Hallo. Hallo. Hallo, schön dich zu sprechen, Donia. Und auch herzlich willkommen an Florian Schäfer. Wir haben heute einen wundervollen Gast mit dabei. Hallo. Hi. Ja, willkommen zu unserer nächsten und auch letzten Podcastaufnahme in 2025. Ich bin ehrlich, ich glaube, das kommt sowieso im Januar frühestens raus. Also es ist für euch die erste Podcastfolge in 2026. Und wir starten mit ganz wundervollen Themen in dieses Jahr. Und zwar alles Mögliche an Fabelwesen von Vampiren über Einhörner bis zum Krampus. Beziehungsweise darüber lernen wir noch einiges heute, was da nie einzuordnen ist. Genau. Und wir haben, wie gesagt, heute Florian Schäfer dabei. Und Florian hat unter anderem das Projekt Forgotten Creatures, von dem wir gleich noch mehr hören werden. Aber ich stelle Florian gleich nochmal ausführlich vor, beziehungsweise bitte ihn auch selber noch ein bisschen was über seine Projekte zu erzählen. Und vorher starten wir mit unserer Kategorie You Wonder. You Wonder. Ihr fragt und wir antworten. Ja, und zwar in der letzten Folge haben wir ja eine Podcast-Folge zu Vampiren gemacht. Wie man vielleicht in der Folge gemerkt hat, sind Dunja und ich vollkommen begeistert gewesen beim Thema. Ja, wir lieben Vampire. Wir finden die richtig toll. Und ihr findet die auch richtig toll, haben wir jetzt herausgefunden. Und ihr kennt euch auch richtig gut aus und habt noch total die spannenden zusätzlichen Infos für uns. Und die Frage, die uns aus der Community erreicht hat, war eigentlich dieses Mal keine Frage, sondern ein Kommentar und einen, über den ich total dankbar und froh bin. Und zwar geht es jetzt nochmal darum, was ist denn eigentlich auch der medizinische Hintergrund von Vampiren beziehungsweise von dem Vampir-Mythos? Und ich weiß nicht, ob das viele von euch wussten. Ich hatte es tatsächlich irgendwo im hinteren Teil meines Gehirns abgespeichert, aber natürlich in der Podcast-Folge streblicherweise gar nicht erwähnt. Aber es gibt eben auch eine genetische Krankheit, die ja manche Menschen auf der Welt eben haben und die manchmal als sogenannte Vampirkrankheit bezeichnet wird. Und zwar sind es die sogenannten, jetzt Achtung, ich versuche es auszusprechen, Horfyrin. Ja, ich glaube, es heißt so. Und es gibt unterschiedliche Sorten davon. Und es geht nämlich, es ist also quasi eine Stoffwechselerkrankung der Hemmsynthese. Und jetzt, ihr merkt schon, ich bin wirklich auf ganz dünnem Eis. Ich habe nämlich wirklich keine Ahnung von Medizin. An der Stelle muss ich das mal sagen. Und deswegen berichte ich jetzt quasi das, was mir wiederum an Infos weitergegeben wurde. Ich finde es aber mega interessant. Und zwar ist es halt eben so, wenn man diese Stoffwechselerkrankung eben hat, dann gibt es unterschiedliche Merkmale, die eine Person haben und aufweisen kann, die aber eben ähnlich sind zu dem, was wir von Vampiren kennen, aus der Vampirlore. Und zwar, ich habe das bekannteste, ist eben der Punkt Lichtempfindlichkeit. Also man spricht auch von Fotosensibilität. Das heißt, die Betroffenen haben, also für die sind es total unangenehm, in Sonnenlicht zu gehen. Beziehungsweise es führt tatsächlich sogar dazu, dass sie richtige Verletzungen haben können. Also dass sie starke Schmerzen haben, dass sich so Blasen auf der Haut bilden oder Narben. Was dazu führt, dass eben die Betroffenen oft auch das Tageslicht meiden. Und manche sogar sagen, dass sie sozusagen nachtaktive Wesen sind, sodass es auch vielleicht ein bisschen... Ja, weit aus dem Fenster gelehnt zu sagen, wir wären allein nachtaktiv, aber ich habe eben auch einen Freund, der davon betroffen ist und der sich dann mit solchen Methoden hilft, wie mit Make-up oder mit einem Sonnenschirm und so weiter. Also da muss man einfach so ein bisschen, ja, damit einfach dann lernen, umzugehen. Und es kann aber auch dazu führen, was ich auch total interessant fand, was ich nicht wusste, ist, dass das Aussehen von den Betroffenen bei sehr schweren Formen auch betroffen sein kann. Das heißt, es kann zu Vernarbungen kommen. Es kann sein, dass Finger oder Ohren, also dass die Finger verkürzt sich verkürzen oder dass Finger und Ohren eben kürzer werden oder eben sich verändern, also von der Form verändern. Genau. Und es kann sogar dazu führen, dass sie mehr Haarwuchs im Gesicht haben. Also das finde ich wirklich total faszinierend, was da alles mit zusammenhängt. Und es gibt sogar eben auch eine Assoziation mit Blut, weil eben bei dieser Stoffwechselstörung es sein kann, dass der Urin dunkler gefärbt ist oder die Personen auch Blutarmut haben, also das heißt eben sehr blass sind. Was ja auch in einigen dieser oft wiederholten Darstellungsformen von Vampiren ein zentrales Motiv ist, vor allem die blasse Haut. Und ich hatte ja auch über Knoblauch gesprochen und habe mich ja dann so unglaublich toll darüber gefreut, dass ich jemanden Bezug zu der Phytotherapie machen konnte. Und da gibt es tatsächlich sogar auch nochmal einen Bezug bei denjenigen mit dieser Stoffwechselstörung. Und zwar ist es so, dass es sein kann, dass der Knoblauch dieses Porphyrin-Symptom verschlechtert, weil das nämlich damit zusammenhängt, dass es so Schäfelverbindungen im Knoblauch gibt, die das, ja, diesen Hemmstoffwechsel negativ beeinflussen und das wiederum hätte in diesen Mythos des Knoblauchs als Vampirabwehr eben hineingespielt, so ein bisschen der Punkt. Und ich mache an der Stelle auch ein, beende mal auch so ein bisschen den Rundumblick. Ich finde es aber eben total interessant, einfach nur mal so als Hinweis, dass es eben auch Fallbeispiele gibt und das ist jetzt hier bei den Vampiren, finde ich, sehr interessant zu sehen, wo einfach auch naturwissenschaftliche Faktoren, also biologische, medizinische, chemische und so weiter, eine Wechselwirkung haben mit der Bildung von Mythen, mit der Bildung von Lore und eben auch Fantasywesen, sowie die Vampire. Also auf jeden Fall an der Stelle ganz großes Dankeschön an den Kommentar und schreibt gerne in die Kommentare zu unserer Podcast-Folge, was ich jetzt alles noch erwähnen sollte dazu oder was ich jetzt auch vielleicht noch, genau, was man da vielleicht auch noch, wo man noch weiter recherchieren könnte. Ich finde es auf jeden Fall mal sehr, sehr spannend. Auf jeden Fall. Also das nochmal zum Thema Vampire. Aber damit würde ich auch bei den Vampiren an dieser Stelle gerne Punkt machen und uns zu unseren heutigen Themen kommen. Und die bringt nämlich Florian heute mit. Genau, nochmal herzlich willkommen. Vielen Dank an dich, dass du hier bist. Florian, wir kennen uns ja schon aus verschiedenen Kontexten eine ganze Weile und haben uns jetzt eben zuletzt im Oktober auf der Buchmesse in Frankfurt getroffen. Und dort warst du mit deinem Projekt Forgotten Creatures und hast deine Bücher vorgestellt. Du bist selber Autor und Sagenforscher. Und ich habe schon herausgequetscht und herausfinden dürfen, dass du selbst einen Hintergrund hast, auch in der Naturwissenschaft und im internationalen Naturschutz und bist aber, wie du sagst, dann zu den Gesellschaftswissenschaften geswitcht und fühlst dich da irgendwie auch wohler. Und genau, das ist auf jeden Fall eine total interessante Biografie, die du da hast und ein super cooles Projekt. Und darf ich dich bitten, einfach selber nochmal was zu deinem Projekt zu erzählen. Was genau macht ihr eigentlich? Wie kam es zu der Idee? Und ja, was habt ihr denn für Teilprojekte, die da mit dranhängen? Ja, vielen lieben Dank für die Einladung zu eurem Podcast. Das hat mich sehr, sehr gefreut. Das Projekt Forgotten Creatures gibt es jetzt schon eine ganze Weile, wie du gerade schon gesagt hast. Ich habe meine akademische Laufbahn als Naturwissenschaftler begonnen, habe Biologie und internationalen Naturschutz studiert, kam aber tatsächlich auch in der Zeit schon mit verschiedenen Sagen und Mythen in Kontakt. Zum Beispiel, wenn ein unterirdisch fließender Bach durch Zwerge erklärt wird, die Menschen das Wasser abgraben oder Ähnliches. Großartig. Im Laufe der Zeit haben Menschen ja immer irgendwie versucht, Dinge in ihrer Umwelt zu erklären. Und ganz häufig waren auch eben Mythen, vor allem eben Sagen, ein Teil solcher Erklärungsversuche. Vor einigen Jahren, mittlerweile 2017, habe ich das Projekt Forgotten Creatures gestartet mit der Idee, ein wenig nachzuforschen und zu schauen, wie die ursprünglichen Fabelwesen, insbesondere unserer regionalen Märchenmythen und Sagen, aussehen. Warum Menschen im Laufe von Jahrhunderten an diese geglaubt haben. Und in dem Zuge sind Ausstellungen, aber vor allem auch Bücher und da anfangs vor allem Sachbücher entstanden. Denn man kann und leider muss man das heutzutage sagen, Menschen reisen häufig an die entlegensten Orte der Welt, um irgendwelche mythischen Geschichten zu hören, wollen nach Skandinavien, um Treu-Geschichten zu erleben, nach Island für Elfenbeauftragte. Aber dass wir selber einen sehr, sehr dichten und weitläufigen Sagenschatz