Diese Episode enthält explizite Details über einen wahren Kriminalfall. Weitere Infos in der Folgenbeschreibung. Es gibt keinen Fehler, den Paul nicht beheben kann. Er ist Leiter des Technischen Prüfamtes der Stadtwerke in Rosenheim. In seiner Position ist er überzeugt davon, dass sein Team und er jeden noch so kniffligen technischen Defekt aus der Welt schaffen können. Am Ende des Tages ist Technik für ihn reine Logik-Sache. Ein Zusammenspiel aus Ursache und Wirkung. Egal, um was für ein Problem es sich handelt, es gibt für alles eine Erklärung. Das zumindest, dachte Paul noch bis vor kurzem. Und jetzt steht er hier, in dem dämmerigen Büro einer Anwaltskanzlei in Rosenheim. Er hat ein ungutes Gefühl im Bauch. Oder, um es anders auszudrücken, Paul gruselt sich. Er gruselt sich, weil hier in diesen Räumen Dinge passieren, für die er keine Erklärung findet. Und zwar, weil es einfach keine Erklärung gibt. Zumindest keine, die nicht den Rahmen menschlichen Vorstellungsvermögens sprengt. Paul gehört wirklich nicht zu den Menschen, die an Geister glauben. Zumindest nicht bis zu diesem Tag. Heute stellt er zum ersten Mal in Frage, ob die Existenz des Übernatürlichen wirklich eine Frage des Glaubens ist oder vielmehr eine Tatsache, die dem Menschen nur noch nicht wirklich bewusst ist. Paul steht vor einem Ölofen, über dem ein goldgerahmtes Gemälde hängt. Ein Strauß Blumen ist darauf zu sehen. Daneben steht ein Schreibtisch, an dem eine Auszubildende der Anwaltskanzlei sitzt. Paul unterhält sich gerade mit der jungen Frau, als etwas geschieht, das er sein Leben lang nicht wieder vergessen wird. Genau genommen sind es zwei Dinge, die gleichzeitig passieren. Der Rechtsanwalt gesellt sich zu ihnen und das Blumenbild über dem Ofen bewegt sich. Paul steht nur einen Schritt von dem Bild entfernt. Er muss zusehen, wie das Gemälde sich einmal links herum an der Wand im Kreis dreht. Also ein bisschen so wie der Zeiger einer Uhr, der über das Ziffernblatt wandert. Allerdings ohne, dass jemand das Bild dabei berührt. Es wirbelt einfach so im Kreis, circa 320 Grad, sodass sich der Aufhängedraht am Haken in der Wand verwickelt. Dann bleibt das Bild in diesem unnatürlichen Winkel stehen. Paul rutscht das Herz in die Hose. Kein Gesetz der Schwerkraft kann erklären, wie dieses Bild sich ohne menschliches Zutun so bewegen kann. Es ist der Beweis für das, was Paul bisher nur im Stillen vermutet hat. In den Räumen dieser Kanzlei spukt es. Und damit ganz herzlich willkommen zurück zu einer neuen paranormalen schwarzen Akte mit Anne Lugmann. Und mit Patrick Strohwusch. Hallo, schön, dass ihr auch bei dieser Folge hier wieder zuhört. Wir nehmen euch heute mit in den Süden Deutschlands. Genauer gesagt in das bayerische Städtchen Rosenheim. Rosenheim liegt keine halbe Stunde von der Grenze zu Österreich entfernt. Nach München braucht man mit dem Auto eine gute Stunde. Heute leben hier über 65.000 Menschen. Damit ist Rosenheim die drittgrößte Stadt in Oberbayern. Bestimmt kennen einige den Ort auch aus dem Fernsehen. Mit den Alpen am Horizont, den pastellfarbenen historischen Häuschen und den zahlreichen Türmen ist die Stadt nämlich als Kulisse der Rosenheim-Cops bekannt. Einer ZDF-Krimiserie, von der es mittlerweile schon über 25 Staffeln gibt. In der Realität werden in Rosenheim zum Glück nicht so regelmäßig Leichen gefunden wie im Fernsehen. Die Stadt gilt als friedlicher und sicherer Ort zum Leben, in dem tendenziell eher wenige außergewöhnliche Ereignisse geschehen. Bis auf diese eine Sache, die sich hier Ende der 60er Jahre abgespielt hat und die bis heute bei so einigen Menschen für Gänsehaut sorgt. Wir sprechen über das Jahr 1967. Ein Jahr, in dem in Bayern, aber auch im Rest von Deutschland ziemlich viel los war. Zum Beispiel wird in der Bundesrepublik das