Music.
Hallo, liebe Zuhörer. Wir sind die Klasse 6c des Gymnasium Römerhofs in Frankfurt. Unsere erste Fremdsprache ist Spanisch. Wir haben bilingualen Unterricht in Musik und ab der siebten Klasse auch in Geografie. Unsere Schule ist eine Kulturschule. Wir haben viele kulturelle Angebote, zum Beispiel regelmäßige Theaterbesuche. In diesem Schuljahr haben wir Ronja Räuber-Tachter und die unendliche Geschichte gesehen. Das Gymnasium Römerhof liegt in der Stadt Frankfurt am Main. Die Stadt hat 750.000 Einwohner und gehört zur Metropole Region Rhein-Main mit insgesamt 6,2 Millionen Einwohnern. In Frankfurt sind 178 Nationen zu Hause. In unserer Klasse sind 15 Nationen vertreten. Ich komme zum Beispiel aus Bulgarien. Ich komme aus Marokko. Und ich komme aus Deutschland. Wir haben für euch auch noch ein Quiz vorbereitet. Hier sind die Fragen. Was erlaubt der Vermieter nicht? In welchem Stock wohnt Jaro? Wie löst Elli das Problem mit dem Eckenrechnen? Und warum will Elli nicht auf Klassenfahrt fahren? Es lohnt sich also bis zum Schluss dran zu bleiben. Denn da gibt's die Auflösung auf unser Quiz. Viel Spaß mit der Buchvorstellung.
Wir sind Thomas, Eicher und Nathan und möchten euch das Buch von Josefine Sonneson aus dem Carlson Verlag vorstellen. Der Titel lautet, wie man einen Bammel auf Hosentaschengröße schwumpft. Er weist auf ein wichtiges Thema in diesem Buch hin. Den Bammel, wovor habt ihr eigentlich Angst? Auf dem Cover vorne sieht man ein Schlauchboot, das an einer Wäscheleine hängt. Und auf der Rückseite sieht man ein vollgestopftes Regal und ein kaputtes Fahrrad. Was hat es damit auf sich? Das ist das Geheimversteck von Elio und Jara. Auf dem Dachboden haben sie sich einen Geheimversteck eingerichtet, mit einer Klappmatratze und einem großen Vorrat an Keksen. Wenn es Probleme gab, verabredeten sie sich durch Klopfteuschen an der Heizung und treffen sich dort, um in Ruhe über Lösungen zu sprechen. Diese tragen sie in ein geheimen Notizbuch ein. Und was hat das alles mit Bammel zu tun? Yaro hat seit einer schlechten Erfahrung als Sechsjähriger große Angst vor Hunden und geht sogar Umwege, um ihnen nicht zu begegnen. Ellie hat Angst vor der dunklen Tiefe des Wassers und traut sich nicht, im See oder im Meer zu schwimmen. Und in Mathe im Eckenrechnen ist sie immer so gestresst, dass sie keine Aufgaben rechnen kann. Deshalb schmieden die beiden in ihrem Geheimversteck Pläne, um ihrem Bammel loszuwerden. Und gelingt es ihnen?
Yaro, ja. Der Friseur von Ellys Tante P hat einen alten und gemütigen Hund, Otto, mit dem sie anfangen, Gassi zu gehen. Jaro erkennt, dass nicht alle Hunde gefährlich sind und kann schließlich sogar mit Otto kuscheln. Und wie ist das mit Ellys Ängsten? Wird sie dir auch los? Das Problem mit dem Eckenrechnen kann sie lösen, aber anders als man vielleicht erwartet. Wie sie das macht, wird gleich durch den Vortrag eines Textauszuges gelöst. Die Angst vor dem Schwimmen führt sogar zu einem großen Streit mit ihren beiden Müttern. Wieso zwei Mütter? Ja, das ist eine Besonderheit in dieser Geschichte. Mehr dazu gibt es gleich beim Vortrag eines Textauszuges. Bei Yaro und der neuen Nachbarin Tami ist die Familiensituation etwas anders. Da haben sich die Eltern getrennt. Tami ist erst vor kurzem. Dann ist es wahrscheinlich super, dass Elli, Jaro und Tami viel Zeit zusammen verbringen können. Nicht ganz, denn Elli und Jaro sind schon seit sechs Jahren beste Freunde. Und als Tami auftaucht, gerät diese enge Freundschaft unter Druck. Was genau passiert, werden wir auch gleich beim Vortrag hören. Und wie die Geschichte ausgeht, werden wir euch nicht verraten. Denn ein bisschen Spannung muss ja noch bleiben. Wir haben aber noch vier Quizfragen vorbereitet. Wenn ihr genau zuhört, könnt ihr sie am Ende des Podcasts beantworten.