haben, unzählige Geschichten, die sich früher erzählt wurden, das wissen die wenigsten Menschen. Ich versuche mich dafür so ein bisschen einzusetzen, dass dieser Teil unserer Kulturgeschichte nicht untergeht. Das mache ich auch nicht allein. Ich habe noch ein, zwei Leute mit dem Team, insbesondere die Volkskundlerin Janine Pisarek, die sozusagen aus ihrer volkskundlichen Sicht vieles beisteuert. Ich selber eben habe so den naturwissenschaftlich-kritischen Blick, aber arbeite mich auch immer mehr autodidaktisch eben in die Volkskunde ein. Super spannend. Und ihr habt unterschiedliche Bücher auch schon veröffentlicht, also sowohl Sachbücher als auch Romane. Kannst du dazu nochmal was sagen? Ja, wir haben 2020 im Rahmen unserer ersten Ausstellung auch das erste Sachbuch veröffentlicht. Ursprünglich sollte das nur so ein Ausstellungsbegleitband von 20 Seiten werden. Aber wir hatten dann irgendwie 200 Manuskriptseiten und haben dann gesagt. Vielleicht wird es doch ein ganzes Buch und haben dann das Glück gehabt, den Wissenschaftsverlag Bölau zu finden. Die sind jetzt mittlerweile schon zweimal aufgekauft worden, gehören jetzt zu Dirk Reuter. Und da haben wir damals das erste Buch veröffentlicht. Ein paar Jahre später folgte dann mit Fabeltiere das zweite Sachbuch. Und da versuchen wir wirklich. Ja, in netter Form Menschen die Hintergründe zu erklären. Also es sollen keine Fachbücher für andere Wissenschaftler in dem Sinne sein, sondern mit ein bisschen Witz und Charme wirklich die Kulturgeschichte hinter Fabelwesen zu erläutern. Mit Fokus auf dem deutschsprachigen Raum, weil das schon mit der Quellenlage und sprachlichen Hürden oft schon schwer genug ist. Da fangen wir gar nicht erst an, wenn wir das, im englischen Bereich würde es vielleicht noch gehen, aber wenn wir zum Beispiel nach Osteuropa gehen, wenn dann alle Quellen auf Russisch sind, wird es wirklich, wirklich schwierig. Von daher ist unser Fokus erstmal der deutschsprachige Raum. Aber wir wandern dann trotzdem sehr schnell ab, wenn es um die Tiefenrecherche geht. Und ja, tatsächlich kam dann vor ein paar Jahren ein weiterer Verlag auf mich zu und fragte, ob wir nicht auch Interesse hätten, mal sowas in die Fantasy-Richtung zu machen. Und da habe ich dann ein Konzept erarbeitet, eine historische, ich sag mal, historische Fantasy zu schaffen, unter der Maßgabe, dass all die Märchen und Sagen eben tatsächlich existieren. Also so eine Art Alternate History. Und da setze ich mich eben auch ganz viel mit Themen um Naturschutz und Ähnliches auseinander. Ah, da kommt dann der Naturschutz wieder zurück ins Spiel. Aha, cool. Definitiv. In gewisser Weise ist das, was ich jetzt mache, dann Kulturschutz statt Naturschutz. Also die Wesen, die Fabelwesen vor dem kulturellen Aussterben zu bewahren, weil das passiert ja durchaus auch. Wir werden ja auch heute sicherlich merken im Gespräch, dass sich Wesen verändern, dass Ursprünge verloren gehen und ich versuche mich schon so ein bisschen dafür einzusetzen, dass das nicht passiert. Und das funktioniert natürlich auch mit Fantasy-Romanen ganz gut, wobei das immer eine Gratwanderung ist, weil eine fantastische Bearbeitung ja immer bedeutet, dass man sich von einer Vorlage entfernt. Und in diesem Spannungsfeld bewege ich mich dann eben damit auch. Aber es hilft auch sehr, um unsere sachliche Arbeit weiter voranzubringen und populär zu machen. Super spannend. Also da sind jetzt schon so ein paar Stichworte gefallen, die ich super interessant finde. Und zwar, also einmal finde ich, ja, also ich betrachte uns ja wirklich als Kollegen insofern, als dass wir hier alle irgendwie Wissenschaftskommunikation machen in unseren jeweiligen Feldern und auf unsere verschiedenen Methoden. Und von daher finde ich dein Projekt auch einfach ein richtig cooles Beispiel für, wie kann man eigentlich auch Wissenschaftskommunikation machen, also in dem Fall in Bezug auf Kulturgeschichte, also vielleicht Geschichtsforschung oder entweder auch Kulturanthropologie oder historische Kulturanthropologie, super cool. Und dann hast du ja erzählt, ja, diese Alternative Realities, what if, also was wäre denn, wenn es diese Tiere, diese Fabelwesen dann tatsächlich gäbe? Und jetzt sind wir ja ReligionswissenschaftlerInnen und beschäftigen uns ja auch mit der Frage, was Leute tatsächlich auch glauben und wovon Leute ausgehen und annehmen. Ist das eine Sache, die du auch erlebt hast, dass Personen dich ansprechen und mit dir über die Existenz von meinetwegen Einhörnern oder irgendwelchen, was auch alles so ein Programm ist, nach irgendwelchen Tierenfragen und so sagen, ja, aber guck mal, das muss es doch eigentlich schon wirklich geben. Das ist halt nur nicht irgendwie gut dokumentiert, aber eigentlich ist das eine biologische Tatsache. Also erlebst du das auch? Ja, tatsächlich relativ häufig. Insbesondere auf den größeren Messen kommen sehr häufig Menschen, auch bei Lesungen. Und eine sehr häufige Frage ist, ob ich selbst an Wesen, über die ich schreibe oder erzähle, glaube. Ich antworte dann immer, dass das irrelevant für die kulturgeschichtliche Bearbeitung dieser Thematik ist. Ah, wie Religionswissenschaftlich von dir. So gehen wir auch mal antworten. Weil darum geht es halt im Endeffekt ja auch nicht. Mich interessiert auch weniger, was Menschen heute glauben, wenn ich mich den Fabelwesen und ihrer Kulturgeschichte widme, sondern was Menschen früher geglaubt haben. Und ein Funfact ist, wenn man sich heute Pagane oder esoterische Kreise anschaut, sind die Fabelwesenvorstellungen, zum Beispiel Gnome, Wichtel, was auch immer. Deren Weltbild ist näher an der Fantasy als der historischen Überlieferung. Und da merkt man dann sehr, sehr schnell, dass heutzutage, oder eigentlich ist das auch schon immer, man sich natürlich auch von literarischen Vorlagen sehr stark inspirieren lässt und das trifft auch auf diese eher, sage ich mal, religiöse Sichtweise auf Naturgeister oder ähnliches zu. Also kann man ganze Büchereien füllen mit irgendwelchen Büchern über Naturgeistern und ihre Anbetung, wie man sie herbeiruft. Und das, also modern, historisch sicherlich auch, aber das ist ja nie verschwunden, sage ich mal. Ja, ja. Ja, davon hatten also Dunja schon von einigen interessanten Geistern berichtet, die so in der japanischen Mythologie eine Rolle spielen. Genau, also ich habe letztens von meinem Kollegen Moritz Maurer erfahren, dass es dazu auch ein komplettes Forschungsfeld gibt, die Kryptozoologie, also Menschen, die, ja, okay, ich sehe schon, du atmest tief ein. Was heißt das jetzt? Das hast du auch schon mal erlebt oder gehört, das wurde schon mal an dich herangetragen. Da müssen wir ein bisschen unterscheiden. Das sind natürlich auch Leute, die durchaus auch mal auf mich zukommen. Also die Kryptozoologie ist ja eine relativ neue Pseudowissenschaft, die von sich behauptet, mit wissenschaftlichen Methoden nach der Existenz von bisher nicht belegten Tierarten zu forschen. Leider benutzen sie dabei häufig keine wissenschaftlichen Methoden. Wenn das jetzt bestimmte Menschen hören, werden die sich sicherlich sehr, sehr darüber aufregen. Aber leider erfüllt die Kryptozoologie nicht die Kriterien einer heutzutage ernstzunehmenden Wissenschaft. Das ist schade. Aber es passiert eben unter der Prämisse, zum Beispiel in den Alpen wird dann der Tatzelwurm gesucht, Nessie und Co. Das hat aber häufig nur geringe Schnittmengen mit Sagen und Mythen. Ah ja, das ist interessant. Man denkt halt so, das sind dann alles Wesen, über die sich schon früher sehr viel erzählt wurde. Aber zum Beispiel Nessie ist ein absolut modernes Phänomen. Da gibt es noch gar nicht lange Aufzeichnungen zu. Und der Tatzelwurm zum Beispiel als. Katzenartiger Drache. Also es ist quasi ein Drache mit einem Katzengesicht. Super Cat-Content. Perfekt. Ja, ich bin direkt ganz niedlich. Der steht schon auch in einer gewissen Tradition von Drachenvorstellungen, Aber so, nun ja, also es ist schon schwierig. Ich positioniere mich eher gegen die Kryptsoziologie. Ich höre da eine gewisse Skepsis raus, Florian. Immer, die ist immer da. Und das enttäuscht häufig auch Leute sehr, wenn ich die Dinge entzaubere. Ich versuche sie aber auch wieder ein Stückchen zurück zu verzaubern. Darüber werden wir gerne später mehr. Aber häufig bedeutet diese Arbeit, sich mit der Kulturgeschichte von Fabelwesen zu beschäftigen, mit ihr Vorstellungen aufzuräumen, die heutzutage sehr, sehr stark kursieren. Und ich glaube, das werden wir heute an der einen oder anderen Stelle auch. Ich entschuldige mich schon mal vorher für geplatzte Träume. Oh, okay. Das ist okay. Das ist so ein bisschen das Leid der Naturwissenschafts-Fanzehnte. Okay, aber das fand ich immer total interessant, das ein bisschen so einzuordnen, die verschiedenen Felder, die hier so nebeneinander existieren mit Geschichte und Fabelforschung und Kryptozoologie und irgendwie Naturwissenschaft und alles dazwischen und