Diese Episode enthält explizite Details über einen wahren Kriminalfall. Weitere Infos in der Folgenbeschreibung. Die hessische Gemeinde Mörlenbach ist ein kleiner, beschaulicher Ort im westlichen Odenwald. Es ist 7.40 Uhr, als der Rechtsanwalt Christian aus Mainz das Ortsschild passiert. In Gedanken ist er bereits bei seinem Termin, der in 20 Minuten ansteht. Allein der Gedanke daran löst ein beklemmendes Gefühl in ihm aus. Es ist kein schöner Termin, der da auf ihn wartet. Da ist er sich sicher. Denn der Rechtsanwalt ist gleichzeitig auch Insolvenzverwalter. Und in nur wenigen Minuten wird er einer Familie mitteilen, dass sie ihr Haus für immer verlassen müssen. Inklusive all ihrer Habseligkeiten. Ihr Zuhause der letzten Jahre. Heute, am 31. August, steht in seinem Kalender die Zwangsräumung für das Zweifamilienhaus. Christian fährt die kleine Straße durch den Ort entlang. Links und rechts ist diese gesäumt von Häusern. Wenn man mit dem Auto durch den Ort fährt, braucht man nicht mehr als drei Minuten. Das große, weißverklinkerte Zwei-Familien-Haus, um das es hier geht, liegt in einem Ortsteil von Möhlenbach im Odenwald. Es thront wie eine Burg auf einem Hügel, idyllisch umgeben von Streuobstwiesen und Wald. Jetzt im Spätsommer fallen die ersten Äpfel von den Bäumen. Nur wenige hundert Meter entfernt grasen Kühe auf einer Weide. In dem Haus wohnt eine Zahnarztfamilie mit ihren zwei Kindern, einem 10-jährigen Mädchen und einem 13-jährigen Jungen. Im Garten liegt überall Spielzeug verstreut. Außerdem gibt es einen Basketballkorb und eine Tischtennisplatte. Auf dem Balkon stapelt sich derweil das Brennholz. Immer wieder hat Christian in den letzten drei Jahren versucht, mit dem Eigentümer ins Gespräch zu kommen, diesen schlimmen Moment abzuwenden, aber leider vergeblich. Nun ist die letzte Frist abgelaufen und Christian hat keine andere Wahl mehr. Das Haus ist bereits vor ein paar Monaten zwangsversteigert worden. Die neuen Besitzer werden langsam ungeduldig. Als er in die Straße einbiegt, wird sein Herzschlag noch schneller. Vor dem Zweifamilienhaus kann der Anwalt flackernde Lichter sehen. Blaulicht. Sein mulniges Gefühl verstärkt sich. Vor dem Haus stehen jede Menge Feuerwehr und Polizeiautos. Hastig kurbelt er das Fenster herunter, um einen der Beamten zu fragen, was denn hier los sei. Gleich darauf steigt ihm der durchdringende Brandgeruch in die Nase. Langsam wandert sein Blick an der Außenfassade des imposanten Hauses hoch. Aus den Fenstern im ersten Stock kommen dicke schwarze Rauchschwaden. Christian weiß, ausgerechnet dort befinden sich die Schlafzimmer der Familie, die er eigentlich in wenigen Minuten für immer aus ihrem Haus werfen sollte. Musik. Und damit ganz herzlich willkommen zurück zu einer neuen Folge der schwarzen Akte mit Patrick Strohbusch. Und mit Anne Lugmann. Hello! Und für den Fall, über den wir heute sprechen, müssen wir gar nicht weit in der Zeit zurückgehen. Wir blicken auf das Jahr 2018 und bleiben dafür sogar in Deutschland. Werbung Ende Ähnlich wie in diesem Jahr erlebt das Land einen monatelangen heißen Rekordsommer. Die Menschen genießen ihre Zeit im Biergärten und an Badeseen. Gleichzeitig wird der Klimawandel zum ersten Mal im Alltag spürbar. In den Diskussionen über anhaltende Dürreperioden, ebenso wie in den Protesten gegen die geplante Rodung des Hambacher Forsts. Neben sommerlicher Sorglosigkeit spielt eine gewisse politische Gereiztheit eine Rolle. In Deutschland ist das Jahr von der 10-Regierungsbildung der GroKo geprägt. Die AfD ist im Jahr zuvor erstmals in den Bundestag eingezogen und wird zur größten Oppositionspartei. In den USA stellt Trump in seinem zweiten Regierungsjahr schon damals alle traditionellen Bündnisse in Frage. Historisch ist sein Treffen mit Nordkoreas Oberhaupt Kim Jong-un in Singapur. Das hat es bis dahin noch nie gegeben. Die 15-jährige Greta Thunberg entfacht mit ihrem ersten Schulstreik eine weltweite Klimabewegung. Es ist die Geburtsstunde von Fridays for Future. Frankreich wird in Russland Fußballweltmeister. Prinz Harry heiratet seine Meghan vor den Augen eines Millionenpublikums an den Bildschirmen. Und Alexander Gerst übernimmt als erster Deutscher das Kommando auf der internationalen Raumstation ISS. Modisch kann sich jeder auf Instagram, TikTok, YouTube oder Pinterest inspirieren lassen. Die Grenzen zwischen Sportkleidung und Luxusmode verschwimmen zunehmend. Nur in einer Sache sind sich fast alle einig, denn es müssen unbedingt Sneaker sein. Je größer, desto besser. Überdimensionale Sohlen und klobige Silhouetten lösen einen regelrechten Hype aus. Der prägende Sound des Sommers ist der Hit Bella Ciao, befeuert durch den Hype um die Netflix-Serie Haus des Geldes. Flames von David Guetta und Sia wird zum erfolgreichsten Radio-Hit des Jahres. Und im Kino dominiert Marvel mit Avengers Infinity War, sowie Musikfilme wie Bohemian Rhapsody über Freddie Mercury und Queen und A Star Is Born mit Lady Gaga und Bradley Cooper. Doch manchmal schreibt das echte Leben Geschichten, die selbst die abenteuerlichsten Drehbücher kaum übertreffen. Auch der Fall, über den wir heute sprechen, der klingt fast wie ein Hollywood-Blockbuster, ist es aber leider nicht. Es ist das echte Leben. Da sich der Fall vor nicht allzu langer Zeit hier bei uns in Deutschland zugetragen hat, haben wir uns entschieden, die Namen aller Beteiligten wieder zu ändern, um ihre Persönlichkeitsrechte zu schützen. Springen wir dafür noch einmal zurück zu den frühen Morgenstunden des 31. August 2018. Gegen 7.20 Uhr bemerken Nachbarn den Geruch von Rauch. Ein Blick aus dem Fenster bestätigt ihre Vermutungen. Das imposante Haus auf dem Hügel, in dem eine Zahnarztfamilie wohnt, brennt. Aus dem ersten Stockwerk dringen bereits gewaltige Rauchschwaden. Die Nachbarn verständigen daraufhin die Feuerwehr. Als der Löschzug kurze Zeit später beim brennenden Haus ankommt, rollt ein Teil der Feuerwehrmänner sofort die Schläuche aus und beginnt mit den Löscharbeiten. Gleichzeitig machen sich weitere Einsatzkräfte auf die Suche nach den Bewohnerinnen und Bewohnern. Sie gehen davon aus, dass sich die ganze Familie noch im Haus befindet. Parallel treffen Krankenwagen und Notärzte ein. Alle sind auf das Schlimmste vorbereitet. Es scheint, als wäre vor allem der erste Stock des Hauses betroffen. Hier züngeln die Flammen regelrecht aus den Fenstern. Das Problem ist, dass sich ausgerechnet in diesem Stockwerk die Schlafzimmer der Familie befinden. Die Feuerwehrleute durchkämmen das Haus. Die Luft ist schwer vom ganzen Rauch. Sie können die Suche nur mit Atemschutzmasken fortsetzen. Der viele Qualm erschwert zusätzlich die Sicht. Von den Eltern und Kindern fehlt jede Spur. Als die Einsatzkräfte im ersten Stock ankommen, öffnen sie vorsichtig jede Tür. Immer behutsam, denn der kleinste Luftzug kann ausreichen, um das Feuer erneut zu entzünden. Einer der Feuerwehrmänner öffnet vorsichtig die Tür zum vorderen Kinderzimmer. Dicker Qualm schlägt ihm entgegen. Für einen kurzen Moment kann er gar nichts sehen. Behutsam wedelt er mit den Händen vor seinem Gesicht, bis der erste Rauch durch die offene Tür abgezogen ist. Er erkennt schemenhafte Umrisse auf dem Bett, das noch immer glüht. Sein Herz