Diese Episode enthält explizite Details über einen wahren Kriminalfall. Weitere Infos in der Folgenbeschreibung. Die abgenutzten Wände sind heruntergekommen, als Gary einen der ältesten Bereiche des Eastern State Penitentiary in Philadelphia betritt. Seit der Schließung des Gefängnisses sind etwa 20 Jahre vergangen. Die Gefangenen sind alle längst fort. Hier gibt es nur noch leere Zellen, rostige Geländer und alte Schlösser, die sich kaum noch bewegen lassen. Gary hilft dabei, genau diese Schlösser instand zu halten. An diesem Tag arbeitet er in Zellblock Nummer 4. Der Zellentrakt zieht sich wie ein langer, schmaler Tunnel vor ihm entlang. Auf beiden Seiten reiht sich eine Tür an die nächste. Dahinter liegen kleine dunkle Räume. Durch die kaputten Oberlichter dringt nur wenig Licht. Abgeplatzte Farbe blättert von den Wänden. Und irgendwo zwischen den Zellen tropft Wasser auf den Boden. Gary ist heute wegen eines alten Schlosses hier. Der Mechanismus setzt fest. Mehr als ein Jahrhundert lang haben Gefängniswärter diesen Riegel geöffnet und wieder verschlossen. Für Männer, die manchmal jahrelang hinter derselben Tür saßen. Vor der arbeitet Gary jetzt mit seinem Werkzeug. Nach und nach gibt das Metall nach. Gary arbeitet weiter, bis sich das Schloss schließlich mit einem dumpfen Klicken öffnet. Im selben Moment verändert sich etwas. Gary hält inne, kann aber nicht zöhren. Außer dem gleichmäßigen Tropfen des Wassers und dem Wind, der irgendwo entfernt durch das leere Gemäuer pfeift. Plötzlich läuft es ihm kalt den Rücken hinunter. Die Kälte trifft zuerst seinen Hinterkopf. Nicht wie ein Luftzug, der durch ein zerbrochenes Fenster zieht. Es fühlt sich eher so an, als würde jemand ein Stück Eis direkt gegen seine Haut pressen. Gary zuckt zusammen. Er hat plötzlich das deutliche Gefühl, dass jemand hinter ihm steht. Nicht irgendwo am anderen Ende des Flurs, sondern direkt hinter ihm. So nah, dass er die Anwesenheit fast körperlich spüren kann. Vorsichtig und ganz langsam dreht er den Kopf. Doch der Gang ist leer. Kein Wärter, kein anderer Mitarbeiter. Vor ihm liegen nur die verfallenden Zellen von Zellblock 4. Gary wendet sich wieder dem geöffneten Schloss zu. Vielleicht ist es dieses gruselige Gebäude. oder die Dunkelheit spielt ihm einen Streich. Doch dann spürt er etwas anderes. Irgendwas klammert sich an ihn. Nein, nicht an ihn, etwas umklammert ihn. Wie eine unsichtbare Kraft, die seinen gesamten Körper festhält. So fest, dass er sich nicht mehr bewegen kann. Seine Arme reagieren nicht, seine Beine bleiben an Ort und Stelle. Gary versucht, gegen den Druck anzukämpfen, doch irgendwas lässt ihn einfach nicht los. Gleichzeitig scheint aus der geöffneten Zelle eine Energie auf ihn zuzukommen. Etwas Bedrohliches. Als wäre mit dem Schloss nicht einfach nur eine Tür geöffnet, sondern etwas freigelassen worden. Und mit einem Mal verändern sich die Wände. Dort, wo eben noch alter Putz und feuchte Flecken waren, erkennt Gary plötzlich Gesichter, verzerrte Münder, eingefallene Augen. Menschliche Formen, die aussehen, als würden sie unter der Oberfläche der Mauer feststecken. Ein Gesicht nach dem anderen versucht sich zu befreien. und Gary kann nicht vor ihnen weglaufen. Er kann nur hilflos zusehen. Zwischen den Gestalten befindet sich eine dunkle Form, die ihn direkt anschaut. Dann hebt sie langsam eine Hand und winkt ihn zu sich. Komm näher. Gary hört zwar keine Stimme und trotzdem versteht er, was die Gestalt von ihm will. Die Erscheinung zwinkert ihm zu und dann verschwindet sie. Nicht in die Zelle, nicht in den dunklen Gang. Sie verschwindet direkt in der Wand. auch die Gesichter verblassen. Der Druck auf Garys Körper lässt langsam nach. Seine Arme und Beine gehorchen ihm wieder. Einen Augenblick lang verharrt er vor der offenen Zellentür. Der Gang sieht aus wie zuvor. Leer, still und verlassen. Nur das alte Schloss ist jetzt geöffnet. Und was auch immer so lange dahinter gewartet hat, befindet sich womöglich nicht mehr in seiner Zelle. Schwarze Akte Und damit ganz herzlich willkommen zu einer neuen paranormalen Folge der Schwarzen Akte mit Patrick Strohbusch. Und mit Anne Luckmann, hello! Das ehemalige Gefängnis Eastern State Penitentiary geht als einer der gruseligsten Orte der USA. Oft wird es als einer der Orte bezeichnet, die am stärksten heimgesucht werden. Besucher schwören, dass sie flüsternde Stimmen in den leeren Zellen hören, Gesichter an den Wänden sehen und dunkle Gestalten, die durch die langen Korridore huschen. Dabei ist dort seit mehr als 50 Jahren niemand mehr eingesperrt worden. Die Anlage befindet sich heute mitten in Philadelphia. Autos fahren täglich an den hohen Steinmauern vorbei. Direkt nebenan befinden sich Wohnhäuser, Geschäfte und Restaurants. Als das Eastern State Penitentiary, auch kurz ESP genannt, 1829 eröffnet wird, sieht die Umgebung aber noch ganz anders aus. Philadelphia ist damals schon eine der größten Städte der jungen Vereinigten Staaten. Dicht an dicht stehen schmale Reihenhäuser, Werkstätten, Geschäfte und Kirchen. Einen öffentlichen Nahverkehr gibt es noch nicht. Die erste Pferde-Omnibus-Linie