dann noch die Religionswissenschaft als der Rahmen hier heute mal einzuordnen. Also vielen Dank dafür. Und dann würde ich auch sagen, starten wir doch einfach direkt schon mal in unsere erste Kategorie. I wonder, was geht eigentlich in unserer Welt? Aktuelles religionswissenschaftlich betrachtet. Genau, wir starten mit iWonder und tatsächlich ist iWonder heute auch ein bisschen gleichzeitig unsere religiöse VIP-Kategorie, weil es geht um den Krampus. Und also bei iWonder sprechen wir immer über aktuelle Anliegen oder aktuelle Geschehnisse. Und was ja jetzt im Dezember, ja vor allen Dingen in Tirol und also ich sage jetzt einfach mal grob gesagt in Österreich auf dem Land, also ich habe das versucht mal einzuordnen oder mir einordnen zu lassen, immer wieder zu beobachten ist, sind ja die Krampusläufe. Und jetzt haben wir natürlich heute einen Experten da, der uns darüber was erzählen kann. Und deswegen, lieber Florian, erklär uns doch mal, was der Krampus ist und was es mit den Krampusläufen eigentlich auf sich hat und wie das jetzt in dein Forgotten Creatures Projekt reinpasst oder wo es auch nicht reinpasst. Also inwiefern ist es ein Fabelwesen, wo ist es keins oder was ist es überhaupt? Da stellst du sehr, sehr viele große Fragen. Du fragst dich auch, was ist denn ein Fabelwesen überhaupt? Ja, stimmt. Womit man direkt aufräumen muss, ist das Fabel im Fabelwesen. Denn Fabelwesen haben nichts mit Fabeln zu tun. In Fabeln der literarischen Gattung tauchen ja Tiere auf, die sprechen können. Das ist wichtig festzuhalten. Damit haben Fabelwesen in der Regel nichts zu tun. Fabelwesen sind Kreaturen, manchmal menschenähnlich, manchmal tierisch, die sich in irgendeiner Art und Weise mystisch von unserer Tier- und Pflanzenwelt unterscheiden. Und dann wird es schon richtig, richtig schwierig, das wirklich wissenschaftlich zu definieren. Denn manche Tiere, die es gibt, galten manchmal als Fabelwesen. Aber viele Fabelwesen gelten erst in moderner Zeit als Fabelwesen, weil über Jahrhunderte man sie eigentlich als normale Tiere behandelt hat. Spannend. Und dann wieder andere waren schon immer rein fiktiv und Menschen haben fast nie an sie geglaubt, aber sie für bestimmte Zwecke benutzt. Beim Krampus ist es auch sehr, sehr spannend, denn wenn wir uns heutzutage durch Social Media bewegen, merken wir, dass der so eine richtige Renaissance feiert. Gerade in Amerika sind solche Umzüge mit dem Krampus total auf dem Vormarsch. Dabei sind diese Krampusläufe, das ist eigentlich auch eine recht moderne Geschichte und leitet sich ein wenig von den Perchtenläufen aus oder ab. Denn der Krampus ist eigentlich mehr eine isolierte Figur, die mit dem heiligen Nikolaus unterwegs ist. Die Perchten hingegen, das sind, ja, wenn wir so wollen, wir sagen nicht mythologisch, aber. In den Volkssagen, insbesondere des alpenländischen Raums, Wesen, die man mit verschiedenen Bräuchen, insbesondere mit verkleideten Umzügen assoziiert. Also man verkleidet sich, da steckt so eine Idee der Winteraustreibung dahinter oder ähnliches. Und von November bis etwa Januar findet man eben solche Läufe, wobei der Name der Perchten auf auch die Sagengestalt der Frau Perchter zurückgeht, die sich vor allem im oberdeutschen Sprachgebiet befindet. Und da sind wir dann schnell bei solchen erzieherischen Sagen, wo Menschen bestraft werden für Faulheit und Ähnliches oder eben auch Hilfsbereitschaft belohnt wird durch diese Frau Perchter. Wobei die Perchten, da gibt es verschiedene. Es gibt die schönen Perchten, die dann tatsächlich auch eher positiv konnotiert sind und eher die etwas düsteren. Und darunter sind dann auch alle möglichen sehr absonderlichen Kreaturen und die sehen zum Teil eben auch ähnlich teuflisch aus wie der Krampus, sodass es da dann in jüngerer Zeit auch sehr schnell zu Verschränkungen kam. Sorry, ganz kurz, vielleicht kannst du auch noch mal ganz kurz erklären für alle diejenigen, die das in ihrem Leben noch nie gesehen haben, wie so ein Krampus eigentlich aussieht oder auch so ein Krampuslauf. Ja, der Krampus, der sieht aus, ein bisschen wie wir uns so einen klassischen Teufel vielleicht auch vorstellen, auf so eine tierische Art, häufig schwarzes Fell, Hörner, einen Schwanz. Entsprechend Hufe an den Füßen. Das ist so das klassische Bild, das wir vom Krampus haben. Und bei diesen Perchtenläufen, Da tauchen ähnliche Gestalten auf, aber auch viele, die total anders aussehen. Und der Krampuslauf ist quasi die Weiterentwicklung davon, weil heutzutage alle sich so auf dieses Dämonische eingeschossen haben, dass dann einfach nur noch diese dämonischen Gestalten rumlaufen und dann die ganzen Schönperchten und sonderbaren Kleidungsstücke und so, das lässt man einfach dann alles weg. Das ist ja witzig. Das wird sehr traditionell gefeiert. Und der Krampus entstammt eigentlich gar nicht so einem Lauf als Brauch, sondern tatsächlich eher einem Einkehrbrauch. Und den kennen wir heute ja eigentlich noch alle am 5. Oder je nachdem, wo wir uns aufhalten, 5. oder 6. Dezember, wenn es eben bei Nikolaus darum geht, dass jemand in die Wohnung kommt. Und wenn wir lieb waren, belohnt er uns und wenn wir böse waren, bestraft er uns. Und da taucht der Krampus eben als eine Begleiter des Nikolaus auf. Also der Nikolaus ist ja eine sehr positiv besetzte Gestalt und damit der nicht Kinder bestrafen muss, hat man sich eine weitere Person erdacht. In einigen Gegenden muss das auch nicht der Teufel als Krampus sein, sondern dann ist das zum Beispiel Knecht Ruprecht. Ich kann nur sagen, ich bin mit Knecht Ruprecht aufgewachsen. Das war so in meiner Gegend, wo ich, also ich weiß nicht, ob das dann so die Breiten gerade in Deutschland geht, aber da war das irgendwie Knecht Ruprecht. War es bei mir auch. Und trotzdem, die Geschichte gab es, aber ich kann mich nicht erinnern, dass bei mir zu Hause auch mal ein Knecht Ruprecht vorbeikam. Bei uns war es dann wirklich nur der Nikolaus. Also erzählen mir dann doch relativ viele Leute und heutzutage, habe ich jetzt letztens erst gehört, gibt es so Zettelchen zum Teil, die verteilt werden, wo man dann drauf ankreuzen kann, mit Knecht Ruprecht oder ohne, oder mit Krampus oder ohne, je nachdem wie gruselig man das vielleicht findet oder die Kinder finden. Oha. Und also wir haben diesen Krampus und es gibt sozusagen verschiedene Gegenspieler des Nikolaus, wenn man so will. Aber also der Nikolaus ist ja jetzt auch eine christliche Figur. Genau. Und die Perchten aber jetzt nicht unbedingt. Richtig? Also das heißt, hier wurde auch so ein bisschen was noch weiter übersetzt und es gibt irgendwie so einen Adaptionsprozess hier? Oder wie kann ich mir das vorstellen? Wenn wir ins Netz schauen, ich habe das letztens mal gemacht im Rahmen meiner Recherche und musste feststellen, also diese Krampus- und Perchtendarstellungen, die entspringen ja dann häufig solchen Brauchtumsgruppen, die das heutzutage hochhalten. Und ich habe dann mit Schrecken feststellen müssen, dass die auf ihren Webseiten fast alle eins zu eins die gleiche Erklärung da stehen haben, woher der Krampus kommt. Da heißt es, das sei quasi eine alte, pagane Wurzel, ein vielleicht vergessener Gott, der zu diesem Krampus umgewandelt wurde. Und dass man früher eben nicht rausgehen durfte als Teufel verkleidet und zur Zeit der Inquisition eben das beim Tode bestraft war und das sozusagen jetzt ein Überbleibsel sei. Jetzt kommt der erste Traum, der Platz, denn davon ist leider nichts wahr. Dieser ganze Brauch des Einkerns und um den heiligen Nikolaus zusammen mit dem Krampus, der entstand vermutlich auch erst so richtig im 16., vor allem eher 17. Jahrhundert. Es gibt eine ganze Menge anderer Bräuche. Wir können zum Beispiel auch gerne über Rübengeister sprechen, die fast eins zu eins Halloween waren, wie heute. Aber das will heute auch wieder keiner wahrhaben. Tatsächlich haben wir keine Evidenz dafür, dass dieser Teufelskrampus auf irgendetwas Vorchristliches zurückgeht. Und das enttäuscht die meisten Menschen leider oder häufig sehr. Ja, tatsächlich, Wenn wir zurückgehen, dann finden wir vor allem einen großen Verdächtigen, der dafür auch verantwortlich ist, dass das sehr tradiert wurde. Und das ist Jakob Krim. Aha, der mal wieder. Also generell die beiden Krims waren leider ziemliche Übeltäter, was die Interpretation von Sagenmaterial angeht. Also man kann festhalten, die haben jetzt auf der einen Seite, haben die Krims natürlich ihre Märchen, Kinder- und Hausmärchensammlung gemacht. Aber auf der anderen Seite haben sie eben auch Volkssagen gesammelt und die Idee der Krims war, eine deutsche Mythologie zu erschaffen. Denn sie haben keine vorgefunden, nicht so wie eine nordische Mythologie, eine griechische Mythologie, wo man Göttergeschlechte hat und alles irgendwie miteinander verwandt ist und man epische Geschichten erzählen kann. Die Volkssagen, die wir hier hatten oder haben, die sind alle sehr isoliert. Das sind kleine