Hallo Isis. Hallo Dunja. Willkommen zurück in Europa. Ja, dankeschön. Willkommen zurück aus all den Konferenzen. Ja, wie ihr merkt, wir waren viel unterwegs in den letzten Wochen. Die Sommersaison ist auf... In Akademia unter unterschiedlichen Aspekten die absolute Reisesaison. Ich habe mir nach der Prüfung einen ausführlichen Urlaub gegönnt nach Fernost, Bali und Taiwan, wo mittlerweile meine Schwester, also meine Schwester wohnt mittlerweile in Taiwan. Geil. Genau, ich habe auch da was mitgebracht nachher für unsere Kategorie Doing Wonders. Und genau, also das heißt, für mich war es eine Pausensaison und für dich war es die absolute super Konferenzsaison. Du warst jetzt irgendwie auf super vielen Konferenzen. Ja, während du da am Strand teile Rituale, die angucken konntest, war ich so in Frankfurt und in Krakau unterwegs und habe da zwei große Konferenzen von der Japanologie und der Religionswissenschaft besucht. Und es war echt ein Highlight, weil gerade die religionswissenschaftliche Konferenz findet nur alle fünf Jahre statt. Und vor fünf Jahren konnte sie wegen Corona nicht stattfinden. Und deswegen haben sich über tausend Leute oder so in Krakau versammelt. Boah, das ist ja schon echt richtig. Also für unser kleines, süßes Fach ist das ja schon eine Riesengruppe auf jeden Fall. Riesig, ja. Also es war auch wirklich so, die ganze Stadt war überlaufen und die Café-Leute haben immer gefragt, ja, was ist denn hier gerade los? Eine Riesenkonferenz, alle forschen über Religion. Ach, Wahnsinn. Ja, krass, dass das alle fünf Jahre nur stattfindet, war mir gar nicht so bewusst. Ja, ich glaube, in den Zwischenjahren gibt es dann immer die nationalen Veranstaltungen, also DVRW, das ist die Religionswissenschaftliche Konferenzgruppe, meine ich, in Deutschland, Deutsche Vereinigung für Religionswissenschaft, genau. Also es war viel los bei uns. Also ich habe dich sehr um deine Bilder beneidet, aber es war trotzdem so schön. Das Update aus allen Ländern und Standorten gekriegt, was gerade in der Religionswissenschaft so gemacht wird auf der Welt. Ja, sehr cool. Also in den nächsten fünf Jahren müssen wir nochmal hingehen mit Remed gemeinsam und da was machen, habe ich mir überlegt. Oh ja, wir machen ein eigenes Panel, da hatte ich auch Lust drauf. Ja, sehr spannend. Ja, aber wir haben in der ganzen Zeit auch sehr viel gelernt und sehr viel mitgenommen. Es war sehr, sehr ertragreich. Was ist dein Highlight aus Bali beziehungsweise aus Taiwan? waren? Uh, also aus Bali, also diejenigen, die, also ich sag mal so, ich geh jetzt mal davon aus, dass unsere Zuhörer das möglicherweise gar nicht wissen, aber Bali ist ja religionswissenschaftlich oder auch einfach ethnologisch, super krass gut beforscht und als ich dort angekommen bin, das war übrigens nicht meine Idee, meine Schwester war so, ey lass zusammen, wenn du rüberkommst, lass doch zusammen direkt eine Woche Urlaub machen, was hältst du von Bali? Und ich so, ja klar, lass machen, ich hab Lust drauf. Ich hatte keine religionswissenschaftlichen Ambitionen, aber als ich angekommen bin und dann habe ich diese Insel gesehen und dann auch ein bisschen recherchiert habe, also ja, das ist ultra gut beforscht schon und jetzt weiß ich auch warum. Also ich bin aus dem Hotel raus, ja, wir hatten ein total schönes Hotel uns gebucht. Und irgendwie so ein bisschen im Gebirge, in der Nähe von, also wir waren in Ubud, das ist eine, also ich glaube auch die größte Stadt auf Bali. Ja, ich glaube auch. Genau, so. Also meine, ich war wirklich nicht vorbereitet. Meine Schwester hat alles organisiert, ich bin hingefahren, war so geil, Urlaub, ich habe Bock. Ja. Und ich laufe aus dem Hotel raus und so und ich mache direkt, oh, guck mal hier, direkt neben unserem Hotel, total der schöne Tempel, guck mal hier, diese Tempeltore, die sind ja nach oben hin offen und diese tollen Figuren und das ist ja alles total spannend. Was hat das denn eigentlich? Und mach so direkt so ein Foto. Und wir haben gesagt, komm, wir gehen heute mal zu Fuß von diesem Hotel in die Stadt. Und natürlich waren wir die einzigen, wir beiden weißen Girls. Also die ganzen Einheimischen, natürlich niemand geht da zu Fuß. Wir sind natürlich zu Fuß gegangen. How German can it get? Ja, ist wirklich so. Ich so. Komm, wir gehen zu Fuß. Erst mal wandern. Erst mal wandern. Und dann laufe ich weiter und sehe so, krass, hier ist ja der nächste Tempel. Und auf jeden Fall habe ich dann nach und nach festgestellt, dass diese komplette Stadt eigentlich eine einzige Tempelanlage ist. Also im Endeffekt. Und das sind auch die Privathäuser. Also das ist dann, du denkst, du stehst jetzt von einem krassen Tempel, aber das ist eigentlich einfach so eine Art Guesthouse oder irgendwie ein Massagestudio oder ein Café oder was weiß ich was. Und es ist einfach der Oberwahnsinn, der Oberknaller. Und ich fand es super interessant zu sehen, wie dort lokale Praxis, also religiöse Praxis und Tourismus ineinander verwoben sind. Also wie quasi religiöse Praxis stattfindet, obwohl ganz viele Touristen da sind, die da nicht eingewogen, also nicht dieser, das ist eine, ich habe gelernt, eine indonesische Variante des Hinduismus, die dort publiziert wird, die damit also nichts zu tun haben. Also einmal, obwohl und zum anderen aber auch aufgrund dessen dort hinkommen, weil es natürlich total das Spektakel im Endeffekt auch ist. In Ubud einfach ist. Also ich fand es total beeindruckend und toll. Ben Barney muss sich immer hier an Eat, Pray, Love denken. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt. Ja, das hat meine Schwester mir auch erzählt, dass das da hingeht und dann so einen Medizinmann trifft. Und also Julia Roberts spielt das im Film von, und das besitzt ihr auf dem wahren Leben von Elizabeth Gilbert. Das Buch habe ich damals auch gelesen. Das war noch lange vor meiner religionswissenschaftlichen Zeit, aber. Das fand ich schon mega spannend, dass dann die Frau da hinreist, um eben herauszufinden, was ihr Schicksal sozusagen ist und keine Ahnung davon hat und dann da auch versucht zu lernen und ist natürlich auch sehr exotisierend dargestellt, aber ich muss immer daran denken. Ja, also das finde ich auch interessant. Also vielleicht das noch als kurze Randbemerkung. Da könnte man wahrscheinlich auch mal eine eigene Podcast-Folge drüber machen, aber also das eine ist indonesischer Hinduismus in Ubud. Unfassbar spannend. Auch sehr beeindruckend, ästhetisch sehr beeindruckend. Und das andere ist aber, Das andere Bali ist halt westliche Esoterik in Bali. Also wir waren dann auch in so einem The Yoga Barn, was irgendwie so ein Retreat ist und eigentlich ein eigener Raum, ein eigener Ort ist, wo Menschen auch wohnen können und es finden die ganze Zeit Yoga-Klassen statt. Und es ist aber auch irgendwie eingewoben in global verbreitete, also westlich ist natürlich die falsche Kategorie, also in global verbreitete, Annahmen über Esoterik und esoterische Praktiken und so weiter und was jetzt mit diesem Hinduismus auf Bali relativ wenig zu tun hat, aber im Endeffekt so, dass in diese. Religiös-spirituell sehr aktiven Ort eingewoben ist. Und im Endeffekt, man kann auch komplett auf Bali die Yoga und Schamanen und Kartenlesen und was weiß ich was, Packungen sich abholen. Also das fand ich total faszinierend. Es war wirklich total spannend. Man könnte tatsächlich auch dort hingehen und forschen. Wir hatten es ja witzigerweise, bevor wir die Aufnahme angefangen haben, hatten wir es von Orten, an denen man forscht, in Anführungszeichen, weil die Religion so spannend ist, aber eigentlich nur hingeht, weil es einfach so ultra schön dort ist. Ultra schön. Also mein nächstes Forschungsprojekt wird auf jeden Fall Hawaii, habe ich mir schon überlegt. Ja, genau. Da gibt es auch JapanerInnen, die Religion haben. Da gibt es sogar irgendwie spannende, bestimmt auch spannende andere Dinge und kombiniert. Also ganz, ganz spannendes Religionsfeld. Ja, das ist auf jeden Fall du. Zufällig. Ist es halt auch der absolute Traum, dort zu sein. Also ich finde es wirklich spannend, weil da gibt es Diaspora-Religion. Also ähnlich wie auch in Brasilien. Das ist wirklich interessant. Ja, und Kuba auch. Aber ich frage mich, ob die DFG mir das jemals bezahlt, wenn ich das argumentiere. Ja, jetzt auch der Podcast-Folge nicht mehr. Du musst das geschickt ganz gut erklären, warum du da umgekennen musst. Ich sehe das ehrlich gesagt total. Ich habe auch schon einen Artikel in der Richtung geschrieben und kenne jemanden, der auch schon mal dazu geforscht hat. Siehst du? Vielleicht kann man dann doch, also falls die DFG das jemals hört, ich will es wirklich wissen. Geht sehr gut. Ja, genau. Speaking of, Ich will es wirklich wissen. Wir haben eine Frage aus der Community bekommen. Ach was. You wonder. Ihr fragt