Klappt's? Hey Leute, vielen Dank, dass ihr wieder eingeschaltet habt bei Schöner Glauben. Wir möchten progressive Stimmen zusammenführen, einander empowern und uns für mehr Solidarität einsetzen. Glaube in schön also. Wenn du mehr wissen oder uns unterstützen willst, findest du alle Infos auf schönerglauben.jetzt, Und damit hallo zusammen. Mein Name ist Jason und ich spreche heute mit Anna Böck. Voll schön, dass du wieder da bist. Grüß dich. Hallo, schön mal wieder hier zu sein. Viele von euch werden, Anna, schon zweimal. Ich glaube, du warst mindestens schon zweimal da. Du avancierst also langsam zu den Top-Gästen. Wahrscheinlich ist nur Thorsten Dietz und keine Ahnung, vielleicht ein, zwei andere Leute häufiger da gewesen. Und ich habe am Wochenende in dem Haus geschlafen, wo Thorsten Dietz wohnt. Nein. Ja. Ja, ich ziehe die Connection. Grüße gehen raus an Heiko. Genau, voll gut. Ja, freut mich sehr. Für diejenigen, die dich noch nicht kennen, Anna, du bist, sagt man, Pastorin, Theologin, Autorin, Lektorin, Aktivistin. Irgendwie so, genau. Pfarrerin ade, sag ich immer. Und Pastorin stimmt nicht ganz, aber das sind wirklich Details. Ich kriege das nie auseinander. Was ist jetzt Pastor und was ist Pfarrerin? Ich habe es für fürchtet, dass ich das erklären muss. Das ist eine regionale Geschichte, aber es ist nicht so einfach gelöst mit im Norden sind es die Pastoren, im Süden die Pfarrerinnen oder die Parre. Sondern es ist tatsächlich so, also bei mir ist es relativ einfach, weil ich in Württemberg ordiniert wurde, bin ich Pfarrerin. In Württemberg gibt es nur Pfarrer und Pfarrerin. Aber ich habe ja ganz lange in der mitteldeutschen Kirche gearbeitet und da sind die, Frauen, die bis zu einem gewissen Zeitpunkt in, oh Gott, jetzt schlag ich mich gleich tot, entweder Thüringen oder der KPS ordiniert wurden, sind Pastorinnen und die anderen sind aber alles Pfarrer und Pfarrerinnen. Es kommt immer darauf an, was in der Ordinationsurkunde steht, aber was ich sehr cool daran finde, ist, die, die Pastorin als Titel haben, da hat das damit zu tun, als dann Frauen Pfarrerinnen werden durften, hatten die ein Bedürfnis, sich abzugrenzen von der Frau Pfarrer. Also sprich von der Ehefrau vom Pfarrer und haben deshalb gesagt, nee, wir sind keine Pfarrerinnen, wir sind Pastorinnen. Und das finde ich so krass cool. Aber das wurde dann, als dann die Kirchenprovinz Sachsen und die thüringische Kirche zusammengegangen sind, wurde das abgeschafft und seitdem sind es nur noch Pfarrerinnen in der EKM. Aber wie gesagt, was gildet, ist was in deinem Ordinationsurkunde steht und bei mir steht da Pfarrerin. Pfarrerin ade. Okay. So, wir sprechen heute und zwar ist folgendes passiert. Ich habe irgendwie ein Buch, in die Hand bekommen. Tadjo Müller, Zwischenfriedlicher Sabotage und Kollaps. Und das fand ich tatsächlich sehr inspirierend und auch sehr kontrovers. Ich habe das dann einigen meiner FreundInnen geschickt, unter anderem dir. Und du hast es gelesen und hast gesagt, ey, lass uns mal drüber quatschen. Und da habe ich gesagt, wunderbar, machen wir. So, und deswegen die erste Frage. Ganz breit, wie ging es dir beim Lesen? Also ich habe dir ja mal geschrieben, als ich ein paar Seiten reingelesen hatte. Also Tatschow ist mir natürlich ein Begriff. Also für mich ist das ja ein Mitaktivist sozusagen, der dann, also der einfach immer schon geschillert hat, zwischendrin in der Versenkung verschwunden war und so. Und mich hat das Buch mitgenommen auf eine sehr intensive Art und Weise und zwischendrin auch wirklich, also ich habe dir, glaube ich, geschrieben, das Buch macht mich fertig. Und ich habe auch irgendwie in der Zeit meinem Lieblingsmenschen gesagt, hey ich lese gerade ein Buch, das ist ganz schön herausfordernd und wenn ich jetzt gerade irgendwie viel mies drauf bin, ist das Buch schuld? Der hat sich irgendwann das Buch angeguckt und hat gesagt, ah ja, im letzten Kapitel, da geht es dann um die Hoffnung bis dahin musst du durchhalten, und gleichzeitig gab es aber auch Phasen in dem Buch, wo ich Tacho. Tatsächlich auch sehr dankbar war, weil er einfach, also er ganz viel Phasen darstellt der letzten Jahre in der Klimabewegung und natürlich, wenn man da so zum Teil zumindest dabei war, natürlich nie so tief wie Tacho selbst oder andere, fühlt man sich irgendwie auch so verstanden und so mitgenommen, ja stimmt, so war das damals und ach so, also auch wie er Sachen im Rückblick so bewertet, war irgendwie immer auch so, ach so, hast du das erlebt? Ah, das ist ja interessant. Also es hat mich auf jeden Fall emotional in der Achterbahn mitgenommen. Das kann ich gut nachvollziehen. Ich merke, bei mir war es weniger so, dass es mich fertig gemacht hat, weil eigentlich hat er aus meiner Sicht etwas in Worte gefasst, was ich schon lange gefühlt habe. Also ich habe gemerkt, dass so ganz viel von aktivistischen Aktionen und so weiter und dann auch von politischen Entwicklungen für mich häufig das Gefühl hinterlassen haben, das wird so nichts. Also das wird alles so nix. Da laufen wir irgendwo auf eine Situation zu schwierig. Und das hat dann für mich auch noch eine theologische Dimension, kommen wir auch noch drauf. Aber diese Idee, dass da mal einer hingeht und sagt, hier Leute, wir müssen jetzt mal den Finger in die Wunde legen und sagen, es wird halt nicht besser. Es wird eher schwieriger und das, was wir bis jetzt gemacht haben, hat nicht funktioniert. Das hat mein Lebensgefühl total abgeholt, muss ich sagen. Ich habe seit längerer Zeit, habe ich mit diesem Lebensgefühl gelebt und habe Leute gesucht, die das in Worte fassen und dann aber nochmal einen Schritt weiter gehen, die sagen, okay, wenn das so ist, dann müssen wir da jetzt nicht mehr drüber reden, ob das so ist, sondern ... Klimakollaps wird kommen. Und jetzt lass uns mal überlegen, was können wir dann dann an Konstruktiven und so weiter denken. Das hat mich total abgeholt. Klimakollaps ist schon da. Also nicht wird kommen, ist schon da. Also hat angefangen, definitiv. Wir schwören ihn noch nicht so in Europa. Aber also praktisch die Leute im Ahrtal. Ja, wobei das wäre jetzt nochmal sehr spannend, weil wir da ja gleich bei den ganzen Verdrängungsmechanismen sind und so. Und ich glaube Gerade in so Regionen wie Ahrtal, wo dann einfach wieder aufgebaut wird, ist ja so ein, ich will es trotzdem nicht wahrhaben, obwohl ich es erlebt habe. Und also ja, ich fühle dich. Also wir können gerne gleich sehr ausladend nochmal über die Hoffnung sprechen. Das haben wir beim, als ich das erste Mal hier war, gemacht, da hast du mich am Schluss noch gefragt nach der Hoffnung. Und ich toure ja gerade auch mit meinem Buch durch die Gegend und da werde ich, also es ist, ich kann dir garantieren, ich werde nach der Hoffnung gefragt. 100% Trefferquote bisher. Ja. Und da diesen Realismus reinzubringen, das sehe ich als meinen sehr, sehr großen Auftrag und immer zu sagen, ach, lass doch endlich die Hoffnung fahren. Aber es ist eine Sache, die würde ich auch Tacho vorhalten, jetzt kommt mein einziger Kritikpunkt an ihm. Was halt nicht geht, ist einfach zu sagen, ja, wir wissen, der Kollaps kommt und jetzt machen wir nur noch Kollapspolitik. Also ja, der Kollaps kommt und ja, wir sollten uns darauf vorbereiten, aber übrigens ist nichts Neues. Also das ist, seit ich in der Klimabubble bin, wird dort darüber diskutiert. Also in etwas softer nennt man das ja auch Klimaanpassung. Also einfach zu sagen, wir müssen uns darauf vorbereiten. und das Sanfte ist, wir könnten ja mal unsere Innenstädte vielleicht grüner gestalten, damit die kühler werden im Sommer. Die krasseren Sachen sind dann die, die Tacho bringt. Und trotzdem gilt es weiterhin, die Klimakatastrophe zu verhindern, weil 1,5 schaffen wir nicht mehr. Punkt. Realismus. Und trotzdem macht es einen Unterschied, ob wir auf 3 oder auf 2,5 zusteuern. Und. Und das ist nicht nur, weil ich es vielleicht auch noch gerne lebenswert hätte, sondern vor allem denen gegenüber, die halt heute schon strugglen und die dann noch viel mehr strugglen, wenn es halt vier werden gerade. Und also deswegen dieses Entweder-Oder, da möchte ich glaube ich dagegen sprechen. Ich glaube, da können wir gleich auf jeden Fall noch mal tiefer einsteigen. Da sind wir, glaube ich, recht nah beieinander. Wir haben schon ein paar Dinge jetzt so angeteasert, aber um die Leute mitzunehmen, die das Buch jetzt nicht gelesen haben, die jetzt auch Tadjo Müller nicht kennen, können wir vielleicht so machen. Und ich würde zwei Sätze einmal zu Tadjo sagen und vielleicht kannst du einmal so ein paar Kernideen von ihm schon mal anteasern und dann guck mal, wie wir da weitermachen. Also Tadjo Müller ist ein Klimaaktivist, der hat verschiedene Sachen studiert, Politikwissenschaften, Geschichten und so weiter, Geschichte und hat sich bei unterschiedlichen Organisationen engagiert. Ich glaube, der war mal beim BUND, hat die Organisation Ende Gelände mitgegründet und bewegt sich in einer linken Bubble, so kann man das sagen, bezeichne ich selber auch als