Geschichten, die haben keinen, also vielleicht hat man einen Sagenkreis um eine bestimmte Gestalt. Wenn wir ins Sorbische gehen, zum Beispiel um Krabat oder so, da hängen dann verschiedene andere Sagen mit dran. Aber es gibt nicht so eine umfassende Mythologie. Und das fanden die blöd und sie wollten das gerne. Und deswegen haben sie in fast jede Sagengestalt, so zum Beispiel auch in den Ruprecht. Alte Götter hinein interpretiert. Und dann war sich der Jakob Grimm ganz sicher, dass in diesem Ruprecht, da sieht man doch den germanischen Gott Wotan, also Odin. Und überhaupt, Frau Holle, das muss ja auf die alten Göttinnen zurückgehen und ähnliches. Das Schwierige ist nur, wir finden dazu keine, also das ist einfach nur Fiktion, weil wir finden dazu kaum bis keine Hinweise. Diese ganze mythologische Deutung, die die Krims und viele andere zur Zeit der Romantik sehr betrieben haben, die ist mittlerweile aus der Volkskunde so ziemlich verschwunden. Einfach weil man anhand zahlreicher Methoden gemerkt hat, so funktioniert das nicht. Das ist ziemliches Wunschdenken. Ja, auch wenn es sich popkulturell bis heute, hier zum Beispiel Neil Gaiman mit American Gods oder so, größter Beliebtheit erfreut, weil das ist natürlich eine sexy Geschichte, der alte Gott, der nicht gänzlich vergessen wird, sondern dann sozusagen am Christentum vorbei weiterlebt. Das ist natürlich eine sehr beliebte Storyline. Stichwort Geschichte und Geschichten. Also auch die Verwobenheit dazwischen ist natürlich auch immer unglaublich spannend anzugucken. Und was halt auffällt, ist, dass heutzutage so viel Fehlvorstellungen vorherrschen, zum Beispiel auch, dass man dann davon spricht, dass Menschen, die sich verkleidet hätten, in irgendwelchen Prozessen hingerichtet worden wären. Dass man den Krampus, dass man sich nie als Teufel hätte verkleiden dürfen. Und das geht alles so ein bisschen auf die Reformation und Gegenreformation zurück. Denn das war so eine Zeit, in der man sehr viele christliche Bräuche radikal verändert hat. Und Weihnachten im Mittelalter zum Beispiel war kein so besinnliches Fest, wie wir das heute feiern. Da wurde richtig die Sau rausgelassen, wenn ich das so sagen darf. Also das, was heute so unsere Krippenspiele sind, ist nur ein Müh von dem, was man früher an gewaltigen Aufführungen und ähnlichem gemacht hat. Und da gab es immer Menschen, die sich als Teufel verkleidet haben. Aber die Gegenreformatoren fanden das nicht so toll. Die fanden das auch nicht toll, dass man nach dem Advent, wo gefastet wurde, nach Weihnachten dann so richtig in Saus und Braus feiert. Und dann wurde eine ganze Menge verboten. Und im Rahmen der Romantik hat man sich dann versucht, wieder zurückzubesinnen. Aber nicht auf Vorchristliches, sondern auf Christliches vor der Reformation und gegen Reformation. Deswegen sind das schon alte Bräuche. Aber wir müssen eben so ein bisschen aufpassen, wo sie tatsächlich herkommen und wo wir überhaupt Belege haben. Ja. Das ist spannend, auf jeden Fall. Was mich noch interessieren würde, der Krampus ist ja, wenn ich es richtig verstehe, benannt nach dem Wort für Krampf. Stimmt das eigentlich? Das ist jetzt so eine random Frage, aber ich dachte, wenn ich dich mal hier habe, ich würde es gerne wissen. Das kann man fürchtig so nicht eindeutig sagen. Das ist leider sehr häufig so, dass man versucht, irgendwelche etymologischen Ursprünge von Worten oder von fabelhaften Gestalten so zu erklären. Also ich glaube, die Evidenz dafür ist sehr, sehr gering. Leide. Also es gibt da immer sehr, sehr schöne und viele Ideen. Auch diese ganze Vorstellung, also was ich noch ergänzen muss, Also wirklich, im Mittelalter wurde niemand hingerichtet, weil er sich wie ein Teufel angezogen hat. Im Gegenteil, das war Gang und Gebe. Aber es ist eben spannend zu sehen, dass dann natürlich im Laufe der Geschichte sich die Dinge ändern und gerade zum Beispiel gegen Reformatoren absolut gegen dieses Verkleiden waren. Aber das Wichtige ist hier an der Stelle, also zum Beispiel... Und Hexenprozesse oder ähnliches fanden gar nicht zu den Zeiten und an den Orten statt, wo man jetzt zum Beispiel das vermuten würde. Es gab zum Beispiel auch keine Inquisitionsverfahren gegen irgendwelche Teufelsverkleidung oder ähnliches. Es ist so spannend, dass das heutzutage dann sehr gerne zusammengeworfen wird. Und dann sieht man, wenn man ins Netz schaut, dass viele von der gleichen Quelle mit falschen Informationen abschreiben. Und prompt hat man so eine popkulturelle Blase, die spannend klingt, aber leider sich kulturhistorisch gar nicht belegen lässt. Das ist halt auch immer so spannend. Das habe ich jetzt tatsächlich gar nicht gemacht, wenn man jetzt mal die KI fragen würde, weil das ja oft dann sich in so einer KI dann noch weiter spinnt. Also wenn das genug Menschen auf ihre Webseiten draufschreiben, dann wird die KI irgendwann sagen, ja, so wird es schon auch sein. Das wird schon korrekt sein. Und dann ist es aber eben total wichtig und spannend, auch mal kulturhistorisch draufzugucken oder das zu vergleichen und auch zu merken, naja, Moment mal, also ganz so kann man es jetzt auch wieder nicht sagen. Ja, ich finde es besonders interessant, dass man eben versucht, so Bedeutungsmacherei zu treiben, indem man eben retrospektiv die Geschichten anders interpretiert, die Mythen neu auflegt, nochmal Sachen auf andere Sachen bezieht, um eben so eine ganz in sich geschlossene Beschreibung oder Erklärung zu machen. Und das ist da ja auch passiert, was du erzählt hast, Florian. Das ist super spannend. Und ich habe auch gemerkt, also diese ganzen Sachen, die auf den Webseiten stehen, natürlich, die fließen alle unreflektiert in eine generative KI ein. Und wenn man das auf Google versucht, so dieser KI-Text, der immer oben in Google auftaucht, ist ganz schrecklich. Das steht natürlich alles da drin. Aber das ist klar, wenn man sich vor Augen führt, wie KI funktioniert. Und deswegen müssen wir halt auch sehr vorsichtig sein, dem zu glauben. Das ist aber auch, finde ich, ein total unerwarteter, aber super spannender und wichtiger Takeaway aus dieser Podcast-Folge jetzt schon. Liebe ZuhörerInnen, macht euch die Mühe und lest Bücher und guckt auf historische Quellmaterial oder kauft euch schlaue Bücher wie die von Florian und die gut recherchiert und historisch korrekt sind. Und es glaubt nicht alles, was euch die KI erzählt. Ich meine, das dürfte mittlerweile Common Sense sein, aber ich glaube, das ist jetzt mal ein richtig gutes Fallbeispiel, wie da auch sich Mythen verselbstständigen und der Algorithmus tut sein Übriges dazu. Ja, ja. Genau, aber speaking of, ich würde total gerne mit dir, Florian, noch über einen anderen Mythos sprechen, weiß nicht, ob man Mythos dazu sagen kann, aber auf jeden Fall noch ein anderes Fabelwesen sprechen und damit kommen wir auch zu unserer Kategorie Pop und Nische. Pop und Nische. Florian, als wir uns drüber unterhalten haben und ich bin zu Florian gegangen und habe gesagt, Florian, ich muss dich in meinen Podcast einladen oder in unseren Podcast einladen. Das ist so cool und spannend, was du machst. Und es passt unfassbar gut zu unserer Perspektive, der religionswissenschaftlichen Perspektive. Worüber könnten wir denn reden? Was würde sich denn anbieten? Und als ich das Stichwort Religion sagte, war Florian so ein Moment. Wir müssen eigentlich über Einhörner reden. Und dann war ich ja klar, machen wir auf jeden Fall. und das ist jetzt auch ein bisschen unser Thema heute und du erzählst uns heute mal ein bisschen was über den Hintergrund von Einhörnern. Ja, die Einhörner. Man würde sie gar nicht zunächst mit Religion in eine Kiste stecken. Das wollte ich gerade sagen. Also Einhörner sind für mich wirklich die, also Krampus, ja. Einhörner wiederum, wenn ich so, was hat das mit Religion zu tun? Also das war schon ein interessanter Vorschlag. Ich war auch erst mal so, ah ja, okay, mal gucken, was da jetzt kommt. Aber wir hören uns mal an. Ja, bin ich mal gespannt. Also ich würde sagen, die Geschichte des Einhorns ist eine Geschichte voller Fehlübersetzungen und Missverständnisse. Und da haben zum Beispiel verschiedene Bibelübersetzungen einen großen Anteil dran, das Einhorn scheint in der Bibel vorzukommen. Aber wir verdanken auch dem Christentum überhaupt die Popularität des Einhorns. Ohne das Christentum, das ist so eine These, die ich mal aufzustellen wage, hätten wir heute keine Einhörner in Kinderzimmern. Oha. Und das ist, finde ich, so spannend, weil für viele Queer-Communities das Einhorn ja das Tier ist. Und die sich aber ganz oft von den konservativ-christlichen Kontexten eher distanzieren oder da auch irgendwie Diskriminierungserfahrung gemacht haben. So, und jetzt kommst du daher, Florian, und erklärst uns, Älschelbensch. Also das musst du jetzt mal erzählen oder mal einordnen, wie das zustande gekommen ist. Wir müssen ein bisschen in die Zeit zurückreisen, denn der Ursprung