Erstens, was erlaubt der Vermieter aus dem ersten Stock nicht? Zweitens, in welchem Stock wohnt Jaro? Drittens, wie löst Elli das Problem mit den Eckenrechnen? Und viertens, warum will Elli nicht auf die Klassenfahrt mitfahren? Viel Spaß mit den Lesestellen!
Wir sind euer Vorlese-Team und nehmen euch mit in eine wichtige Vorlesestelle. Da kommt Tami nämlich in die Gruppe und bringt alles ein bisschen durcheinander. Wir sind Hanna, Elena und Nikolas.
Wie man über alles lacht. Also alles Paletti. Alles bis auf, dass sich plötzlich eine Katze durch den Türspalt schiebt. Die braun-weiß-schwarz-graue Katze vom Gehweg von heute Mittag. Was machst du denn hier? Sage ich zur Katze. Sie kommt kurz zu mir und schleicht sich mit Abstand uns vorbei. Also die Katze ist ja erstmal kein Problem. Im Gegenteil, Katzen sind die Besten. Aber dann... Kommt hinter der Katze noch ein Mensch hinterher. Yaro stupst mich an die Seite. Es ist das Mädchen vom Umzug. Sie ist ungefähr so groß wie wir. Steht da und guckt von der Katze zu mir und dann zu Yaro. Mist, mummeli ich. Ich klappe schnell das Geheimnotizbuch zu und schiebe es unter den Tisch. Bei Geheimplanungen ertappt zu werden, ist nie ein gutes Zeichen. Oh nein, sagt das Mädchen. Hi, sagt Yaro. Was denn? frage ich, weil ich finde, oh nein, ist nicht gerade eine nette Begrüßung.
Äh, nix, sagt das Mädchen und schaut zur Katze, die um den Tisch herumstreift. Was macht ihr hier? Wer bist du überhaupt? frage ich. Du bist aus der zweiten Etage. Ihr seid heute eingezogen, oder? Fragt Jaro. Das Mädchen nickt. Was machst du hier oben? frage ich. Willst du einen Keks? fragt Jaro. Wo kommt die Katze her? frage ich. Ist das deine? Das Mädchen schüttelt den Kopf und dann nickt es. Hä? Sage ich. Der Vermieter erlaubt keine Haustiere. Weiß ich, sagt das Mädchen und wird ein bisschen rot. Das ist ja auch nicht meine Katze. Wie heißt du überhaupt? fragt Yaro. Tami, sagt das Mädchen. Yaro runzelt die Stirn. Ich glaube, ich kenne dich, sagt Yaro. Ich nicht, sage ich. Warst du mal im Judo-Kurs? fragt Yaro. Ja, früher, sagt Tami. Aha, sage ich. Tami schaut sich um, als würde sie etwas suchen. Verdächtig, sage ich in meinen Gedanken zu Yaro. Aber Yaro merkt nichts.