beginnt schneller zu klopfen. Er tastet sich nach vorn. und plötzlich fühlen seine Hände durch die dicken Handschuhe einen Körper. Aber nichts, keine Reaktion. Für den 13-jährigen Jungen kommt jede Hilfe zu spät, er ist tot. Nur ein Zimmer weiter finden die Feuerwehrleute seine 10-jährige Schwester. Auch sie hat das Feuer nicht überlebt. Als der erste Rauch abgezogen ist, nehmen die Einsatzkräfte die Betten der beiden Kinder noch einmal genauer in Augenschein. Und sie erstarren. Die Brandverletzungen an den Leichen sind auf den ersten Blick ersichtlich. Aber nicht das ist es, was ihnen das Blut in den Adern gefrieren lässt. Die Körper der Geschwister sind über und über mit Blut bedeckt. Es scheint, als seien die beiden nicht durch das Feuer umgekommen, sondern starben schon davor. Was ist hier passiert? Alarmiert verstärkten die Einsatzkräfte die Suche nach den Eltern. Denn von ihnen fehlt nach wie vor jegliche Spur. Die Eltern, das sind Vater Ulrich, 58 Jahre alt, und Mutter Sabine, 46 Jahre alt. Sie arbeiten beide als promovierte Zahnärzte und betreiben eine Praxis im 12 Kilometer entfernten Weinheim. Die vierköpfige Familie lebt relativ zurückgezogen am Ortsrand von Mörlenbach. Einem kleinen Ort mit rund 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Nur eine halbe Stunde Autofahrt von Mannheim und Heidelberg entfernt. 2003 kauft Vater Ulrich das 1300 Quadratmeter große Grundstück in Möhlenbach. Hier baut er sich sein Traumhaus mit drei Kinderzimmern, Spitzboden und Sauna. Das dreistöckige Haus aus weißen Ziegeln und dunklem Spitzdach sticht auf den ersten Blick ins Auge. Neben einer großen Terrasse gibt es weitere Balkone, Erker und Gauben sowie mehrere Garagen. Vater Ulrich ist ein großer, stattlicher Mann mit breiten Schultern. Er ist an die 160 Kilogramm schwer, mit dem Ansatz eines Doppelkinns. Er hat kurze, leicht schütter werdende, helle Haare mit beginnenden Geheimratsecken. Sein Blick wirkt durchdringend und bestimmt, sein Auftreten ist dominant und arrogant, so beschreibt es ein Spiegelartikel. Ulrich stammt aus Sögel, einer Gemeinde mit rund 8000 Einwohnern im westlichen Niedersachsen. Das liegt rund fünf Stunden Autofahrt von Möllenbach entfernt. In Sögel ist die Familie von Ulrich durchaus bekannt, denn sein Vater ist damals ein hoch angesehener Pharmazeut im Ort. Bereits 1955 eröffnet er dort eine Fotodrogerie. Er bietet sowohl Drogerieartikel als auch Fotodienstleistungen an. Ulrichs Mutter ist eine strenggläubige Lehrerin. Ulrich wächst als Einzelkind auf. Sein Vater ist sein großes Idol. Er vergöttert ihn regelrecht. Doch aufgrund seiner Selbstständigkeit hat der Vater selten Zeit für seinen Sohn. Als Wiedergutmachung überhäuft er Ulrich mit Spielzeug. Und der gibt gerne vor seinen Freunden mit dem Reichtum seiner Eltern an. Für Ulrich steht schon früh fest, wenn er mal groß ist, dann wird er in die Fußstapfen seines Vaters treten. Er ist sich sicher, dass er ein Gewinnertyp ist, einer, der auf der Siegerseite steht. Um das zu unterstreichen, ist ihm auch kein Mittel zu schade. Einer Doku zufolge schummelt er schon in jungen Jahren bei einem Angelturnier. Ulrich kauft sich die Fische einfach in der Zoohandlung und gibt diese dann als seinen Fang aus. Der Betrug fliegt damals zwar auf, aber es wird nicht sein letzter bleiben. 1973 stirbt sein Vater an Lungenkrebs. Im Alter von nur 13 Jahren wird Ulrich damit zur Halbweise. Er ist mit der Situation verständlicherweise total überfordert. Er macht das, was er die vergangenen Jahre bereits geübt hat. Er versucht die Rolle seines Vaters als Mann im Haus zu übernehmen. Laut einer Doku nennt er seine Mutter ab sofort nur noch die Alte und kommandiert sie herum wie eine Angestellte. Ob das sein Vater auch so gemacht hat, ist allerdings nicht bekannt. Die Mutter hat für die Eskapaden ihres pubertierenden Sohns einfach keine Kraft. Sie schickt ihn deshalb auf ein Internat. Ulrich ist aber nicht gerade ein guter Schüler. Er hat sich eigentlich in den Kopf gesetzt, Medizin zu studieren. Aber sein Abidurchschnitt reicht nicht für sein Wunschstudium aus. Die Universität Frankfurt am Main lehnt seine Bewerbung ab. Diese Niederlage stachelt Ulrich aber erst recht an. Schließlich ist er ein Gewinnertyp und das sollte besser jedem klar sein. Er zieht vor Gericht und klagt. Und das tatsächlich mit Erfolg. Ulrich wird also doch Medizinstudent an der Uni in Frankfurt. Und er zieht das Studium durch. Krönt sich sogar noch mit einem Doktortitel. Doch das reicht ihm noch nicht. Ulrich hängt noch einen zweiten Studiengang dran und studiert Zahnmedizin. Ebenfalls mit einem Doktortitel. Nur um das einmal auszusprechen. Er darf sich also Doktormedizin, Doktormedizindent nennen. Und auf diesen Titel legt er auch großen Wert. Der Ehrgeiz scheint ihn gepackt zu haben. Er setzt noch eine Fortbildung als Oralchirurg obendrauf, um im Bereich der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie arbeiten zu können. Nach 16 Jahren Studium und Ausbildung eröffnet er eine Zahnarztpraxis in der Nähe von Frankfurt am Main. Zu dieser Zeit ist Ulrich bereits verheiratet. Mit seiner ersten Frau hat er eine gemeinsame Tochter. Im Gegensatz zu Ulrich steht seine Frau aber nicht so auf seine Prahlerei und seinen Hang zur Sicht zur Schau stellen. Die beiden trennen sich also. Ende 1998 eröffnet Ulrich in Weinheim im Rhein-Neckar-Kreis eine neue Arztpraxis auf 390 Quadratmetern. Dort bietet er Implantologie, Parodontologie und ambulante plastische Operationen an. Ein lukratives Geschäft. Insbesondere durch die Behandlung von Privatpatienten erzielt Ulrich hohe Einnahmen. Er hat es geschafft, ist in die großen Fußstapfen seines Vaters getreten und auf der Erfolgsspur. Im Jahr 2000 fängt eine junge Assistenzärztin namens Sabine in Ulrichs Praxis an. So nennen wir sie hier in der Folge. Die 28-Jährige ist mit ihren dunklen, langen Haaren der optische Gegenentwurf zu Ulrich. Klein, zierlich, schmal, mit einer fast kindlichen Figur und leiser Stimme. Trotz ihres Altersunterschiedes von zwölf Jahren kommen sich die beiden schnell näher und werden schließlich sogar ein Paar. Sie teilen auch eine gemeinsame Leidenschaft, denn beide stehen auf Luxusgüter. Der 40-jährige Ulrich bietet Sabine finanzielle Unabhängigkeit. Und sie revanchiert sich. Und zwar mit absoluter Unterwürfigkeit. In einem Spiegelartikel heißt es, sie habe ihm nie widersprochen. Das gipfelt sogar darin, dass Sabine den Kontakt zu ihren Eltern abbricht, weil Ulrich das so möchte. Sabines Eltern haben nämlich einmal die Ausgabefreudigkeit ihres Freundes kritisiert. Ein No-Go für Ulrich. Vier Jahre nachdem Ulrich und Sabine ein Paar geworden sind, kommt Sohn David im Jahr 2004 auf die Welt. Drei Jahre später, also 2007, seine Schwester Luisa. Um die Kindererziehung kümmert sich in erster Linie Sabine. Sie erledigt mit ihnen die Hausaufgaben und fährt sie zum Training. Beide Kinder spielen Tennis, Luisa zusätzlich noch Handball. David ähnelt seinem Vater bereits in jungen Jahren sehr. Er ist extrem ehrgeizig, sowohl in der Schule als auch im Sport. Er hat gute Noten, gilt als Tennisass und liebt Sportwagen und Motorboote. Luisa dagegen ist ein eher verträumtes Mädchen, das später Tierärztin oder