Hey Leute, vielen Dank, dass ihr wieder eingeschaltet habt bei Schöner Glauben. Wir möchten progressive Stimmen zusammenführen, einander empowern und uns für mehr Solidarität einsetzen. Glaube in schön also. Wenn du mehr wissen oder uns unterstützen willst, findest du alle Infos auf schönerglauben.jetzt. Dann aber hallo zusammen. Mein Name ist Jason und ihr seid bei Schöner Glauben. Heute sprechen Marie und ich zusammen. Grüß dich Marie. Hi. Hi. Ja, ganz spontan, aber heute Abend war das wirklich nötig, dass wir uns treffen, würde ich sagen. Ich denke auch. Heute ist was passiert und zwar ist bekannt geworden, dass Charlie Kirk erschossen worden ist. Der war offenbar auf einer Veranstaltung, wie er das häufig macht, wo er vor tausenden Menschen sitzt und dann mit den Menschen ins Gespräch kommt und diskutiert. War, ich meine es war in Utah sogar und dann gibt es verschiedene Handy-Videos oder andere Aufnahmen, wo man eben sieht, dass er dann wo er gerade zum Thema befragt worden ist wie viele Attentate es durch Trans-Personen gibt und dann hat er wohl gesagt, ja zu viele und das war wohl das letzte, was da kommuniziert worden ist und dann ist er von einem Sniper aus mehreren aus einer weiteren Entfernung erschossen worden, ein Halsschuss und dann tatsächlich wenige Zeit später im Krankenhaus dann gestorben, so wie ich gehört habe. Besonders war, dass Charlie Kirk, kann man sagen, ein enger Verbündeter von Donald Trump war. Donald Trump hat auch ein recht emotionales Statement gegeben, hat den Tod auf seiner eigenen Social Media Plattform Truth Social bekannt gegeben. Und dann auch ein Pressestatement öffentlich aus dem Oval Office gegeben, was sehr, sehr hoch aufgehangen ist. Also fast wie so eine Art, ja, Mit Staatstragödie, also wirklich mit allen Ehren fast, kann man sagen, dass er da bedacht wird. Genau, Charlie Kirk war ein früher Unterstützer von Donald Trump und ist bekannt geworden unter anderem durch eine Jugendorganisation. Man sagt, er hat in der Studienzeit, hat er sich sehr, sehr schnell aufgeregt darüber, wie an den Unis das so läuft, mit, wie er fand, linken Professoren. Und dann hat er eine Organisation gegründet, Turning Point USA. Und so wie ich das verstanden habe, muss das eine Plattform gewesen sein, wo man Dozierende oder ProfessorInnen anschwärzen konnte, sagen konnte, ja, die haben aber hier irgendwie eine zu radikale Ansicht. Später hat er dann sehr stark durch Social Media Auftritte, hat er von sich Reden gemacht. Und dann so ein bisschen in Kombi mit dieser Turning Point USA-Geschichte. Ist er sehr bekannt geworden, ist dann später auch ein sehr regelmäßiger Gast bei Fox News gewesen und deswegen ein sehr, sehr wichtiger Unterstützer für Donald Trump, was die Jugend angeht. Er ist im Grunde auch bei YouTube zum Beispiel bekannt geworden dadurch, dass er so diese Art hatte, dass er sagte, ja, ich möchte mit allen möglichen Leuten in Kontakt kommen, Und deswegen hat er auch so ein Format gehabt, Prove Me Wrong, wo er dann im Grunde ein Statement gebracht hat. Was weiß ich, es gibt nur zwei Geschlechter, Prove Me Wrong. Und dann ist er mit den Leuten ins Gespräch gekommen. Das Ganze ist gefilmt worden und dann auf Social Media hochgeladen worden. Und damit hat er auch so ein bisschen einen Trend gesetzt, gerade auch in der Corona-Zeit. Da ist er stark dann auch in die Richtung gegangen, sich sehr kritisch gegenüber Impfungen und sehr kritisch gegenüber Corona-Maßnahmen zu äußern. Und genau, da muss man noch sagen, er ist ein Christ gewesen, hat sich als Christ verstanden, war der christlichen Rechten sehr aufgeschlossen, also hat da alles unterstützt, was da im MAGA-Camp, also in den Trump-Supportern unterwegs war. Hat viele konservative Positionen gehabt, aber man sagt ihm nach. Heute war zum Beispiel bei Paul Ronsheimer im Podcast, wurde es nochmal deutlich gemacht. Er gilt als jemand, der eben nicht den Diskurs gescheut hat, sondern ganz besonders eben die Kontroverse auch mit Menschen gesucht hat, die nicht seiner Meinung waren. Was natürlich auch, sag ich mal, eine clevere Strategie ist, um möglichst viel Reichweite zu erzielen. Genau. Das vielleicht mal so als erste Einordnung. Marie, was ist denn dein Zugang? Ja, ich muss ja sagen, ich erforsche fundamentalistische und rechtspopulistische InfluencerInnen auf Instagram. Und da war heute Morgen natürlich einiges los, als ich dann geschaut habe, was die lieben Damen und Herren denn so in ihren Storys gepostet haben. Das war das erste Mal, dass ich von dem ganzen Vorfall erfahren habe. Wir haben ein bisschen Zeitverschiebung zu den USA und habe dann als allererstes gesehen, wie Liebe zur Bibel diesen Post, diese Bekanntgabe von Donald Trump von Truth Social in ihrer Story geteilt hat. Und ich finde allein diese Bekanntgabe, diese Tatsache, dass Donald Trump den Tod bekannt gibt, nicht die Frau oder das Management von Kirk, sondern der Präsident höchstpersönlich, das zeigt ja, wie wichtig Kirk für Trump war und wie eng diese Beziehung dann auch gewesen ist. Vielleicht unterstreichen wir das nochmal. Die Organisation Turning Point USA, die er gegründet hat als 18-Jähriger übrigens, wo er schon mehr oder weniger die Uni an den Nagel gehängt hatte. Die gilt sozusagen als die größte Unterstützungsplattform für junge Menschen für rechtspopulistische oder rechte Ansichten in den USA und eben auch die Republikaner. Das heißt, diese Verbindung von christlich und nationalistisch und den Republikanern in den USA, das ist natürlich das, was auch bei ganz vielen christlichen InfluencerInnen aus der King Bubble sozusagen gezogen hat. Und das