linksradikal. Da ist aber wichtig, dass er eigentlich sich nicht so in der elektoralen Politik engagiert. Also ihm geht es jetzt nicht darum, dass man die richtige Partei sozusagen wählt, sondern er ist mehr in dieser Aktivismus, also außerparlamentarischen Politik, da ist er sehr stark verankert. Er ist glaube ich ein ziemlich durchgeknallter Typ, würde er wahrscheinlich selber auch so sehen, es gibt beim Y-Collective gibt es ein Doku über ihn, über Chemsex, also das, ja stabil, also ist wirklich glaube ich nicht für jeden und deswegen, das muss man glaube ich auch wissen, der ist wirklich ein extremer Mensch und, Ich würde sagen, auch das Buch, was er geschrieben hat. Also eben jetzt hier zwischen friedlicher Sabotage und Kollaps, ist aus meiner Sicht auch vom Stil her sehr, sehr stimmig zu seinem Charakter, so wie ich das wahrgenommen habe, jetzt durch verschiedene Interviews und durch Aktionen, die er da mitgemacht hat. Also da ist man eine sehr derbe Sprache, viele Anglizismen und auch vom Stil her einer, der versucht, die Dinge konsequent zu Ende zu denken. Ja, und auch so eine Schutzbegriffe, dass ihm alles wurscht ist. Also der haut einfach Fachbegriffe raus, manchmal Anglizismen, manchmal Fachbegriffe und ihm ist scheißegal, ob du weißt, was das ist oder nicht. Oder irgendwelche Sprüche oder so. Jetzt kommen wir haben vorher schon rumgewitzelt die Verlagsmitarbeiterin es kommt tatsächlich im Rest des Buches auch raus also erstmal, pinkes Cover, ist ziemlich, also sehr gewagt ich habe Bücher gehabt, die sollten pink werden und da hat bei uns haben dann kräftig dagegen gewirkt, so im Sinne von dann kaufen es nur Frauen, das ist schon sehr crazy, dann ist tatsächlich ein Problem, also wer jetzt das Video guckt, sieht, man kann diese blaue Schrift nicht lesen und das ist wirklich so ein, ja ist mir doch egal, ob du das lesen kannst. Aber es knallt halt, ja. Also das ist eigentlich ein marketingtechnisches No-Go und das ist echt spannend an dem Buch, dass das wirklich auch in dieser ganzen, also im ganzen Setting, ich habe es gerade schon ein bisschen erklärt, es sind unterschiedliche Schriftarten drin und es ist nicht klar, warum, wann welche eingesetzt wird, also vielleicht ist es anderen klar, mir war es nie klar, also es ist eine Serifenschrift, eine Nicht-Serifenschrift, es, ähm, Es hat sehr viele Überschriften, Ebenen, aber kein gutes Inhaltsverzeichnis, was die darstellt. Was ich tatsächlich sehr charmant finde, ist das Format. Das ist sehr klein. Das passt. Oh, ich habe das richtig. Ich habe die richtige Klamotte an. Es passt nämlich in eine Kängurutasche von Latzhosen und Latzkleidern. Es ist also ich habe das mehrfach so transportiert, während ich im Zug gefahren bin. Und es ist eine englische Broschur. Nur jetzt noch das absolute Fachwissen. Das ist natürlich super edel. Also das ist das Schönste, was Verlagswesen hat. Englische Prostur heißt diese Klappen vorne und hinten. Genau, es ist ein Buch, was schon so schreit hier, ich bin anders. Ja, absolut, absolut. Was sind so die wichtigsten inhaltlichen Punkte, die hier hängen geblieben sind? Ja, also ich meine, es ist ja schon das ganze Buch erzählt eigentlich die Geschichte der Klimabewegung der letzten Jahre und mündet dann auf, wie machen wir jetzt weiter. Und da ist halt sein Ding Kollapspolitik. Das ist jetzt seine Schiene, die er fahren will. Und heißt, wir, also er macht es nicht sehr konkret. Er bringt Beispiele aus, oh Gott, jetzt Norwegen war es, ne? Ich glaube, ja. Genau, also wo eben in manchen Städten die Sicherheitssysteme zusammenfallen und quasi Kriminalität zu einer entsprechenden Sterberate führt, weil Stichwunden und so weiter und dann eben ist das das Bild, dass dann eben Leute für sich irgendwelche Kurse zusammenbringen, wie kann man Erstversorgung von Stichwunden machen. Und das überträgt er dann und sagt hier, also wir müssen einfach vor Ort gucken, was bricht hier gerade zusammen und wie können wir da uns schon gegenseitig vorbereiten drauf oder eben in dem Moment uns gegenseitig mit dem helfen, was wir halt können und das weitergeben, unser Können und Wissen und so weiter. Also bis hin zu einer Form, was halt in Deutschland tatsächlich ein bisschen nicht so in ist, von Preppen. Also dass man eben überlegt, was wollen wir auch gemeinhächtlich anlegen, dass wir gewisse Vorräte haben an Dingen. Und das ist so sein Hauptpunkt, auf den er raus will am Ende. Ich glaube, ich würde da bei zwei Sachen einmal eben einsteigen. Das, was mir gut gefallen hat an dem Buch, ist, dass er Kollaps konkret macht. Das macht er auch in verschiedenen Interviews, weil ich glaube, das war ein großes Problem, was die Klimabewegung in den letzten, weiß nicht, 15, 20 Jahren hatte. Es gab immer dieses 1,5-Grad-Ziel. Wenn jetzt in Offenbach hat jetzt vom Deutschen Wetterdienst so eine Art Museum, so ein interaktives Museum aufgemacht und da steht auch riesengroß drauf ein 1,5-Grad-Ziel. Und ich glaube, dass das marketingtechnisch eine Katastrophe war. Das sagt Tacho. Das glaubst du, weil Tacho dir das erzählt hat? Nee, das habe ich definitiv vorher so gesehen. Einfach deswegen, weil ich das auch mit SchülerInnen über Jahre hinweg gespiegelt bekommen habe, dass im Grunde gesagt wird, also 1,5 Grad mehr, ob ich jetzt 20 oder 21,5, so who cares. Also dieser 1,5 Grad klingt einfach nicht sehr viel. Und da muss es erstmal eine ganz große Übersetzungsleistung geben, um zu verstehen, 1,5 Grad ist ein Riesenproblem. Und ich glaube, das ist, also aus meiner Sicht ist das wirklich ein Problem. Was bei Tacho konkret wird? Das fände ich jetzt wirklich eine spannende Frage, weil ich würde behaupten, dass also in meiner Bubble mir durchaus sehr konkrete Bilder begegnet sind, wie das aussehen kann. Also ich könnte dir einzelne Buchtitel nennen, die das komplett einmal ausmalen. Also drei Grad mehr ist so ein Beispiel. Ich habe diverseste Clips über die Jahre gesehen und so weiter und so fort. Also was macht es dir bei Tacho so konkret, was du vorher nicht hattest? Also ich würde sagen, ich habe in der Klimabewegung nicht so wahnsinnig viel gelesen, tatsächlich so Bücher, die das ausgemalt hätten. Also da bist du, glaube ich, deutlich mehr im Thema. Das ist jetzt meine Beobachtung sozusagen als Empfänger von der Kommunikation, die aus der Klimabewegung in die Gesellschaft kommt. Natürlich vermittelt durch Massenmedien und so weiter, aber da würde ich sagen, das ist für mich einfach unfassbar unkonkret gewesen. Was es bei Tagio konkret gemacht hat, ist aus meiner Sicht, dass ich habe verstanden, dass er sagt, Kollaps bedeutet, dass Dienstleistungen und Güter, also Waren, nicht mehr über die gängigen Bezugswege erhältlich sind, zumindest für eine gewisse Zeit. Das ist seine Definition von Kollaps. Und dann gibt er eben Beispiele für Systeme, die kollabieren können. Also dass er sagt, das ist ein Sicherheitssystem. Das hast du gerade schon gesagt, diese Geschichte mit Norwegen. Dann sagt er das konkrete Beispiel von Medikamenten. Ich habe riesen Angst davor. Du weißt nicht, also das ist ein offenes Geheimnis. Also ich bin Migränikerin und zwar nicht einmal im Jahr, sondern mindestens einmal in der Woche, gerade deutlich häufiger. Ich habe so einen Horror davor, dass ich an meine Medikamente nicht mehr rankomme irgendwann. Ja. Entschuldigung, ich wollte. Nee, aber das macht es ja deutlich. Und ich glaube, da hat er mich dann auch abgeholt, weil dann habe ich verstanden, du sagtest gerade ja, wir leben schon im Systemkollaps. Und dann fängt es aber an, dass man es dann auch stärker wahrnimmt. Dann erinnert man sich daran, okay, wir hatten mal eine Pandemie und da hat es dann auch Kollaps gegeben von bestimmten Nahrungsmitteln, die man nicht mehr bekommen hat oder Toilettenpapier oder was weiß ich. So, man lernt es dann. Oder ich meine klar, Extremwetterereignisse, die hat man hier in Deutschland ja, gut, dann hat man mal Ahrtal oder so, aber ich habe den Eindruck, das ist schon noch in so einem Maß, ich weiß, vor zwei Jahren hat es mal irgendwie in Frankfurt Süd, da war irgendwie eine U-Bahn-Station komplett unter Wasser und dann hat man auch Autos gesehen, die da irgendwie durch Meter, durch hohes Wasser gefahren sind und so weiter. Okay, das gibt es auch, aber es fühlt sich auf eine Weise, fühlt es sich nicht so nah an für mich. Und durch diese Idee von Systemkollaps wird es für mich aber deutlicher, dann zu sehen, okay, bestimmte Systeme werden kollabieren und werden häufiger kollabieren und dann wird es für mich nachvollziehbarer, auch wohin ich gucken muss, um eben zu verstehen, was ist das. Weil, also wenn es wärmer wird, ich habe mich da jetzt auch nochmal eingelesen mit dem IPCC und welche Regionen dann nicht mehr bewohnbar sein könnten, ab welchem Grad, habe mich eingelesen hier, was diesen... Wie nennt sich das nochmal? Es gibt diesen Punkt, 35 Grad Celsius bei 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Dann kannst du nicht mehr leben. Dann kannst du nicht mehr leben, genau. Da gibt es ein Fachprogramm, den