wird erst zwei Jahre später eröffnet. Aber sobald es dunkel wird, verändert sich Philadelphia. Elektrisches Licht gibt es noch nicht. In den Häusern brennen Kerzen und Öllampen. Außerhalb der dicht bebauten Straßen verschwindet die Umgebung nachts fast vollständig in der Dunkelheit. Genau dort, außerhalb der Stadt, steht das damals ganz neue Gefängnis. Hinter einer mehr als neun Meter hohen Mauer erhebt sich eine Festung, die mit ihren Türmen und Zinnen wie eine mittelalterliche Burg aussieht. Schon von Weitem schreckt der Anblick ab. Ob es euch auch so geht, könnt ihr selbst herausfinden. Ihr könnt euch Fotos von dem Gebäude in den Schaunorts anschauen. Was für uns heute mittelalterlich aussieht, war damals aber modern. Denn das ISP soll 1829 kein gewöhnliches Gefängnis sein. Es soll eine vollkommen neue Art der Bestrafung werden. Für die Insassen beginnt dort erstmal alles mit einer Haube über dem Kopf. Denn bevor ein Gefangener das Gefängnis betritt, wird ihm ein Stück Stoff übergezogen. Von diesem Moment an soll er nämlich nichts mehr sehen. Weder das Innere des Gefängnisses, noch die Wärter, die ihn durch diese Anlage führen. Und vor allem keine anderen Gefangenen. Unter der Haube kann man nur hören, wie sich das große Tor hinter einem schließt. Vielleicht versucht man noch, sich den langen Weg durch die vielen Korridore zu merken. Erst in der Zelle wird einem die Haube abgenommen. Die Zelle ist ungefähr zweieinhalb Meter breit und knapp vier Meter lang. An der Wand stehen ein einfaches Bett und eine Werkbank. Es gibt eine Toilette mit Wasserspülung, fließendes Wasser und sogar eine Heizung. Für das Jahr 1829 ist das erstaunlich modern. Selbst im Weißen Haus gibt es damals noch kein fließendes Wasser und keine funktionierende Zentralheizung. Der einzige Lichtblick in der Zelle ist ein rundes Oberlicht in der Decke. Es ist allerdings so weit oben, dass man nicht durchschauen kann. Gefangene sehen lediglich ein kleines Stück Himmel. Später bekommt dieses Fenster einen düsteren Namen, das Tote Auge. Vielleicht kommt der Name nicht nur von der Form. Vielleicht haben die Gefangenen irgendwann das Gefühl, dass etwas durch das Auge auf sie runterschaut. Ein Auge muss ja nicht lebendig sein, um dich zu beobachten. Zu jeder Zelle gehört auch ein kleiner Hof, der von hohen Mauern umgeben ist. Zweimal am Tag darf ein Häftling für jeweils ungefähr eine halbe Stunde raus. Allerdings allein. Die Höfe liegen so voneinander getrennt, dass sich die Insassen weder sehen noch miteinander sprechen können. Den Rest des Tages verbringt man einsam in seiner Zelle. Zeitungen, Briefe und Besuche sind nicht erlaubt. Es herrscht einfach nur Stille. Rund 50 cm dicke Mauern trennen die Zellen voneinander. Man hört also gar nichts. Sogar die Wärter sollen Überzüge aus Wolle über ihren Schuhen getragen haben, damit nicht einmal ihre Schritte durch die Gänge hallen. Ein Gefangener kann Jahre dort verbringen, ohne auch nur ein einziges Mal das Gesicht eines anderen Insassen zu sehen. Und genau das ist beabsichtigt. Die Idee entstand Jahrzehnte vor der Eröffnung. 1787 gründet eine Gruppe einflussreicher Bürger Philadelphias eine Gesellschaft, die damalige Gefängnisse revolutionieren will. Mitglied dieser Gesellschaft ist zum Beispiel auch Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der USA. Das ist 42 Jahre vor der Eröffnung des Gefängnisses. Die Gefängnisse damals waren oft überfüllt, schmutzig und es ging sehr brutal zu. Menschen wurden öffentlich ausgepeitscht, gedemütigt oder hingerichtet. Die Reformergesellschaft aus Philadelphia will eine menschlichere Alternative schaffen. Statt den Körper zu bestrafen, soll man einem Menschen Zeit geben, über seine Taten nachzudenken. Durch Alleinsein, Schweigen, Arbeit und Bibel lesen soll Reue gezeigt werden. Aus dem englischen Wort penitence, also Reue, entsteht dann die Bezeichnung für diese neue Art Gefängnis, penitentiary. 1821 bewilligt der US-Bundesstaat Pennsylvania das Geld für den Bau. Ein Architekt entwirft sieben Zellentrakte, die wie die Speichen eines Rades von einem Mittelpunkt nach außen gehen. Aus der Mitte soll ein einzelner Aufseher sämtliche Korridore im Blick behalten können. Von außen sieht die Anlage wie eine alte Festung aus. Im Inneren steckt aber eines der modernsten und teuersten Bauprojekte der noch jungen Vereinigten Staaten. Das ISP soll beweisen, dass man aus einem Straftäter einen anderen Menschen machen kann. Zunächst sind auch viele Fachleute von der Idee begeistert. Hunderte Gefängnisse weltweit übernehmen sogar Teile des sogenannten Pennsylvania-Systems. Doch nicht alle sind von dem angeblichen Fortschritt überzeugt. 