dauerte nicht lange. Da hatten alle großen Namen, die wir so kennen, ja etwas dazu gepostet. Und das habe ich heute Morgen so ein bisschen verfolgt. Und ja, da können wir heute auch gerne drüber sprechen. Genau. Ich habe auch ein paar Kommentare und Beiträge rausgesucht. Das machen wir so ein bisschen im Ping-Pong-Style und geben da so unseren Senf ab. Ich würde vielleicht mal anfangen mit einem von Johannes Treiche. Der hat auf Facebook einen Beitrag geschrieben. Ich lese den kurz vor. Es gibt keine Entschuldigung, Relativierung oder Ausreden für einen Mord. Keine. Egal, ob die politische Überzeugung einem einleuchtet, man sie ablehnt oder feiert, die Saat der Gewalt im politischen Diskurs oder eher Streit, teils fast schon verbaler Krieg, ist in der USA an einem Mord geendet. Es ist Wahnsinn, wie die Eskalation hier abgeht. Und ja, hier in dem Fall haben linke Großgeschriebenkreise ein Gewaltproblem. Ja, gibt natürlich auch Gewalt bei Rechten. Da haben wir zu Recht einen Aufschrei, aber das wäre heute einen Relativieren. Jetzt geht es um diesen Fall. Und wenn wir glauben, dass wir in Deutschland zivilisierter sind, acht Träumen weiter. Eine Abrüstung im politischen Streit ist dringend notwendig und da interessiert es mich nicht, welche Partei, wie an was heran, was gerade schuld ist. Kirk hinterlässt seine Frau und zwei Kinder. Das kann niemanden kalt lassen. Hast du deine erste Reaktion? Das sind natürlich große ethische Fragen, die jetzt hier aufgeworfen werden. Ist das in Ordnung, sich über den Tod von jemandem, dessen Meinung man nicht teilt, zu freuen oder auch vielleicht erleichtert zu sein, über den Tod einer Person, die ganz viele andere Personen doch abgewertet hat? Also das müssen wir ja auch ganz klar sagen. Ich glaube, man darf hier verschiedene Ebenen nicht vermischen. Also natürlich ist es eine Tragödie ganz persönlich für die Familie und für die Hinterbliebenen. Und dann haben wir diese politische Ebene, dass es in den USA immer mehr eskaliert und wir hier in Deutschland noch nicht so weit sind, aber ja, Betonung liegt auf dem noch. Naja, es hat auch politische Morde in nicht so allzu langer Zeit. Walter Lübcke, das ist schon auch hier angekommen. Aber wir haben nicht so ein großes Problem mit Waffengewalt, würde ich mal sagen. Das finde ich ja auch spannend. Da muss ich gerade auch noch von einem Posting erzählen, was ich gesehen habe. Da wurde nochmal daran erinnert, dass im Jahr 2023 Kirk gesagt hat, um das Second Amendment, also das Recht, eine Waffe zu besitzen, zu tragen, zu schützen, dass es in Ordnung sein, dass man den Kauf nehmen könnte, dass deswegen jährlich Menschen sterben. Und jetzt ist er ja heute selber Opfer von Waffengewalt geworden. Das löst so viele oder tritt so viele Debatten los und berührt so, so viele Themen. Ich weiß gar nicht, ob wir da heute überhaupt in der Folge komplett drüber sprechen können. Aber ich würde sagen, da muss man viel differenzierter drauf schauen. Mir leuchtet ein, und das finde ich an dem Beitrag von Johannes sinnvoll, das, was er hier macht, ist ja zu zeigen, es gibt da ein Gewaltpotenzial, was durch eine Eskalation in der Auseinandersetzung entsteht. Und das würde ich zu 100 Prozent unterstreichen. Ich würde sagen, das Problem dieser Eskalation ist die Polarisierung. Also, dass man eben nicht mehr in der Lage ist, einen Schritt auf die andere Seite oder auf Andersdenkende zuzumachen, sondern dass man am Ende sich nur noch als Gegner versteht und dann in so einer Konfliktleiter am Ende in so einem absoluten Auslöschungsmodus zustande kommt. Das ist, glaube ich, eine richtige Analyse, da würde ich ihm zustimmen. Ich würde auch zustimmen, dass man in so einem Moment Pietät an den Tag legen muss. Ja, also das auf jeden Fall. Ich habe ein bisschen eine Frage, ob das jetzt gerade ein Problem der Linken ist. Einfach deswegen, weil die Information zwar von verschiedenen Medien geteilt worden ist, aber de facto stand jetzt, also wir nehmen am 11. September um 20 Uhr und ein paar zerquetschte auf, bis jetzt ist noch kein Täter ermittelt. Also wir wissen es nicht. Ist es ein Verrückter? Ist es ein Linker? Man weiß es nicht, wer es ist. Also da wäre ich tatsächlich ein bisschen vorsichtig, da jetzt auf das linke Gewaltproblem zu diesem Zeitpunkt drauf zu zeigen. Ich würde allerdings sagen, ja, es gibt ein linkes Gewaltproblem, es gibt auch ein rechtes Gewaltproblem. Ich finde aber seinen Ansatz gerade schlauer oder besser weiterführender zu sagen, eigentlich ist das Problem eben nicht links oder rechts, sondern das Problem ist die Polarisierung und das Problem ist eben die Gewalttätigkeit in der Auseinandersetzung. Also eigentlich würde ich sagen, wenn er seinen Gedanken von oben konsequent zu Ende geht, Da müsste man eigentlich sagen, wir müssten jetzt gerade aufhören, in links und rechts zu denken, sondern wir müssten jetzt gerade eigentlich hingehen und müssten sagen, das, was wir brauchen, ist ein stärkeres Zueinanderfinden und eine Deeskalation der Sprache und eben das ist nicht ein Links-Rechts-Problem, sondern das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Auf jeden Fall. Aber weißt du, da würde ich dann noch anfügen, dass dieses Hochschaukeln und die Polarisierung, das kommt ja nicht von ungefähr. Auch Kirk ist ja jemand, der mit seinem Prove-Me-Wrong-Zelt und den Aussagen und auch den Videos, die er davon hochlädt, sehr stark polarisiert. Also ich persönlich halte das, was er da online teilt, nicht für einen offenen Dialog. Allein schon die Überschrift auf dem Zell, prove me wrong, also das musst du mir erstmal beweisen, beziehungsweise