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Hallo und herzlich willkommen zu einem kleinen Podcast. Wir sind hier im Gymnasium Nord im Studio in Westhausen und werden uns heute etwas mit dem Drohnenpilot unterhalten und sozusagen unsere Eindrücke dazu schildern. Wie wäre es, wenn wir uns zuerst vorstellen, oder? Das ist eine gute Idee. Ich bin Emil, bin 15 und aus der 9D. Ich bin der Manuel, auch aus der 9D und ebenfalls 15 Jahre alt. Ich bin Didi Leon, 16 Jahre alt. Ich bin Jonathan, 16 Jahre alt und ebenfalls aus der 9D. Wie wäre es, wenn wir zuerst über unseren ersten Eindruck reden? Finde ich gut. Am besten, dass du einfach mal anfängst und dann gehen wir einfach reihe um. Also zunächst wollte ich sagen, dass das Buch echt schön war. Es gab viel Liebe, Action etc. darin und was dieses Buch so außergewöhnlich gemacht hatte.
Trotzdem, als ich zum ersten Mal dieses Buch gelesen hatte, kam es mir ein bisschen fremd vor. Ich weiß nicht, was es war, aber dass er zuerst ein Game gespielt hat und dann auf einmal eingeladen wurde, selber Drohnenpinot zu werden. Fand ich nicht so realistisch, weswegen ich erst etwas verwirrt war.
Wie sieht es bei dir aus, Emil? Ja, also bei mir ging es eigentlich genauso, weil eigentlich in unserem Alter ist ja jeder auch in der Situation, dass jeder mal ein Videospiel spielt und dann halt, dass der Wechsel dazu kommt, dass man das auch das, was man im Spiel tut, auch in echt dann vollziehen kann. Das war dann schon ein großer Umschwung, auch in Bezug auf die Beziehung.
Und ja, also ich fand das Buch eigentlich sehr, sehr schön und am Ende fand ich aber, hat die Spannung ein bisschen abgenommen, weil am Anfang schon halt der Hauptteil erzählt wurde, beziehungsweise am Anfang kam halt schon die Geschichte oder halt, ich fand am Anfang wurde schon oder etwas zu wenig über die Person an sich erzählt und ja, Jonathan, wie war es bei dir? Ich schließe mich meinem Vorrednern auf jeden Fall an, allerdings von ich habe das Faszinierendst da an dem Buch, dass so viele ethische Fragen gestellt wurden, wie zum Beispiel der Einsatz von Kampftrohnen, ob dieser ethisch gerechtfertigt ist. Apropos ethische Frage, wie stehst du eigentlich dazu, also mit dem ganzen Einsatz von Drohnen, Emil? Ja, also ich finde ja auch, dass in Spielen generell auch der Einsatz von Waffen und Drohnen verherrlicht wird, oder beziehungsweise, dass man halt auch so den Zugang zu Spielen sehr einfach bekommt, also dass man nicht viel tun muss, auch dass kleinere Kinder auch einfach den Zugang zu diesen Spielen einfacher bekommen, als man eigentlich sollte und dass zum Beispiel in ganz normalen Spielen auch einfach halt, dass die Waffen, dass man damit Menschen töten kann oder halt einfach das Spiel dazugehört, dass man Menschen töten kann und ja.
Aber inwiefern hat das jetzt direkte Auswirkungen auf das Kind selbst? Denkst du nicht, dass es weiß, dass es nicht echt ist? Also ich denke, natürlich denkt das Kind, dass es nicht echt ist, aber trotzdem nimmt das natürlich einen Einfluss auf das Kind. Und halt immer zum Beispiel in Missionen oder generell einfach Leute zu töten, das wird dann halt einfach immer zur Routine oder so. Und also nicht, dass man es aufs echte Leben beziehen kann, dass es in echt auch töten würde, aber halt es hat ein falsches Menschenbild dann. Und dass es halt sowas in echt geben kann, dass Menschen auch einfach so Menschen erschießen können. Und ich finde auch generell, das Erschießen von Menschen ist eine sehr... Fragwürdige Weise. Genau, also dass es sehr komisch rüberkommt. Also nicht komisch, aber es ist verstörend und es hat natürlich einen großen Einfluss auf einen selbst.