ich jetzt vergessen habe. Aber wenn man das weiß, dann kann man eben sagen, das Wetter wird sich in den und den Regionen so entwickeln, dass es im Prinzip dann nicht mehr möglich wird, da zu leben. Es sei denn, du hast eben krasse Klimaanlagen und hast Dinge, die du da als Anpassung dann machen kannst. Aber ist halt in reichen Ländern einfacher als in Ländern, wo es finanziell dann schwieriger wird. Ich habe jetzt Angst, dass ich dir deinen zweiten Punkt wegnehme. Also weil du wolltest ja auf zwei Punkte aufmerksam machen. Und das eine war, dass es für dich sehr konkret wurde. Aber tatsächlich ist ja ein System, was auch kollabiert, ist ja auch die Demokratie. Ja. Ich habe dir deinen zweiten Punkt weggenommen. Yes! Also das ist, glaube ich, auch ein ganz wichtiges Ding, was Tatscho sagt, was eigentlich man irgendwie spürt, aber zu sagen, er nennt das die Faschisierung, also dass einfach rechte Kräfte immer stärker werden, ist eindeutig, dass es parallel geht zur Klimakatastrophe und nicht ein Add-on, sondern dass die bedingen sich gegenseitig. Achso. Und das finde ich, das macht er ja schön deutlich. Das, also die Argumentation geht ja ungefähr so. Er sagt, mh, Dieses ganze Thema Klimakollaps, Klimawandel und so weiter, das macht Menschen ein schlechtes Gewissen. Und schlechtes Gewissen kann zu Scham führen, beziehungsweise kann auch eine Abwehrhaltung erzeugen. Und wenn Menschen ihren Lebensstil weiterleben wollen und gleichzeitig aber wissen, das treibt uns in diesen Klimawandel und so weiter. Und selbst wenn man hingeht und sagt, man glaubt das nicht, also man ist Klimaleugner sozusagen, bedarf das auch einer gewissen Energie. Also du musst dich dann gegen einen gewissen Vorwurf behaupten. Und da sagt er, diese Energieleistung funktioniert am besten mit Faschisierung. Und er bringt dann das Beispiel von Trump. Und er sagt, das, was Trump so erfolgreich macht, ist im Grunde seine Schamlosigkeit. Der schämt sich für nichts. Du kannst dem nachsagen, was du willst. Das juckt dem nicht. Es rührt an seiner Ehre nicht. Ob man dem jetzt sagt, Epstein-Files oder ob man dem sagt, er wäre ein Sexist, ein Sexualstraftäter, juckt dem alles nicht. Das ist alles etwas, was an dem abhält und der schämt sich nicht dafür. Und wenn du jemanden in der Öffentlichkeit hast, der hingeht und sich für Dinge nicht schämt, dann kommuniziert das an Menschen, die sich für bestimmte Dinge schämen. Ach krass, der muss sich dafür nicht schämen. Da muss ich mich ja auch nicht schämen. Und dann kann man sich irgendwo auf eine Weise dadurch besser fühlen. Tajo sagt dann, ja, Das ist im Grunde aber immer noch eine Form von Verdrängung. Die wird dann durch Faschismus erleichtert, aber es ist immer noch eine Form von Verdrängung. Und Verdrängung ist und bleibt ein psychologisches Problem. Das ist am Ende nicht gesund. Also deswegen, er sagt nicht, Faschismus ist eine Lösung, die positiv ist. Er sagt nur, dass es eine Lösung ist, die eben sehr effektiv ist. Die auf eine Weise effektiv ist, die auf eine Weise sehr bequem und sehr attraktiv ist für Menschen. Ich habe mich die Teile auch gefragt, also wir schicken das relativ schnell ins Netz, ne? Also nur für alle, die es später hören, wir sind gerade mitten in den Demos mit Wir-sind-das-Stadt-Bild und die Töchter melden sich zu Wort, um März zu erzählen, was wir denken. Und das ist ja genau so eine Ablenkstrategie oder so eine Schamlosigkeit, also es ist die Parallelen machen mir gerade Angst zu dem, was du von Amerika erzählst, Amerika ist schon weit weg, jetzt habe ich es auf einmal vor meiner Haustür, also irgendwann, die Tage wurde mir echt bewusst, das ist mein Bundeskanzler, der das gerade macht, also der ist auch mein Bundeskanzler, es tut weh, das zu sagen, so, aber gleichzeitig kotzt mich so an, dass wir da so viel Energie reinstecken, also ich freue mich über all die Demos, die da passieren, weil ich liebe Demos und ich glaube, dass Demos sehr viel bewirken können, aber ich habe mich die Tage manchmal gefragt, wenn ich in meine Timeline reingeguckt habe, Und ich glaube, wir brauchen gerade sehr viel Energie, um uns zu Recht aufzuregen. Und gleichzeitig bräuchten wir diese Energie aber für so viele andere Dinge. Also vielleicht jetzt gerade in dem Kontext, wo es um Stadtbild geht, mehr um zu gucken, ja wo werden denn tatsächlich Menschen benachteiligt bei uns und wo sind ungerechte Strukturen und so weiter und was boxt die Regierung gerade durch, ohne dass wir es mitkriegen, einfach an wirklichen Gesetzen und so und nicht nur an blöden Sprüchen eines Kanzlers, der nicht mehr weiß, was er da oder wahrscheinlich weiß, dass das ist das Schlimme dran, was er sagt. Und wie leicht wir dadurch abgelenkt werden können, dass wir eben uns, dass wir das nicht fassen können, dass hier Schamgrenzen so verzogen werden und so. Also das ist gerade was, was mich sehr bewegt in der Geschichte. Dazu vielleicht, ich bin ja bekennender Bild-Zeitungsleser und Bild-Podcast-Hörer. Du tust dir das an? Ich tue mir das an. Ich muss ja beruflich die Ideen lesen, ich finde das reicht schon. Ja, würde ich machen. Da will ich kein Geld für ausgeben. Aber sonst würde ich es tatsächlich auch machen. Und zwar einfach aus dem Grund, ich will das Gespür dafür haben, für diese Narrative und für diese politischen Diskurse. Und heute habe ich einen Podcast gehört wieder von Paul Ronsheimer und Robin Alexander, Co-Chef von Welt, also von der Zeitung Die Welt, war da und hat, wie ich finde, das schön aufgedröselt, warum Merz das sagen kann mit dem Stadtbild und warum auch auf Nachfrage, warum er immer noch dabei bleiben kann. Also auf straflicher Ebene aufgedröselt oder inhaltlich? Sowohl als auch. Und das Spannende war, dass er sagt, Merz hat, als diese Pasha-Geschichte damals war. Also Merz hat ja gesagt, in den Schulen diese ganzen kleinen Pashas, die können sich nicht benehmen und was weiß ich und tanzen den LehrerInnen auf der Nase rum. Und das hat er gesagt als Reaktion. Ich glaube, da war irgendwie Silvester und dann wurden Rettungskräfte angegriffen. So, und er hat diesen Satz gesagt und unmittelbar danach hat die CDU, ich meine, es war in der Stadt Berlin, die Wahl gewonnen. Also was er gemerkt hat ist, der sagt solche Sachen, Grüne und Linke regen sich auf, aber die Bevölkerung wählt mich. Und das, fand ich, ist ein sehr, sehr spannender Punkt, um das einzuordnen. Und da wären wir jetzt wieder bei Tacho, weil die Bevölkerung merkt, ah ja, wenn der sowas sagen darf, dann darf ich das endlich auch. That's the point. Absolut. Und dann hat man eben Grüne oder generell das linke Spektrum. Da regen sich dann ein gewisser Anteil der Bevölkerung auf. Aber offensichtlich ist das Kapital, was Merz daraus schlagen kann, ist größer als die Aufregung im linken Lager. Das einfach so als Analyse, das fand ich sehr, sehr nachvollziehbar. Und dann kommt noch hinzu, also kleiner Sidekick, aber dass wir auch. Egal, also es kommt halt noch hinzu, also es sind ja jetzt die Rücktrittsforderungen ihm gegenüber werden laut und da hat er einfach den absoluten Puffer, dass er ein Mann ist. Ja, absolut. Aber auch da würde ich sagen, die Frage ist ja, wer fordert da die Rückführung? Ja klar, unsere Bubble ist klar. Also das wird an dem ganz entspannt abprallen. Weil da, so die, für mich ist da, also wenn man das nochmal auf die Gedanken von Tadjo Müller rückanbindet, da würde ich sagen, es wird deutlich, dass unsere Gesellschaft generell im Westen und auch darüber hinaus, aber auch eben in Deutschland ein Klima entwickelt, was bestimmte Menschen benachteiligt. Und für bestimmte Menschen, für andere Menschen dann eher Vorteile bringt. Also es wird zunehmend normaler zu sagen, Menschen mit Migrationshintergrund sind ein Problem. Jetzt mal fürs Stadtbild. Davor war es dann eben, was weiß ich, das sind die kleinen Paschas oder das sind Leute, die die Rettungskräfte angreifen. So Zahnarztermine und so weiter. So das wird also ein Stück weit auch jetzt von Seiten der Bundesregierung normalisiert. So, und da steckt wiederum ein wichtiger Punkt hinter, den Tadjo Müller macht, den ich sehr, sehr wichtig finde, was die Kollaps-Idee angeht. Weil, Kollaps, also Systemkollaps wird uns alle betreffen, aber eben nicht gleich. Es wird Menschen geben, die werden da sehr, sehr viel entspannter durchkommen und die werden vielleicht von diesem ganzen Kollaps gedöhnt, wenn die nicht viel mitkriegen und es wird andere geben, die wird das bitterhart treffen. Und ich meine, es ist jetzt im Moment ja schon so, dass wenn es um Sicherheitsfragen geht, es macht einen riesen Unterschied, ob du als europäische Person mit dem Segelschiff nach Gaza fährst, dann kannst du Glück haben, dass die italienische Marine dich sogar begleitet. Oder ob du auf der anderen Seite von Gaza versuchst, mit dem Schiff nach Europa zu kommen. Dann wirst du nämlich erleben, dass Sicherheit dann anders definiert wird. Da wird es dann Pushbacks geben und gegebenenfalls ersäufst du im Mittelmeer. Und das Spannende ist halt, dass es niemanden