beweis doch mal, dass ich falsch liege, ist ja schon eine Attitude, mit der ich in so eine Diskussion reingehe, die ist ja nicht ergebnisoffen. Also da würde ich widersprechen und würde sagen, Kirk ist überhaupt nicht so offen in den Dialog gegangen, Wie manche Stimmen das jetzt nachhinein behaupten. Und da steckt schon so viel Gewalt oder Gewaltvolles in seiner Art zu kommunizieren und auch in seinen Inhalten drin, dass wir ja da wirklich über die Gewalt als Problem insgesamt und in der Kommunikation insgesamt in der politischen sprechen müssen. Das stimmt. Ich glaube, das ist halt so die Ironie des Schicksals, dass jemand, der an oder durch Polarisierung bekannt geworden ist, das mitbefeuert hat, jetzt selber Opfer dessen geworden ist. Ich glaube, es wäre sehr pietätlos jetzt zu sagen, er selber schuld. Das ist, also nicht, da hätte ich ein Problem mit. Und ich würde es anders formulieren. Ich würde sagen, dieser Fall muss uns gesamtgesellschaftlich eine Mahnung sein. Die Diskursart und Weise, die Diskursform zu mäßigen und dahin zu kommen, stärker einen zivilisierten, von der Sprache her weniger eskalierten Diskurs zu suchen. Auf jeden Fall. Mich haben dann auch die Videos so schockiert. Da wurden Menschen in den USA auf der Straße mit dieser Nachricht konfrontiert. Charlie Kirk wurde erschossen und haben dann sehr freudig reagiert. Und das wurde natürlich auch wieder sehr stark von den Republikanern dann instrumentalisiert. Aber es wäre jetzt keine Reaktion, die mir irgendwie naheliegen würde. Also es bleibt dabei, da ist ein Mensch gewaltvoll ums Leben gekommen. Aber das zeigt natürlich, wie stark die USA da auch schon polarisiert sind oder zumindest in den Medien als polarisiert dargestellt werden. Das ist ja auch ein Pferd, was jetzt noch weitergeritten wird von den Republikanern, indem sie eben diese Videos von diesen Straßenumfragen und den Linken, die sich freuen, teilen. Also das wird ja nochmal verstärkt. Ich sehe da auf jeden Fall den gleichen Handlungsbedarf wie du. Allerdings tatsächlich, was passiert, ist ja was anderes. Die Polarisierung wird nur noch weiter getrieben. Muss man auch sagen, dass da aus linker Ecke gerade, wie heißt er hier, Felix Schulz, der ist irgendein stellvertretender, der arbeitet der Parteispitze der Linken zu, wenn ich das richtig habe. Der hat ein Meme geteilt, was sinngemäß sagt, so was juckt es mich? El Hotzo, so der gestürzte Vorzeigeprogressive, der dann geschrieben hat. Der hat dieses Bild von dieser Sendung geschrieben. Und dann hat er gesagt, unser Charlie hat ein Bild vom Affen gezeigt, also auch eine Form von pietätloser Entmenschlichung. Und da würde ich sagen, da haben wir definitiv eine Entgrenzung im Diskurs. Da gibt es wirklich hochproblematische Sachen. Ich sage es mal beim Namen, ich verstehe halt noch nicht, wie so Per bei der Linken eingetreten ist. Weil ich merke, das ist so ein bisschen dieses Ding linker Populismus. Und ich glaube, das hilft einfach nicht. Das hilft vielleicht, um irgendwie eine gewisse Diskurshoheit zu bekommen oder um irgendwie viel Klicks zu kommen. Aber es verschärft das Problem am Ende. Ich kann dem nichts abgewinnen. Ich finde das hochproblematisch. Ich bin mir sicher, dass Per das auch findet. Aber der ist jetzt gerade nicht da, kann sich nicht wehren. Ist halt so. Naja, was man vielleicht noch hinzufügen kann, das hat ja auch einen psychologischen Nutzen. Aus linker Sicht oder vor allen Dingen auch aus der Sicht der Menschen, die ja unter den Aussagen von Kirk gelitten haben. Also er hat sich ja sehr stark rassistisch, frauenfeindlich, queerfeindlich geäußert und das eben in der Art und Weise, der man nur sehr, sehr schwer etwas entgegensetzen kann. Zumindest in den Videos, die er aus seinem Zelt da geteilt hat. Er hat Abtreibung mit dem Holocaust verglichen und so weiter und so fort. Und daher würde ich sagen, sind diese Reaktionen schon auch nachvollziehbar. Nathalie Ehleit hat heute in ihrer Insta-Story drei Punkte dazu geteilt, wie man darüber nachdenken kann. Sie sieht da eine krasse Spannung, die wir jetzt hier auch schon gesehen haben. Natürlich schreibt sie, ist es erstens moralisch nicht redlich, Tötungsdelikte oder Attentate zu legitimieren oder zu verherrlichen. Zitat Ende. Und dann führt sie das aber noch weiter aus und sagt, zweitens, gleichzeitig ist es jedoch ebenso unredlich, von jenen Personengruppen, die Charlie Kirk durch seine frauenverachtenden, Rape-Culture-unterstützenden, rassistischen, queerfeindliche, verschwörungsideologische Rhetorik systematisch abgewertet hat, Empathie oder Sympathie zu erwarten. Man kann Tötungen klar verurteilen und zugleich anerkennen, dass es weder moralisch geboten noch psychologisch möglich ist, Trauer oder Mitleid für Menschen zu empfinden, die permanenten Hass und Falschinformationen gesät haben. Zitat Ende. Diese Falschinformationen, die hat er tatsächlich im großen Stil gesät. Also zum Beispiel hat er auch mit dazu beigetragen, zu behaupten, dass Donald Trump ja nicht gewählt wurde. Und ich habe jetzt hier gerade noch eine Zahl. 2023 hat Brookings Institution 79 politische Shows analysiert in den USA. Und der Podcast von Charlie Kirk war tatsächlich der mit den zweitmeisten Falschbehauptungen. Also, ja, ist eine hochproblematische Person. Genau. Und Nathalie Elyth nennt dann noch eine dritte These oder macht noch einen dritten Punkt auf und bezieht das Christentum mit ein. Sie schreibt, Zitat, christliche Moral ist nicht Heuchelei. Sie verlangt nicht künstlich Trauer zu empfinden für Menschen, die gehetzt, verleumdet und diskriminiert haben. Zur Moral