1842 besucht der britische Schriftsteller Charles Dickens das ISP. Er läuft durch die mucksmäuschenstillen Korridore und besucht Männer, die seit Jahren fast ohne menschlichen Kontakt leben. Er trifft auch einen Gefangenen, der nach zwei Jahren Haft kurz vor seiner Entlassung steht. Der Mann hört gar nicht mehr auf zu zittern. Andere Insassen stehen immer wieder auf, setzen sich hin und scheinen nicht mehr zu wissen, wo sie eigentlich sind. Wenn sie dann doch endlich durch das Gefängnistor nach draußen geführt werden, dann bleiben manche orientierungslos stehen. Sie wissen nicht einmal, in welche Richtung sie gehen sollen. Was Autor Charles Dickens dort sieht, erschüttert ihn so sehr, dass er in seinem Reisebericht American Notes über einen inhaftierten Folgendes schreibt. Er ist ein lebendig begrabener Mann, der erst im langsamen Verlauf der Jahre wieder ausgegraben wird. Für den Schriftsteller ist diese Isolation kein Fortschritt. Er hält diesen langsamen Eingriff in den menschlichen Verstand sogar für schlimmer als sichtbare Folter. Die Gefangenen werden einfach lebendig begraben. Und manche werden diese Mauern tatsächlich nicht mehr lebend verlassen. Wie viele Gefangene in diesem Gefängnis gestorben sind, lässt sich heute nicht mehr genau sagen. Das ISP hat aber ein historisches Sterberegister mit mehr als 1000 Einträgen. Darin stehen die Namen und Nummern verstorbener Insassen sowie Krankheiten oder Verletzungen, an denen sie gestorben sind. Das Register startet im Jahr 1830 und endet Mitte der 1930er Jahre. Dazwischen fehlen allerdings mehrere Jahre. Und auch die letzten Jahrzehnte des Gefängnisbetriebs sind in diesem Register nicht vollständig abgebildet. Trotzdem sind dort schon mehr als tausend Todesfälle verzeichnet. Menschen starben an Tuberkulose und anderen Krankheiten, durch Suizid oder bei Auseinandersetzung mit anderen Gefangenen. In den späteren Jahren wurde nämlich die strikte Trennung der Gefangenen aufgehoben. Unter den Namen im Sterberegister ist sogar der eines Kindes. Die kleine Mary ist gerade einmal elf Jahre alt, als sie 1876 wegen Brandstiftung ins Gefängnis kommt. Das ist besonders krass, denn das ESP ist kein Gefängnis für Jugendliche, sondern ein Hochsicherheitsgefängnis für Erwachsene. Zwei Jahre verbringt das Mädchen hinter den hohen Mauern, dann erkrankt sie an Tuberkulose und stirbt mit 13 Jahren im ESP. Es wäre jetzt einfach zu sagen, dass das unheimliche Weinen oder Flüstern in den Zellentrakten mit dem kleinen Mädchen in Verbindung steht. Besuchende berichten allerdings oft von einem Schluchzen, das aus den verlassenen Zellen dringen soll. Wenn sie dem Geräusch folgen, finden sie aber niemanden, nur einen leeren, dunklen Raum. Ob das Marys Geist ist? Dafür gibt es keinen Beleg. Marys Geschichte braucht aber auch keinen Geist, um unheimlich zu sein. Ein elfjähriges Kind wird in dieses Gefängnis gebracht und verlässt es nie wieder. Das ist schon gruselig genug. Mary ist aber nur eins von vielen Schicksalen. Auch denen, die ihre Haft überleben, sind hinter den Mauern unmenschliche Dinge widerfahren. Laut dem offiziellen Audio-Guide des ISP gibt es in dem Gefängnis harte Strafen. Dunkelheit, kaum Essen, eine Zwangsjacke oder ein eiserner Knebel. Bei diesem sogenannten Iron Gag werden die Hände eines Gefangenen hinter seinem Rücken gefesselt und der Knebel im Mund über eine Kette mit diesen Fesseln verbunden. Wenn man also die Arme bewegt, dann wird der Druck auf den Knebel immer stärker. Der gefangene Matthias stirbt 1833 nach dieser Strafe. Spätere Geschichten behaupten, der Knebel habe seine Zunge aufgerissen und er sei in seiner Zelle verblutet. Ob das tatsächlich genauso passiert ist, lässt sich nicht eindeutig belegen. Sicher ist, dass Matthias kurz nach der Strafe gestorben ist. Es gibt auch eine Strafzelle, die die Gefangenen Klondike nennen. Das sind kleine Zellen, fast wie unter der Erde, ohne Toilette, Matratze oder Decke. Manche Gefangene verbringen dort mehrere Tage. Ein ehemaliger Insasse berichtet, jemand sei nach einem Monat fast blind aus der Dunkelheit zurückgekommen. Um das Gefängnis ranken sich aber noch drastischere Geschichten. Von Gefangenen, die in einem Stuhl, dem sogenannten Mad Share, so lange festgeschnallt werden, bis ihre Gliedmaßen dauerhaft geschädigt sind. Oder von Männern, die im Winter mit kaltem Wasser übergossen werden und über Nacht an einer Wand festfrieren. Für diese besonders grausam Einzelheiten fehlen allerdings belastbare historische Belege. Wahrscheinlich wurden reale Strafen im Laufe der Zeit immer wieder ausgeschmückt. Das bedeutet aber nicht, dass der Alltag dort harmlos war. Dunkelheit, Hunger, Gewalt, Schläge und jahrelange Isolation, die sind dokumentiert. Mit den Jahrzehnten wird das Gefängnis auch zunehmend voller, lauter und noch brutaler. Mehrere Gefangene müssen sich die ursprünglich für eine Person vorgesehenen Zellen teilen. 