Hey Leute, vielen Dank, dass ihr wieder eingeschaltet habt bei Schöner Glauben. Wir möchten progressive Stimmen zusammenführen, einander empowern und uns für mehr Solidarität einsetzen. Glaube in schön also. Wenn du mehr wissen oder uns unterstützen willst, findest du alle Infos auf schönerglauben.jetzt, Hallo, hallo, willkommen. Hier sitzen heute zwei Franzis. Ich bin hier mit Franziska Klein. Hi Franzi. Hi. Franzi, du bist Pastorin, Autorin, Rednerin, Freundschaftscoachin und du hast auch einen eigenen Podcast beim ERF über Freundschaft. Deine Base ist Frankfurt am Main. Und wenn ich dich auf Instagram so beobachte, hast du ein Auge für schöne Dinge. Das mag ich sehr. Ja, ich glaube, das teilen wir. Das teilen wir, oder? Ich glaube auch, weil ich finde immer deine Sachen so schön und denke mir immer, ach toll, hat sich das gemacht. Ja, und du hast, Franzi, zwei Bücher geschrieben. Über das erste, das ging über Freundschaft, bin ich so auch zu dir gekommen. Finde ich voll spannend, das Thema. Und das zweite, über das wollen wir heute sprechen, das heißt Frau sein. Und Franzi, erzähl doch direkt mal gleich los, wie du zu dem Thema gekommen bist, Frau sein. Warum gibt es darüber ein Buch von dir? Gezögert, meine Geschichte über mein Frausein oder das Gefühl zum Frausein so zu erzählen, weil ich dachte, sie ist doch sehr speziell. Ich bin mit der Frage so aufgewachsen, was darf man als Frau und habe das aber lange gar nicht so reflektieren können, dass ich mir über das Frausein so irgendwie grundlegend so eine Frage nach Erlaubnis stelle. Und für mich hatte das, glaube ich, so mit allem zu tun. Also es war eben nicht nur einfach, ich mache mir jetzt irgendwie abstrakt Gedanken über das Frausein, sondern so ganz tief biografisch verankert irgendwie das Gefühl zu haben, ich bin als Frau in dieser Welt irgendwie fremd. Das hat ein Stück weit mit Migrationshintergrund zu tun, mit dem kulturellen Hintergrund, in dem ich aufgewachsen bin in Deutschland. Meine Eltern kommen aus Siebenbürgen, aus Rumänien, mit der Gemeindesituation daheim und so. Also es waren so verschiedene Faktoren, die in meinem Aufwachsen das Gefühl verankert hatten, irgendwie fühlt sich das fremd an und ich habe so eine Frage nach Erlaubnis. Da ist jetzt viel passiert. Also du hast gerade mich schon vorgestellt, ich bin heute Pastorin, ich bin im Kontext aufgewachsen, da durften Frauen nicht Pastorin werden. Da gab es viel Veränderung. Und in dieser Veränderung musste ich natürlich viel reflektieren, was bedeutet Frau sein? Was bedeutet es für mich? Was bedeutet es theologisch? Was bedeutet es gesellschaftlich? Was bedeutet es ganz persönlich mit mir und meinem Körper, meinem Aussehen? Meiner Sexualität, also alles so drumherum. Und dann in den letzten Jahren sind verschiedene Faktoren, glaube ich, so zusammengekommen, dass es jetzt dieses Buch gibt. Weil ich würde sagen, als ich vor sechs Jahren Pastorin geworden bin, wähnte ich mich selber auf so einem Weg von, wir sind irgendwie gut unterwegs in unserer Gesellschaft, in unseren Kirchen. Klar, ich bringe irgendwie so eine Geschichte mit, aber die liegt irgendwie hinter mir. Und dann festzustellen in den letzten Jahren, dass das Thema irgendwie wieder neue Wellen schlägt. Dass es politisch diskutiert wird, gesellschaftlich. Dass unsere Gesellschaft Thema Frau sein irgendwie auch auf eine Art und Weise erzählt und vermittelt, wo ich merke, irgendwas rennt da gerade an mir vorbei. Und ich habe das Gefühl, diese Unzeitigkeit, mit der ich schon aufgewachsen bin, kommt irgendwie aufs Neue hinzu. Und wir leben in einer Zeit, würde ich sagen, wo Frauenbiografien so unterschiedlich aussehen können zur gleichen Zeit und habe den Eindruck gehabt, vielleicht ist es jetzt Zeit, so auch meine Geschichte irgendwie als Gesprächsbeitrag zu erzählen. Und dann ist so Verschiedenes passiert, dass ich durch mein vieles Unterwegssein, viele Gespräche, viele Beobachtungen hatte. Und dann gab es letztes Jahr auch konkrete Situationen in Gesprächen, wo ich so dachte, okay, let's go. Und dann wirklich so den Eindruck hatte, als würde Gott mir so sagen, so jetzt wird es Zeit, du kannst dich da nicht neutral verhalten oder du kannst dazu auch nicht schweigen. Dazu musst du irgendwie deine Stimme auch erheben. Ich danke dir dafür, dass du das erzählst in deinem Buch und ich habe auf jeden Fall gemerkt, einer der Schätze für mich ist in dem Buch, dass du Worte findest. Für bei mir so diffuse Gefühle, wo ich merke, also vorher auch gemerkt habe, da ist irgendwas, ich kann das aber nicht benennen. Was ist das Problem? Und zum Beispiel eine ganz klare Unterscheidung, die du machst in dem Buch, ist, dass du sagst, wir müssen mal schauen, was von dem, was wir über das Frausein erzählen, ist eigentlich wirklich christlich? Und was ist eigentlich traditionell, was so erzählt wird. Und dann habe ich gedacht, wow, ja, das ist eigentlich ein guter Punkt. Und das schreibst du so in dem Kapitel, wo du über Rollenzuschreibungen sprichst und du erzählst eine kurze Episode, mit einem Jugendleiter, Jugendpastor, der dich lobt eigentlich und sagt, Franzi, wow, toll. Du hast das Gabenset aber dummerweise eines Mannes. Hey Leute, eine kurze Unterbrechung in eigener Sache. Uns ist wichtig, dass alle unsere Inhalte frei zugänglich sind und dafür brauchen wir euch. Ab einem Euro könnt ihr uns dabei helfen, regelmäßig Folgen zu veröffentlichen. Mehr Infos dazu findet ihr in den Shownotes und unter www.schönerglauben.jetzt. Vielen Dank für euren Support und jetzt weiterhin viel Spaß mit der Folge. Und magst du die Story mal kurz für uns so erzählen, was das für dich bedeutet hat damals? Wie das vielleicht auch mit deinem Weg zur Pastorin zusammenhängt? Nimm uns mal mit rein. Ja, total gern. Ich glaube, was du gerade ansprichst mit diesem Worte finden, was ist eigentlich traditionell und was ist genuin christlich, Das lief bei mir