gehört die Wahrheit zu sagen, auch über die Grenzen von Empathie. Hass zerstört Beziehungen und macht Anteilnahme unmöglich. Feindesliebe heißt nicht, Gefühle vorzuspielen oder die eigene Würde zu opfern. Feindesliebe heißt nicht, selbst Hass zu säen, nicht zur Gewalt zu greifen und dem anderen die Möglichkeit zu umkehren, nicht abzusprechen. Sie verpflichtet uns nicht dazu, um jene zu trauern, die unser Leben abgewertet haben. Zitat Ende. Und ich finde, das sind sehr, sehr schlaue, nachvollziehbare und auch heilsame Gedanken für Menschen, die von Charlie Kirk abgewertet wurden. Und hier geht es ja nicht um eine Abwertung von irgendeiner kleinen Person ohne Reichweite hinter verschlossener Tür, sondern es geht immer noch um einen sehr einflussreichen Mensch, der die Jugend in den USA für Trump, für die Republikaner mobilisiert hat. Und vor dem Hintergrund sind Reaktionen, die nicht so trauernd sind, sage ich mal, schon nachvollziehbar. Ich denke... Ich merke, dass wir ja als Social-Media-Nutzende, als Medien wahrnehmende Menschen durch Trauer, durch Anteilnahme auch Statements setzen. Also das ist üblich so. Es gibt bestimmte Geburtstage, die gefeiert werden, um eine extreme politische Haltung deutlich zu machen. Also wenn jetzt zum Beispiel in, gab es vor einiger Zeit, dass es in Berlin, meine ich, Demonstrationen gegeben hat, in denen, hieße Klette, also eine RAF-Terroristin gefeiert wurde und sozusagen auf ihren Geburtstag oder Todestag oder sowas. Hingewiesen wurde. Es kann sein, dass der Name jetzt falsch ist, aber ums Prinzip geht es mir gerade. Wenn ich mich hinstelle und einen Geburtstag, einen Feiertag, wie auch immer, wenn ich an eine Person erinnere und mich damit solidarisiere, dann ist das auch ein politisches Statement. Oder man könnte zumindest sagen, wenn ich das mache, dann drücke ich eine gewisse Verbundenheit aus, weil also es ist halt so, im Moment, in Deutschland ist eine Statistik, jeden Tag sterben sechs Menschen. In den USA, wenn man es hochrechnet, ist die Zahl zehnfach so hoch. Es gibt viele Menschen, um die man trauern könnte, jeden Tag. Wenn man sich eine bestimmte rauspickt, dann hat das eben auch Gründe. Ich würde, es sei denn, du wolltest noch was zu Nathalie sagen, dann würde ich, genau, ich würde mal Johannes Hartl vorlesen. Johannes Hartl hat folgendes zu Charlie Kirk geschrieben. Gestern wurde Charlie Kirk ermordet, sein Verbrechen? Er war ein konservativer Influencer und christlicher Apologet. In deutschen Kommentarspalten hält sich die Betroffenheit in Grenzen. Schließlich war er ein Trump-Verbündeter. Ich bin über zwei Sachen sehr erschüttert. Erstens, die Polarisierung und Spaltung der westlichen Gesellschaft ist besorgniserregend. Niemand sollte bei einer öffentlichen Veranstaltung ermordet werden, weil er eine Meinung äußert, die jemand anderem nicht gefällt. Es muss möglich sein, den heimtückischen Mord an einem 31-jährigen Familienvater, der selbst mit keiner Silbe jemals zur Gewalt aufgerufen hat, zu betrauern und betroffen zur Kenntnis zu nehmen. Es befremdet mich zutiefst, wenn reflexhaft darauf verwiesen wird, dass er ja gegen strengere Waffengesetze war, dass er ja rechts war, dass er ja pro Trump war. Im Ernst spüren Leute sich selbst noch, die so etwas schreiben oder in einem Podcast sagen. Oder ist die Gewalt nicht so schlimm, wenn es die Richtigen, nämlich die Rechten trifft? Niemand, wirklich niemand muss pro Trump oder konservativ sein. Niemand muss mit Charlie Kirk übereinstimmen. Ich traure aber um einen Mann, der mutig und gewaltlos offen seine Meinung gesagt hat. Wir brauchen Stimmen, die mit Klarheit und Liebe ihre Meinung zur Debatte stellen. Charlie wusste, wohin er geht. Möge er in Frieden bei dem ruhen, auf den er seine Hoffnung gesetzt hat. Mögen wir unsere politische Debatte von Respekt, Dialog und klaren Argumenten leiten lassen und nicht von immer mehr Häme, Beleidigung und Gewalt. So, was mir hier auffällt, oder vielleicht fällt dir erstmal was auf. Ich finde es total spannend zu dem, was du vorher auch einleitend gesagt hast, was Social Media mit uns und mit solchen letzten Fragen des Lebens und auch politischen Fragen macht. Man könnte ganz flapsig sagen, man kann noch nicht mal in Ruhe ermordet werden, ohne dass es wirklich aufgebauscht wird. Was mir immer aufgefallen ist, natürlich kann man um diesen Menschen trauern, aber wie du gesagt hast, es gibt so viele andere Menschen, die tagtäglich sterben. Donald Trump lässt Halbmast flaggen und wird aber gleichzeitig weiterhin gewaltsam tausende Menschen abschieben, die mehr oder weniger auch den Tod vor sich haben. Das ist doch ein Ungleichgewicht. Aber natürlich, jedes Leben ist wertvoll und jeder Tod ist einer zu viel. Social Media setzt sozusagen den Rahmen oder die Brille, den Fokus auf ganz besondere Menschen und deren Ableben oder die Art. Eben, ja, wie sie umgekommen sind. Und dadurch wird ja auch wieder polarisiert. Ich finde, ich würde vielleicht nochmal einhaken. Ich glaube, es ist nicht nur Social Media an sich, sondern in dem Fall ist es ja tatsächlich Trump, der diesem Tod nochmal eine andere Bedeutung gegeben hat. So und deswegen all diese Kommentare, die jetzt kommen, die dafür aufrufen, zu sagen, wir müssen das jetzt betrauern, die tun das letztendlich, weil Trump das gemacht hat. Ja, und ich möchte noch anfügen, die Plattformen, auf denen wir das tun, die spielen natürlich auch den USA in die Kasse und Trump in die Karten. Also es sind ja so viele verschiedene Ebenen, wenn wir über Social Media und solche Vorfälle reden, die wir damit bedenken müssen. Also es ist ja nicht