und wir antworten. Also genau, ihr habt nämlich gefragt oder wolltet wissen, wir haben ja in der letzten Podcast-Folge, hast du Dunja ja von deiner Forschung zu Fukushima erzählt. Das ist eine Dreifachkatastrophe in Japan. Und es ging da ja auch um die Frage nach Geistern, die an Orten dort verehrt wurden und diese Orte ja aber eigentlich nicht mehr begehbar waren für eine Zeit. Und jetzt kam die Frage, das ging aber nicht um, also es ging um, kannst du nochmal sagen, wie die Geister heißen? Die Kami. Kami, danke schön. So und jetzt kam die Frage aus der Community, was ist denn eigentlich mit den verstorbenen Ahnen? Also diese Form von Geistern, das ist ja quasi eine andere Kategorie von Geistern, wenn man jetzt so will, die... Sind die auch an diese Orte eigentlich gebunden oder wie werden die denn dann verehrt oder wie ist der Umgang dann auch eigentlich damit im Nachspiel nach der Fukushima-Katastrophe? Ja, ich finde das eine spannende Frage, weil es da echt auch viele, viele Geschichten gibt aus der Zeit, als ich da war, weil das eben ein riesiges Thema in Japan ist. Also kurze Background-Informationen. In Japan ist Ahnenverehrung ganz, ganz wichtig, größtenteils im Buddhismus, aber auch in anderen eher, ich sag jetzt mal, nicht so ganz formierten Religionen. Also so ein paar Volktraditionen, aber auch im Shinto, weil da zum Beispiel wichtige Persönlichkeiten auch eingeschreint werden. Das heißt, die werden an den Schrein gebracht und so. Genau, das nur als Background, also Anführung ganz wichtig. Und wenn Leute sterben, und zwar einen Tod sterben, der nicht schön ist, dann kann es sein, dass sie als böse Geister zurückkommen. Und das ist so eine Erzählung, die ganz viel nach Fukushima kam. Also gerade nach Erdbeben, aber auch nach der großen Flutwelle. Und ich habe zwei interessante Arten und Weisen entdeckt, wie damit gedealt wurde. Also die eine war, sozusagen ein Mann hat uns erzählt, dass da, wo er wohnt und da in der Umgebung von seinem Haus, eben ganz viele Geister waren. Und er hat gesagt, er hat das gespürt, dass da irgendwie so... Ahnengeister jetzt, keine Kami. Ahnengeister, genau. Also die heißen auch teilweise Kami. Aber es geht jetzt um die Leute, die verstorben sind, also die Geister der Leute, die verstorben sind. Also der hat das Gefühl, dass die irgendwie nicht ankommen können, weil die Idee ist so, dass die eigentlich dann halt in die Reiklaration reinkommen werden müssen. Und er hat gesagt, naja, das ist irgendwie nicht gut und die finden den Weg nicht, weil die sind halt schlecht gestorben, also nicht mit einem guten... Sie hatten keinen guten Tod, weil sie eben rausgerissen wurden durch die Flutwelle. Und das heißt, sie sind irgendwie stuck. Und er hat gesagt, das stört ihn richtig. Er hat richtig Probleme an seinem Haus bekommen. Also die Ernte ist nicht gut und sonst wie was. Und dann hat er gesagt, so, ich möchte jetzt, dass der Tempel hier an dieser Stelle, das war so ein Bereich, da waren mal ganz viele Häuser, die sind dann alle weggewaschen worden, da war jetzt Land, dass hier jetzt eine Figur aufgebaut wird. Und zwar eine Figur von Kanon. Also Kanon Bodhisattva. Das ist eine wichtige Figur im Buddhismus, die sozusagen hilft, dass die Seelen oder dass die Menschen den Weg zur Erleuchtung finden oder auch ins Nirvana eben. Und die wurde dann dahingesetzt, in der Area, also in dem Bereich, wo das Kanon wichtige Bodhisattva war, meine ich, aus dem Buddhismus. Und die wurde dahingesetzt und dann wurde gesagt, so kümmere dich jetzt um die Seelen, bitte kümmere dich um die Seelen. Das haben die auch gemacht, der Tepper hat das dann gemacht und er hat gesagt, sobald Kanon da war, also die Figur dorthin gestellt wurde, die Statue, ist alles besser geworden. Das heißt, die Idee war, dass die Geister dann den Weg finden konnten Richtung Reinkarnation oder beziehungsweise Nirvana. Genau, das war die eine Geschichte. Die andere Geschichte, die hat mich sehr berührt. Da war so ein Mann, der hat sein Haus verloren, seine Familie verloren, außer, glaube ich, seine Tochter und seinen Vater, nee, seine Mutter, ich weiß nicht mehr genau. Aber auf jeden Fall gab es dann, den habe ich auch mehrmals getroffen. Irgendwann hat er erzählt, er hat mal ein Medium getroffen und die hat ihm gesagt, hey, ich spüre, dass hier in dem Bereich noch dein Sohn ist und der möchte mit dir reden. Da hat er gesagt, ja, was sagt der denn zu mir? Weil er hat sozusagen nach der Katastrophe mehrere Jahre, also bestimmt zehn Jahre, damit verbracht, zu versuchen, seinem Sohn das Leben zu verbringen. Wieder so zu geben und alles wieder gut zu machen, dass der Sohn ihn findet, dass er, also er hat die ganze Zeit gehofft, dass der Sohn noch irgendwo ist, aber genau, wahrscheinlich ist er gestorben und die Frau hat sozusagen das dann bestätigt und hat gesagt, der Geist deines Sohnes möchte jetzt mit dir sprechen und der sagt dir, es ist alles okay. Das heißt auf Japanisch, es ist alles okay, es ist alles in Ordnung und wollte ihm sozusagen sagen, hey, geh weiter. Ja, das hat mich sehr berührt damals. Ja, krass und hat der, also das finde ich auch total berührend, wie, also Also ich weiß nicht, ob er dir das erzählt hat, aber wie war so dein Eindruck, wie er darauf reagiert hat oder was das für ihn bedeutet hat oder wie es für ihn dann weiterging aufgrund dieser Aussage? Ja, es war für ihn, glaube ich, endlich so ein, also nicht Befreiungsschlag, wäre jetzt zu viel gesagt, aber es war wie so das Ende einer langen Reise, die er da gemacht hat. Also er hat auch wirklich viel dafür getan, dass sein Haus zum Beispiel wieder an der gleichen Stelle stehen konnte wie vorher, damit sein Sohn und ich glaube seine Mutter war es, glaube ich, ihn wiederfinden kann. Und er hatte noch eine zweite Tochter, ein zweites Kind, ich glaube, es war eine Tochter, die hat auch überlebt mit seiner Frau und das war auch alles gut, aber er hat immer so ein schlechtes Gefühl gehabt, weil eben der Sohn verloren gegangen ist und er hatte, danach, von dem ich es verstanden habe, das Gefühl, also er hat das erzählt, nicht nur mir, sondern so einer Gruppe von Leuten, dass er jetzt weitergehen kann und es war sehr, sehr emotional für ihn, genau, aber er ist so eines der Lichter in dieser Community, weil er halt auch lange schon so ein Zeichen bei sich stehen hatte, so ein Lichtschriftzeichen, wo halt Daijo besteht, also ist das alles okay. Um so die Community abzuliften. Das war sehr, sehr schön. Ja, das heißt. Ist es dann so im Shinto, dass er jetzt aufgrund dieser Aussage mit seinem Sohn auch in Kontakt steht, also im Sinne von Verehrung von Ahnen? Also ich weiß gar nicht, ob man dann von Ahnen spricht, wenn es das Kind ist und nicht die Vorfahren. Aber weißt du, was dazu wieder die Praxis dann ist in so einem Fall? Genau, normalerweise wird das meistens über den Buddhismus geregelt. Das heißt, wie gesagt, es ist alles ein bisschen Mischform. Gerade bei der Ahnverehrung kommt so alles zusammen. Aber normalerweise würde man dann eben auch Bilder und so aufhängen, wo sich zu Hause auf dem Butze dann... Das ist so ein... Haustempel und dann vererbt man da eben die Ahnung, dass man regelmäßig den, Motivgaben gibt, Reis hinstellt, etc. Das machen nicht mehr heute nicht mehr alle, aber es machen schon noch viele JapanerInnen sehr regelmäßig und ich glaube, dass das auch eine normale Praxis sein wird bei ihm. Also ich habe seitdem nicht mehr mit ihm geredet, aber man könnte es vermuten. Genau, man wird davon ausgehen, dass er das macht auch für seine Mutter, wie gesagt, ich glaube, es war seiner Mutter auch für sie auf jeden Fall. Genau, das ist sozusagen, man ehrt die dann regelmäßig, jeden Tag, aber auch über verschiedene Zyklen. Genau. Spannend. Ja, vielen Dank für den Einblick und auch für die Beantwortung der Frage. Genau an alle ZuhörerInnen, wenn ihr uns Fragen stellen wollt zu der aktuellen Folge oder anderen Fragen, dann macht das super gerne, entweder auf Instagram oder ihr könnt auch bei Spotify kommentieren. Die Fragen kommen offenbar bei uns an und wir beantworten die super gerne für euch. I wonder, was geht eigentlich in unserer Welt? Aktuelles Religionses wissenschaftlich betrachtet. Ja, wir kommen bei der Kategorie I Wonder. Hier geht es darum, was wir uns so gefragt haben über aktuelle Themen, die in letzter Zeit passiert sind. Und ein Thema, das wir besprechen möchten, ist die Ermordung von Charlie Kirk. Das war ja jetzt vor ungefähr zwei Wochen, nicht ganz, vor zwei Wochen zur Zeit der Aufnahme und hat, ich würde sagen, online und offline ein großes Gespräch ausgelöst aus verschiedenen Perspektiven. Und eine Sache, die ich gelesen habe, relativ kurz nach der Ermordung, als es gerade rauskam, war, dass es einen Artikel gab in einem feministischen Online-Medium