Hey Leute, vielen Dank, dass ihr wieder eingeschaltet habt bei Schöner Glauben. Wir möchten progressive Stimmen zusammenführen, einander empowern und uns für mehr Solidarität einsetzen. Glaube in schön also. Wenn du mehr wissen oder uns unterstützen willst, findest du alle Infos auf schönerglauben.jetzt. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Schöner Glauben. Ich bin Marie und ich sitze hier heute nicht alleine, sondern wir sind zu viert mit den Unruhig-Hoffenden sozusagen. Zum letzten Mal sind wir in der Kombination zusammen gewesen auf dem Podcast-Festival Mitte Januar und haben uns über die Frage unterhalten, ob der Faschismus denn noch aufzuhalten ist. Und ich muss sagen, mir kam die Aufgabe sehr, sehr undankbar vor, weil wir eher die schlechten Nachrichten verbreitet haben oder eher für die Unruhe zuständig waren und weniger für die Hoffnung auf der Konferenz und sind da eher erstmal in die Literatur zum Thema eingestiegen. Heute soll es ein bisschen praktischer werden, deswegen freue ich mich ganz viel von euch anderen dreien zu hören. Vielleicht sagt ihr einmal kurz noch euren Namen und hallo und stellt euch nochmal kurz vor, dann haben alle Hörenden einen Überblick, wer hier heute so spricht. Ja, dann fang doch du mal an, Marie. Deine Stimme haben wir jetzt gehört. Du willst in die Praxis heute. Was machst du denn sonst so? Genau. Sonst beschäftige ich mich eher mit der Theorie. Promoviere an der TU Dresden zu den Überschneidungen von rechten Akteuren und ChristfrancerInnen auf Instagram. Und genau, steckt da eher in der Theorie und auch eher ein bisschen in der Hoffnungslosigkeit drin. Aber ja, vielleicht soll es heute mehr um die Praxis gehen. Und von daher spiele ich den Ball doch zurück an dich, Moritz. Ja, Moritz, das habt ihr jetzt mittlerweile wahrscheinlich schon gemerkt, dass ich das bin. Ich bin Pastor in der evangelisch-methodistischen Kirche mit 50 Prozent digitalem Auftrag und 50 Prozent analog. Und in beiden Welten spielt so unsere Gesellschaft, unsere Demokratie eine ziemlich wichtige Rolle. Ich merke, dass das die Menschen beschäftigt. Und als Pastor bin ich natürlich eher auf der praktischen Seite der Dinge. Also feiere Gottesdienste, bin in Gruppen unterwegs mit Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensphasen. Aber so dieser große Gesamtblick, wie entwickelt sich unsere Gesellschaft weiter? Das ist doch was, was so langsam auch die privilegierte Mittelschicht beschäftigt und die sind so die hauptsächliche Gruppe, mit der ich zu tun habe. Also ganz gute Mittelstandsgemeinde, die ich da zu verantworten habe. Jason, wie ist es bei dir? Du bist auch hier mit im Call und als Lehrer wahrscheinlich nochmal mit einer ganz anderen Perspektive unterwegs gewesen. Ja, genau. Also Demokratieerziehung gehört zu meinem Job. Das mache ich für Broterwerb sozusagen. Und da würde ich sagen, das ist auch etwas, was mich sehr stark ausfüllt. Also da merke ich, dieser Job, das passt schon sehr gut. Und da sehe ich sehr viel Sinn drin. Genau und ansonsten, ich beschäftige mich da schon auch theoretisch mit. Sei es jetzt, dass ich das hier und da mal in irgendwelchen Modulen oder so unterrichte oder eben auch hier im Podcast, wo ich denke, das ist auch eine Form von meist eher theoretischer Auseinandersetzung damit, die finde ich aber auch genauso wichtig. Genau, so deswegen, ich komme ein bisschen aus der Praxis, ein bisschen aus der Theorie, das bringe ich zusammen, genau. Da Marius, wie ist es bei dir? Ja, hi, genau, ich bin Damaris, ich bin auch Pastorin der Evangelisch-Methodistischen Kirche, war lange in einer ganz klassischen Gemeinde tätig und bin jetzt Gründerin, sozusagen so eine Art Start-up, sage ich im Moment öfter mal. Das LEV-Kollektiv habe ich gegründet mit zwei Mitgründerinnen und bin insofern wirklich sehr, sehr im Praktischen gerade unterwegs und versuche, mit Menschen in Kontakt zu kommen. Und wir sind in unserem LEW-Kollektiv zum einen sehr queer offen und Allies, also Verbündete, kommen. Und ja, viele sind auf dem Weg, dekonstruiert zu werden oder sind in der Dekonstruktion und sehr progressiv. Und insofern, ja, vielfach auch die Frage nach Diskriminierung und Ausgrenzung ist bei uns ein großes Thema. Und da macht natürlich die derzeitige politische Lage auch große Sorge. In meiner Freizeit bin ich jetzt neuerdings auch noch im Stadtteilverein, hier in unserem Stadtteil tätig und bin da Vorsitzende. Und da merke ich auch nochmal so eine ganz, wirklich ganz praktische an der Basis irgendwie Tätigkeit. Und auch Menschen im Stadtteil nochmal anders kennenzulernen und ins Gespräch zu gehen, da habe ich auch noch eine Situation, die ich vielleicht mit euch auch noch besprechen möchte. Genau. Ach, das bringt ja schon mal richtig. Ja, da haben wir bestimmt viel zu besprechen heute. Was mich jetzt aber für den Einstieg wirklich interessieren würde, wie ist es euch denn seit dem Podcast-Festival ergangen? Was habt ihr davon mitgenommen? Seid ihr unruhiger? Seid ihr hoffnungsvoller? Vielleicht gebt ihr uns doch einfach mal einen Einblick in die letzten fünf oder sechs Wochen ist es jetzt her. Erzählt gern mal. Also für mich war die Konferenz, diese unruhige Hoffnungskonferenz, echt nochmal so ein Auftakt für Hoffnung eigentlich. Also so dieses Gefühl, Verbündete zu haben, zu finden und miteinander da auf so eine gute Weise unterwegs zu sein, das hat mir echt Hoffnung gemacht. Also für so eine christliche Bubble, aber auch darüber hinaus. Und gedacht, es gibt doch so viele Menschen, mit denen wir unterwegs sein können und mit denen wir Hoffnung auch irgendwie leben können. Das fand ich echt gut. Ja, mir hat es auch echt gut getan. Ich habe gemerkt, dass ich viel darüber nachgedacht habe, was dieses Wochenende für mich so gelingend gemacht hat und für mich war es eben die Kombination aus beiden. Also ich glaube, ein Hoffnungswochenende hätte mir jetzt nicht ganz so getaugt, wenn diese Unruhe nicht auch noch so spezifisch zum Thema gewesen wäre. Und Marie, du hast es am Anfang gesagt, wir hatten so ein bisschen den Job, erstmal kräftig diese Unruhe auch zu betonen. Und da dachte ich dann, ja, es ist schön, dass es einen Raum gibt, wo man tatsächlich das auch teilt und aushält. Was macht mich unruhig? Wo habe ich Sorgen? Wo habe ich Ängste? Und zwar nicht in so einem einfachen, wir nennen einfach alle Krisen, die es so gibt auf dieser Welt und dann sind sie bedannt, wie wir es vielleicht in Gemeinden im einen oder anderen Fürbittgebet so performen, sondern tatsächlich mal drüber nachzudenken und auch eigene Betroffenheit zu teilen. Da waren ja ganz unterschiedliche Personen auch, die von sich, von ihrer Perspektive, von ihrer Verortung in dieser Gesellschaft erzählt haben. Und das dann auszuhalten gemeinsam, dass da tatsächlich die Dinge teilweise