nur das Posting von Trump und die Art und Weise, wie Trump in den sozialen Medien darüber spricht und wie viele andere in den sozialen Medien darüber sprechen, sondern dass wir das auf den sozialen Medien tun, dass wir die Zeit da verbringen und Werbeeinnahmen dadurch generieren und so weiter und so fort. Also es ist ja viel vernetzter, als wir das eigentlich wahrnehmen, wenn wir morgens Instagram oder Facebook oder was auch immer öffnen und sehen, Charlie Kirk wurde ermordet. Hey Leute, eine kurze Unterbrechung in eigener Sache. Uns ist wichtig, dass alle unsere Inhalte frei zugänglich sind. Und dafür brauchen wir euch. Ab einem Euro könnt ihr uns dabei helfen, regelmäßig Folgen zu veröffentlichen. Mehr Infos dazu findet ihr in den Shownotes und unter www.schönerglauben.jetzt. Vielen Dank für euren Support und jetzt weiterhin viel Spaß mit der Folge. Ich denke, dass die Frage legitim sein muss, bei welchen Personen ist diese Trauer geboten oder angemessen? Wie kommt es dazu, dass diese Aufmerksamkeitsökonomie dazu führt, dass man auf einmal genau diesen Menschen jetzt betrauern muss und eben anderen Menschen nicht? Ja. Und ich finde, das ist kein Whataboutism. Whataboutism wäre eine Ablenkung. Ich glaube, ich möchte das hier verstehen als eine Metadiskursanalyse. Also die Frage, die Aufmerksamkeit wird hier entsprechend gelenkt und ich würde fragen, nach welchen Kriterien, nach welchen Kriterien ist das legitim? Also, wenn jetzt von Johannes Dreichel, beziehungsweise von Johannes Hartl, sorry, wenn da jetzt eingefordert wird, dass man diesen Menschen betrauern muss, ja, dann ist die Frage, warum? Also, was sind die Kriterien danach? Und ich habe den Eindruck, dass das jetzt gerade so einen gewissen Nerv trifft, scheint für mich daher zu kommen, dass es eine gewisse Nähe gibt. Also Promedian zum Beispiel hat getitelt, da ist ein Evangelikaler umgebracht worden. So weiß ich nicht, ob Johannes Hartl jetzt sagen würde, ja, Evangelikale sind mir grundsätzlich sehr nah und dass es daran liegt, müsste er selber klären. Ich will ihm da auch nichts in den Mund legen. Aber meine These wäre, dass die Tatsache, dass so viele Menschen in der Christenbubble da jetzt drüber sprechen, Konservative, du hattest gesagt, aus der Kingbubble, das hat was damit zu tun, dass es da eine gewisse politische oder auch kulturelle Nähe gibt. So, während eben das bei anderen offensichtlich nicht der Fall ist. Also vor einigen Monaten sind zwei Demokraten erschossen worden. Da ist die Bubble jetzt nicht steil gegangen. So, und man könnte eben so weitergehen. So, wie gesagt, es geht mir nicht um Whataboutism. Mir geht es darum, was sind die Kriterien, wann entsteht dieses Gefühl, da muss man jetzt öffentlich seine Solidarität, Trauer und so weiter für bekunden. Und gleichzeitig ja auch diejenigen moralisch unter Druck setzen, die da jetzt kritische Töne erspringen. Was sind die Kriterien dafür? Würde ich auf jeden Fall total unterstützen, die Beobachtung, die du gemacht hast und kann da auch nochmal ein bisschen genauer drauf eingehen, wie verschiedene aus der Kinkbubble, die dem nahestehen, da eben mitgetrauert haben auf Instagram oder auch die News verbreitet haben. Das finde ich auch so spannend, dass ja dann gerade die Christfluencer auch mit die ersten waren, zumindest in meiner Wahrnehmung, die diese News eben verbreitet haben. Ich habe das nicht bei der Tagesschau oder FAZ oder sonst wo gesehen, sondern bei Liebe zur Bibel. Und dann habe ich geschaut, okay, wie reagieren denn die Menschen, die da inhaltlich, rhetorisch dem nahestehen? Ein Merkmal, was ich gefunden habe oder eine Gemeinsamkeit war eben die Identifikation. Nicht nur die Identifikation mit der Person, mit den Inhalten an sich, sondern auch mit der Umstrittenheit oder mit dem Konflikt, der da immer mitschwingt um diese Person. So nach dem Motto, alle Konservativen, so wie ich selbst eine bin, aus den Augen gesprochen oder aus der Position der Christ-Truencerinnen gesprochen, müssen sich jetzt fürchten. Also es könnte auch mich treffen. Das ist vielleicht auch so eine Art der Identifikation, die ich ja zu dem, was du gesagt hast, noch hinzufügen würde. Und dann gibt es auch so eine Art von Vergemeinschaftung, dieser soziale Druck, wenn ich da jetzt eben nicht mittrauere, wenn ich nicht in der Story was poste, dann bin ich ja automatisch in einer Outgroup. Dann gehöre ich ja nicht zu denen, die rechtgläubig sind im Sinne der Christfluencer, die da jetzt mittrauern. Also diese Vergemeinschaftungsfunktion. Wer trauert um ihn? Da sieht man ganz klar die Unterschiede zwischen konservativ und progressiv, auch in der Art, wie um ihn getrauert wird. Das dritte Merkmal, was ich hier noch stark machen würde aus meinen Beobachtungen, ist halt eben die Politisierung. Da haben wir eben schon viel drüber gesprochen, dass ganz schnell eben die Vermutung aufkam, dass der Täter links ist und das eben auch so verbreitet wurde von den ChristfrancerInnen. Und dann finde ich es sehr, sehr spannend, dass es eine Transzendierung in all dem gibt. Das Wort, ja, weiß ich nicht, ob das ein feststehender Begriff ist, kommt mir aber immer mal wieder so in den Kopf, wenn ich mir den Content von Christ to AnswerInnen anschaue. Also es geht um ein sehr innerweltliches Problemfeld und wir reagieren darauf aber mit Bibelfersen oder mit Gebeten oder mit dem Herbeiwünschen oder dem Belegen der zeitlichen Nähe der Wiederkunft Jesu Christi. Das habe ich ein paar Mal gesehen. Das wie prophetisch gedeutet haben, das ist jetzt ein Zeichen, dass die Endzeit naht. Das kam auch immer wieder vor, sowohl im