namens Jazzbill, wo es darum ging, dass diese Zeitschrift als scheinbar Satire, Etsy-Hexen bezahlt hat, um ihn, also Charlie Kirk, zu verfluchen. Charlie Kirk war ein bekannter Podcaster und nahe Kollege, Freund, wie auch immer, von Trump. Sehr wichtig für seine Politik, gerade bei den jungen Leuten, weil er viel auch auf Campus, Campin gearbeitet hat und dort Diskussionen geführt hat. Sehr umstritten als Mensch. Und dieser Artikel, der veröffentlicht wurde eben von Jasper, der wurde auch jetzt runtergenommen aus Respekt vor der Trauer, also vor der Familie und auch aus der Trauer. Aber es ist immer noch nicht ganz klar, ob die es nicht vielleicht wieder veröffentlichen, weil sie irgendwie sagen, die stehen schon dazu, was sie ja gesagt haben. Die haben halt stark kritisiert, was er gemacht hat und haben eben wirklich Geld bezahlt an diese Etsy-Witches, um ihn zu verfluchen, aber wollten natürlich niemals, dass er wirklich stirbt. Das sagen die relativ klar in dem Artikel. Aber ich fand das krass, weil das war zwei Tage eben, bevor er ermordet wurde. Und das hat deswegen total den Aufruhr gemacht. Also erstmal auch total, also es ist super interessant, sich jetzt mal die Reaktion auf diese ja, auf diese, auf dieses Attentat anzugucken. Und, aber jetzt habe ich, natürlich muss ich das jetzt ganz kurz kommentieren, als Forscherin im Bereich Ethnic-Methike-Esoteriker, dass es dieses Angebot überhaupt gibt auf Etsy, dass du halt auf Etsy tatsächlich, also Etsy ist eine Plattform, wo man so DYI, ja, ganz oft Mode, Kunst, whatever, kaufen kann, also irgendwelche T-Shirts und Schmuck und irgendwelche Bilder und Also Sachen, die Leute selber herstellen und aber eben auch maßgeschneiderte Zaubersprüche und eben auch Flüche. Ich habe das lustigerweise schon ein paar Mal auch auf TikTok gesehen, dass Leute so, das Teil war ihrer Marketingkampagne, aber natürlich immer so humoristisch. Das heißt natürlich immer, aber es war humoristisch oder ich habe es humoristisch verstanden. Wir haben jetzt, also die neue Marketingkampagne ist, wir haben Hexen auf Etsy bezahlt, dass sie uns, keine Ahnung, mit Erfolg, also Erfolg zaubern und eben jetzt das. Und natürlich total krass, dass es das als Angebot überhaupt gibt und total spannend auch. In Klammern, liebe ReligionswissenschaftlerInnen, Kolleginnen, hier, forscht doch mal dazu. Ist ein total interessantes Forschungsfeld. Genau, und das war jetzt aber natürlich eine, ja, also krass, dass das passiert ist, ja. Also das lässt natürlich jetzt Raum für Interpretationen, beziehungsweise da wird jetzt sicherlich auch eine große Diskussion dazu geben, kann ich mir gut vorstellen. Ja, und wir hatten ja auch schon bei Schöner Glauben eine Folge dazu von Jason, glaube ich, letztens erst. Also da fahren wir jetzt gar nicht so tief drauf einsteigen, aber wir finden es halt total spannend, was dieser Tod, dieser Mord ausgelöst hat auf verschiedenen Ebenen. Genau. Also ich habe auch dazu kürzlich eine Podcast-Folge gehört. Und zwar, es gibt den Podcast, der heißt Context with Brad Harris. Und Brad Harris ist ein, also ich würde sagen, er macht Wissenschaftsgeschichte. Also er erzählt was über Wissenschaftsgeschichte. Und ich interessiere mich total für Wissenschaftsgeschichte. Ich finde es mega interessant und deswegen höre ich mir diesen Podcast an, hat mir mal ein Kumpel empfohlen. Und soweit ich das einschätzen kann, ist er auch relativ erfolgreich. Also so erfolgreich für einen Wissenschaftspodcast halt. Und der hat eben auch eine Podcast-Folge aufgenommen in Reaktion auf das Attentat auf Charlie Kirk. Die Folge heißt Good vs. Evil und die wurde jetzt auch vor wenigen Tagen, ich glaube irgendwie am 17. Oder am 18. September veröffentlicht. Und in dieser Podcast-Folge, und das fand ich jetzt eben so interessant, also die nutzt jetzt Brett Harris zum Anlass, um mal eine, also quasi, wie soll ich sagen, der westlichen Wissenschaft, vor allen Dingen, ich glaube, seinen eigenen ProfessorInnen, die er hatte, mal eine kleine Abreibung zu verpassen und mal kritisch darüber zu diskutieren, warum denn jetzt eigentlich wir aufgehört haben, objektive Wissen, objektive Wahrheiten zu suchen und finden zu wollen. Und seine Argumentation ist eben, dass wir einfach verlernt haben, zwischen gut und schlecht zu unterscheiden, dass wir nicht mehr sagen können, was ist denn jetzt wahr, was ist unwahr. Und obwohl es eben, und das ist jetzt seine Aussage, doch eigentlich völlig klar wäre, dass manche Dinge wahr sind und manche falsch, dass manche Sachen schön und manche hässlich sind. Also diese Kategorien, die wir in der Wissenschaft auch gerne als ontologische Kategorien bezeichnen. Dass er die an denen festhält und die auch einfordert. Das an sich ist eine total interessante These. Und hier in Klammern, die Religionswissenschaft, die gegenwärtige Religionswissenschaft, versteht diese Kategorien auch als Setzung. Und wir sind eher konstruktivistisch orientiert und stellen eben nicht die Frage nach gut und schlecht, wahr und falsch und schön und hässlich, wie jetzt Brad Harris das einfordert und irgendwie ganz enttäuscht davon auch ist und sagt, im Endeffekt, das ist auch der Ursprung, warum jetzt letztendlich dieses Attentat überhaupt, er stellt das damit in Zusammenhang. Aber was ich jetzt vor allen Dingen so interessant finde, ist, dass so ein Ereignis wie das Attentat auf Charlie Kirk zum Anlass genommen wird, von ganz vielen, Vertreter in unterschiedlichster Lobbys, unterschiedlichster Anliegen, ihr Thema jetzt zu platzieren, und quasi das als Ursache und einen engen Zusammenhang zwischen ihrem Thema und diesem Attentat auszudeuten. Ja. Und das finde ich eine super interessante Sache, wie jetzt quasi da die Wellen schlagen und im Endeffekt Leute sagen, ach ja, by the way, ich hätte auch noch ein Thema. Darüber würde ich jetzt gerne mal wieder reden, was ist eigentlich mit der Wissenschaft los. Ja, faszinierend und ich bin total gespannt, wie der Diskurs weitergeht und auch eine interessante Gesellschaftsanalyse, wie wir Ereignisse nutzen, um dann eigentlich mal ganz andere Sachen zu besprechen, die wir eh mal besprechen wollten und wir finden dann schon irgendwie die richtige Plattform dafür. Ja, auf jeden Fall. Pop und Nische. Willkommen bei Pop und Nische. Heute mit einem besonderen Gast. Mareike Ritter ist zu Gast. Wir haben sie hier bei uns im Podcast dabei. Hi, ich freue mich sehr, heute hier zu sein. Hallo Mareike. Wer das Video sieht, sieht uns nebeneinander sitzen, denn Mareike ist bei mir zu Besuch, damit wir diese Session zusammen aufnehmen können. Und wer bist du eigentlich? Erzähl mal. Erzähl unseren HörerInnen mal, wer du bist, was du machst und wie du hier gelandet bist. Okay, ja klar. Soll ich anfangen, wo ich geboren wurde oder soll ich anfangen mit meinem Studium? Also ich bin Religionswissenschaftlerin, so wie alle bei REMIT. Ich bin nämlich auch im Vorstand und ich bin da Kassenwartin. Und ansonsten forsche ich zu jüdisch-muslimischen Bündnissen in Deutschland. Sehr spannend. Und bin aber auch Bildungsreferentin, vor allem so zu Themen Rechtsextremismus, Rechtsextremismus auch in der Kirche, aber auch interreligiösem Dialog und religiöser Vielfalt. Sehr spannend. Eine ganz wichtige Frage vorab. Was ist dein Sternzeichen? Das ist so ein Ding, das wir immer hier besprechen im Podcast. Ja, also ich habe tatsächlich sehr viele Waagezeichen in meiner Chart. Also nicht nur Sternen, nicht nur Sonnenzeichen, sondern auch noch Aszendent und Mercury und was noch? Mondzeichen. Also ich bin eine komplette Waage. Ja, ausbalanciert, guckst dir verschiedene Winkel an. Ich sehe schon. Harmoniebedürftig, ganz genau. Harmoniebedürftig, ja. Das kennen wir beide. Wir sind froh, dass du da bist. Wir haben richtig Bock, dein Forschungsthema ein bisschen besser kennenzulernen. Also ich darf mich sozusagen glücklich schätzen, dass wir oft co-worken. Deswegen kenne ich ganz viel davon. Aber unsere HörerInnen hören das zum ersten Mal, vermute ich. Und deswegen würde ich mal sagen, was genau machst du eigentlich in deiner Dissertation? Ja, also erstmal darf ich mich auch sehr glücklich schätzen, weil Dunja mir sehr viel hilft auch mit meiner Forschung immer wieder. Also unterstützen uns da gegenseitig. Aber was mache ich? Ich habe mir Kunstfestivals vor allem angeschaut. Und zwar Kunstfestivals eben, wo jüdische und muslimische Menschen zusammen Kultur, Kunst und so weiter präsentieren und diskutieren und so weiter. Und ich habe dazu in drei spezifischen Festivals geforscht. In Berlin, in Heidelberg und in München. Und ja, habe mir angeschaut, einerseits, was da passiert, was so die Ziele von diesen Bündnissen, von diesen Festivals sind, aber auch inwiefern da städtische, staatliche Akteure mit beteiligt sind. Also mir geht es auch, ich