wirklich im Argen sind, gefährdet sind, das fand ich schon richtig, richtig wichtig. Und gleichzeitig dann eben nicht da stehen zu bleiben, sondern zu überlegen, wie kann es denn weitergehen und dann auch konstruktive Ansätze zu teilen. Das fand ich schon eine gute Kombination und das klingt immer noch nach. Ich habe dann gemerkt, ich habe die ein oder andere Predigt dazu gemacht, so dieses Wortpaar Unruhig, Hoffnung, da kann man viel mitmachen und ich merke jetzt, weil jetzt eine Woche mit der Grippe im Bett und so Februar ist eh nicht so mein Monat, also dieses Hoch, was ich direkt danach hatte, ist ein bisschen abgeklungen. Aber ich hoffe natürlich, dass das nachhaltig dann noch zur Stärkung dient. So ging es mir zumindest. Wie war es bei dir, Marie? Ich muss sagen, ich teile quasi eure beiden Erfahrungen. Ich fand es auch am Anfang echt herausfordernd, mich dieser Frage zu stellen, ob der Faschismus noch aufzuhalten ist und es war auch gar nicht so schön, dann festzustellen, oh wow, da habe ich wenig Hoffnung. Und gleichzeitig habe ich gemerkt, dass ich aber in Bezug auf andere Dinge Hoffnung entwickelt habe während des Podcast-Festivals. Ebenso wie Damaris gesagt hat, zu sehen, wie viele Gemeinsamkeiten wir doch haben und wie stark wir gemeinsam sind. Mir ist ein Zitat sozusagen von Nana immer hängen geblieben oder immer wieder in den Kopf gekommen in den letzten Wochen. Sie sagte, das fühlt sich an wie eine Gemeindefreizeit von einer Gemeinde, in der ich voll gerne wäre. Und ja, da muss ich echt zustimmen. Und das Ding ist, als introvertierter Mensch finde ich so Gemeindefreizeiten, aber egal, ob jetzt Klassenfahrt, Gemeindefreizeit, all sowas, fürchterlich anstrengend. Und ich fand es da... Gar nicht anstrengend. Also schon mental war man die ganze Zeit irgendwie gefordert, aber gleichzeitig von der Atmosphäre fand ich es einfach so schön, sehr offen für ganz unterschiedliche Standpunkte im Glauben. Das fand ich auch total wichtig für ganz unterschiedliche Persönlichkeiten, für unsere vielfältigen Sorgen und auch Diskriminierungserfahrungen, die wir mitbringen. Ich finde, das kam auch immer wieder gut durch in den Gesprächen, aber auch in den Workshops zwischendurch, wie unterschiedlich wir sind. Dass wir aber trotzdem den Wunsch teilen, dass es besser wird oder nicht in dieser Abwärtsspirale, die ich gerade so wahrnehme, bleibt. Die Gemeinschaft macht einfach Hoffnung und vielleicht arbeite ich gerade noch an meiner Hoffnungsdefinition und kann insgesamt ein bisschen hoffnungsvoller werden. Jason, du schmunzelst schon. Was denkst du? Meine Erfahrungen gehen in eine ganz ähnliche Richtung. Ich fand total gut, dass da Menschen aus unterschiedlichen Bezügen zusammengekommen sind und es ein sehr wohlwollendes und supportendes Miteinander war. Also das könnte man ja auch anders erwarten vielleicht, wenn da Leute sind, die unterschiedliche Podcasts haben. Will man dann nicht vielleicht irgendwie in so einer Konkurrenz und so, das habe ich gar nicht wahrgenommen, sondern ich habe den Eindruck gehabt, dass es für alle ist das ein total großes Geschenk und man hat ganz viel Wertschätzung den anderen gegenüber und es ist einfach ein Teilen gewesen, hatte ich den Eindruck. Also auch in den vielen Gesprächen, die jetzt nicht aufgenommen worden sind. Ich habe das als ein total unterstützendes hier, das und das habe ich gelernt. Und dann hat jeder irgendwie von seinem Wissen, von seiner Erfahrung dann geteilt und dann auch voneinander profitieren können. Das hat mir total gut gefallen. Und das meine ich hat es bis dahin noch nicht in der Form gegeben, also viele hat man vielleicht mal am Kirchentag gesehen oder. Vereinzelt gab es da auch schon mal Projekte oder Überschneidungen, aber im Grunde fand ich, war das. Ein Auftakt dafür, dass man viele Leute dann doch mal persönlich kennengelernt hat und das fand ich unschlagbar gewesen und da bin ich sehr gespannt, was sich daraus noch so entwickeln wird. Mhm. Was ich auch nochmal herausstellen möchte oder hervorheben möchte, was mir total positiv aufgefallen ist, dass es gar nicht so die zwei Lager gab. Wir sind jetzt diejenigen, die auf der Bühne sitzen und die schlauen Dinge sagen und alle anderen hören zu, sondern dass wir uns zwischendurch beim Essen oder in Pausen immer wieder begegnet sind, auf Augenhöhe begegnet sind. Und das ließ mich so ein bisschen denken an viele Veranstaltungen, die ich in einem evangelikalen Kontext schon miterlebt habe, sowohl auf der Seite der OrganisatorInnen als auch auf der Seite der Teilnehmenden, wo es dann doch diese zwei Welten gab, die Stars auf der Bühne und dann das Publikum sozusagen. Und das hat mir auch schon irgendwie Hoffnung gemacht, dass wir allein schon im Miteinander in unserer eher progressiven Bubble eine ganz andere Kultur pflegen als in so manch christlichen Frömmigkeitssparten, die dann doch auch eher den Hang zu rechten Positionen haben. Ich finde, es zeigt sich schon im Miteinander auf der kleinsten Ebene sozusagen. Kann ich dir voll zustimmen? Ja, wollte ich. Kann dir voll zustimmen und das erlebe ich auch bei mir in der Gründung, dass das ein total wichtiger Moment ist, dass es eben nicht die Person gibt vorne, die sagt, was richtig und was falsch ist, sondern dass es so dieses gemeinsame Ringen ist und alle ihre Kompetenzen mitbringen, unabhängig von der Rolle, die man da irgendwie spielt im Ganzen. Ja, das ist ein ganz anderes Selbstverständnis und ich glaube, damit einher geht auch eine Offenheit für die Position des anderen oder der anderen, für die Erfahrungen, ja, ab wo gute oder schlechte Erfahrungen, das stimmt. Was mich ja auch ganz brennend interessiert, hat sich eure Einschätzung geändert? Ist der Faschismus immer noch oder immer noch nicht aufzuhalten? Das ist natürlich jetzt ein krasser Einstieg, aber vielleicht möchte ja jemand von euch direkt was dazu sagen. Vielleicht sagt ihr auch kurz, wie eure Position im Januar war. Ich fand es witzig. Ich habe die letzte Schöner-Glauben-Folge gehört, in der Jason mit Sarah Marie Blum sich unterhält. Und da hat er auch erzählt von dieser Konferenz und vor allem von unserem Abendessen am Freitagabend, wo wir so ein bisschen die Karten auf den Tisch gelegt haben, weil wir uns ja noch nie getroffen haben jetzt hier zu viert. Das war ja das erste Mal, dass wir vor Ort waren und wir hatten nicht so wirklich einen Plan für unsere Podcast-Aufnahme und dann dachte ich, wäre es schlau, vorher zu wissen, wo der eine oder die andere hin will. Und dann hatten wir echt eine gute Diskussion beim Abendessenstisch. Und Jason hat jetzt in dem Gespräch mit Sarah gemeint, dass man da hätte aufnehmen sollen und wahrscheinlich hat er recht. Das war schon so ein Gespräch, da ging es hoch her und man hat die Visiere noch nicht irgendwie runtergeklappt