Wechselst du auch die Schule wegen dem Umzug? Meine Lehrerin hat gesagt, dass jemand Neues zu uns kommt. Deine Eltern haben sich getrennt, oder? Jaro lächelt. Tami so halb auch. War bei mir auch so, sagt Jaro. Du weißt schon. Fügt er leise an mich gewandt hinzu. Nein, weiß ich nicht. Meine Eltern haben sich noch nie getrennt und mein Vater ist mit meinen Müttern befreundet, von Anfang an. Also schon vor mir eigentlich. Die wenigsten Eltern sind Freunde. Dabei ist das eigentlich das Beste, was passieren kann, finde ich. Was macht ihr hier eigentlich? fragt Tami. Wir schweigen. Tami lugt über unsere Schultern. Ich mache mich ein bisschen größer. Äh, sagt Yaro. Wir haben nur, ich schaue mich um, Wäsche aufgehängt, sage ich und deute auf das schlappe Schlauchboot über der Wäscheleine. Tami runzelt die Stirn. Was wolltest du hier? frage ich schnell zurück. Wollte mich nur umsehen, sagt Tami. Und dann war da die Katze. Tami geht in die Knie, streckt den Arm zur Katze aus und sagt, komm mal her, die Katze kommt sofort. Ich bring die mal wieder raus, sagt Tami. Du willst ja bestimmt nach Hause oder so. Und dann greift Tami die Katze unter den Bauch, nimmt sie hoch und verschwindet, ohne sich umzudrehen. Da ist was faul, sage ich.
Hallo, wir sind das zweite Vorleseteam. Ich bin Iva und ich bin die Erzählerin. Ich bin die Nessin und lese Elli vor. Ich bin der Talha und lese Yaru. Und wir nehmen euch mit in das Kapitel, wie man mit Worten die Luft gefriert.
Ich drücke die Dachbodentier auf. Hier riecht es gut, wie immer. Aber im Geheimversteck sitzt Tami auf der Matratze und blättert in einem Buch. In Jaros und meinem Geheimnotizbuch. Ich stolpere beinahe gegen das Regal. Was machst du hier? Tami klappt das Buch schnell zu und legt es zurück auf den Tisch. Äh, Jaro holt nur gerade... Sagt Tami, aber ich lasse sie nicht ausreden, schnappe mir das Buch und renne runter. Bis in die dritte. Es reicht mir jetzt mit dem Alleingang. Ich hämmere gegen Jaros Tür. Wenn er nicht mein Freund sein will, dann soll er mir das ins Gesicht sagen. Und bitte schön gut begründen. Jaros Papa macht auf. Ich stürme an ihm vorbei zu Jaros Zimmer, reiße die Zimmertür auf und platze. Ich bin Fuchsteufelswild. Jaros dreht sich erschrocken um. Du machst alles ohne mich. Das ist so gemein, sage ich und umklammere das Geheimnotizbuch. Jaros sitzt auf dem Boden und stoppt gerade Zeugs in einen Beutel. Zuerst sagt Jaros nur, hä? Hast du jetzt einfach vergessen, dass das unser Geheimversteck ist? Warum hast du Tami reingelassen, ohne zu fragen?
Jaro will was sagen, aber ich muss noch mehr loswerden. Das ist alles total blöd. Wir wollten Bammel überwinden. Wir haben doch gesagt, dass wir das machen. Wir haben gesagt, noch vor der Klassenfahrt. Wir haben gesagt, dass wir uns im Kleffer stellen. Und überhaupt, wir haben doch nicht nur so geschworen, damit du dann einfach aufhörst, mittendrin, sage ich. Dann sagt Jaro nochmal. Hä? Und dann verändert sich was. Und es wird kalt. Du bist unfair, sagt Jaro. Ich wollte Tami nur helfen, weil... Ich lasse ihn nicht ausreden. Seit Tami da ist, ist alles doof geworden, sage ich. Jaro verdreht die Augen. Wir wollten dir aber davon erzählen, sagt er. Ist mir egal, rufe ich. Du bist so doof, Elli, sagt Jaro. Und du kannst nicht immer alles bestimmen. Mach ich doch gar nicht. Doch, sagt Yaro. Und ich sage, nein. Und er sagt, doch. Und dann sage ich nichts mehr und er auch nicht. Und kurz ist es still und Yaro guckt auf den Teppich. Und dann gefriert kurz etwas in der Luft zwischen uns. Ich kann es fast knacken hören, wie wenn man Eiswürfel in Saft fallen lässt.