Balletttänzerin werden will. Wenn sie trainiert, sitzen ihre Kuscheltiere, die alle einen Namen haben, auf der Bank und schauen zu. Als die Scheidung von Ulrichs erster Frau im November 2013 endlich vollzogen ist, ist die Bahn frei für Ulrich und Sabine. Fünf Monate später heiraten sie. Zu diesem Zeitpunkt sind die Kinder bereits sechs und neun Jahre alt. Die Familie pflegt nur wenige Kontakte nach außen. Sie bekommen wenig Besuch von Freunden und leben zurückgezogen in ihrem Haus am Ortsrand. In einer Sache sind sie jedoch ziemlich auffällig, nämlich im Protzen. So beschreiben es Nachbarn in verschiedenen Zeitungsartikeln später. Ulrich liebt es, seinen Wohlstand nach außen zu zeigen. Er besitzt einige Porsche und ein teures Motorsportboot. Dazu kauft er sich gleich zwei neue Ferraris. Jeder soll sehen, was er sich verdient hat. Das gipfelt darin, dass er seine Kinder jeden Morgen mit dem Ferrari in die Schule fährt. Der ist allerdings nur ein Zweisitzer. Deshalb fährt er erst David ins Gymnasium, um anschließend Luisa von zu Hause abzuholen und in die Grundschule zu bringen. Kein Wunder also, dass Ulrich im Ort nicht besonders beliebt ist. Das berichtet eine Anwohnerin in einem Zeitungsinterview. Er sei ein großer Angeber, der sich nur über sein Reichtum definiere. Es sei schon fast krankhaft. Der Nachbarin habe er mal ein Foto von seinem neuesten Ferrari gezeigt, mit der Aufforderung, das kannst du dir übers Bett hängen und von so einem Wagen träumen. Für David und Luisa habe er jeden Tag etwas über Amazon bestellt. Geld ausgeben sei gewissermaßen schon ein Ritual in der Familie gewesen. Die Sommer verbringt die Familie gern im Luxushotel in Dubai. Denn neben teuren Autos ist dem Ehepaar eine weitere Sache extrem wichtig. Sie legen größten Wert auf schicke und edle Kleidung. Laut mehreren Medienberichten ist Ulrich ein wahrer Schuhfetischist. Er mag teure Schuhe, am liebsten an Sabines Füßen. Deswegen besitzt Sabine sage und schreibe 2800 Paar Schuhe. Teure Designerstücke, die meisten davon Highheels. Laut dem Spiegel legt Sabine sogar eine Excel-Tabelle an, in der sie alle Schuhe auflistet, die sie besitzt. Doch hinter der luxuriösen Fassade brodelt es gewaltig. Laut einer Doku stellt die Kassenärztliche Vereinigung bereits 2004 bei einer Überprüfung fest, dass der promovierte Zahnarzt zu viel Geld für seine Leistung abrechnet. Dazu müssen wir einmal kurz erklären, was die Kassenärztliche Vereinigung eigentlich ist. Die sogenannte KZV handelt jährlich mit den Landesverbänden der Krankenkassen die Vergütung der vertragszahnärztlichen Leistung aus und verteilt diese dann, je nach erbrachter Leistung, auf die einzelnen Zahnärzte. Aber Ulrich berechnet einfach, was er für richtig hält und hält sich nicht an diese vorgeschriebenen Vergütungen. Als die KZV ihn auf seine Abrechnungsfehler aufmerksam macht, ignoriert er das. Er sei schließlich top ausgebildet und besser als seine Kollegen. Dementsprechend könne er doch auch mehr verlangen. Das wiederum sieht die KZV natürlich anders. Das Ganze gipfelt in einem Rechtsstreit, der sich über mehrere Jahre hinzieht. In einigen Punkten bekommt Ulrich sogar recht. In anderen muss er Geld zurückzahlen. Und wie man sich jetzt natürlich vorstellen kann, beobachtet die KZV Ulrich ab diesem Zeitpunkt mit Augusaugen. Jede seiner Abrechnungen wird auf den letzten Cent genauestens überprüft. Die KZV sammelt Stück für Stück Beweise und Anhaltspunkte, die belegen, dass Ulrich die Kassen systematisch betrügt. Elf Jahre nach den ersten Abrechnungsunstimmigkeiten zeigt die KZV Ulrich schließlich 2015 wegen Betrugs an. Sie fordert mehrere 10.000 Euro an Rückzahlungen. Und im Zuge der Betrugsermittlungen, kommt noch etwas anderes ans Tageslicht. Der Oralchirurg hat zu wenig Sozialversicherungsbeiträge für seine Angestellten bezahlt. Das bedeutet, er hat seinen Arbeitgeberanteil für Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung unterschlagen. Über den genauen Betrag sind sich die Quellen nicht ganz einig. Einige sprechen von 7.000 Euro, andere gar von 9.000 Euro. Aber das ist nur ein ganz kleiner Anteil von Geldern, die er dem Staat und anderen Gläubigern schuldet. Im Herbst 2015 beantragen die Krankenkassen, die auf Versicherungsbeiträge vor Ulrichs Angestellte warten, ein Insolvenzverfahren. Als Insolvenzverwalter wird der Anwalt Christian eingesetzt. Den kennt ihr ja bereits aus dem Intro. Der pflichtbewusste Jurist mit grauem Haarkranz und randloser Brille begleitet Insolvenzverfahren schon seit Jahrzehnten und hat sogar Fachbücher zu diesem Thema geschrieben. Doch welch harte Geschütze er bei seinem nächsten Verfahren auffahren muss, damit hätte er nie gerechnet. Christian will sich einen Überblick über die finanzielle Lage von Ulrich verschaffen. Doch der lässt sich nicht in seine Bücher gucken. Christian rät ihm, die fehlenden Sozialabgaben zu begleichen. Dann wäre die Sache erledigt. Doch Ulrich bleibt stur. Am 23. Dezember 2015 eröffnet Christian offiziell das Insolvenzverfahren gegen den Zahnarzt. Daraufhin melden sich immer mehr Gläubiger bei dem Insolvenzverwalter. Mehr als 50 sind es insgesamt. Aus den ursprünglich paar tausend Euro Schulden bei der Krankenkasse kommt Christian bei einer ersten Hochrechnung auf die stolze Summe von 2,5 Millionen Euro an Verbindlichkeiten, die Ulrich bei Banken, der KZV, und Sozialversicherungsträgern hat. Und was macht der Zahnarzt? Ulrich hat im Mai 2015 noch einen weiteren Leasingvertrag für einen Ferrari abgeschlossen. Seinen dritten. Laut einem Spiegelartikel zahlt er pro Jahr etwa 150.000 Euro an Raten für alle drei Sportwagen. Parallel zahlt er übrigens keinen Cent Unterhalt für die Tochter aus erster Ehe. In Ulrichs Augen entscheidet nur einer über ihn und seine Situation, nämlich er selbst. Die Vorschläge, sich von seinen Statussymbolen, also seinem Sportwagen, dem Motorboot und seinem Traumhaus zu trennen, um seine Schulden zu verringern, kommen für ihn gar nicht in Frage. Für Ulrich ist der Insolvenzverwalter nur der Plünderer. Er weigert sich, mit ihm zu kooperieren. Immer wieder reicht der Zahnarzt einen neuen Antrag oder eine neue Beschwerde ein und zieht damit das Insolvenzverfahren in die Länge. Es beginnt ein Schlagabtausch, der sich über drei Jahre ziehen wird. Währenddessen versucht Ulrich, den Insolvenzverwalter auszutricksen. Als ihm Konten gesperrt werden, eröffnet er einfach neue. Seine Behandlungen rechnet er im Namen seiner Frau ab. Die ist ja ebenfalls promovierte Zahnärztin. Er lässt das Haus seiner Eltern in Sögel auf die beiden Kinder überschreiben, um es vor einer möglichen Fendung zu schützen. Doch der Insolvenzverwalter kommt ihm auf die Schliche. Er hat genug von Ulrichs Spielchen und lässt den verbliebenen Fuhrpark des Zahnarztes beschlagnahmen. Ebenso wie Sabines Luxusschusssammlung. Die Praxis in Weinheim wird am 11. April 2016 auf sein Geheiß geschlossen. Plötzlich steht die Familie ohne Einkommen da, lebt von Hartz IV. Das Einzige, was ihnen von ihrem vorherigen Luxusleben noch geblieben ist, ist ihr Zuhause, das Zweifamilienhaus auf dem Hügel. Und was macht Ulrich? Nichts. Er sieht sich weiterhin als Gewinnertypen und spricht nicht über seinen finanziellen Untergang. Er verbietet