des Einhorns ist tatsächlich so gar nicht christlich. Da haben wir jetzt auch endlich was, was vorchristlich ist. Wir müssen nämlich in die Antike zurück. Tatsächlich haben wir zwei Antike gelehrt, die das erste Mal von sowas wie dem Einhorn auch unter diesem Namen berichten. Der erste davon ist Ketisias von Knidos. Wir sind so irgendwie im Ketis. Vierten Jahrhundert vor Christus. Und der beschreibt, oder Ketisias schrieb ein Buch, die Indika. An Ketisias ist auch ein ziemlicher Autor verloren gegangen, aber wohl eher ein Romanautor, denn er war nie in Indien, hat aber trotzdem das dringende Bedürfnis, eine Indika zu schreiben. Okay. Und da beschreibt er erst mal. Und die ist voller Einhörner. Zumindest beschreibt er auch die Natur in Indien und da redet er von Wildeseln. Wildeseln mit einem einzelnen langen Horn. Sie hätten ein purpurrotes Fell am Kopf und ein langes Horn in drei verschiedenen Farben, schwarz, weiß und rot. Also hat so gar nichts mit unserem heutigen Bild vom Einhorn zu tun. Und er erwähnt auch schon, dass das Einhorn, beziehungsweise das Einhornhorn, das ist immer ein bisschen ungalant, das auszusprechen. Magische beziehungsweise heilende Fähigkeiten habe, dass es Gifte neutralisieren könnte und ähnliches. Das heißt, wir sind eigentlich im Bereich der alternativen Heilmethoden angekommen. Das wird immer besser. Das ist auf jeden Fall ein wichtiges Thema beim Einhorn. Wir sind tatsächlich in der griechischen römischen Naturkunde, wenn man so will. Das Einhorn wird eher in naturkundlichen Texten erwähnt. Mit Mythologie Bis zum nächsten Mal. Römer und Griechen, hat das überhaupt nichts zu tun. Jahrhundert später kommt dann Megasthenes hinzu. Megasthenes ist Diplomat und schreibt auch sehr gerne. Und auch er schreibt eine Indika. Den Vorteil, den er gegenüber Ketisias hat, ist, dass er schon mal in Indien war. Oder lange Jahre. Zumindest das, ne? Stark, stark. Zumindest das. Und er war als Diplomathof des Königs Chandragupta und hat wohl auch ein paar Exkursionen unternommen. Auf jeden Fall schreibt er in seine Indika auch übersonderbare Wesen oder generell über Wesen, gar nicht wertend. Und er beschreibt das Kartuzon. Dieses Kartuzon, das habe verschiedene Eigenschaften. Es habe einen Schwanz wie ein Elefant und auch solche Füße. Hätte eine laute und misstöhnende Stimme, spricht von einem einzelnen Horn, dicker Haut, dass es eigentlich sehr sanft sei, aber gegenüber Artgenossen sehr territorial, und auch wirklich ein richtig großes Tier sei. Jetzt kann man sich fragen, was hat er da wohl gemeint? Und wenn man das Leuten so auflistet, was würdet ihr denken, was könnte der in dem gesehen haben? Ich würde sofort sagen, Nashorn. Genau, Nashorn, ja. Absolut, das indische Nashorn. Spannend wird es halt, wenn er ein paar Kapitel später auch das Nashorn beschreibt. Also hundertprozentig können wir nicht sagen, was er meinte. Aber wir gehen davon aus, dass es auch hier eine entsprechende Verballhornung des Nashorns sein könnte, die hier der Beschreibung zugrunde liegt. Bei Megasthenes ist das Horn auch erstmals gedreht. Das war es bei Ketisias noch nicht. Megasthenes hingegen verwendet nicht so viel auf die heilende Wirkung des Horns. Aber das sind eigentlich so unsere zwei antiken Autoren. Die haben so die Grundlage für den Mythos Einhorn geschaffen. Der medizinische Part hat dabei relativ wenig eine Rolle gespielt. Und bei den ganzen großen... Namen der Medizingeschichte aus der Antike, spielt das Einhorn eine absolut untergeordnete Rolle. Also, dass man da theoretisch ein Objekt mit heilender Wirkung hätte, das interessiert zunächst mal keinen. Und jetzt muss zum Ende der Antike, dem Übergang ins Mittelalter, tatsächlich erst die Kirche auftreten und das Einhorn zum Weltstarm machen. Aha. Sonst hätten wir es vermutlich vergessen. Es wäre vermutlich eine Randerscheinung, so wie zahlreiche andere Fabelwesen, die man wirklich nur so mit so ein paar Erwähnungen irgendwo findet. Aber mit dem Physiologos erscheint im frühen Mittelalter, beziehungsweise in der späten Antike, eine Naturschrift, die, also der Physiologos ist größer, aber er hat quasi eine kleine Naturkunde, wenn man so will, mit in seinem Umfang. Und da werden verschiedene Tiere allegorisch christlich gedeutet. Oh, okay. Und da geht es jetzt los, denn die haben sich wahrscheinlich damals überlegt, okay, wir nehmen das Tierreich, alles was so kreucht und fleucht und ordnen dem verschiedene Dinge zu. Das sind ein paar Tiere, die es tatsächlich gibt. Es taucht aber auch mal so ein Phönix oder ein Drache auf. Wobei beim Drachen kann man da noch argumentieren, dass sie vor allem eine Schlange vor Augen hatten, aber eben auch das Einhorn. Und da heißt es, dass der Physiologus vom Einhorn sagte, dass es folgende Eigenschaften habe, es sei ein kleines Lebewesen wie ein Böckchen, aber ganz außerordentlich leidenschaftlich. Das heißt, nachdem wir jetzt am Wildesel und dem Nashorn so vorbeimanövriert sind, haben wir im frühen Mittelalter eine Ziege als Einhorn. Oh Gott, es wird immer besser. Ja, und das hat auch nicht mehr so viel mit dem zu tun, was wir uns heute irgendwie vorstellen. Wie kommen wir von der Ziege zum Pferd? Das wird uns eine ganze Weile dauern, denn wir finden hier noch so ein paar andere Sachen raus. Denn dieser Physiologus, der beschreibt weiterhin, dass es leidenschaftlich sei und vor allem einen großen Zorn auf alles Männliche habe. Und wie kommt man jetzt dran an das Einhorn? Ja, das ist schon super, so richtig ein Symbol von Female Rage vielleicht. Naja, man muss eine Jungfrau, das haben wir jetzt ganz schnell wieder mit dem Progressiven, lassen wir ganz schnell hinter uns. Denn man braucht eine Jungfrau und die muss sich auf den Waldboden setzen. Und dann kommt das Einhorn und legt seinen Kopf in den Schoß der Jungfrau. Und damit haben wir die Allegorie geschaffen. Jesus, der aus dem Schoß der Jungfrau sozusagen entspringt und das Einhorn als Symbol von Jesus, das zurückkehrt in den Schoß der Jungfrau. Und das versucht der Physiologus sozusagen da so ein bisschen daran, seine Moral zu erzählen. Wenn dann das Einhorn da so liegt, dann können die Männer des Königs kommen und das Einhorn gefangen nehmen und an den Hof des Königs bringen. Jetzt fragt man sich, warum denn, aber wo kommt denn jetzt plötzlich dieser Königshof her, weil der wird vorher nirgends erwähnt. Und das Spannende ist, wenn man tiefer einsteigt, findet man tatsächlich eine noch mal ältere Überlieferung aus dem asiatischen Raum. Da sind wir tatsächlich schnell wieder in der indischen Richtung, wo von einem Heiligen bzw. Einem Gelehrten, einem Magier die Rede war, der aus einer sehr zweifelhaften Verbindung zwischen einer Hirschkuh und Menschen hervorgegangen ist. Auf jeden Fall hatte er so ein einzelnes Horn und man nannte ihn Einhorn. Der soll mal von einem König aufgesucht worden sein, um eine Dürre zu beheben. Hatte aber nicht viel Lust drauf gehabt. Der lebte so als Einsiedler laut dieser Geschichte irgendwo draußen. Und am Ende fiel dem König nichts Besseres an, als seine Tochter zu schicken und ihre Jungfräulichkeit gegen die Hilfe des alten Einsiedlers zu tauschen. Was man so macht. Genau. Ja, diese Geschichte kam irgendwie in die Hände der Autoren und Autorinnen, vermutlich eher Autoren des Physiologos. Und das wurde da rein vermengt, denn wenn man das so übersetzt, kann man vielleicht auch auf die Idee kommen, dass das Einhorn tatsächlich ein Tier ist. Aber im Ursprung war es nur ein Mensch mit dem Namen Einhorn, weil ihm hier so ein Hörnchen wuchs. Und dem haben wir jetzt eben diese ganze Geschichte zu verdanken, dass wir es mit einer Jungfrau einfangen können. Und plötzlich, durch den Physiologos durch ganz Europa verbreitet, in unzählige Sprachen übersetzt, hatten alle wieder das Einhorn auf dem Schirm und damit auch seine heilende Wirkung. Und dann begann im Mittelalter der große Run auf das Einhorn, vor allem auch auf sein Horn, denn das ist ja praktisch, wenn man einen Gegenstand hat, mit dem man Gifte neutralisieren kann. Und plötzlich wollte gern jeder Fürst und jeder König so ein Einhornhorn haben. Also das war auch quasi die Heilwirkung des Horns. Also es kann Gift neutralisieren, das ist, was es macht. Das ist so die Hauptfähigkeit, die man ihm nachsagt. Das ist so, genau. Ja, und dann haben Leute natürlich angefangen. Und wenn jemand etwas für viel Geld haben möchte, dann finden sich immer Leute, die das... Geld wird das bekommen. Wird irgendjemand geben, der es ihm anbietet, ja. Zunächst waren das wahrscheinlich wirklich... Hörner von Antilopen oder ähnliches, schießt du eine, hast du direkt zwei Einhörner gefangen, so nach dem Motto, konntest du wunderbar verkaufen. Und dann stießen vermutlich Nordleute, machten die Beobachtung, dass da diese komischen Fische im Meer unterwegs sind mit diesem langen Horn, der eigentlich ein Zahn ist, die Nahwale. Die Narwale. Und denen ging es dann ans