Also wenn wir das jetzt mal auf die Realität beziehen, der Einsatz von Drohnen ist jetzt eigentlich Alltag geworden, vor allem in Gebieten wie Syrien oder auch Afghanistan, wo die USA von Deutschland aus hierher dann auch diese Drohnen steuerte. Meine ehrliche Meinung ist, dass das einfach nur traurig ist, dass man halt quasi diesen Machtmonopol schafft, dass man sagt, ja, Krieg sollte eigentlich fair sein, aber lass uns doch Drohnen benutzen, dann haben wir einfach einen Vorteil und dann schützen wir uns selber. Deswegen, der Drohneinsatz an sich ist falsch, wenn, dann muss sowas reguliert werden und nur für Aufklärungsarbeiten in dem Sinne, dass man gucken kann, ob da überhaupt Feine sind. Weil, wenn eine Drohne zum Beispiel jetzt einen Menschen umbringt, wird dieser als Kollateralschaden, als Opfer, den man hinnimmt. Als Kriegsverbrechen? Nein, wenn man wirklich eine Drohne... Es gab einen Fall, wo eine Drohne, eine amerikanische Drohne, zwei Kinder umgebracht hat.
Und die wurden quasi als Opfer... Man hat gesehen, okay, die sind tot. Aber es war aus Versehen, man hat gedacht, sie sind Terrorist, deswegen war es irgendwie gerechtfertigt. Dann nimmt die als Kollateralschaden an, sie waren am falschen Ort einfach. Und das ist das Traurige. Es gibt keine Regulation bezüglich dieser Waffe. Ja, das ist ja auch die Diskussion, ob Drohnen oder Drohnenangriffe als Kriegsverbrechen zählen sollten, weil Drohnenangriffe verfolgen oder kommen ja immer aus dem... Aus dem Unwissenden. Und die Feinde können ja nicht ahnen, ob ein Drohnenangriff kommt oder nicht. Man hört sie nicht, man sieht sie nicht. Und das ist es halt, wenn man es so ausdrücken will, einfach unfair gegenüber den anderen. Auch ist es immer noch Krieg, das sollte man auch so stehen lassen. Aber trotzdem ist es einfach, weil wenn man selbst Krieg führt, sollte man halt die Gerechtigkeit gelten lassen und halt, dass die andere Seite noch eine Chance hat oder halt auch nicht, den Krieg zu gewinnen. Aber halt nicht, dass es so passiert, dass eine oder andere halt unfaire Waffen gegen die andere Macht ausübt.
Paradox, dass wir das Wort Gerechtigkeit in Bezug zum Krieg benutzen. Aber ja, da hast du recht. Aber lass uns mal wieder zurück zum Thema kommen, zu dem Buch Trumpilot. Im Buch ist es ja so, dass wir einige Beziehungskonstellationen haben, einmal die mit seinem Vater, Freundin und dann noch mit ein paar anderen. Wie stehst du eigentlich dazu, Jonathan? Hast du da jetzt was zu sagen? In erster Linie würde ich dafür auf die Beziehung von Darius mit seinem Vater eingehen, weil ich glaube, dass genau diese Beziehung der Auslöser für seine schwere Sucht zu diesen Computerspielen war, wodurch er erst den Auslöser für seinen späteren Beruf gefunden hat. Weil dadurch, er hatte halt keine Mutter mehr und sein Vater war arbeitslos und hat auch nicht das beste Verhältnis, wodurch er sich halt so weit isoliert hat von seinem Vater, dass er halt überhaupt erst zu diesen ganzen Spielen gekommen ist, dadurch, dass er so viel Zeit damit verbracht hat. Hätte er, wäre ihm ein besseres Verhältnis zu seinem Vater gehabt, hätte er niemals so viel Zeit in dieses Spiel verbracht und dann hätte er ja auch niemals, wäre niemand nur in die Lage gekommen, diesen Beruf anzunehmen. Weil er wollte den Beruf nur annehmen, um seiner Freundin was zu bieten. Und das dachte er dann nur, weil seine Freundin für ihn ein besserer Kontakt war als sein Vater.