auch seiner Frau, irgendjemandem davon zu erzählen. Mal abgesehen davon, dass Sabine sowieso kaum jemanden hat, dem sie sich anvertrauen kann. Den Kontakt zu ihren Eltern hat sie ja auf Geheiß von Ulrich abgebrochen. Ihre Psychotherapie muss sie ebenfalls abbrechen. Die ist jetzt zu teuer. Ihr Mann, ihre eigentliche Stütze, wird zunehmend dünnhäutiger und zieht sich von ihr zurück. Es gibt immer öfter Streit. Sabine bekniet ihren Mann, die Schulden endlich zu bezahlen. Doch Ulrich lehnt ab. Er behauptet, die Forderungen seien nicht rechtmäßig. Gut eineinhalb Jahre nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens schlägt Sabine 2017 vor, das Haus aufzugeben und wegzuziehen. Sie sehnt sich nach einem geregelten Leben. Sie ist sich sicher, dass ihre Kinder überall Anschluss finden würden. Und in wenigen Jahren hätten sie die Schulden dann abbezahlt. Doch Ulrich bleibt stur. Er hält an seinem Traumhaus fest. Und das ist der letzte Trumpf des Insolvenzverwalters. Nachdem erneut eine Frist abgelaufen ist, wird das Haus im April 2018 nach mehr als zwei Jahren hin und her schließlich für 575.000 Euro zwangsversteigert. Das Zweifamilienhaus hat nun einen neuen Eigentümer. Doch auch das will Ulrich nicht akzeptieren. Freiwillig wird er hier nicht ausziehen. Schließlich wird eine Räumungsklage eingereicht. Das Gericht legt als Auszugstermin den 31. August 2018 fest. Vier Monate nach der Zwangsversteigerung. Das letzte Wochenende vor der Zwangsräumung verbringt die Familie in Ulrichs Heimat Sögel. Dort besuchen sie seine Mutter und wie jedes Jahr die Kirmes im Ort. Tun so, als wäre alles in Ordnung. Alle Zeichen stehen auf heile Welt. Nur vier Tage später, am 30. August, kündigt sich mit der typischen Abfolge hoher Pieptöne, Kratzen und Rauschen ein Fax im Haus der Familie an. Das Fax bestätigt den Termin für die Zwangsräumung am nächsten Tag. Alle Beschwerden und Anträge haben letztendlich nichts gebracht. Sabine spürt Panik in sich aufsteigen. Ab morgen haben sie also kein Zuhause mehr. Sie sucht hektisch nach Telefonnummern von Anwälten, telefoniert wie besessen, verschickt mehrere Faxe und versucht, die Räumung noch irgendwie zu verhindern. Ulrich sitzt dagegen apathisch neben ihr. Vor seinem geistigen Auge spielt sich der immer gleiche Film ab. Wieder und wieder. Er stellt sich vor, wie am nächsten Tag der Insolvenzverwalter vor seiner Tür steht und ihm hämisch ins Gesicht grinst. Die beiden Kinder verlassen ihr Zuhause mit je einem Koffer in der Hand. Es ist Ulrichs wahrgewordener Albtraum. Räumung, Auszug, womöglich Umzug in eine Sozialwohnung. Am Abend fährt die Familie mit einem geliehenen Golf nach Frankfurt. Gemeinsam besuchen sie ein Äppelwoll-Lokal im Ausgehviertel Sachsenhausen und essen dort zu Abend. Das ist eine traditionelle Gaststätte, in der vor allem der hessische Apfelwein und regionale Spezialitäten serviert werden. Ulrich hat hier schon während seines Studiums gegessen. Er bestellt einen Handkäs. Das ist ein Sauermilchkäse, eingelegt in einer Marinade aus Essig, Zwiebeln und Gewürzen. Eine typisch hessische Spezialität. Als sie nach Hause zurückkommen, spielen die Kinder noch ein bisschen in dem riesigen Garten. Sabine schickt David und Luisa gegen 23 Uhr mit einem Gute-Nacht-Kuss ins Bett. David schaut sich noch ein paar Videos von Sportwagen und Motorbooten auf seinem iPad an, bis ihm die Augen zufallen. Zu dieser späten Stunde sitzen Sabine und Ulrich noch lange auf der Terrasse und trinken Bier. Ulrich zeigt sich weiterhin kämpferisch und verfasst eine Beschwerde an den Insolvenzverwalter. Sabine starrt nur wortlos auf die Kerzen. Ihr wird klar, dass sie keinen Plan haben. Sie wissen ja nicht einmal, wo sie ab morgen wohnen werden. Kurz vor zwei Uhr in der Nacht geht Sabine zurück ins Haus. Sie zieht einen Rucksack aus einem Schrank und packt Fotos, Festplatten, Führerscheine, Ausweise, Handys, Schlüssel und 1800 Euro Bargeld ein. Außerdem noch ein Zettel, auf dem die Worte, die Schildis sind, noch draußen geschrieben steht. Damit meint sie die Schildkröten der Familie, die sich normalerweise im Garten aufhalten. Sabine verlässt das Haus und versteckt den Rucksack in einem Gebüsch auf dem Nachbargrundstück. Gut fünf Stunden später melden Nachbarn den Brand des Zweifamilienhauses. Auf der Suche nach der Familie entdecken die Einsatzkräfte die Leichen der beiden Kinder, David und Luisa. Was ist in dieser Nacht geschehen? Diese Frage treibt die Einsatzkräfte der Feuerwehr um, während sie weiter das Haus durchkämmen. Immer in der Hoffnung, die beiden Eltern noch lebend zu finden. Die Feuerwehrleute kämpfen sich von den Kinderzimmern im ersten Stock durch den Rauch wieder zurück ins Erdgeschoss. Im Souterrain befinden sich die Garagen. Von dort ertönt plötzlich ein durchdringender Ruf. In einer abgeschlossenen Garage finden die Einsatzkräfte einen grauen VW Golf. Der Motor des Wagens läuft. Vom Auspuff führt ein Schlauch ins Innere. Schnell reißen die Feuerwehrleute die Tür auf und entdecken im Inneren des Wagens zwei leblose Körper auf dem Fahrer- und Beifahrersitz. Es handelt sich dabei um Ulrich und Sabine. In einem ersten Moment werden die Horrorverstellungen der Einsatzkräfte wahr. Hier hat eine Familientragödie ungeahnten Ausmaßes stattgefunden. Einer der Feuerwehrleute fasst sich ein Herz und tastet nach dem Puls bei dem leblosen Paar. Nach einer gefühlt endlosen langen Sekunde kann er aber ein schwaches Lebenszeichen fühlen. Überrascht blickt er seine Kollegen an und gestikuliert wild, den Wagen nach draußen zu schieben. Mit vereinten Kräften schieben die Einsatzkräfte das Auto aus der Garage und zerren Sabine und Ulrich aus dem Wagen heraus. Erleichterung macht sich breit. Nach den vergangenen bangen Minuten hat damit keiner mehr gerechnet. Die beiden sind tatsächlich noch am Leben, wirken aber sehr benommen. Nach einer Erstversorgung vor Ort werden Ulrich und Sabine in ein Mannheimer Krankenhaus eingeliefert. Zwei Stunden nach dem Notruf der Nachbarn beginnt die Spurensicherung der Kripo gegen 9.30 Uhr, das Anwesen der Familie zu untersuchen und mögliche Beweise zu sichern. Was genau ist in der Nacht passiert? Für die Ermittler ist es rätselhaft, warum es nur im oberen Stockwerk im Bereich der Kinderzimmer gebrannt hat. Denn sie stellen fest, dass im gesamten Haus Benzin verschüttet worden ist. Im Wohnzimmer, in der Küche, auf dem Dachboden und auf den Betten. An mehreren Stellen sind das sogar richtige Pfützen. Jemand scheint gewollt zu haben, dass das ganze Haus brennt. Grillanzünder liegen überall verteilt. Die Tür zum Öltank ist bewusst offengelassen worden. Davor stehen mehrere Benzinkanister. Angezündet wurde das Feuer aber konkret in den Kinderzimmern. Die Polizei geht davon aus, dass es sich nicht weiter ausbreiten konnte, da einige Türen sowie alle Fenster geschlossen waren. Ein Brandermittler sagt im Anschluss, dass wenn die Türen und Fenster alle geöffnet gewesen wären, dann wäre die nötige Sauerstoffzufuhr vorhanden gewesen, um das ganze Haus abzufackeln. Nicht auszudenken, welches Inferno es gegeben hätte, wenn das verteilte Benzin und die Grillanzünder auch noch gebrannt hätten. Dann wäre das Haus anschließend nur noch eine Ruine gewesen. Aber vielleicht sollte genau das passieren. Vielleicht sollten Spuren für immer vernichtet werden. Denn wie ihr bereits gehört habt, sind David und Luisa offensichtlich nicht bei dem Brand umgekommen, sondern wurden Opfer eines Verbrechens. Ihre beiden Körper sind voller Blut. Wollte jemand mit dem Brand die eigentliche Todesursache der Kinder verschleiern? Und wenn ja, warum? Die Obduktion der Körper bestätigt den grauenhaften Verdacht der Ermittler. Luisa und David sind im Feuer weder erstickt noch verbrannt. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sie noch am Leben waren, als ihre Zimmer in Brand gesteckt worden sind. In ihren Lungen finden sich nämlich keine Rauchgase. Das heißt, die Geschwister haben schon nicht mehr geatmet, als das Feuer im Haus ausgebrochen ist. Die eigentliche Todesursache ist nichts für schwache Nerven. Wenn ihr Gewaltbeschreibungen vor allem hinsichtlich Kinder nicht anhören wollt, dann skippt jetzt am besten ungefähr 30 Sekunden vor. Luisa und David wurden mit einem Hammer erschlagen und einem Messer erstochen. Und zwar auf eine äußerst brutale Weise. Mit einem eisernen Zimmermannshammer wird auf den Kopf von David eingeschlagen. Wie oft, darüber sind sich die Quellen nicht ganz einig. Von mindestens 13 Mal ist in einem Beschluss des Bundesgerichtshofs die Rede, andere schreiben von 25 Schlägen. Anschließend hat ihm jemand viermal mit einem Jagdmesser ins Herz gestochen und seine Kehle durchtrennt. Seine Schwester Luisa wird auf die exakt gleiche Art getötet. An Davids Leichnam finden die Rechtsmediziner Abwehrspuren. Womöglich hat der Junge bei dem Angriff noch nicht tief und fest geschlafen, ist dabei aufgewacht und hat noch versucht, sich gegen seinen Angreifer zu wehren. Der Verdacht fällt schnell auf ihre Eltern. Denn das Haus ist von ihnen zugesperrt und es finden sich keine Spuren eines Einbruchs. Die drohende Räumung an jenem Tag liefert den Ermittlern auch noch das passende Motiv. Die Polizei konfrontiert Ulrich und Sabine mit ihrem Verdacht, denen es inzwischen schon wieder besser geht. Und Ulrich versucht gar nicht erst, die Tat zu leugnen. In seiner ersten Vernehmung im Krankenhausbett gibt er zu, gemeinsam mit seiner Frau seine Kinder getötet zu haben. Daraufhin werden Ulrich und Sabine noch im Krankenhaus verhaftet. Doch ab dem zweiten Gespräch behauptet der 58-Jährige, alleine gehandelt zu haben. Sowohl was die Morde betrifft, als auch die Brandstiftung. Er habe allein zugeschlagen, zugestochen und anschließend das Feuer gelegt. Sabine habe damit nichts zu tun. Für die Ermittler ist das harte Kost. Ein Vater, der gefühlskalt vom Mord an seinen Kindern erzählt. Und noch eine Sache macht die Beamten stutzig. Es ist eher ungewöhnlich, dass ein Verdächtiger in Untersuchungshaft schon vollumfänglich die Tat gesteht. Ohne wirkliche Indizien oder Beweise. Warum macht Ulrich das? Und warum scheint er nach der ersten Vernehmung seine Frau schützen zu wollen und präsentiert sich als alleiniger Täter? Hier kommt wohl eher wieder der Egomane in Ulrich durch. Er hat sich diesen Plan allein ausgedacht. Er hat die Tat selbst von vorne bis hinten durchgezogen. Er war das. Er ganz allein. Dafür spricht auch, dass sich Ulrich bei den Vernehmungen selbst ganz nüchtern als Egomane, Egozentriker und Narzisst bezeichnet. Seinen Charakter unterstreicht zusätzlich ein Brief, den der Zahnarzt an ehemalige Nachbarn aus der Haft herausschreibt. Darin steht die finanzielle Misere der Familie im Vordergrund. Schuld daran sei die Kassenärztliche Vereinigung. Und natürlich auch der Insolvenzverwalter. Der sei besonders schlimm gewesen, habe nur das große Geschäft gewittert und die Familie ruinieren wollen. Ulrich stellt es so dar, als wäre er selbst ganz unverschuldet in fiese Machenschaften hineingerutscht. Der Brief endet mit den Worten, Zitat, Die Eltern der verstorbenen Kinder waren keine Betrüger. Und das ist krass, denn die Kinder sind ja nicht eines natürlichen Todes gestorben, sondern ermordet worden. Und zwar von ihm selbst, ihrem eigenen Vater. Doch ist er wirklich der alleinige Täter? Welche Rolle spielt seine Frau? Sabine befindet sich derweil in der JVA Frankfurt am Main. Auch sie lässt in Gesprächen erkennen, dass sie den Gedanken, sich selbst in diese Situation gebracht zu haben, gar nicht erst zulässt. In einem Gespräch mit einer Sozialarbeiterin behauptet sie, das System habe sie in diese Situation gedrängt. Eine Aussage, die sie womöglich von Ulrich übernommen hat. Außerdem fällt ein Satz, der die Ermittler hellhörig werden lässt. Einer, der für die Schuldfrage, wer nun wirklich an den Morden beteiligt war, wichtig sein könnte. Denn Sabine sagt, Zitat, Der Deal mit meinem Mann war eigentlich, dass wir entweder alle sterben oder keiner. Und jetzt sind wir beide übrig geblieben. Das würde zumindest dafür sprechen, dass sie in den Mordplan eingeweiht war. Kurze Zeit nach ihrer Festnahme geht es Sabine richtig schlecht. Sie scheint zum ersten Mal das Ausmaß und die Konsequenzen der furchtbaren Tat zu begreifen. Laut dem Spiegel verbringt sie die ersten zwölf Tage in einem sogenannten BGH, einem besonders gesicherten Haftraum. Das ist eine Zelle mit einer Matratze, einer Decke aus Papier und einem Loch im Boden als Toilette. Ein Kopfkissen gibt es nicht, selbst die Kleidung ist aus Papier. Das Brot wird scheibchenweise hineingereicht, Wasser nur in Plastikbechern. In der Kameraüberwachtenzelle befindet sich nichts, womit sich Sabine das Leben nehmen könnte. Die 46-Jährige zieht feine Fäden aus der Papierdecke und bastelt sich daraus zwei Ringe. Die trägt sie als Symbol für ihre ermordeten Kinder. Ist das das Verhalten einer Mutter, die ihre Kinder kaltblütig ermordet hat? Während Ulrich und Sabine in Untersuchungshaft sitzen, werten die Ermittler weiter alle Spuren aus, die sie am Tatort gesichert haben. Sowohl an einem Herrenschlafanzug, aber auch an Sabines orangefarbener Pyjama-Hose, ihrem weißen Oberteil und ihren Turnschuhen haben sie Blutspritzer entdeckt. Die Analyse ergibt, dass das Blut auf Sabines Kleidung von ihrem Sohn und ihrer Tochter stammt. Die Frage ist also, ob sie vielleicht doch an den Morden beteiligt war oder ob sie sich ein letztes Mal von ihren Kindern verabschieden wollte. Bei dem Mord an den Kindern werden zwei Tatwerkzeuge verwendet, ein Hammer und ein Jagdmesser. Das könnte für zwei Täter sprechen. Der 22,5 cm lange Zimmermannshammer ist von massiven Blutspuren überzogen. Aber auf beiden Werkzeugen werden nur DNA-Spuren von Ulrich festgestellt, nicht von Sabine. Allerdings kann eine Expertin für Dactyloskopie ein Teilabdruck ihrer linken Handfläche auf dem silberfarbenen Metall des Hammers nachweisen. Dactyloskopen sind Experten, die Fingerabdrücke aufspüren, sichtbar machen, vergleichen und zuordnen. Nachdem der Hammer ein Alltagsgegenstand aus dem Haus der Familie ist, könnte Sabine ihn aber auch beispielsweise vor wenigen Wochen benutzt haben, um ein Bild aufzuhängen. Denn das Alter einer solchen Spur lässt sich leider nicht bestimmen. Und noch ein kleines Detail wirft Fragen auf. Die Kinder sind mit ihren Decken zugedeckt, als sie gefunden werden. Ulrich behauptet in einem Gespräch mit einer Psychologin im Herbst 2018, er sei