deutschen als auch im US-amerikanischen Raum von Menschen, die da dieser Bubble zuzuordnen sind. Und ich habe ein Reel gesehen von einer jungen Frau, die war total aufgebracht, saß in ihrem Auto und sagte, ich habe es schon seit ein paar Tagen gespürt, meine ganzen Freunde auch, da ändert sich jetzt was. Jetzt kommen die dämonischen Kräfte, jetzt gewinnt der Teufel hier an Macht und Jesus Christus kommt bald wieder. Und dass heute Charlie Kirk ermordet wurde, das ist die Bestätigung dafür. Also es wird oft abgehoben auf so eine transzendente Ebene, die uns dann davon wegbringt, tatsächlich über die Probleme zu reden, die da im Hintergrund stehen, über die wir viel dringender reden müssten, meiner Meinung nach. Und dann gleichzeitig ist es auch eine wunderbare Möglichkeit, sich selbst nochmal, naja, darzustellen. Und ich habe den Aspekt mal Personalisierung genannt. Denn wenn wir uns genau anschauen, wie denn die verschiedenen ChristfluencerInnen, die ich mir jetzt heute Morgen so vorgeknüpft habe, darauf reagieren, dann macht es jeder und jede in seinem eigenen Stil. Also Johannes Hartl hatte heute Morgen, noch bevor er das Statement gepostet hatte, was du vorgelesen hast auf Instagram, ein Video von Charlie Kirk geteilt, in dem er eher philosophisch argumentiert, in dem er sehr wenig von seiner Art spricht. Wie er sonst auftritt, durchscheinen lässt. Andererseits Liebe zur Bibel teilt den Tweet oder den Post auf Truth Social von Donald Trump, stellt sich da natürlich in eine sehr politische Rezeptionslinie, würde ich mal sagen. Jana Highholder hat ein Reel gepostet und erklärt in ihrer hypotaktischen Art, also sehr verschachtelte Sätze und bildungssprachlich angehaucht, wer er war. Also so eine Art News-Charakter. Ich erkläre euch jetzt die Welt, was hier passiert ist. Und dann stellt sie noch die Meinungsfreiheit und die Demokratie infrage. Was meint das, also dass sie die Meinungsfreiheit infrage stellt? Sie sagt, wenn es mittlerweile so weit ist, dass wir Menschen, die anderer Meinung sind, erschießen, dann haben wir ja keine gute Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie mehr. So würde ich das jetzt mal paraphrieren. Aber dem würde ich zustimmen tatsächlich. Also ich würde sagen, das, was wir da erlebt haben, ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass Meinungsfreiheit massiv in Gefahr ist. Das würde ich sagen. Genau. Aber es hat natürlich immer so ein Geschmäckle. Meinungsfreiheit ist ja ein sehr stark frequentiertes Wort, wenn wir jetzt Richtung rechts und konservativ schauen. Das ist ja immer der Vorwurf, dass es keine Meinungsfreiheit mehr gibt. Und sie schreibt sich damit so ein bisschen in eine Argumentationslinie ein, die wir eben von rechts und konservativer Seite sehr, sehr stark sehen. Ich sage mal so, ich bleibe dabei, ich halte Charlie Kirk nicht für einen Menschen, der offen in den Diskurs geht. Dafür finde ich seine Art zu kommunizieren, nicht wertschätzend dem Gegenüber und auch nicht offen ihn umzustimmen. Ich glaube, ich würde zwei Sachen unterscheiden. Das eine ist ein offener Diskurs im Sinne von, ich höre mir die andere Meinung an und könnte meine Meinung auch ändern. Das, glaube ich, ist nicht sein Ding. Das, was ihm nachgesagt worden ist, ist auch kein offener Diskurs in dieser Hinsicht, sondern es ist eben ein Diskurs mit der anderen Seite. Also mit Menschen zu reden, die eine andere Meinung haben. Und ich habe das ja auch ein bisschen angedeutet, das muss man nicht nur positiv sehen, sondern man kann auch die Frage stellen, ist das nicht eine Strategie, um eben besonders viel Kontroverse, besonders viel Spannung zu erzeugen? In Deutschland wäre das jetzt ja vielleicht sowas wie Ben Scripted, der also ganz bewusst sehr extreme Positionen einlädt und zu Worte kommen lässt. Und es funktioniert sehr gut, es generiert Klicks. Aber das heißt ja nicht, das wäre eine andere Herangehensweise an Kommunikation, dass man sagt. Wir nehmen hier Menschen an einen Tisch, die von mir aus auch wirklich unterschiedlicher Meinung sind, um aber stärker in einen Kompromiss, stärker ein Verständnis und stärker ein Aufeinander zu bewegen, ein Kompromiss suchen, ein Konsens suchen. Das wäre eine andere Sichtweise, aber ich hatte den Eindruck, dass es bei Kirk viel stärker darum geht, ich nehme jemanden, der anderer Meinung ist, um ihn argumentativ zu zerlegen. Ja, da ist auch Ben Shapiro, das ist auch so ein Ding. So, dass man eben nicht guckt, wo haben wir eigentlich Gemeinsamkeiten, sondern das Ziel ist, den anderen argumentativ fertig zu machen. Ja, das sehe ich ganz genauso. Ich finde das aber super problematisch, muss ich ganz ehrlich sagen. Voll, ja. Weil er das ja aus einer Position tut, die ja als weißer Hetero-Cis-Mann mit christlichem Glauben in den USA, als enger Verbündeter von Donald Trump. Er kann ja nur gewinnen. Und er sucht sich ja die Videos und die Ausschnitte aus den Gesprächen raus, in denen er sich so stilisieren kann als der Überlegene im Diskurs. Und das ist für mich ja eigentlich eine Unart. Also ich finde, damit kommen wir auch nicht weiter in Sachen Demokratie fördern oder Demokratie schützen. Da muss ja so ein Diskurs, auch wenn er konfrontativ ist, respektvoll geführt werden. Und den Eindruck habe ich nicht bei seinen Videos. Ich würde da einhacken, ganz kurz, sorry. Ich fand das spannend. Johannes Hartl hat vor ein paar Wochen ein Video hochgeladen, sinngemäß das Problem der Rechten oder so ähnlich war der Titel. Da hat er, ich weiß nicht, sieben oder neun Punkte aufgezählt, die er am rechten politischen Spektrum als Gefahren einsortiert und da sich