Hey Leute, vielen Dank, dass ihr wieder eingeschaltet habt bei Schöner Glauben. Wir möchten progressive Stimmen zusammenführen, einander empowern und uns für mehr Solidarität einsetzen. Glaube in schön also. Wenn du mehr wissen oder uns unterstützen willst, findest du alle Infos auf schönerglauben.jetzt, Hallo und herzlich willkommen zur dritten Folge Bibelesen mit. Und ich freue mich sehr, dass es jetzt schon eine dritte Folge von diesem neuen Format geben wird. Ich glaube, ab der vierten Folge höre ich auf, das Format zu erklären. Aber jetzt, ein allerletztes Mal, Bibel lesen mit war eine spontane Idee von mir, weil ich gerne mehr Bibel lesen würde. Und alleine, Hand aufs Herz, schaffe ich das nicht. Und deshalb war meine Idee, ich lade Menschen ein in den Podcast und wir lesen zusammen Bibel. Dann haben wir unterschiedliche Perspektiven und Per kommt endlich mal zum Bibellesen. Und der Text steht auch noch im Vordergrund, wie schön. Und ich freue mich richtig, dass heute Elinor Höke da ist, die den Bibeltext uns heute mitgebracht hat. Ja, hallo. Hi. Möchtest du dich einmal vorstellen für unsere HörerInnen? Ja, ich kann mich gerne vorstellen. Genau, es klagen ja gerade schon an. Ich bin Elinor Höke oder Elli. Genau, ich bin auch Theologin im Werden, wie wir alle, glaube ich, irgendwie TheologInnen werden, aber ich studiere es auch, ich studiere auch noch Geschichte in Bochum, bin viel auch in der Social Media Bubble unterwegs, man findet mich auf Instagram, it's me, Elinor, genau, da mache ich ein bisschen so Queere und Gender Aufklärungsarbeit, aber auch viel Glaubensthemen und ich freue mich aufs Bibel lesen. Schön. Und wie lange, darf ich fragen, wie lange studierst du schon? Das ist ja immer so eine böse Frage. Du musst sie auch nicht beantworten. Ich beantworte sie auch gerne, aber für den dramatischen Effekt muss ich immer erst überlegen und sagen, aha, wahrscheinlich so 15, 16 Semester, irgendwie sowas, da sind wir dran. Okay, gut. Ja, aber schön, ich war noch nie in Bochum, aber ich weiß, dass Nathalie Elit da ja auch ist oder war. Genau, ja, ja, ein Semester noch. Okay, ja, das scheint da ein guter Ort zu sein, wenn die beide da sind. Okay, welchen Text hast du uns heute mitgebracht und warum? Genau, ich habe einen meiner Lieblingstexte mitgebracht aus der Bergpredigt. Das ist ja sowieso immer klasse, aber nochmal mit besonderem Fokus. Matthäus 6, die Verse 19 bis 34, weil ich finde, es ist ein wahnsinnig aktueller Text. Eigentlich ein Text gerade für unsere Zeit. Genau, soll ich ihn einfach mal vorlesen, damit ZuhörerInnen auch wissen, worum es geht? Sehr gerne, ja. Dann lese ich es mal vor. Und aus welcher Übersetzung liest du? Genau, aus der Elberfelder. Ich bin da immer ganz puritanisch und sage, das ist eigentlich die, mit der ich immer arbeite. Genau, der Text hat die schöne Überschrift. Warnung vor Habsucht und irdischen Sorgen. Sammelt euch nicht Schätze auf Erde, wo Motte und Fraß zerstören und wo Diebe durchgraben und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Fraß zerstören und wo Diebe nicht durchgraben noch stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein. Die Lampe des Leibes ist das Auge. Wenn nun dein Auge klar ist, so wird dein ganzer Leib Licht sein. Wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß die Finsternis. Niemand kann zwei Herren dienen, denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird einem anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Deshalb sage ich euch, sage ich euch, Sorgen seine Lebenslänge einer Elle hinzusetzen. Und warum seid ihr um Kleidung besorgt? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen. Sie mühen sich nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch aber, dass selbst nicht Salomo in all seiner Herrlichkeit bekleidet war wie eine von diesen. Wenn aber Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wird er das nicht vielmehr euch tun, ihr Kleingläubigen? So seid nun nicht besorgt, indem ihr sagt, was sollen wir essen oder was sollen wir trinken oder was sollen wir anziehen. Denn nach diesem allen trachten die Nationen. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr dies alles benötigt. Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit. Und dies alles wird euch hinzugefügt werden. So seid nun nicht besorgt um den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat an seinem Übel genug. Amen. Wie schön. Ja. Ich würde mal so meine ersten Eindrücke, also ich habe den Text ja vorher auch schon gelesen, aber meine ersten Eindrücke sagen und dann kannst du das ja auch sagen. Für mich tatsächlich auch, wie du es eben gesagt hast, habe ich auch beim Lesen so gedacht, ein echter eigentlich ein aktueller Text. Also wo es ja viel auch um Zukunft geht und in unserer Zeit ja Zukunft irgendwie so ein bisschen fragwürdig ist, wie ist der morgige Tag. Ich habe jetzt auch schon gedacht, ich habe hier immer im Moment mit meinem Garten, habe ich ja schon mal in meiner Story gehabt, ich bin Garten-Arbeitsfan mittlerweile, und wenn es dann nicht regnet, dann denke ich immer drüber nach. Mensch, könnte es jetzt nicht mal wieder regnen? Und sowas kommt hier ja vor, ist vielleicht jetzt ein bisschen banal, aber das war so mein erster Leseeindruck. Ja, ich bin, glaube ich, echt begeistert manchmal davon, schon wenn Bibeltexte auch selber einfach Predigten sind. Also ich finde es total nice, dass der Text so, also der hält ja nicht hinter. Der sagt direkt so, hier ist Ansage für euer Leben. Jesus erklärt uns die Welt, gibt uns Tipps und das finde ich irgendwie total sympathisch. Also ich komme auch aus ganz reformierten Verhältnissen. Da ist natürlich die Predigtkultur ganz groß. Aber deswegen, ich finde es total ansprechend dass es nicht so ist, ah jetzt müssen wir erst mal überlegen, was will uns dieser Text sagen, nee der sagt gerade heraus worum es geht und was er uns eigentlich fürs Leben rät cool, dann bin ich mal gespannt was wir heute für Ratschläge mitnehmen. Wir können ja mal ich würde sagen, wir gehen einfach jetzt mal so Vers für Vers durch und dann gucken wir mal, oder wir können das ja auch gleich ein bisschen in Sinne Sinneinheiten aufteilen, oder? Ja, ich würde sagen, wir starten einfach vorne und gucken mal, wie das so durchgeht. Also es beginnt ja mit dieser Ansage, sammelt euch nicht Schätze auf der Erde, weil, und dann wird das ausgeführt, also auf der Erde, da geht alles irgendwie über kurz oder lang verloren, sondern im Himmel, wo das nicht passiert. Und ich finde, es schließt ja direkt mit so einer Ansage, ist auch so ein richtig christlicher Klassiker, oder? Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein. Also es sind die ersten drei Verse. Ähm, Ich finde das halt so interessant, also es geht hier ja wirklich um wertvolle Sachen. Also wenn jetzt die Motte da das zerfrisst oder so, das passiert ja jetzt meistens nicht mit den Alltagskleidern, die von Motten zerfressen werden. Ich meine, ich weiß das nicht, vielleicht haben die Leute auch nicht so viele Kleider damals gehabt. Aber es scheint ja schon irgendwie, also wenn ich jetzt etwas jeden Tag anziehe, wird es eher nicht von Motten zerfressen. Toll. Also liegt das irgendwie rum? Vielleicht so ein Festgewand oder sowas? Und das kann von Motten zerfressen werden. So, weil ich gesagt habe, ich sammle das jetzt. Ja, ich glaube, es geht auch um dieses Sammeln, oder? Also es ist ja was, da steht ja nicht, benutzt nicht Gegenstände auf der Erde, sondern sammelt euch nicht Schätze. Also hortet hier nicht irgendwas. Das ist ja irgendwie doch was anderes, würde ich jetzt erst mal sagen. Ja. Ich habe dann auch nochmal geguckt, dieses Rost, das kann man wohl auch irgendwie als Holzwurm übersetzen. Das fand ich auch ganz spannend. Also, dass wirklich so der Holzwurm dann da reinfrisst und dann, ich weiß nicht, wenn man da jetzt eine schöne Truhe hat oder so, und die ist komplett Holzwurm zerfressen, dann fällt die ja so auseinander. Ja, und der Stuff da drin rostet dann auch, nicht? Ja, stimmt, genau. Genau. Und es kann natürlich auch noch gestohlen werden, wie das ja dann hier auch gesagt wird. Also wirklich als Einbruchdiebstahl, ja. Genau, aber ich glaube, wir müssen nochmal an diesen Vers dran, weil der hat, glaube ich, richtig Karwumms. Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein. Ich finde, es geht ja weiter, nicht? Also, dass er nicht nur sagt, das macht alles keinen Sinn. Sondern du verlierst noch was ganz anderes dabei. Also wenn du irgendwie den Fokus drauf legst und sagst hier, mein Besitz auf der Erde, da gründe ich meine Identität drin, da steht was ganz anderes auch im Spiel. Dein Herz, das finde ich ist auch schon eine Hausnummer, oder? Das so geradeaus zu sagen. Ja, und ja irgendwie auch ein bisschen jetzt also sozusagen revolutionär in dem Sinne. Also ich sage mal, vom Alten Testament oder Ersten Testament her gibt es ja immer diesen Tun-Ergehen-Zusammenhang. Das kennst du ja bestimmt auch. Also ich erkläre es aber jetzt trotzdem nochmal für die Menschen, die uns zuhören. Also die Idee, wenn man sich an die Gebote Gottes hält, dann wird Gott einen dafür belohnen. Also deswegen wird zum Beispiel dann, wenn es um berühmte Männer geht, so wie Hiob oder Abraham, wird immer gesagt, wie viele Rinder die hatten und wie viele Sklaven die hatten. Also um zu zeigen, denen ging es richtig gut und das ist der Beleg dafür, dass sie Männer Gottes waren. oder Frauengottes oder wenn die viele Kinder hatten, dann so. Und eigentlich würde man jetzt ja erwarten, du hast doch diese ganzen Schätze, ist doch eigentlich super. Also es wird doch gezeigt, du bist mit Gott unterwegs, weil du hast richtig viel. Ja. Und jetzt wird aber halt gesagt, dieses Ganze, also ich meine, im Alten Testament wird auch schon dieser Tun-Ergehen-Zusammenhang häufiger kritisiert und überdacht. Es ist jetzt nicht eine neutestamentliche Neuheit, dass man das infrage stellt. Aber hier wird das eben infrage gestellt. Es wird gesagt, das ist gar nicht der Nachweis für Gottesnachfolge oder Leben im Sinne Gottes, wenn du viel hast. Ja, aber ich finde, ich würde es ein bisschen noch mal kritisch sehen und sagen, aufgelöst wird es ja auch nicht. Es wird ja verschoben und wird gesagt, wenn du dich gut verhältst, dann sammelst du irgendwie Schätze im Himmel. Ich finde, da stolpere ich auch noch ein bisschen drüber, was heißt das? Kann ich irgendwie Bonuspunkte für den Himmel sammeln? Habe ich da eine bessere Experience? Was heißt das? Ich sammle Schätze im Himmel. Ja, also man kann natürlich das so lesen, du sollst dich jetzt trotzdem gut verhalten. Und es wird die aber nicht jetzt vergolden, sondern halt später. Und ich meine, damit kann man natürlich ganz schön viel Schindluder auch treiben. Also es ist ja auch gemacht worden, dass man den Leuten irgendwie, man hat die Leute hier ausgebeutet und dann wurden sie vertröstet auf irgendwie ein Reich danach oder so. Ja, und ich würde wirklich fragen wollen, was ist das denn für eine Jenseitsvorstellung? Das hört sich an wie so ein Hotel, wo ich wirklich Treuepunkte sammeln kann und dann kriege ich einen näheren Platz am Pool oder so. Ich sammle mir Schätze im Himmel. Also da stolper ich echt wirklich noch drüber. Ja, ich glaube, wenn der Vers 21 nicht wäre, wäre es noch schlimmer. Also Vers 21, denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Weil dann wäre es ja wirklich so, sammle dir nicht die Schätze. Dann wäre es wirklich so ein Opium fürs Volk. mäßig. Und also Herz im Hebräischen ist ja nicht nur, also erstmal ist Herz ja, wir kennen, also es gibt das Organ, dann gibt es die Metapher, also für Liebe so, und für Gefühl. Und im Hebräischen ist es ja auch noch Verstand. Ja, ich würde nur hier aufpassen, wir sind ja in einem griechischen Text. Das stimmt. Ob wir die Übertragung so machen können. Aber es hat natürlich irgendwie eine Bedeutungsgeschichte. Ich glaube vielleicht können wir nochmal von der anderen Seite an diesen Vers 21 angehen. Ich muss natürlich direkt noch an was anderes denken. Jetzt kommt natürlich die Kirchenhistorikerin in mir raus. Luther, der hat es ja auch. Ich glaube in seinem kleinen Katechismus oder so, da erklärt er ja die 10 Gebote und dann kommt ja das Gebot, du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Und dann ist die Frage, worum geht es denn da? Was ist denn ein anderer Gott? Was ist ein Götze? Was bete ich denn noch an? Ich meine, wenn man jetzt auch überlegt, im 16. Jahrhundert hatten da jetzt ja auch nicht die Alternativen in Europa. Da hat man nicht gesagt, ah, vielleicht werde ich Buddhistin oder so. Also, Luther sagt deswegen, also zitiert diesen Vers und sagt, wo dein Herz dran hängt, das ist dein Gott. Und das ist ja quasi die Bewegung noch einen Schritt weiter. Hier sagt es, wo dein Schatz ist, da ist dein Herz. Und Luther sagt, wo dein Herz dran hängt, das ist auch dann dein Gott. Okay. Genau, ich glaube, das ist ja vielleicht nochmal für den weiteren Text auch eine wichtige Perspektive, zu sagen, nee, hier geht es, glaube ich, auch um religiöse Prioritätensetzungen und nicht nur ums, ja, Bonuspunkte sammeln. Ja. Wenn ich darf, ich würde trotzdem den hebräischen Herzgedanken noch mal stark machen wollen. Aber wir müssen da ja nicht einer Meinung sein. Aber aus meiner Perspektive würde ich Matthäus eher im jüdischen Denken ansiedeln. Also natürlich schreibt er auf Griechisch, aber so wie ich es sehe. Ich weiß, es ist alles umschritten und man kann es unterschiedlich sehen. Ich würde ihn eher im jüdischen Denken ansiedeln und deswegen glaube ich, auch so weitgehend zu sagen, Also wenn du dein Herz, und damit meine ich, also Gefühl und Verstand, wenn das sozusagen diesen Schätzen hinterherhängt, dann habe ich ja für alles andere gar keine Kapazitäten mehr. Ja, ich glaube, da würde ich auch mitgehen. Genau, aber sollen wir mal ein bisschen weiter schauen? Wir gehen weiter, ja. Bevor wir uns hier ganz aufhecken. Genau, also weiter geht es eben. Und das finde ich jetzt auch so ein schweres Bild. Also die Lampe des Leibes ist das Auge. Wenn nun dein Auge klar ist, so wird dein ganzer Leib Licht sein. Und dann wird es kontrastiert und gesagt, wenn das Auge böse ist, dann ist der Leib finster. Und wenn das Licht in dir selber Finsternis ist, wie groß die Finsternis? Das muss man erstmal auseinanderdröseln irgendwie, ne? Also... Was wird hier überhaupt gesagt? Ich muss sagen, so, what? Ich finde, es ist nicht das gängigste. Nee, also eigentlich müsste man jetzt irgendwie so ein Schaubild machen oder so, dass man so, okay, also das Auge, warte mal kurz, ich lese es nochmal. Ich habe ja hier diese jüdische Übersetzung und ich fand es da gar nicht so schlecht ausgedrückt. So, das Auge ist die Lampe des Leibes. Also so verstehe ich das. Man guckt, also durch das Auge kommt das Licht rein und durch die Augen wird deshalb der Körper erhält. Deshalb sind die Augen die Lampe des Leibes. Wenn du also ein gutes Auge hast, und jetzt ergänzt er hier, das heißt, wenn du großzügig bist, wird dein ganzer Leib voller Licht sein. Wenn du aber ein böses Auge hast, wieder Ergänzung, das heißt, wenn du geizig bist, wird dein ganzer Leib voller Finsternis sein. Wenn also das Licht in dir Finsternis ist, wie groß ist dann die Finsternis? Ist ein bisschen verständlicher geworden, oder? Oder findest du nicht? Also ich hinke noch ein bisschen, aber ich finde. Es ist ja nochmal ein ganz anderer Impuls. Ich hatte beim ersten Drüberlesen irgendwie gedacht, da ist es vielleicht nochmal das Gleichnis davor, mit den Schätzen irgendwie anders formuliert, ein anderes Bild. Aber es setzt ja nochmal einen anderen Impuls. Also vielleicht so ein bisschen, der Blick, mit dem du auf die Welt schaust, der prägt dich. Vielleicht so? Und der bestimmt auch dein Inneres. Ja, genau. Also wenn ich sozusagen Licht reinlasse. Dann erhält sich mein Inneres und wenn ich aber Dunkelheit reinlasse, dann ist es natürlich auch in mir total dunkel, sozusagen. Genau, und wenn ich liebevoll auf diese Welt schaue, dann werde ich auch mit Liebe erfüllt. Aber ich weiß nicht, ob ich es gerade andersrum drehe, das wäre ja dann die Bewegung genau andersrum. Also hier ist irgendwie das, was durch mein Auge in mich hineinfällt, das prägt mich. Aber vielleicht auch, wie ich rausschauen. Genau, auch wie man rausschaut, wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein? Das geht ja auch, aber es ist ja sozusagen so ein Kreis. Man hat ein, sag du mal, du hast es glaube ich gerade gecheckt, oder? Ich habe mich gefragt, was soll das denn am Ende heißen? Ich bin jetzt nochmal aus der Elberfelder. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß die Finsternis? Und dachte, um welche Finsternis geht es so? Aber jetzt in der anderen Übersetzung, es klingt ja auch ein bisschen durch. Also wenn das Licht in dir selber Finsternis ist, wie groß ist die Finsternis auch um dich herum dann dadurch? Genau, und ich glaube, wenn ich es jetzt richtig verstanden habe, ist es quasi so eine Art Kreislauf. Also ich gucke auf die Welt mit bösen Augen und dann kommt ja kein Licht rein, und mein Leib ist finster. Und dementsprechend ist in mir kein Licht, sondern Finsternis. Also hier steht ja, wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, weil ich ja kein Licht habe, wie groß wird dann die Finsternis sein? Dann komme ich ja aus diesem Kreislauf gar nicht mehr raus und ich sauge immer weiter Finsternis auf. Ja, ich glaube, wir haben es. Ich glaube auch. Also ich würde das so mitnehmen. Okay, und was bedeutet das jetzt? Naja, das ist ja, also ich finde dieses Bild vielleicht auch nicht nur ein Kreislauf, sondern so einer wechselwirkenden Beziehung. Das bedingt sich gegenseitig. Wie ich auf die Welt schaue, so schaut auch die Welt vielleicht in mich rein. Und wenn ich selber mit Liebe gefühlt bin, erfülle ich die Welt auch mit Liebe. Fand ich so. Und ich glaube, ich würde vielleicht sogar sagen, die Finsternis, die kriegen wir Menschen vielleicht sogar ganz gut selber hin und das Licht, das wird uns ja von, das muss ja von außen kommen also das ist, also ich kann ja das sozusagen, das Licht von außen durch meine Augen. Einsaugen sozusagen aber das Licht muss irgendwo herkommen also jetzt in dem Kontext von Gott natürlich und die Finsternis ist sozusagen, die produzieren wir wenn wir eben nicht auf Gott schauen, nicht uns für Gott öffnen ja, ja, Wenn ihr da noch irgendwelche anderen Deutungen habt, wenn ihr sagt, Elinor und Per völliger Schwachsinn oder irgendein griechisch Professor oder Professorin, also dann schreibt in die Kommentare... Die sind offen für Korrekturen. Ich finde auch ganz demütig. Ich wurde mal von einer sehr lieben Professorin, die ich auch bis heute sehr gern habe, eine lausige Exegetin genannt. Und deswegen dürfen Menschen gerne Dinge besser wissen. Ja, das erkenne ich. Also mein Prof hat auch immer gesagt, Herr Asmussen, Sie spekulieren ja immer. Sie sagen, das bringt auch so viel Spaß. Das sind ja auch immer spannende Spekulationen. Aber machen wir weiter. Machen wir weiter. Wir haben noch 10 Ferse vor uns. Jetzt kommen auch richtige Banger. Also das finde ich, das würde ich mir fast tätowieren lassen. Denn niemand kann zwei Herren dienen. Denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben oder wird einem anhängen und dem anderen verachten. Und jetzt kommt so, ach vielleicht ein Stolperstein. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Jetzt vielleicht einmal klären, wer ist dieser Mammon? Ja, wer ist dieser Mammon? Das scheint ja sowas wie Vermögen zu heißen oder so. Also Vermögen oder Besitz. Ich glaube jetzt religionsgeschichtlich ist es noch viel schlimmer, oder? Ja, erzähl ruhig. In ganz komische Kreise abdriften zu sollen. Man könnte sagen, es geht um einen Dämonen. Der Mammon, das ist also ein Dämone, ein Götze. Einer, aber der ist all about the money. Also das ist sein Thema. Und der wird jetzt gegenübergestellt. Und ich würde sagen, jetzt wird der Text richtig aktuell. Das ist die große Frage. Dienen wir Gott oder dienen wir dem Mammon? Ja, und was ich jetzt spannend finde, also das ist ja im Prinzip so eine Art, es ist ja ein Bild für Sklaven. Also man ist Sklave und man gehört aber zwei Herren gleichzeitig. Und man muss denen jetzt ja beiden... Gerecht werden. Und das stelle ich mir jetzt einfach mal ganz bildlich vor. Also ich bin jetzt da Sklave, meinetwegen so Feldarbeiter oder sowas. Und jetzt sagt der eine, du kommst morgen zu mir und pflügst da mein Feld. Und der andere sagt, nee, du musst aber bei mir morgen das Feld pflügen. Ich kann nicht mich aufteilen. Ich muss mich dann entscheiden für einen von beiden, wessen Anweisung werde ich jetzt erfüllen. Ich glaube, mit den Versen davor geht das ja wieder noch tiefer. Also dann ist die Frage, mit wessen Blick schaust du auf die Welt? Nicht dem des einen Herren oder dem des anderen? Weil das bestimmt ja auch am Ende, wer du bist. Also, wessen Diener du bist, das ist ja nicht nur eine Frage von kriege ich das Gedeichste, kriege ich es unter einen Hut? Sondern eine Frage von Identität. Das stimmt. Würde ich auch so sehen. Und es ist natürlich auch eine Extreme, was hier gesagt wird. Also, es ist dann ja nicht so, um das nochmal zu unterstützen, was du gesagt hast, ja, also du hast dann die zwei Herren, jetzt musst du dann mit denen so einen Kompromiss aushandeln. Genau. Den einen hast du ein bisschen lieb, den anderen auch. Also so wird das ja hier nicht gedacht, sondern dualistisch. Du wirst den einen hassen und den anderen lieben. Also du kannst nicht da jetzt irgendeinen Kompromiss machen. Du musst dich entscheiden, ob du dem einen Herrn dienst oder dem anderen. Ja, also es ist wirklich ganz oder gar nicht. Und ich finde, es ist jetzt, also wenn wir überlegen. Heutzutage auch eine schwierige Frage, oder? Also ich finde, Geld hat seitdem nicht an Bedeutung verloren. Ich würde fast meinen sogar dazu gewonnen. Ja, stimmt. Und es ist ja auch einfach viel mehr geworden. Also wir haben ja Geld, was gar nicht mehr physisch existiert, sondern nur noch als digitales Geld, wo wir irgendwie hinterherjagen und dadurch Krisen auslösen und so weiter. Das ist ja schon erschreckend. Was für eine, jetzt passt dieses Bild finde ich eigentlich wieder ganz gut, weil, also wenn ich jetzt Geld sozusagen in Form von Münzen oder selbst noch Geldscheinen habe, dann habe ich das ja, ich kann das anfassen, ich kann, und ich kann das irgendwie physisch greifen, wie viel Geld das ist. Wenn ich jetzt in so ein Banktresor gehe und da stapeln sich die Scheine, okay, das ist trotzdem krass, aber ich kann das irgendwie noch überblicken. Dieses digitale Geld hat irgendwie schon was von einem Dämon vielleicht. Also weil das sind ja so Phantastilliarden, die dann irgendwie so verschoben werden in irgendwelchen Systemen. Ich habe da diesen Film gesehen über die Finanzkrise. Weiß nicht, ob du den auch gesehen hast, wo dann immer zwischendurch die, wie heißt die jetzt, Lina Gomez reinkommt und das kurz erklärt. The Big Short. The Big Short, genau. Und wo Leute so ein System einfach entwickelt haben, was die am Ende selber nicht mehr verstehen. Also wo dann ja diese paar Cracks, die kommen dann und sagen so, ja, wir haben euer System, da ist ein Fehler drin. Und alle die, die sind so, nee, nee, das