mit Mikro davor und dem Bewusstsein, dass da noch andere zuhören, sondern kommt so richtig frei von der Leber weg, einfach mal sagen. Und ich glaube, ich würde mich wieder so ähnlich verorten wie da an diesem Freitagabend. Da habe ich gemeint, so richtig hoffnungsvoll bin ich nicht. Also ich glaube nicht, dass der Faschismus. Komplett aufgehalten werden kann oder dass wir an einem Punkt sind, wo man davon reden kann, wenn es jetzt nicht noch schlimmer wird, dann ist es ganz gut. Ich glaube, das ist so ein bisschen das, wo ich jetzt präziser werden würde. Also ich glaube, die Endstufe Faschismus, die ist auf jeden Fall aufzuhalten. Ich habe mich auch in den letzten Wochen nochmal mit demokratischen Prozessen und Institutionen und so weiter beschäftigt und habe dann schon auch gemerkt, dass es noch den ein oder anderen Mechanismus gibt, der auch die Demokratie schützt. Und gleichzeitig habe ich das Gefühl, das habe ich ja auch da im Podcast formuliert, diesen Vibe-Shift nach rechts, den gibt es und den gibt es. Können wir nicht komplett aufhalten oder jetzt in den nächsten ein, zwei, drei Jahren wieder entgegenwirken und steuern. Also das Pendel wird jetzt noch eine Weile, glaube ich, eher in diese Richtung ausschlagen und da muss man sich dann wappnen. Und da war für mich das Wochenende auf jeden Fall hoffnungsvoll und ich mache mich mit der einen oder anderen Strategie noch besser bekannt, damit das Pendel nicht allzu weit nach rechts schlägt und zu viel kaputt macht, was man dann hinterher wieder aufbauen muss. Das ist, glaube ich, so ein bisschen mein Ansatz jetzt in den letzten Wochen gewesen. Da kann ich voll gut mitgehen und habe das Gefühl, ich bin nicht mehr ganz so hoffnungslos. Ich hatte mich auch verortet in, ich glaube, es ist nicht aufzuhalten, der Faschismus. Ist ja auch immer die Frage, was wir jetzt genau unter Faschismus dann verstehen und wie extrem das gesellschaftlich dann sich zeigt. Ich fühle so eine Gleichzeitigkeit, weil ich immer noch sehr große Sorge habe, dass sich die Gesellschaft schon ganz schön verändern wird. Und Faschismus deutlicher rauskommt und auch Folgen hat für uns, also für Menschen in meinem Umfeld, beziehungsweise auch, wo ich denke, es kann ja jeden und jede von uns treffen, auch mit Attacken und so. Und ich denke, es ist schwierig, So ganz in dem zu bleiben, was wir jetzt haben oder das Hoffnungsvolle, was entsteht wirklich, als das zu sehen, was realistisch kommt. Ich glaube, es gibt so schöne Theorien. Also theoretisch, glaube ich, kann man manches aufhalten, weil ich erlebe im Moment auch, zum Beispiel in der Stadt auch, dass einfach auch Gelder fehlen für bestimmte soziale oder dass es im sozialen Bereich einen Abbau gibt, weil Gelder fehlen. Und das fördert ja nur... Den Faschismus und fördert, dass Menschen diskriminiert werden oder noch mehr an den Rand der Gesellschaft kommen. Und da, glaube ich, gibt es sogar so etwas Zweispuriges. Das ist nicht nur aus Überzeugung und dann gleich faschistisch, aber das spielt dem eigentlich rein. Und da habe ich schon so meine Fragen. Vielleicht erzähle ich das jetzt mal hier. Ich hatte vor ein paar Tagen eine Situation an einer Bar, hier in meinem Stadtteil, wo ich lebe. Da hat mich einer angesprochen als neue Vorsitzende dieses Stadtteilvereins. Da habe ich gesagt, du bist also die Neue und dann, wie kam es denn dazu? Und dann habe ich so ein bisschen von mir erzählt und habe so super locker erzählt, dass ich eine Gründung mache für queere Personen und Verbündete. Und dann sagt er, ja, da bin ich schon raus. Und dann sage ich, ach, okay, aha. Und bin dann irgendwie weiter mit ihm ins Gespräch gekommen. Und dann kam es irgendwie genau, dass ich mich bei meiner Vorstellung auch eher linksgrün verortet habe. Und dann sagt er, ah, und ich rechts, ich bin rechts. Da habe ich so, wie, wirklich jetzt? So, AfD? Ich war irgendwie völlig konsterniert. Ja, und der so, ja, ich finde auch, die sind keine rechtsextreme Partei. Und dann sind wir so ins Gespräch gekommen, das ist super schwer gefallen, ja. Weil ich irgendwie in dieser Überzeugung, da steht mir einer gegenüber, der womöglich zumindest akzeptieren kann, was ich da so mache. Und habe mich aber dann versucht, auch so ein bisschen innerlich runterzuregeln. Gedacht, wir müssen ja miteinander reden. Und das Gespräch war, ich fand, irgendwie auf Augenhöhe einerseits, also wir haben normal miteinander gesprochen, in einem normalen Ton und so. Und haben uns dann auch verabschiedet, okay, wir haben unterschiedliche Meinungen. Aber das hat mich schon auch, da hat mich die Hoffnungslosigkeit noch mal so ein bisschen getroffen, weil diese Person ist reich, der geht super. Und ich habe auch gesagt, wovor hast du Angst oder hast du selber Probleme? Und das hat er alles gar nicht, ja? Also er hat auch gesagt, ihm geht es gut. Aber, ja, und da hat er da über Ausländer, die hier Schutz suchen, die müssen sich so und so verhalten und sobald die auch nur ein Kaugummi klauen, muss man die ausweisen, Wasser und Brot reicht. Also das Allernotwendigste sollen die kriegen und so. Also da war ich schon so ein bisschen, jetzt bin ich gegangen und habe einerseits gedacht, boah, cool, dass wir nicht völlig, dass das Gespräch nicht gecrasht ist. Und auf der anderen Seite habe ich gedacht, ja gut, aber ich ändere ja gar nichts. Also auch in so einem Gespräch nicht, das fand ich irgendwie, ja, es bleibt diese Gleichzeitigkeit irgendwie, das Gefühl zu haben, was kann man denn machen? Ja. Ich habe ja da in der Diskussion die besonders optimistische Variante vertreten und würde sagen, dass ich da ein bisschen ambivalenter mittlerweile bin und zwar aus dem Grund, weil ich im Januar noch nicht so wahnsinnig im ganzen Thema Palantir drin war. Also die Möglichkeiten, die sich durch digitale Überwachung Überwachung durch eben diese Firma Palantir entwickeln werden und das Land Bayern zum Beispiel wird das jetzt übernehmen. Das ist eben so, die ICE-Behörde in den Staaten, die können ja mittlerweile einfach auf so einer App, die haben verschiedene Apps, wo die im Prinzip dann, wie auf Google Maps, dann eben sehen können, so einzelne Punkte, das ist also dann illegaler Migrant, wo bewegen die sich gerade? Die können per Face, also durch, dass die Leute filmen, können sie automatisch direkt in der Zeit gleich, wie heißt das, in der Echtzeit, können sie die Identität von Leuten feststellen und so weiter. Und da ergeben sich halt nochmal krasse Möglichkeiten. Palantir ist ein System, was eben verschiedene Datenbanken zusammenführt und dadurch im Grunde so eine Art gläserner Bürger entstehen lässt. Und das ist schon eine Sache, die habe ich noch nicht so krass mitgedacht und das finde ich, das macht es nochmal ein bisschen ambivalenter auf eine Weise. Und dann würde ich aber auf der anderen