Und dann schaue ich ganz kurz in sein Gesicht. Seine Augen blitzen. Ich mache zwei Schritte rückwärts übers Eis. Es ist spiegelglatt. Ich bin ganz zittrig vor der Kälte. Und dann drehe ich mich um und gehe. Yara kommt nicht hinterher. Mir egal, wenn du dir andere Freunde suchst, sage ich, als ich vor der Tür trete. Keine Ahnung, ob er das noch hört. Die Tür knallt zu. Und im Hausflur ist Totenstille. Das ist die Stille, die der Streitgeist hinterlässt. Ich habe persönlich keine Angst vor Mathe, aber unserer Hauptfigur im Buch geht es anders. Wir nehmen euch jetzt mit in die Geschichte. Wir sind Noah, Tim und Johanna. Das Kapitel heißt, wie man Nein und nochmals Nein sagt. In Mathe neben Jaro ist Eiszeit und Funkstille. Jaro sagt nichts und ich sage nichts. und als ich zu ihm rüberschiele, guckt er woanders hin. Dann sollen wir Gruppenarbeit machen. Jaro steht schnell auf und setzt sich zu Bene an den Tisch. Als Herr Hasel am Ende wieder zum Eckenrechnen aufruft und ich mich auch in eine Ecke stellen soll, reicht es mir. Alles.
Nein, sage ich. Bene dreht sich zu mir um. Herr Hasel hat es gar nicht mitgekriegt, weil er schon dabei ist, die anderen Ecken mit Robin, Isam und Mathilda zu füllen. Als er merkt, dass ich noch sitze, sagt er. Komm, Elli, du bitte auch. Ich kann das, ich kann das, wiederhole ich in meinem Kopf und dann sage ich nochmal.
Nein, Jaro neben mir bewegt sich nicht. Ich höre ihn atmen. Mein Kopf ist ganz warm. Herr Hasel stützt sich am Pult ab und guckt mich an. Komm schon, Elli. Halt uns hier nicht unnötig auf. Die anderen fangen an zu murmeln. Ich will kein Eckenrechnen mehr machen, sage ich. Herr Hasel brummt. Ich will auch so manches nicht, aber man muss eben. Nein, sage ich. Okay, Elli. Herr Hasel steht auf und verschränkt die Arme. Dann passiert etwas. Isam bewegt sich langsam aus seiner Ecke wieder heraus, schlängelt sich an zwei Tischen vorbei und linzt kurz zu mir rüber, als er sich zurück an seinen Platz setzt. Herr Hasel sieht ihm nach und sagt nichts. Isam hat einen knallroten Kopf und guckt auf seinen Tisch. Herr Hasel räuspert sich und schaut dann wieder zu mir. Hör mal zu, sagt er. Man muss Kopfrechnen üben, sonst lernt man das nicht. Ich kann Kopfrechnen, sag ich. Warum machst du dann jetzt hier so ein Terz? Es ist doch nur ein Spiel. Ich mache gar keinen Terz und Spiele machen Spaß und keine Muffensausen.
Dann sagt Isam, ich will das auch nicht mehr machen. Jetzt sagt Herr Hasel nix mehr. Er schaut in die Runde zu mir, zu Isam, zu Mathilda und Robin und zu Jaro, der sich immer noch nicht bewegt hat. Dann atmet er aus und gibt wirklich auf. Gut, ihr könnt gehen für heute. Wir nehmen euch jetzt mit in eine weitere spannende Stelle. Ich bin Maria und ich übernehme Mama. Ich bin Liliane und ich übernehme Elli. Ich bin Helena und ich übernehme Mamia. Elli, Jare und Tami sollen eine Klassenfahrt machen. Wie man ausreist und zurückkommt.
Ich starre auf den Packzettel und habe Wirbelwellen in meinem Kopf. Und zwischen den Wirbelwellen kommt plötzlich ein klarer Gedanke. Der ist so klar wie Eisluft und der muss sofort raus. Schritte. Deshalb laufe ich direkt ins Wohnzimmer und platze zur Tür herein. Ich fahre nicht mit auf Klassenfahrt, sage ich.