eben so eng zusammen, dass ich das nicht unterscheiden konnte. Und diese Worte zu finden, ist für mich kein Gedankenspiel, sondern war ganz existenziell wichtig. Genauso wie diese Geschichte, neben anderen Geschichten, das für mich so verdeutlicht, was eigentlich so zu dieser kognitiven Dissonanz auch geführt hat. Gar nicht richtig wahrnehmen zu können, was gehört jetzt zu was. Und ich habe das so dieses, du hast das Gabenset eines Mannes, ich habe das als Kompliment auch gehört damals und weil es war ja eine Adelung. Wenn man als Frau gesagt bekommen hat, du bist anders als andere Frauen, halte ich heute für einen ganz problematischen Zugang, weil ich gar nicht dahingehend besonders als Frau sein muss, wenn ich ähnlich bin wie ein Mann. Und wenn man das anguckt, so diese Adelung der Frau, indem sie mit männlichen Attributen irgendwie so zusammengebracht wird, zieht sich halt durch die Geschichte. Also das haben wir schon in Märtyrer-Akten im zweiten Jahrhundert, also irgendwie so, dass das aus der Zeit aufgenommen wurde, das zieht sich irgendwie so durch die Geschichte, auch in eben der christlichen Geschichte. Also ich habe das als Kompliment gehört, weil ich wusste, der will mir gerade auch ein Kompliment machen. Und gleichzeitig hat es dazu beigetragen, dass eben so dieses Fremdgefühl, ja ich bin eine Frau, jetzt habe ich irgendwie... Aber Gaben des Mannes. Und damit war eben ganz konkret gemeint, ich habe mich ganz proaktiv in der Jugendgruppe eingebracht. Ich habe auch schon früh theologische Bücher gelesen. Also ich war einfach, ich war laut, ich war wortreich, ich war kommunikativ und konnte auch was leiten und was anleiten. Und das war dann eben so dieses Set, das eben eigentlich bei einem Mann so zugeordnet ist. Und jetzt gibt es halt vereinzelte Frauen, die haben das halt auch so. Und das hat eben zu dem Gefühl geführt, jetzt habe ich irgendwie so ein Gabenset, es ist aber irgendwie nicht meins. Und jetzt muss ich innerhalb der Möglichkeiten, die mir in meinem Kontext erlaubt sind, Und innerhalb der Grenzen, die mir gesteckt werden, gucken, was mache ich mit diesem Set. Und Frauen in diesen Kontexten, komplett eingeschlossen, ich bin eine ganz, ganz typische Frau in diesem Kontext. Die suchen dann halt einfach die Freiräume, die ihnen gegeben werden. Ich war auch gar nicht, ich war gar nicht drauf angelegt, sozusagen jetzt diese Grenzen überschreiten zu wollen oder gegen meine Rolle aufbegehren zu wollen. Nee, ich wollte eigentlich da reinpassen. Also ich wollte diesem Bild entsprechen. Ich fand auch einen in meiner Jugend irgendwie, hatte Gefühle für den und wollte dem natürlich vielleicht auch ein bisschen gefallen. Also so kommt natürlich das so als Teenie auch hinzu. Und dann passt man sich an. Und ich glaube, die harte Erkenntnis für mich in meinen jungen Jahren ist, es gibt halt so eine Schablone, es gibt wie so ein Plätzchenförmchen für Frauen und ich passe irgendwie nicht durch. Und so sehr ich versuche, da hineinzupassen, es fühlt sich an wie ein Schauspiel. Selbst mit der größten Anstrengung, und ich glaube, das ist vielleicht das Bitterste sogar, dass ich mich so angestrengt habe und es trotzdem nicht geschafft habe und sich das dann auch wirklich wie so ein Gefühl von Versagen anfühlt. Also ich schaffe es gar nicht, die Frau zu werden oder zu sein, wie Gott sich Frau sein gedacht hat. Und das ist ja auch natürlich so als 17-Jährige, 18-Jährige eine harte Erkenntnis. Ja, und da kommt ja auch wieder dieses Heimatlose ins Spiel, was du angesprochen hast am Anfang, finde ich. Also mir ging es sehr ähnlich, dass ich auch gedacht habe, es gibt so diese Rolle, diese schablone Frau, christlich Frau, und ich schaffe es nicht. Ich übe und ich gebe mir Mühe und ich verbessere mich und ich schaffe es nicht, so zu wirken, wie die wollen, dass ich als christliche Frau wirken soll. Und dieses Gefühl von, du sagst, Versagen, bei mir kam das dann sehr stark auch dieses so, ich habe kein Zuhause. Also ich passe da ja nicht in die Vorstellung. Ich werde entweder, wenn ich ehrlich und authentisch lebe, immer an Ecken, was mit sehr viel Stress und Ausgrenzung verbunden ist. Oder ich passe mich an und den Weg hatte ich dann auch gewählt für eine Zeit. Dann läuft es scheinbar erst mal ganz gut. Und dann wird der Körper krank, weil es einfach nicht dem eigenen Wesen entspricht, weil es einfach viel zu viel Stress ist, diese Anpassung. Und dann bleibt man ja in so diesem Gefühl, dass man, also es liegt halt an einem selbst. Also ich sage, dass man dann doch irgendwie sehr viel Scham auch als Frau empfinden kann, zu merken, ja irgendwie passe ich nicht. Also irgendwie, es gibt halt etwas, in was ich reinpassen muss und ich bin irgendwie der Faktor, der jetzt irgendwie falsch ist. Das zum einen und auch unglücklich sein, dass das, was man eigentlich machen möchte, darf man nicht machen, weil das sind ja Männeraufgaben. Da wird man nie teilhaben, da wird man nie, du schreibst es ja auch damals, dass der Jugendreferent gesagt hat oder dass du das für dich so daraus geschlossen hast, er hätte dich gefördert, wenn du ein Junge gewesen wärst, dann hätte der dich in dem Bereich Erfolg geführt. Ja, voll. Das glaube ich wirklich. Das war halt der Unterschied. Die Männer oder jungen Männer in meinem Alter, die haben dann eben Aufgaben zugeordnet bekommen und wurden auch ein bisschen gementort. Und das wurde dann schon auch schräg gesehen, dass es natürlich jetzt nicht war, dass ein männlicher Jugendmitarbeiter eine junge Frau mentort. Und Jugendmitarbeiterinnen gab es bei uns zu der damaligen Zeit nicht. Also er war schon auch, da war dann schon, also was es schon gab, so dieses, dass man sich eine ältere junge Frau als Vorbild nimmt und ich war auch wirklich umgeben von total tollen Frauen. Ich habe in meiner Jugendgruppe ganz, ganz wertvolle Freundschaften geschlossen und lieb die Menschen. Aber es gab