1913 wird das System der vollständigen Einzelhaft offiziell aufgegeben. Aus der absoluten Stille wird ein überfülltes Gefängnis, in dem es zu Messerangriffen, Suizidversuchen und sexueller Gewalt kommt. Ein Ort, an dem sich ruhelose Geister aufhalten würden. Im Eastern State Penitentiary landet sogar ein nichtmenschlicher Gefangener, ein Hund namens Pep. Er bekommt 1924 die Gefangennummer C-2559 und ist sogar auf einem offiziellen Gefängnisfoto zu sehen. Das haben wir euch auch in den Shownotes verlinkt. Der Legende nach verurteilt der Governor von Pennsylvania Pep zu lebenslanger Haft, weil der Hund die geliebte Katze seiner Frau getötet haben soll. Diese Geschichte stimmt allerdings so nicht. In alten Zeitungsberichten und Briefen steht, dass der Governor dem Gefängnis seinen Hund Pep geschenkt hat, um die Stimmung der Insassen zu verbessern. Sogar im Gefangenenregister werden Peps Verbrechen und Strafe als Mord und lebenslang eingetragen. Das nehmen Zeitungen auf und berichten über den verurteilten Katzenmörder. Die erfundene Geschichte löst damals so viel Empörung aus, dass sogar international darüber berichtet wird. Das heißt, schon während des Betriebs entstehen im Gefängnis Geschichten, in denen Wahrheit und Legende nur schwer voneinander zu trennen sind. Nur fünf Jahre nach Pepps Inhaftierung, im Jahr 1929, landet ein weiterer Gefangener im ISP, dessen Geschichte kaum von den vielen anderen Legenden zu trennen ist. Er ist einer der gefürchtetsten Gangster der USA, Al Capone. Er ist damals auf dem Höhepunkt seiner Macht. Durch Alkoholschmuggel, Glücksspiel und andere illegale Geschäfte hat er sich in Chicago ein kriminelles Imperium aufgebaut. Sein Name steht für Gewalt, Korruption und eine ganze Reihe von Morden. Al Capone ist damals in Philadelphia auf dem Rückweg nach Chicago, als er gemeinsam mit seinem Bodyguard festgenommen wird. Der hat einen nicht lizenzierten Revolver dabei, weshalb beide zu je einem Jahr Gefängnis verurteilt werden. Al Capone wird ins Eastern State Penitentiary gesteckt. Dort behandelt man den berühmten Gangster allerdings anders als die meisten anderen Gefangenen. Das schreiben zumindest die Zeitungen. Artikel beschreiben seine Zelle mit feinen Möbeln, Teppichen, Gemälden und einer Schreibtischlampe. Elke Pohn soll sogar ein Radio haben, mit dem er angeblich gerne Walzer hört. Der Raum sei weniger eine Gefängniszelle, sondern eher ein kleines, gemütlich eingerichtetes Wohnzimmer. Eine Nachbildung davon kann man sogar heute im Gefängnismuseum besichtigen. Ein Foto davon findet ihr auch in den Shownotes. Laut dem Museum könnten diese Berichte allerdings auch übertrieben gewesen sein. Ob Sonderbehandlung oder nicht, sobald es im Zellentrag dunkel wird, soll selbst angeblicher Luxus El Capone nicht mehr geholfen haben. Andere Gefangene sollen nachts seine Schreie gehört haben. So heißt es zumindest in der Legende. Der Gangster, vor dem sich in Chicago selbst Politiker und Polizisten fürchten, soll in seiner Zelle jemanden angebettelt und gefläht haben, ihn endlich in Ruhe zu lassen. Immer wieder sei dabei ein Name gefallen. Jimmy. Al Capone war wohl überzeugt davon, dass er nicht allein in seiner Zelle wohnt. Irgendwas wäre dort bei ihm. Etwas, das nur er sehen kann. Ein Geist namens Jimmy. Um zu verstehen, wer Jimmy ist, müssen wir einige Monate zurückspringen. Am Morgen, das 14. Februar 1929, also Valentinstag, treffen sich sieben Männer in einer Garage in Chicago. Die meisten gehören zum Umfeld eines der größten Rivalen von Al Capone. Plötzlich betreten mehrere Männer die Garage. Einige von ihnen tragen Polizeiuniform. Es sieht also alles nach einer Razzia aus. Doch die vermeintlichen Polizisten nehmen die Männer nicht fest. Sie zücken stattdessen Maschinenpistolen und eröffnen das Feuer. Am Ende liegen alle sieben Männer tot auf dem Boden. Das Verbrechen wird später als Valentinstagsmassaker bekannt. Einer der Toten ist ein Mann namens James, auch genannt Jimmy. Er ist der Schwager von El Capones Rivalen. Al Capone selbst ist damals in Florida und wird nie wegen des Verbrechens angeklagt. Bis heute ist der Fall offiziell nicht aufgeklärt. Trotzdem vermuten Ermittler und Historiker, dass der Angriff aus Al Capones Umfeld kam. Als der Gangster also wenige Monate später im Eastern State Penitentiary einsitzt und angeblich ein Geist sieht, könnte das die Verbindung sein. Laut der Legende ist der unsichtbare Besucher in Al Capones Zelle der tote Jimmy. Demnach verschwindet die Erscheinung auch nicht, als Capone nach acht Monaten vorzeitig entlassen wird. Jimmy soll ihm aus dem Gefängnis hinaus folgen. Es gibt in Artikeln, Foren und Geistertor-Webseiten verschiedene Versionen der Story. In einigen heißt es, dass Al Capones Bodyguards angeblich Schreie aus seinem Zimmer hören und der Gangster sogar ein Medium um Hilfe gebeten haben soll. Aber auch das kann Jimmy offenbar nicht vertreiben. Jahre später kommt Al Capone dann wegen Steuerhinterziehung wieder ins Gefängnis und wird schließlich nach Alcatraz gebracht, dem berühmt-berüchtigten Gefängnis in San Francisco. Auch dorthin soll Geist Jimmy dem Gangster folgen. Ob Al Capone tatsächlich geglaubt hat, von einem Geist verfolgt zu werden, weiß aber niemand. Die Legende behauptet jedenfalls, dass Jimmy L. Capone nie wieder von der Seite gewichen ist. Als der 1947 stirbt, soll Geist Jimmy noch immer bei ihm gewesen sein. Während L. Capones Geschichte mit seinem Tod endet, ist das Eastern State Penitentiary noch mehrere Jahrzehnte in Betrieb, allerdings überfüllt und veraltet. 