Also Jonathan, meinst du quasi dann mit diesem ganzen Spiel und diesem Job auch, dass es eher so ein Rückzugsort ist, in dem er sich dann befindet und quasi auch auffällt, weil er eben sich dort wohlfühlt und dann diesen Rückzugsort, den er im Spiel gefunden hat, dann auch später in diesem echten Job, in diesem echten Drohnenjob dann projiziert hat und quasi den als Rückzugsort benutzt hat und den quasi dann als Ausgangsposition für sein Leben genutzt hat. Also man würde das damit sagen. Ich glaube schon, dass es ein Rückzugsort für ihn sind, weil halt eine Elternperson, egal jetzt, ob Vater oder Mutter schon sehr wichtig sind und er hatte halt eigentlich gar nichts von bei ihm. Eine Mutter hatte er gar nicht und sein Vater war nicht richtig für ihn da. Das sieht man auch schon in den ersten Seiten vom Buch, wo sie selbst schon beim Essen eigentlich nicht miteinander reden. Und deswegen glaube ich halt, dass er zum einen sich in Ersatz mit seiner Freundin aber zum anderen halt auch in diesen Spielen sucht weil er halt dort ein Gefühl hat was er bei seinem Vater nie hatte deswegen kommt es ihm halt sofort wie es ihm guttun und das hat er dann noch später bei seinem Beruf mit dem echten Thron halt, Wir haben uns ja auch eben schon über Kriegsspiele unterhalten und ob man die einfach so erwerben konnte. Und jetzt wäre es am besten, wenn wir noch darüber sprechen, ob diese Spiele aggressiv machen oder halt den Charakter der Person verändern.
Also ich würde ganz klar aus meiner Meinung sagen, dass sie nicht aggressiv machen, also beziehungsweise dass es Auswirkungen auf die Person an sich hat. Natürlich macht es beim Spielen an sich aggressiv und auch manchmal ziemlich sauer und kann einen auch aus der Fassung bringen. Aber trotzdem denke ich, dass sie nicht unbedingt eine große Auswirkung auf die Person an sich haben. Vielleicht wenn man das Spiel sehr oft oder sehr häufig konsumiert, dass es dann dazu kommen könnte, dass die Person dann halt ein anderes Bild hat von Menschen. Arman, was würdest du dazu sagen? Emil, du sprichst es ja gerade an, beim wiederholten Spielen, also wenn man das regelmäßig spielt, wie zum Beispiel jetzt GTA oder andere Spiele, in denen jetzt Gewalt oder auch Mord etc. Jetzt an Teil der Tagode stehen, kann ich schon, da kann man schon sagen, dass es bei gewissen Menschen, nicht bei allen, aber wenn man das jeden Tag spätig quasi an dieses Getue gewöhnt und quasi nicht unbedingt ein anderes Menschenbild hat, doch, ich würde schon sagen, dass man Menschen weniger.
Wert sieht, weil man eben in Spielen hunderte, wenn nicht sogar tausende tötet. Und es gibt Menschen, die halt nicht klar unterscheiden können, wie sehr zwischen den Zivilisten im Spiel und im echten Leben. Und Aggressivität im Spielen ist ja was ganz normales, das hat ja jeder. Und wenn man das Spiel jeden Tag spielt, wird man ja automatisch zu einer aggressiven Person, weil man im Gewöhnungsstil ist. Der Mensch gewünscht an Sachen. Und wenn man jeden Tag spielt und jeden Tag aggressiv wird, wird man auch irgendwann im Echten dem aggressiv. Und da würde ich schon behaupten, dass jetzt das Spielen, nicht unbedingt vom Baller spielen, aber allgemein das Zocken mit jetzt Konsolen oder Computern etc. Schon bei einigen Menschen einen Charakter erwecken kann, der nicht unbedingt jetzt schön ist und auch dauerhaft sein kann. Weswegen es halt aber auf den Menschen ankommt und nicht jeder gleich ist. Das muss man ja auch ganz klar sagen.
Du meinst es ja auch eben, dass wenn man in Spielen Hunderte oder auch sogar Tausende Menschen tötet, dass es in echt die Person auch nicht mehr so schlimm finden würde, auch jemanden umzubringen. Das fände ich jetzt nicht, weil man ist ja immer noch im Spiel und man kann es ja nicht vergleichen mit, wenn man zum Beispiel, man muss ja auch immer so sehen, man beendet damit das Leben einer Person, die halt schon 30, 40, 50 Jahre gelebt hat und das Leben ist dann halt einfach vorbei. Und in Spielen ist es dann halt eine künstliche Intelligenz, die dann halt einfach durch die Gegend läuft. oder halt, wenn man mit Onlinespielern spielt, die werden dann halt wieder und wieder belebt, aber die sind dann halt nicht direkt tot und werden es auch nicht immer bleiben. Und deswegen denke ich halt auch, dass es halt nicht so ist, wenn man zum Beispiel jetzt in echt auch jemanden umbringen würde oder es nicht so schlimm finden würde, wenn man oft Ballerspiele zockt, indem man Menschen tötet oder töten kann.