promoviere tatsächlich in der Politikwissenschaft, und deshalb interessiert mich sehr das Verhältnis von Religion und Politik und habe mir das dann besonders nochmal angeguckt. Ja, das finde ich sehr schön. Also die Kunstfestivals, da habe ich auch schon ein bisschen was drüber gehört. Vielleicht kannst du mal erzählen, wie sieht denn so ein typisches Kunstfestival aus, was du besucht hast? Ja, tatsächlich sind die oft ähnlich. Also normalerweise sind das über einen gewissen Zeitraum verschiedene Veranstaltungen. Also zwei von den Festivals waren wiederkehrend. Eines war so eine einmalige Sache bisher zumindest. Aber da gibt es dann vor allem abends Veranstaltungen von Podiumsdiskussionen, Buchlesungen, Konzerte, Kunstausstellungen, also verschiedenes Programm, auch mit unterschiedlichen Teilnehmenden, teilweise aus ganz Deutschland, auch darüber hinaus. Genau so ungefähr läuft das ab. Die meisten Veranstaltungen sind auch komplett öffentlich, also kann jeder hinkommen. Ja, und dann kann ich mir das so vorstellen, dass das dann schon auch sehr religiös ist oder ist es eher politisch, ist es eher kulturell? Was genau passiert sozusagen? Was wird verhandelt vielleicht so ein bisschen? Ja, das ist tatsächlich eine sehr spannende Frage, die mich auch in der Forschung sehr beschäftigt hat. Denn was interessant an den Festivals ist, dass Religion nicht so eine Rolle spielt, wie man sich das jetzt vielleicht vorstellen würde. Also wenn man zum Beispiel sonst an interreligiösen Dialog denkt, dann denkt man irgendwie an eine Veranstaltung, eine Kirche, eine Synagoge oder eine Moschee. Aber diese Veranstaltungen sind oft in so öffentlichen Räumen, in Theatern oder in Also zum Teil auch in religiösen Orten, aber eigentlich eher in so kulturellen Orten. Und auch die Inhalte, die da verhandelt werden, sind eigentlich nicht so klassisch religiös, sondern es geht viel um Identität, um was es heißt, muslimisch oder jüdisch zu sein in dieser Gesellschaft, als eine Minderheit, als auch eine marginalisierte Gruppe. Das wird sehr viel verhandelt und deshalb würde ich sagen, dass diese Festivals eigentlich primär auch politisch sind. Ja, oh, das ist spannend. Man würde ja denken, wenn man muslimisch-jüdische Bündnisse hört, dass es da viel um religiöse Inhalte geht. Wahrscheinlich ist das auch so ein Thema, mit dem du häufig konfrontiert wirst, wenn du Leuten erzählst, was du in der Dissolation machst. Ja, wobei, das würde ich gar nicht so sagen. Also die meisten Menschen, die hören, dass ich zu jüdisch-muslimischen Bündnissen forsche, die sagen erstmal, ach krass. Und das ist ja momentan auch wirklich herausfordernd. Also ich meine, klar, der Ostkonflikt oder jetzt gerade die Katastrophe in Gaza, der Krieg in Gaza, spielt natürlich eine große Rolle auch dabei. Und deshalb sind die Leute, glaube ich, die erwarten gar nicht so sehr, dass es da irgendwie um Religion geht. Sondern echt um Politik. Ja, eigentlich schon. Und das ist... Ja, auch natürlich ein bisschen eben, was da auch verhandelt wird, wobei sich das auch nochmal sehr geändert hat, auch seit dem 7. Oktober und seit dem Genozid in Gaza. Dass also stärker das Thema Nahost und auch Antisemitismus und so weiter auch in vielen Festivals auch thematisiert werden muss, als es früher so der Fall war. Ja, und was für Leute sind das so, die das organisieren? Also was sind diese Bündnisse? Welche Leute sind das? Und vielleicht auch ein bisschen, wie alt sind die? Es würde mich einfach interessieren, was ist die Demografie? Ja, also das sind vor allem jüngere Menschen, also man kann so sagen, so die klassischen Millennials und jünger. Also wir. Genau. Eben die meisten OrganisatorInnen sind so zwischen 25 und 40 Jahre alt und auch die Teilnehmenden sind in der Regel eher jüngere Menschen. Aber es kann natürlich auch mal vorkommen oder es kommt immer wieder vor, dass natürlich auch ältere Menschen noch teilnehmen. Aber so die Haupt-Kern-Zielgruppe ist schon jüngere Menschen und viele von ihnen auch mit einem akademischen Hintergrund. Also das liegt auch ein bisschen an dem Format oder an den Inhalten, die dort besprochen werden, also Buchlesungen oder eine Podiumsdiskussion. Die spricht nun mal tendenziell auch eher in Bildungsmöglichkeiten. Publikum an. Ja, und wie kann ich mir diese Bündnisse vorstellen? Also wie arbeiten die zusammen? Wie sind die zusammengekommen und was ist auch deren Ziel? Das finde ich ja ganz spannend, weil ich frage mich so ein bisschen, geht es einfach darum, Identität irgendwie auszuhandeln, vielleicht auch kritisch zu hinterfragen, was eigentlich in dieser Gesellschaft passiert? Oder ist es schon nochmal ein höheres Ziel, dass man sich vielleicht auch politisch irgendwie engagiert, ich sage mal, Partei wahrscheinlich nicht, aber im höheren Bereich, dass man sagt, man will irgendwelche politischen Petitionen oder so durchkriegen. Also in welche Richtung geht das so? Ja, also die Hauptziele, würde ich sagen, sind Sichtbarkeit, Repräsentation und Anerkennung. Also das, was ja auch viele politische Bewegungen momentan beschäftigt. Sichtbarkeit innerhalb der jeweiligen Städte, in denen die Festivals stattfinden. Repräsentation von eben gerade KünstlerInnen, die vielleicht sonst nicht so viel Raum finden, die in Museen halt eben nicht so hängen oder in Galerien. Und aber auch Räume schaffen, die selbstbestimmt sind. Also die, wo MuslimInnen und Juden selber entscheiden können, was für Themen sie besprechen möchten, wie sie diese Themen besprechen müssten. Also es ist ein sehr prägnantes Zitat aus einem Interview, wo davon gesprochen wurde, dass man hier vom Gast zum Gastgeber wird. Also, dass Musliminnen und Jüdinnen und Juden hier eben die Gastgeber sind. Genau so. Ja, das klingt für mich schon auch so ein bisschen nach diesem Wunsch, sich zu verankern und nicht so wirklich immer diese Rolle zu haben, wir gehören nicht richtig dazu. Also, ich kann das ja selber als jemand, der muslimischen Ursprung hat, sozusagen verstehen oder nachvollziehen, wie es ist, wenn man nicht so richtig, Teil der, ich sage jetzt mal, Anführungsstrichen Mehrheitsgesellschaft ist, weil man einfach anders aussieht oder andere Namen hat oder eine andere Kultur oder sowas hat. Aber es erinnert mich auch an diese ganzen Bewegungen vom interreligiösen Dialog, wo ich mein Praktikum gemacht habe, witzigerweise, wo ich das gerade dann denken musste. Weil da auch dann, das war ein bisschen awkward. Das ist immer so wie so ein Clash gewesen. Weil die Kinder, die dabei waren, es war so ein Kinderprozess, Veranstaltungen auch, die waren immer ganz gespannt, man hat gar nichts gemerkt, kein Unterschied. Aber die Erwachsenen, das war so richtig verkrampft und es war sehr christlich geleitet, muss ich sagen, das ist da gar nicht. Und darauf wollte ich zu sprechen kommen, thematisieren die auch diesen Punkt von interreligiösem Dialog und Integration? Sehen die das auch als interreligiösen Dialog oder wie ist das so? Also davon grenzen sie sich in der Regel sehr ab. Einerseits, weil sie dieses Format, also das ist jetzt gerade selber als eher, verkrampft beschrieben. Es gibt zum Beispiel auf Forschung von Grit Klinkammer und Anna Neumeyer zum interreligiösen Dialog, wo zum Beispiel rauskam, dass bei vielen christlich-muslimischen Veranstaltungen einfach gar keine Muslime aufgetaucht sind. Was so ein bisschen die Absurdität auch zum Teil von diesen Veranstaltungen zeigt. Es gibt natürlich auch sehr viel andere. Das will ich jetzt auch gar nicht in Abrede stellen. Und da gibt es auch eine gegenseitige Wertschätzung. Aber es ist schon auch klar, dass man nicht diesen klassischen Dialog haben möchte im Sinne von geistliche oder religiöse ExpertInnen sprechen miteinander über religiöse Inhalte, sondern Es geht eben sehr viel mehr darum, man kann das jetzt als Laien bezeichnen, ich weiß gar nicht, ob ich in diesen religiösen Kategorien sprechen wollen würde, aber es geht eben eher so um Kulturproduktion, um alltägliche Erfahrungen, um Identitätsfragen und insofern ist da eben schon eine gewisse Abgrenzung auch da. Weil man eben den Eindruck hatte, wie du gerade schon gesagt hast, dass diese Veranstaltungen, also interreligiösen Dialogsveranstaltungen oft nicht selbstbestimmt sind. Dass die oft stark geframed sind eben über so einen Integrationscharakter oder auch einen Konfliktcharakter. Also ich meine, der interreligiöse Dialog hat ja krasses Aufleben gehabt nach 9-11. Das heißt, es war immer diese Komponente von Terrorismus, von Konflikt und so weiter da so im Hintergrund. Und dagegen möchte man sich auch gerne ein bisschen wenden oder was wenden, zumindest sich davon abgrenzen. Ja, da habe ich echt super viele Fragen dazu. Du hast es ja auch schon kurz angedeutet mit dem Raum. Mich interessiert irgendwie so ein