Leder. Och Gottchen. Tatsächlich begann damit eine Bejagung schon im Mittelalter. Und man hat dieses Einhornhorn, den Narwalzahn, der war einfach perfekt. Der war genauso gedreht, wie mir Gastenis das schon beschrieben hat. Der war lang, den konnte man in ewig viele Teile schneiden. Und ich meine, wenn man dann keinen mehr bekommen hat, konnte man im Zweifelsfall auch irgendwelche Dinge zusammenpanschen und noch ein Hörnchen draus formen. Also man wurde sehr, sehr kreativ. Ein bisschen ähnlich wie diese Tulpenzwiebelgeschichte in den Niederlanden, die zu so einer riesigen Blase führte, dass man plötzlich für eine Tulpenzwiebel horrende Summen gezahlt hat. So war das mit dem Einhornhorn auch. Das stieg gewaltig an. Ganz viele Apotheken haben heute noch das Einhorn im Namen als Einhornapotheke oder als Symbol oder ähnliches. Weil das wirklich mit hohen Preisen auch über Apotheken etc. Gehandelt wurde. Man konnte es dann zermahlen und als Pulver benutzen. Es wurden Getrinkgefäße aus Einhornhorn angefertigt oder zumindest um das Gefäß herum Einlegearbeiten durchgeführt. Es geht so weit, wenn wir nach Wien zum Beispiel gehen, ans Kulturgeschichtliche Museum, da gibt es einen Einhorn-Thron mit ganz vielen Einlegearbeiten aus Narwalzahn und es gibt sogar ein Einhorn-Schwert. Wobei ich mir nicht sicher bin, was man mit dem Einhorn-Schwert anfangen will. Praktischer ist natürlich ein Talisman, den man ins Wasser tunkt oder so. Ich meine, wenn man das in eine Säure tunkt oder so, dann sprudelt es vielleicht da noch ein bisschen. Vielleicht hat man dann noch daraus ein bisschen was hergeleitet. Ja, selbst, Königin Elisabeth soll noch ein Einhornhorn-Talisman um den Hals getragen haben. Es ist aber schwierig, das tatsächlich zu belegen. Und am Ende hat es natürlich auch nicht viel geholfen. Das wollte ich gerade sagen. Also es ist ja interessant, dass das so verbreitet war. Und dass man ja auch eigentlich gucken kann, ich bin jetzt vergiftet. Ich nehme das Einhorn, das sehr mürbe ist, wie auch immer man es dann machen sollte. Wahrscheinlich gibt es auch verschiedene Varianten. Aber es bringt gar nichts. Das haben wir aber mit leider sehr vielem, sehr vielem, auch heutzutage noch. Also wir haben ja auch viele Medikamente oder sagen wir mal Placebo-Dinge, wo man ja auch sehr drüber streiten kann. Aber wenn es dem Onkel geholfen hat, dann ist vielleicht dann doch was dran. Also das zeigt so ein bisschen diese Entwicklung. Und dadurch, dass das Einhorn so ein christliches Symbol wurde und in aller Welt bekannt war, hat es sich dann auch seinen Platz in der Ikonografie, in der christlichen Ikonografie und damit in zahlreichen Gemälden. Wir haben zahlreiche Kirchen, wo im Deckengebälk schöne Einhorn-Darstellungen zu sehen sind. Und tatsächlich, wenn wir uns diese Einhorn-Darstellung genauer angucken, stellen wir fest, ja, plötzlich sehen die Pferde ähnliche aus. Aber manchmal haben wir so einen schönen Ziegenbart noch am Einhorn dran. Und das Wichtigste, wenn ihr irgendwo ein historisches Bild vom Einhorn seht, schaut immer auf die Hufe. Denn eine Ziege ist ein Paarhufer, ein Pferd hingegen ist ein Einhufer und hat ja nur so einen einzelnen großen Zeh, wenn man so will. und die Einhörner haben immer gespaltene Hufe. Daran sehen wir noch ihren Ursprung sozusagen von der Ziege. Das ist ja super spannend. Selbst das letzte Einhorn macht das noch so. In dem schönen, wundervollen Weihnachtsfilm, passt jetzt vielleicht auch ganz gut, das letzte Einhorn, hat das Pferd gespaltene Hufe. Und erst nach dem letzten Einhorn fangen die Artists an, das zu vergessen. Bis wir heute beim Pummeleinhorn sind, das hat nicht mal mehr Hufe. Da sieht man gar nichts. Ja, ich musste mich tatsächlich an das Wappentier von Schwäbisch Gemünd denken. Das ist ein kleines Städtchen in Baden-Württemberg. Und die haben tatsächlich auch ein Einhorn. Also das Einhorn ist auch das Wappentier. Und ich habe jetzt gerade mal gecheckt und du hast recht. Es hat gespaltene Hufe. ich bin ganz fasziniert. Ja, jetzt wissen wir auch warum. Jetzt wissen die Schwäbisch Gemünder auch, warum. Falls ihr euch das mal gefragt habt. Wussten wir das nicht? Keine Ahnung. Also falls jetzt Menschen aus Schwäbisch Gemünd hier diese Podcast-Folge hören und ihr euch immer gefragt habt, warum hat euer Wattentiegel gespaltene Hufen? Jetzt wisst ihr, warum. Das ist eigentlich eine Ziege. Das ist eigentlich eine Ziege. Sorry. So, und jetzt finde ich das wieder am allergeilsten, weil das ja wieder eine Verbindung herstellt zu Satan. Also irgendwie aus meiner Perspektive, ja? Das finde ich irgendwie so interessant, weil es ist jetzt wieder so ein ziegenähnliches Tier. dass da jetzt irgendwie so eine große Welle macht. Also ich lieb's. Also es ist eine geile Sache. Ist aber spannend, dass es im Mittelalter überhaupt nicht negativ gedeutet wurde. Ja, stimmt. Man hat diesen wilden Charakter. Es ist eben noch wirklich ein Jesus-Symbol. Wobei dann einzelne Autoren, das wird ja immer weitergesponnen, gehen dann auch so weit, dass sie es auch immer grausamer machen. Es gibt dann einzelne Überlieferungen, dass wenn man sich dem Einhorn nähert, aber eine falsche Jungfrau ist und vortäuscht, eine solche zu sein, dass es dann sein Horn nimmt und einen einfach mal komplett durchstößt. Also, ja. Da sind wir wieder beim Thema Erziehungsmaßnahmen. Genau. Wie so auch diese ganzen Mythen. Beziehungsweise das ist nicht auch eine Zuschreibung meinerseits, aber es ist irgendwie auch ein bisschen, also ein Stück weit naheliegend, was diese Geschichten auch möglicherweise noch für eine Funktion erfüllt haben könnten. Ja, super spannend. Ja, vielen, vielen Dank für die Einordnung des Einhorns. Ich habe einfach viel Neues hier beigelernt. Ja, auf jeden Fall. Ich frage noch eine letzte Frage dazu. Wann wurde es dann wirklich zum Pferd? Also dieses, was wir heute wirklich so, sage ich jetzt mal, in Fantasy-Romanen oder wo auch immer finden oder einfach in Darstellung. Oder das letzte Einhorn, The Last Unicorn, einer meiner Lieblingsfilme. Da ist es ja wirklich auch ein recht dünnes Pferd, aber trotzdem ein Pferd. Aber hat die gespaltenen Hufe. Das stimmt. Das hat die gespaltenen Hufe. Du hast recht. Das macht es wirklich schwierig, da einen Punkt zu finden, denn wir haben schon 16. Und 17. Jahrhundert Gemälde, auf denen das sehr pferdeähnlich aussieht, aber es sind nach wie vor die Gespannung. Also es wurde dann immer größer, vermutlich, weil das imposanter und schöner aussieht als so eine kleine Ziege, die da irgendwo rumsteht. Aber es ist wirklich ein schleichender Prozess. Es ist nicht so, dass man hat da die Ziege und dann hat man da das Pferd, sondern es wird langsam in der Darstellung größer, verliert aber seine Hufe nicht, aber die restliche Körperform passt sich langsam dem Pferd an. Ja, ah ja. Ich finde es sehr faszinierend. Das ist aber eben wirklich auch diese Hufform die ganze Zeit über beibehält. Wir haben sogar dann in den verschiedenen naturwissenschaftlichen Schriften bei Konrad Gessner und Co. verschiedene Einhornvarianten. Denen fällt auch relativ früh auf, dass es Narwale auch gibt. Es werden dann auch Fossilien ausgegraben und komisch zusammengesteckt. Und man kommt auf andere Einhornmöglichkeiten. Das wird alles durchaus auch in der Fachwelt kritisch gesetzlich. Aber das heißt ja noch lange nicht, dass das irgendwo in der Bevölkerung ankäme. Und dementsprechend zieht sich das noch bis ins 18. Jahrhundert zum Teil mit den hohen Kosten für das Einhornhorn, bis dann so der Wendepunkt kommt und dann ist es plötzlich gar nichts mehr wert. Und heute ist es sehr schwierig, an Narwal-Szene zu kommen. Richtigerweise so. Zum Glück, denn sie stehen ja nur noch unter Atemschutz und alles. Aber das hat im Mittelalter zu ziemlichen Bestandseinbußen vermutlich bei den Narwalen geführt. Ja, das ist unfassbar. Was mich noch religionswissenschaftlich interessiert, wie das eigentlich von so religionsführenden Menschen später auch interpretiert wird. Diese Benutzung des Einhorts und diese Liebe zum Arbeiten Einhorn und zum Horn, also sozusagen, dass er Heilung haben soll und dann die Verbindung zwischen Jesus und dem Einhorn. Wie wird das denn später, wenn du das weißt, religiös sozusagen gedeutet? Also wird das irgendwie kritisiert oder wird das auch, also wird irgendwie so versucht zu sagen, ja damals wussten die das noch nicht und heute wissen wir, das Einhorn gibt es ja eigentlich gar nicht. Also gibt es da so eine Veränderung, sag ich mal, in der Theologie um das Einhorn, wenn man das jetzt mal so sagen kann? Ich würde sagen, nein, nicht wirklich. Es gibt keine kritische Aufarbeitung. Vielmehr müssten wir dann noch kurz in die Bibel schauen, denn da taucht das Einhorn ja angeblich. Noch heute behaupten das zum Beispiel, ich habe letztens erst wieder bei einem amerikanischen Pfarrer oder sowas gesehen, der dann sagt, ja, achtmal steht es in der Bibel. Und