Dazu würde ich ja auch nochmal sagen, Emil, das ist ja wie du es siehst, deine Ansicht und deine Gedankengänge. Nicht jeder denkt ja so wie du und nicht jeder hat dasselbe Menschenbild. Und ich meine, so ein Ballerspiel muss dich dafür sorgen, dass du irgendwie, weniger Wert im Leben eines Menschen siehst und den du einfach umbringen kannst. Aber es kann. Nur weil du das bist, nur weil du als Person quasi das ablehnst und sagst, das kann nicht sein, ist das gut für dich und das sollte auch so sein. Aber jeder hat eine andere Ansicht von Moral und es kann sein, dass diese Ballerspiele, kann, muss aber nicht, halt diese Moral einfach nur verstärken. Und das ist halt meine Meinung. Ich sage nicht, dass es immer so ist und bei jedem, aber es möglich sein kann. Ich hätte es dazu nochmal gesagt, natürlich, jeder hat eine andere Einschätzung von Spielen oder wie diese Spiele sich auf Menschen auswirken, aber ich würde da eigentlich auch total zustimmen und sagen, dass sich halt Spiele auf Menschen komplett anders auswirken und natürlich wenn ich es zum Beispiel bei Spielen nicht so doll austrafe, wie zum Beispiel einer meiner Freunde, dann könnte man das auch so sagen, dass sich die Spiele immer auf die Person an sich auswirken und dann, wenn man halt weiß, dass man relativ oder sehr schnell ausrastet, dass man sich dann halt an Spiele gewöhnt, die halt einen.
Nicht so oft ausrasten lassen oder wo man halt die ganze Zeit ein Erfolgserlebnis hat, was einen dazu bringt, dass man eher glücklich ist und nicht so oft eher negativ gestimmt ist und ja. Beim Spielen wird ja ein Hormon namens Dopamin ausgeschüttet, der quasi dafür sorgt, dass du Spaß am Spielen hast. Das kann ja auch direkt in Verbindung damit stehen, dass du eine Person im Spiel umbringst. Das ist jetzt sehr weit hergeholt und ich sage jetzt nicht, dass das stimmt, aber wenn du eine Person umbringst, also jetzt in einer Mission zum Beispiel.
Und dann dadurch die Mission erfolgreich beendest, wird dir Dopamin ausgeschüttet, weil du die Mission beendet hast. Dadurch könnte dein Gehirn nun ruhig denken oder quasi damit annehmen, dass es nicht im echten Leben so ist, aber quasi dieses Glückserfühl hervorhebt. Ich sage nicht, dass es so ist, aber dass dann quasi das Töten eines Menschen quasi attraktiver auf dich wirkt, nicht in großem Maße, aber einen kleinen Effekt schon haben kann. Ich würde prinzipiell zwischen zwei Sachen unterscheiden. Ich glaube tatsächlich, dass beim Großteil der Spieler dieses Gefühl von Aggression oder halt auch Sucht nicht so stark überwiegen, weil halt eigentlich fast alle Spieler halt klar davon unterscheiden können, wenn sie jetzt so ein Spiel spielen und wenn sie halt im echten Leben sind. Man nimmt ja, wenn man jetzt im Spiel jemanden umbringt, ist ja auch was anderes, als einfach mit einem Messer jetzt draußen in die Stadt zu gehen, jemanden abzustichen.
Deswegen glaube ich halt, dass es ein größter Spieler davon unterscheiden kann. Allerdings gibt es auch so einen kleinen Prozentsatz, die das wahrscheinlich nicht können. Jetzt aufs Buch bezogen ist, glaube ich, Darius genau eine von diesen Personen, weil er halt eben so schwere familiäre Verhältnisse hat und diese virtuelle Welt halt sein einzigster Rückzugsort ist. Deswegen fühlt er sich zu der mehr hingezogen als viele andere, die zum Beispiel diese familiären Probleme nicht gegeben haben. Ja, Jonathan, das ist ein gutes Argument, was du aufgebracht hast. Ich meine, ich glaube, wir können uns alle darauf einigen. Ich wollte nur noch mal sagen, dass es ja nur sein kann. Es muss natürlich nicht. Mein Argument hast du jetzt entkräftet. Aber genau.