mehr wirklich juckt. Das ist keine Sache mehr, die Aufmerksamkeit erregt. Und das ist, glaube ich, das, was bei Kollaps passiert. Kollaps bedeutet immer auch, dass es ein Narrativ gibt. und dann werden Menschen, die vor allen Dingen unter Kollaps leiden, werden unsichtbar gemacht. Oder, man kann es noch schlimmer machen, vielleicht werden sie sogar nicht nur unsichtbar gemacht, sondern es wird sogar mit den Fingern auf die gezeichnet, wird gesagt, das sind Faule, das sind Asoziale, das sind Kriminelle, das sind Leute, die wollen wir hier nicht haben, die sind gefährlich für unseren Wohlstand. Und ich glaube tatsächlich auch noch weiter an die Ablenkungsgeschichte. Also dass sogar so ein Ding wie dieser Stadtbildspruch, der mich ja aufregt aufgrund der Gerechtigkeit, mich aber davon ablenkt. Also ganz ehrlich, ich habe gar keine Kapazitäten, mich mit dem Nahostkonflikt auseinanderzusetzen. Ich habe überhaupt keinen Plan, was da läuft und was da passiert, wenn mir nicht schlaue Leute, denen ich vertraue, manchmal ab und zu was sagen würden. Also so wie du jetzt gerade. Aber meine Insta-Timeline ist voll mit Stadtbild, wo ich relativ ohne Hilfe der anderen auseinandernehmen kann, was mein Problem mit solchen Aussagen ist. Also das ist, wo ich echt die letzten Tage einfach dachte, meine persönliche Aufmerksamkeitsökonomie ist gerade in einer absoluten Schieflage. Aber ich möchte noch mal ganz kurz zu dieser ganzen Scham-Geschichte zurück. Also weil ich habe eine Frage an dich, an den Autor von Gott kann auch nicht alles. Mich hat das mega bewegt als ich mein Buch geschrieben habe nämlich die Frage, was haben wir als ChristInnen zum Thema Schuld und Scham beizutragen in der Debatte, und ich habe da tatsächlich mir extra nochmal dein Kapitel zu dem Thema durchgelesen, als ich mein Kapitel zu dem Thema geschrieben habe und bei mir wurden es drei Kapitel das sind die einzigen drei Kapitel die aufeinander aufbauen deswegen kommen die nie in der Lesung vor weil ich die nie am Stück lesen kann und sage, alleine funktioniert es nicht. Und trotzdem habe ich immer noch das Gefühl, ich bin noch nicht fertig damit. Also was für mich relativ klar ist, wenn es um Schuld und Tarm geht, zu sagen, wenn wir mal endlich kapiert haben, dass es nicht darum geht, ob ich im Sommer nach Malle fliege oder nicht. Also nicht um diese einzelnen Sachen, sondern dass es um ein System geht, was kaputt geht. Und dass es trotzdem bedeutet, dass ich was tun kann als kleines Rädchen im Getriebe. Das ist so die eine Sache. Aber ich bin trotzdem irgendwie noch nicht so ganz fertig, was glaube ich eigentlich, was Schuld und Scham angeht. Was bedeutet Vergebung für mich? Was bedeutet das Kreuz für mich? Und ich merke, es wird immer virulenter, weil wir können rein politisch reden und reden trotzdem über Schuld und Scham. Ja. Also meine Idee wäre ja, also einmal auch diese Unterteilung, es gibt eine individuelle Dimension von Schuld und es gibt eine systemische, eine strukturelle Form von Schuld. Ich finde beides in der Bibel wieder und würde sagen, beides muss man nebeneinander stehen lassen und das oszilliert ein bisschen. Also das kann man nicht klar trennen. Man muss es schon differenzieren, aber man muss es zusammendenken irgendwo. Und für mich ist in der Prozesstheologie der Kerngedanke, dass man Schuld nicht auf eine Dimension festlegen kann, Gott und Mensch. Also so nach dem Motto, wenn mein Schuldproblem mit Gott gelöst ist, dann ist raus, dann ist okay, dann ist fertig, dann habe ich mein Ticket in den Himmel und dann ist gut. Sondern Catherine Keller zum Beispiel, die hat von klebriger Gerechtigkeit gesprochen und meint damit, dass wir alle zusammenkleben. Die ganze Schöpfung klebt zusammen. Und da hat sie dann die Idee gebracht, es kann Erlösung nur im Kollektiv geben. Also wenn ich hingehe und sage, mein Sündenproblem mit Gott ist geklärt, ich bin frei, dann stimmt das eben nicht, weil wir sind erst frei, wenn alle frei sind. Und das, finde ich, ist eine gute Sache. Bei der Schamthematik würde ich, also da gibt es wahrscheinlich auch unterschiedliche Sachen oder Richtungen, in die man gehen kann, aber da würde ich sagen, jetzt gerade was Tadjo Müller angeht, da geht es ja sehr stark darum, ein. Schlechtes Bild über sich selber oder eine Schuld, die man internalisiert hat, die man irgendwie verinnerlicht hat, die zum Teil der eigenen Selbstbeschreibung, der eigenen Identität wird, das wird verdeckt auf eine Weise oder überkompensiert. Da macht man Dinge, um das nicht sehen zu müssen. Ich würde sagen, die christliche Story ist ja, du bist geliebt, das ist der erste Schritt. Gott macht den ersten Schritt auf dich zu und das kann dazu führen, dass du deine eigene Story neu schreiben kannst, dass du eine neue Sicht auf dich selber bekommst. Ähm. Und da würde ich sagen, da ist das Christentum auf eine Weise auch eine heilsame Erzählung, hat was Heilsames anzubieten, nämlich etwas, was gegen Scham arbeitet. Was also dir sagt, du kannst eigentlich ein neuer Mensch werden und das verstehe ich so, die Sicht auf dich selber kannst du lernen, neu zu formulieren und positiv zu deuten. Ja, so das sind erstmal meine Ideen, aber knüpfen wir gerne an. Was denkst du? Ja, also was ich gerade, was gerade sehr in mir resoniert ist dieses, zuerst steht das Jahr von Gott da, weil ich finde es ist so ein, also ich finde es immer spannend, wenn wir irgendwie im Postevangelikalen auf einmal so grundlegende Sätze bringen, die, also das hätte ich auch schon in meiner evangelikalen Zeit so gesagt, ne? Das ist Wesley. Genau, also es ist irgendwie so, und irgendwie so, auf einmal so, dass wir Dinge entdecken, nachdem wir jetzt alles dekonstruiert haben und irgendwie alles liegt so in Würfelchen um uns rum, auf einmal entdecken wir so Würfelchen und sagen, ah ja, das war vorher schon da und das ist gut. Und das ist jetzt gerade so, wo ich denke, so ja, genau und vor allem, also wenn wir dann nicht das Aber dahinter her setzen, ne, also Gott kommt auf dich zu und liebt dich und sein Ja ist das Erste, aber du musst dich dann nachher auch ändern und so, ne, ähm, und das, also diese bedingungslose Liebe gegen die Scham zu setzen, das finde ich, also, gerade ein cooler Gedanke, also so banal er ist, ähm, ja, genau, ähm, Für mich wäre die Frage, die anschließende Frage, wenn man das jetzt mal mit Kollaps und so weiter zusammendenkt, ist es dann immer noch stimmig? Genau. Also sprich konkret gemacht, es ist ja schön, dass ich anfange, meine eigene Story irgendwie positiv umzuformulieren, Liebe Gottes annehme und das mich prägen lasse. Und wenn ich das aber zusammendenke mit, wir leben angeklebt, wir leben alle zusammen, das was ich in meinem Leben lebe, das was wir als Gesellschaft machen, führt vielleicht bereits jetzt schon zu Kollaps, führt zu ganz, ganz vielen negativen Konsequenzen. So wie geht das dann zusammen also kann man da eigentlich noch sowas wie ein positives Selbstbild überhaupt haben oder müsste man da nicht eigentlich viel stärker sagen. Schwierig, Ich glaube, das ist eher die Antwort im Kleinen. Also das ist ja oft das, was, also eine meiner vielen Antworten auf die Hoffnungsfrage, also ich beantworte das nie mit, Gott ist meine Hoffnung oder so, sondern eine Antwort ist wirklich, dass ich sage, für mich ist viel wichtiger die Frage, was für ein Mensch möchte ich sein in einer kollabierenden Welt. Und das habe ich übrigens auch schon vor Tacho gesagt. Und ist auch eine Frage, die mir begegnet in der Klimabewegung. Also so dieses, also gerade zum Beispiel, dass viele junge Leute sich auf die Straßen gesetzt haben und manche auch geklebt. Im Sinne von, ich möchte mich da auch dann noch im Spiegel angucken können. Und na, also dann auch dieses, was erzählt man den Enkeln, die meisten Klimaaktivisten oder also manche Klimaaktivisten streben gar nicht an, Enkel zu haben, aber. Und eben dieses, irgendwie ein integrer Mensch zu bleiben, das ist so ein ganz starker Wunsch. Und ich glaube schon, dass der Gedanke, erstmal bedingungslos geliebt zu sein mir natürlich die Kraft gibt, so ein integrer Mensch zu werden. Und natürlich im Glauben dann schon auch so, das ist, naja, das ist auch das, was ich in der Bibel lese, wie Gott sich miteinander von Menschen vorstellt. Es ist nicht, Gott liebt dich, aber du musst ein integrer Mensch sein. Also, aber eben wenn ich dieses Ziel habe, da integer zu sein, dann ist es, glaube ich, eine starke Hilfe, erstmal mich geliebt zu wissen. Ich würde auch sagen, das kann man ja auch als positives Angebot formulieren. Also es gibt ein Buch, was ich sehr schätze, beziehungsweise auch den Autor, der mich über Jahre hinweg begleitet hat, das ist Brian McLaren, ich glaube, es ist sogar sein letztes Buch, heißt Life After Doom, also im Sinne von, ja könnte man sagen, Leben nach dem Kollaps, also Doom ist ja im Prinzip alles bricht zusammen. Und dein Untertitel heißt Wisdom and Courage for a World Falling Apart. Also die Idee, Weisheit und Mut zum Leben zu haben in einer Welt, die zusammenbricht. Und