so für mich als Person nicht so ein Vorbild, wo ich so dachte, ich möchte so eine Frau werden, weil es eben schon auch ein sehr einseitiges Frauenbild war. Und das habe ich erst neulich auch nochmal so für mich reflektiert, dieses, wenn es eben nur eine Form gibt von Frau sein oder ein Frauenbild, in das man irgendwann hineinwächst, dann wird natürlich auch die Frage nach Berufung und Vision immer nur innerhalb von Grenzen gedacht, innerhalb von Einschränkungen. Und jetzt lebe ich ein sehr anderes Leben, als ich mir mit 17 hätte vorstellen können, träumen können. Und merke manchmal so ein bisschen dieses, ich hatte gar keine Vorstellung, wie ein Leben Mitte 30 unverheiratet als Pastorin aussehen könnte. Das gab es einfach nicht als Vorstellung. Ja, das ist spannend. Vielleicht magst du nochmal so ein bisschen, Worte finden, was eigentlich diese christliche Rollenzuschreibung bei dir damals war in der Gemeinde oder so, also dass vielleicht die ZuhörerInnen sich vorstellen können, worüber reden wir hier eigentlich? Was war vorgesehen für die christliche Frau? Also ich wachse in einem sehr wohlwollenden Kontext auf. Das möchte ich auch immer dazu sagen und auch betonen, weil man darf sich das nicht dunkel oder hart vorstellen, weil so hat es sich nicht angefühlt, auch auf der Oberfläche, weil es ist ein sehr warmherziger Kontext und man wollte es so richtig machen und nimmt dann Bibelstellen, teilweise aber sehr wörtlich, sage ich jetzt mal. Und ich würde sagen, unterm Strich formiert sich das christliche Frauenbild dann aus zwei expliziten paulinischen Stellen. Einmal 1. Korinther 14, die Frau Schweige. Wer zuhört, schaut bitte selbst in der Bibel nach. Es ist in Erster, oh Mann, okay. Kurzer Ausfall. Also Erster Korintherstelle auf jeden Fall, die Frau Schweige in der Gemeinde und dann Erster Timotheus 2. Es ist einer Frau nicht gestattet zu lehren und Autorität über den Mann auszuüben. Und dann vielleicht noch Epheser 5, die Frau soll sich dem Mann unterordnen. Und da hat man eben so drei Stellen, jetzt sage ich mal, zwei sehr explizite, die eine müsste man auf jeden Fall vom Kontext nochmal betrachten, weil die da auch im Spannungsfeld direkt steht, im 1. Korinther, das ist 1. Korinther 12, weil sie steht in Spannung mit 1. Korinther 14. Und das erstmal so für mich als gesetzt galt, wenn natürlich dazu gesagt wird, wenn du als junge Frau da aufwächst und sagt, ja, so steht es halt in der Bibel. Das kann sich jetzt anfühlen, wie man will. Es steht doch da ganz klar. Also diese ganz klare Aussage von, es ist etwas einer Frau nicht erlaubt, sie ist dem Mann untergeordnet und sie darf explizit in der Gemeinde auch nicht sprechen. Und das formiert dann aber natürlich wohlwollend, dass man sagt, ja, aber Unterordnung ist wirklich ganz, wird ja hier christologisch angereichert. Sprich, da geht es ja darum, dass der Mann die Frau wirklich ganz so sehr liebt, dass es der Frau leichtfältig unterzuordnen. Oder ja, die Frau darf natürlich jetzt nicht predigen, aber sie darf andere Aufgaben übernehmen. Also es wurde nicht so hart jetzt so durchgesetzt, sondern es sollte so sehr wohlwollend verstanden werden. Und so habe ich das, würde ich auch sagen, vertreten. Also ich habe bis in meine 20er hinein das Gefühl, Hätte ich so unterschrieben. Ich habe selber auch mal ein Buch gelesen über Unterordnung. Und habe dann schon so damit gerungen und erinnere mich so als junge Frau, wie ich dann so in mein Tagebuch schreibe, dass ich nicht weiß, ob ich das so leben kann, aber halt irgendwie da natürlich gehorsam sein möchte und mir dann irgendwie für einen Mann bete, wo es mir dann auch leicht fällt, mich unterzuordnen. Und das ist so interessant bei diesem Thema, dass ich das so als vor 20 Jahren so durchkaue und das jetzt halt heute teilweise bei Social Media in so Neuauflagen sehe und denke so, das ist ja schon bei mir vor 20 Jahren so eine Abarbeitung von evangelikalen Themen nochmal 20 Jahre vorher. Und das ist irgendwie so krass, wie sich das irgendwie so auch wiederfinden kann. Aber das ist so ein bisschen der Kontext und der hat sich natürlich gebildet. Ich wachse in so einem Kern auch von evangelikalen, theologischen, theologischer Geschichte auf. Und das hat natürlich so alles seine Zuordnung oder warum wurde dann eben Frau sein in den 70ern in den USA so zu dem politisierenden Thema und so. Also das hat auch dann so seine historischen Bezüge. Aber das... Jetzt bin ich ein bisschen abgekommen. Ich habe mich da irgendwo verheddert. Das macht gar nichts. Das ist alles gut. Wir wollten erzählen, was die christliche Frau angeblich so sein soll und welche Rollen sie zu erfüllen hat. Okay. Und das war so der Faden. Und dann greife ich den Faden hier beim Evangelikalismus wieder auf, weil ich bin ganz stark geprägt von amerikanischen Büchern zum Thema Frau sein. Da gab es einfach sehr viel mehr, was es dann so ausgestaltet hat. Und da sind die Bücher schon auch sehr eindeutig. Also die Bücher beginnen immer irgendwie mit einer Abgrenzung zur modernen Frau oder zum modernen Feminismus. So wollen wir nicht sein, das ist chaotisch für die Frau oder bringt auch eine Ordnung durcheinander. Und die eigentliche Frau ist so gedacht und dann wird halt irgendwie angesetzt bei eben den Stellen, die ich genannt habe. Und das hat mich geprägt. Da ist etwas ausformuliert worden. Und wenn ich heute in diese Bücher gucke, dann denke ich echt so, krass, dass ich das nicht. Ich fand es schon teilweise strange und manche amerikanischen Bücher, die gingen schon auch weiter als jetzt auch mein eigener Kontext. Also wir haben das dann schon auch diskutiert, ist das jetzt wirklich so gemeint oder, aber es war halt trotzdem so, ich hatte nur so einen Schlag von Literatur und Feminismus gehörte nicht in den christlichen Raum. Das war sozusagen etwas, an was sich abgearbeitet wurde. Und dann, es kam auf, glaube ich, durch mein