das nicht gewesen. Er vermute, seine Frau habe sich von den Kindern verabschiedet und sie danach zugedeckt. Kurz darauf, im Dezember, widerruft er diese Version und präsentiert eine neue. Seine Frau sei davon ausgegangen, die Kinder würden nach dem Suizid der Eltern bei den Nachbarn unterkommen. Vermutlich habe er selbst nach der Tat die Decken auf das Bett gelegt und es vergessen, so berichtet es der Spiegel. Ein halbes Jahr nach dem Brand, im Februar 2019, werden Ulrich und Sabine beide angeklagt. Die Anklage beläuft sich auf besonders schwere Brandstiftungen sowie heimtürkischen Mord. Es ist das erste Mal, dass die Öffentlichkeit erfährt, was sich wirklich am 31. August im beschaulichen Mörlenbach abgespielt hat. Einen Monat später beginnt am 22. März 2019 der Prozess vor dem Landgericht Darmstadt. Noch immer ist nicht klar, ob Ulrich die Morde allein begangen hat und welche Rolle Sabine dabei gespielt hat. Obwohl sie sich seit der Tatnacht sieben Monate zuvor nicht mehr gesehen haben, schenken sich Sabine und Ulrich keinen Blick, als sie den Schwurgerichtssaal betreten. Ulrich berichtet erst einmal ausführlich über sich und seine medizinische Laufbahn. Und dabei spart er nicht mit Eigenlob. Er bezeichnet seine Praxis als Senkrechtstaat mit fürstlichem Ergebnis. Überhaupt spricht er vor Gericht eher von seinen Finanzen und dem ungerechten Insolvenzverfahren als von seinen Kindern. Sabine dagegen bestreitet sämtliche Vorwürfe. Sie will nicht gewusst haben, dass ihr Mann die schlafenden Kinder töten wird. Sie gibt nur an, den Rucksack mit den wichtigsten persönlichen Sachen gepackt und versteckt zu haben. Aus Angst, dass ihr die Habseligkeiten am Morgen bei der Zwangsräumung abgenommen werden. Als sie wieder ins Haus gekommen sei, habe sie ihren Mann mit dem blutigen Messer an der Treppe stehen sehen und geahnt, was er getan habe. Sie habe Ulrich daraufhin aufgefordert, sie mit der Axt zu töten. Er habe geantwortet, er könne das nicht noch einmal. Das nimmt ihr der Oberstaatsanwalt allerdings nicht ab. Er ist überzeugt, dass die Aussagen, die Ulrich bei seiner polizeilichen Vernehmung nur wenige Stunden nach dem Geschehen am Krankenhausbett gemacht hat, der eigentlichen Wahrheit entsprechen. Auf mehrfache Rückfragen der Beamten behauptet der Zahnarzt in klar strukturierten Sätzen in seiner ersten Vernehmung immer wieder, David und Luisa gemeinsam mit seiner Frau umgebracht zu haben. Vor Gericht behauptet der 59-Jährige jedoch, sich an den Inhalt dieser Vernehmung nicht erinnern zu können. Doch davon existiert ein Tonband. Als dieses vor Gericht abgespielt wird, stockt den Prozessbeobachtern der Atem. Einige Zuschauende wischen sich Tränen aus den Augen. Auf dem Band ist die Stimme von Ulrich und dem Kripo-Beamten zu hören, der ihn vernimmt. Gefühllos und abgeklärt behauptet Ulrich, die Familie habe die schwierige finanzielle Lage am Abend zuvor in dem Lokal in Frankfurt besprochen. Sie hätten gemeinsam als Familie beschlossen, aus dem Leben zu scheiden. Auch David und Luisa seien einverstanden gewesen. David habe gefragt, ob es reicht, vom Balkon zu springen. Die Antwort des Vaters, nein. Das würde nur zu schweren Verletzungen führen. Ein entsetztes Rauen geht durch den Saal. Erst recht bei einem weiteren Satz. Ulrich behauptet, Zitat, Wir haben den Wunsch der Kinder umgesetzt. Wir haben die Kinder getötet. Dass er sich an dieses erste Verhör nicht mehr erinnern könne, lege an den rund vier Litern Bier, die er in der Nacht zuvor getrunken habe, so behauptet Ulrich, und an den 20 bis 30 Dormicum-Tabletten, die er eingenommen habe. Von den Beruhigungsmitteln mit dem Wirkstoff Midazolam seien in seinem Blutbild am nächsten Morgen allerdings nur geringe Mengen gefunden worden. Der toxikologische Gutachter schließt aus, dass Ulrich zum Zeitpunkt der Tat unter Einfluss von Medikamenten stand. Dagegen spreche die auf die Kinder ausgeübte Gewalt, das Reinigen der Tatwerkzeuge und das kräftezehrende Schleppen von mindestens drei 20-Liter-Kanistern Benzin, mit denen später das Feuer in den Kinderzimmern gelegt wurde. Womöglich wollten die Eltern bei der Brandstiftung nicht das gesamte Haus abbrennen, sondern nur den Mord an David und Luisa vertuschen. Auch Sabine schiebt ihre fehlende Erinnerung auf die Einnahme eines Beruhigungsmittels. Sie habe 13 der angstlindernden und beruhigenden Tabletten genommen, 11 davon nach dem Tod der Kinder. Dafür spricht, dass sie bei ihrer Festnahme schliefrig und benommen gewirkt habe. Sie könne sich angeblich an keine Gespräche mit ihrem Mann über einen gemeinsamen Suizid erinnern. Die Ermittler finden heraus, dass Ulrich anscheinend vor der Tat an seinem Computer, Begriffskombinationen wie letale Dosis und die Wirkung von Beruhigungsmitteln eingegeben hat. Doch sowohl Sabine als auch Ulrich sind promovierte Ärzte. Beide hätten gewusst, dass man durch die eingenommene Dosis der Medikamente nicht sterbe. Dazu hätte der 164 Kilogramm schwere Ulrich 218 Tabletten schlucken müssen. Das bestätigt das toxikologische Gutachten. Auch der Suizidversuch der Eltern wirkt von Anfang an unglaubwürdig auf die Ermittler. Ulrich und Sabine wollen sich mit Kohlenmonoxid in ihrem geschlossenen Auto umbringen. Eine übrigens weitaus sanftere Todesmethode als die, die Ulrich für seine Kinder gewählt hat. Dank der neuesten Katalysatoren produzieren moderne Pkw ab der Euro-5-Norm allerdings so wenig von dem giftigen Kohlenmonoxid, dass man sich damit eigentlich nicht mehr selbst umbringen kann. Zwar ist nicht bekannt, welches Baujahr der geliehene Golf hat, jedoch ist für den Oberstaatsanwalt von Anfang an klar, dass die beiden nie vorgehabt hatten, sich zu suizidieren. Die Kohlenmonoxid-Werte in ihrem Blut fallen zudem sehr gering aus. Noch dazu gehen die Ermittler davon aus, dass einem Autofan und Arzt wie Ulrich hätte klar sein müssen, dass ein Wagen mit Katalysator kaum tödliche Abgase produziert. Das Gericht beurteilt es so, dass Ulrich Zeit seines Lebens ein Mensch gewesen sei, der nach seinen eigenen Bedürfnissen lebt und sich über materielle Dinge definiert. Die Familie habe über ihre Verhältnisse gelebt und nichts unternommen, um die Schulden zu reduzieren. Nach elf Verhandlungstagen wird am 19. Juni 2019 das Urteil verkündet. Der Saal im Landgericht Darmstadt ist an diesem frühen Mittwochnachmittag bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Luft im holzvertefelten Saal ist stickig. Selbst hartgesottenen Prozessbeobachtern geht dieser Fall nahe. Einzelne Zuschauer wischen sich den Schweiß von der Stirn und tuscheln. Nervosität liegt spürbar in der Luft. Alle sind gespannt, ob auch die Mutter wegen Mordes verurteilt werden wird. Neben zahlreichen Kamerateams ist auch eine Nachbarin der Familie gekommen. Ungläubig hat sie diesen Fall verfolgt. Sie äußert sich dazu in einem Interview. Mit zitternder Stimme fragt sie, wie eine Mutter so etwas übers Herz bringen könne, die Kinder, die sie geboren hat, umzubringen bzw. umbringen zu lassen. Als Ulrich und Sabine in Handschellen in den Saal geführt werden, wird es dort ganz leise. Beide versuchen, ihre Gesichter hinter Aktenordnern zu verbergen. Wie das aussieht, haben wir euch mal in den Schaunorts verlinkt. Als der vorsitzende