Seite schon auch sagen, dass ich nach wie vor optimistisch bin und da glaube auch, dass es da Gründe gibt, Angefangen davon, dass ich sehe, in Deutschland gibt es einfach eine stabile Mehrheit momentan noch, die das einfach nicht will. Also die können sich jetzt vielleicht nicht so für die CDU im ganz großen Stil mit 40 Prozent erwärmen oder für die SPD und so weiter. Ja, das ist so. Aber für Deutschland gesehen würde ich sagen, es bleibt einfach momentan noch eine stabile Mehrheit, die den Rechtspopulismus nicht will. Wobei das ja jetzt schon stellenweise einfach nicht mehr so ist. Also wenn wir jetzt so ein bisschen schauen, wie in Sachsen-Anhalt oder so der Wahlkampf geführt wird, dann ist da schon eine absolute AfD-Mehrheit eine reale Option. Und ich glaube, das ist dann schon was, wo wir uns nochmal umschauen werden. Also wie das dann vonstatten geht und was da dann passiert, wenn es tatsächlich so komplett kippen würde. Also, dass sie nicht mal Koalitionspartner unbedingt sind. Das kann ich mir schon auch vorstellen, wie sowas passiert. Sondern, wenn die tatsächlich die Mehrheit sind. Und natürlich nicht jetzt in der ganzen Fläche. Aber ich bin hier in Baden-Württemberg. Wir haben nächste Woche Landtagswahl. Und da sind die in den Umfragen auch bei 20 Prozent. Und also, das sind schon Realitäten. Da müssen wir schauen, wie wir mit klarkommen. Ja, das würde ich auch so sehen. Aber es sind eben 20 Prozent und es sind nicht 80 Prozent. Ja, ja, klar. Das sind nicht 40 Prozent. So in Sachsen-Anhalt, da wird man sehen, da könnte es wirklich eine Mehrheit geben. Aber wenn man es jetzt auf ganz Deutschland sieht, dann sind die nicht im Vormarsch. Es ist eher rückläufig, so wie ich das wahrgenommen habe. Danke, Friedrich. Vielleicht hat auch die Vetternwirtschaft damit was zu tun, ich weiß es nicht. Aber die Herausforderung finde ich an der Stelle, dass sich ja die anderen 80 Prozent eigentlich zusammentun müssen. Und dass wir da manchmal Probleme haben, uns auf Minimalziele irgendwie zu einigen. Sondern es gibt immer wieder Tendenzen, sich dann voneinander abzugrenzen und das aber genau hinschauen zu wollen. Da habe ich im Moment das Gefühl, also für die Landtagswahl, die jetzt ansteht, habe ich auch gedacht, ich werde wahrscheinlich am Ende sehr strategisch wählen, gar nicht von meinen insgesamt Überzeugungen, sondern um Mehrheiten zu schaffen, dass eine Koalition zustande kommen kann, hinter der ich irgendwie einigermaßen stehen kann und nicht unbedingt die Partei, die ich unterstützen würde. Wisst ihr, ich meine, damit es nämlich genau das gibt, wenn die 80 Prozent sich nicht verortet kriegen, dann wird es halt auch schwierig. Dann können die anderen 20 Prozent ganz schön viel Scheiß anstellen. Trotzdem. Und ganz schön laut sein. Ich glaube auch, den politischen Spielraum, der wird enger, das sehe ich auch so. Auf der anderen Seite nehme ich zumindest was in Deutschland im Bund und wahrscheinlich auch in den Ländern sehe ich es nicht, dass die CDU momentan da mit der AfD in irgendeiner Art und Weise zusammenarbeiten wird. Also ich glaube, dass die Brandmauer momentan steht. Was das EU-Parlament angeht, da glaube ich schon, dass es da Hinterzimmergespräche gibt. Aber das glaube ich, kann man auch nochmal auf eine Weise anders einordnen, weiß ich nicht. Da gab es eine Monitor-Doku vor zwei, drei Wochen oder so das ist gruselig aber ich würde sagen da ist die AfD ja auch nochmal in einem größeren Block drin und, ja weiß ich nicht also ich finde jedenfalls in Deutschland, Ist die Situation in Sachsen-Anhalt, das sehe ich auch so. Das wird wirklich sehr, sehr spannend, was da passiert. Und sicherlich in vielen der östlichen Bundesländer gibt es eine Möglichkeit, dass die AfD in die Regierung kommt. Aber ich sehe das wie du, Moritz, dass es da schon noch eine Menge Checks and Balances gibt. Also bevor unser Staat hier auf rechts komplett umgekrempelt werden wird, gibt es einfach noch sehr, sehr viele Dinge, die da passieren müssen und entsprechend auch sehr, sehr viele Möglichkeiten, Dinge da noch einzuschränken und zu verhindern. Ja, aber also ich wollte das nicht so beruhigend sagen. Also ich glaube, wir sind schon in einer Phase, wo man echt auffassen muss. Und was mich so am meisten stört an den ganzen Debatten ist, dass dieses Selbstverständnis, dass Deutschland als antifaschistische Bundesrepublik nach 1945 wieder aufgebaut wurde, das kommt mir total zu kurz. Weil das würde ja zum Beispiel in der CDU niemand mehr sagen. Also diese Erzählung antifaschistisch groß drüber zu schreiben und zu sagen, das ist unser demokratischer Konsens, das ist irgendwie nicht da. Und das macht mir schon richtig Sorge. Und ich weiß, dass du das auch wahrnimmst, Jason. Zumindest hast du letztens bei Instagram gepostet, dein Antifa-Ausweis ist endlich angekommen und das war dann hier das Grundgesetz oder so. Also eigentlich müssten wir viel stärker die Erzählung da machen, wenn es uns als Gemeinschaft gibt und jetzt sage ich mal uns, wir Deutschen, dann haben wir eigentlich nur eine Daseinsberechtigung, wenn wir antifaschistisch sind. Eben weil wir historisch so viel verkackt haben und weil mit unserem Deutschtum so schreckliche Dinge passiert sind und sie sind einmal passiert, das heißt, sie können wieder passieren, dann müssen wir alles dafür tun, dass es nicht so kommt. Und dieser Pathos, der fehlt mir komplett und den sehe ich eigentlich in keiner der Parteien. Das wird von links natürlich noch vor sich her getragen, aber da würde ich sagen, die sind ja sehr weit weg von der realen Machtoption. Die CDU, CSU hat ja auch noch einen Unvereinbarkeitsbeschluss mit den Linken, den sie auch aufrechterhalten. Also Brandmauer okay, aber dann bitte in beide Richtungen. Hufeisentheorie lässt grüßen. das ist mir schon alles ein bisschen zu wackelig, was da in der sogenannten Mitte der Gesellschaft an Selbstverständnis einfach da ist. Und da finde ich schon, dass wir die Aufgabe haben, jetzt vielleicht bei schöner Glauben im progressiven Raum, aber für mich jetzt auch als Pastor in meiner verfassten Kirche, tatsächlich zu sensibilisieren und laut zu sein und zu sagen, wenn es mal drauf ankommt, dann muss schon vorher klar sein, auf welcher Seite wir da stehen. Also das und die Situation ist schon da, finde ich. Das ist ja auch eine Definitionsfrage. Ich habe mich neulich mit jemandem unterhalten und habe gesagt, dass ich Antifaschistin bin. Und dann sagte die Person, ich nicht. Ich habe gesagt, ja, aber du bist doch kein Faschist, oder? Also ich kenne die Person auch, ich wusste das. Nee, natürlich nicht. Aber Antifaschismus ist in so einem Extrem oft in der Geschichte erzählt. Und der meinte halt nicht Antifa, linksextrem. Und dann haben wir uns auch nochmal Definitionen angeschaut und haben auf der Seite von