Apropos, wir sind ja gerade richtig vom Thema abgeschwiffen. Wie wäre es, wenn wir jetzt ein bisschen über ein Buch reden? Wer will eigentlich anfangen? Wer will eigentlich darüber erzählen, was eigentlich das Buch eigentlich ist? Worum es eigentlich geht? Wir fangen einfach mal am Anfang des Buches an. Am Anfang des Buches wird ja eigentlich nur über Darius und seine Familie und das Umfeld von ihm beschrieben und man bekommt einen Einblick in sein Leben und vor allem am wichtigsten finde ich auch, dass man jetzt am besten auch einen Einblick auf das Leben von den Personen bekommt. Also zum Beispiel Darius' Vater, der ja auch zu dem Zeitpunkt arbeitslos ist und deswegen kommt ja auch Darius dazu, dass er solche Spiele spielt und was ihn ja dazu ja auch im späteren Verlauf des Buches dazu bringt, dass er diesen Job annimmt und genau.
Später im Buch wird er dann auch als offizieller Trompilot auch quasi aufgenommen, und wird dann auf eine Mission geschickt. Zuerst sieht man, wie er quasi Spaß daran hat und nicht wirklich versteht, was er da macht, weil es sich nicht wirklich anfühlt wie ein Job für ihn. Aber wir können auch dort ganz gut einen sehr schönen Charakterübergang, also eine Charakterentwicklung sehen, indem er quasi realisiert, was er macht, bis es dann Ende dazu kommt, dass er einen Protest niederschlagen soll mit einer Drohne, wobei seine Freundin auch dabei ist. Und dann dieser Konflikt entsteht, ob er jetzt nun auf seinen Befehl hören soll, den Job, den er immer haben wollte, beziehungsweise dieser Job, der sein Rückzugsort ist, oder alles aufgeben sollte für seine Freundin. Und das ist schön, dass dieser innerliche Konflikt auch immer im Buch vorbeahnt bestehen bleibt, aber trotzdem eine kleine Entwicklung des Charakters entsteht. Also vom Übergang vom Jungen, der quasi nur im Zimmer hockt, zu dem, der einen Job hat und endlich dann einer, der auch ein moralisches Verständnis entwickelt, seine eigene Morale, meine Morale auch hat und dann auch Entscheidungen aufgrund seiner Überzeugung trifft. Das finde ich sehr schön am Buch. Und ich meine, es gibt ein paar Aussetzer, wo man sich denkt, muss nicht sein, aber im Großen und Ganzen ist es ein schönes Buch.
Okay, dann würden wir auch schon direkt anfangen mit der ersten Frage an Sie. Und zwar, wie kamen Sie eigentlich auf die Idee, über einen Drohnenpiloten zu schreiben? Ja, das war damals noch gar nicht so alltäglich. Ich war tatsächlich auf Lesereise in der Schweiz für ein anderes Buch. Und das war an einem Nachmittag. Nach den Lesungen war ich an einem See spazieren in Luzern. Und da war eine Drohne, die einfach, ich sag jetzt mal so in 20 Metern Höhe, über uns stand. Und da waren noch andere Leute und jeder guckte, was die da machte. Und das hatte sich irgendwie seltsam angefühlt, weil man auch nicht gesehen hat, wer der Drohnenpilot war. Und das komische Gefühl, ich meine, in der Schweiz, wenn das sich schon so da anfühlt, wie fühlt sich das erst woanders an? Und das war für mich das erste Mal und das hat mich da nicht mehr losgelassen. Noch auf der Rückreise im Zug habe ich dann angefangen, über so eine Geschichte nachzudenken, wie das, was da passieren könnte oder wie man da reinrutschen könnte.
Also waren Sie dann auch so, sodass Sie sich direkt so eine Person vorstellen konnten wie Darius hinter dieser Drohne? Das genau, das ist dann immer die nächste Frage. Aus welcher Sicht erzähle ich eine Geschichte? Was für eine Geschichte erzähle ich? Und mir fiel ein Detail ein, was ich schon gelesen hatte bei School Shooter, bei einem anderen Roman von mir, das ich gar nicht benutzt habe. Das war die Tatsache, dass man zum Beispiel zur Ausbildung auch Online-Spiele oder gewisse Games nehmen kann oder dass der amerikanische Militär das auch benutzt und solche Sachen. Und dann hatte ich plötzlich diese Idee, was wäre, wenn das tatsächlich schon ein Trainingsprogramm ist und wem würde das passieren? Dann kommt es als erstes, passiert das einem 30-Jährigen vielleicht nicht so schnell, weil die nicht so viel zocken. und dann kam ich ganz langsam auf die Person von Darius. Die hat sich denn dafür.