bisschen, was sind das denn, also warum suchen die sich Räume aus, die dezidiert nicht religiös sind? Das finde ich spannend. Ich glaube, da gibt es einen so pragmatischen Grund und einen ideologischen Grund sozusagen. Also Ideologie ist natürlich ein bisschen weitgefasst, aber so einen inhaltlichen Punkt. Also der pragmatische Grund ist, dass viele von diesen Festivals, und das ist auch ein spannender Punkt für meine Forschung, staatlich finanziert sind. Das heißt, sie werden zum Beispiel von der Stadt finanziert, von Projekten wie Demokratie leben und so weiter. Und diese Projekte fördern in der Regel keine religiösen Inhalte. Also das fällt da eigentlich raus. Das kennen wir leider. Genau. Und ich denke insofern, das erklärt vielleicht auch ein bisschen, warum da eben nicht dezidiert religiöse Inhalte stattfinden, also keine gemeinsamen Gebete oder sowas. Und das wurde mir auch tatsächlich in Interviews auch so erzählt, dass die auch so sehr bewusst auf solche Sachen verzichten, weil sie wissen, dass der Geldgeber das nicht fördern würde. Aber andersrum ist es auch so, dass man sich außerhalb im Grunde von irgendwelchen konfessionellen oder gemeinschaftlichen Linien auch definiert. Also jüdisch sein, muslimisch sein bedeutet dann eben nicht, irgendwie zugehörig zu sein zu einer bestimmten religiösen Gemeinschaft, zu einer Synagogengemeinde oder zu einer Moscheegemeinde, sondern es bedeutet... Ja, im Grunde kulturell, ethnisch, muslimisch oder jüdisch zu sein. Und manche von den Teilnehmenden und auch OrganisatorInnen sind mitunter säkular, nicht alle, aber manche schon. Und insofern möchte man auch gar nicht unbedingt mit einer bestimmten Gruppe, glaube ich, auch verbunden werden. Auch gerade aus so einem Repräsentationsgedanken heraus. Also man möchte ja eine große Bandbreite an Musliminnen und Jüdinnen abdecken und das kann man besser, wenn man nicht konkret zugehörig ist zu was. Das heißt aber nicht, dass sie nicht auch zum Teil kooperieren. Und ich muss es auch dazu sagen, eine von diesen Festivals findet tatsächlich auch in den Räumlichkeiten von einer Moscheegemeinde zum Teil statt. Das ist eine liberale Gemeinde in München. Das heißt, das ist vielleicht so ein bisschen the odd one out, wenn man so möchte. Aber auch diese Religionsgemeinschaft ist ein bisschen spezieller. Also das ist keine DITIB-Moschee, das ist keine arabische Moschee, sondern das ist eine Moschee, die sich sehr stark als Teil von einer Münchner Stadtgesellschaft versteht, die auch so sehr offen sich selbst versteht. Die wollen auch da so ein großes Kulturzentrum aufmachen und so weiter. Also insofern gibt es eben diese zwei Komponenten daran. Ja, ich weiß nicht, ob das so ist, vielleicht kannst du da nochmal was zu sagen. Würdest du schon sagen, dass das so ein bisschen so eine Neudefinierung oder vielleicht ein Reclaiming von den Begriffen jüdisch und muslimisch ist, dass abgegrenzt wird dann eben von der religiösen, das ist ja in Deutschland schon auch stark religiös konnotierten Perspektive auf MuslimInnen und JüdInnen? Ja, auf jeden Fall. Ich weiß gar nicht, ob es so sehr darum geht, auf jeden Fall Religion auch auszuklammern. Also ich glaube darum, also das, was wir sozusagen irgendwie christozentrisch als Religion verstehen, das auszuklammern, aber es geht darum, das nicht als einzigen Aspekt der eigenen Identität zu betrachten. Und eben, sondern stattdessen eben zu zeigen, dass jüdisch sein, muslimisch sein eben sehr viel mehr ist, als das, was in einer Moschee oder in der Synagoge stattfindet. Und ja, Und eben auch deutlich zu machen, dass diese Alltagserfahrungen, die Musliminnen, Jüdinnen und Juden machen, dass die sich unterscheiden zum Teil auch von den von einer wie auch immer definierten Mehrheitsgesellschaften. Das finde ich sehr interessant. Und ich glaube, dass man da auch sehr viel kennen kann, wie sozusagen Deutschland sich, ich sage jetzt mal, kulturell auch verändert. Ich finde das total schön. Also ich finde das voll bunt und cool und finde das auch wichtig, weil man eben Veränderungen auch nur meiner Meinung nach bewirken kann, wenn andere Leute sozusagen auch in die Position kommen, das zu tun. Du hast ja jetzt schon gesagt, dass die auch noch meistens oder größtens finanziert sind durch staatliche Gelder. Und jetzt frage ich mich einerseits, wie ist das so für die? Also haben die darüber gesprochen, wie finden die das so? Vielleicht finden die es ja auch total unwichtig, aber vielleicht ist die noch sehr wichtig. Und ich frage mich auch, welche Rolle spielt denn Religion überhaupt in den Festivals? Kommt das wirklich gar nicht vor oder wenig oder ganz so marginal nur? Oder gibt es da irgendwie, bist du ja auch eine Religionswissenschaftlerin? Ich dachte, frag doch mal spezifisch mit der Religion. Ja, also wie gesagt, du hast mich ja auch gerade gefragt, ob das ein Reclaiming ist von der Identität. Und ich würde eben sagen, also ich habe da wahrscheinlich gerade nicht richtig drauf geantwortet, aber auf jeden Fall ist das ein Reclaiming und auch ein bisschen eine Neudefinition. Also was Religion eben ist, ist eben nicht nur, ich gehe in die Moschee, ich gehe in die Synagoge und ich bete zu Hause, wie auch immer. Sondern Religion ist eben auch dieses Kulturelle. Also auch wenn man sich die Geschichte von den Religionsgemeinschaften anschaut, gerade das Judentum zum Beispiel, das war nie nur, was wir als eine privatisierte Religion verstehen. Sondern das war sehr lange Zeit gar nicht so stark getrennt von, weiß ich nicht, restlichen Gesellschaft, von Politik und so weiter. Das hat eigentlich erst so mit der Aufklärung begonnen. Da gab es eine Bewegung innerhalb des Judentums und ich denke, dass man sich daran auch so ein bisschen, also man bezieht sich jetzt nicht direkt da drauf, aber im Grunde ist das so ein bisschen nochmal so ein. Ja, also nochmal so ein bisschen zu wehrsetzen auch gegen eben einen Religionsbegriff, der das so ganz krass auf etwas Privatisiertes nur bezieht. Und deshalb geht es um Religion. Also es heißt ja auch jüdisch und muslimisch ganz dezidiert, ohne dass es jetzt aber eben um Gebete geht, um religiöse Inhalte. Da wird jetzt nicht der Koran oder die Tora oder so diskutiert, sondern es wird halt eben diskutiert, was heißt es, muslimischer, schwuler Mann zu sein in Deutschland oder was heißt es, als Künstlerin mit Kopftuch aufzutreten und so weiter. Und das ist für diese Menschen auch Teil eben ihrer religiösen, kulturellen, was auch immer, muslimischen, jüdischen Identität. Und zu deiner zweiten Frage zum Start. Ja, das wird thematisiert und das ist tatsächlich ein sehr spannender Punkt, auch in meiner Forschung gewesen, weil das zum Teil sehr ambivalent ist. Also auf diesen Festivals wird immer wieder auch Kritik geäußert an der Integrationspolitik, gerade in Bezug auf den Islam, aber auch in Bezug auf diese Vereinnahmung, die zum Teil stattfindet, was jüdische Menschen in Deutschland betrifft. Also wir haben ja hier eine sehr starke Erinnerungskultur mit dem Hintergrund der Shoah und dieses Thema, davon fühlen sich manche Jüdinnen und Juden nicht entdeckt. Adäquat repräsentiert davon. Also sie haben den Eindruck, dass sie da auf so einen Opferstatus reduziert werden und insofern wird auch immer wieder Kritik geäußert, auch an diesem Konzept der Staatsräson und so weiter. Und das ist irgendwie so die eine Komponente und eben auf der anderen Seite kooperiert man sehr offensichtlich auch mit staatlichen AkteurInnen und zum Teil wird das, also ist das wirklich eine Dissonanz, also ein richtiger Konflikt, der dann auch thematisiert wird. Also zum Beispiel auf dem einen Festival hieß es dann auf der Bühne, ja, irgendwie man findet diesen ganzen Diversity-Quatsch total nervig. Man findet das irgendwie, dass man in jeden Antrag irgendwie reinschreiben muss, dass man irgendwas mit Vielfalt macht und da irgendwie findet man das eigentlich leeres Geschwätz so. Aber auf der anderen Seite wird dann auch gesagt, naja, aber ich weiß auch, dass ich hier gerade vom Gemeinderat finanziert werde. Meine eigene Stelle sozusagen. Und deshalb ist das eine wirklich ambivalente Sache und ist eben, gerade auch aus dem Grund, fand ich das eben auch so spannend, also was eigentlich das so genau bedeutet über das Verhältnis von Religion und Politik, wenn eben, ja, so quasi eine Stadt sehr stark beteiligt ist, auch an der Organisation, zum Teil auch Initiator ist von so einem Festival. Also zum Teil war das wirklich auch in Kooperation mit städtischen Akteuren entstanden. Und auf der anderen Seite aber irgendwie man sich ja doch auch sehr zu wehr setzt gegen die Strukturen, die da sind. Das ist so ein bisschen, ja, eine ganz spannende Sache. Ja, total, total spannend. Gleich noch so zum Abschluss zu diesem Thema würde ich mich noch