1971 wird die Anlage endgültig geschlossen. Nach mehr als 140 Jahren sind die Zellen zum ersten Mal leer. Fast zwei Jahrzehnte gibt es keinen richtigen Plan dafür, was mit der riesigen Anlage passieren soll. Fenster zerbrechen, Dächer stürzen teilweise ein und Pflanzen suchen sich ihren Weg zwischen den Mauern. In einigen Zellentrakten wachsen Bäume und Sträucher so dicht, dass es aussieht wie ein kleiner Wald. Dazwischen leben viele streunende Katzen. Die Stadt Philadelphia überlegt dort Wohnungen, ein Einkaufszentrum oder sogar einen Freizeitpark zu bauen. Doch eine Gruppe aus Architekten, Historikern und Denkmalschützern kämpft dafür, das Gefängnis zu erhalten. 1988 finden die ersten Führungen durch das Gebäude statt. Seit 1994 ist die Anlage als Museum und historische Gedenkstätte für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Genau zu der Zeit arbeitet auch Gary aus dem Intro unseres Falls an den alten Schlössern. Doch er ist nicht der Einzige, der dort etwas Ungewöhnliches erlebt. Je mehr Menschen das verlassene Gefängnis besuchen, desto häufiger erzählen sie von Stimmen, Schatten und Gestalten. Denn angeblich haben nicht alle Gefangenen das Eastern State Penitentiary verlassen. Die folgenden Berichte über das ISP stammen allerdings aus sehr unterschiedlichen Quellen. Einige wurden von Journalisten oder dem Museum dokumentiert. Andere finden sich nur auf Foren- oder Geistertourseiten. Wenn man jedenfalls all diese Berichte auf einem Grundriss einzeichnen würde, hätte man eine Art Geisterkarte. Fast jeder Bereich des Gefängnisses hat eine eigene Erscheinung. Einige kann man nur hören, manche zeigen sich als Schatten. Und andere tauchen seit Jahren immer wieder am selben Ort auf. Unser Rundgang beginnt in Zellblock Nummer 6. Dort sollen sich dunkle Gestalten an den Wänden entlang bewegen. Meist sind sie nur für einen ganz kurzen Moment zu sehen. Eine dunkle Silhouette ruscht durch das Blickfeld, verschwindet hinter einer Zellentür oder löst sich plötzlich im Schatten auf. Dreht man sich um, ist der Gang jedoch leer. Auf Paranormal- und Geister-Tour-Seiten wird die Erscheinung manchmal als Mann beschrieben, der durch die alten Bereiche des Gefängnisses schleicht. Er wirkt, als würde er etwas suchen. Vielleicht ein Ausgang oder die Zelle, in die er zurückkehren soll. Sobald jemand versucht, ihm zu folgen, ist er allerdings schon wieder verschwunden. Nur wenige Zellentrakte weiter befindet sich Zellblock Nummer 12. Dort zeigen sich die angeblichen Bewohner des Gefängnisses nicht nur als Schatten. Man kann sie auch hören. Besucher sollen ein Flüstern wahrnehmen, das sich durch den langen Korridor zieht. Manchmal klingt es so, als würden sich mehrere Menschen in den Zellen unterhalten. Dann ist plötzlich ein Lachen zu hören. Aber kein freundliches, sondern ein helles, seltsames Kichern, das zwischen den Steinwänden wiederholt. Mitarbeitende und Touristen sollen außerdem Weinen und Schritte gehört haben. Und Türen gesehen, die sich angeblich von allein bewegen. Das Merkwürdige daran ist aber, dass verschiedene Menschen solche Geräusche hören. Und es sind immer wieder dieselben Berichte, die mit denselben Bereichen in dem Gebäude verbunden werden. Auch die Medienorganisation NPR beschreibt Zellblock 12 als den Ort der Stimmen und des unheimlichen Lachens. Zellblock 6 gehört dagegen den Schatten. Cellblock 4, in dem Gary vom Beginn unserer Folge das alte Türschloss geöffnet hat, gehört den verzerrten Gesichtern an den Wänden. Je genauer man dieser Geisterkarte folgt, desto dunkler werden die Geschichten. Cellblock Nummer 15 wird häufig als der ehemalige Todestrakt bezeichnet. Die Gefangenen dort leben noch einmal getrennt vom Rest der Anlage. Sie sind entweder besonders gefährlich oder warten darauf, für ihre Hinrichtung in ein anderes Gefängnis verlegt zu werden. Im ISP selbst wurde nämlich niemand hingerichtet. Heute sollen Besucher in dem Trakt ein leises Flüstern hören. Andere hätten eine dunkle Gestalt gesehen, die durch den Gang läuft. Man sieht sie aber nur für einen kurzen Augenblick zwischen den Gitterstäben. Läuft man weiter, ist nicht weit entfernt das alte Gefängnishospital. Dort soll man Schreie und gedämpftes Wein hören können. Einige Besucher hätten auch das Gefühl gehabt, beobachtet zu werden, sobald sie einen der Räume betreten. Andere spüren angeblich eine Berührung, obwohl niemand neben ihnen steht. Im früheren Bereich des Frauentraktes soll eine Frau in weißer Kleidung spuken. Sie sitzt angeblich in der letzten Zelle im oberen Stockwerk. Meist bewegt sie sich nicht. Sie sitzt einfach nur da und starrt hinaus in den Gang. Diese Erscheinung wird angeblich so oft beschrieben, dass Mitarbeitende ihr irgendwann den Namen Soap Lady geben. So steht es zumindest auf einer Geistertor-Website. Wer diese Frau gewesen sein soll, weiß allerdings niemand. Die vielleicht unheimlichste Erscheinung befindet sich aber nicht in einer Zelle. Sie steht hoch über dem Gefängnis. Es ist die Silhouette eines Mannes auf einem der alten Wachtürme. Die Gestalt steht hinter der Mauer und blickt auf das Gelände hinunter. Einige halten sie für den Geist eines Wärters, der seinen Posten auch nach seinem Tod nicht verlassen hat. All diese Erscheinungen beruhen lediglich auf Erzählungen der Menschen, die sie gesehen oder gehört haben wollen. Allerdings betritt im Jahr 2004 ein Kamerateam des Gefängnisses. Und in Cellblock Nummer 12 nehmen sie etwas auf, das dort eigentlich nicht sein dürfte. 