dann braucht man das ja auch gar nicht kritisch aufzuarbeiten, weil nach der Bibel gibt es doch ein Einhorn. Aber wenn wir uns die Bibel anschauen, dann gibt es dort die hebräische Bezeichnung Reem und das ist der Ochse, vermutlich so ein Auerochse. Und ich meine, wenn wir uns zum Beispiel das Tor von Ischda oder sowas angucken, Dann haben wir da ja auch verschiedene Tierdarstellungen von der Seite und die Achse mit zwei Hörnern von der Seite hat halt auch nur ein Horn. Das könnte eine Möglichkeit sein, dass bei den Übersetzungen der Bibel vom Hebräischen ins Griechische aus dem Rehm ein Monoceros wurde. Und dann eben das Unicornus. Und so sich sozusagen die Fehlübersetzung ursprünglich eines Auerochsens zum Einhorn vollzogen hat. Und je nach Bibelübersetzung steht es eben drin oder auch nicht. Und dadurch hat sich das auch da lange gehalten. Und vermutlich ist das auch der Grund, warum man dann überhaupt auf die Idee kam, das Einhorn im Physiologos so auszuschlachten. Ja. Aber es gab da jetzt im Nachhinein, nee. Nichts. Ich wüsste nicht, dass sich da irgendwo mal ein Priester oder irgendein Mönch negativ zu geäußert hätte. Interessant. Und in der heutigen Zeit ist es da einfach so stillschweigend verschwunden. Wir sehen das in Kirchen, vielleicht erzählt das jemand so aus ikonografischer Sicht, einem ja auch nochmal bei einer Kirchenführung oder so. Aber das Einhorn wurde ja zu allen möglichen Symbolen dann im Prinzip umgewandelt. Wir haben das ja im Business-Bereich für so ein aufstrebendes Wunderunternehmen. Wir haben das eben im queeren Bereich als Ikone. Im Kinderzimmer ist es ja nochmal völlig anders. Das geht dann so in die Welle der Umdeutung wieder, dass Fabelwesen plötzlich sehr verkindlicht wurden. Weil das historische Einhorn ist halt überhaupt nichts für Kinder. Nicht gut. Nee, so gar nicht. So gar nicht süß. Das ist so sehr spannend zu sehen. Das ist ja mit dem Drachen ähnlich. Der wurde ja auch quasi in eine Kinderzimmervariante überführt und ist dann plötzlich sehr, sehr süß. War vorher auch nicht. Ja, Stichwort sehr, sehr süß und das Einhorn als auch irgendwie so ein bisschen so ein. Also mal abgesehen, dass es irgendwie in der queeren Szene ein Tier ist, ist es aber natürlich auch, irgendwie war es irgendwie oft so ein rosa Mädchen-Ding und irgendwie alle sind brav und süß und haben einen lieben Einhörner und so weiter. Und dann muss ich an der Stelle auch nochmal ganz kurz, also wenn wir jetzt über die gegenwärtige Darstellung von Einhörnern sprechen, müsste ich ja nochmal ganz kurz das Neinhorn erwähnen von Marc-Uwe Kling, was ich einfach so grandios finde. Das ist einfach so ein grumpy Einhorn, was einfach irgendwie zu Dingen Nein sagt. Und das finde ich also Stichwort Erziehungsmaßnahmen. Also das ist ja auch interessant, wie das so mit spätmoderner Didaktik und also so in unserer Gegenwart auch wieder genutzt wird, aber wieder umgedreht wird oder was anderes damit erzählt wird. Ja, also ich sage mal vom ethischen Esel zum Neinhorn, das quasi Kinder dazu ermutigt, einfach auch Grenzen zu setzen. Also es ist eine lange Reise gewesen, würde ich sagen. Auf jeden Fall. Aber das, was du sagst, ist eigentlich sehr kennzeichnend für fast jede Epoche. Und das macht es so schwierig. Wir haben bei vielen Mythenwesen, egal ob es jetzt Hausgeister, tierische Fabelwesen oder sonst was sind, häufig keine ununterbrochene Überlieferungsgeschichte. Beim Einhorn funktioniert das erstaunlich gut. Aber bei vielen anderen Wesen... Ist das schwierig, aber wir finden immer wieder eine Rückbesinnung und ein Suchen in der Geschichte, weil Geschichte und historisch ist immer ja so eine Aura der Legitimation umgibt, nehmen die, aber müssen sie dann auch immer noch unserem Zeitgeist anpassen. Und das passiert heute, das kritisieren dann auch gerne Leute, aber das ist schon immer passiert. Menschen haben schon immer Motive genommen und sie völlig in das umgewandelt, was sie daraus machen wollten. Und das kann man anhand von Fabelwesen sehr, sehr gut rekonstruieren. Und daran aber auch sehr tief in unsere eigene Kulturgeschichte einsteigen, weswegen ich diese Wesen eigentlich auch so spannend finde, weil sie erzählen eigentlich weniger über Fantasie als vielmehr über uns selbst und wie wir uns die Welt vorgestellt haben. Ja, verstehe. Superspannend. Ja, und das Stichwort, du findest diese Wesen sehr spannend, führt uns auch zu unserer letzten Kategorie in der Podcast-Folge, und zwar Doing Wonders. Doing Wonders ganz arg goldig. Oha. Also, wenn man sich jetzt überlegt, was wir jetzt gemacht haben, wir entzaubern ja jetzt eigentlich so ein bisschen das Einhorn. Und das ist auch was, was, es tut mir auch manchmal ein bisschen leid, weil man redet über Fabelwesen und denkt sich so, oh ja, alte, nordische Götter, dies und das. Und dann kommt man häufig an den Punkt, es ist nicht ganz so und häufig entzaubert man den Mythos damit ja auch ein bisschen. Und um das wieder gut zu machen und zugleich auch noch wieder, dieses Interesse und das Staunen an diesen Themen zu entfachen, habe ich mir schon ganz ursprünglich 2017, als das Projekt startete, vorgenommen, diese Fabelwesen auf Basis unserer Recherche tatsächlich so zu rekonstruieren und in Lebensgröße nachzubauen, wie man sie sich früher vorgestellt hat. Oha, wie cool. So geil. Ich liebe es. Das war so ein geiles Projekt. Gerade beim Einhorn war das natürlich ganz vorteilhaft, dann das frühmittelalterliche Einhorn zu nehmen, weil so eine Ziege, die kann man viel besser in Sprinter transportieren als ein Pferd. Stimmt. Das glaube ich. Wobei ich gestehen muss, ich habe hier einen kompletten geschäumten Pferdekopf, um nochmal die Ketisias-Variante irgendwann zu bauen. Dann vermutlich aber, auch wenn es nicht so schön ist, auf einem Trophäenbrett. Weil wenn man den kompletten Körper noch hinten dran setzen müsste, wo will man das denn lagern? Aber tatsächlich. Ich habe diese Probleme nicht. Wo lagert man sein Einhorn? Eigentlich mein lebensgroßes Pferdeeinhorn. Wir alle waren an dem Punkt, Florian. Die haben das alles schon gehabt. Deswegen habe ich damals, 2020, mit den Hausgeistern angefangen. Weil Wichtel, Kobolde und Aulraunen, die sind alle relativ klein. Mittlerweile hat das aber größere Formen angenommen. Neben dem Ziegeneinhorn entstand dann zum Beispiel der Schweizer Rollibock. Klingt süß, ist aber ein Alpendämon, der Lawinen auslösen kann am Arlentschprescher. Und der ist bei mir so ein 2,40 Meter hoher Alpensteinbock. Ui, ui. Okay, wow. Mit Eisschollen statt Fell. Auch aus religionsästhetischer Perspektive auch schwer beeindruckend. Was macht das, wenn man auf einmal so einem Vieh gegenüber steht? Ja, auf jeden Fall. Oder jetzt ganz frisch für die letzte Ausstellung entstanden, ein lebensgroßer Greif. Der hat viereinhalb Meter Flügelspannweise. Boah. Ja. Wow, okay, du hast es jetzt gerade schon ja angedeutet mit der Ausstellung. Also man kann die auch sehen, ja? Also ich muss jetzt nicht nur das dir glauben, sondern ihr stellt die auch aus. Das ist ja super. Also einerseits macht Hanna Gritsch, eine sehr gute Freundin von mir, Fotos, die wir dann für unsere Sachbücher nutzen. Also da sieht man auch immer die Wesen dann auf sehr schön inszenierten Bildern in ihrem natürlichen Lebensraum. Aber ja, wir haben gerade auch unsere bisher größte Wanderausstellung am Laufen. Fast vergessene Kreaturen heißt sie ganz passend. Und jetzt ist sie bis zum 18. Januar, ich weiß nicht, ob wir drüber sind, ist sie noch in Bad Wildungen in Nordhessen zu sehen. und dann werden wir sie jetzt bald umziehen und dann wird sie in das Museum Abtei Liesbohrn. Und da ist sie dann für zwei Monate zu sehen. Und alle weiteren Termine kann man dann auf unserer Website finden. Also wir haben noch zwei weitere Orte in Aussicht. Alles so in, sag ich mal, Niedersachsen, Hessen. Also die im Norden und die im Süden beschweren sich immer, weil die kriegen nie Ausstellungen von mir. Aber ja, es ist immer schwierig. Aber ja, man kann dort hingehen und sieht einige Fabelwesen. Eine kleine Auswahl, etwa so, ich glaube, so 20 Stück oder so. Oh, Wahnsinn. Oh, wie großartig. Und Kandaran. Das ist ja mega cool. Stichwort Ausstellung. Also sag mal, wie machst du das denn? Ich meine, das stelle ich mir auch gar nicht so unkomplex vor, so vier Meter Flügelspannweite zu basteln. Also wie, was hast du für eine Werkstatt? Und auch für jetzt zum Beispiel dieses Ziegeneinhorn-Fabelwesen, also arbeitest du da mit Ziegenpräparaten oder baust du alles aus Schaumstoff und Stoff oder wie kann man sich das vorstellen? Also die meisten Figuren sind tatsächlich vegan, aber Mikroplastik ist ein Problem. Nein, ich nutze dann Kunstfell. Es gibt zum Glück mittlerweile super Hersteller für Kunstfell. Ich kooperiere hin und wieder mit Herstellern für Tierpräparate, die so Grundkörper schäumen, zum Beispiel so einen Löwen oder so. Beim Greif war das sehr praktisch, weil das hätte