das ist ja was für mich hochattraktives, zu sagen, okay, wir leben in einem Kollaps, da können wir die Augen zumachen, aber wenn man das nicht kann oder nicht will, dann muss man das sehen, der Kollaps ist da und es wird schlimmer werden. Und jetzt ist doch die Frage auf einer persönlichen Ebene, was für ein Mensch möchte ich sein in einer Welt, die auseinanderfällt? Und eben auch als Christ würde ich sagen, was bedeutet es denn als Christ zu leben in einer Welt, die kollabiert? Das finde ich ist eine großartige Herangehensweise und ich habe den Eindruck, das kann ich als Christ schon so formulieren, für mich war es aber, bevor ich Tadjo gelesen habe, war vieles noch, also ich muss sagen Social Prepping und so weiter, das waren für mich jetzt keine Begriffe, war es einfach nicht meine Bubble. Aber das, was mir das gemacht hat, ist, ich konnte schon lange damit resonieren, diese Idee, also wahrscheinlich wird das hier wirklich alles kollabieren. Das kann ich auch theologisch als Prozesstheologe so fassen. Die Zukunft ist radikal offen und das sieht im Moment halt nach Klimakollaps auf, das Katharine Keller und so weiter, die haben das alle schon geschrieben, John Cobb als Prozess theologischer. Große Stimme in dem Bereich, hat in den, ich glaube, 70er Jahren schon angefangen, Ökotheologie zu prägen, so mit so Leuten, die da unterwegs waren. In Deutschland hat es ja vor allem so eine Dorothea Sölle, glaube ich, auch stark dann gemacht. So was Also das finde ich total gut, dass es das gegeben hat. Aber für mich, auch wenn ich damit so bestimmte Bausteine hatte, also ich kann theologisch denken, dass das hier wirklich den Berg runtergehen wird. Das kann ich denken. Und ich kann auch denken, in so einer Zeit ist es wichtig, trotzdem den Prinzipien und den Ideen von Jesus da solidarisch zu sein und sich daran zu orientieren und zu übersetzen, was heißt das heute. So für mich war es dann aber auf einer, ich sag mal, strategischen Ebene total unklar, was könnte das jetzt bedeuten? Also woran arbeiten wir denn jetzt? Ich kann zum Beispiel, also das ist mein Weg so ein bisschen, ich bin ja stark in der Emerging Church Bewegung auch verhaftet gewesen und da war so die Idee, ja wir müssen jetzt anfangen Gemeinden zu gründen und diese Gemeinden sahen alle irgendwie aus wie so alternative Starbucks irgendwie. Hey, ich bitte nicht so eine Gemeinde. Also es war nicht immer, aber Leute kamen rein und wollten einen Kaffee kaufen. Ich finde es auch großartig. Gar nicht, dass ich das abwerten würde. Es ist für mich halt so die Sache gewesen, das hat man gemacht. Und dann hat es in Deutschland irgendwie 10, 15, 20 Projekte gegeben. Die gibt es heute alle nicht mehr. Dafür hast du aber in jeder evangelikalen Pupsgemeinde, hast du jetzt einfach so einen Barista-Kaffee. So, dann sag ich, okay, besser. Und ein Shoutout an alle Pups-Freikirchen-Gemeinden. Ich hab da die geilsten Lesungen grad, also die bestbesuchtesten. Es ist wirklich schön, dass da grad ein Aufbruch ist und Interesse an den Themen. Absolut. Ja, du wolltest es konkret. Das fand ich übrigens bei Tacho mega revealing. Zwei Aspekte. Das eine ist, dass bei ihm tatsächlich Kirchen konkret eine Rolle spielen. Also, dass er wirklich sagt, hier brauchen wir die Kirchen und hier brauchen wir die Infrastruktur von Kirchen und Kirchen könnten hier ein Player sein und so weiter. Ich habe dir ein Foto von einer Seite geschickt, ich weiß nicht mehr welche, da schreibt er eine ganze Seite über die Rolle von Kirche im Kollaps. Und also da finde ich, sind manche Sachen auch schon in Ansätzen da, also dass eben in Hitzesommern wirklich Kirchengemeinden ermutigt werden, ihre Kirchgebäude aufzumachen, die wirklich, ich kann es euch sagen, die sind kühl, das ist der Wahnsinn. Und also solche Geschichten, da sind gute Anfänge da, aber er hat noch viel, viel mehr im Blick, also wo er auch einfach, also ganz stark diese Rolle auch, dass Kirche Zivilgesellschaft ist und viel besser abbilden kann als manch andere. Manchmal überschätzt er sich, glaube ich, auch oder überschätzt er die Kirche, also da hat er, glaube ich, sieht er nicht, was Kirche noch alles an Scheiße in sich drin trägt und der zweite Punkt, der ist sehr nah und trotzdem nochmal auf einer anderen Ebene, wie sehr er auch sein Aktivismus religiös bezeichnet. Also das fand ich beides mega erstaunlich. Also vor allem auch diese religiöse Bezeichnung seines Aktivismus ist ja immer das, was uns vorgeworfen wird, die Klimareligion. Und er hat es dann eben selber so gemacht. In mir hat das so ein bisschen ausgelöst, dieses, dass, Also das Gefühl, was er mir vermittelt hat, war so ein Gefühl der Abhängigkeit, also irgendwie ein Wissen drum, dass man nicht allein rational in dieser Welt überleben kann, sondern dass das irgendwie, also gar nicht höhere Macht oder so, sondern aber, dass er irgendwie wusste, ich brauche Bezüge und für ihn ist das die Klimabewegung. Und aber also genau ein Vokabular, wo ich echt dachte so Moment mal, das ist doch gar kein religiöses Buch hier. Ja, oder vielleicht doch, man weiß es nicht. Man weiß es nicht. Das fand ich tatsächlich auch einen sehr, sehr spannenden, also einmal wirklich diese Konkretion über Kirche, was Kirche da machen kann. Für mich gab es noch einen weiteren Aspekt, das habe ich auch mal in Zürich beim Live-Podcast gesagt. Diese Idee, seine Antwort ist ja, es braucht jetzt solidarische Communities. Also es gibt ja die Prepper-Bewegung, die kennt man aus rechten Kreisen vor allen Dingen, weil das Leute sind, die sagen, wenn das hier untergeht, dann werde ich in meinem Keller sitzen und ich habe ein Scheißhaus, was funktioniert, ich habe Wasser und ich habe was zu essen. So, das wird funktionieren. Ihr alle könnt verrecken, aber bei mir im Keller, ich werde die Atompilze überleben. Und das ist ja eine höchst asoziale Einstellung. Ja, dieses Ich-Bunker für mich und soll der Rest auch untergehen. Und hier beim Social Prepping ist ja die Idee, wir müssen hingucken, welche Menschen sind von Kollaps besonders betroffen. Und da muss es solidarische Formen von geben. Und ich finde, das matcht total gut mit christlicher Story. Also für mich, Jesus ist genannt worden der Freund der Sünder und Weinsäufer und Sünder sind im Grunde ja die Menschen, die von einer Gesellschaft mit einem Etikett beklebt werden, um zu sagen, das sind Leute, die haben es eigentlich nur verdient, am Rand der Stadt zu leben, um die kümmert man sich lieber nicht, weil die sind gefährlich, die wollen wir hier nicht haben, weg mit euch. Und Jesus ist zu denen hingegangen und ich glaube, das wird in Kollapszeiten, wird das eine sehr, sehr starke Relevanz sein. Da, glaube ich, ist Kirche wichtig, ein Gespür dafür zu bekommen oder vielleicht nicht nur Kirche, sondern das wird generell eine Menschheitsaufgabe, finde ich, zu gucken, wo sind denn die Menschen, die hier unter die Räder kommen? Wo sind die Menschen, die marginalisiert werden, also die so ein Etikett aufgeklebt bekommen und deren Würde hochzuhalten und diese Menschen einzubeziehen, denen Teilhabe zu gewähren, eben nicht sagen, wir sind die Retter und ihr seid die, die gerettet werden müssen, Sondern diese Menschen auf Augenhöhe mit einbeziehen und aber auch zusehen, dass da Lösungen gefunden werden, wo Menschen unter Kollapssituationen leiden. Also ich bin ja so bibliophil, also ich lese einfach brutal viele Bücher und zwar nicht nur so Fachliteratur. Ich lese auch gerne einfach mal was fürs Herz. Und irgendwie war ich in letzter Zeit sehr oft bei meinen Romanen und so Sachen aus dem Zweiten Weltkrieg dabei. Und die waren teilweise nicht akkurat und teilweise sehr kitschig. Und teilweise, also kennst du, wenn ein Buchcover eine Frau drauf hat, die nur von hinten zu sehen ist, das ist quasi so ein ganz klares Genre-Merkmal und von denen habe ich ganz viel gelesen in der Zeit irgendwie. Das hört sich jetzt erstmal gruselig an. Nee, eine Frau von hinten ist einfach so, also musste man echt in der Buchhandlung drauf achten. Also die steht dann vor Trümmern, wenn es um den Zweiten Weltkrieg geht. Aber das gibt es auch mit Mittelalter-Variante und so weiter. Die steht dann vor einer entsprechenden Kulisse. Es ist ein historischer Roman, es geht um eine Frau. Es hat ein ganz klares Zielpublikum, nämlich Frauen, die gerade mal was Seichtes wollen. Aber nicht Rosamunde-Pilcher, also so sah ich dann doch nicht. Also es ist wirklich ein Genre für sich. Ja. Und da habe ich eben ganz viel so Zweiter Weltkrieg und so, also Irena Sendler habe ich jetzt gerade zum Beispiel im Blick gehabt, das ist so, die war im Warschauer Ghetto und hat da ganz viele, also sie selber war nicht im Ghetto, aber hat eben ganz viele jüdische Kinder rausgeholt. Und ich finde so, ich denke dann immer so, okay, das sind die Geschichten, die dann später erzählt werden und das sind die Geschichten, die sind vielleicht idealisiert und vielleicht, wirklich nicht akkurat und so weiter, aber irgendwie ist es trotzdem was, wo ich innerlich denke, das ist ein