der Bundesregierung geschaut, glaube ich. Und da war dann die Definition so, dass er dann gesagt hat, ja dann natürlich klar. Aber oft ist es nämlich die Reaktion, also Antifaschist, krass, und da bin ich ganz bei dem, wo es muss eigentlich wieder, es muss auch wieder drüber gesprochen werden, was das bedeutet, ja, und dass wir das, dass das eigentlich der Aufbau unserer Demokratie war und ist, und, und das Fundament. Wie sieht das denn jetzt für unsere Kirchen aus? Moritz, du hast gesagt, die Bundesrepublik Deutschland tut sich da schwer mit insgesamt und vor allen Dingen die Parteien. Wie sieht es denn in unseren Kirchen aus? Denn die Kirchen waren auch beteiligt, Hitler an die Macht zu bringen und haben sich da nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Haben wir antifaschistische Kirchen oder haben unsere Kirchen ein antifaschistisches Potenzial? Darf ich noch mal darauf reagieren? Ich komme dann auch sofort zur Kirche. Ich glaube, dass eine Herausforderung tatsächlich die Begrifflichkeiten sind. Also Antifa, da ist die rote Flagge des Kommunismus drauf, die schwarze Flagge der Anarchie. Das ist für viele jetzt kein streng demokratisches Symbol, was sie gelten lassen würden. Ich würde zum Beispiel auch in der CDU vermuten, dass es nicht so wahnsinnig viele Leute gibt, die ein gutes Gefühl mit dem Begriff Antifaschismus haben. Und das nicht deswegen, weil sie Faschisten sind, sondern weil sie einfach sagen, das klingt irgendwie linksextrem. Und deswegen, ich glaube, dass die SPD, das wäre zum Beispiel ein Verein, die würden sagen, ja, wir sind antifazidischistisch. Seit Otto Wels, der gesagt hat, unser Leben können sie uns nehmen, aber nicht unsere Ehre und damit dem Ermächtigungsgesetz gegen Hitler dann widersprochen haben. Das ist deren DNA. Und ich glaube, das ist so ein großes Kommunikationsproblem, was es gerade gibt, wo ich auch noch nicht sicher bin, wie gut man das überbrücken kann. Aber ich weiß nicht, habt ihr diesen Prozess gegen Deutschland mitbekommen? Da hat es jetzt vor, boah, ist das schon wieder über eine Woche her, da hat es in Hamburg eine Theateraufführung gegeben im Thalia-Theater und die Idee war so ein bisschen, man macht einen Schauprozess. Sozusagen Bundesverfassungsgericht entscheidet darüber, ob jetzt die AfD verboten wird oder nicht. Und die Leute, die da jetzt das vorgeführt haben, waren jetzt keine Schauspieler in dem Sinn, sondern es waren eben in ihrem Bereich irgendwelche Experten. Es waren einige Politiker dabei, es waren Influencer dabei, es waren Historiker dabei und so weiter. Und die haben dann da so einen großen Schauprozess gehabt. Und das, was ich da spannend fand, war, dass man da nochmal gut sehen konnte, was so die Selbsterzählungen der Leute sind, die sich im breiten konservativen bis rechten Spektrum bewegen. Also von Liane Bettnaz, die in der CDU ist, Juristin, die im Grunde die Erzählung vertritt, die AfD ist nicht in Gänze rechtsextrem, sondern es gibt einige Rechtsextreme und das macht sie am Remigrationsbegriff fest. Die sagt, die Mehrheit der Partei versteht Remigration als die, was weiß ich, round about 100.000 illegalen hier Lebenden müssen ausgewiesen werden, konsequent. So, das ist die eine Position. Und dann gibt es die rechtsextreme Minderheitenposition, so wie sie sagt, die eben sagt, Remigration bedeutet alles, was nicht weiß und deutschstämmig ist raus hier. Und dann eben ein paar Millionen raus. Und da gibt es interessanterweise einen recht breiten Konsens, der auch, glaube ich, weite Teile der AfD-Wählerschaft abholen würde. Ich glaube zum Beispiel nicht, dass die Mehrheit der AfD-Wählenden sagt, es wäre eine gute Idee, alle Menschen, die nicht weiß und die nicht deutschstämmig sind, hier abzuschieben. Ich glaube, dass das nicht der Fall ist. Ich glaube, dass es diese Position gibt und dass diese Position auch sehr stark in der AfD ist, aber es ist nicht die Hauptposition. Und da gibt es aber dann schon Kommunikationsschwierigkeiten, weil wenn man dann sich hinstellt und sagt, ja, ihr wollt Remigration, ihr seid Nazis…, Und dann gibt es einfach dann aber Leute, die sagen, naja, ich will aber gar nicht, dass mein Nachbar abgeschoben wird, der hier seit 50 Jahren lebt und als Gastarbeiter hingekommen ist. Den meine ich gar nicht, sondern ich meine eben irgendwelche so. Und da gibt es, glaube ich, ein Kommunikationsproblem. Ich würde da vorschlagen, vorsichtig nicht unbedingt jetzt diese Begriffe so stark machen zu wollen. Also ich glaube, wir müssen nicht lauter Antifaschismus schreien, sondern ich glaube, wir müssen in diese Schnittstelle reingehen und müssen stärker darüber ins Gespräch kommen. Also stimmt das wirklich, dass das die Position mit Remigration, dass es das ist und dann vielleicht auch mal ein paar Widersprüche aufzeigen. Also man kann nicht sagen, Remigration bedeutet illegale Abschieben und dann gleichzeitig sagen, ja und damit meinen wir aber 30 Prozent der Bevölkerung. Das widerspricht sich. Darauf aufmerksam machen und dann glaube ich müssen wir als Progressive stärker auch mal über Migration reden. Und ich glaube, da sind wir auf einem ganz schlechten Weg im Moment, ehrlich gesagt. Also einmal, weil eigentlich reden wir nicht wirklich über Migration und über das, was wir da wollen. Da erlebe ich eine sehr breite Sprachlosigkeit. Und die andere Sache ist, dass es auf der anderen Seite auch aus progressiver Sicht, also SPD und Grüne haben Gears mit auf den Weg gebracht. Gears sagt euch was. Vielleicht für die, die das nicht wissen, das ist ein gemeinsames europäisches Asylsystem. Und das ist, ich sage jetzt mal mit meinen Worten, ich würde sagen, das ist das, was Eis in den USA macht, nur eben nicht in Deutschland, sondern an der EU-Außengrenze. Es ist im Grunde genau das Gleiche. Abschiebelager, Detention Centers, Leute, die ohne Abzeichen da rumlaufen, keine Rechtsberatung und so weiter. Und das haben wir progressiv mit auf den Weg gebracht. Und da gibt es, glaube ich, auch so ein Disconnect. So, sorry. Habe ich jetzt lange ausgeholt. Und ich war noch nicht bei Kirche. Sorry. Dann krieg ich jetzt mal noch die Kurve. Wie kommen wir jetzt von Geas zur Kirche? Also ich glaube, Kirche hat Potenzial, da zu agieren. Ich weiß nicht, ob sie es nutzen. Ich bin manchmal ein bisschen desillusioniert, weil ich den Eindruck habe, dass vielfältig Kirche noch die Haltung da ist. Wir wollen ja für alle da sein. Und niemanden, also wir wollen alle mitnehmen und manchmal wird mir da ein bisschen zu schwammig Position bezogen. Das finde ich schwierig. Also der Bischof unserer Kirche hat jetzt vor ein paar Tagen eine Position bezogen, als es um die Vereinnahmung von der AfD, die die Kirchen in Sachsen-Anhalt vereinnahmt haben zu, wir wollen kleine Kirchen fördern oder so und wollen das Christentum fördern. Und