lapidar gesagt, Verjüngungskur und so. Und wir, die alten Dekonstruktionshasen. Aber das ist ja, deine Kirche war ja eine sehr durchschnittlich junge Kirche eigentlich. Und die Mechanismen oder die Probleme oder die Fragestellungen, die sind ja eigentlich eins zu eins die gleichen wie bei mir damals oder bei anderen, die noch älter sind. Kein Altersshaming hier. Aber ja, es hört ja nicht auf. Also diese Thematiken, die kommen zurück. und im Vorgespräch, bevor wir aufgenommen haben, hast du gesagt, ich finde es so gut, vielleicht kannst du es nochmal zurückholen, dass wenn die Welt so schwierig wird mit diesen Konflikten und Krisen, dass man sich immer mehr nach diesen einfachen Antworten sehnt. Wie hast du das gesagt? Das ist so gut gesagt. Ähm, Also mit allem, was abgeht, mit allen möglichen Konflikten und Entwicklungen und einer sehr komplexen Welt, ist es überfordernd. Auch gerade für junge Leute. Ich glaube, da ist der Punkt, wo ich Gefahr sehe, auch im Anschluss an junge Leute, dass man in der Überfordertheit sich eben einfachen Lösungsansätzen öffnet. Das Schwierige ist, das ist das Gleiche wie zum Beispiel Rechte Lager wie AfD und so auch agieren. Daher kommen wahrscheinlich auch diese Schnittmengen nicht nur aus Menschen und Weltbild, der Mensch ist böse und braucht Struktur und was auch immer, sondern gerade eben auch aus der Rhetorik und aus dem Narrativ, was eben nach einfachen Antworten sucht und was natürlich anschlussfähiger ist. Und am Ende das, was die uns vielleicht von Vorteil haben, inklusiver, weil oft die Wissensdebatte so hoch angelegt ist und auch eine gewisse Barriere eben aufbaut für verschiedene Menschengruppen. Man versteht es nicht. Was sagen die eigentlich? Gerade das ist ein Punkt, wo ich denke, da müssen wir so viel besser werden noch, dass wir auch diese Thematiken wissen, muss doch auch möglich sein, ohne Barriere, ohne Akademiker zu sein oder was auch immer. Aber ich glaube, das ist wirklich ein Punkt, die Komplexheit der Welt, die gekommen ist, macht natürlich Raum und dann finden einfache Antworten einen hohen Anklang. Weil man denkt, okay, ich habe es verstanden, ich kann das alles, was mich überfordert, einordnen. Das ist ja genau dieses Schema X, das du bei dir selbst angewendet hast. Also du bist aus diesem bisschen schwierigen Zeitding gekommen, eben keine Ahnung, Depression, was auch immer, Beziehungen und so. Und hast ja dann eben gemerkt, hey, die Vorbilder, die schaffen das, die haben da Antworten und ja, es ergibt wirklich Sinn, also eben diese, vielleicht eine Drogen nehmen oder so, ja, das ist wirklich gut für mein Leben. Und ich glaube, das ist ja doch auch eine Schwierigkeit, die Vorbilder zu haben. Weil das ist doch wichtig. Also ich habe das jetzt noch. Ich habe jetzt noch Menschen, auf die ich wirklich aufblicke und ich sage, hey, wenn ich mal das erreiche, was die erreicht haben, wenn ich so integer werde wie die oder so gelassen, vielleicht auch gegenüber der Welt, das wäre doch mega. Und ich glaube, als junger Mensch noch viel mehr. Und wenn du dann coole Leute hast, mit cooler Musik, die Sprache ist ja auch sehr zugänglich, es ist einfach, es ist nicht schwierig, man versteht es. Und dann kommt noch dazu, das finde ich eben auch das perfide, du hast Design angesprochen, der Webauftritt, die Reels auf Instagram, YouTube, TikTok, was auch immer, das ist alles mega gut. Also diese Freikirchen, die punkten echt damit. Wenn ich die Baptisten anschaue oder ich bin ja Methodistin. Naja, wir können einpacken. Das ist echt schrecklich, was wir da. Ja, also in der Produktion machen die allen was vor, das muss man