stimmt nicht und so. Also wo du wirklich merkst, die haben da was entfesselt, was gar nicht mehr greifbar ist, was gar nicht mehr funktioniert, was keiner mehr versteht. Und um diese These des Dämonischen. Ich finde, also wirklich Triggerwarning schwierig, diese Sprache jetzt. Aber nochmal stark zu machen, das beherrscht die doch auch. Und ich glaube, das ist das, was es wirklich scary macht, zu sagen, also da gibt es irgendwie Mächte, die sind nicht greifbar und die führen dazu, dass Menschen auf bestimmte Weisen ihr Leben verändern, führen, Prioritäten setzen. Ich finde es, also, das finde ich wirklich scary. Ja, wir hatten einen Dozenten für interkulturelle Theologie bei uns an der Fakultät, der eine Zeit lang auf den Philippinen gewohnt hat. Und das ist eine ganz spannende Tradition, das führt jetzt ein bisschen zu weit, aber da gibt es so pentekostale pfingstlerische Aufbrüche und da geht es ja viel um geistliche Kämpfe, Dämonen und so. Und es gibt aber auch eine linke Tradition, in der die stehen und deshalb treiben die den Menschen den Dämon-Kapitalismus aus. Und dann beten sie irgendwie, kauf nicht die dämonischen US-Importwaren und sowas. Also hat er uns alles erzählt, ich fand's irre. Ja, käme man jetzt vielleicht hierzulande nicht so drauf, aber ich fand's eine irre Geschichte. Ich möchte auch was reinführen. Okay, alles klar. Als Kirchenhistorikerin natürlich habe ich auch noch was dabei. Ich bin ja ganz, ganz stark geprägt, auch selber durch die Stadt Wuppertal. Habe da auch mal studiert. Aber da gab es auch eine Reihe von, ich finde, sehr hervorragenden Gestalten in den letzten Jahrhunderten, wo ich sage, da kann man sich orientieren. Und einer, der Pfarrer Hermann Kluchkistesse, genau, der... Er war Pfarrer in den 30er und 40er Jahren in Wuppertal. Das kann man sich auch ausrechnen, welchen großen Konflikt er in seinem Leben hatte. Da geht es natürlich auch um Nationalsozialismus und Ablehnung dem gegenüber und ganz viel Interessantes. Aber ich will vorgreifen und sagen, gibt einen Vortrag von dem. Der Christ und die soziale Frage. Und da beschäftigt er sich auch mit der Frage, was eigentlich hier los ist. Für irgendwie Industrialisierung und alles ist schrecklich. Die ganzen Arbeiter, die rennen alle in so atheistische Vereine. Die werden alle Kommunisten und Sozialisten und Sozialdemokraten und wollen nichts mehr mit der Kirche am Hut haben. Wie kann das denn eigentlich sein? Und der Mann ist, das ist ein super frommer Mann, das muss man wirklich betonen. Und er sagt, ja, aber Schuld ist die Kirche, weil wir diesem, ja, dem Feind Gottes nicht entgegengetreten sind. Und denken wir, boah, der Feind Gottes, was ist der Feind Gottes? Also wirklich der, ne? Der Kapitalismus. Und das ist ganz klar. Und da würde ich sagen, vielleicht müssen wir uns da nochmal eine Scheibe abschneiden. Ich finde, natürlich, man muss immer aufpassen, wenn man über so Dämonen und den Teufel und das alles redet, dass man nicht in ganz toxische Kreise abrutscht und auch in toxische Denkmuster. Aber ich finde, dieses Bild zu sagen, nee, das ist irgendwie eine Macht, die beherrscht uns. Und wir können auch auf biblischer Grundlage sagen, hey, das ist falsch. Und ich finde, das ist so passend, weil ich meine, das erlebt man ja auch noch heute, wie die Sicht auf die Welt von Menschen völlig verzerrt wird, weil sie, ich sage es jetzt mal plakativ, Kapitalismusgläubige sind. Weil sie nur noch in diesen Zahlen denken können. Weil es gar nicht mehr darum geht, um die Sache selbst, sondern nur was unten unterm Strich für eine Zahl rauskommt und die muss möglichst groß sein. Ich finde, das geht ja auch durch alle Bereiche. Also man könnte jetzt hier ganz schlimme Wohlstandsevangeliumsprediger nennen und sagen, das geht irgendwie so eine Richtung. Aber ich glaube, man würde auch genauso schlimme Funktionäre im Landeskirchenamt jeder Landeskirche finden, die auch total den Blick verloren haben für, ja worum geht es eigentlich als Kirche? Nee, die sagen, nee, am Ende muss sich der Laden doch rechnen und das ist das, worum es geht. Und deswegen finde ich, der Text ist so aktuell, weil er sagt, nee, wir können jetzt nicht einfach sagen, ja, muss man sich jetzt mit arrangieren und ist auch wichtig, dass am Ende ein bisschen Geld bei überspringt, ist ja auch schön und dann können wir vielleicht was Schönes kaufen, eine Hüpfburg oder keine Ahnung für die Gemeinde, I don't know. Und sondern zu sagen, nee, das ist schon auch eine Entweder-Oder-Entscheidung. Entweder du schaust auf die Welt und sagst, nee, der Sinn hier ist, irgendwie die Liebe Gottes zu verbreiten und nach den göttlichen Maßstäben zu leben oder der Sinn ist, möglichst viel Geld zu machen oder ein System zu erschaffen, was sich nach den kapitalistischen Logiken rechnet. Hey Leute, eine kurze Unterbrechung in eigener Sache. Uns ist wichtig, dass alle unsere Inhalte frei zugänglich sind. Und dafür brauchen wir euch. Ab einem Euro könnt ihr uns dabei helfen, regelmäßig Folgen zu veröffentlichen. Mehr Infos dazu findet ihr in den Shownotes und unter www.schönerglauben.jetzt. Vielen Dank für euren Support und jetzt weiterhin viel Spaß mit der Folge. Also ich glaube, in der Kirche gibt es natürlich, um anzuschließen an das, was du gesagt hast, auch diese Gelddenke. Aber es gibt, glaube ich, auch noch eine andere kapitalistische Denkweise, die so in die Kirche gekommen ist, die jetzt nicht so mit Geld zu tun hat, aber zum Beispiel wie viele Leute sind da? Wie viele Leute sind da? Wie viele Leute haben das angeguckt? Habe ich bei mir auch. Wenn ich einen Instagram-Post mache, ich gucke auch, wie viele Leute das geliked haben, kommentiert haben und so. Ist ja auch schön mit Dopamin und allem. Genau, genau. Und so, aber Aber wir haben, glaube ich, ein bisschen verlernt zu sagen, ja, und wenn zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, bin ich mitten unter ihnen. Es müssen nicht Hunderte zum Gottesdienst kommen oder so. Ist kein Plädoyer für schlechte Gottesdienste und egal, das meine ich damit nicht. Aber auch nicht zu sagen, war nichts, weil waren nur ganz wenige Leute da. Es waren ja Leute da. Und wenn die eine gute Zeit hatten, wenn das für die wichtig war, dann ist das ein Erfolg und nicht sozusagen quantitativ irgendwie zu gucken. Aber ich mochte gerade auch noch das Beispiel mit Social Media, weil ich merke, das war für mich auch so lange ein Kampf und ich bin gerade da sehr mit mir im Reinen, weil ich irgendwann gesagt habe, nee, ich muss echt aufpassen, dass ich nicht auf diese Schiene komme und immer frage, welcher Content erreicht am meisten Menschen. Sondern den Fokus drauf lege, was für Content möchte ich machen? Und dann ist ja vielleicht auch egal, ich lebe ja auch zum Glück nicht von Social Media, das finde ich dann auch, aber wir kommen ja gleich zu solchen Fragen. Aber wie wichtig das für mich war und also auch wie schwer, wirklich zu sagen, nein, überleg dir wirklich gut, was du machen möchtest, wer du bist und verliere das nicht im Wachstumsdenken, Wachstumsdenken, in dem du denkst, nee, nur wenn du jetzt, ich mache es jetzt einfach mal an Instagram-Beispiel, nur wenn du jetzt anfängst, auch regelmäßig Reels zu machen, dann wachsen deine Follower und dann hängst du nicht irgendwo an einer Stelle fest. So, und zu sagen, nee, aber das bin ich doch gar nicht. Und zum Beispiel, ich habe, also mir ist sehr wichtig, dass mein Account irgendwie ein bisschen ein safer Space ist, deswegen benutze ich eigentlich keine Hashtags. Und irgendwann dachte ich, vielleicht muss ich das aufgeben, damit Leute mich auch finden und random Leute irgendwie über mein Profil stolpern, weil sonst erreichst du ja nur immer dieselbe Bubble. Und dann musst du dich so in mich gehen