da hat er sich dagegen positioniert. Aber in dem längeren Text habe ich dann schon auch das Gefühl gehabt, also das war ganz klar eine Positionierung gegen AfD, aber dann muss man auch gleich noch weitere Positionierungen bringen, wo man sich auch noch von abgrenzt. Und da habe ich manchmal mein Problem mit, Dass man nicht einfach an dieser Stelle, wo es dieses Problem gibt, einfach mal klar Kante zeigt und Punkt. Sondern dann versucht er, das ganz komplex aufzubauen und dann wird es auch herausfordernd und für manche auch unverständlich oder die lesen gar nicht bis zum Ende, weil Riesenartikeln so in die Richtung. Aber da war ich froh, dass er eine Position ergriffen hat. Wie erlebst du das im LEV-Kollektiv? Ihr tragt ja eure Positionierung wirklich sehr sichtbar vor euch her. Würdest du sagen, das ist ja auch für manche wiederum ausgrenzend oder es ist durch eure Willkommenskultur, die ihr pflegt, genau das Richtige, was wir brauchen? Das ist ja so ein Balanceakt oder so ein Drahtseilakt, den wir da gerade haben. Wen sprechen wir gezielt an? Wer sind jetzt meine Nächsten oder diejenigen, denen es am schlechtesten geht in der Gesellschaft? Sind es die, die von rechts bedroht werden oder sind es die, die von rechts angesprochen werden in ihren Nöten? Welche Erfahrung hast du mit eurer Positionierung vom LEV-Kollektiv gemacht? Ja, wir haben ziemlich am Anfang uns ja nochmal mit unserem Satz, willkommen sind alle, die alle willkommen heißen, schon sehr auseinandergesetzt und finden ihn einerseits super und andererseits eben auch manchmal ein bisschen, ist natürlich schwierig, weil es auch ausgrenzend ist. Aber dann gesagt, niemand wird bei uns an der Tür gefragt, was für eine politische Haltung er oder sie hat. Jede Person darf kommen unter diesem Vorzeichen und das können wir ja nicht kontrollieren oder so. Also bisher ist es so gewesen, dass nur Menschen kamen, die diese Offenheit mitgebracht haben. Und ich auch auf Instagram merke, wir sind da noch nicht so in den Fokus geraten. Ich rechne immer wieder mal damit, dass es irgendwann vielleicht auch mal jemand kommt, der einfach ein bisschen Unruhe stiften will oder so. Da sind wir schon in Habachtstellung und hoffen, dass wir das dann irgendwie unter die Füße kriegen. Aber tatsächlich ist das irgendwie, glaube ich, unter dem Vorzeichen, dass es, wenn dann nur irgendwie eine Gruppierung sein könnte, die irgendwie sagt, wir wollen da jetzt mal ein bisschen Radau machen, was für eine politische Haltung die Menschen haben, die kommen, das hört man dann raus. Und da ist die politische Haltung schon sehr ähnlich. Aber solange jemand kommen würde und sich so verhalten würde, dass alle willkommen sind, die jetzt da sind und die alle willkommen heißen. Sind wir ja nicht kontrollierend unterwegs, aber da sind wir irgendwie wie so eine Nische, ne, für die und ich glaube, das ist so schon so ein safer Space geworden, dass die, die kommen, sich dann auch sehr sicher fühlen, auch wenn fast immer neue Leute dabei sind oder sich nicht alle kennen. Das ist bestimmt anders als in der klassischen Gemeinde, die zum einen größer ist und wo das über viele Jahre, Jahrzehnte gewachsen ist, wo manche auch so reingewachsen sind, die ja nicht unter so einem Vorzeichen zusammenkommen. Was man eigentlich meinen könnte, es könnte in der nächsten Liebe alles klar sein, aber das scheint ja nicht so zu sein. Noch sind wir da so ein bisschen behütet. Ich merke, dass wir gerade sehr unterschiedliche Ebenen bespielen. Also wir waren gerade bei Jason noch an den EU-Außengrenzen und jetzt direkt mitten im behüteten Heidelberg. Und dazwischen ist ziemlich viel los. Also ich glaube, ich würde es nochmal so versuchen. Jason, du hast am Anfang auch von Palantir erzählt und dass du da ein bisschen dich mehr mit beschäftigt hast. Ich würde nochmal die Kapitalismuskritik stark machen, die ich in unserem Live-Gespräch auch am Biggesee formuliert habe. Also ich glaube schon, dass wir einfach global eine Verteilungsungerechtigkeit haben, die tatsächlich diese ganzen Probleme mehr oder weniger stark schürt. Und das wird dann mit Palantir nochmal deutlich. Das wird ja auch von sehr wenigen Menschen kontrolliert und diese wenigen Menschen haben Zugriff auf sehr sehr sehr viele Menschen und diese Dynamik haben wir im Kapitalismus, so wie er jetzt heute vorherrscht, einfach immer wieder, also dass sehr wenige sehr vieles kontrollieren und dass es ziemlich gut gelingt dass die ganz vielen auf dieser Welt gegenseitig eigentlich ausgespielt werden Also gegeneinander ausgespielt werden und dann ist es plötzlich die Sorge von ganz normal verdienenden Mittelschichtlern in Deutschland, wer da jetzt aufgrund von Hungersnot, aufgrund von Krieg oder so versucht, irgendwie noch ein kleines Stück vom Kuchen zu bekommen. Und was wir dabei aus dem Blick verlieren, jetzt werde ich wohl sehr, sehr, sehr plakativ, aber wer eigentlich die Bäckerei betreibt. Also ich glaube, solange wir uns um die Krümel irgendwie streiten und schauen, welche Bevölkerungsgruppe kann man gegen welche wieder ausspielen, nützen wir den Milliardären auf dieser Welt. Und die hocken da einfach überall mit drin. Und solange das der Fall ist, glaube ich, wird es immer wieder eine Gruppe geben, die verliert. Und da sind wir jetzt noch praktisch so im Mittelfeld dabei. Also ich habe auch Kommentare gelesen, die unser erstes Gespräch gehört haben. Die meinten, ja, da sind halt jetzt vier weiße Bürgis, die irgendwie noch recht privilegiert einfach da sitzen und sich da den Kopf zerbrechen. Und da ist ja natürlich was dran an dieser Kritik und gleichzeitig würde ich sagen, naja, solidarisch fühle ich mich mit den allermeisten Menschen auf der Welt, nämlich mit den 99 Prozent, die nicht das Großkapital und auch die Macht und die Überwachungssoftware und so weiter haben. Also da würde ich sagen, müsste man eigentlich ansetzen und tatsächlich eine Politik der Umverteilung machen. Wir haben auch schon davon gehört, in den Stadtteilen ist das Geld knapp, in den Kommunen ist das Geld knapp. Es werden Projekte einfach zusammengestrichen und die Menschen merken das so langsam, dass das Geld irgendwie ausgeht. Aber das Geld ist ja nicht weg, sondern es ist in den Taschen von ganz wenigen. Und da müsst ihr eigentlich wieder raus. Das kann ich gut christlich-theologisch auch begründen. Ich weiß aber, dass es eben auch andere Erzählweisen des Christentums gibt und da muss ich halt ein bisschen streiten. Und da nehme ich dann gern die Kommunikationstipps, die du mitgebracht hast, ja, so ein... Ich habe vorhin gehört, die Große Koalition ist gerade dabei, sich darauf festzulegen, dass es einmal ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 oder unter 14 gibt. Aber das soll gekoppelt werden mit einer Steuer für Digitalkonzerne. Das wäre