Mamia runzelt die Stirn. Mama zieht die Augenbrauen hoch. Quatsch, sagt Mamia. Woher kommt das denn jetzt? Fragt Mama. Ich verschränke die Arme. Ist einfach so. Ich will nicht mehr mitfahren. Deshalb fahre ich nicht mit. Mama legt sich die Hände auf den Bauch und schnauft. So läuft das aber nicht, Elli, sagt sie. Mamia legt ihr eine Hand aufs Bein. Was ist denn los? Komm mal her, sagt Mamia und klopft auf die kleine freie Lücke neben sich. Nein, sage ich. Und es brodelt und brodelt und die Wolken türmen sich auf und ich kann es fast nicht mehr aushalten. Ihr versteht mich nicht, sage ich. Ihr wollt mir das eh nur wieder ausreden. Ihr freut euch ja nur, wenn ich weg bin. Aber ich fahre nicht mit. Und basta. Und dann kommt der Platzregen. Elli, sagt Mama jetzt lauter. Aber ich kann die Gewitterdrehen nicht mehr zurückhalten. Dabei will ich die überhaupt nicht haben. Das stimmt doch nicht, sagt Mama und steht auf und will zu mir kommen. Aber ich drehe mich um und rufe, lasst mich in Ruhe, knalle die Wohnzimmertür zu und renne in mein Zimmer. Schnell packe ich meinen Rucksack zusammen, ziehe im Flur meine Jacke vom Haken und knalle die Wohnungstür zu. Dann poltere ich die Stufen runter. Vorbei an Jaros Funkstillheit Etage, vorbei an Tamis Tür, dann noch vorbei an der ersten Etage und raus. Vielleicht gucken von oben M&M aus dem Küchenfenster. Aber ich drehe mich nicht um. Sollen sie doch gucken, wie ich weggehe. Vielleicht gucken sie sowieso nicht. Jedenfalls ruft niemand.
Wir sind euer Interviewteam Helena, Ryan, Milan und Keen. Wir begrüßen ganz herzlich die Autorin Josefine Sonneson hier in unserem Podcast-Mobil. Jaro und Tami sind zwei Kinder, deren Eltern sich getrennt haben. Sie selbst sind in einer sogenannten Patchwork-Familie aufgewachsen. Haben sie sich davon inspirieren lassen? Oh, das ist schön, dass euch das aufgefallen ist. Genau, ich komme selber auch aus einer Patchwork-Familie und mir ist, glaube ich, generell wichtig, beim Schreiben und Geschichtenerzählen von verschiedenen Familienkonstellationen zu erzählen. Also auch von getrennten Eltern, von allein erziehenden Eltern, von, naja, es gibt ja noch ein paar andere Familienkonstellationen in der Geschichte. Und ich finde es schön, wenn alles, was es in der echten Welt auch gibt an Familien, auch in Geschichten vorkommt. Im Roman spielen Ängste eine große Rolle. Jaro hat Angst vor Hunden, Ellie hat Angst vor der dunklen Tiefe, im Wasser und vor dem Eckenrechnen. Die Kinder entwickeln Pläne, wie sie ihre Ängste loswerden können. Hatten sie als Kind auch Ängste, die sie später überwunden haben?
Gute Frage. Ich glaube, Ängste sind was, was alle Menschen kennen und haben. Deswegen kann man auch gut darüber Geschichten schreiben. Also ich glaube, ich hatte als Kind auf jeden Fall Ängste. Sogar auch vor Hunden tatsächlich, weil mich mal einer in den Daumen gezwickt hat. Und das hat sich mein Gehirn natürlich gemerkt. Aber auch Erwachsene haben Ängste. Also ich glaube, das ist was, womit man, naja, irgendwie das Leben lang beschäftigt ist. Ich glaube, zum Überwinden ist es richtig gut, wenn man dabei nicht alleine ist und wenn man Komplizen hat, wie zum Beispiel bei Elli und Jaro das auch der Fall ist, um gemeinsam sich Ängsten zu stellen oder sich überhaupt darüber auszutauschen, wovor man Angst hat oder auch vielleicht zu hören, dass es auch okay ist, wenn man Angst hat und damit nicht alleine ist. Die Hauptfigur Ellie hat zwei Mütter, die in einer lesbischen Beziehung leben und einen Vater, der mit beiden Müttern befreundet ist und auch der Vater des neuen Babys ist. Warum haben sie das Thema Kinder in homosexuellen Paarbeziehungen gewählt? Wow, gut ausformulierte Frage.