Geschichtsstudium zuerst, dass ich so gemerkt habe, irgendwie, das ist ja sehr historisch verhaftet. Und wo ist da jetzt eigentlich das Christliche? Und das kam dann aber erst in meinem Theologiestudium auf, dass ich wirklich so gemerkt habe, warte mal, wir müssen da was auseinanderhalten, was aber alles so in einen Topf gepackt wurde. Und alle amerikanischen Bücher, die ich gelesen hatte, Die setzen alle immer nur beim Feindbild moderner Feminismus an und entwerfen dann ein Bild, was aber mehr einem Bild von den 50ern oder der bürgerlichen Frau aus dem 19. Jahrhundert entspricht, als dass man wirklich sagen könnte, okay, das ist jetzt hier genuin christlich oder biblisch-theologisch total hergeführt. Weil dann doch so diese Verengung auf, okay, es geht darum, eine Hausfrau zu sein, und das ist ja auch allein schon ein historisches Unikum, sage ich mal. Und natürlich Mutter zu werden, ist so die eigentliche Berufung. Ja, das hast du gut erklärt, hergeleitet und zusammengefasst. Und wenn dann das Leben anders spielt und vielleicht der Traum, eh man noch nicht um die Ecke gekommen ist oder die Kinder ausbleiben, dann stellt sich die große Frage, Was ist dann jetzt mit mir? Oder wenn ich vielleicht Familie habe, aber feststelle, also Wäsche und Haushalt machen mich echt fertig, ich will eigentlich lieber Bücher schreiben, dann ist auch die Frage. Ja, aber das ist ja nicht erlaubt, dass man sich jetzt diesen hausfraulichen Pflichten nicht so mit Freude widmen will, weil das ist dann nicht christlich. Dann musst du beten, dass Gott dir hilft, Dass du das ja trägst oder mit Freude erfüllen kannst oder so. Also da gibt es ja dann immer irgendwie, es gibt ja für alles auch dann eine Antwort, wie du da reinfindest. Genau, ich glaube so dieses, oder was ich dann auch erlebt habe, es gab natürlich immer auch dieses Freiräume suchen. Das ist dann natürlich dann schon auch sehr individuell. Also das ist auch völlig klar, dass in solchen Kontexten die Frauen auch nicht alle einem Bild entsprechen. Und auch jetzt so, seitdem mein Buch raus ist, dass mir Frauen aus meinem eigenen Kontext schreiben, die entweder noch da sind oder auch nicht mehr da sind, zu sagen, ich habe das auch so empfunden und konnte das auch damals nicht sagen. Und dann, ich glaube, die Schwierigkeit ist halt mit diesem, was bedeutet dann halt auch Freiheit oder Rollen und Freiheit. Die Frage ist halt darf sie das dann ausgestalten und wer gibt ihr die Erlaubnis und das wird dann schon viel halt zu dem individuellen Mann dann eben zugeordnet also hast du dann halt entweder einen Ehemann der dich in deine Ambitionen irgendwie fördert, der dich in dem Haushalt unterstützt, der deine Kinder. Auch irgendwie für die Bezugsperson ist, also ich karriere das jetzt ein bisschen, das ist nicht böse gemeint, sondern eher so, es wird dann sehr in dieses Individuelle gelegt. Und dann... Ist aber ja eine Herausforderung, wenn du mit einer Hochanpassung aufwächst und dann für dich einstehen sollst, wenn du selber was willst. Das ist so, so schwer. Ich habe das heute noch. Ich würde sagen, ich habe mich wirklich aus ganz vielem befreit. Und dann habe ich das gerade auch in Arbeitssituationen, dass dann mal ein Kollege zu mir sagt, warum sagst du nicht einfach, was du willst? So ein bisschen dann so zu mir, wenn ich irgendwie das nicht tue. Und dann merke ich manchmal noch so wirklich so etwas in mir. Alles in mir will eigentlich sich anpassen, will eigentlich gefallen. Das ist so tief verankert, in so eine zurückhaltende Anpassung gehen zu müssen, dass selbst mit meinem Werdegang ich in diese alte Muster falle. In Dating-Situationen werde ich zu einem Mäuschen und kann mich dann selber nicht ausstehen. Und ich glaube, das dann so zusammenzubringen, sie will vielleicht dann individuell was anderes, ist dann vielleicht auch individuell mit ihrem Mann, kann sie das vielleicht machen, aber kann sie wirklich und was sind die Konsequenzen und hat sie wirklich gelernt für sich einzustehen und wer unterstützt sie darin, das sind dann halt so die Fragen, auch aus so einem Bild oder aus Rollen auszubrechen. Ja, das zeigt, wie existenziell das ist, dass zum Beispiel gelernt wurde, dass wir als Frauen sind ja aufgewachsen mit der Aufforderung, dass wir besser ruhig sind und dass wir uns besser still verhalten. Also ich glaube, das hat vielleicht bei uns beiden auch was Kulturelles. Ich habe ja auch eine polnische Oma und habe diesen Hintergrund und habe da sehr viel gelernt, was sich für ein Mädchen nicht schickt. Obwohl ich auch total viel Stärke von der Oma mitgenommen habe, auch in anderen Gebieten wiederum, gab es trotzdem diese Regeln, zum Beispiel er sich zurückzunehmen, zurückzuhalten, nicht aufzufallen. Und natürlich, wenn das dann noch durch christliche Sozialisierung noch zementiert wird, noch gefestigt wird in der Jugendzeit oder so, entwickelt sich ja immer mehr diese innere Stimme so, oh, warte, nicht auffallen, nee, lieber nicht sagen, nee, warte mal, halte ich lieber zurück, sei liebe leise, weil, ich glaube, das hat für unsere Großmütter wahrscheinlich noch viel größere negative Folgen gehabt und deswegen wollten die uns das ja so beibringen, weil sie wollten uns ja schützen. Dass es wirklich für dich lebensbedrohlich sein kann, wenn du da negativ auffällst. Dann wirst du ausgeschlossen, dann hast du keinen Gruppenzusammenhalt mehr, dann gehörst du nicht mehr dazu, dann will dich auch kein Mann, das ist ja auch immer dieses, wenn du so und so will dich kein Mann. Und da kommen ja ganz existenzielle Fragen. Also ich merke schon, wie ich jetzt so körperlich mich wieder anspanne, weil ich merke, wie tief das so drin ist, was du auch sagst. Wir sind jetzt schon erwachsen, wir sind schon groß, aber wir haben das noch nicht alles abgeschüttelt. Nee, und ich glaube genau, damit man wirklich sagen kann, was man auch möchte, muss man sich sicher sein, dass man