Weg durch so Zeiten durchzukommen, indem ich da wirklich immer meine Kompassnadel nochmal, was ist jetzt das, was zu tun ist und was, einen guten Menschen ausmacht, also es ist so irgendwie was, was mir dann so Mut macht, irgendwie zu sagen, ja, genau so will ich sein. Hey Leute, eine kurze Unterbrechung in eigener Sache. Uns ist wichtig, dass alle unsere Inhalte frei zugänglich sind und dafür brauchen wir euch. Ab einem Euro könnt ihr uns dabei helfen, regelmäßig Folgen zu veröffentlichen. Mehr Infos dazu findet ihr in den Shownotes und unter www.schönerglauben.jetzt. Vielen Dank für euren Support und jetzt weiterhin viel Spaß mit der Folge. Ich glaube, das Schöne dabei, also die Hoffnung, die Tadjo Müller ja daraus zieht, ist, dass er sagt, man kann wieder ins Handeln kommen. Also in der Klimabewegung, sagt er, gibt es ganz viel Frust. Die Leute demonstrieren und die Gesellschaft, die juckt es nicht. Also jetzt auch aktuell. Die Leute gehen auf die Straße und sagen, diese Aussage mit dem Stadtbild ist mies. Und der Bundeskanzler stellt sich halt hin und sagt, fragt eure Töchter. Ja, fragt eure Töchter. Großartig, danke für nichts. Das ist ja hochgradig frustrierend. Und in dieser Gemütsverfassung ist ja ganz, ganz viel, was Klimabewegung oder was linke Bewegung angeht, weil man eben merkt, der Großteil der Gesellschaft hat sich gegen Klimaschutz gewendet. Dieses 1,5 Grad Ziel ist wissenschaftlich gut belegt also hat man gesagt, wenn man das hinkriegt dann kann man die Folgen des Klimawandels irgendwie noch, kalkulieren und kann damit umgehen und alles was da drüber ist bringt uns in Situationen, wo, es nicht absehbar ist und wo es einfach wo Kipppunkte vor allem gerissen werden, wo es schwierig sich selbst verstärkende Mechanismen, wird schwierig Bis zum nächsten Mal. Und das erzeugt einfach unfassbaren Frust in dieser Bewegung. Du appellierst, also diese Appellpolitik, du appellierst an die Gesellschaft und die Gesellschaft sagt, I don't care, who cares? Also so. Und jetzt kommt aber Atajo Müller und sagt, also was man aber machen kann, wo man wieder ins Handeln kann und positive auch Energie ziehen kann, ist, dass man anfängt Netzwerke aufzubauen, wo sich konkret um Kollarsituationen gekümmert wird. Ich glaube, mir ist jetzt gerade eine Sache ganz wichtig, Netzwerke aufbauen. Also ich sehe jetzt schon wieder alle Kirchengemeinden losreden und das Rad neu erfinden. Ich glaube, wichtig ist, Netzwerke zu verstetigen, weil wir haben die Netzwerke längst. Also und dazu gehört eben auch, sich in Netzwerke reinzugegeben. Da komme ich jetzt wieder mit meinen ganzen, nehmt doch bitte, das war unser erster Podcast, aber nehmt doch bitte einfach mal wahr, dass da draußen Menschen sind, die vielleicht nicht ChristInnen sind, die nicht in eure Kirche gehen, die aber sich auch um die gleichen Themen Sorgen machen, die aber schon viel länger im Aktivismus sind und aber auch schon viel länger sich Gedanken über Social Prepping und sowas machen. Vielleicht auch erst seit vorgestern so nennen, aber die da schon ganz viel andere Sachen machen, die schon ganz andere Formen von wie kann man miteinander leben auch schon getestet haben. Ihr müsst nicht alles selber neu machen, sondern schließt euch da eher denen an, die es eh schon längst machen. Also das finde ich an der Stelle auch nochmal einen wichtigen Gedanken, dass wir nicht wieder alles from scratch machen. Finde ich gut. Und ich glaube, dass für mich zumindest das, was mir gut gefallen hat, ist diese Idee, also Netzwerke, die da sind, ob man jetzt was Neues gründet, das ist, glaube ich, für mich nicht der Punkt. Aber zu sagen, warum eigentlich? Es geht eben nicht darum, jetzt zu sagen, wir brauchen den nächsten geilen Gottesdienst mit einer tollen Lichtshow oder was weiß ich, sondern zu verstehen, das, was wir leisten können. Ich würde vielleicht auch sagen, vielleicht braucht es auch gar nicht mehr so dieses überbordende intellektuelle Theologiestudium oder sowas. Aber vielleicht muss die Energie stärker dahin gehen zu sagen, wir müssen solidarische Gemeinschaft sein. Und vielleicht bedeutet es zumindest dann, wenn es Netzwerke gibt, dass diese Netzwerke sich darauf einrichten, dass sie so eine Art Gemeinschaft als Überlebensinfrastruktur sind. Und ich glaube, das ist so ein bisschen, Kirche macht das so ein bisschen nebenbei, weil man weiß, das gehört irgendwie auch so dazu als christliche Gemeinschaft. Aber vielleicht zu sagen, okay, das wird in Zukunft viel, viel wichtiger sein, als dass man jetzt, was weiß ich, eine geile Predigt hat, die auf Instagram gut abgeht oder so. Ja, definitiv. Also ich droppe hier mal, also ich bin gerade so, eventuell habe ich gerade eine Gemeinde gefunden, wo ich auch mal regelmäßig sonntags hingehen kann. Also ich bin ja vor einem Jahr umgezogen. Und aber es ist tatsächlich so, dass gerade feststeht, dass ich da mindestens einmal im Monat nicht hingehen werde, weil wir einmal im Monat brunchen, bei uns im linken Club in Kaiserslautern und. Und das ist für mich ein total, also das wäre so ein Ding, wo ich so sage, also als wir da das erste Mal waren, habe ich zu meinem Partner gesagt, das ist eine tolle Gemeinde, können wir hier jeden Sonntag hingehen. Also so im Scherz, weil ich einfach so dachte, alles, was ich hier an Vibes erlebe, alles, was ich an Gesprächen habe, was ich an Miteinander erlebe. Also es ist ein veganer Brunch, muss ich noch dazu sagen. Es geht wirklich darum, auch sich so gegenseitig so Tipps zu geben, wie kann man gut vegan leben. Aber diese ganze Grundhaltung war einfach das, was ich mir von Gemeinde eigentlich wünschen würde, so ein Füreinander-Dasein, auch ein erstmal vorbehaltlos fremde Menschen willkommen heißen, vorbehaltlos in Gespräche reingehen. Also das war, genau. Und das ist sowas, wo ich sage, selbst wenn ich jetzt eine Gemeinde habe, die sonntags einen hammerkuchen Gottesdienst liefert und wo ich gerne hingehe, wo eine gute Gemeinschaft ist und so weiter, werde ich dieses Ding nicht skippen, weil das mir einfach auch gut tut und mich auch aus meinem ganzen Bubble-Denken rausholt und damit trotzdem für mich ein Gottesdienst ist. Auch wenn vielleicht nicht gebetet wird vor dem Essen. Voll. Ja, fühle ich sehr. Ich glaube ja, dass das eigentlich Kern-DNA der christlichen Bewegung schon immer gewesen ist. Und dass das mal mehr, mal weniger im Raum auch stand, aber es hat sich irgendwie auch durchgerettet durch die Jahrtausende. Und das ist etwas, wo ich tatsächlich optimistisch bin, dass sich das auch weiter erweisen wird, auf die eine oder andere Art und Weise. Ich haue noch einen theologischen Shoutout an meine Gemeinde in Duisburg raus, weil die haben das theologisch umgesetzt. Also es ist nur dieser Gedanke gemeinsam essen. Und das machen ganz viele Gemeinden, dass man Kirchenkaffee macht oder Mittagessen nach dem Gottesdienst oder eben Frühstück vor dem Gottesdienst oder so. Meine Gemeinde in Duisburg macht das so, wir beginnen den Gottesdienst mit einem ganz schönen Votum. Wir feiern jetzt im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und dann wird gefrühstückt. Also das Frühstück ist damit Teil des Gottesdienstes. Und das ist für mich diese Haltung wirklich im Gottesdienst drin. Also weil dann eben auch jedes Gespräch, was ich bei diesem Frühstück führe, ist Teil des Gottesdienstes und ist damit so geadelt. Ich glaube ja, dass das die Kernidee von Abendmahl am Ende ist. Ja. Für mich ist es nicht, du hast jetzt irgendwie hier so eine Oplate, die du dir irgendwie reinpfeifst und machst dir geistliche Gedanken. Ja, und vor allem, es findet irgendwas statt, was einen ganz klaren Ablauf hat, aber niemand weiß, wie dieser Ablauf ist. Ja. Das ist, finde ich, das Brutale am Abendmahl. Also ich liebe Abendmahl, ich finde Abendmahl mega wichtig, theologisch und so weiter. Aber die Hürde ist so hoch. Es ist so krass. Und es ist so schwierig. Also selbst wenn du das im Blick hast, als Fahrperson, wenn du halt ein klassisches Abendmahl feierst, Leute mit reinzunehmen, die sich unsicher fühlen, weil das so ein Übungsding ist. Das ist völlig bescheuert. Das ist so ad absurdum geführt. Ja, fühle ich. Genau. Ich glaube, dass so Rituale, dass die schon was haben. Aber ich glaube, dass das Ritual eigentlich dafür da ist, um eine Tischgemeinschaft darauf hinzuweisen, dass hier jeder Platz hat. Am Tisch Gottes hat jeder Platz und wir essen zusammen, wir warten aufeinander, da soll keiner hungrig nach Hause gehen. Und das eben als Kernidee für... Für christliche Gemeinschaft an sich. Also das bezieht sich, glaube ich, auf mehr als nur auf Essen. Sondern christliche Gemeinschaft ist etwas, da soll niemand hungrig nach Hause gehen. Aber da soll auch keiner einsam sein. Da soll auch niemand krank sein müssen und keiner kümmert sich. So und so weiter. Du kannst die Liste weitermachen. Und es gibt ja beim Abendmahl immer diese Worte, dass es Christi Leib, also dieses Hingeben, Jesus hat sich für dich hingegeben und ich finde theologische Ansichten sehr gut, die