Farbfernsehen eingeführt. In der DDR folgt es erst zwei Jahre später. Fernsehen in Farbe zu sehen, ist für viele Menschen ein großes Ereignis in Deutschland. Da nur wenige Familien zu der Zeit überhaupt einen eigenen Fernseher besitzen, versammeln sich die Leute vor den Schaufenstern, um den Moment der Umstellung live mitzuerleben. Da die Sendungen für das Farbfernsehen aber komplett neu produziert werden müssen, bleibt ein Großteil des Programms erst einmal noch in schwarz-weiß. Auch Telefone sind 1967 noch nicht so weit verbreitet wie heute. Häufig teilen sich mehrere Haushalte einen Anschluss oder man nutzt eben eine Telefonzelle zum Anrufen. Dafür ist der Großteil aller Haushalte mittlerweile mit einem Kühlschrank ausgestattet. Und auch die Waschmaschine ist auf dem Weg, für immer mehr Menschen erschwinglich zu werden. Als Zeichen des Wohlstandes gilt auch ein eigenes Auto. Der VW Käfer ist 1967 ziemlich angesagt und aus dem Straßenbild gar nicht mehr wegzudenken. Popkulturell ist 1967 das Jahr, in dem der Summer of Love aus den USA langsam nach Europa und Deutschland überschwappt. Dabei handelt es sich um eine Hippie-Bewegung, bei der es nicht nur um Blumen und bunte Kleidung geht, sondern um eine klare Absage an die konservativen Normen der Zeit. Viele Menschen verbindet der Wunsch nach Frieden, nach Liebe und einem alternativen Lebensgefühl. In Deutschland beginnen viele junge Leute mit Kleidung, Sprache und Musik zu experimentieren, was so einige Menschen der älteren Generation als Provokation empfinden. Gerade in Bayern, wo Tradition sehr hoch geschrieben wird. In den Charts laufen neben den Beatles und den Rolling Stones auch deutsche Schlagergrößen wie Royal Black oder Freddie Quinn. Die deutsche Popkultur ist zwischen konservativen Schlager und der anrollenden Rockwelle gespalten. Der Wunsch nach alternativen Lebensformen ist besonders in den großen Städten spürbar. In Berlin wird mit der Kommune 1 eine politisch motivierte Wohngemeinschaft gegründet, um eine gleichberechtigte Lebensgemeinschaft anstelle der üblichen Kleinfamilie zu erschaffen. Die Kommune gilt als Vorläufer der heutigen WGs, die heute ja alles andere als unüblich sind. Und auch Rosenheim befindet sich im Wandel. Die Stadt wächst, bewahrt aber gleichzeitig ihren bodenständigen bayerischen Lebensstil. Und mitten in diesem Alltag, in dieser Symbiose aus Tradition und Moderne, geschieht nun etwas, das wohl niemand hier für möglich gehalten hätte. Unerklärliche Ereignisse, über die auch Jahrzehnte später noch gerätselt wird. Und das zu Recht. Schauplatz dieser unerklärlichen Ereignisse ist eine kleine Anwaltskanzlei in der Königsstraße 13. Die Kanzlei vom Rechtsanwalt Sigmund Sigmund ist ein älterer Herr mit hoher Stirn und einem schmalen Gesicht, der es gerne gemütlich mag und zur Arbeit auch mal einen gemusterten Strickpullover trägt. Die Geschäfte in seiner Kanzlei laufen gut. Für den Rechtsanwalt gibt es keinen Grund zu klagen. Bis zum Sommer 1967. Alles beginnt mit einem Anruf, der eigentlich keiner ist. In der Kanzlei klingelt das Telefon. Der Rechtsanwalt hebt also ab. Doch an der Leitung ist niemand. Sigmund denkt sich nicht viel dabei. Vermutlich war es ein technischer Defekt. Die Kanzlei ist mittlerweile vollautomatisch ans Telefonnetz angeschlossen. Anrufe werden nicht mehr per Hand vermittelt, zumindest nicht, wenn man nur innerhalb Deutschlands telefonieren will. Es ist also gut möglich, dass irgendein elektrisches Signal einer Wählscheibe nicht richtig weitergeleitet wurde. Doch als der Anwalt wenig später mit einem Mandanten telefoniert, spinnt das Telefon schon wieder. Die Leitung ist plötzlich tot und das Telefonat mitten im Satz abgebrochen. Und dabei bleibt das nicht. Auch die anderen drei Telefone in der Kanzlei beginnen plötzlich verrückt