und sagen, nein, das ist doch vollkommen okay, dass du immer dieselbe Bubble erreichst. Du erreichst doch die Menschen, die du irgendwie erreichen möchtest und das ist doch schön. Und ich glaube, das ist, ich finde, das ist ein super gutes Beispiel. Danke, dass du es nochmal gebracht hast. Also Social Media, auch so eine Frage von, nicht aus dem Fokus verlieren, warum man das hier eigentlich macht. Ja. Und daran denke dann, also ich finde es manchmal, krass, wenn ich zum Beispiel so bei Spotify oder bei YouTube bin, Und mir werden wirklich Sachen angezeigt. Meistens, also vor allem bei Spotify fällt mir das so auf, die Inhalte, ich werde zugeschüttet mit Inhalten, die ich alle interessant und geil finde. Mit sagen so, oh, das muss ich noch anhören, das will ich noch anhören und so. Und dann denke ich manchmal so, ey, wie geil. Hier Spotify hat ja nur linke Inhalte. Und nur christliche Inhalte. Und das ist ja Wahnsinn. Also was hier Spotify ist, ist ja richtig linksgrün für das Hifterladen. Und dann denke ich mir so, ja, aber was ist, wenn jetzt jemand, der eine ganz andere Einstellung das Spotify aufmacht, ja, bei dem ist das ja genauso, dem wird dann auch das alles vorgeschlagen, was er gerne oder sie oder wie auch immer gerne konsumiert, was die Einstellung ist und so ist man ja diesem Algorithmus-System so ausgeliefert, also vielleicht auch wieder so ein Mammon-Bild irgendwie, was mich kontrolliert, was mir meine Meinung sozusagen immer wieder vorkaut und immer wieder vorkaut, sodass ich, also ich bin eigentlich ganz happy mit meiner Meinung, ich gucke mir auch mal andere Meinungen an, so ist es nicht. Aber also wenn ich das nicht aktiv mache und zum Beispiel, ich habe mir verordnet immer den Welt-Podcast zu hören, auch wenn ich den nicht immer gut finde, aber es gibt so einen Politik-Podcast von Welt, den höre ich immer. Und auch wenn ich dann oft denke, ach meine, nee, sehe ich echt nicht so. Ich höre das. Ich will doch mal was anderes hören. So, das versuche ich. Ja. Sind wir, glaube ich, ein bisschen abgeschweift. Aber ich fand's wichtig. Und ich glaube wirklich, diese Message immer wieder zu fragen, wer bin ich, wer möchte ich sein und warum mache ich das hier überhaupt? Und nicht irgendwie sich in eben diesen, ich sag's ganz fromm, in den Logiken der Welt, nicht, zu verlieren und zu sagen, Hauptsache noch, dann kriege ich noch 300 Follower und hier und da und dann Wachstum und yes und wir werden mehr. Ja, aber mehr wofür? Genau. Genau. Sehr schön. Aber ich glaube, wir machen weiter mit dem Text. Wir machen weiter. Also, ich finde auch super, dass der jetzt so einen Umschwung hat, der Text, weil sonst könnte man natürlich fragen, ja, man kann sich von allem Geld frei sprechen und, sagen, Armuts Gelöbnis finde ich aber auch manchmal fragwürdig, würde ich auch sagen, wir kommen später glaube ich auch noch dazu, ein Buch, was mich echt geprägt hat in meiner Kindheit oder Jugend eher, Shane Clayborne Ich muss verrückt sein, so zu leben. Untertitel Kompromisslose Experimente in Sachen Nächstenliebe. Fand ich richtig, richtig klasse. Und er spricht auch an einer Stelle darüber, wie er ein Armutsgelübde leistet. Und dann sagen all seine wirklich armen Freunde und die Menschen in seinem Viertel und so, ein bisschen privilegiert und ein bisschen komisch, dass du jetzt hier einen so machst. Wir können uns das nicht aussuchen. und ich glaube, das ist schon wichtig, dass man sich das in den Kopf ruft und sagt, ja, also freiwillig in Armut leben zu können, auch ein bisschen ein Privileg. Aber ich glaube, wir gehen mal weiter in den Bibeltext, sonst kommen wir da gar nicht mehr ran. Genau, es geht dann weiter, also deshalb sage ich euch, seid nicht besorgt für euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch für euren Leib, was ihr anzuziehen sollt und dann wird das noch ausgeführt, und ich finde, dann wird es so wunderbar fast schon meditativ. Seht hin auf die Vögel des Himmels. Und dann wird gesagt, na, die säen und ernten nicht, aber am Ende haben sie doch Essen. Genau, und dann geht es nochmal um die Kleidung. Betrachte die Lilie des Feldes. Ich finde, das hat was Wahnsinniges, Meditatives. Betrachte die Lilie. Ich muss auch direkt dran denken. Ich glaube, dann ist dieser Text auch noch so präsent in meinem Leben. Hier in dem Buch Fahrenheit 451, da kommt dieser Vers vor als Meditation. Da geht es also um einen Charakter, der lebt in einer Welt, wo es eigentlich keine Bücher mehr gibt und der hat eine Bibel und will sie lesen. Die ganze Welt drumherum ist wahnsinnig laut und überall sind Werbespots und so. Und ich weiß gar nicht mehr, was genau war. Ich glaube, er sitzt in der Bahn oder so. Und es läuft ganz laut ein etwas Zahnpasta-Werbespot und es dröhnt in seinen Kopf und er sagt aber immer wieder Consider the lily of the field. So, betrachte die Lilie des Feldes und dann wiederholt er es und es wird wie so ein Mantra und ich finde, das ist eigentlich richtig klasse, weil es so schöne Bilder sind und es geht hier um was ganz. Existenzielles und dann wird gesagt, nee, jetzt schau doch mal, schau doch mal in die Natur, schau auf die Schöpfung und denk mal drüber nach. Die Vögel, die sind versorgt, obwohl sie keine Landwirtschaft betreiben und die Lilien des Feldes sind schön, obwohl sie ja auch nicht selber ihre Kleidung spinnen. Ja, finde ich auch, das ist ja so ein starkes Bild, das ist ja auch, also ganz viele Verse aus der Bergpredigt eignen sich ja auch einfach so geil für, nimm einfach die zwei Verse, pack die aneinander, du hast den perfekten Kalenderspruch oder wie auch immer, ja, also das ist schon groß, großes Kino, was der Matthäus hier so abgeliefert hat. Ich fand nochmal interessant, also dieses Wort, was hier verwendet wird sozusagen für das Leben, ist schon sozusagen so gemeint. Also ich meine, das ist ja eigentlich komisch, weil das Essen und Trinken sorgt ja dafür, dass ich leben kann. Also sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet. Aber so das heißt, um das, jetzt bin ich irgendwie gerade ein bisschen raus, vergessen wir das, sag du irgendwas. Nein, aber ich finde, es ist es glaube ich schon spannend an der Stelle zu sagen, ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? Da finde ich es ja auch erstmal so ein Wumpfsatz. Also den würde ich jetzt vielleicht nicht im Kalender schreiben. Ja, danke, dass du mich da gerade rausgeholt hast. Sowas ähnliches wollte ich ja auch sagen. Genau. Aber ich glaube, es geht jetzt nicht darum, dass man jetzt nicht mehr essen soll. Oder so. Nee. Sondern man soll sich nicht darum sorgen. Genau. Also das ist hier Vers 27. Ich muss, glaube ich, einmal kurz zur Tür gehen. Okay. Den Nachbarkindern ist eine Drohne in unseren Garten geflogen. Was noch? Ja. Die haben ganz höflich gefragt, ob sie mal gucken dürfen. Ja, natürlich. Ja, soll ich einfach nochmal diesen Vers vorlesen? Gerne, entschuldigt die Unterbrechung. Genau, Vers 27. Er aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen. Diese Einstellung, kannst du dir noch so einen Kopf machen? Also am Ende hilft das Kopf machen nichts so. Also wenn du dir groß Gedanken darüber machst, was alles schief gehen kann oder wie das nicht aufgehen kann, das hilft ja nichts. Also dadurch wird dein Leben auch nicht länger. Genau. Weil wer ist aber unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen könnte? Man könnte denken, okay, man verlängert die Beine, aber es geht tatsächlich darum, die Lebensspanne zu verlängern. Genau. Und ich finde, vielleicht können wir den Pferd danach nochmal mit reinholen und dann können wir einen Schuh draus machen. Sehr gerne. So seid nun nicht besorgt, indem ihr sagt, was sollen wir essen oder was sollen wir trinken oder was sollen wir anziehen. Und jetzt die