interessieren dafür, welche Reaktionen gibt es also darauf von außen, also von Leuten, die nicht Teil dieser Bündnisse sind und so. Also ich weiß nicht, ob du das angeschaut hast oder ob das irgendwie nicht relevant ist in deiner Forschung, aber wie sozusagen reagiert zum Beispiel die Stadt darauf oder reagieren andere große Akteure irgendwie? Zum Beispiel Kirchen auf diese Festivals, interagieren wie viel, sind die GästInnen. Also das ist tatsächlich eine Frage, die ich mir nicht so im Großen angucken konnte, weil eben eine Rezeption oder auch eine Wirkung oder ein Effekt von Dingen meistens verlangt, dass man ja so eine richtig Langzeitstudie macht. Verstand. Was ich allerdings sagen kann, ist, dass da gelegentlich darüber auch berichtet wird in Tageszeitungen und dass gerade da, wo die Stadt sehr eng kooperiert mit dem Festivalteam, natürlich auch, also die Stadt zum Beispiel das dann auch ankündigt, darüber berichtet zum Teil auch, auch zum Teil städtische Akteure anwesend sind und so weiter. Zum Teil das vielleicht auch ein bisschen unter ihre eigene Sprache packt. Also die Stadt kann sich dann auch als divers darstellen. Das ist dann eine besonders weltoffene Stadt und so weiter. Damit wird ja auch wieder eine bestimmte Zielgruppe angesprochen. Aber tatsächlich war mein Eindruck von diesen Festivals, dass es oft eine sehr spezifische Zielgruppe anspricht, die sowieso schon eine Nähe zu diesen Themen hat, vielleicht auch schon vertraut ist mit diesen Themen, zum Beispiel irgendwie antirassistisch eingestellt ist oder antirassistische Inhalte verfolgt oder irgendwie eine Nähe hat zu diesen Communities. Und dass die dann anwesend sind und es aber darüber hinaus gar nicht so viele Menschen dann am Endeffekt erreicht. Und es zum Teil auch gar nicht um ihn gewünscht ist. Also es ist tatsächlich auch ganz spannend, dass dann irgendwie, man möchte ja auch ein bisschen das noch so als eine Art safer, safe space auch betrachten, wo man eben diese Inhalte auch besprechen kann, ohne dass jemand stört, ohne dass jemand da reinkommt mit so einer Antipathie oder irgendwie mit antirassistischen oder antisemitischen Parolen. Parolen, ja. Oder mit rassistischen und antisemitischen Parolen natürlich. Genau, aber deshalb ist, würde ich sagen, die Reichweite von diesen Festivals, was jetzt die Personengruppen betrifft, jetzt nicht so groß. Aber ja, also ich würde aber sagen, innerhalb der jüdischen und der muslimischen Community erreicht man dann aber eben eine Gruppe, die, oder bestärkt auch eine Gruppe, die ähnliche Ansichten verfolgt. Oder die ähnliche Ansichten hat und die ähnliche Ziele verfolgt. Ja. Genau. Genau. Spannend. Religiöse VIPs. Wir besprechen heute einen religiösen VIP, den du uns mitgebracht hast. Wer ist das denn? Ja, ich habe Max Tonnig mitgebracht. Aha, den kenne ich damit vom Namen. Ja, den kennt man schon über Instagram oder der war auch manchmal in den Medien drin. Das ist ein junger Mensch, Publizist, Lyriker, Autor, der 1987 in Ost-Berlin geboren wurde. Und von sich reden gemacht hat, vor allem unter dem Begriff der Desintegration. Was bedeutet das denn? Das finde ich sehr intriguing. Ja, die Desintegration richtet sich, wie man so annehmen kann, gegen Integrationsdiskurse. Das heißt so diese Vorstellung, dass gewisse Gruppen erst Teil von der Gesellschaft gemacht werden müssen, dass sie da irgendwie erst eine Leistung erbringen müssen oder sich irgendwie anpassen müssen. Und er, also das kennt man ja vor allem so in Bezug auf Musliminnen in Deutschland, Und er bezieht das aber auch auf die jüdische Bevölkerung, weil er selber ist nämlich jüdisch. Darum gab es eine Diskussion, darauf gehe ich jetzt nicht weiter ein. Wer das rausfinden möchte, sollte mal Maxim Biller und Max Czolle googeln, was da so los war. Aber eben er selber versteht sich als Jude und auch als linker Jude. Und er schreibt in einem Buch, Desintegration von 2018, glaube ich, eben darüber, dass auch Jüdinnen und Juden in Deutschland oft unter diesem Integrationsdiskurs gefasst werden. Allerdings ein bisschen anders. Wie denn? Genau, es geht um Erinnerungskultur und er zeigt auf zusammen oder anhand auch von einem Autoren, nämlich Michael Bodemann. Dass wenn es um die Schoah-Erinnerung in Deutschland geht, eigentlich ein Gedächtnistheater aufgeführt wird. Und das bedeutet, dass in diesen ganzen Gedenktagen, die wir so haben, ob sei das jetzt die Reichspogromnacht oder andere Tage, dass da ein Schauspiel aufgeführt wird, das zeigen soll, dass Deutschland eigentlich geläutert ist. Also, dass Deutschland wieder gut ist. Und Jüdinnen und Juden, So Czollek und auch Bodemann sind darin nur Statisten. Und sie können auch hier nicht selber definieren, wer sie sein möchten, sondern sie müssen quasi die guten Juden spielen, die braven Juden, diejenigen, die sozusagen Zeugnis ablegen darüber, dass Deutschland wieder gut ist. Und mit dem Begriff der Desintegration wendet er sich sozusagen an seine eigene jüdische Community und sagt, Leute, spielt da nicht mit. Ja, seid AkteurInnen selbst. Genau, seid nicht nur AkteurInnen selbst, sondern vor allem auch wehrt euch dagegen. Seid eben keine guten Juden. Also er spricht dann auch so davon, ich bin kein guter Jude. Ich bin sozusagen aufmüpfig oder sowas. Ich habe die genau Formulierung jetzt nicht. Aber genau, also es geht darum, dass das auch eine politische Bewegung im Endeffekt anregen soll. Und er ist insofern auch für mich wichtig, weil er ein wichtiger Wegbereiter aktueller jüdisch-muslimischer Bündnis ist. Weil er nämlich auch sagt, hey, wir müssen hier solidarisch sein miteinander. Also es gibt so ein Zitat auch von ihm in einem Interview, was er mal im Spiegel gegeben hat, Wo er so sagt, heute brennen vielleicht wieder die Moscheen, aber demnächst könnten das auch wieder die Synagogen sein. Und damit möchte er eben ausdrücken, was ja auch schon antirassistische AutorInnen zum Teil ausgedrückt haben, dass eben die Freiheit einzelner marginalisierter Gruppen immer von der Freiheit anderer marginalisierter Gruppen abhängt. Und eben deshalb wichtig ist, dass man mit anderen Gruppen wie MuslimInnen, aber auch Sintissa und Romnia solidarisch ist und gemeinsame Sachen macht. Spannend. Und er ist sozusagen so ein bisschen die Spokesperson, die so für diese Sachen einsteht und dann auch wirklich sehr medienwechsam ist. Ja, also ob der jetzt wirklich immer die Spokesperson ist, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall hat er eine große Öffentlichkeit bekommen. Er hat auch 2021, nein, 2020 digital ein Desintegration, ein. Die Tage der jüdisch-muslimischen Leitkultur, so hieß das. Aufgeführt zusammen mit dem Maxim-Gorki-Theater in Berlin. Und das hat damals schon auch ein paar Schlagzeilen gemacht. Und er ist eben auch mit seinen Büchern, die er geschrieben hat, immer mal wieder in den Medien. Aber ich würde das jetzt, also es gibt natürlich auch noch andere Akteure da in dem Feld. Aber ja, ich würde auf jeden Fall sagen, er ist ein wichtiger Wegbereiter und wird auch rezipiert. Zum Beispiel in meinen Bündnisten ist auch immer wieder zu Gast auf den Festivals, wo ich war. Und genau, ist für mich deshalb auch eine wichtige Figur. Ja, klar, wenn er das natürlich auch so theoretisiert oder zusammenbringt und einfach so eine Grundlage textuell schafft, ist das natürlich sehr hilfreich, sich darauf beziehen zu können. Ich habe ja mal Forschung gemacht zu jüdischen und muslimischen Menschen in Deutschland und ihren Räumen, also Synagogen und Moscheen. Und da haben die auch viel darüber gesprochen, dass es halt immer so ein bisschen so ist, man fühlt sich nicht so ganz richtig Teil davon, obwohl man irgendwie in der Stadt lebt. Man ist irgendwie Teil von dem Stadtgeschehen. Man hat auch ganz viele Dinge, die man ganz normal mit anderen Menschen macht, aber man ist trotzdem immer der oder die Jüdin. Immer die andere Person, diese andere Perspektive. Und Deutschland hat so ein ganz komisches Verhältnis zu denen. Das haben besonders die Mute in Leipzig gesagt, dass sie das ganz schwierig finden, dass ständig eben der Holocaust im Vordergrund steht und diese ganze Erinnerungskultur im Vordergrund steht und nie so wirklich das, was sie wirklich jetzt gerade machen. Auf jeden Fall. Und da ist eben auch spannend, also ich habe ja schon gesagt, Max Czellig wurde in Ostberlin geboren und ein total wichtiger Anteil daran oder wo eben die Absurdität irgendwie so deutlich wird, ist, dass der Großteil der in den deutschen Leben jüdischen Menschen eigentlich aus der ehemaligen Sowjetunion kam. Also 1990 mit dem Fall der Sowjetunion gab es ein Abkommen, erst in der DDR, dann später in ganz Deutschland, dass jüdische Menschen aus der Sowjetunion nach Deutschland kommen können, ohne dass sie in Asylverfahren durchlaufen müssen. Und