2004 wird im ehemaligen Gefängnis eine Folge der US-Serie Ghost Hunters gedreht. Das ist eine Reality-Doku-Serie, in der Orte untersucht werden, an denen es angeblich spuken soll. Das Team der Atlantic Paranormal Society hat Nachtsichtkameras, Wärmebildtechnik und Aufnahmegeräte dabei. Sie wollen herausfinden, ob hinter den vielen gruseligen Berichten wirklich etwas dran ist. Und schon in der ersten Nacht passiert in Cellblock Nummer 4 etwas Merkwürdiges. Zwei Teammitglieder sehen einen schwarzen Schatten. Als das Team die Videoaufnahmen analysiert, gibt es aber erstmal Entwarnung. Laut dem Sender Sci-Fi handelt es sich bei dem Schatten vermutlich nur um eine Reflexion. Auf einer anderen Kamera ist allerdings etwas, das sich nicht so leicht erklären lässt. Die Aufnahme stammt aus Zellblock 12. Im oberen Bereich des Zellentrakts taucht plötzlich eine menschenähnliche Form auf. Sie bewegt sich ungewöhnlich schnell auf die Kamera zu, dreht sich und verschwindet dann wieder aus dem Bild. Die Gestalt ist wirklich nur ganz kurz zu sehen. Ein Gesicht lässt sich dabei aber nicht erkennen. Das Team kehrt danach noch für zwei weitere Nächte zurück und versucht, die Bewegung mit einer Person nachzustellen. Es gelingt ihnen aber nicht. Für den leitenden Ermittler des Teams reicht das aus, um Eastern State Penitentiary als Spukort zu bezeichnen. Ihr könnt euch die Aufnahme von Ghost Hunters auch selbst über einen Link in den Schaunorts anschauen. Danach besuchen immer mehr Fernsehteams das ehemalige Gefängnis. Most Haunted Life sendet 2007 sogar sieben Stunden lang eine Live-Sendung von dort. Auch Ghost Adventures, MTV4 und BuzzFeed Anzolft berichten über das Gefängnis. Aus den Videos und Erzählungen der Besucher wird ein weltbekannter Spukort. Aber ist der Spuk damit wirklich bewiesen? Nein, bewiesen ist damit nicht eindeutig, dass es im Eastern State Penitentiary wirklich spukt. Das Video aus Zellblock 12 zeigt zwar eine undeutliche Form, die das Team selbst nicht reproduzieren konnte, das beweist aber nicht automatisch, dass die Gestalt ein verstorbener Gefangener ist, der nun als Geist durch die Zellen spukt. Vielleicht war es eine Reflexion, ein flatterndes Insekt dicht vor der Linse oder ein Effekt der Nachtsichtkamera. Ähnlich sieht es bei vielen anderen Geschichten aus. Es gibt kaum überprüfbare Aufzeichnungen, genaue Zeitangaben oder unabhängige Zeugen. Meist berichtet jemand von einem Schatten, einer Stimme oder einem Gefühl. Die Geschichte wird weitererzählt und bekommt dabei immer mehr Einzelheiten dazu. Das zeigt ausgerechnet das Erlebnis, mit dem unser Fall heute angefangen hat. Schlosser Gary hat wahrscheinlich wirklich etwas erlebt, das ihn erschreckt hat. Doch die überlieferten Fassungen seiner Geschichte unterscheiden sich stark voneinander. In einigen Versionen ist lediglich von einer bedrohlichen Anwesenheit oder einer gewaltigen Energie die Rede. In anderen kommen weitere Details hinzu. Die eisige Kälte an seinem Hinterkopf, eine unsichtbare Kraft, die ihn festhält, verzerrte Gesichter in den Wänden und eine Gestalt, die ihm zuwinkt oder sogar zuzwinkert. Irgendwann bekommen die Erscheinungen auch Namen, wie Mr. Shadow und Smiley. Das bedeutet natürlich nicht zwangsläufig, dass jemand sich das bewusst ausgedacht hat. Erinnerungen sind nicht unveränderlich. Jedes Mal, wenn wir ein Erlebnis erzählen, setzen wir es neu zusammen. Details können deutlicher werden, sich verändern oder aus später gehörten Geschichten in die eigene Erinnerung gelangen. Aus einem Schatten wird dann eine Gestalt. Die Gestalt bekommt ein Gesicht. Und irgendwann zwinkert sie einem zu. Die Geschichte wächst also mit jedem Erzählen ein kleines Stückchen weiter. Und das ESP ist der perfekte Ort dafür. Die langen Korridore verändern die Richtung von Geräuschen. Licht fällt durch kaputte Oberlichter und lässt Schatten über die Wände tanzen. Wind, Tiere und auch andere Besucher sind nicht immer zu sehen, aber trotzdem zu hören. Gleichzeitig betritt ja kaum jemand das ehemalige Gefängnis, ohne schon zu wissen, dass es dort angeblich spukt. Wer in einem gewöhnlichen Gebäude ein Knacken hört, denkt an altes Holz. Wer dasselbe Geräusch vor einer dunklen Gefängniszelle hört, denkt vielleicht an etwas viel Gruseligeres. Vollständig neu sind die Spukgeschichten nach der Schließung allerdings nicht. Laut dem Museum berichten Gefangene und Bedienstete schon seit den 1940er Jahren von den unheimlichen Erlebnissen. Zu einem international bekannten Spukort wird Eastern State aber erst nach seiner Schließung. 