sagen. Und das macht es natürlich ansprechend, gerade für ein junges Publikum. Das hat es auch für mich ansprechend gemacht. Ich konnte während meines Studiums mit einem High-End-Setup alles ausprobieren und alles trainieren und so. Und das sind nach wie vor Sachen, das werde ich jetzt nicht alles schlechtreden, nur weil Dinge passiert sind. Das finde ich gut. Ich finde das richtig cool. Ich wünsche mir eher, dass wir alle anderen Strömungen davon sich eine Scheibe abschneiden und dass wir gucken, wie können wir denn darin auch versuchen, das Gute zu sehen in der freiwilligen ehrenamtlichen Mitarbeit. Das ist was, was jedem was bringt, sich ehrenamtlich in eine gute Sache zu investieren. Aber lass uns auch die Lehren draus ziehen, die wir eben aus etlichen möglichen Sachen hören. Wo ist die Grenze davon? Also wo ist das über ein gewisses Maß? Wo ist es nicht mehr freiwillig? Und wo weiter? Also mein Traum wäre, dass es da irgendwie eine Mitte gibt. Und ich weiß nicht, ob man immer automatisch abrütscht oder was auch immer, aber das ist jetzt wie ein anderes Thema. Ja, das ist spannend. Also voll, voll. Ich frage mich auch, ich bin eben auch sehr aktivistisch als Mensch und ich habe den Drang zu erschaffen irgendwie. Und ich merke zum Beispiel jetzt in dieser ganzen AfD-Debatte, es gibt jetzt diese Prüfdemos, wo es darum geht, zu prüfen, ob alle Regierungsparteien, jetzt mal die AfD, ob das wirklich rechtsextrem ist und man die verbieten sollte. Und das Ding ist aber, die meisten Menschen, die sich vielleicht in der Mitte der Gesellschaft oder links einstufen, die haben ein Leben. Die mögen gern ausschlafen, ein bisschen brunchen, die mögen irgendwie Netflix schauen und so. Aber wenn du natürlich in einem geschlossenen System bist, sei es Freikirche, sei es irgendwie rechtsextreme Partei, dein Ziel ist es ja, diese Welt zu retten. Du hast kein anderes Ziel. Deswegen haben sie so viel Zeit dafür, deswegen gehen sie an jede Demo, deswegen stehen sie während Corona jeden Tag vor dem Regierungsgebäude, keine Ahnung. Und das hinzukriegen als liberale, demokratische, progressive Christmenschen oder einfach nur Menschen, das scheint mir schon sehr schwer, weil wir haben einfach keinen Bock, uns damit zu beschäftigen. Ja, das ist glaube ich eine Abhellebene, die man da erreichen muss. Also das gleichzeitig Schöne, aber auch Schwierige am Liberalen ist, man hat die Wahl und das dauert Zeit. Prozesse dauern mehr Zeit. Alles, was mit Zwang und mit Druck ist, das geht schnell. Das sind schnelle Ergebnisse, aber ungesunde. Und das liberale, freie, das ist, Der Horizont ist da. Du kannst dir aussuchen, wer du sein willst. Du musst nicht irgendeinem bestimmten Schema X widersprechen. Wir wollen nicht, dass alle Menschen die gleichen sind, sondern es ist gut, dass wir unterschiedlich geschaffen sind. Aber trotzdem auch, das ist eben das Weltbild, was dahinter steckt, dass eben aus der Freiheit raus was Gesundes entsteht. Und ich würde sagen, das trage ich irgendwie in mir, weil ich glaube, ich seit Kind dieses Gute kenne, weshalb ich da immer noch festhalten will dran, dass ich glaube, das ist der bessere Weg. Also der bessere Weg ist der, der länger dauert, der aber liebevoller und offener ist und wo man aus einer Freiheit raus für sich entscheidet, mir geht es gut, ich habe das erlebt, ich möchte das auch für andere. Und es gibt einen Gott, der mich liebt, wenn man es jetzt auf das Theologische, Christliche übertragen will, es gibt einen Gott, der mich liebt, der hat für mich alle Schuld bezahlt und der liebt mich so, wie ich bin, der hat mich geschaffen, in meiner