klar positioniert hat in verschiedenen Punkten. Ein Punkt davon war im Grunde jetzt meine Formulierung, er hat den Begriff nicht genannt, aber christlicher Nationalismus. Also er hat da eine Sichtweise vorgestellt, wo das Christentum politisch instrumentalisiert wird, um durch staatliche Macht auch dann Dinge durchzusetzen. Und er hat stark betont, beim Christentum geht es um eine freie Entscheidung. Und das kann nicht sein, was man staatlich aufdrückt. Ich würde sagen, aus meiner Sicht, ich habe mir das Video angeguckt, ich fand es jetzt vielleicht nicht vollständig, aber gut, eine halbe Stunde hat er geredet, ist vielleicht auch, ja, weiß ich nicht. Es waren wichtige Punkte dabei. Ich meine, auch so eine Art von Ethnopluralismus, den er da angesprochen hat. Also hat sich in vielen Dingen aus meiner Sicht sinnvoll abgegrenzt ein wichtiges Video. Jetzt ist aber Charlie Kirk einer, der gezählt wird zu einem der wichtigsten Spokespersons vom christlichen Nationalismus. Ja. So und da kriege ich eine kognitive Dissonanz. Also warum dann so eine Person sehr unkritisch auf das Trauerpodest zu heben und gleichzeitig vorher aber auch zu sagen, ja, man sieht das kritisch. Da habe ich Fragen. Das fände ich einfach mal spannend, wenn Johannes Harte das mal, das würde ich ihn tatsächlich mal fragen, weil ich nehme ihm absolut ab, dass die ganzen Punkte, die er da genannt hat in diesem Video gegen rechte Auswüchse, nehme ich ihm absolut ab und finde ich es wichtig, dass es diese Stimme gibt. Aber dann verstehe ich halt nicht, warum ist ihm dann so wichtig, gerade Charlie Kirk jetzt so stark zu betonen. Ich habe eine Idee dazu, eine These, also jetzt auch einfach mal ins Blaue hineingesprochen oder ich habe das Video nicht gesehen, von dem du gesprochen hast, aber das Erste ist, er hat natürlich auch der Zielgruppe, die die Ideen von Charlie Kirk ganz gut findet. Und das wäre vielleicht ganz sinnvoll, da auch mitzutrauern und zu zeigen, wir sitzen im selben Boot. Und das zweite, der Gedanke, der mir gerade kam, für mich schwingt da so ein bisschen eine Postulierung von der moralischen Überlegenheit mit. Also ich kann da drüber stehen, über seine politischen Ansichten und ich bin so gefestigt in meiner eigenen politischen, spirituellen, wie auch immer Identität, dass ich da jetzt Mitgefühl zeigen kann. Und man verurteilt natürlich damit auch alle, die dies nicht tun. Da haben wir eben auch schon mal drüber gesprochen. Da fällt mir noch ein anderes Posting ein, was ich heute gesehen habe von Christian Almasud. Der ist natürlich gerade in aller Munde, weil er Milane Friesen geheiratet hat. Ein Model mit Millionen Followern. Glückwunsch dafür. Genau, herzlichen Glückwunsch dazu. Vielleicht machen wir lieber eine Folge noch. Aber anderes Thema. Er hatte auch gepostet, ein Post, der für mich nur so trieft von Doppelmoral. Er hatte auf einem Slide geschrieben, in diesem Leben geht es nicht um Frieden durch Gleichheit, sondern um Frieden trotz Diversität. Also so ein über den Dingen schweben, über der Unterschiedlichkeit schweben. Dabei stiften ja gerade, und auf den Punkt will ich jetzt hier echt nochmal zurückkommen, fundamentalistische, konservative, rechtsnationale Christinnen, wie Charlie Kirk einer war und wie auch wir in Deutschland in der Christ-to-Anter-Szene vorfinden, die stiften ja Unfrieden, politisch, gesamtgesellschaftlich und in den Herzen von vielen Menschen, die sie diskriminieren, indem sie diese Diversität verteufeln oder für Sünde erklären. Ich sehe hier ganz viele Strategien, sich moralisch zu erheben und das Ganze zu nutzen, um so den eigenen Standpunkt noch mal viel deutlicher zu machen. Ich könnte mir vorstellen, ich könnte mal in eine andere Bubble öffnen, wenn du magst. Glaube, liebe Pizza. Oh. Ja. Grüße gehen raus. haben gepostet in dicken, fetten Lettern absolut nichts rechtfertigt den gewaltvollen Tod eines Menschen. Und dann kommt Komma, aber, und das aber ist durchgestrichen. Lies the caption. So, dann. Nichts rechtfertigt den gewaltvollen Tod eines Menschen. Kein aber. Häme und Täter-Opfer-Umkehr sind fehl am Platz. Ich denke, darüber muss nicht diskutiert werden. Und darum geht es mir auch nicht. So schrecklich das alles auch für seine Angehörigen ist, auch diese Nachricht wird bald im Lärm dieser Welt untergehen. Mir geht es um die Reaktionen der Menschen. Viele stellen Kirk jetzt als mutigen Menschen dar, der für seine Meinung gestorben ist. Obwohl, soweit ich weiß, noch nichts über die Tatperson bekannt ist. Das ist für mich Social Media-Sofortismus in Reinform. Haben wir, glaube ich, gesprochen. Nachdenklich macht mich auch, wie Verschwörungstheorien antidemokratische Lügen, zum Beispiel die gestohlenen US-Wahl oder die Leuken des Klimawandels so behandelt werden, als seien sie einfach nur unbequeme Meinungen, die man teilen kann oder eben nicht. Selbst wenn jemand sagt, man muss ja nicht jede Aussage einer Person zu 100% teilen, kauft man sich damit nicht trotzdem diese Inhalte ein und nimmt sie stillschweigend in Kauf. Ich frage mich immer wieder, was oder wer spaltet eigentlich? Ich denke, es ist die Art und Weise, wie Meinungen vorgetragen werden. Lautstark und mutig für irgendeine Meinung einzutreten, ist mittlerweile wichtiger als deren Inhalt. Wer gegen die vermeintliche Mehrheit steht und aneckt, gilt automatisch als im Recht. Aber auch die Inhalte selbst spalten. Antivissenschaftliche und antidemokratische Positionen sind keine simplen Meinungen. Sie polarisieren bewusst, auch wenn sie freundlich vorgetragen werden. Und beide Stoßrichtungen, so mein Eindruck, kommen eher von