Richter das Wort ergreift, hören die beiden Angeklagten wie versteinert und mit gesenkten Köpfen zu. Mehr als eine Stunde geht der Richter noch einmal auf alle Details ein und sucht nach Erklärungen. Der erfahrene, wortgewandte Richter kann seine Emotionen kaum verbergen. Seine Stimme klingt aufgebracht. Es fällt ihm sichtbar schwer, eine neutrale Haltung einzunehmen. Dann fällt das Urteil. Ulrich wird wegen Mordes in zwei Fällen und schwerer Brandstiftung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Zudem stellt der Richter die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist es so gut wie ausgeschlossen, dass er bereits nach 15 Jahren vorzeitig auf Bewährung freikommt. In Sabines Fall glaubt der Richter dagegen nicht an eine direkte Beteiligung an der Tat. In seiner Erklärung betont er, es sei fernab jeglicher Vorstellung, dass eine Mutter so etwas tue. In seinen Augen hat Sabine die Tat durch ihre Untätigkeit mitverübt, aber nicht selbst Hand an die Kinder gelegt. Der Richter ist der Meinung, Sabine habe immer gehorcht. Sie habe mitgemacht, weil sie nicht gewusst habe, wie sie aus der schwierigen Situation herauskommen sollte. Oder, wie er es in einem Satz zusammenfasst, Zitat, sie war folgsam bis zum Schluss. Ob Sabine nun wirklich aktiv an den Morden beteiligt war oder nicht, das kann nicht abschließend geklärt werden. Ihre Aussagen, sie habe nichts vom Vorhaben ihres Mannes gewusst, nimmt ihr der Richter aber nicht ab. Er sieht einige Indizien für ein gemeinsames Vorgehen der Eheleute. Wenn es keinen Deal gegeben hätte und Sabine wirklich nichts von dem Doppelmord gewusst hätte, dann wäre sie als Mutter doch durchgedreht, als sie die Leichen der Kinder entdeckt hätte. Auch der Rucksack mit den Habseligkeiten, den sie mitten in der Nacht gepackt hat, ist für ihn ein weiterer Hinweis. Insbesondere der Zettel, dass die Schildkröten noch im Garten seien. Niemand würde darum bitten, nach den Schildkröten zu sehen, wenn er davon ausgeht, am nächsten Tag noch da zu sein. Sabine wird wegen Beihilfe zum Mord und schwerer Brandstiftung zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Abschließend beugt sich der Richter zu ihr, blickt ihr tief in die Augen und sagt, Zitat, die Kinder würden noch leben, ohne ihren Vater. Die Kinder sind tot, durch ihren Vater und mithilfe ihrer Mutter. Ich weiß nicht, wie sie damit umgehen. Beide legen Revision gegen das Urteil ein. Die von Ulrich wird als unbegründet verworfen. Sabines Fall weist der Bundesgerichtshof wegen zwei fehlerhafter Formulierungen nochmal zurück an das Landgericht Darmstadt. Dort wird es dann im März 2021 aber erneut bestätigt. Die mittlerweile 48-Jährige muss für zwölf Jahre ins Gefängnis. Der vorsitzende Richter erklärt, Zitat, ohne ihr Einverständnis wäre es nicht zu den Tötungen gekommen. So schlimm es für die Familie auch gewesen wäre, ihr Haus zu verlieren, so wäre sie jedoch nicht ins Bodenlose gefallen. Klar, sie hätten sich von ihrem Luxusleben mit drei Ferraris und einem Boot verabschieden müssen, aber das hochverschuldete Paar hatte Jobangebote in Aussicht. Wären Ulrich und Sabine in eine Privatinsolvenz gegangen, hätten sie sechs Jahre lang einen Teil ihrer Gehälter abgeben müssen, der Rest wäre ihnen erlassen worden und die Familie wäre schuldenfrei gewesen. Ihre Lage war keineswegs aussichtslos. So aber mussten zwei Kinder auf grausame Art und Weise sterben, nur weil ihr Vater sich als Opfer gesehen hat. Weil er nicht in der Lage ist, für seine eigenen Fehler einzustehen. Fehler, für die die Kinder am allerwenigsten konnten. Erst einmal vielen Dank an dich, Luana. Du hast uns nämlich von diesem Fall erzählt. Und wir haben es ja eingangs schon gesagt, dass wir uns hier in diesem Fall, in dieser Folge wieder entschieden haben, alle Namen zu anonymisieren. Und weil es zuletzt immer mal wieder eine Frage war, ja klar könnt ihr mit einer ganz kleinen Google-Suche herausfinden, wie die Personen im wahren Leben heißen. Aber es macht für uns eben einen großen Unterschied, ob wir hier im Podcast die echten Namen vorgeben, ob das alle Leute hören, die uns zuhören, oder ob eben einfach nur vereinzelnd Leute danach googeln und dann für sich die echten Namen finden. Wir sehen es eben so, dass wir da eine große Verantwortung haben und uns das wichtig ist, dass wir die Persönlichkeitsrechte der Menschen schützen, die das hier vielleicht auch anhören können. Und genau, das wollten wir an der Stelle einfach mal erklären, warum wir das so machen und dass es uns natürlich durchaus bewusst ist, dass ihr da auch die wahren Namen herausfinden könnt. Und damit würde ich sagen, steigen wir rein in die Diskussion, oder? Weil ich finde, der Fall, über den wir heute gesprochen haben, den kannte ich so fast immer nur aus den USA. Dass es da halt so um Versicherungsbetrug geht, um Geld, um das eigene Ego, also finde ich ehrlich gesagt sehr untypisch für, keine Ahnung, für Deutschland, für deutsche Fälle, oder? Ja, auch das Motiv der Habgier ist jetzt hier mal ganz anders ausgeführt worden in dem Sinne. Boah, also ich habe immer noch Fragen und ihr wahrscheinlich auch. Also so eine Sache, die ich mich hier gefragt habe, ist, ob Ulrich und Sabine, wirklich auch vorhatten, sich zu suizidieren. Also war das wirklich der Plan, dass auch sie sterben? Oder sollte es halt nur so aussehen im Auto, dass sie auch ihr Leben beenden wollen? Das ist so eine Sache, die für mich noch nicht so ganz klar ist. Aber natürlich die große Frage und die werden auch wir nicht beantworten können, ist, inwiefern war Sabine da jetzt aktiv beteiligt? Hat sie das gewusst? Hat sie es nicht gewusst? Es sprechen ein paar Sachen dafür, es sprechen ein paar Sachen dagegen, aber das ist ja so die große Frage. Ja, ich glaube, das werden wir nicht klären können, das stimmt. Aber ich finde, von dem, was wir besprochen haben, könnte ich mir schon vorstellen, dass die beiden vorhatten, sich zu suizidieren. Und da vielleicht auch wieder so ein bisschen das reinspielt, dass Ulrich sich selbst halt so überschätzt hat und sich halt so sicher war damit, dass es halt funktioniert. Weil er sagt es so und so wird es dann auch passieren, weißt du? So könnte ich mir das vielleicht erklären, dass sie beide davon ausgegangen sind. Und sie meinte ja auch, und ich glaube auch, dass das der Wahrheit entspricht, dass sie gesagt hat, sie gehen halt alle gemeinsam. Ja, stimmt. Ja, das war ja ein Zitat von ihr. Ja, ach, das ist einfach so unfassbar, was hier passiert ist, dass ich kann es mir gar nicht mal vorstellen. Ich habe noch kein Kind, aber es ist ja auf dem Weg. Und ja, ich will diesen Gedanken gar nicht zu Ende spinnen, inwiefern hier Sabine eben jetzt am Mord ihrer eigenen Kinder beteiligt war oder nicht, weil das einfach so absurd ist. Und, das haben wir in der Folge gar nicht gesagt, die beiden, also Ulrich und Sabine, wurden auch von einem forensischen Gutachter, Und begutachtet, untersucht und der ist zu dem Schluss gekommen, dass es keine Hinweise auf eine psychiatrische Erkrankung bei den beiden gibt. Also keine krankhaft psychische Störung, keine psychische Erkrankung. Das heißt, die waren beide voll schuldfähig in dem Moment. Ich finde, das ist hier auch nochmal ein ganz