die Voraussetzung dafür war aber, dass sie Teil werden von einer jüdischen Gemeinde. Und die Idee dahinter war im Grunde eine Revitalisierung des jüdischen Lebens in Deutschland auch beizuführen. Also das war dann sozusagen wie so ein Abkommen, dass man eben sagt, okay, wir geben euch hier, ihr könnt hierher kommen, aber ihr müsst dafür auch sorgen, dass die jüdische Gemeinde wieder floriert und was daran so absurd ist, ist, dass Viele von den Jüdinnen und Juden, die in der Sowjetunion waren, die haben ihre Religion gar nicht groß gelebt, weil das halt auch in der Sowjetunion nicht so machbar war. Also Religion ist da ja repressiv behandelt worden. Und insofern konnten die auch oft mit den Gemeindeleben, was dann hier in Deutschland war, gar nicht so viel anfangen. Abgesehen davon, dass die auch eine ganz andere Erinnerungskultur hatten. Also für die war 1945 der Sieg. Und zwar der Sowjetunion über Nazi-Deutschland und gar nicht so stark dieses ganze aufgeladene, also einfach ein ganz anderes Gefühl. Und insofern, ja, es ist allein schon deshalb irgendwie so ein bisschen absurd auch, dass die sozusagen Repräsentanten auch sein sollten eines revitalisierten Judentums und eben nicht eine eigenständige jüdische oder wie auch immer Kultur mitbringen. Genau, ja. Und das war auch oft, also habe ich in der Forschung in Leipzig erlebt, dass mir gesagt wurde vom Rabbi damals, dass die Leute gar nicht so genau wissen, was man eigentlich so macht in der Synagoge und dann irgendetwas gemacht haben. Und eigentlich haben die halt da gechillt und Gemeinschaft gehabt, Community gehabt. Das war auch toll für die. Aber zum Beispiel wurde dann irgendwie von außen erwartet, dass sie halt so besondere jüdische Bräuche machen, die ihnen aber gar nicht wichtig waren. Ja, das war im Grunde auch eine soziale Integration vor allem. Es geht irgendwie darum, Anschluss zu suchen. Und das Problem war auch, wie es ja vielen Geflüchteten so geht, die werden ja einfach verteilt. Also auch die jüdischen Kontingentgeflüchteten, so wie die hießen, wurden einfach auf verschiedene Orte verteilt und waren dann zum Teil auch irgendwo in der Pampa und wussten auch da nichts zurechtzufinden. Sprachen auch nicht Deutsch oder so. Und da war dann einfach die Synagogengemeinde der einzige Ort, wo sie irgendwie Anschluss fanden. Und, Was halt auch echt krass ist, finde ich, und nochmal sehr irgendwie zeigt, wie absurd diese ganze Geschichte ist. Total viele von diesen jüdischen Kontingentgeflüchteten sind von Altersarmut heute betroffen, weil sie eben oft nicht richtig Anschluss gefunden haben, weil sie auch nicht Arbeit finden konnten, obwohl viele eigentlich auch hochverdient, also Hochverdiener waren. Aber dadurch, dass sie halt irgendwo auf dem Land dann lebten, war es dann auch schwierig für sie irgendwie langfristig in Jobs zu kommen. Und ich finde, das zeigt auch nochmal so, wie wenig die tatsächlichen Jüdinnen und Juden dann in Deutschland irgendwie eine Wertschätzung erhalten. Wenn sie da zwar kommen sollten und irgendwie deutlich machen sollten, ah, jetzt leben wieder 200.000 Juden in Deutschland, aber eigentlich kümmert sich niemand um die oder nimmt die wirklich ernst. Ja, es wirkt so ein bisschen absurd und ich weiß jetzt nicht, ob das die Erfahrung von vielen jüdischen Menschen ist, aber die zumindest, die ich interviewt habe, haben mir oft gesagt, es geht nie um uns. Es geht immer um das, was wir sozusagen ausdrücken wollen und die Symbolik unserer Existenz. Ganz genau, ja. Und Max Schollig ist eben jemand, der da sehr deutlich drauf hinweist und aktivistisch da tätig ist. Ja. Wie wichtig ist Ihnen denn Religion? Das frage ich mich jetzt auch, weil ich habe das Gefühl, da gibt es total, also das ist einfach spannend, finde ich. Für manche jüdischen Menschen ist das ja gar nicht so relevant. Für manche ist das total wichtig. Es kommt ja total ausraten, wie man darüber spricht. Das ist ja bei allen anderen Religionen auch so. Aber spielt die Religionsausübung und ich sage jetzt mal, der ganz so komplex ist für ihn eine große Rolle auch in seinen Arbeiten? Oder ist das eher was, was für ihn schon mit Ethnie zu tun hat? Also er spricht eigentlich, also soweit ich weiß, wenig darüber, was er jetzt, wie inwiefern er selber religiös ist. Ich denke eigentlich, dass er sich eher als ein säkularer Jude versteht. Was ja für viele Jüdinnen gar kein Widerspruch ist. Also sie sind trotzdem jüdisch. Ich soll gerade sagen, ja. Und da, also warum er vielleicht auch innerhalb von einer jüdischen Gemeinde jetzt wahrscheinlich gar nicht so aktiv ist, liegt auch daran, dass tatsächlich sein Status als Jude innerhalb der jüdischen Gemeinschaft ein bisschen umstritten ist. Das war diese Diskussion, die ich vorhin angesprochen hatte, weil nämlich, also im Judentum ist es ja eigentlich so, wenn man nach der Halachah geht. So das, was man sozusagen an Rechtsvorschriften aus den verschiedenen Schriften herausarbeiten kann, das ist die Halacha, dass nur diejenigen jüdisch sind, deren Mutter jüdisch ist. Und Max Czolleck hat tatsächlich nur einen jüdischen, in Anführungszeichen nur, einen jüdischen Großvater. Und deshalb wird er gerade in Orthodoxen und zum Teil auch in Conservative, also es gibt ja verschiedene Denominationen im Judentum, und in den konservativeren Judentum-Denominationen würde er gar nicht als Jude anerkannt. Da müsste er sozusagen erst noch konvertieren, absurderweise. Um dann Teil einer jüdischen Gemeinschaft zu sein. Ach ja. Und ich weiß nicht, also darüber schreibt er glaube ich nicht viel. Nee, das finde ich auch spannend. Wir erinnern uns halt eben viel mehr als so die Praxis, die Praktiken, die man in einer Synagoge oder in der Kirche oder in der Faschee oder zu Hause vielleicht führt. Auf jeden Fall. Und es ist halt irgendwie auch nicht so sein Thema. Also ich glaube für ihn ist halt eben diese politische Komponente sozusagen auch Lebensinhalt. Ja. Ja, Mareike, ich würde sagen, vielen, vielen Dank, dass du uns mitgenommen hast in deinem Forschungsthema. Ja, hat mich sehr gefreut. Ja, sehr, sehr spannend und ich freue mich schon sehr darauf, noch mehr darüber zu lesen und noch mehr darüber zu sprechen. Ja, stay tuned, hoffentlich nächstes Jahr irgendwann. Ja, auf jeden Fall. Wir warten alle darauf. Und es war sehr, sehr cool. Ja, also liebe Dunja, ich habe ja anfangs schon gesagt, dass eines meiner Highlights aus Taiwan, dass ich darauf noch zu sprechen komme und das würde ich jetzt ganz gerne machen. Ich habe mir nämlich Halfmoon-Blocks gekauft und die habe ich kennengelernt in, also genau ganz kurz Taiwan. Kurze Mini-Info über die religiöse Landschaft in Taiwan, also in Taiwan und vor allen Dingen, ich war jetzt in Taipei. Okay, das ist eine Stadt, die ist in etwa so groß wie Berlin. Das ist die Hauptstadt von Taiwan. Je nachdem, wenn man fragt, Taiwan als Region von China oder als eigenständiges Land, das ist ja ein politischer Konflikt, der nach wie vor... Genau, nach wie vor läuft. Und die Geschichte von Taiwan ist, dass es, also Taiwan wurde ja mehrfach im Laufe der Zeit kolonialisiert, unter anderem von China und dabei auch von Japan. Und in Taiwan oder zumindest in Taipei ist vor allen Dingen eine Mischung aus chinesischem Buddhismus und Taoismus sehr präsent. Und es gibt in Taiwan oder in Taipei über 300 Tempel. Also es ist wirklich unglaublich, wie viele Tempel es in dieser Stadt gibt. Überlegt euch das mal, 300 Tempel in einer Stadt, die ungefähr so groß ist wie Berlin. Es ist eine große Stadt, aber trotzdem wirklich und dann auch wirklich riesige Gebäude. So und was dort eben, ich habe eine wundervolle Führung mitgemacht. Ich kann das auch sehr empfehlen für die Leute, die mal nach Taipei reisen. Tour me away. Macht unbedingt diese Stadtführung mit und dann guckt euch mal, macht die Tempelführung mit. Und was es dort nämlich gibt, sind nämlich diese Halfmoon-Blocks. Also das sind so zwei... Diese rote Holzsteinchen, die sehen jeweils aus wie Halbmonde und die werden im Tempel geworfen und es ist ein Divinationswerkzeug. Das heißt, es geht darum, dass man eine Ja oder Nein-Frage beantwortet bekommt. Und je nachdem, wie diese Steine dann eben auf dem Boden landen oder eben auf dem Tempelboden landen oder wo auch immer man sie hinschmeißt. Kriegt man eben eine Antwort Ja oder Nein. Das heißt, wenn jetzt, also die sind von vorne, oben sind die so ein bisschen ründlich und auf der anderen Seite sind die glatt. Und jetzt ist es so, wenn ein runder und ein glatter Teil nach oben zeigt, dann ist die Antwort Ja. Wenn zwei glatte nach oben zeigen, heißt es Versuch's nochmal. Und wenn zwei runde nach oben zeigen, heißt es Nein. Und was ich total spannend finde, ist, dass jetzt statistisch gesehen die Wahrscheinlichkeit, dass Ja kommt, 50 Prozent ist. Also