mal was. Mal gucken. Ja, ich muss sagen, dass mich das auf jeden Fall hoffnungslos macht, zu sehen, wie wir uns, wie wir kleinen Lichter uns hier bekriegen und irgendwie gegenseitig nichts mehr gönnen und unsere Solidarität ja immer geringer wird. Und sich dann Menschen als Retter aufspielen oder Parteien als Retter aufspielen, die eigentlich für alle die Situation noch viel schlechter machen wollen, außer für sich selbst und eben das oberste 1% der Menschen. Wir richten quasi unseren Fokus und unsere ganze Energie dann auch immer auf die Falschen, wie ja jetzt im Sinne von ganz Deutschland gesprochen. Aber ja, wir bräuchten da wirklich eine andere Erzählung. Moritz, hast du gerade ja auch schon gesagt, eine andere theologische Erzählung. Ich finde, da wäre es jetzt echt mal an der Zeit. Ja, ich überlege nur, wie genau diese Erzählung dann auch die richtigen Menschen erreicht. Ich könnte mir schon vorstellen, dass solche Ideen, ich mache jetzt mal ein Beispiel bei den Linken, die haben ja einen sehr klaren Wahlkampf seit über einem Jahr, wo die ganz klar zum Beispiel auf die Wohnungsmietthematik hinweisen. Und ich glaube, dass es verfängt. Also die haben dadurch einen sehr, sehr starken Zuwachs gehabt, zum Teil auch zu Lasten von anderen progressiven Parteien, würde ich auch sagen, aber wahrscheinlich nicht nur. Ich glaube, dass sie da schon Potenzial haben und das zeigt mir, dass solche Ideen von Umverteilung und von Gerechtigkeit im Sinne von, es kann eben nicht sein, dass die 99 Prozent dann einfach ihr Geld nach oben weiterreichen. Ich glaube, dass das schon eine Sache ist, die auch stärker politikfähig ist. Also ich bin da nicht so hoffnungslos, muss ich sagen. Ich glaube, dass es da schon auch Argumente für geben kann. Also auch zum Beispiel, weil man im Vergleich EU, China, EU, gerade auch die USA, dass da deutlich wird, man kann sich jetzt die Butter auch nicht so vom Boot nehmen lassen. Da haben die, glaube ich, auch keinen Bock drauf. Und auch da gibt es, glaube ich, dann eine gewisse Idee von, wir müssen da handlungsfähiger werden und müssen ein Stück weit mehr für uns, für unsere Interessen eintreten. Und das führt eben auch zu einem gewissen Zusammenrücken, möglicherweise. Wir wollten es ja praktischer werden lassen. Bei mir läuft die ganze Zeit schon mit, oh nein, wir müssen mehr auf die Praxis. Ich würde einfach von euch gerne aus der Praxis auch noch ein paar gute Ideen hören, wie das denn tatsächlich in einem Gottesdienst, im Gespräch, an der Bar oder mit dem Nachbarn, der Nachbarin im Hausflur oder in der Bäckerei oder sonst wie aussehen kann. Also können wir da schon mit unserer solidarischen Erzählung und unserer hoffnungsvollen Erzählung anknüpfen. Also ich kann auf jeden Fall mal ein Beispiel nennen, was ich in den letzten Wochen so organisiert habe. Und zwar habe ich von den Prüfdemos mitbekommen. Ich weiß nicht, ob die euch was sagen. Das sind Demonstrationen, die die Forderung haben, dass das Bundesverfassungsgericht rechtsextreme Verdachtsfälle prüfen soll auf ihre Verfassungsfeindlichkeit. Und die Idee ist, dass man da dann ein Verbotsverfahren eventuell in Gang bekommt und dafür muss entweder der Bundesrat oder der Bundestag oder die Bundesregierung den Antrag sozusagen stellen beim Bundesverfassungsgericht und jetzt ist die Idee, dass man so lange vor den Landesparlamenten oder in den Landeshauptstädten demonstriert, bis es dafür eine Mehrheit gibt im Bundesrat und die ersten Länder haben jetzt schon zugestimmt und ein paar werden noch gesucht, unter anderem auch Baden-Württemberg, wo ich lebe. Und da war jetzt am Valentinstag die erste Prüfdemo. Also immer am zweiten Dienstag jeden Monat wird demonstriert deutschlandweit in den Landeshauptstädten. Und ich weiß jetzt nicht, ob das der optimale Weg ist. Also ich glaube, wenn ich mir jetzt an meinem Schreibtisch eine Lösung für die ganzen Probleme überlegen könnte, würde ich wahrscheinlich was anderes irgendwie, habe ich ja vorhin schon geteilt, mir überlegen. Aber ich habe gemerkt, okay, da ist eine Energie drin, da ist Potenzial drin, auch tatsächlich eine sehr breite Bevölkerungsschicht zusammenzubekommen, weil es eben nicht so eine extreme oder so eine kämpferische Forderung ist, sondern eigentlich einfach der Appell, dass die demokratischen Prozesse funktionieren und dass die Institutionen ihre Arbeit machen. Und dann dachte ich, wäre es ja schlau, dazu einzuladen. Ich habe mich gemeinsam mit einer Kollegin zusammengeschalten. Die hatte mich auf die Prüfdemo schon im Dezember hingewiesen. Es hat dann noch ein bisschen gedauert, bis die Schwaben auch am Start waren in Stuttgart. Und jetzt war es soweit. Und dann haben wir gedacht, wäre doch schön, wenn wir noch ein Rahmenprogramm machen könnten. Und dann haben wir ein paar Stunden vorher eingeladen und hatten dann echt eine gute Zeit zusammen, haben noch Leute aus dem Schmuckhaus, das ist so eine kreative Gründung auch bei uns in der Kirche, dabei gehabt. Die haben Material für Demoplakate mitgebracht, dann konnte man kreativ Plakate gestalten, sich vernetzen, ins Gespräch kommen und dann haben wir noch eine kleine politische Andacht mit Abendmahl gefeiert. Und da habe ich dann gemerkt, wir können theologisch dem Ganzen schon auch nochmal was mitgeben, was ohne fehlen würde, also mir zumindest in meiner Frömmigkeit. Und bei diesem Abendmahl, methodistisches Abendmahl, das heißt, das ist offen für alle, konnten wir dann Brot und Saft teilen in dem Wissen, dass unser Kreis niemals geschlossen ist, sondern dass für alle Menschen ein Platz ist, am Tisch des Herrn sozusagen. Und haben das mit Gedanken der Fürbitte, der Feindesliebe, der Offenheit. Also wir haben uns theologisch da schon auch dann selbst herausgefordert, dass wir jetzt nicht in irgendeiner Antihaltung auf die Straße gehen und alles niederbrüllen, sondern dass wir versuchen, uns für eine offene Gesellschaft für alle einzusetzen. Und diese Kombination aus zuerst in der Hoffnungskirche in Stuttgart zusammenkommen, ein bisschen singen, ein bisschen beten, Abendmahl feiern, sich austauschen und dann gemeinsam mit den selbstgestalteten Schildern zu dieser Demonstration gehen, da habe ich schon gemerkt, dass da eine Kraft drin liegt und zum Glück waren dann bei vier Grad und Regenwetter trotzdem ein paar tausend Menschen aus dem Schlossplatz. Ich glaube, wenn da dann nur 100 gewesen wären oder so, wäre es auch demoralisierend geworden. Aber so war es echt schön, als kleine methodistische Demogruppe loszuziehen und dann Teil von etwas Größerem zu werden. Und das war sehr, sehr praktisch und findet jetzt nächsten Monat wieder statt. Also wer Lust hat, 14. März, kommt nach Stuttgart oder geht in eure Landeshauptstädte und fordert eine Prüfung. Fand ich eine richtig coole Aktion, als ich das mitbekommen