wichtiger Zusatz. Also was auch immer wer vorhatte und gewusst hat, sie waren sich da schon ihrer Taten sehr bewusst. Das hat man ja auch bei ihr denn im Nachgang gemerkt, dass sie im Nachgang erst realisiert hat, was sie da wirklich gemacht hat. Ich kann mir vorstellen, dass sie halt auch von Ulrich dahingehend manipuliert worden ist. Wir haben es ja auch. Ihr ganzes Leben dann ja schon, oder nicht ihr ganzes Leben, ihre ganze Beziehung über. Genau, wollte ich gerade schon sagen, dass er sie ja die ganze Zeit schon sehr so gefolgsam, gefolgsam, sagt man das so? Folgsam? Folgsam gemacht hat, keine Ahnung. Gefolgt ist, gehörig war, gehörig. Ja, so auf jeden Fall gemacht hat, auch von der Familie auch abgetrennt hat so und dass sie vielleicht so auch, so wie man sich ja auch Psychosen beispielsweise teilen kann, dass sie halt auch diese Überzeugung Schritt für Schritt übernommen hat und. Dem System dann auch die Schuld gegeben hat statt Ulrich. Ja, kann auf jeden Fall sein. Also es ist einfach ein unfassbarer Fall, bei dem einem echt die Worte fehlen. Also mal gucken, ob die langen Denkpausen hier rausgeschnitten werden oder ob die drin bleiben. Aber ja, wie du schon sagst, es wirkt halt gar nicht so wie ein Fall, der sich in Deutschland zugetragen hat. Und natürlich passieren hier auch furchtbare Dinge. Da gibt es, glaube ich, leider genug Beispiele. Aber wenn mir jemand die Geschichte erzählt hätte, den Fall, dann hätte ich auch eher gedacht, dass das irgendwo in den USA passiert ist und ja, nicht hier bei uns in Deutschland. Und damit würde ich sagen, switchen wir doch auch direkt in die Personalakte. Ihr wisst, es ist ein harter Cut, aber ich glaube, der tut uns jetzt hier allen an der Stelle auch gut. Deswegen, Patrick, frage ich dich, was passiert in deiner Woche? Wollen wir uns vielleicht erst mal bei den ganzen Leuten bedanken, die sich jetzt seit der letzten Woche, die uns geschrieben haben, dass es jetzt endlich wieder eine Tour gibt, die auch schon Tickets gekauft haben. Ja, das ist so cool. Wir freuen uns richtig, richtig toll drauf. Wir waren unfassbar aufgeregt an dem Tag, an dem das ja alles online und live gegangen ist. Und ihr seid wirklich richtig süß. Wir freuen uns jetzt schon, auch wenn es natürlich noch eine ganze Weile dauert, bis wir uns sehen. Aber wir freuen uns jetzt schon, euch dann endlich live zu sehen und ja, auch danach noch mit euch in den Austausch zu gehen. Also Patrick und ich werden jetzt ein Jahr lang richtig hyped sein. Voller Vorfreude. Also ja, vielen Dank für das super schöne Feedback. Ja, und ich werde auch, ich weiß nicht, ob du das kennst von früher aus der Schule, wenn man so eine Präsentation halten musste, aber je näher man an diese Präsentation rankommt, desto aufgeregter ist man. Ja, klar. Ich weiß nicht, wie war es bei dir, wenn du dann die Präsentation halten musstest? Warst du währenddessen immer noch doll aufgeregt? Nee, auf dem Weg nach vorne schon total und bei den ersten Sätzen auch, aber dann nicht mehr, weil dann war man ja drinnen und hat das geübt und so, aber bis dahin, so bis dann der Weg auf die Bühne in unserem Fall, klar. Deswegen, ich hoffe, es wird genauso laufen, dass es also immer mehr Aufregung gibt und dann aber auf der Bühne dann auch... Die Ruhe eintritt und ich hab richtig, richtig Bock da drauf. Ich freu mich richtig doll. Ja, ich auch und ihr hoffentlich auch. Ihr findet, wenn ihr jetzt euch gerade fragt, wovon reden die beiden? Ihr findet alle Infos zum Thema schwarze Akte-Tour auch nochmal in den Shownotes. Da verlinken wir euch das natürlich und freuen uns über jedes Gesicht, was wir da sehen. So, jetzt darfst du mir aber berichten, was in deiner Woche ansteht, weil ich hab was ziemlich Cooles vor. Okay, du hast was Cooles. Bei mir ist dieses Highlight diese Woche Ich habe letztes Mal mal darüber erzählt, dass wir so Essensrettungen machen dieses Mal. In der Woche haben wir zwei Essensrettungen. Wow. Bei mir geht es auch ums Thema Essen. Wirklich? Okay, ich bin halt. Sehr geil. Und ansonsten, ehrlich gesagt, eigentlich nichts Großartiges Besonderes. Alle Projekte, die gerade so im Geheim nebenher laufen, sind noch nicht spruchreif. Deswegen erzähl gerne, was bei dir los ist. Ja, ich bekomme nämlich Besuch von einer meiner besten Freundinnen, die extra zu mir nach Berlin kommt, weil sie mir zum Geburtstag eine kulinarische. Foodstädtetour, jetzt ist es doppelt gemoppelt, kulinarisch und food. Sie hat mir eine Foodtour durch einen Berliner Bezirk geschenkt, also den sie selber auch so zusammengestellt hat. So Kaffee trinken hier, Donuts essen da, Flohmarktbesuch hier. Also wir machen so einen Kiez-Tag sozusagen. Da freue ich mich schon richtig doll drauf. auf so einen Freundinnen-Tag, aber es gibt eben auch verschiedene Stationen, die wir abklappern, bei denen gut gegessen wird. Da bin ich doch dabei. Richtig geil. Ich dachte, ich wollte nämlich gerade noch schon so sagen, wenn das, Jetzt so angeboten wird von irgendeiner Verkaufsseite, dann hoffe ich, dass die Häppchen groß genug sind, weil also das kenne ich immer so, wenn man irgendwo Urlaub macht, dass dann halt so eine Tour in der Stadt angeboten wird. Gibt es auch, Eat the World heißt das. Ach wirklich? Da kannst du kulinarische Stadtführungen buchen, wo man was über die Umgebung erfährt, über die einzelnen Bezirke und dann besucht man aber auch so sechs, sieben lokale Restaurants und Cafés. Das habe ich ganz oft schon in Berlin gemacht, in den verschiedenen Bezirken. Das liebe ich, das ist ein ganz tolles Konzept und das wünsche ich mir immer so ein bisschen im Ausland. Gibt es, glaube ich, bisher nur in Deutschland. Aber das wäre halt cool, im Ausland auch so einen kulinarischen Spaziergang zu buchen. Unbezahlte Werbung an der Stelle. Ja, liebe ich privat einfach. Meldet euch gerne. Ihr seht hier, wir sind ein sehr großer Fan von euch. Das hört sich sehr, sehr cool an und dann auch entsprechend kann man sich so viel holen, wie man will. Ja, ihr seht es bestimmt dann bei Instagram im Weekly Recap, was wir da gesehen und gegessen und gemacht haben. Also folgt da gerne mal. Da heißen wir Schwarze Akte. Sind ganz leicht zu finden. Und auch überall sonst heißen wir so. Bei YouTube, bei TikTok. Wo sind wir denn noch? Ich glaube, es gibt noch eine alte Facebook-Seite. Wir müssen mal so einen Geheimkanal aufmachen, den wir so überhaupt gar nicht, den wir so einen Namen geben, der gar nichts mit uns zu tun hat. Und mal gucken, wie lange die Leute brauchen, um herauszufinden, dass wir das sind. Also vielleicht gibt es das jetzt schon. Vielleicht auch nicht. Wir werden sehen. Dann lösen wir so einen Geheimfall. Wenn das nicht, na egal. Genau und ich würde sagen, damit beenden wir hier die Folge, die Personalakte und freuen uns, wenn ihr nächstes Jahr auf unsere Tour kommt und wenn ihr aber auch nächste Woche Dienstag hier wieder zuhört, wenn wir eine neue Folge der Schwarzen Akte für euch haben. Bis dann! Wir sind eure Hosts Anne Luckmann und Patrick Strohbusch. Redaktion Stefanie Eisenlauer und wir. Schnitt Anne Luckmann. Produktion Nadine Lenfer-Unterweger und Lea Backes. Die schwarze Akte ist eine Produktion der Julep Studios. Besonderer Dank geht an Falco Schulte.