Hat sich da herausgebildet. Ich muss mich manchmal entschuldigen, seit sechs Jahren rede ich nur Englisch, denn manchmal muss man Deutsch ein bisschen heulen. Alles gut. Und also nochmal zu Darius. Dann hatten Sie dann irgendwelche Hintergedanken und was, also zu Darius Familie und auch seine Mutter, wie das war. Ja, bei solchen Sachen kommt denn ein Detail zum anderen. Ich fange auch nie einen Roman an zu schreiben, bevor ich die Figur nicht hundertprozentig vor mir sehe und höre, in was für einer Situation er lebt. Genau, die nächste Entscheidung war, das den in der nahen Zukunft spielen zu lassen, also nicht in der direkten Gegenwart, in der nahen Zukunft, wo es dann, sage ich mal, Grundeinkommen gibt. Und wer würde das bekommen, in welcher Lebenssituation ist er und was jetzt genau der Grund war, also ich hatte das selber nie benutzt, also ich habe meine eigene Mutter mit 17 verloren, am Autounfall und deswegen habe ich das dann so ein bisschen einfließen lassen, weil ich da ganz gut mir vorstellen konnte, wie sich das anfühlt.
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Also als nächstes werdet ihr ein paar Ausschnitte aus dem Buch hören und dabei wünschen wir euch viel Spaß. Du bist einer der wenigen, die das geschafft haben. Einer der ganz wenigen. Deswegen haben wir uns entschlossen, dir ein Angebot zu unterbreiten. Wir möchten dir vorschlagen, für uns zu arbeiten. Mit uns. Folge dem QR-Code nach der Beendigung dieses Gesprächs eingeblendet wird und du wirst Näheres darüber erfahren. Wir würden uns freuen, von dir zuhören. Der schwarz-weiße QR-Code erschien, bildschirmfüllend. Ich sprang hoch, als wäre ich vom Schellen eines Weckers vor einer Prüfung aufgewacht und stolperte zu meinem Device-Bag, das an einem Haken an der Tür hing. Hinter mir fiel der dämliche Stuhl lautpolternd um. Ich hustlte eilig das Device heraus. Wer weiß, wie lange die den Code einblendeten. Am Ende musste ich die Mission noch einmal spielen, um wieder dahin zu gelangen. Schlugen die mir einen Job vor? So verstand ich das zumindest. Was für einen. Als Testspieler? Das wäre der Hammer. Der absolute Hammer. Gut war ich ja. Ich wischte über den Screen und öffnete ihn den QR-Code-Reader. Geschafft. Gerade rechtzeitig. Denn als meine Zimmertür aufgeschlossen wurde, verschwand der Code vom Bildschirm. Alles in Ordnung hier? fragte mein Vater. Ist umgefallen. Ich nahm das Device von meinem Knie und den Fuß vom Stuhl. Mit dir? Nein. Du bist darauf eingeschlafen. Nein. Außerdem war es Platz hier rein, ohne anzuklopfen. Ich dachte, der Lärm. Privatsphäre? Nicht, wenn man mit Möbeln herumschmeißt. Habe ich nicht. Bin aufgestanden und das Ding ist umgefallen. Aha, seufzte er. Und was hast du gerade gemacht mit deinem Device?
Ich habe etwas fotografiert. Warum erzählte ich ihm das überhaupt? Deinen neuen Bildschirmschoner? fragte er. Das grüne Teil mit dem Fluss, dem blauen Himmel und der Sonne strahlt uns an. Genau. Am späten Nachmittag wollten Evelyn und ich uns direkt nach ihrer Arbeit am Schwanenteich treffen. Ich war zuerst da. Etwa 30 Leute hatten sich auf der Wiese eingefunden. Eine Demonstration sah für mich anders aus. Außerdem kamen mir die Teilnehmer recht ratlos vor, so wie sie sich nacheinander begrüßen und einzeln von Grüppchen zu Grüppchen schlichen. Mir vermittelte das eher den Eindruck einer Cocktailparty ohne Cocktails. Ich setze mich abseits von ihnen am Teich auf die Lehne unserer alten Parkbank. Mein Device blieb zur Abwechslung in der Tasche am Gürtel. Wenn ich Teil zuzuschlagen hatte, spielte ich für gewinnig unterwegs Demolition. Heute lauschte ich dem Rauschen des Sprengbrunns mitten im See. Eine vier Meter hohe geriffete Nadel aus Stein, ein modernes Kunstwerk, aus dessen Düse am Ende das Wasser zu allen Seiten spritzte. Pusteblumen hieß das Ganze. Man brauchte viel Fantasie, um die darin zu sehen. Endlich erschien Evelyn. Sie durchquerte in jeder Hand einen Guarana-Flutschake haltend von der Hauptstraße Hedden Park.