danach noch dazugehören darf. Und wenn das bedroht ist, dann sagt man nicht, was man möchte. Genau. Und das ist in der Gemeinde, wo du meintest, mit dem, dass jetzt Frauen sagen, ich habe mich auch so gefühlt. Das ist ja auch bei anderen Themen so. Also wir hatten das kürzlich jetzt erst mit dem ganzen kein Sex vor der Ehe Thema. Viele kommen nach Jahren, Jahrzehnten und sagen, wir haben uns da nicht dran gehalten, aber wir haben das nicht gesagt. Weil dann wärst du ja ausgeschlossen, dann hättest du ja kein Amt mehr übernehmen, wir mitarbeiten dürfen und so weiter. Und ich finde, daran kann man ja auch schon so ein bisschen erkennen, welche Themen, wo stimmt da was nicht. Weil wenn ich zum Beispiel eigentlich so fühle und darf das nicht sagen, dann fange ich an, unauthentisch zu leben. Das ist ja eigentlich das, was unser christlicher Glaube gerade nicht ist. Also wir sollen ja eigentlich in Freiheit und echt und authentisch leben dürfen. Und wo immer das Gefühl entsteht, ich darf hier das nicht sagen, finde ich, dann ist schon irgendwie was faul. Ja, also ich glaube auch, diese Kultur zu prägen, dass in einer Kirche... Dass man schambefreit auch darüber sprechen darf. Also weil die Frage ist ja, ist es besser, und ich bin Pastorin in der Freikirche, ist es besser, dass man einfach macht, was man will und solange es halt nicht gesagt wird, ist es irgendwie okay. Oder es wird gesagt und dann wird man halt dafür irgendwie ermahnt oder die Maß regelt oder ausgeschlossen. Und da denke ich so, das kann doch nicht, das kann nicht die Entscheidung. Da ist ja dann was wirklich von der Kultur total schräg. Ich sag nicht. Ich würde sagen, beim Thema authentisch, wir verändern uns ja. Also so der Referenzrahmen, an was ich mich auch halten will oder anpassen will, das darf natürlich auch sein. Also ich würde auch weiterhin sagen, auch Thema Glaubensgehorsam oder sich so nach Gottes Maßstäben richten oder wie möchte ich Glaube leben, das möchte ich beibehalten. Auch ganz persönlich, aber natürlich auch als Prägung. Aber die Frage muss halt trotzdem sein, ja, was sind die Maßstäbe und wie kommuniziere ich die und wie begleite ich Menschen? Und da ist für mich selber schon auch die Frage, wir können als Kirche nicht einfach ein System bauen, das den Menschen, die ich leite und präge, nicht gerecht wird und sie nicht sieht. Und genau daran, woran ich zerbrochen bin, zu sagen, ich passe ja nicht im System und deswegen fehlt mir dann die Zugehörigkeit, das kann ich nicht dann erneut aufbauen, nur mit anderen Regeln. Und gleichzeitig eben doch auch zu sagen, ja, nicht alles, was ich fühle, nicht alles, was ich denke, nicht alles, was ich will, entspricht dem Wesen Gottes. Aber das eben zusammenzuhalten, ist sicher die Herausforderung. Und wir wollen es, glaube ich, immer in so die eine oder andere Richtung auflösen. Und dann wird es halt aber schräg. Und wenn wir so einen individuellen Weg wählen dürfen und dürfen sagen, hey, ich möchte so leben, wie Gott sich das vielleicht gedacht hat, wie das Gotteswesen entspricht, wie du es gerade auch formuliert hast, hast du einen Tipp? Wie können wir dahin kommen oder wie können wir das herausfinden? Was ist zum Beispiel nicht einfach nur traditionell oder von irgendeinem System erfunden oder so, sondern was ist wirklich unser Glaube, was ist wirklich das, was vielleicht mir... Entspricht und gleichzeitig auch mit meinem Glauben zusammenpasst. Ich glaube, ich gehe schon den Weg, wenn ich sage, ich glaube nicht, dass Gott in so Rollen denkt, wie ich aufgewachsen bin. Weil es wird den Menschen nicht gerecht. Und wir sehen in der Bibel gerade die Geschichten, wo Menschen nicht in Systeme gepasst haben und packen gleichzeitig dann wieder daraus Systeme und sagen, ja, das sind halt dann Ausnahmen, anstatt die Geschichte halt irgendwie erst mal so auch zu sehen und zu lesen, wie sie schon auch dasteht. Also so, was ist Gottes große Geschichte mit den Menschen? Und am Anfang steht ein sehr gut über den Menschen. Und das erst mal für mich, das klingt so banal, weil das habe ich sehr wahrscheinlich, seit ich ein kleines Kind bin, in der Sonntagsschule gehört, hat dieses Gefühl von, ich bin eigentlich nicht sehr gut, ich bin irgendwie falsch, ich bin nicht gut genug, ich bin das nicht genug. Das hat bei mir zu ganz großen Selbstzweifeln geführt. Und das wieder zu entdecken, zu sagen, was bedeutet das eigentlich, dass Gott mich anschaut und sagt, Franzi, du bist sehr gut geschaffen. Und wenn ich dich angucke, freue ich mich. Und ich habe dich in diese Welt gestellt als mein Ebenbild, dass du etwas verkörperst, was ich in dich hineingelegt habe. Und was ich in dich hineingelegt habe, ist von mir dir gegeben, dass du es ausgestaltest. Und ich glaube, dieses eigene Leben als ein Garden-Set zu sehen, das Gott einem anvertraut hat und der nicht einfach nur gedacht hat, ah, Mist, Mist. Die Pakete für Frauen sind vorbei, jetzt habe ich hier halt noch eins für einen Mann, aber jetzt schaffe ich hier eine Frau. Also das ist so klein gedacht auch über Gott. Und ich glaube dann eben so diesen Weg von diesem sehr gut mit dem Ausblick uns verändern zu lassen, wirklich so in diesen. Also wir sagen so als Kirche, wir wollen Menschen die Liebe Gottes nahe bringen und dass sie sich von Jesus prägen lassen. Also ich glaube definitiv an Veränderung und dass eben dieser Weg von dieser Geschichte Gottes ein Anvertrautsein ist, das dann auch in Vertrauen und Verantwortung gelebt wird. Und da braucht es das, dass ich sehe, das, was mir mitgegeben wurde an Talenten, an Persönlichkeit, an Geschichte, das darf ich ausgestalten, das darf ich anderen zur Verfügung stellen, das darf ich einsetzen. Und da entsteht ein ganz, ganz buntes Bild und so ein reiches Bild und ich staune immer, immer über Geschichten, die Gott mit den Menschen schreibt und wo Menschen eben nicht einfach nur in ihren Rollen, in ihren