Einzigartigkeit, mit meinen Fähigkeiten, ob das jetzt Design ist oder ob es Musik ist, ist egal, ich muss nicht in eine Struktur passen. Ich glaube, das ist eben was, was mehr Zeit braucht, aber was Menschen spüren müssen. Deswegen gehen vielleicht viele Leute diesen Schritt, dass erstmal das eine attraktiver ist und man sich dort verliert, bis man an diesen Crashpunkt kommt, wo man eben merkt, okay, ich halte diese kognitive Dissonanz nicht mehr aus. Ich kann nicht sagen, Gott ist für mich gut, wenn er nicht für alle gut ist. Oder auch im politischen Spektrum. Ich kann nicht sagen, mir geht es gut, wenn es nicht allen gut geht. Ja, und eben trotzdem dieses Ehrenamtliche, was ich schon, also ich erlebe das in meinem Freundeskreis zum Beispiel, da kann ich ganz klar sagen, wer ist christlich aufgewachsen und wer nicht. Die Menschen, die christlich aufgewachsen sind, die sind durchs Band engagierter. Für die Umwelt, für die Politik, sei es auch immer, weil wir damit wie aufgewachsen sind. Vielleicht ist nur meine Erfahrung, das ist jetzt völlig ohne wissenschaftliche Evidenz oder so, aber... Wie bringen wir es dazu, dass wir das auch nach diesem Ich-muss-mitarbeiten, weil da eben Himmelskonto und so, wie bringen wir es dahin, dass wir eben auch in einer progressiven Christenheit uns einsetzen, in diesem ähnlichen Rahmen, wie wir das vorher gemacht haben. Weil wir könnten Berge versetzen. Also es ist ja wirklich krass, was da möglich ist. Aber ich habe wirklich manchmal das Gefühl, in der progressiven Bubble. Da geht nie das Gleiche ab wie auf der anderen Seite. Was hast du das Gefühl? Siehst du das ähnlich? Das ist aber auch was, was mir jetzt erst aufgefallen ist. Also ich bin davon die ganze Zeit aufgegangen. Wir sind zumindest liberal, wir sind offen in jeder Richtung. Und das habe ich schon als fortschrittlich empfunden gegenüber anderen Kirchen oder dem, was so das Narrativ ist, dass tatsächlich da nochmal ein großer Unterschied ist zum Progressiven. Das merke ich halt jetzt erst, wo ich sehr viel mehr Leute kennenlerne und wir auch jetzt so eine kleine Community in Leipzig gegründet haben und ich merke, da passiert was und so. Es fühlt sich besser an irgendwie, es fühlt sich freier an. Ich weiß nicht, ich will da nicht anderen Leuten ihre Realität absprechen, aber ich glaube fast in enger Rahmen, wenn Leute da auch sagen für sich, ich brauche das. Das kommt manchmal vielleicht eher aus einem Ding raus von, man hat es noch nicht anders erlebt. Ich weiß nicht, ich will da jetzt nicht irgendwie über Grenzen gehen und Leuten irgendwas absprechen. Das kann jeder machen, wie er möchte. Aber ich komme am Ende weiter, weil es mir gut geht in dem, was ich mache und weil es nicht aus Druck, sondern aus Freiheit raus ist. Es sind halt immer diese zwei Modelle, das eine geht schnell, das andere dauert Zeit. Und ich glaube, das ist eben genau das Ding, was man vielleicht, wie ich es mir einordnen könnte, was man merkt. Man sieht immer schnelle Ergebnisse, man sieht große Ergebnisse, schnelle Ergebnisse auf der einen Seite und das andere, wenn ich voraussetze, dass jeder Mensch in seiner Würde seine Entscheidung treffen darf und sage, es ist mir nicht mehr wichtig, ob jemand für sich sagt, ich bin Christ oder nicht, sondern dass es ihm gut geht. Das ist mein erstes Ziel und nicht ihn zu missionieren, ihn zu bekehren oder so, sondern Gutes zu tun. Das ist eine ganz andere Herzenshaltung auch, die dahinter steckt. Wenn die Liebe keine Agenda hat, sage ich jetzt mal. Und ich glaube, das ist ein bisschen die Sache, auch jetzt ohne Evidenz, sondern einfach nur das, was ich