Frage, haben wir eine Antwort darauf? Also wie ist dann der Umgang, wenn wir uns nicht Sorgen drum machen sollen? Wie sollen wir dann mit solchen Fragen umgehen? Weil eben, wie gesagt, es ist ja erstmal ein bisschen privilegiert zu sagen, ich mache mir um das alles einfach gar keine Gedanken. Und auf der anderen Seite, wie gesagt, irgendwie spielt es ja schon eine Rolle. Also es ist ja hier nicht ein Aufruf, sich nackt zu Tode zu hungern, wäre jetzt mein Eindruck. Ja, stimmt. Also das Beispiel der Vögel wird ja genannt. Also die Vögel säen nicht und sie ernten nicht. Sie sind also irgendwie scheinbar. Also wir sind ja hier in einem agrarischen Kontext so und das bedeutet, also wenn du nicht siehst, wenn du nicht im Frühjahr dann Saatkorn, Saatgut auf das Feld bringst, dann wirst du nichts ernten. Und wenn du nicht dann im Herbst die Ernte einfährst und auch ein Teil in deine Scheune packst als Saatgut fürs nächste Jahr, dann funktioniert dieser ganze Kreisläuf ja nicht mehr. Und jetzt sozusagen die Vögel, die machen das alle gar nicht. Und trotzdem werden sie ja ernährt. Und es ist ja sozusagen jetzt so ein bisschen das Bild vom Geringere aufs Größere. Also wenn Gott sich doch schon um die Vögel so kümmert, dann müsste er sich doch eigentlich um euch, die ihr jetzt Menschen seid, noch viel mehr kümmern. Ja, aber ich stocke noch ein bisschen. So hört es sich ja trotzdem an, als wäre es ein Text, der auf Kriegsfuß mit der Landwirtschaft steht. Also Gott möchte nicht, dass ihr hier auf dem Feld arbeitet. Ähm. Wie kommen wir da jetzt ran? Ja, ich glaube, ich würde jetzt mal so sagen, es geht um eine andere Dimension. Also, da steht ja nicht, säe nicht und ernte nicht und pack nicht in die Scheune, sondern es geht darum, also, ja, mach das und kümmere dich auch um dein Essen und um deine Kleidung und so, aber wenn du dich da so drum sorgst, dass du nichts anderes mehr in deinem Leben hast, weil du bist so eingenommen von dieser Zukunftsangst, von der, sozusagen von diesem, so, ne? Und dann, ja, ist gar kein Raum mehr für irgendwas anderes. Ja. Also, was mir in dem Kontext auch nochmal richtig die Augen geöffnet hat, deswegen habe ich ihn gerade genannt, war wirklich Shane Claiborne, der hat ich weiß gar nicht, ob der Begriff von ihm selber ist aber der hat so einen schönen Begriff verwendet, die Theologie des Genugs. Und er fängt an und erzählt nochmal die Geschichte von, dem Volk Israel in der Wüste in der Wüste Sinai und die sind ja auch hungrig, und dann geschieht ein Wunder und es regnet Manna und Wachteln Und die gehen alle raus und sammeln das und füllen sich Töpfe und essen. Und dann füllen sie noch eine zweite Runde Töpfe und nehmen sie rein und legen Vorräte an. Und dann passiert aber genau das, was auch in unserem Text am Anfang beschrieben wird. Es kommen Würmer und essen das alles auf. Das, was zu viel war. Und natürlich sind die auch dann erstmal ein bisschen überfahren und vielleicht auch ein bisschen angepisst und sagen, wir wollen doch hier irgendwie eine sichere Grundlage haben, um in der Wüste zu leben. Und Gott sagt, nee, ihr kriegt täglich eure Ration. Ich kümmere mich darum. Darauf könnt ihr euch verlassen, aber ihr dürft nicht mehr nehmen. Hier gibt es für jede Familie quasi, wird dann auch irgendwie in Maßeinheiten gesagt, ein Goma pro Familie. Das kriegt ihr zu essen und das ist ja genug. Und das ist nicht zu wenig, das ist auch nicht zu viel, sondern das ist genug. Und ich finde, diese Einstellung des Genugs, die kommt ja auch schon in der Bergpredige an anderer Stelle vor, nämlich im Vaterunser. Da heißt es ja auch nicht und überschütte uns mit Brot. Sondern unser tägliches Brot gibt uns heute. Also täglich heute. Und morgen dann quasi wieder. Aber nicht, wir versorgen uns jetzt für die nächsten zwei Wochen. Und ich finde, das ist ja erstmal eine Brille, die man aufsetzen kann und sagen kann, das ist ja der theologische Anspruch, zu sagen, nee, macht euch keine Sorgen, denn ihr werdet versorgt. Und das sieht nicht, vielleicht nicht nur auf wunderbare Weise, da müssen wir, glaube ich, gleich auch nochmal richtig ins Gespräch gehen, weil ich glaube, niemand von uns kriegt im Moment seine tägliche Manner- und Wachtel-Ration straight out of heaven in den Garten oder so. Und was machen die, die keinen Garten besitzen? I don't know. Nein, aber es ist trotzdem erstmal ja wieder der Blick, mit dem wir auf die Welt schauen, oder? Also es gäbe jetzt einmal den Blick zu sagen, ich muss hier mich selbst versorgen und ich muss irgendwie schauen, dass ich immer genug im Vorratskeller habe und ich muss sparsam sein und ich muss also kleinlich sein und so und gucken, ob am Ende die Rechnung aufgeht. Ich finde, das ist ja irgendwie ein paralleles Bild. Geht die Rechnung am Ende auf? Habe ich am Ende genug zu essen? Rechne ich mir jetzt aus? Oder habe ich am Ende genug Geld und so? Auch hier wieder zu sagen, nee, das ist nicht der Blick Gottes und der Blick, den Gott von uns möchte, sondern der Blick ist ein anderer. Also ich glaube, bei Matthäus steckt ja auch dahinter dieser ganze Gedanke vom Reich Gottes, der später auch jetzt in unserem Text nochmal kommt. Und ein bisschen ist es ja, Bertolt Brecht hat ja irgendwie mal so gesagt, erst das Fressen, dann die Moral. Wo er sagen wollte, also die Leute müssen erstmal Essen und Trinken haben, damit sie sich überhaupt um sowas wie Gerechtigkeiten so Gedanken machen können. Und hier ist jetzt ja im Prinzip auch vielleicht so ein Gedanke, also wenn du dich immer nur damit beschäftigst, kriegst du morgen wieder essen, kriegst du morgen wieder trinken, dann ist für das Reich Gottes kein Platz. Manchmal aber das Reich Gottes kommt. Und du sollst jetzt aber, also wir sollen ja dem Reich Gottes entgegen gehen. Das ist ja so eine Aufeinanderzubewegung. Also die Menschen bewegen sich auf das Reich Gottes und das Reich Gottes bewegt sich auf uns zu. Und ich kann dem aber nicht entgegen gehen, wenn ich immer nur damit beschäftigt bin, zu gucken, klappt das morgen noch oder nicht. Und ich glaube, man verpasst ja auch was anderes, wenn man immer nur auf das Morgen schaut und sich fragt, habe ich morgen noch genug Essen? Dann kriege ich doch vielleicht gar nicht mit, dass ich heute genug Essen habe. Und. Vielleicht auch gar nicht mehr den Fokus, wenn ich immer nur frage, wo jetzt mehr Essen herkommt, dann vergesse ich darüber vielleicht auch, wer mich eigentlich ernährt. Ich glaube, das ist auch auf zwei Ebenen. Also der Blick zu Gott und ich denke zum Reich Gottes gehört, aber auch dann wahrzunehmen und zu sagen, nee, da sind so viele Menschen um mich herum, die mir mein Leben ermöglichen. Und vielleicht sind das die beiden Blicke. Der eine Blick, der Selbstversorger, der sagt, nee, ich gehe jetzt in den Wald und schlage mir ein Reh und ich mache das alles alleine. Und die Person, die sagt, nein, im Reich Gottes, da sind wir doch gemeinsam. Und da kümmern wir uns umeinander. Und deswegen müssen wir uns erstmal gar keinen Kopf machen, weil wir uns darauf verlassen, auch dürfen, dass ja Menschen um uns herum sind. Ja, finde ich gut. Gehen wir weiter. Ja, ich glaube, das unterstreicht es jetzt auch richtig schön. Ich würde es auch nochmal richtig vorlesen an der Stelle. Gerne, ja. Denn nach diesem allen trachten die Nationen. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr dies alles benötigt. Hier ist es doch. Also es ist nicht die Absage an Landwirtschaft und Kleidung und Essen, sondern Gott weiß, dass wir das brauchen. Und jetzt aber Prioritätensetzung. Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit. Und dies alles wird euch hinzugefügt werden. Seid nun nicht besorgt um den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat an seinem Übel genug. Das finde ich richtig klasse. Und ich glaube, da wird richtig ein Schuh draus, oder? Also, weil das ist ja so eine ganze Bewegung. Es geht los mit, naja, alle Nationen, alle Menschen auf der Erde, die trauen. Trachten, nach Essen, Trinken, Kleidung und auch Geld. Ich finde, deswegen, man muss den Text, glaube ich, ganz zusammennehmen und sagen, nee, das gehört also, dieser erste Paragraf über das Geld und die Schätze und der zweite über die Sorgen, die kommen auch irgendwie zusammen. Und dann wird aber auch dem nicht eine Absage in dem Sinne erteilt, dass man gesagt wird, jetzt lebe das asketischste Leben jemals, sondern Gott weiß, dass wir das alles brauchen. Aber um es zu bekommen, kann nicht der Fokus darauf liegen, dass wir nur quasi heute Morgen, übermorgen versorgt sind und uns Sorgen darum machen, sondern unser Blick muss zum Reich Gottes. Und ich finde, jetzt wird es richtig klasse nach seiner Gerechtigkeit sein. Ich finde, das macht es ja erst richtig rund, zu sagen, das Reich Gottes, das kommt ja mit was anderem zusammen, nämlich mit der Gerechtigkeit Gottes. Und ich finde, da klingen auch schon jetzt irgendwie Gesellschaftsvorstellungen durch, dass man sagt, es geht jetzt nicht nur irgendwie um was Abstruses, Reich Gottes, könnte man ja auch denken, jetzt geht es irgendwie um Seelenheil und die Schätze im Himmel, sondern wir sollen jetzt streben nach seiner Gerechtigkeit und ich finde aus, und dann folgt daraus, und dies alles wird euch hinzugefügt werden und ich finde, die Rechnung geht doch auf, also wenn wir nach Gerechtigkeit streben, und nach einer Gesellschaft, in der die Gerechtigkeit Gottes Raum hat, also in meiner Vorstellung, ich will das jetzt auch nicht so kleinreden, es ist mehr als das, aber ich finde, das fängt auch mit einem Sozialstaat an, einer Gesellschaftsform, in der für die Schwächsten und für alle gesorgt ist. Ich hänge gerade noch ein bisschen an Vers 30 und 32 und mein Kopf ist damit sogar zu voll. Kann ich das Ganze loswerden und damit gehen wir weiter? Ja. Okay. Also da geht es ja nochmal um die Lilien, die dann ja in den Ofen geworfen werden. Denk an die Lilien. Genau. Ganz meditativ. Also wenn jetzt so die Lilien sind so schön und am nächsten Tag kommen die schon in den Ofen. Und dann sagt er jetzt wieder, sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen. Also Kleingläubige sind bei Matthäus an mehreren Stellen auch immer die Jünger und Jüngerinnen natürlich auch. Und dann kommt ja Vers 32, nach all dem trachten die Heiden, sagt Luther hier, die Heiden. Bei deiner Übersetzung sind es die Nationen, es sind glaube ich einfach die Nichtjuden. Das ist einfach das Wort. Aber bei Luther sind es die Heiden. Aber das fand ich jetzt irgendwie noch mal wichtig, also dass man nicht so denkt, ja, in der Welt, da trachten die alle nach dem Mammon und nach dem Essen und Trinken und so. Weil gerade ja kurz davor waren ja die kleingläubige Gemeinde, im Prinzip war ja noch mal angesprochen. Das finde ich einfach noch mal wichtig, dass man nicht jetzt sagt, das betrifft nur andere. Das betrifft die Welt draußen irgendwie, sondern das betrifft hier schon alle sozusagen. Ja, und jetzt bin ich bereit. Ja, aber ich glaube, das wäre vielleicht nochmal spannend, weil wir so da drüber gegangen sind. Die Frage, also weil das ist auch so kantig. Wenn aber Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird. Meine Güte, das klingt auch dramatisch, nicht? Und wir sind so ähnlich, wir sind mehr als das. ist ja auch, also die Vergänglichkeit wird ja doch unterstrichen. Ja, da kommt mir gleich wieder Kohelet, also Prediger, alles ist Windhauch, ich bin doch nur das Vieh, auch wenn ich so gebildet bin. Also so ein bisschen klingt das ja hier an. Aber jetzt, das ist super, oder? Was ist denn die Lösung bei Kohelet? Essen und Trinken. Ja! Also es kommt doch zusammen. Und ich finde, das klingt ja schon durch, also die Lösung ist ja nicht, jetzt auf alles zu verzichten und zu sagen, sondern das zu nehmen, was da ist. Und ich würde sagen, das ist doch auch hier die Empfehlung, sozusagen nimm das, was dir gegeben wird, dankbar. Und denk nicht darüber nach, wie lange es jetzt reicht, sondern vertraue darauf, dass dir wiedergegeben wird. Also für alle, Kohelet ist das Predigerbuch. Für alle, falls ihr das nachlesen wollt, dann Predigerbuch. Genau, lohnt sich auch sonst mal zu lesen. Genau, also die Menschen, ich meine, das ist ja auch so ein tolles Bild mit diesen Blumen. Also ich habe hier in meinem Garten, ich rede jetzt viel über meinen Garten heute, aber egal. Ist ja auch schön, oder? Ja, ist total schön. Vor einem Monat sind hier die ganzen Frühlingsblumen rausgekommen. Schneeglöckchen und hier die Maiglöckchen und auch alles mögliche Krokusse. Osterglocken. Osterglocken, genau. Diese gelben, wie heißen die jetzt gerade? Da komme ich gerade nicht drauf. Das sind die Osterglocken. Das sind die Osterglocken. Die sind jetzt alle schon wieder weg. Also man fragt sich so ein bisschen, was sollte das? Die waren halt nur ein paar Wochen da und jetzt ist das schon wieder weg und die sind jetzt nächstes Jahr erst wieder da. Und das ist ja Verschwendung. Also ist richtige Verschwendung und so, wie es hier auch gesagt wird, in der Herrlichkeit und trotzdem sind sie dann schnell wieder weg. Aber wenn jetzt Gott so verschwenderisch mit den Pflanzen ist, wie wird er dann erst zu uns sein? Und ich finde, das ist auch wieder so wahnsinnig aktuell. Also ich erlebe es auch in meinem Leben. Ich bin ja gerade in einer Lebensphase, die manche Menschen als, ich sag mal, vorbereitend beschreiben würden. Finanzstudium, also das machst du und dann kommt irgendwann das richtige Leben. Und ich finde das so schade, weil ich denke, ich lebe ja schon jetzt und ich erlebe, wie Menschen um mich herum immer so sind, nee, jetzt muss man, also nur der Fokus auf, wann bin ich hiermit fertig und jetzt hier möglichst schnell durchkommen und das alles und natürlich auch der Blick auf, rechnet sich das alles? Und da denke ich immer so, da verpasst man doch das Leben. Ich möchte noch ein ganz plakatives Beispiel machen. Unbedingt. Da fand ich es ganz wild. Ich hörte von jemandem, der gerade sein Medizinstudium begonnen hat und gemerkt hat, ach, es ist eigentlich nicht so seins. Und dann aber jetzt hart hat und weiß nicht, soll das abbrechen oder nicht. Und dann war so die Frage, warum nicht einfach abbrechen, wenn es nicht das Richtige ist. Und dann kam aber die Antwort, ja, weil dann ist das gute Abi doch vollkommen verschenkt. Und da dachte ich, was ist das denn? Also für ein verschobener Fokus, da sagt man gut, weil diese eine Prüfung so gut war, die nicht zu verschenken, verschenke ich den Rest meines Lebens an eine Profession, die ich nicht mag. Und da denke ich so, das ist vielleicht genau diese Frage, ist der Blick, ist der in die richtige Richtung gerichtet? Oder haben wir irgendwelche abstrakten Zahlenwerte im Kopf, sei es der Kontostand oder die Abiturnote, die dann ja uns eigentlich das Leben vergraulen, weil die immer im Fokus stehen, obwohl es doch um das Leben an sich geht. Ja, wobei das natürlich auch andererseits ein beschissenes System ist. Also ich sag mal, ich glaube, viele Leute wären auch tolle Ärzte, die nicht so einen tollen Abischnitt haben und manche mit einem tollen Abischnitt sind es nicht. Und das finde ich auch eigentlich, also es ist ja auch dieses System, was die Menschen in so eine Logik bringt. Also ich hatte das bei meinem Abi auch, da haben dann irgendwelche Menschen geweint, weil irgendwie der Schnitt war 1,7 oder wie kann man im 1,7 jetzt weinen? Aber das ist irgendwie für Medizin anscheinend schwierig. Und das waren alles nicht meine Sorgen und Nöte. Das ist doch beschissen, dass man da nicht mal guckt, ist die Person