das ist die höchste Wahrscheinlichkeit. Und dann gibt es ja immer noch die Möglichkeit, versuch es nochmal. Und das heißt, dass ein eindeutiges Nein rauskommt, ist halt am unwahrscheinlichsten. Fand ich sehr interessant. Die waren dann also so geworfen und ich habe jetzt gerade geworfen, ich habe jetzt tatsächlich ein Hell No bekommen. Pass auf, ich habe dann den Guide gefragt, liebe Grüße gehen raus an Leo, den Guide von Tour Me Away. Also kann man das jetzt einfach zu Hause machen, jetzt im Glauben des taoistisch-buddhistischen Tempels in dem wir waren? Und hat er mir erklärt, nein, darf man nicht einfach machen, weil man muss ja immer irgendeine Form von Wesenheit in diese Frage involvieren. Und das heißt normalerweise dann die wichtigste Gottheit, die in dem Tempel verehrt wird. Was ich total spannend fand, ich war auch auf einem taiwanesischen Friedhof. Die meisten Ahnen werden dort verbrannt und in einem riesengroßen Gebäude bestattet. Und jedes, jeder, also das war ein Gebäude, das hatte glaube ich 25 Stockwerke. Es war einfach, ich weiß nicht, ob ich jemals in so einem großen Gebäude drin war. Und jede Etage hatte ein anderes Thema. Also es war wirklich total ästhetisch, total beeindruckend. Und dort habe ich aber auch ganz viele Leute gesehen, die diesen Moonstones vor dem Grab ihrer Ahnen saßen und die auch geworfen haben. Das heißt, man kann auch dann die Ahnen befragen. Soll ich das und jenes machen? Ist das eine gute Entscheidung oder nicht? Das fand ich super spannend. Jedenfalls hat mir dann Leo erklärt. Naja, und ich habe ihm nämlich vorher erzählt, ich habe nämlich so ein, Okay, kurzer Exkurs. Ich habe ein bisschen so ein Ding, dass ich ganz oft, wenn ich in neue Länder reise, dass ich mir Tassen kaufe. Ist ein bisschen so ein Sammelfimmel, sehr zum Leidwesen meines Ehemanns. Und so habe ich eben auch, ich zeige dir gerade hier, Dunja kann die jetzt sehen, habe ich zwei Tassen gekauft. Richtig Touri-mäßig bei Starbucks. Und das ist die Taiwan Edition. Und in Starbucks Taiwan verkauft nämlich Tassen, die im Design sind von den wichtigen lokalen Gottheiten. Oh, wie geil. Genau. Und das eine hier ist nämlich Thudidong, der tatsächlich auch auf vielen Friedhöfen zu sehen, aber auch ganz, ganz vielen lokalen Tempeln zu sehen war. Und das wird oft als so der Urgroßvater, spiritueller Urgroßvater verstanden. Und das soll ein Erdgott sein. Und der hat die Aufgabe, hat eine Verantwortung für die Nachbarschaft, für das Haus, für den Wohlstand und so. Und das ist irgendwie so, also deswegen auch auf Friedhöfen. Der ist die Community der Ahnen verwaltet, der halt. Und das ist also Chudidong, das sieht aus. Hier diese Starbucks-Tasse ist so ein alter, also sie hat einen weißen Bart und weiße Augenbrauen und so ein süßes. Also ich finde, es sieht ganz goldig aus natürlich. Starbucks macht es natürlich total süß und hat irgendwie so einen braunen Anzug an. Und das andere ist die Lieblingsgöttin von Taiwan. Das ist Masu. Und Masu ist tatsächlich, also historisch gesehen, und das wurde mir auch erklärt, viele der taoistischen Gottheiten sind historische Persönlichkeiten, die dann sakralisiert wurden. Und Masu war tatsächlich ein kleines Mädchen, das. Dass der Müthe nach dafür gesorgt hat, dass ihr Vater und ihr Bruder von einer, nach einem Sturm wieder sicher nach Hause gekommen sind, die ihm am Strand lang gelaufen ist und dafür irgendwie den Segen quasi bereitgestellt hat. Und Masu ist eben, also Taiwan ist ja eine Insel und das ist natürlich runter um Meer und das ist eine der wichtigsten und beliebtesten Gottheiten in Taipei und ist auch so ein bisschen die, also sagt man, auch die Göttin der Reise eben, wegen Reisen auf dem Wasser und so weiter. Also diese beiden Tassen hatte ich mir gekauft, hatte ich ihm vorher gezeigt. Wir hatten irgendwie darüber gesprochen. Und dann meinte er zu mir, Du kannst diese Moonstones nur werfen, wenn auch eine Gottheit da ist. Also du kannst sie jetzt nicht einfach werfen, das bringt ja nichts, weil du brauchst ja die Antwort von jemandem. Das heißt, du musst das involvieren in eine religiöse Praxis mit Wesenheiten. Und dann meint er zu mir, aber du hast doch die zwei Tassen gekauft. Du hast doch jetzt zwei Götter. Du kannst jetzt diese Tassen hinstellen. Und dann quasi die halt ansprechen und so weiter. Und dann diese Moonstones schmeißen. Und dann würden diese, also man müsste sich dann wahrscheinlich entscheiden, wen man jetzt genau fragt. Und dann eben würde man eine Ja-und-Nein-Frage bekommen. Das ist, genau, das ist die Story zu den Moonstones. Wie cool. Fand ich total süß. Dass es aber auch von den Tassen her geht, das hätte ich jetzt nicht erwartet. Ja, das fand ich auch total spannend, dass es jetzt nicht irgendwie sein muss. Es muss jetzt kein irgendwie speziell geweihter Tempel sein, sondern man kann sich einfach diese Starbucks-Tassen hinstellen. Also wie praktisch auch, wie pragmatisch. Fand ich auch total geil. Du, dann stell dir einfach gerade die Tassen hin und dann wirf deine Steine. Fertig. Aber das sagt wieder so viel aus. Ich mache ja auch Forschung über Bilder und Anna, unsere Kollegin hier von Rimmert, auch mit Podcasterin, macht auch so viel Bildforschung. Und das macht aber voll Sinn, weil die Bildnisse haben ja dann eine höhere Bedeutung, als man denkt, die Tasse ist ja sozusagen als Bildnis gestaltet von den Gottheiten. Mega spannend. Ja, super interessant. Ach krass. Ach, wie witzig. Geil. Und die Munsters sehen richtig schön aus. Ja, die sind süß. Ich weiß auch nicht, ob ich jetzt wirklich daraus trinken werde. Also allein schon, weil ich die glaube ich nicht in die Küche stelle und habe, die sehen ein bisschen kitschig aus. Die sind sehr cool. Ja, ich finde die auch süß. Hey, gute Idee. Vielleicht nehme ich sie wieder ins Büro. In jedem Fall eine Sache noch. Letzter Funfact über die Moonstones. Und zwar, er hat mir erklärt, oder hat uns der Reisegruppe erklärt, wenn man jetzt diese Steine schmeißt und man kriegt ein Nein. Ja, das heißt nicht, dass einfach nein ist und dann muss man seine Frage spezifizieren. Meine Schwester hat mir das auch erzählt, die hat einen kennengelernt, der hat ein Restaurant eröffnet. Das Bierhaus, auf Deutsch übersetzt, das ist im Endeffekt ein Restaurant, so ein traditionell taiwanesisches Essen. Und der hat erzählt, er hat auch die Götter gefragt mit den Moonstones, soll er ein Restaurant eröffnen? Antwort war nein. Ich weiß leider jetzt nicht, welchen Gott er genau gefragt hat. Antwort war nein. Und dann hat er gefragt, okay, soll ich ein Restaurant in dieser Straße eröffnen? Antwort war nein. Und dann hat er gefragt, soll ich ein Restaurant in dieser Straße eröffnen mit meiner Frau zusammen? Antwort war ja. Und dann hat er das gemacht. Ach, wie witzig. Und das finde ich auch mega interessant zum Thema, wie ist diese Fragepraxis? Also einfach ein Nein heißt nicht einfach, ich frage jetzt nie wieder nach, sondern stelle die Frage wirklich so präzise oder präziser, damit du, ja oder, also genau. Und wenn man sich jetzt mal klar macht, dass es eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit für ein Ja gibt. Und wenn ich halt nur sechsmal frage, das ist schon spannend auch. Das ist sehr spannend. Genau, also das sind auf jeden Fall die Moonstones, die Taiwan benutzt werden, um Antworten zu bekommen von Gottheiten und von Ahnen. Ja, vielen Dank, dass du uns das mitgebracht hast. Das ist wirklich cool. Das habe ich auch noch nie gehört vorher. Naja, super, super spannend. Ich finde, das ist ein schöner Abschluss für diese Folge, die ja sehr durchzogen war von verschiedenen Themen. Wir sind gereist von Japan nach Amerika, nach Deutschland zurück mit den muslimischen Bündnissen, mit den muslimischen-schiedischen Bündnissen, mit Mareike und jetzt nochmal nach Taiwan. Also sehr, sehr cool. Unsere Reisefolge. Ja, und in Bali waren wir auch noch ein bisschen. In Bali waren wir auch noch. Das war auf jeden Fall, genau, einmal um die Welt im Sommer. Das ist, glaube ich, auch, vielleicht ist das der Titel der Folge. Ja, finde ich auch. So was in die Richtung. Genau. Okay, prima. Vielen Dank. Und wir sehen uns bei der nächsten Folge, würde ich sagen. Danke auch nochmal an Mareike, dass du dabei warst. Das war sehr schön. Vielen Dank, Mareike. Genau, und dann bis zum nächsten Mal. Tschaui. Tschüss. Wonderland ist eine Kooperation zwischen Schöner Glauben und Remit e.V. Wir von remit.tv setzen uns für transparente und wissenschaftlich fundierte Informationsvermittlungen zu verschiedenen Religionen ein. Wir engagieren uns als Netzwerk dafür, religionswissenschaftliche Perspektiven in die Gesellschaft zu bringen. Werde Mitglied bei uns unter remit.de slash Verein-Mitglied oder unterstütze unsere ehrenamtliche Arbeit unter remit.de slash spenden.