wahrnehme, das eine dauert mehr Zeit. Und deswegen sieht man nicht so viele Ergebnisse. Und ich glaube aber, das Potenzial ist da. Aber es ist halt eine andere Ebene, die man anspricht. Und man kann mit Druck, und das sieht man überall in allen möglichen Systemen, mit Druck kommt man schneller weiter. Aber halt so, dass Menschen drunter leiden. Also du machst mir jetzt eigentlich Hoffnung. Das ist gut. Manchmal verzweifle ich ein bisschen. Vielleicht auch, weil ich so immer dran bin und immer was machen muss. Das ist ja diese Martha und Maria Geschichte aus der Bibel. Ich bin das Negativbeispiel. Und trotzdem finde ich es wichtig, dass wir, wir haben vorhin auch gesprochen über Aktivismus, christlichen Aktivismus. Und Aktivismus meine ich nicht in diesem Sinne von, ich habe jetzt in der Bio irgendwie eine Transflag oder so, sondern ich muss nicht jeden Tag an eine Demo gehen, aber ich setze mich ein für das Gute, ich bin aktiv. Oder zumindest schweige nicht, wenn ich Ungerechtigkeit ausgesetzt bin. Ja, genau. Und ich tue auch was. Also ich sitze nicht nur da und überlege mir, sondern ich tue auch was. Wie gelingt das? Das ist die große Frage, finde ich. Gerade jetzt mit eben Deutschland. Meine lieben Deutschen, ihr macht mir Bauchschmerzen mit dieser ganzen AfD-Scheiße. Ja, mir auch. Also ich stehe nach wie vor dazu, dass Liebe die Welt gewinnen wird. Also das dauert, aber das merken Leute und deswegen ist es wichtig, diese Gespräche zu führen. Gerade deswegen halte ich mich zurück bei allem, was ich alles erzählen könnte, was schiefgelaufen ist, wo ich da einzelne Leute an Pranger stellen könnte. Das ist nicht mein Ziel. mein Ziel ist nach wie vor, auch bei denen an das Gute, die zumindest die Tür nicht zu verschließen, dass das Gute in denen drin ist und das weiß ich nicht, dass das Liebe, die tatsächlich bedingungslos ist und die für Menschen ist, dass das das Stärkste ist. Also ich fand zum Beispiel, muss ich jetzt gerade an Bad Bunny denken, wo so viel auch von christlicher Seite so viel da Hass passiert ist und schlechtes Reden und sowas alles und er aber einfach sagt, ich gehe diesen Weg und ich schreibe da oben groß dran, eine Sache, die größer als Hass ist, ist Liebe und das ist es am Ende. Hass ist vielleicht die zweitstärkste Sache auf der Welt und Liebe ist aber die stärkste. Liebe muss man aber spüren, eine schlechte Sache braucht zehn gute Sachen oder so. Oder die schlechten Erinnerungen behält man sich eher. Ich glaube, das ist genau das Ding eben, wodurch sowas einen Nährboden findet. Es braucht einfach sehr, sehr viel mehr Gutes. Schaffe ich es natürlich mit dem gewissen nötigen Selbstheilungsprozess dabei auch, aber schaffe ich es auch wieder, meinen Blick und mein Herz dafür zu öffnen, dass ich trotzdem beim Nächsten wieder ans Gute glaube. Für mich ist es zum Beispiel, der Annahmepart ist, dass in den ganzen Jahren zwischen, als ich 14 war und jetzt, meine Eltern haben sich nie von mir distanziert. Auch wenn ich weit weg war von dem, was sie sich für mich gewünscht hätten. Ich hatte immer eine offene Tür. Ich hatte immer Eltern, die mich geliebt haben, bedingungslos. Das ist was, was ich erleben durfte und was für mich was mitgenommen hat, wo ich dachte, das hat mich gerettet auf ein Stück weit, weil ich wusste, ich kann kommen, wie ich bin und auch wenn ich nicht perfekt bin und ich werde nie perfekt sein, ich bin auch jetzt nicht perfekt und ich glaube, das ist was, was auch bei mir Jahre gedauert hat, was Zeit gedauert hat und was normal ist, dass das dauert. Und deswegen ist es, glaube ich, gut, wenn man sich da gegenseitig immer Mut macht, weil