zu spielen. Es klingelt, obwohl niemand anruft. Und das teilweise bei allen vier Apparaten gleichzeitig. Aber nie ist jemand in der Leitung. Es wirkt, als würden sich die Telefone von selbst anwählen. Doch wie kann das sein? Die Ruhe in der Kanzlei ist damit hinüber. Konzentriertes Arbeiten ist kaum mehr möglich, wenn immer wieder ein Telefon klingelt und den Anwalt und sein Team aus ihren Gedanken reißt. Als Sigmund am Ende des Monats die Telefonrechnung sieht, kann er es kaum glauben. Von seinem Büro aus wurden massenhaft Anrufe an die 0119 getätigt. Dabei weiß er ganz genau, dass weder er noch seine Mitarbeitenden die Nummer so häufig gewählt haben. Die 119 oder eben die 0119, je nach Telefonnetz, ist die Nummer der Zeitansage. Wenn man Ende der 60er Jahre wissen will, wie spät es genau ist, muss man also einfach die 119 wählen. Bis in die späten 80er Jahre hinein ist die Zeitansage übrigens noch die meistgewählte Telefonnummer Deutschlands. Viele Menschen rufen dort an, um ihre analogen Uhren zu Hause zu stellen. Ein Service, den es übrigens auch heute noch gibt, trotz Internet und Smartphones und der sich besonders zur Zeitumstellung von Sommer- und Winterzeit auch immer noch einiger Beliebtheit erfreut. Aber jeder Anruf kostet natürlich. Und das bekommt der Rechtsanwalt nun deutlich zu spüren, als er die hohe Telefonrechnung sieht. Was auch immer mit den Telefonleitungen los ist, wird nun auch zu einem wirtschaftlichen Problem für ihn. Die genaue Höhe der Kosten ist nicht belegt, aber es werden schätzungsweise mehrere tausend D-Mark sein. Der Anwalt beschließt, diese Situation nicht länger hinzunehmen. So kann es definitiv nicht weitergehen. Also bittet er die Post um Hilfe. Das Telefonnetz gehört Ende der 60er Jahre nämlich zur Deutschen Bundespost, die nicht nur für die Briefpost, sondern auch für das komplette Fernmeldewesen verantwortlich ist. Also Telefone, Telegrafen, Fernsehen und Rundfunk. Ende der 80er Jahre teilt sich die Bundespost dann in drei eigenständige Unternehmensbereiche auf. In den klassischen Postdienst, wie wir ihn etwa heute kennen, die Postbank und die Telekom. Die Post kommt also im Oktober 1967 in die Kanzlei und tauscht die Telefone aus. Außerdem installieren sie einen Gebührenzähler vor Ort, der bereits am ersten Tag nach dem Austausch ein abgebendes Gespräch aufzeichnet. Und das, obwohl niemand im Büro telefoniert hat. Der Spuk geht auch mit den neuen Telefonen weiter. Innerhalb einer Viertelstunde werden über 40 Anrufe an die Zeitansage verzeichnet. Etwas, das mit einem W-Scheibentelefon technisch quasi unmöglich ist, weil allein das Wählen schon mehrere Sekunden dauern würde. Der Rechtsanwalt ist ratlos. Weil es in seinem Beruf ein naheliegender nächster Schritt ist, stellt er wegen Täuschung und Unterschlagung Anzeige gegen Unbekannt. Er geht davon aus, dass jemand die Telefonanlage manipuliert haben muss. Doch plötzlich sind es nicht mehr nur die Telefone, die in der Kanzlei spinnen. Die Mitarbeitenden genießen im Herbst 1967 gerade einen seltenen Moment der Ruhe, als plötzlich ein Knall ertönt und die Lampen ausgehen. Als ein Handwerker die Lampen reparieren will, da stellt er fest, dass die Leuchtstoffröhren um 90 Grad in den Halterungen verdreht sind. Und das, obwohl die Lampen an einer zweieinhalb Meter hohen Decke hängen. Dort kommt niemand einfach so dran. Der Handwerker beschließt, die Leuchtstoffröhren auszutauschen. Doch noch während er bei der Arbeit ist, kracht es erneut. Auch die neuen Röhren drehen sich in ihren Halterungen, vor den Augen aller Anwesenden. Der Rechtsanwalt entscheidet, dass es Zeit für herkömmliche Glühbirnen ist. Er will vermeiden, dass es Unfälle durch herabfallende Splitter gibt. Doch auch die modernsten Glühbirnen halten den Energien in der Kanzlei nicht