mich locker nochmal einen Monat länger gedauert, wenn ich das alles selber aus Styrodur geschnitzt hätte. Und so konnte ich quasi einen Löwen nehmen und den zur Hälfte schäumen. Abschneiden und umformen und aus dem Kopf dann einen Vogelkopf machen etc. Aber ich hatte schon mal eine Grundlage, in der auch schon dann entsprechend eine Armatur verankert ist aus Stahl, damit das hinterher auch, weil das wiegt ja dann auch ein bisschen was, damit das dann hinterher das auch aushält. Wen das genauer interessiert, wie sowas entsteht, tatsächlich hat mich im Rahmen der Ausstellungsvorbereitung der Hessische Rundfunk besucht und eine 45-Minuten-Doku aufgenommen, wo man komplett die Entstehungsgeschichte der Ausstellung und das Greifen dann auch so ein bisschen begleiten kann. Also gerne einfach in die ARD-Mediathek schauen. Da ist das noch eine ganze Weile zu sehen. Heißt, wie ein Biologe Fabelwesen zum Leben erweckt. Einfach Fabelwesen eingeben, dann findet man das sehr schnell. Also da kann man wirklich ein Partit beeinflussen. Gib uns doch auch gerne dazu einen Link und dann versuchen wir das mal irgendwie in die Shownotes zu packen. Auf jeden Fall. Genau, kann man da auch noch schneller drauf zugreifen. Ja, aber auf jeden Fall, ich stoße an meine Grenzen. Der Greif hat das Atelier ziemlich in Beschlag genommen. Jetzt kann es sein, dass ich für nächstes Jahr für zwei Ausstellungen nochmal einen Einhorn und vielleicht auch einen Drachen baue. Aber schon jetzt ist das Problem, wenn die Ausstellung beendet ist, kriege ich nicht mehr alle eingelagert. Also wo hat man denn auch Platz für diese ganzen, ja genau, du brauchst eigentlich eine Halle. Ja, das ist genau das Ding und wir sind tatsächlich gerade bundesweit auf der Suche nach einem Standort, an dem wir eine Fabelwesen Erlebniswelt aufziehen können, Indoor, dass man auf tausend Quadratmeter. Liebe ZuhörerInnen, das ist ein Call. Wir brauchen unbedingt eure Riesenhalle, in der eine Fabelwesen Ausstellung Erlebniswelt stattfinden kann. Meldet euch. Wir brauchen euch. Wir haben aktuell zwei Städte, die sehr großes Interesse haben. Einmal im Schwarzwald, einmal im Harz. Wir werden hoffentlich in 2026 eine finale Entscheidung fällen. Es geht eben wirklich darum, einen dauerhaften Ort zu schaffen, der quasi ein Vermittlungszentrum für Sagenforschung und Kultur sein kann und dass eben nicht mehr die Tiere dauernd durch die Weltgeschichte ziehen. Das beschränkt einen ja auch sehr in den handwerklichen Möglichkeiten. Jetzt in der letzten Ausstellung, das Größte, was wir haben, sind so zwei Meter mal 1,50 Meter große Dioramen, wo man dann mit Fahnen und Co. arbeiten kann. Aber wenn man das in der Halle oder so macht, dann kann man halt auch wirklich durch den Wald durchlaufen, wo das Einhorn steht, mit ein bisschen Nebel am Boden. Oh, toll. Das wäre halt genial. Ja, das ist das Ziel für die Zukunft. Ja, cool. Das ist mega cool. Das Studio in Deutschland sozusagen auf Farbewesen. Ja. Das heißt, auch eure Zielgruppe sind dann ja auch wahrscheinlich gar nicht mal nur Kinder, oder? Also das ist ja, also ich meine, manche von diesen Fabbelwesen sind ja vielleicht auch viel zu spooky für Kinder. Also ich habe schon mit vielen Kindern zusammengearbeitet, mit Schulen etc. Aber der Schwerpunkt der Vermittlungsarbeit von Forgotten Creatures sind tatsächlich Erwachsene. Wobei ich museal sagen muss, also wenn man es so macht, dass es Kinder begeistert, begeistert es eben auch Erwachsene. Niemand glaubt. Reiner Text ist halt langweilig und in dem Moment, wo du, also wir hatten schon, gerade bei den Hausgeistern zum Beispiel, die stand in insgesamt zehn verschiedenen Standorten und dann rief mich eines Tages der, der Museumsleiter von Neu-Isenburg an und erzählte mir, hier war gerade ein Hexenkurven. Da kamen gerade 20 Leute und haben sich angemeldet. Und er war total, die kämen alle aus dem Raum Frankfurt und sie hätten jetzt gesagt, sie müssten jetzt mal in diese Ausstellung. Und danach haben sie sich aber auch das Stadtmuseum angeguckt und waren so, ja ohne die Ausstellung wären wir vermutlich nicht hierher gekommen, aber ist ja richtig spannend. Das zeigt so, welche Möglichkeiten da durch uns stehen. Weil man halt niedrigschwellig, man holt die Leute, die sich für Harry Potter, Herr der Ringe und Co. Interessieren, für Fabelwesen. Aber hinterher gehen die raus mit Politik zur Zeit der Reformation oder auch zum Beispiel Martin Luthers Bild von behinderten Menschen, wenn es zum Beispiel Wechselbelger oder ähnliches gibt. Das ist ein zu großes Thema, um das anzuschneiden. Aber man begeistert die Leute niedrigschwellig für unsere Geschichte. Und das ist das Schöne. Das ist quasi so Kulturvermittlung durch die Hintertür. Und das funktioniert mit diesen Fabelwesen-Exponaten perfekt. Das glaube ich. Das ist cool. Super spannendes Projekt. Und ich finde auch so ein total geiles Beispiel für so komplett unrealistische Berufswünsche, die man so hört, wenn man so irgendwie so neun ist. Und dann kommt so Florian vorbei und macht es einfach. Und man denkt so, hä, wie krass. Großartig, ja wobei einfach, es ist schon also es ist sehr viel Aufwand ich mache das ja nur seit einiger Zeit aber wirklich eher so auf die langsame Tour ich habe zum Glück einen Verein, unser Verein Zeitsprünge im Hintergrund, der das finanziell auch hilft zu stemmen, wir kommen langsam an den Punkt, dass sich das auch immer mehr selbst trägt Aber es ist natürlich ein Prozess. Das funktioniert nicht so, dass man als Startup in einem halben Jahr alles aus dem Boden kloppt und dann macht man Dekole. Aber wir wollen auch schon so ein bisschen zeigen, dass man auch mit Kultur durchaus Geld verdienen kann und dass das nichts Schlechtes ist. Viele Museen sagen ja auch heutzutage, nee, also das darf ja auch nichts kosten. Das sehen wir ein bisschen anders. Wir haben Kollegen im europäischen Ausland, zum Beispiel in Polen. Da gibt es eine Ausstellung, die Geheimnisse des Riesengebirges. Seit zwölf Jahren offen, jährlich 75.000 Jahresbesucher, sieben Festangestellte. Das ist so die Richtung, in die wir auch vorhaben zu gehen. Ja, genau. Irgendwann, wenn ihr da seid, dann denkst du an diese Podcast-Folge zurück. Und damals habe ich es schon erwähnt. Dann komme ich nochmal vorbei. Ja, dann machen wir einen Ausflug mit allen Hörerinnen. zu euch. Das ist ja super cool, weil ich finde das einfach unglaublich schön, wie man über sowas, ich sag jetzt mal, was man gar nicht erwarten würde, ja Fabelwesen, dass die so einen großen Pull haben, dass man so viel davon lernen kann. Also ich sag das auch immer über Religion, dass man über Religion sehr viel über unsere Gesellschaft erfährt und das einfach so eine Perspektive ist, durch die man schaut. Und die Fabelwesen sind halt irgendwie so eine ganz spielerische Perspektive und die auch noch sich so viel verändert und die irgendwie so wunderbar ist. Also ich werde auf jeden Fall direkt ein Foto mit dem Greif machen, wenn der nehm ich sie. Ja, neues Selfie. Und ja, ich wollte auch nochmal sagen, wie beeindruckend ich das finde, dass du das auch per Hand alles machst. Also das finde ich unglaublich. Das ist ja übrigens cool. Was für ein krasses Talent einfach. Wirklich Hammer. Also jetzt neben der ganzen wissenschaftlichen Erarbeitung, neben der Webseite, die er als Team macht und alles, neben der Bücher, auch noch diese mega coole Handarbeit. Also wie genial ist das denn? Also ich würde sagen, das gesamte Projekt ist für mich Doing Wonders auf jeden Fall. Ja, auf jeden Fall. Richtig cool, ja, voll toll. Auf jeden Fall. Ja, hey, vielen, vielen Dank, Florian, dass du uns erzählt hast von deiner Arbeit und von Krampus und Eichhörnchen, wolltest du sagen. Genau, Eichhörnern. Wobei, da gibt es ja auch so interessante Figuren, die auch so mit irgendwas, also Eichhörnchen und dann aber noch in, ah, okay, andere Podcast-Folge. Also vielen Dank, sehr, sehr spannend und cool, dass du heute bei uns warst und wir halten uns auf jeden Fall die Augen offen nach der Ausstellung und freuen uns auf jeden Fall auf weitere Updates in der Zukunft. Ja, vielen Dank euch für die Einladung, es hat sehr viel Spaß gemacht und ich weiß nicht, wenn ihr in Zukunft nochmal zu irgendwelchen Fabelwesen oder Volkssagen Fragen habt, haut mich gerne an. Auf jeden Fall, ja. Das ist mega spannend. Sehr cool, vielen Dank. Vielen Dank, dann wünsche ich euch noch eine schöne Woche und wir hören uns bald wieder. Bis bald. Tschüss. Wonderland ist eine Kooperation zwischen Schöner Glauben und Remit e.V. Wir von Remit e.V. setzen uns für transparente und wissenschaftlich fundierte Informationsvermittlungen zu verschiedenen Religionen ein. Wir engagieren uns als Netzwerk dafür, religionswissenschaftliche Perspektiven in die Gesellschaft zu bringen. Werde Mitglied bei uns unter remit.de slash Verein-Mitglied oder unterstütze unsere ehrenamtliche Arbeit unter remit.de slash spenden.