das ist was, was schnell ernüchternd ist. Wenn man sieht, wie anschlussfähig Hassreden sind, wie einfache Antworten gehen, solange die für einen selber passen oder was auch immer. Ja, vor allem, weil das ja teilweise dann auch in Liebe gesprochen wird. Also das höre ich und sehe ich ganz oft auch online. Das ist ja nicht Hass, das ist Liebe. Ich sage dir, dass ich ermahne dich in Liebe. Aber ich finde das, was du jetzt gerade gesagt hast, dass die Liebe etwas anderes auslöst im Herzen, sei es in dir selbst oder in deinen Mitmenschen. Das ist doch eigentlich das Kriterium. Also auch wenn ich denke, dass ich dir jetzt in Liebe etwas sage, wenn es dich verletzt, dann ist es nicht wirklich Liebe. Ich habe so viele Gedanken und ich glaube, wir könnten jetzt auch noch eine Stunde oder so weitersprechen. Es ist ein gutes Zeichen. Ich glaube, was ich noch so vielleicht von meiner Seite her sagen möchte, und dann öffne ich gerne nochmal den Raum für dich. Was ich wirklich schön finde, bei mir selbst zu erleben, wie ich durch diese methodistische Perspektive, in der methodistischen Perspektive ist es so, dass wir glauben, dass Gottes Ja bei jedem Leben am Anfang des Lebens gilt. Das Ja des Lebens holt dich hinein in dieses Leben. Und weil Gott Ja sagt und dir vorausläuft, wir nennen das die vorauslaufende Gnade, kannst du gar nicht daraus fallen. Du bist da drin. Punkt, Aus, Ende. Und das hat mich so erleichtert und so gelassen auch gemacht, eben gegenüber diesem Druck von ich muss andere jetzt bekehren oder über zeugen, sondern ich darf gelassen sein. Gott liebt die Menschen. Das ist einfach eine Tatsache. Und was danach kommt, das weiß ich nicht, aber das muss ich nicht wissen. Und ja, also ich finde es wirklich gut und, Weiß nicht, vielleicht hast du noch irgendwie was auf dem Herzen, eine Frage, eine Anmerkung, was, was du noch nicht gesagt hast, was noch unbedingt gesagt werden muss. Also ich finde erstmal, die Perspektive, die hört sich unfassbar schön an. Also ich glaube, das ist was, wo ich ganz gerne Glaubensrichtungen dran messe. Auch wenn das jetzt ein biblischer Vers ist mit den Früchten, die ich vorhin angesprochen habe, zu gucken, was bringt das praktisch. Und was bringt dir dein Glauben praktisch, was bringt es der Welt. Und da als Maßstab so dieses höchste Gebot der Liebe habe ich für mich so. Und ich glaube, das ist eben auch das, wonach so liberal progressive Theologie eben ausgerichtet ist. Liebe dein Gott, liebe deinen Nächsten, liebe dich selbst. Diese drei Kriterien zu haben und auch zu gucken, das immer mal zu messen. Also was bringt mir meine Theologie gerade? Liebe ich mich damit oder hasse ich mich damit oder muss ich entweder gucken, dass ich mich verstelle oder ich passe nicht. Da irgendwie einfach mal zu überlegen, wo führt mich meine Theologie hin, aber auch das Aktive nach außen. Also baue ich meine Theologie um mich selber drumherum und zur Selbstoptimierung oder ist es was, was wirklich diesen Schritt ermöglicht, dass ich was erlebt habe, dass in mir eine Freiheit ist zum Beispiel und ich das gerne in die Welt tragen möchte. An all die Punkte, wo Menschen, Tiere, Umwelt, was auch immer, nicht frei sind. Freiheit ist so dieses große Thema, was, glaube ich, über allem steht bei mir. Und deswegen liebe ich auch Jesus so sehr, weil der so ein großer Rebell ist und für Freiheit aufsteht und sich einsetzt. Und ja, ich glaube, genau das ist bei einer Dekonstruktion zum Beispiel wichtig. Das habe ich gemerkt bei ganz vielen Sachen, wo auch mein Herz dazu tendiert hat, hart zu werden, wo ich mich gefühlt auf, ich rede jetzt auch mal in