Ellie hat so eine Regenbogenfamilie, nennt man das ja auch. Und das spielt aber ja eigentlich in der Geschichte an sich gar nicht so eine große Rolle. Und das war mir auch wichtig. Es ist keine Geschichte, in der es darum geht, wie das ist, wenn man zum Beispiel zwei Mütter hat, wie jetzt Ellie. Sondern mir war wichtig, dass das einfach Teil ist von der Normalität aus Ellies Leben. Also es gibt solche Familien und es gibt auch andere. Und ich finde es schön, wenn das einfach nebenbei passieren kann. Mir fanden, dass die Sprache manchmal... Etwas einfach war. Zum Beispiel bereit, frage ich. Geht so, sagt Jaro. Was reicht aus, sage ich. Wenn du meinst, sagt Jaro, logisch, sage ich. Und auch die Kinder sind manchmal etwas kindisch dargestellt. Zum Beispiel mit dem Eckenrechnen oder dass Ellie Gummistiefel trägt. Warum lassen sie die Kinder alle jünger wirken? Oh, das ist interessant, dass das euer Eindruck war. Das war auf jeden Fall nicht was, was ich machen wollte.
Elli und Jaro sind ja beide zehn beziehungsweise elf und in meiner Vorstellung läuft Elli hauptsächlich mit Gummistiefeln rum, weil sie das praktisch findet. Aber das war auf jeden Fall nicht, um sie irgendwie jünger wirken zu lassen. Aber vielleicht kann ich dazu noch sagen, dass es mir beim Schreiben oft gar nicht so wichtig ist, wie alt die jetzt genau sind. Also vielleicht sind die in euren Augen oder beim Lesen euch ein bisschen älter vorgekommen, als ich dachte. Aber das finde ich eigentlich schön, wenn die Figuren, über die ich schreibe, so sein dürfen, wie sie sind. Und ob sie dann jetzt zehn oder neun oder elf oder vielleicht doch schon zwölf sind, ist mir gar nicht so wichtig. Wie hat es sich für Sie angefühlt, unsere Vorlesestellen heute hören zu können? Das ist sehr, sehr besonders und sehr schön für mich. Ich bin ja auch hier heute noch für eine Lesung an eurer Schule. Das heißt, hauptsächlich lese ich natürlich selber diesen Text. Und es passiert ganz selten, dass ich andere Leute Sachen, die ich geschrieben habe, lesen höre. Und noch viel besonderer ist es, wenn ihr das lest und sogar in verteilten Rollen, also mit euren Stimmen, den Figuren, die ich mir irgendwann mal ausgedacht habe, Leben ein Hauch, das ist richtig, richtig toll. Also ich habe sehr gerne draußen gestanden und zugehört und bin ein bisschen geschmolzen vor Freude. Außerdem lest ihr auch richtig, richtig toll. Sie selbst wohnen in einem Haus mit vier Stockwerken und einem Dachgeschoss. Haben die Ereignisse im Roman etwas mit diesem Wohnumgebung zu tun?
Habt ihr wohl hinten im Buch was drin gelesen über mich, oder? Ja, ganz leicht. Genau, ich wohne in einem ziemlich großen alten Haus, das früher sogar meine Schule war. Deswegen könnt ihr euch vorstellen, wie das Gebäude so aussieht. Also es gibt ganz lange Flure und riesigen Dachboden, riesig. Und da steht ganz viel Zeug rum. Naja, also mein Dachboden dort hat auf jeden Fall geholfen, um mir vorzustellen, was man so alles machen kann auf einem Dachboden und wo man sich Verstecke einrichten kann und was für Geschichten auch auf so einem Dachboden versteckt liegen zum Beispiel. Trotzdem ist der Dachboden von Elli und Jaro nicht direkt der, den ich auch kenne, sondern ein Ausgedachter in einem anderen Wohnhaus. Wir haben nun ein paar Fragen zur Sprache in dem Roman.