Traditionen, in dem, was man eben so macht, bleibt, sondern sagen, ich habe hier irgendwie so ein, ich habe eine Sehnsucht. Also es kann ja manchmal, es kann mit einer Gabe anfangen, es kann mit einer Sehnsucht anfangen, es kann auch mit einem Schmerz anfangen, dass man sagt, okay, was mache ich damit? Und dann zu gucken, was bringe ich denn mit und wo bin ich? Und ich schreibe das ja im Buch so ein bisschen so diesen roten Fäden im Leben folgen. Das ist nicht eine Idee von mir, sondern die habe ich übernommen. Aber das fand ich für mich ganz hilfreich, weil es doch manchmal so Themen gibt, die tauchen immer wieder auf oder Gaben. Wo man merkt, das kann nicht richtig gut oder ein Traum oder eine Sehnsucht oder eben auch ein Schmerz. Und dann zu sagen, ich übernehme hier Verantwortung für das, was mir mitgegeben ist und setze es ein. Und da, finde ich, entsteht einfach ein anderes Bild, als dass ich sage, ja, ich habe eine Rolle auszufüllen. Also ich bin ja nicht in einem Theaterstück, sondern ich bin hier in Gottes große Welt gestellt als die Person, die er mit mir wollte. Genau und vielleicht auch, mir kommt gerade so der Gedanke, dass wir ja in ganz unterschiedlichen Zeiten geboren werden als Menschen und wenn ich jetzt als Frau vor 100 Jahren habe, hätte ich ganz andere wahrscheinlich Themen oder Aufgaben. Wie ich wiederum Licht sein kann in dieser Zeit oder mit meinen Mitmenschen leben kann, als es vielleicht heute ist. Und dann würde ja so eine Rolle überhaupt keinen Sinn machen. Also das gibt ja einfach auch Zeiten, wo vielleicht zum Beispiel Mann und Frau müssen beide auf dem Feld arbeiten oder so. Also dann bringt es ja nichts zu sagen, ja, das passt aber nicht zu einer Frau, so eine schwere körperliche Arbeit, wenn das einfach von Nöten zum Beispiel ist, um zu überleben. Ja, und da sieht man ja in der Geschichte wirklich auch Absurditäten. Also, dass man dann auf der einen Seite so ein Bild gezeichnet hat und gleichzeitig haben die Frauen zu Billiglöhnen in Fabriken geschuftet. Und ich glaube, sowas so ein bisschen zu entlarven und wirklich auch davon zu lösen und gleichzeitig auch zu sehen, dass Gott natürlich in jeder Zeit zu finden war und zu finden ist. Und da möchte ich auch nicht mein Verständnis heute auf alle geschichtlichen Epochen und auch nicht auf alle kulturellen anderen Kontexte, weil das kann natürlich dann, finde ich, auch so eine Überheblichkeit sein, wenn ich jetzt aus meiner Perspektive sage, ja, so ist jetzt mein Frauenverständnis und Freiheitsverständnis und mich dann daran abzuarbeiten, dass ich das in anderen kulturellen Kontexten aber jetzt verurteile. Und ich glaube, da braucht es zum einen wirklich auch eine echte Demut und eine Zurückhaltung und gleichzeitig aber natürlich das Herausstellen auch von Ungerechtigkeiten und gerade da, wo sie dann, und das macht mich wirklich auch wütend, wenn dann gesellschaftliche Ungerechtigkeiten aber hinter dem Deckmantel von, ja, aber das ist doch irgendwie eigentlich Gott gewollt, verschwinden. Und da muss ich ehrlich sagen, da vermisse ich schon auch im christlichen Kontext manchmal wirklich einen Aufschrei. Ich bin ohne ein Gefühl. Oder anders gesagt, ich habe das Gefühl von Ungerechtigkeit gegen Frauen in dieser Welt nicht in der Kirche gelernt. Ich habe das recht früh in der Schule irgendwie zum ersten Mal aufgefasst. Aber das ist eigentlich schade, dass nicht die Kirche der Kontext ist, der Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen herausstellt, der Sexismus aufdeckt, der sich gegen Femizide stark macht. Und das würde ich mir wünschen, dass eben gerade auch Kirchen, Gemeinden das Thema Ungerechtigkeit von Frauen als ein Ungerechtigkeitsthema herausstellen und das dann nicht dahinter verschwindet zu sagen, ja, aber eigentlich ist es halt auch so gedacht. Und dann wird es so ganz schräg, wie ich das empfinde, dass manchmal dann halt so diese Rolle von Frau so formuliert wird, als wäre es was Schönes, was Gutes. Und man denkt irgendwie so, aber dahinter wurde argumentiert, dass die Frau weniger wert ist. Und das kann doch nicht und das meinen die auch nicht und übersehen gleichzeitig, dass dahinter ja eine Geschichte steckt. Und ich glaube, da würde ich mir wirklich wünschen, auch mit meinem Buch, dass da. Erstmal Frauen das selber so für sich entdecken, was Gott wirklich so in seinem Wort bereithält an Freiheit, aber dass auch Gespräche stattfinden, dass man so eigene misogyne Strukturen aufdeckt und anfängt darüber zu sprechen und auch da Veränderung stattfindet. Und ich habe auch die Hoffnung, dass dein Buch dazu Mut macht, sich auch zusammenzutun und gemeinsam auch zu sprechen. Also zu sehen, hey, ich bin nicht alleine. Wir teilen ja diese Themen und wenn mehrere die ansprechen, dann muss ich was in Bewegung setzen in den christlichen Kreisen. Und du führst auch in deinem Buch diesen Gedanken an, dass ja eigentlich das Christentum ursprünglich mal die Frau ja sogar wie so besser gestellt hat oder zumindest auf den Weg eigentlich gebracht hat in eine bessere Stellung als es gesellschaftlich war. Für die Frau noch war und dass das auch deine Hoffnung ist für heute, dass eigentlich wir als christlichgläubige Menschen eigentlich dafür stehen sollten, dass es zum Beispiel Frauen oder vielleicht auch, das ist jetzt so meine Ergänzung, Minderheiten besser geht, als es ihnen in der Gesellschaft allgemein geht. Und was ich beobachte, ist leider eher oft das Gegenteil. Also dass Menschen, die sowieso schon zu kämpfen haben und Minderheiten angehören, sich in Kirchen erst recht nicht wohl fühlen, weil sie sagen. Ja, das, was ihr lehrt, damit passt halt mein Leben nicht überein und da fühle ich mich nicht wohl oder da fühle ich mich sogar bedroht. Oder was wir vorhin auch schon gesagt haben, ich darf nicht mitarbeiten oder werde gar ausgeschlossen oder was auch immer. Magst du mal ein Bild für uns zeichnen, was du