sagen, der Tod Jesu ist die Konsequenz der Hingabe, aber Hingabe ist nicht einfach nur der Tod, sondern eigentlich ist es das Leben, also das Leben, was hingegeben ist, das Leben für die Mission Gottes, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen, diese neue Welt Gottes hier bereits anbrechen zu lassen. Das Reich Gottes ist unter euch, das ist die gute Nachricht, glaubt daran. Das ist das, was Jesus gesagt hat. Deswegen, darum geht es für mich eigentlich. Also so, dass quasi Jesus gibt sich auch hin, als er die Füße wäscht. Absolut. Oder so, also das ist Hingabe. Ja, oder die Frau vor der Steinigung bewahrt oder so, du kannst die Liste lang weiterführen. Und deswegen, ich glaube, Rituale können da durchaus eine Kraft haben. Ich finde es nur schade, wenn die Rituale um das Rituals gefeiert werden, aber die Idee, wofür es eigentlich steht, keine Rolle mehr spielt. Oder zumindest sich auch strukturell überhaupt nicht mehr erkennen lässt. Ja und also auch, also es gibt so ein paar Sachen, die sind mir total wichtig, wenn ich Abendmahl feiere und aber aufgrund dessen, dass es eben sich nicht den Leuten erschließt, funktionieren die nicht mehr. Also zum Beispiel finde ich total krass, dass du beim Abendmahl, also wenn du es hochliturgisch feierst und so, du nimmst dir nicht das vom Teller, sondern du bekommst es in die Hand rein. Also das ist so dieses, du kannst Abendmahl nicht selber, also du kannst nicht für dich preppen und um mal wieder an unser eigenes Thema zu anbeschließt, du kannst nicht für dich preppen und du bist der, der überlebt, sondern du kannst es nur in der Beziehung mit deinem Gegenüber machen. So, jetzt bin ich Pfarrerin und feiere an einem Tag in vier Dörfern Abendmahl und überall sind drei Ommis da. Und diese Ommis sind zwar Jahr um Jahr zum Abendmahl gegangen, aber haben das nie gerafft. Das heißt, ich, also und ich bin nicht die, die dann sagt, können Sie mir es bitte jetzt auch in die Hand geben oder so, weil das schon wieder viel zu viel Erklärung für so ein liturgisches Ding ist. Das heißt, ich habe an dem Tag viermal Abendmahl gefeiert und kein einziges Mal selber gefeiert, weil ich habe kein Abendmahl bekommen. Das ist mir tatsächlich einmal so gegangen, das war dann sehr lustig, weil ich dann abends tatsächlich noch nach Erfurt gefahren bin und in den Gottesdienst gegangen bin und da wurde Abendmahl gefeiert und ich habe Tränen, ich habe wirklich geheult, weil ich Abendmahl bekommen habe, aber ich habe das keiner dieser Omas vorwerfen können, weil einfach die Struktur völlig im Arsch war. Ja. Und ich glaube auch diese Omas nicht, diesen Miteinandergedanken, den hatten die vielleicht, also ich glaube, dass die schon Gemeinschaft kannten und dass die in ihren Dörfern Gemeinschaft gelebt haben, aber diese junge Pfarrerin, die da jetzt seit einem Jahr irgendwie da war, die war für die noch lang nicht Teil ihres Systems und ihrer Gemeinschaft, dass die da mich irgendwie hätten reinnehmen können. Ich würde gerne das Fass von Widerstand noch aufmachen. Oh, wir machen noch eins auf, alles klar. Das wäre mir tatsächlich wichtig, weil da interessiert mich sehr, was du dazu denkst. Tadjo macht hier diese These auf. Er sagt, was die Faschisierung angeht, ist das Kind noch nicht im Brunnen gefallen. Das kann man noch aufhalten. Er hat da aber nicht so ganz konkrete Ideen. Also weiß nicht, da habe ich bei ihm jetzt noch nicht viel an Ideen gefunden. Mich interessiert, was ist da deine Einschätzung und was sind deine, Ansätze, wo du sagst, okay, wenn wir den Rechtsruck, den Weg in den in Autokratenstaaten, wenn wir das noch aufhalten wollen, dann vielleicht so. Hm. Ich bin da, glaube ich, nicht so hoffnungsvoll wie das schon. Also gerade jetzt mit, also nach dem, was ich unser lieber Bundeskanzler alles rausnehmen kann. Also wenn du konkrete Sachen haben wirst, bin ich, also es gibt ja so die zwei Fraktionen. Es gibt die einen, die sagen, wir müssen reden und also die sind, ich will sie jetzt, also das ist nicht meine Fraktion, deswegen muss ich jetzt aufpassen, dass ich sie nicht zu negativ darstelle. Die sind jetzt nicht so, dass sie mit einem Björn Höcke noch reden wollen, so naiv sind die nicht, aber die eben sagen, wir müssen die Leute kriegen, die eben, die vielleicht AfD wählen, aber irgendwie wo ein Bildungsgrad fehlt, wo irgendeinen Frust dazu geführt hat und so weiter und so fort. Und die dann eben eher auch versuchen in der ganzen Außenwirkung zu sagen, kommt hier, Tür ist offen und so. Und das ist glaube ich auch ein Großteil der CDU. Und Und ich glaube, nicht ein Herr Merz, aber andere. Ich kann vielleicht kurz eine hatten, weil auch das war bei Paul Ronsheimer Thema. Die CDU hat gerade ein Parteipolitik, Wie nennt man das? So eine Art, man schließt sich für ein Wochenende irgendwo weg oder so. Eine Klausur. So eine Tagung. Klausur, Klausur. Klausur, die Klausurtagung. Man schließt sich weg. Ja, machen sie auch häufiger. Aber in dem Fall ging es wohl darum, dass die einen Wissenschaftler eingeladen hatten, der ihnen erklärt hat, es hat ziemlich viele Menschen gegeben, die früher CDU-Wählende waren und dann rübergegangen sind zur AfD. Und die spannende Erkenntnis war aber, dass diese Menschen teilweise Störgefühle haben mit der AfD. Also zum Beispiel, dass die sagen, die AfD, die unterstützt irgendwie autokratische Diktatoren, finden wir schwierig. Die vielleicht sogar sagen, die AfD ist uns zu rassistisch oder dass die verschiedene Störgefühle einfach haben. Und dass man dann sagt, jetzt hat ja Merz auch gesagt, wir werden jetzt die AfD als CDU zum Hauptgegner. Genauso wie wir das früher bei den Grünen gemacht haben, jetzt wird die AfD drangenommen. Und das, was da eigentlich hinter steckt, ist, dass man versuchen will, diese Dinge zu betonen. Also zu betonen will, ja, die sind halt russlandnah, die sind halt korrupt, die sind rassistisch und so weiter. Ich glaube, dass das eine Herausforderung wird, weil da wird es gewisse Schwierigkeiten geben in der Abgrenzung, aber das ist zumindest das, was gewünscht ist. Einfach nur nochmal als Ergänzung zu dem, was du sagst. Ja, also ich kenne ja mehr die Leute, die gerade aus der CDU austreten, weil sie ihnen zu rechts wird, aber gut, es hängt auch mit meiner Bubble zusammen, das ist mir durchaus bewusst. Genau, Also ich gehöre auch zu anderen Fraktionen. Ich sage. Wir haben genug geredet und durch das Reden haben wir Grenzen verschoben. Grenzen des Möglichen und Grenzen des Machbaren. Gerade diese Schamgrenzen, über die wir es vorher die ganze Zeit hatten. Und ich sage eher, was wir brauchen, ist eine klare Kante dessen, was geht und was nicht geht. Und, Und die auch wirklich deutlich zu kommunizieren. Und damit mache ich mich nicht dessen Schuld, dass ich jetzt irgendwie die, die gerade noch so auf der Kippe sind, noch weiter ins AfD-Lager schiebe, sondern ich mache höchstens was offenbar, was in denen sowieso schon drin ist, dass die nämlich eigentlich gerne irgendwelche Parolen raushauen würden, aber irgendwie doch zur Zivilgesellschaft gehören wollen, keine Ahnung, und sich da auf den Schlips getreten fühlen. Aber ich glaube, wenn wir nicht deutlich machen, wo die Grenzen sind, dann werden sie immer weiter nach rechts verschoben. Und das ist eigentlich auch das, was wir die letzten Jahre beobachten, dass wir je mehr wir versucht haben zu reden. Auf einmal Dinge am linken Rand unsagbar wurden oder was heißt am linken Rand, in der linken Mitte unsagbar wurden und also ich mich jetzt dafür rechtfertigen muss, dass ich einen Glottisschlag verwende und sowas. Und das kann nicht sein. Und ich, also nur weil ich Menschen integriere, indem ich sie in meine Sprache integriere, wird mir dann vorgeworfen, ich würde Leute ausgrenzen, die sich angegriffen fühlen, weil ich einen Glotteschlag verwende. Nee, ist einfach nicht so. Also ich bin für klare Kanter. Und das durchaus auch, ich sag mal, mit Hausrecht und so weiter, je nachdem in welchem Kontext ich gerade bin, durchzusetzen. Also Meinungsfreiheit heißt nicht, du darfst überall alles sagen und jeder muss dir zuhören, sondern Meinungsfreiheit heißt, wenn du etwas sagst, darfst du keine Angst haben, also oder darf es nicht passieren, dass du Angst haben musst, weil du etwas gesagt hast. Schöne Definition, gefällt mir. Also es ist, ich darf wohl sagen, wenn ich jetzt hier die Pfarrerin bin, nein, in dieser Kirche wird das nicht gesagt, das ist fremdenfeindlich, was du gerade sagst und ich sage dir genau, warum das scheiße ist, was du da sagst. Darauf hast du kein Recht, dass ich dir das jetzt vorenthalte, ich muss dir deinen Scheiß ja auch anhören. So, also, und deswegen, also ich bin sehr dafür, eine bessere Mitte wieder zurückzugewinnen und zum Beispiel eben auch dagegen zu kämpfen, was mit linken Leuten gemacht wird. Das war tatsächlich was, was ich sehr lustig, oder also, dass Tacho sehr stark von Linksextremisten, MistInnen sprach. Also ich habe mich gerade daran gewöhnt, Aktivistin zu sein und mag das Label sehr, freue mich darüber, dass