1991 findet dort eine Halloween-Veranstaltung statt. Seit 1994 gibt es Führung. Und dann machen Fernsehsendungen die Geschichten aus den Zellentrakten international bekannt. Und je bekannter Eastern State als Spukort wird, desto mehr Menschen kommen mit Kameras und Aufnahmegeräten vorbei. Und je mehr Menschen suchen, desto mehr Schatten, Stimmen und merkwürdige Geräusche werden gefunden. Auch von Mitarbeitenden kursieren Geschichten über unerklärliche Erlebnisse. Eine davon soll von der früheren Kreativdirektorin der Halloween-Veranstaltung sein. In paranormalen Berichten heißt es, sie habe spätabends Geräusche gehört, als würde jemand Papier stempeln und über einen Tisch schieben. Danach soll sich sogar ein Becher von selbst bewegt haben. Das Gefängnis bzw. das heutige Museum geht selbst sehr vorsichtig mit dem Spuk um. Private paranormale Untersuchungen sind inzwischen sogar verboten. Stattdessen will sich das Museum auf die Geschichte des Gefängnisses und die Folgen des Strafsystems konzentrieren. Gleichzeitig finden aber im Herbst jedes Jahr die sogenannten Halloween Nights statt. Mit Schauspielern und Spezialeffekten. Der Spuk ist in der Zeit also ganz bewusst inszeniert. Die Einnahmen helfen dabei, die Anlage zu erhalten und die historische Arbeit zu finanzieren. Das ESP verdient also Geld mit dem Ruf als gruseliger Ort und versucht gleichzeitig zu verhindern, dass dieser Ruf die echten Gefangenen und ihre Geschichten verdrängt. Vielleicht gibt es für jedes Flüstern, jeden Schatten und jedes Gesicht an der Wand eine ganz normale Erklärung. Vielleicht wurden die Geschichten über Jahrzehnte einfach immer weiter ausgeschmückt. Bei all den Geschichten darf man aber nicht vergessen, im Eastern State Penitentiary haben echte Menschen gelebt. Menschen, die jahrelang von der Außenwelt getrennt waren, krank wurden, Gewalt erlebt haben oder hinter den Mauern gestorben sind. Mary war ein elf Jahre altes Mädchen, das in ein Gefängnis für Erwachsene gebracht wurde und es nie wieder verlassen hat. Auch die mehr als tausend Einträge im Sterberegister sind nicht nur mögliche Erklärungen für Schatten und Stimmen. Hinter jeder Nummer steht ein Mensch. Und trotzdem lässt selbst der offizielle Audio-Guide eine kleine Tür offen. Vielleicht glaubt ihr nicht an Geister. Aber wenn es sie irgendwo gibt, dann doch wohl hier. Stellt euch vor, ihr besucht selbst das Eastern State Penitentiary. Ihr lauft durch die leeren Zellentrakte, seht Al Capones nachgebaute Zelle und blickt hinauf zum Wachturm. Vielleicht hört ihr den Wind, der durch ein kaputtes Fenster pfeift. Vielleicht bewegt sich irgendwo eine knarzende Tür. Ihr schaut hoch zu den Mauern hinauf und seid überzeugt, dass es für alles eine ganz vernünftige Erklärung gibt. Die Stimmen, Schatten, Gesichter. Sogar für das, was Gary in Cellblock 4 gesehen haben will. Aber dieses alte Schloss an der Zellentür steht vielleicht noch immer offen. Und womöglich hat Gary damals nichts aus der Zelle befreit. Vielleicht hat er nur als Erster bemerkt, dass das, was dort wartet, nie wirklich eingeschlossen war. Und damit steigen wir rein in die Diskussion. Und wie so oft bei den paranormalen Folgen, stellen wir uns einfach mal die Frage, würden wir denn dort überhaupt hingehen? Und es gibt ja hier sogar auch einen besonderen Anlass, nämlich diese Halloween-Partys. Deswegen, Anne, was sagst du, würdest du zu so einer Halloween-Party dort reingehen? Also du kennst mich ja und die meisten können sich jetzt meine Antwort wahrscheinlich denken, aber nein, ich werde jetzt mutig sein und würde sagen, ja. Ich würde vielleicht auf diese Halloween-Party gehen, aber würde meine Begleitung dann nicht von der Seite weichen. Also ich würde mich dann nicht trauen, da irgendwie alleine aufs Klo zu gehen zum Beispiel. Ähm, und ja, ich glaube, ich würde mich trauen und mutig sein, wenn ich da mit einer Gruppe von Leuten hingehe und dann aber auch wirklich immer so in deren Kreis bleibe, weil bitte guckt euch die verlinkten Fotos an von dem Gefängnis, das ist echt wirklich super gruselig, oder? Also alleine vom Anschauen der Bilder kriege ich da eine kleine Gänsehaut, aber entgegen meiner normalen Antwort würde ich sagen, doch, da gehen wir zusammen hin. Finde ich sehr cool. Ich hätte auch Bock. Also ich frage mich auch, wie diese Halloween-Party dann genau halt auch aussieht. Ob man dann nur in so einem bestimmt abgesteckten Bereich unterwegs sein darf oder ob man dann halt zum Beispiel auch diese tiefen Gänge auschecken darf. Also weil das wäre ja wirklich das Gruselige. Die Halloween-Party an sich, ja, das ist auch cool so. Aber dann die tiefen Gänge auszuchecken, das ist ja dann nochmal der Nervenkitzel. Würdest du die Gänge dann alleine auschecken? Würdest du dich das trauen? Das würde ich, glaube ich, nicht alleine machen. Nee, das würde ich mit Friends machen. Also, so weit geht es dann doch nicht. An der Stelle übrigens. Kleiner Aufruf an alle Leute da draußen, besonders ja die Leute, die sich hier die Paranormalen folgen, gönnen. Ich plane gerade mit zwei anderen Leuten einen paranormalen Stream. Oh, was heißt das? Es ist sehr, sehr schwer. Wir wollen so ein Lost Place besuchen. Und das ist ultraschwer, einen Lost Place zu finden, bei dem du halt auch offiziell filmen darfst. Der erstens für alle sowieso erreichbar ist, aber abgesehen davon auch, wo du offiziell filmen darfst. Deswegen hatte ich überlegt, okay, vielleicht mache ich einen kleinen Aufruf hier in der Paranormal-Akte und frage euch, kennt