dieser Dualität von Liebe und Hass oder so, auch wenn ich das jetzt nicht vorwerfen würde. Wo ich mich auf Hass eingelassen habe oder so und das auch in meinem Herzen dann groß geworden ist und ich mir immer wieder gedacht habe, zu meinem Weltbild gehört, dass ich weiterhin offen bleibe und dass ich, egal was mir entgegen gehalten wird, was würde Jesus machen, was würde Jesus sagen, würde er zurückschuten oder was auch immer und da auch zu gucken, ist es unfassbar wichtig, sich nicht in einer Diskussion zu entziehen, weil über das Praktische kann man reden und das Praktische was kommt bei raus bei meiner Theologie und das finde ich so wichtig, dass man glaube ich auch in seiner Theologie nicht Menschen verletzt, so Systeme, sehr gerne, kritisiert Systeme auf jeden Fall und setzt sich für ein, dass, Dinge besser werden und dass Gerechtigkeit passiert, aber niemals gegen Menschen, auch niemals gegen Menschen, die selbst wenn die selber die menschenverachtendste Meinung haben, ever, will ich offen bleiben, mit denen zu reden. Ich muss denen keine Bühne geben, ich muss die nicht. Als meine neuen Freunde betiteln, muss ich gerade dran denken, an das Ganze mit dem Ketzer, was habe ich letztens gesehen, Ketzer der Neuzeit und der Furchensohn, heißt der glaube ich. Ich finde den Ansatz schön, weil ich irgendwie einen ähnlichen Ansatz verfolge, irgendwie offen zu sein, aber Bühne bieten ist nochmal was anderes. Also muss ich bestimmten Meinungen Bühne bieten, kann ich bestimmte Meinungen kritisieren und trotzdem liebevoll zu dem Menschen bleiben. Und da das Herz und die Hand offen halten, dass Leute auch einen Schritt gehen können und sagen können, ich lasse jetzt das, was ich vielleicht jahrelang geglaubt habe, hinter mir. Und dafür braucht es eben, dass man in dem Miteinander bleibt und im Gespräch bleibt und offen bleibt und zuhört. Nicht unbedingt auf YouTube. Nee. Kann man zu Hause machen. Zu Hause, in den Gesprächen, genau. Finde ich sehr gut. Ich finde, das kommt mir noch ein Gedanke dazu. Im Holy Club haben meine Freunde Damien und Moritz darüber gesprochen, dass das ist, was uns ja auch von anderen liberalen oder progressiven Menschen abhebt, wenn wir eben dann auch noch christlich sind. Abhebt nicht im Sinne von, wir sind besser. Aber diese Feindesliebe halt, diese Offenheit zu behalten, Und damit zu ringen, dass jetzt gerade ich, ich bin eine Alphasöhnerin, damit zu ringen, dass vielleicht ein Jeffrey Epstein mit mir im Himmel sein wird. What the fuck? Ich meine, das ist mega scheiße und hart und ich weiß noch nicht, ob ich damit klarkomme. Aber das wäre dieses Christliche mit dieser Liebe, die über alle Grenzen hinausgeht. Ja. Und auch Gottes Gerechtigkeit, die so anders ist als menschliche. Ja, ein Gedanke zum tatsächlich weiterzudenken und weiterzutragen. Ja, ja. Ja, und an dieser Stelle möchte ich dir einfach danken für deine Zeit und für deine Weisheit und für deine Worte. Und ich würde mal sagen, ihr lieben Zuhörenden, stimmt doch bitte ab, ob Lasse dann wieder mal bei uns sprechen sollte oder nicht. Ich lasse nur ein Ja, bitte gelten. Offene, ehrliche Meinung, bitte. Es war schön, dabei gewesen zu sein. Vielen Dank. Ja, sehr gerne. Und liebe Grüße nach Leipzig. Haltet die Ohren steif da oben. Ich glaube, es ist ein raues Klima derzeit. Auf jeden Fall. Aber umso wichtiger deswegen. Genau, behaltet die Liebe und lasst ihr ein bisschen als Vorbild, finde ich. Machst du richtig gut. Vielen Dank. Macht's gut. Tschüss. Bis dann. Ciao. Bis dann. Ciao. Dieser Podcast ist Teil des Ruach-Jetzt-Netzwerks. Die Musik stammt von Postloop. Mehr Infos auf postloop.com.