stand. Eine Glühbirne explodiert und verletzt dabei eine Büroangestellte. Daraufhin lässt der Anwalt Nylonnetze unter allen Lampen anbringen, damit eventuelle Splitter aufgefangen werden. Noch am selben Nachmittag platzen vier weitere Glühbirnen. Immer wieder dringen dabei Knallgeräusche aus verschiedenen Stellen in den Wänden. So langsam kommen der Anwalt und sein Team an einen Punkt, an dem diese Störungen nicht mehr nur nervig, sondern auch gruselig werden. Wie kann es sein, dass sich einfach eine Leuchtstoffröhre in der Halterung dreht? Warum platzen die Glühbirnen so plötzlich, als wären sie von einer unsichtbaren Hand zerdrückt worden? Sigmund vermutet die Ursache bei einer Störung im Stromnetz. Er wendet sich daher an die Stadtwerke. Und nun kommt das Technische Prüfamt unter der Leitung von Paul ins Spiel, den ihr ja schon aus dem Intro kennt. Am 15. November beginnen einige von Pauls Mitarbeitern, die Situation in der Kanzlei gründlich zu untersuchen. Sie gehen davon aus, dass es sich um einen Fehler im Stromnetz handeln muss. Bisher gibt es kein Problem, das die Elektriker nicht lösen konnten. Sie sind zuversichtlich, dass sie auch bei dem Lampenthema Abhilfe schaffen können. Sie suchen zunächst nach einem klassischen technischen Fehler, so wie Sie es immer tun. Finden können Sie allerdings nichts. Um sicherzustellen, dass niemand die Stromleitungen manipuliert, verplomben Sie alle Geräte, die am Stromnetz angeschlossen sind. Dann installieren Sie ein Strommessgerät. Das Gerät notiert mit einem Tintenschreiber auf einer Papierrolle, ob der Strom gleichmäßig fließt oder ob es Ausschläge gibt. Diese Ausschläge könnten theoretisch für die knallenden Lampen oder die von allein klingelnden Telefone verantwortlich sein. Und tatsächlich, immer wenn ein Knallgeräusch ertönt, verzeichnet das Gerät einen Vollausschlag. Allerdings ohne, dass es zeitgleich auch eine Schwankung im Stromnetz gibt. Der Strom fließt also die ganze Zeit gleichmäßig. Genauso wie er es soll. Es dürfte also keine Ausschläge geben. Und trotzdem entstehen da aber eben diese Vollausschläge. Teilweise sind diese Ausschläge so heftig, dass der Tintenschreiber das Papier dabei zerreißt. Niemand von den Stadtwerken kann sich daran erinnern, dass so etwas schon einmal in Rosenheim vorgekommen ist. Die Elektriker legen nun eine direkte Stromleitung von der Kanzlei zum Kraftwerk. So wollen sie sichergehen, dass es wirklich nicht das allgemeine Stromnetz ist, das hier verrückt spielt. Doch auch mit dieser Direktverbindung werden weiterhin extreme Messwerte verzeichnet. Das Messgerät selbst ist nach mehrfachen Überprüfungen technisch einwandfrei. Daran kann es also nicht liegen. Wenn aber die Ursache für diese Ausschläge weder das Messgerät selbst ist, noch das Stromnetz, wie kann man dann die klingelnden Telefone, die sich drehenden Leuchtröhren und die knallenden Lampen erklären? Die Männer von den Stadtwerken müssen einsehen, dass sie darauf keine Antwort haben. Weder Sie noch die Telefonexperten von der Post können Rechtsanwalt Sigmund weiterhelfen. Alle Mitarbeitenden der Kanzlei erhalten die Anweisung, außergewöhnliche Vorgänge zu notieren und sofort dem technischen Prüfamt mitzuteilen. Parallel dazu nehmen die Elektriker die Kanzlei komplett vom Stromnetz und schließen sie an ein Notstromaggregat an. Dann legen sie sich davor auf die Lauer. Eine Stromschwankung ist nun technisch ausgeschlossen und logisch unmöglich. Doch statt einen geraden, regelmäßigen Stromfluss aufzuzeichnen, bildet das Messgerät scheinbar willkürliche Schleifen ab. Obwohl der Strom ganz normal fließt. Sie kontrollieren jeden Schalter, jede Sicherung, jeden Stromspannungsschreiber. Doch niemand kann eine Erklärung für diese außergewöhnlichen Ereignisse finden. Die alltägliche Arbeit in der Kanzlei ist nach wie vor kaum zu schaffen, denn statt Antworten auf die vielen Fragen zu finden, passieren immer wieder neue Absurditäten, die jeglichen Regeln der Logik widersprechen. In einem Protokoll vom 4. Dezember heißt es unter anderem 10.15 Uhr. Das Telefon läutet unentwegt. 