ich das bin. Aber in meinem Buch habe ich einen Artikel darüber, dass mich das am Anfang sehr irritiert hat, als ich so genannt wurde. Ich werde mich nicht Linksextremistin nennen, ich bin Linke. Ich bin nicht in der Partei, aber ich bin Linke und ich nenne mich auch manchmal gerne selbst linksgrün versifft, aber das darf ich über mich sagen, das dürfen nicht andere. Aber ich bin eindeutig Mitte und ich bin Zivilgesellschaft und, Das ist auch der Grund, warum ich an manchen Punkten auch sehr bewusst ein Kolar trage, um einfach zu zeigen, hier, ich bin Pfarrperson und mein Bischof steht hinter mir. Also da bin ich Gott sei Dank inzwischen recht sicher. Aber ja, ich glaube, das sind die Sachen. Konkret heißt das wirklich vor Ort, die Sachen machen. Also ich lektoriere gerade ein Buch, kommt im Februar raus, gegen den Hass. Da berichten einfach ganz viele Gemeinden, was sie für Projekte gemacht haben. Das ist auch sehr unterschiedlich. Also ich habe dann auch Artikel, wo ich sage, nee, finde ich falsch. Also zum Beispiel, dass die AfD eingeladen wird oder sowas. Aber diese Bandbreite finde ich dann wieder total schön. Und da heißt es vor Ort wirklich, zu gucken, was ist hier gerade dran und das dann auszukämpfen. Wach zu sein, wo die AfD gerade in irgendwelchen Räumen irgendwelchen Scheiß anstellt, irgendwelche Jugendbewegungen gründet, kommt alle nach Gießen, ist demnächst und so weiter und so fort. War das eine Antwort auf deine Frage? Absolut. Ich glaube, dass dieses einerseits miteinander reden oder eben klare Kante zeigen, ich glaube eigentlich an beides auf eine Weise. Und würde sagen zum Beispiel, dass Podcasten jetzt für mich auch eine Methode ist, also weil auf eine Weise gibt eben Social Media die Möglichkeit, noch mit Menschen zu reden. So, weil, also keine Ahnung, ob das jetzt irgendwelche Konservative oder so hören, aber es ist zumindest ein Gesprächsangebot, so würde ich sagen. Aber die spannende Frage ist ja, wo ist deine Grenze bei GästInnen? Wir haben AfD-Leute schon hier gehabt und das hat tatsächlich auch Kritik gegeben, so nach dem Motto, da sind ja viele Falschaussagen gewesen, die ihr später nicht mehr einfangen konntet. Stimmt, du hast das vor der Bundestagswahl, ich erinnere mich. Da war ich auch so, dass ich dachte, ach ja, so. Aber ich glaube, es hat unterm Strich was Positives bewirkt. Also das glaube ich schon auf unterschiedlicher Ebene also zum Beispiel auch weil dadurch nochmal stärker ein Verständnis auch gefördert werden konnte für das wie bestimmte Menschen die Dinge sehen und das glaube ich nicht verkehrt weil da sehe ich schon auch eine Herausforderung in der Kommunikation von Progressiven, von Linken und zwar dass man. Die eigene Kommunikation, dass man da zu platt wird, also dass man sich beschränkt auf, wir bezeichnen jemanden jetzt als rechtsextrem und dann müssen wir eigentlich nicht mehr viel erklären und müssen nicht mehr viel begründen. So, das glaube ich ist gerade auch in der Medienwelt. Wie viele Beiträge hat es in der letzten Zeit gegeben, wo bestimmten Leuten einfach gesagt wird, das ist ein Rechtsextremer, fertig. Und ich finde, dass eigentlich Podcast zum Beispiel eine Möglichkeit sein kann, zu sagen, so jetzt nehmen wir uns mal, ich fand zum Beispiel eine Folge, die ich da total wichtig fand. Ich habe mit Per, ich glaube, das ging fast drei Stunden, haben wir so Inhalte von Frauke Petry auseinandergenommen. So, da gab es auch Leute, die das nicht gut fanden. Aber da gibt es eine Möglichkeit zu sagen, wir gehen jetzt mal in die Tiefe und wir besprechen das durch. Und da, diese Gesprächsräume, die sind, glaube ich, wichtig. Oder diese Orte, wo man solche Gespräche führen kann. Aber warum kann Frauke Petry, das ist ja uralt. Oder habt ihr aktuelle Sachen von ihr? Sie hat jetzt eine neue Partei gegründet. Ach so, oh Gott, ich erweise mich ja als uninformiert. Ich würde sagen, nicht viel verpasst, aber das fand ich aus bestimmten Gründen da einfach nochmal wichtig, da auch eine Position zu beziehen und zu begründen. Da ist natürlich auch die Schwierigkeit, wenn wir Podcasts machen, dann unterhalten sich zwei, drei, vier Leute und die ganzen Leute draußen, die können dann entweder auf Social Media oder so kommentieren, aber es ist wenig die Möglichkeit, dass man das direkt macht. Das sehe ich, ist eine Schwäche auf jeden Fall. Aber das ist schon immer Kommunikation. Also du hast immer irgendwelche quasi Beschränkungen und so weiter und stellvertretende Diskussionen auch und so. Also dass es ja, seit es Medien gibt, also Zeitungen und so, dass es da auch Gatekeeping gibt und so weiter. Das ist eine riesen Verantwortung für die Medien. Aber also gerade dadurch, dass das Internet so weit ist, ist ja jeder frei zu gucken, welchen Podcast er hört. Genau, das denke ich halt auch. Also da hat man natürlich die Freiheit. Und darüber hinaus glaube ich am Ende aber, weil so viel an Kommunikation heute so rauschartig wird, also im Sinne von, du gehst auf TikTok, hast ein Katzenvideo, hast ein Video, was weiß ich. Wo irgendwelche Leute über Witze lachen sollen oder so und dann hast du ein Video über Gaza und dann hast du ein Video von irgendeinem AfD-Menschen oder so. Das passiert alles so schnell und so kurz, so aufeinander, dass ich zumindest für mich entschieden habe, ich möchte Räume haben, wo man nochmal dieses sich unterhalten einüben kann und auch praktizieren kann. Das ist, glaube ich, eine der Sachen, also dass es dieses Medium-Podcast gibt, ist für mich, was Demokratie angeht, finde ich, ist eine großartige Sache. Also auch wenn du das mal vergleichst mit Talkshows zum Beispiel. Talkshows, da hast du fünf Leute, die haben eine Stunde Zeit und müssen irgendwie zack, zack ihre Punkte bringen, bekommen vielleicht auf dem Weg dahin noch ihre Talking Points und so. Anne Will hat da vor kurzem das nochmal so ein bisschen aufgedrödelt mit dem Habeck und so. Also ich war ja einmal in einer RTL-Talkshow und also als Gästin. Und, wie lange konntest du reden? Furchtbar, ich habe keinen Punkt gesetzt, also weil ich bin ja völlig ungeschult. Ich habe davor zwar noch ein Medientraining bekommen, aber es ist mir so peinlich auch, weil ich irgendwie das Gefühl habe, ich habe keinen Flock eingehauen. Dann halt, es war halt Robert Habeck plus halt drei Leute des normalen Lebens. Also es ging dann wirklich, es ging die ganze Sendung, wenn es um mich ging, ging es nur darum, ob ich ihn jetzt duze oder sieze, weil ich bei einem Grünen ausgetreten bin. Oh Gott, ja super. Ja, who cares. Traurig, richtig traurig. So, und da denke ich mir halt im Podcast, ja okay, dann kannst du halt darüber reden, aber du hast ja die Zeit, deine Punkte zu machen. Du müsstest ein Format machen, Alles gesagt in der christlichen Bubble. Ja. Mit Save Word. Ja, genau. Und ich weiß doch schon jetzt, was mein Schlusswort bei Alles gesagt sein wird, wobei das würde da nicht funktionieren, weil das ist so ein theologischer Begriff, den haue ich ja in einem christlichen Podcast ohne Umstände mal raus. Was wäre der Begriff? Tatsächlich die Theonome Reziprozität natürlich. Ja, die haut man, na klar, immer mal wieder so, also jedes dritte Wort. Hallo, in unserem letzten Podcast haben wir uns darüber unterhalten, mein lieber Jensson. Das macht sein. Du erinnerst dich noch nicht dran. Nee, mein Gedächtnis ist ein Sieb. Ich muss das nochmal nachhören. Du wusstest sogar die Seite, auf der es in meinem Buch steht. Oh, ja, das kommt wahrscheinlich daher, dass ich mich hin und wieder vorbereite auf Podcast-Folgen. Und es ist tatsächlich so, dass die Bücher, die ich da bespreche, also ich glaube, doch, die lese ich dann schon auch. Ich plaudi jetzt nicht aus dem Nähkästchen, aber mir ist das auch schon anders gegangen in anderen Podcasts. Ja, kann ich auch verstehen, aber das ist ja das Schöne, man kann sich halt Leute einladen, worauf man Bock hat und oft ist es ja so, dass ich dann die Bücher vorher schon gelesen habe und die Leute einfach anfrage. Das klappt ganz cool. Hast du Tatscho schon angefragt? Nee, habe ich nicht. Aber ich habe tatsächlich geguckt, ob ich die Kontaktdaten kriege. Und habe keinen, also ich habe den jetzt nicht bei Social Media gefunden oder so. Und habe keine Connections. Jetzt sag nicht, du hast die WhatsApp-Nummer von dir. Also nein, habe ich nicht. Nicht, dass ich die jetzt. Ich gucke mal, was ich machen kann. Ja, voll gerne. Also, fände ich voll gut, wenn das klappt. Cool. Witzig. So, hast du jetzt alles gesagt? Ja, ja, ich habe schon lange alles gesagt. Du hast hier nochmal ein Fass aufgemacht. Ja, wir sind damit auch noch nicht fertig, glaube ich, mit dem Fass. Aber wir können ja mal ein Komma machen. Gerne, gerne. Ich komme auch gerne wieder. Ja, ich hoffe. Ich war in keinem Podcast-Format schon dreimal. Also, es ist jetzt schon... Ich bin jetzt hier eingebucht. Du musst mich jetzt nicht mehr los. Finde ich gut. Sehr schön. Cool. Dann machen wir hier mal einen Komma und dann genau, demnächst mehr. Und an die Leute da draußen, macht's gut. Tschüss.