Elli ist ein Mädchen, Jaro ist ein Junge. Im Roman schreiben sie, die beide sind Kompleten, Agentinnen und beste Freunde. Bei den Wortagentinnen verwenden sie die feminine Form des Wortes. Bei Komplizen und besten Freunde die maskuline. Warum? Gute Frage und schön, dass euch das aufgefallen ist. Also normalerweise verwendet man ja immer die maskuline Form. Generisches Maskulinum heißt das. Das kennt ihr wahrscheinlich. Und das Tolle am selber Bücherschreiben ist, dass man die Freiheit hat, das so zu machen, wie man will. Und diese Freiheit habe ich mir rausgenommen und habe gedacht, okay, ich will das mal so und mal so machen. mal generisches Femininum verwenden, dann sind es Agentinnen und mal das Maskulinum, das sind dann die besten Freunde oder so. Und ich mag das, wenn man Sprache verändern kann und damit auch ein bisschen spielen. Und ich habe als Autorin das Glück, dass ich mich da einfach ausprobieren darf. Am Anfang wussten wir nämlich nicht, ob Yaro ein Mädchen oder ein Junge ist.
Weil am Anfang wurden immer beide Versionen benutzt. Das stimmt, ja. Dann mussten wir ein bisschen herausfinden, ob Piaro ein Mädchen oder ein Junge ist. Wie cool, wie man die Autoren direkt danach fragen kann. Ja, das ist praktisch. Für mich ist es auch cool, von Leuten zu hören, die das Buch gerade gelesen haben. Das passiert mir ja auch nicht so oft. Meistens kaufen die das irgendwo und dann lesen die das irgendwo und ich weiß gar nicht, wer das ist, der das gerade liest. Im Roman kommen immer wieder italienische Ausdrücke vor wie.
Sie mögen Italien und die italienische Sprache sehr gerne. Warum? Das ist richtig. Und erstmal, hey, was hast du für eine gute italienische Aussprache? Danke. Ich habe eine Zeit lang in Italien gewohnt. Das heißt, ich spreche auch ein bisschen Italienisch und verstehe das sehr gut und liebe die Sprache. Deswegen hatte ich Lust, das ein bisschen einfließen zu lassen in die Geschichte. Warum erzählen Sie die Geschichten im Präsens? Sie klingt dadurch weniger wie ein Roman. Weniger spannend. Ich glaube, ich mag das Präsens, weil es... So direkt ist und ich das Gefühl habe, wenn ich was in Präsenz lese oder schreibe, dann passiert das einfach gerade direkt und ich kann mich ein bisschen besser in die Situation direkt hineinwerfen, die passiert. Weniger spannend soll das natürlich eigentlich dadurch nicht sein, sondern für mich vielleicht sogar im Gegenteil eher schneller. So als würde es jetzt, jetzt gerade passieren und nicht rückblickend, als würde ich im Nachhinein darauf hinaufschauen. Vielen Dank für das Interview. Danke euch. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Ich könnte gut noch weiter hier sitzen. Wir haben noch sehr viele Fragen, ungefähr so vier, fünf Fragen, aber wir müssen leider Schluss machen. Sonst wird der Podcast viel zu lang.
Hallo, ich bin die Iva. Ich bin die Nesrin. Und wir stellen euch heute unser Fazit zum Buch vor. Als ich das Buchcover gesehen habe, dachte ich, dass es mehr um Wasser und Boote gehen würde, als um Freundschaft und Ängste. Die Geschichte beginnt mit Jaros Angst vor Hunden. Die Kinder schleißen sich an einen Hund an, als der Besitzer dazu kommt und sie verscheuchen will. Ellie mag es nicht angebrüllt und zu Unrecht beschuldigt zu werden. Sie nennt den Mann Hohlbrot. Dann laufen die Kinder weg. Das fanden wir lustig und auch ganz schön mutig. Ellies Familie besteht aus zwei Müttern und einem Vater. Die eine Mutter ist sogar ein zweites Mal schwanger von Ellies Vater. Das fanden wir anfangs ein bisschen verwirrend, da das Verhältnis zwischen dem Vater und Mama nicht genau erklärt wird. Ellie hat Angst vor drüben Wasser und kann im See nicht über die Mitte schwimmen. Als ihr eine Schwimmerin kennenlernt, die das furchtlos tut, haben wir erwartet, dass diese Frau ihr beim Überwinden des Bammels hilft.