Die Schulterriemen ihres Rucksacks zogen ihr T-Shirt straff. Deutlich zeigten sie sich ihre Brüste ab. Sie sah fantastisch aus. Andere waren platt nach der Arbeit, ausgebrannt. Sie gewannen dort ihre Energie. Durch ihre Anwesenheit machten sogar die verlorenen Gestalten auf der Wiese Sinn. Ich katapultierte mich in den Sand und bereute sofort meine Reaktion. Wie sah das denn aus?
Mein Kopf wirbelte zwischen dem Bildschirm und Herrn Spieß hin und her. niemanden. Ein Terrorist, der hunderte Menschenleben auf dem Konto hat, Frauen und Kinder. Und hunderte werden folgen, wenn wir den Auftrag nicht ausführen. Aber ich, verspiel doch nicht deine Chancen. Bei diesem Talent wirst du bald befördert und sitzt im Hauptquartier. Ein schwer zu erkennender Wüstenweg schlängelte sich zu der Hütte. Die Tür wurde behutsam aufgezogen. Der schwarze Spalt in der Fassade vergrößerte sich. Der Knoten in mir auch. Der Kopf der Zielperson erschien. Gleiches in Weißvollbart, Er trug einfache Kleidung. Face-Erkennung aktivieren. Es ist nicht sicher, dass er der Richtige ist. Dann hätten wir auch einfach die Hütte zerlegen können. Herr Spieß sprach schnell. Face-Erkennung. Ich tippte den Shotcut ein und ein Quadrat erschien auf dem Bildschirm, darunter ein Balken, der sich rasch von 0 auf 100% füllte, gefolgt von einer Meldung in rot. Zielperson identifiziert. Bingo, sagte Herr Spieß. Zur Hälfte stand er drin, zur Hälfte draußen. Er zögerte.
Gab es diesen siebten Sinn, Gefahr zu spüren, beobachtet zu werden? Putt, putt, putt, machte Herr Spieß. Er widerte mich an. Was ist, wenn wir ihn warnen würden? Wozu das denn? Er könnte sich ergeben. Bei Drohnen gilt die International die No-Surrender-Policy. Man kann sich keiner Drohne ergeben. Er kann sich nicht ergeben? Nie? Nein. Bei Raid ging das. Da kam dann die Bodeneinheit und das war ein Spiel. Aber keine Gefangenen. Wie auch? Du kannst froh sein, dass sie die Signature-Strikes abgeschafft haben. Signature? Da hat die Drohne automatisch gefeuert ausgelöst durch programmierte Merkmale der Zielperson. Sagen wir mal, dummes Gesicht plus Knarre, Rums, weg waren die. Es hat nur zu viele Farmhelfer mit Schaufeln erwischt. Tagge ihn, sagte Herr Spieß emotionslos. Ich bewegte den Laser für ihn unsichtbar auf seine Brust. Meine feuchten Finger schwebten über dem Kopf. Ich kann nicht. Taggen, jetzt! Ich tat es. Start auf meinen Daumen. Gut so, sagte Herr Spieß. Hitman scharf. Los. Mein Blick folgte meiner Hand, als schaute ich wie ein unbeteiligter Beobachter. Zeigefinger, Daumen und Mittelfinger ribten die Tassenkombination ein. Und ab. Los. Schieß. Ich war wie versteinert. Mach, Herr Spieß sprang auf. Los. Auf dem Joystick und auf den Bildschirm. Ah, ich regte mich nicht. Sie haben getötet.
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Wir danken euch fürs Zuhören Schaut auch gerne in der Bibliothek vorbei Und vergesst nicht nächstes Mal wieder dabei zu sein.
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