ihr jemanden vielleicht, der halt auch der Besitzer von sowas ist? Das wäre natürlich auch absolut wild. Oder kennt ihr einfach ein Lost Place, wo man auch offiziell drehen darf, ob man dort livestreamen darf? Oder halt so eine Alternative, ein Horrorhaus. Da muss man natürlich dann immer gucken, wie es mit Internet funktioniert. Aber das wäre richtig cool. Und ja, dann kann ich auch mal zeigen, dass ich das auch wirklich mache, weißt du? Weil so quatschen wir hier die ganze Zeit immer nur. Und vielleicht führt uns das ja irgendwann in diese Halloween-Feier, in dieses ESP. Das heißt, ihr würdet da in der Dunkelheit durch einen verlassenen Ort irgendwo innen um Berlin gehen, Gehen euch da bei Filmen und schauen, was euch da so erwartet. Ja, kann ich mir das so vorstellen? Also ich wäre sogar bereit, generell in Deutschland zu gucken, nicht nur in Berlin und Umgebung, weil ich habe schon viel ausgecheckt, so in Brandenburg beispielsweise auch da. Ja, dann gehört das irgendwelchen Leuten, die halt nicht wollen, dass man da filmt, so weißt du. Deswegen, wenn ihr irgendwelche Hinweise habt, schreibt mir das gerne bei Instagram direkt, entweder bei der schwarzen Akte direkt auf Instagram oder ihr könnt mir direkt auf meinem Instagram-Kanal schreiben. Da heiße ich patrick.strb. Und ich bin gespannt, weil es ist so schwer, was zu finden. Da hättest du wahrscheinlich nicht Bock, irgendwann mal mitzukommen, oder? Nein. Das wäre dir zu viel. Nein, nein, nein. Das wäre mir zu viel. Das traue ich mich nicht, auf gar keinen Fall. Nein, da bin ich, glaube ich, raus. Aber was ich mich auch gerade gefragt habe, warst du generell schon mal in einem Gefängnis? Also natürlich nicht als Insasse, ist klar. Aber hast du mal ein Gefängnis besucht? Muss ich nachdenken. Also außer bei Monopoly, um ehrlich zu sein, glaube. Ich, noch nie bei dir. Nee, ich auch nicht. Und ich habe mich gerade, als wir so über dieses Eastern State gesprochen haben, gefragt, ob ich das überhaupt wollen würde. Also sicherlich gibt es da ja auch Führungen durch stillgelegte Gefängnisse, sicherlich auch in Berlin. Also wenn ihr da irgendwas kennt, schreibt uns das gerne mal. Ich kann mir vorstellen, dass da, auch wenn es geschlossen ist, immer noch ein ganz bedrückendes Gefühl gibt. Ja, vorherrscht, gar nicht mal gruselig gemeint, sondern einfach, ja, dass das irgendwie komische, bedrückende Vibes einem gibt. Und ich weiß nicht, ob ich mir dem aussetzen soll. Aber auf der anderen Seite fände ich das schon mal spannend. Wobei, ich war doch schon mal in Gefängnissen. Und zwar total vergessen. Wow. In San Francisco, Alcatraz und auf Robben Island in Kapstadt. Da habe ich total vergessen. Naja, es ist das Schwangerschaftshirn, glaube ich. Aber ja, und da habe ich nämlich genau das gespürt. Das sind ja auch Museen mittlerweile und beides auch Inseln. Ich glaube, das ist noch mal ein bisschen spezieller, wenn du so auf dieser Gefängnisinsel bist und dann auf San Francisco schaust zum Beispiel, auf das Leben der Leute. Das war schon echt ein krasses Gefühl, wenn man sich dann vorstellt, hier gefangen zu sein. Und da drüben spielt sich das Leben ab, aber da komme ich nicht hin. Also da war ich auch dann froh, wieder mit der Fähre rüberzufahren, ja. Kann ich voll verstehen. Ich meine, ich finde es auch aus dem Aspekt halt interessant, um zu wissen, wie wurden die Leute dort halt behandelt, ne? Also das ESP ist ja seinerzeit, ich sage nicht voraus gewesen, aber sehr modern ja gewesen. Also wir haben ja das mit der Heizung und dem fließenden Wasser gehört, da waren sie derzeit ja voraus. Aber ansonsten hörte sich das ja schon auch wie so eine unterschwellige Folter an, die man halt nur nicht direkt sieht. Und auch Alcatraz beispielsweise ist ja so bekannt, da würde ich auch gerne mal wissen, wie wurden die Insassen dort behandelt? Also aus dem Aspekt würde ich das schon gerne mal auch wissen wollen. Auch wenn hier in Deutschland so ein stillgelegtes Gefängnis ist. Gleichzeitig gebe ich dir natürlich recht, du hast natürlich irgendwie so dieses bedrückende Gefühl, wenn du durch die Seele da durchgehst. Ja, auf jeden Fall. Also wie gesagt, schreibt uns gerne, wenn ihr irgendeinen Lost Place kennt, an dem man streamen und filmen darf. Das interessiert vor allem Patrick. Oder wenn ihr andere Gefängnisse auf der ganzen Welt schon mal besucht habt. Wie das so war und ob ihr das empfehlen könnt, die zu besuchen. Und ja, wir haben auch schon lange nicht mal dazu aufgerufen, dass ihr uns doch auch sehr gerne folgen könnt auf der jeweiligen Podcast-Plattform, wo ihr uns hört, denn dann verpasst ihr hier keine neue Folge der Schwarzen Akte. Das würde uns total freuen. Und dann, ja, freuen wir uns doch sehr, wenn ihr auch bei der neuen Folge wieder am Start seid, wenn wir eine neue Folge der Schwarzen Akte für euch haben. Bis dann. Wir sind eure Hosts Anne Luckmann und Patrick Strobusch. Redaktion Johanna Müßiger und wir. Schnitt Anne Luckmann. Produktion Nadine Lenfer-Unterweger und Lea Backes. Die schwarze Akte ist eine Produktion der Julep Studios. Besonderer Dank geht an Falco Schulte.