irgendwie, kann die das? Ist die dafür diese Jobbeschreibung geeignet? Voll. Ja. Und ich glaube, das ist es. Also irgendwie, wir machen es jetzt immer an Zahlen fest, aber wie solche Zahlen unser Blick auf das Leben verschieben können und verzerren können und uns also auch dazu anregen. Und ich finde, das hat was Dämonisches. Da sind irgendwelche Kontrollmechanismen, Systeme, die eigentlich auch niemand mehr richtig Zugriff hat. Also ich meine, wer wäre denn überhaupt verantwortlich, das jetzt zu ändern? Ich wüsste es gar nicht, wenn wir sagen, der Bildungsminister, Gesundheitsministerin, wer würde dieses System denn aufbrechen können? Gibt es da nicht diese KultusministerInnen-Konferenz oder so? Ja. Wo dann alle 16 BildungsministerInnen plus Bildungsministerin des Bundes zusammenkommen und dieses Gremium sich nie irgendwie einigen. Also ich meine, auch das ist ja irgendwie so, wir haben ja so ein komisches Gremium, was dann aber wieder nichts entscheidet und so. Aber niemand ist ja mehr verantwortlich. Das ist auch, ich glaube, ich will es jetzt auch nicht nur ganz schlecht reden, es gibt ja auch gute Gründe, warum solche Dinge so gewachsen sind. Aber trotzdem muss man sich das nochmal klar machen dass da irgendwie so gewachsene Systeme unser Leben, ja bestimmen und dazu führen dass Menschen das klingt jetzt so plump, aber einfach unglücklich sind und das ist doch eigentlich schrecklich dass Leute ja da eigentlich ihr schönes Leben dran verlieren und da würde ich sagen, da genau muss man doch gucken, dass man den Fokus wieder auf das Schöne legt ähm. Aber ich glaube, wichtig ist, dass man uns jetzt keinen sozusagen asketischen Individualismus macht. Also, dass man jetzt den Menschen sagt, so, zieh in die Wüste oder so. Also, kann man auch machen, wenn das der Weg ist. Aber wenn man jetzt den Leuten sagt, so, das System, das ist alles schlecht und du kannst nur das alleine, du musst dich sozusagen lösen davon. Ja, also, wenn wir das alle kollektiv machen, klar, aber irgendwie, äh, kann das ja auch nicht der Weg sein, den wir dann alle gehen. Irgendwie müssen wir auch wieder in Gemeinschaft kommen und neue Systeme entwickeln. Ich hätte einen Gegenvorschlag. Okay. Also das ist auch jetzt reflektiert aus einer ein bisschen privilegierten Position heraus, aber die würde ich am liebsten allen Menschen wünschen. Also ich habe in meinem Leben gelernt, ich möchte gar nicht mehr Geld haben. Ich möchte, dass alles weniger kostet oder am besten gar nichts. Ich merke eigentlich, man kann so viel besser leben, wenn man das ausblenden kann. Ich habe jetzt das Privileg irgendwie als Studentin sind viele Dinge billiger und ich kann hier ins Theater kostenlos gehen. Das ist eine Riesenbereicherung in meinem Leben und ich kann das irgendwie in mein Leben integrieren und ich sage immer das gute Leben leben. Irgendwie mit Freunden Zeit verbringen, zu sagen, ja, wir genießen Wein und Essen und all die schönen Dinge und wir haben alle nicht viel Geld und es ist gar nicht so jetzt irgendwie, dass wir uns darüber Gedanken machen müssen, sondern wir gucken und sehen, ach, guck mal, das ist kostenlos, dann machen wir das doch mal und hier ist doch irgendwie was Nettes und so. Und das, finde ich, ist so bereichernd. Und ich glaube, dazu kommt eben auch, dass das drumherum abgesichert ist. Also zu sagen, es hilft ja, jetzt auch ganz plump gesprochen, wenn es eine Krankenversicherung gibt, wenn Leute sich nicht Gedanken machen müssen, wie sie ihre Gesundheit finanzieren, dann können die ja auch, also da bin ich fest von überzeugt, ein gottgefälligeres Leben führen. Dann können sie ihren Fokus auf ihre Mitmenschen verschieben und so. Und deswegen würde ich sagen, eigentlich dieser Text, der ruft eben nicht auf, in die Wüste zu gehen. Sondern eine Gemeinschaft zu gründen und die Gemeinschaft ist am Ende des Reichs Gottes. Vorbereiten, nach seiner Gerechtigkeit streben, denn dann werden wir versorgt. Das ist ja auch die Israeliten, die sind ja auch nicht alleine in der Wüste alle als Asketen, sondern sie gehen als Volk dorthin und dann gibt es für das Volk als Gesamtheit einen Versorgungsmechanismus. Und das Essen wird auch nicht jeder Person individuell zugeschickt, sondern jeder Familie und dann in den Familien verteilt. Und ich würde sagen, das ist doch irgendwie eine Perspektive, zu sagen, hey, wir wollen eine Gemeinschaft werden. Das Reich Gottes ist eine Gemeinschaft, eine Gemeinschaft in Gerechtigkeit und eine versorgende Gemeinschaft. Ja, das finde ich ein mega schönes Bild. Also auch diese sozusagen, indem man eine Gemeinschaft schafft, in der möglichst Menschen wenig Sorgen haben sozusagen, also indem man sie möglichst gut mit dem Essentiellen versorgt, mit dem genug, schöner Begriff. Haben sie überhaupt erst die Kapazitäten, also für sich selber zu sorgen, nach Gott zu streben und so. Für mich finde ich jetzt aber nochmal diese Perspektive Reich Gottes finde ich mega wichtig, weil also so eine Idee, wir schaffen eine Gesellschaft, die Menschen versorgt und in der Menschen dann keine Probleme mehr haben oder keine gravierenden, die gibt es ja, das ist ja Sozialismus sozusagen oder in der Endform dann Kommunismus und das war ja auch so eine Idee. Also wir versorgen die Menschen und so und dann aber natürlich immer die Idee, diese Gemeinschaft muss man irgendwie schaffen und dafür müssen wir die Menschen dann auch so prägen, dass sie dann da reinpassen und so und das hat ja auch zu viel Unrecht und Leid geführt. Aber wenn man sagt, das ist aber das Reich Gottes, wo wir hinwollen Dann ist das nicht verfügbar, Ich kann nicht sagen, das Reich Gottes, das macht jetzt per Asmusen wahr Weil ich halt nicht Gott bin Also kann ich nur sagen, ich tue mein Möglichstes, dass ich mich auch dafür einsetze Dass die Menschen nicht so viel mit diesem, sag ich mal, Essen und Trinken und so weiter beschäftigt sind Damit sie alle nach dem Reich Gottes streben können. Aber was es dann am Ende ist, das liegt nicht in meiner Hand, das ist nicht in meiner Verfügbarkeit. Ich glaube auch einfach die christliche Perspektive da stark zu machen und zu sagen, wir arbeiten im Vorletzten. Und dann fällt ja auch der Perfektionszwang weg zu sagen, jetzt zu unseren Lebzeiten müssen wir es perfekt hinkriegen. Nee, werden wir auch nicht. Und das ist auch okay. Und überhaupt glaube ich nicht, dass wir in dieser Schöpfung, in dieser Welt irgendwann das perfekte System haben, wie du sagst. Das Reich Gottes, das wird erst am Ende perfekt, so durch Gott. Aber ich finde, das gibt dem ja ganz auch eine Dynamik, dass wir sagen, wir müssen auch keine festen Formen finden, sondern die dürfen sich auch immer wieder neu erfinden, eben weil sie das Vorletzte sind, nicht perfekt. Und wir dürfen danach streben und wir dürfen davon überzeugt sein, dass wir schon jetzt dran bauen dürfen und auch jetzt ja seine Liebe teilen dürfen. Genau, aber das wird immer wieder neu verhandelt, das wird neu aufgerollt und es ist nichts, wo wir sagen, wir wissen, wie es geht. Ja, ich finde, das ist ein gutes Schlusswort gewesen, oder? Möchtest du noch was loshören? Das war so on point. Ja, ich würde, mein Lieblingsschlusswort ist eigentlich immer, dass ich sage, das Beste kommt noch und das passt hier genau drauf. Ich glaube, es kann nur besser werden und es wird besser werden und wir dürfen danach streben. Ja, und auch wenn alles irgendwie gerade vielleicht nicht so danach aussieht. Gott wird uns trotzdem versorgen. Das ist sozusagen, das ist hier so eine Zusage. Herrlich. Vielen, vielen Dank, das war richtig cool Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, Toller Text und toll den mit dir zusammen zu lesen Gleichfalls, es war mir eine Freude und ich würde einfach mit einem Amen schließen Amen. Music.