dir heute wünschst? Wenn wir jetzt unsere heutige Zeit angucken für die Frau, was würdest du uns zusprechen wollen? Uns Frauen oder so einen Ausblick geben wollen? Was kann denn möglich sein mit unserem christlichen Glauben? Ja, ich glaube, dieses Potenzial, diese Sprengkraft des Evangeliums, würde ich wirklich sagen, hat mein Leben da auf den Kopf gestellt. Und ich bin christlich sozialisiert. Aber festzustellen, was Jesus eigentlich sagt, wenn er alle Menschen sagt, Egal, was sie mitbringen an Schicht, an Reichtum oder Geschlecht oder Sexualität, Jesus ist derjenige, der sie zum Abendmahl einlädt. Und ich glaube, manchmal verkennen wir unsere Rolle auch als Kirche, nicht ich lade die Menschen zum Abendmahl ein. Es ist Jesus, der der Gastgeber ist. Jesus ist derjenige, der uns einlädt. Und das Evangelium ist genau deshalb eigentlich so krass, weil es... Weil es ein Traum beginnt und die Kirche ist eigentlich ein Traum Gottes, wo diese Unterschiede und gerade auch Ungerechtigkeiten, die sollen da keinen. Also Unterschiede dürfen ihren Platz haben, sorry. Ungerechtigkeit darf keinen Platz haben, es passt nicht zusammen. Also Diskriminierung und Jesusgemäßheit, es passt nicht zusammen. Und es ist für mich ein Schmerz und eine Trauer, wenn die Kirche nicht der Ort ist, an dem Minderheiten gestärkt werden, das Schwache gesehen wird, das Ausgeschlossene genährt wird, weil ich glaube genau das passiert eigentlich in der biblisch-christlichen Geschichte, dass Gott Solidarität mit den Randständigen, den Ausgeschlossenen, den Schwachen zeigt. Und das passiert ja eigentlich auch am Kreuz. Also die größte Ohnmacht der Welt wird dafür verwendet, als Symbol zu sagen, und Jesus triumphiert am Ende. Und ich glaube, dass wir gut daran täten, diese Vision immer wieder durchzubuchstabieren und dann eben nicht zu sagen, es entsteht ein christliches Bild, dann entsteht eine Mehrheitsgesellschaft und dann entsteht halt eine Norm und dann haben wir irgendwie ein christliches System, sondern wirklich zu fragen, was bedeutet es, dass das Evangelium eine transformative Kraft hat. So in unserem Herzen, aber auch eben für unsere Kirchen, für unsere Gesellschaft. Und von da aus so zu gehen. Und da träume ich wirklich, ich träume von Kirchen und auch, ja doch, ich sage jetzt mal von Kirchen, die diese Teilhabe, so an einen Tisch zu kommen, wirklich ermöglichen. Und da wünsche ich mir, dass... Dass dieses Gespräch unter Frauen, unter Männern und zwischen Männern und Frauen, genau von diesem Traum Gottes für seine Welt und für seine Kirche, dass der so geträumt wird, miteinander geträumt wird und wirklich einander zugehört wird. So, was ist denn die Geschichte und gerade auch Geschichten von Minderheiten oder von. Diskriminierungserfahrung, die kommen an diesen Tischen zu wenig vor, weil schon eine Hauptgeschichte sozusagen existiert oder eine Normgeschichte und ich glaube so dieses darauf einlassen, Geschichten zu hören und diese anzuerkennen, das war auch ein Weg, wie ich eigentlich Pastorin geworden bin, weil ich in einem Kontext Pastorin werden durfte, wo ich das lernen durfte, nicht nur an diesem Tisch zu sein, sondern auch ich selbst an diesem Tisch zu sein. Und dass ich da meine Geschichte erzählen konnte und meine drei Kollegen das geduldig angehört haben, obwohl sie das auch nicht nachvollziehen konnten oder auch nicht in allem verstanden haben oder auch nicht all meine Emotionen verantworten konnten. Und ich habe ganz viel auch mitgebracht, wo ich manchmal auch ihnen was unterstellt habe, was ihnen nicht gerecht wurde. Und da dann auch einander wirklich zu lernen, zu sehen. Und das wünsche ich mir. Ich wünsche mir für Frauen Mut, ihre Geschichte zu erzählen. Ich glaube, das wünsche ich mir so mit meinem Buch sehr wahrscheinlich am meisten, dass Frauen den Mut haben, ihre Perspektive einzubringen und dass Männer, die Demut haben, an dem Tisch, an dem sie normal sitzen. Platz zu schaffen. Einen Platz zu schaffen für Menschen, die da nicht einfach so leicht sitzen können wie sie selbst oder so selbstverständlich sitzen können wie sie selbst. Und ich glaube, es beginnt wirklich mit diesem Zuhören und Mut- und Demut-Verteilung. Ich mag voll das Bild, Franzi. Du bist ja so ein Vision Board-Fan seit ein paar Jahren. Und du machst ja auch immer auf Instagram regelmäßig deine Reflektionen und Monatsvorausschau. Das ist die einzige Routine, die ich, glaube ich, wirklich durchziehe. Das ist eine sehr kraftvolle Routine, finde ich. Und ich liebe dieses Bild. Und vielleicht können wir das mit so als Ausblick nehmen, was du gerade gezeichnet hast, diesen Tisch. Wenn wir uns so vorstellen, wir haben einen Tisch und da kommen die Frauen zusammen. Und da finden Gespräche statt, hast du gesagt. Da wird Mut mitgebracht und der Mut darf da auch sein, der hat da auch Platz an dem Tisch. Und ein Mann, der sonst seinen Platz für selbstverständlich hält, wird sich vielleicht auch bewusst, dass der Platz gar nicht so selbstverständlich für andere ist und macht vielleicht Platz an dem Tisch. und wir hören einander zu, wir teilen Geschichten. Das hat für mich gerade auch so ein Lagerfeuer-Moment. Ich liebe Lagerfeuer. Ja, oder? Wir teilen Geschichten und wir hören einander wirklich zu, ohne Bewertung, ohne Urteil, wie Jesus das ja auch gemacht hat. Du hast gesagt, er ist derjenige, der einlädt an diesem Tisch und nicht wir laden ein, sondern wir, wir dürfen kommen und einander ermutigen, jede Frau darf dazu kommen mit ihrer eigenen Geschichte, und wir teilen, was uns ausmacht, was uns stark macht, auch vielleicht, was uns Angst macht, was uns schwächt und lassen da unsere Gefühle so ein bisschen auch mal raus, hast du gerade auch gesagt, dass das auch bei dir Platz hat im Leben. Das finde ich ein sehr schönes Bild, Franzi. So, ja, wo ist vielleicht mein Platz an diesem Tisch oder was bringe ich mit? Was bringe ich mit an Fragen? Was bringe