rechts. Was denkst du? Was denkst du? Ich würde das erstmal so unterschreiben. Ich finde, das ist eine sehr, sehr schlaue Analyse. Was denkst du? Also, ich glaube, wir haben darüber gesprochen, man muss nicht zu jedem Menschen was sagen. Kann man auch nicht. Wenn Tragödien passieren, ist das schlimm, ja. Aber er geht eben auch auf eine Meta-Ebene und das, finde ich, sind wichtige Punkte. Es bringt halt nichts zu sagen, Lautstärke gleich Wahrheit. Und das, finde ich, ist ein Wert, den man hochhalten muss. Das ist einfach, also in dem Moment, wo Lautstärke gleich Wahrheit bleibt, begibt man sich auf eine gefährliche Pfade. Das wird uns nicht gut tun. Und deswegen zu sagen, nee, wir müssen Wege finden, um wieder miteinander ins Gespräch zu kommen, aber eben nicht beliebig. Es ist eben nicht egal, welche Inhalte man hat, sondern es muss dafür Diskursregeln geben. Und das dann zu, das ist political correctness oder was weiß ich. Nee, ich würde sagen, darum geht es nicht, sondern es geht um intellektuelle Redlichkeit. Das ist der Punkt. Wir müssen daran arbeiten, zueinander zu finden auf Basis von intellektueller Redlichkeit. Ja, ist eine große Herausforderung, würde ich auf jeden Fall sagen. Aber es ist wert, dass wir das Ganze angehen. Ich habe noch einen Gedanken. Ich habe den Post jetzt hier selber mal geöffnet, deswegen schaue ich mal in die Ecke. Lautstark und mutig für irgendeine Meinung einzustreten ist mittlerweile wichtiger als deren Inhalt. Und eine Sache, die ich mir noch im Vorfeld aufgeschrieben habe in meinen Notizen. Ich finde, Charlie Kirk ist so die Freikirchen-Persönlichkeit schlechthin, die da gefeiert wird. Wenn ich an die freie Kirchen denke, die ich kenne, dann waren das auch die Menschen, die beliebt waren, die apologetisch waren, die systemkritisch waren, die übermotiviert, Hauptsache dagegen und es anders machen als die da oben oder als die Mehrheit, als der Zeitgeist und so weiter. Aber da liegt doch schon der Fehler. Denn wir als Christinnen und Christen, wir identifizieren uns mit den Unterdrückten, aber nicht in dem Sinne, dass wir solidarisch mit denen sind, sondern wir denken, wir werden selbst unterdrückt. Dabei schauen wir mal aus dem Fenster, was ist denn die Realität? Wer hat denn hier die Macht? Wer unterdrückt und wer wird unterdrückt? Und Charlie Kirk ist oder war keiner, der unterdrückt wurde. Er hat ein Vermögen von 12 Millionen Dollar, schreibt die FAZ. Und wird jetzt hier als der Underdog oder derjenige, der gecancelt wird und so weiter stilisiert. Dabei spricht er in vielerlei Hinsicht aus einer Machtposition heraus. Aber dadurch, dass wir in der Bibel natürlich ganz viele Möglichkeiten haben, uns mit Menschen, die unterdrückt wurden, verfolgt wurden aufgrund ihres Glaubens, identifizieren können, dass wir diese Möglichkeiten haben, identifizieren wir uns auch eher mit denen. Wir sind, glaube ich, viel häufiger die Menschen, die unterdrücken, die Macht ausüben, die Gewalt ausüben, als diejenigen, die apologetisch für die gute Sache einstehen und die richtigen Systeme kritisieren. Ich glaube, es ist meistens andersrum. Und diese Einsichten, die brauchen wir, glaube ich, auch für so einen Diskurs. Wer da tatsächlich Täter und wer Opfer ist. Diese Täter-Opfer-Umkehr, ich finde, das ist immer noch eine ganz, ganz wichtige Sache, die wir bedenken müssen. Charlie Kirk gilt als einer derjenigen, die sehr stark in den politischen Diskurs eingebracht haben, die Idee, dass es im Wissenschaftsbereich eine linkswoke Mehrheit gibt, die den Diskurs bestimmt und dem müsse etwas entgegengesetzt werden. Also dieser Kampf gegen die vermeintliche Linkswissenschaft, das ist sehr stark auf seinem Mist gewachsen. Habe ich gerade ja auch erklärt, dieses Turning Point USA, diese Denunziationsplattform gegenüber AkademikerInnen. Ich glaube, dass dieser Punkt, dass man das nicht als Meinung stehen lassen kann, finde ich extrem wichtig. Und deswegen, wenn Johannes Hartl schreibt, er ist für jemand gefeiert worden, der halt eine laute Meinung hat, würde ich das kritisieren. Und würde sagen, von mir aus Trauer um diesen Menschen. Aber das, was dieser Post bei Johannes Hartl macht, ist im Grunde einer Wissenschaftslogik entgegenzutreten, den wissenschaftlichen Diskurs zu delegitimieren. Das würde ich da kritisieren und würde sagen, das ist nicht der Weg, den ich befürworten würde. Da würde ich mich gegen aussprechen, würde ich sagen, nee, kann ich nicht mitgehen. Das ist ein Kommentar über Charlie Kirk, den ich problematisch finde. Ja. Hast du noch ein Schlusswort? Ja, ich habe gerade auch überlegt, was ein gutes Schlusswort wäre. Oh Mann, ich finde es viel zu vielschichtig, um jetzt ein gutes Schlusswort zu finden, muss ich sagen. Vielleicht ist das auch schon ein gutes Schlusswort, ich weiß es nicht. Die Menschen können ja mal selber schreiben, was sie denken und ihren Senf dazutun. Mhm. Genau. Ja. Hey, vielen Dank, dass das mit dir so spontan geklappt hat und für die Idee. Ja. Sehr gerne. Ich hoffe, die Folge hilft so ein bisschen beim Einordnen. Ich habe schon ein paar Nachrichten erreicht und ich habe schon ein paar Diskussionen auch im privaten Umfeld mitbekommen, wo das Thema da auch für Streit oder zumindest Stress sorgt. Vielleicht hilft ja diese Folge auch, wenn ihr sie anhört. Und habt ihr zumindest viele Meinungen, wie man darüber denken kann, jetzt mal hier präsentiert bekommen und könnt euch hoffentlich auch eure eigene gut bilden. Sehr gut. Cool. Vielen Dank und dann sagen wir bis dahin. Genau. Tschüss. Dieser Podcast ist Teil des Ruach-Jetzt-Netzwerks. Die Musik stammt von Postlob.