Vielleicht, indem sie zusammen mit dem Schlauchboot über den See fahren, aber das geschah nicht, was uns ein bisschen enttäuscht hat. Die Freundschaft zwischen Jaro und Elli mit Geheimversteck und Agentenspielen fanden wir super. Wir hätten uns aber noch mehr spannende Abenteuer gewünscht. Der Streit mit Jaro, als Tami auftaucht und Jaro sich mehr mit ihr beschäftigt, ist einer unserer Lieblingshöherpunkte, weil er zeigt, dass auch in sehr guten Freundschaften Streit entstehen kann. Wichtig ist nur, sich wieder zu versöhnen. Als die Mini-Gurke geboren wird, will Elli das Baby zuerst nicht sehen. Doch die Neugier auf das Geschwisterchen wird größer und sie traut sich doch auf die Babystation. Dieses erste Treffen fanden wir süß. Die italienischen Wörter oder Sätze waren lustig. Zum Beispiel Sayonafrana, du bist eine Katastrophe. Das sagt man mir zu Elli, wenn sie ungeschickt war.
Und Parmigiana, das Lieblingsessen von Elli, hört sich sehr lecker an. Die Geburtstagsfeier von Elli mit Olympischen Spielen in Quatschversion finden wir lustig und würden einige Spiele gerne mitmachen. Zum Beispiel den T-Beutel-Weitwurf rückwärts oder den Papierflieger-Langwurf. Auch der Zungenbrecher-Marathon ist ungewöhnlich. Hierzu ein paar Beispiele. Als Anna abends aß, aß Anna abends Ananas Brautkleid bleibt Brautkleid und Blaukraut bleibt Blaukraut Fischersfritze, Fichte, frische Fische, frische Fische, Fischersfritze Im dichten Fichten dickicht nicken, dicke Fichten tüchtig Die Katze tritt die Treppe krumm, der Kater tritt sie gerade Katzen quatschen und klatschen, während sie mit den Tatzen patschen und platschen In Ulm und um Ulm und um Ulm herum Wer nichts weiß und weiß, dass er nichts weiß, weiß mehr als der, der nichts weiß und nicht weiß, dass er nichts weiß Unsere Klasse hat das Buch gerne gelesen. Wir empfehlen es aber für etwas jüngere Kinder von vielleicht acht oder neun Jahren.
Wir sind schon fast am Ende des Podcasts angekommen und hier ist noch die Auflösung der Quizfragen. Nummer eins. Was erlaubt der Vermieter aus dem ersten Stock nicht? Die Antwort ist Haustiere. Nummer 2. In welchem Stock wohnt Jaro?
Im dritten Stock. Nummer 3. Wie löst Elli das Problem mit den Eckenrechnen? Sie weigert sich. Nummer 4. Warum will Elli nicht auf die Klassenfahrt mitfahren? Weil sie mit Jaro und Tami Streit hat. Wir fanden es spannend, wie abwechslungsreich der Streit von Jaro und Elli war. Manchmal waren sie richtig wütend aufeinander und schrien sich an. Und manchmal zeigten sie sich auch für einige Zeit die kalte Schulter. So ist es auch manchmal im echten Leben. Es war ungewohnt, das Buch im Präsens zu lesen. Beim Vorlesen machten wir viele Fehler. Besonders lustig waren einige Wörter, die Elli benutzt hat, wie zum Beispiel Kartoffelpü, Muffensausen oder Bammeln. Danke an Frau Lena Stenz und ihr Team vom Bücheralarm. Die Idee, einen Roman in einem Podcast vorzustellen, war super. Wir wissen jetzt auch, wie es ist, persönlich mit der Autorin eines Buches ein Interview zu führen. Lest das Buch, wie man einen Bammel auf Hosentaschengröße schrumpft. Auf jeden Fall. Und lasst euch von Elli, Jaro und Tami zu Abenteuern spielen und Problemlösungen inspirieren. Wer von euch hat eigentlich alle Quizfragen richtig gelöst? Unser Podcast ist jetzt zu Ende. Danke fürs Zuhören und...
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