ich mit für andere, die da schon sind? Was bringe ich mit, um vielleicht noch andere positiv anzulocken, dass die sich auch trauen, dazu zu kommen? Auch vielleicht dieses Thema, wir vergleichen nicht, das sprichst du auch in deinem Frauseinbuch an, beim Thema Schönheit. Schönheit braucht keinen Vergleich, sagst du, das finde ich so toll. Also wir kommen an diesen Tisch, wir fangen nicht an zu vergleichen, sondern wir sind da einfach, wie wir sind. Ja, ich glaube, dieses Thema Vergleichen, wenn halt gerade auch in christlichen Räumen es dann halt an diesem Tisch Platz für eine Frau gibt. Ja, wer ist dann diese eine Frau? Und dann beginnt halt natürlich etwas, weil es eben nicht diese Selbstverständlichkeit gibt, ich darf einfach dazugehören, sondern ich muss vielleicht besser sein, ich muss als Frau besonders gut machen, ich muss diese eine Frau sein, die heraussticht und das halte ich für einen falschen Anfahrtsweg. Und ich möchte auch dazu sagen, ich spreche ja mittlerweile aus einer sehr privilegierten Position und ich wünsche mir, dass wir Privilegien nutzen, um Platz zu machen für Menschen, die jetzt diese Privilegien nicht haben. Bei allem, klar, was ich da erlebt habe, bin ich trotzdem heute in meinem Beruf nicht benachteiligt. Ich bin auch eine weiße Frau, da muss man auch gucken. Ich bin trotzdem sehr privilegiert und bin auch immer nur eine Stufe hinterm weißen Mann. Ja. Ja, das vergessen wir als weiße Frauen, glaube ich, auch manchmal. Und ich fand das, mir hat eine junge Frau geschrieben mit einer Behinderung, die gesagt haben, ihr ist einfach aufgefallen in meinem Buch, dass ich zweimal wirklich explizit das Thema Behinderung anspreche und auch im Freundschaftsbuch das Thema schon eine Rolle spielt. Und ich will mich da jetzt nicht rühmen, weil es war nicht so eine bewusste Entscheidung. Aber so dieses, das hat mich dann berührt, dass es für sie so zentral war, dass sie gesagt hat, das ist glaube ich das erste Buch, das ich so gelesen habe, wo das so explizit mit dazu gesagt wurde. Also ich als junge Frau mit einer Behinderung. Und ich glaube, für Leute, die keine Behinderung haben, ist es so, selbstverständlich, ja natürlich, alle meint alle. Ja, aber wenn du eine Erfahrung gemacht hast, dass alle nicht alle bedeutet, dich ausschließt, dann brauchst du eine bewusste Einladung. Und das wünsche ich mir für Menschen mit Privilegien. Und da sind Männer eben historisch bedingt auch und gesellschaftlich von unserer Geschichte her derker mit Privilegien ausgestattet, dass sie das jetzt nicht als Angriff hören. Und das habe ich manchmal das Gefühl, da geht so viel schnell in diese Abwehrhaltung und ich fühle mich angegriffen, sondern das Pferd anders auf zu zäumen, zu sagen, hey, ich bin mit so vielen Ressourcen ausgestattet und habe Privilegien und kann die anderen Menschen zur Verfügung stellen. Und das würde ich mir wünschen, dass das passiert und da schließe ich mich völlig mit ein. Voll guter Punkt, weil... Das ist ja immer so beides. Zum einen haben wir Punkte als Frauen, wo wir sagen, wir wünschen uns einen Platz an diesem Tisch und zum anderen haben wir aber in vielen Bereichen schon einen Platz an diesem Tisch und können wiederum für andere aufstehen und sagen, du darfst auch mit oder du sollst auch mit Teil sein. Also auch wir haben gleichzeitig diese Aufforderung, auch Platz zu machen und mit reinzunehmen. Und das finde ich voll gut, dass du das jetzt nochmal so sagst. Und da können wir vielleicht mit nach Hause gehen heute, dass wir sagen, okay, wir haben einerseits bei uns Punkte, wo wir uns wünschen, wir müssen noch aufstehen und gesehen werden und mutig sein und so weiter. Und dann gibt es schon ganz viele Bereiche, wo wir für andere genau das sein dürfen, was wir uns wieder von anderen wünschen. Also so dieses, was du dir von anderen wünschst, sei das da, wo du das selbst auch schon sein kannst. Mega wichtig. Und ich glaube, nur so kann das auch weitergehen. Dass wir nicht sagen, wir nutzen einfach nur die Möglichkeiten, die ich jetzt in meiner Generation habe, sondern auch zu sagen, wie geht denn das weiter? Und das ist schon auch eine ganz krasse Hoffnung. ich habe das Buch auch wirklich in Hoffnung geschrieben für die jungen Frauen in meiner Umgebung, die Mädels in meiner Kirche, die Kinder meiner Freunde, wo ich so merke ich wünsche mir für die. Etwas anderes und dafür müssen wir aber auch kämpfen und uns stark machen und das auch als Verantwortung mit der momentanen Zeit irgendwie wahrzunehmen, Das ist ein sehr schönes Schlusswort, Franzi. Ein sehr schöner Wunsch. Ich wünsche mir darüber hinaus, dass wir uns bald sehen in live. Und ja, es war mega schön, dich hier gehabt zu haben. Danke für deine Zeit, für dein Buch Frau sein. Ich empfehle es sehr. Absolute Leseempfehlung. Ich würde fast sagen, ich traue mich zu sagen, es ist ein Must-Read. Doch schon, finde ich. Ja, doch, doch. Ich habe gefragt, die. Nee, wirklich. Ich finde schon. und ich möchte es dieses Jahr nicht gemisst haben. Sagt man das so? Keine Ahnung, ich verstehe, was du meinst. Genau. Ich danke dir, Franzi. Wir finden dich, dass vielleicht noch, wer mehr über dich wissen möchte oder dich vielleicht auch buchen möchte für ein Coaching-Gespräch, Thema Freundschaften zum Beispiel auch, findet dich auf deiner Website. Magst du die nochmal? FranziskaKlein.com Und wir finden dich unter Fräulein Franzi auf Instagram. Du kannst auch in den Podcast reinhören vom ERF, da spricht die Franzi, da erfährst du mehr mit sie und hol dir ihre beiden Bücher sehr gerne. Und jetzt sagen wir Tschau Kakao, wünschen eine schöne Adventszeit, wir nehmen hier auf in der Adventszeit gerade und ja, wir sind gespannt, was ihr berichtet, wie euch das Gespräch vielleicht inspiriert hat zum Thema Frau sein. Cool, danke dir Franzi. Danke dir, ciao. Ciao. Dieser Podcast ist Teil des Ruach-Jetzt-Netzwerks. Die Musik stammt von Postlob.