habe. Also großartig auch mit diesem gemeinsamen Beginn, von dem ihr da berichtet habt. Das fand ich richtig gut. Wir sind ja jetzt hier in meiner Gründung echt oft so ein ganz kleiner Haufen, sind irgendwie acht oder zehn Leute. Und als Gruppe noch nicht irgendwie so eng zu sein. Also wir fühlen uns irgendwie zugehörig oder viele fühlen sich zugehörig, Aber es ist so ein bisschen unverbindlich bei vielen. Aber wir haben uns jetzt als Gründungsteam schon noch mal darauf verständigt, dass es viel um Vernetzung auch geht und sprachfähig bleiben und sich zeigen. Und ich habe das auch jetzt in der Stadt versucht und habe mit der Sozialbürgermeisterin mal Kontakt aufgenommen und einfach auch als kirchliche Stimme zu sagen, es gibt auch sowas. Und wir wollen auch gerne mitwirken an verschiedenen Stellen, ob das jetzt irgendwie am runden Tisch für Vielfalt ist oder beim interreligiösen Dialog oder so. Und da habe ich auch eine große Wertschätzung wahrgenommen, dass die sich total freuen, dass es da auch christliche Stimmen gibt, die so hinterher sind und sagen, wir wollen uns gerne beteiligen und glauben, dass das wichtig ist, dass überhaupt diese Vernetzung, die wir auch in anderen Bereichen haben, jetzt nicht nur in die Stadt hinein, sondern für jeden irgendwie voneinander zu erfahren. Das schlägt vielleicht den Bogen zu der Unruhigen Hoffnungskonferenz, dass wir voneinander wissen und dass wir uns auch zeigen und dass man aber auch nicht nur in dieser kirchlichen oder christlichen Bubble bleibt, sondern darüber hinausgeht. Weil ich glaube, dass das schon auch verfangen kann, wenn sich Kirchen positionieren oder kleine Gemeinden positionieren oder so. Das wird schon wahrgenommen. Ja, und ich würde nochmal unterstreichen, das gilt auch für Einzelpersonen. Ich spreche ja über meine Arbeit auch mit meinen NachbarInnen oder bin ja auch an der Uni in einem interdisziplinären Verbund beschäftigt und bin häufig mit Vorurteilen gegenüber ChristInnen oder der Theologie der Kirche konfrontiert. Sobald Menschen dann aber merken, wie meine Einstellungen sind, dass ich Teil von schöner Glauben bin und so weiter, finde ich, öffnet das Türen. Und ja, ich hatte gerade eben so den Gedanken, die Rechten, die nutzen ja ziemlich stark die christlichen Narrative als Legitimation für ihre Position. Ich finde, wir dürfen die selber wieder zurückerobern und damit auch sichtbar werden, im Kleinen wie im Großen. Ja, vielleicht ist das, was ich mir mitnehmen möchte, so für die nächsten Wochen. Ich habe das auch wahrgenommen, da war ja in Sachsen-Anhalt im AfD-Wahlprogramm dieses Jahr, wir werden den großen Kirchen, den Katholiken, den Evangelien, werden wir den Geldhahn zudrehen, aber die Freikirchen, die finden wir toll. Woraufhin dann im Grunde die Freikirchenverbände dann aber gesagt haben, aber wir finden nicht toll, von euch vereinnahmt zu werden. Hat es bei Christmann zum Beispiel einen tollen Artikel gegeben, wo dann deutlich wurde, da gibt es schon auch sehr stabile Abgrenzungen. Ich glaube, am Ende, wir müssen ja die Demokratie nicht retten, weil das ist ein Gemeinschaftsprojekt. Wir machen das nicht alleine. Und wir haben einen Anteil zu tun, wir können etwas beitragen und ich denke, bei uns ist es dann vor allen Dingen auch so der, Sektor, den wir erreichen, wo Menschen mit uns im Gespräch sind, wo wir reingehen können und ich zumindest habe das in der letzten Zeit häufig erlebt, zum Beispiel auf Facebook eine Diskussion miterlebt. Gerrit Rohhage, sehr konservativer, evangelikaler Mensch, der sich über christlichen Nationalismus Gedanken gemacht hat und im Grunde gesagt hat die These aufgestellt hat ja, eigentlich sind die progressiven schuld, dass die AfD so einen Aufschwung hat wo ich überhaupt nicht der Meinung bin, aber der spannende Aspekt da war dass für ihn zumindest ganz ganz klar war die AfD und auch der christliche Nationalismus Das sind Irrwege, die können Evangelikale nicht mitgehen und wehe denen, die Evangelikalismus und Rechtsextremismus irgendwie in eine Nähe rücken. Auch wenn ich da Fragen habe, zeigt mir das aber doch, ich glaube, dass es in Deutschland schon ein sehr starkes Fundament gibt, ein Wertefundament, was wir christlich auch befeuern können. Eben dieses Fundament, was die Würde des Menschen hochhält, was am Ende auch sagen würde, es ist ziemlich egal, aus welchem Land du kommst, es ist ziemlich egal, welche Religion du hast und wie du lebst. Am Anfang steht erstmal Gottes Ja zu den Menschen und das ist als christliche Gemeinschaft der Ausgangspunkt. Da können wir nicht hinter zurückgehen. Und das ist das, was wir auch verkörpern müssen. Und ich habe den Eindruck, das erodiert momentan noch nicht. Ich erlebe das so, dass das eigentlich etwas ist, wo sich sehr, sehr viele unterschiedliche Christenmenschen die Hand geben können und sagen können, darauf können wir uns zumindest verständigen. Und ich glaube, da lässt sich drauf aufbauen. Dass wir in die Richtung, was ich vorher noch gesagt habe, irgendwie Minimalziele finden. Also miteinander ein Minimum finden und nicht gleich irgendwie auch an der Frömmigkeitsausrichtung oder in der Theologie im Gesamten irgendwie zusammenkommen müssen. Aber es müssen halt Grundfesten dann auch stehen, finde ich. Und das ist ja auch nicht immer ganz einfach. Also wir können uns ja vielleicht irgendwie auch auf das Doppelgebot der Liebe irgendwie alle verständigen. Aber ich hatte neulich in dem Gespräch schon das Gefühl, aber wir gehen trotzdem von unterschiedlichem aus, wie das dann aussieht. Und trotzdem wäre ich bei dir, dass wir uns da auf so Grundsätzliches verständigen müssen und bei anderem auch stehen lassen müssen. Das ist auch gut methodistisch. Ja, dann lasst uns doch ein gemeinsames Bärminimum suchen, das definieren und was dann Princess Treatment ist, das müssen alle irgendwie für sich wissen. Bei mir ist es diese Umverteilung. Ja, aber vielleicht auch das, was wir in den Kommentaren diskutieren können und vielleicht brauchen wir gar kein Schlusswort für diese Folge, sondern vielmehr eine Schlussfrage. Ich glaube sowieso, dass wir diese ganze Frage nicht abschließend bearbeiten können oder beantworten können. Und vielleicht ist das ja auch gerade das, der Punkt der Hoffnung stiftet, dass wir uns darüber weiter austauschen können und wissen, dass wir eben nicht alleine sind. Ich fand, das hat heute schon mal richtig gut geklappt, mit euch dreien den Faden nochmal aufzunehmen aus dem Januar. Und bin gespannt, was unsere HörerInnen dazu zu sagen haben, vielleicht noch eigene Ideen beizusteuern. Danke Damaris, danke Jason, danke Moritz für eure Gedanken und danke eigentlich fürs Zuhören. Danke und ciao. Macht's gut. Tschüss. Dieser Podcast ist Teil des Ruach-Jetzt-Netzwerks. Die Musik stammt von Postlob. Mehr Infos auf postloop.com.