11.10 Uhr. Knall. 11.30 Uhr. Lampe im kleinen Flur schwingt aus. 11.55 Uhr. Knall. 15 Uhr. Lampe im kleinen Flur schwingt schräg. 15 Uhr 12. Lampe im kleinen Flur schwingt erneut, diesmal längs. 15 Uhr 19. Lampe im kleinen Flur schwingt. 16 Uhr 23. Lampe schwingt schräg so stark aus, dass sie am gegenüberliegenden Türrahmen anschlägt. Unmittelbar darauf schwingt auch die Lampe im Flur. Das Ding mit den Lampen ist, dass sie nicht einfach nur schwingen, sondern auch plötzlich wieder zum Stehen kommen. So, als habe sie eine unsichtbare Hand festgehalten. Sie pendeln also nicht aus, sondern halten quasi ruckartig an. Eine Lampe knallt so heftig gegen die Decke, dass dort sogar der Putz herunterkommt. An den Hochtagen gibt es laut Zählungen von Anwalt Sigmund höchstpersönlich über 100 Knall- und andere Störgeräusche. Und nicht nur das. Aus dem Kopiergerät tritt ohne erkennbaren Grund eine chemische Flüssigkeit aus, die wahrscheinlich aus dem Drucker selbst stammt. Vor den Augen der Techniker und der Angestellten fallen Wandteller schabern zu Boden. Schubladen öffnen sich wie von Geisterhand und Sicherung fliegen heraus. Aber der altbekannte Spuk hört nicht etwa auf. Glühbirnen zerspringen weiterhin, kurz nachdem sie erneuert wurden. Die Telefone rufen wieder mal von selbst die Zeitansage an, obwohl sie mittlerweile mit Schlössern versehen sind, zu denen nur der Anwalt selbst die Schlüssel besitzt. Und dann wäre da ja noch die Sache mit dem Bild. Das goldgerahmte Ölgemälde, das über dem Ofen an der Wand hängt. Darauf sind Lilien, Margeriten und Glockenblumen zu sehen. Dieses Bild dreht sich direkt vor Pauls Augen, dem Leiter des Technischen Prüfamtes der Stadtwerke. Es dreht sich fast einmal komplett an der Wand. Paul hat die ganze Sache schon eine Zeit lang Bauchschmerzen bereitet. Das Bild nun ist der metaphorische Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Paul ist davon überzeugt, dass es in der Kanzlei spukt. Welche Kräfte auch immer hier am Werk sind, damit will er nicht eine Minute länger was zu tun haben. Er erklärt den Einsatz der Stadtwerke also für beendet. Und auch wenn die Elektriker keine Ursache für die Ereignisse finden konnten, so ist Paul bestimmt nicht der Einzige, der froh ist, die Kanzlei nie wieder betreten zu müssen. Mittlerweile haben auch die Medien Wind von der ganzen Sache bekommen. Ende November berichtet die ARD erstmals über den Spuk von Rosenheim. Auch das ZDF strahlt eine Sendung aus über die sonderbaren Vorfälle in der Kanzlei. Eine Erklärung für das, was dort passiert, finden aber auch sie nicht. Vielmehr werden die Geschehnisse in der Kanzlei zum Gegenstand öffentlicher Spekulation. Handelt es sich hier um technische Anomalien oder um mutwillige Beschädigungen? Oder haben die Vorgänge doch einen anderen, einen paranormalen Ursprung? Auch die internationalen Medien greifen die Geschichten auf. So wird der Spuk von Rosenheim bald über die Grenzen von Bayern hinaus bekannt. Rechtsanwalt Siegmund erhält Post aus der ganzen Welt. Mit gut gemeinten Ratschlägen doch vielleicht mal einen Geisterjäger zu engagieren. Aber auch mit Anschuldigung, er würde das alles nur inszenieren. Besonders ein Detail stößt den kritischen Stimmen immer wieder auf. Alle Phänomene treten ausschließlich während der Bürozeiten auf. Deshalb ist es für die Skeptiker klar, dass sie eine menschliche Ursache haben müssen. Aber warum sollte der Rechtsanwalt seine eigene Arbeit so sabotieren? Und wie soll es jemand schaffen, Leuchtröhren zu verdrehen, die in einer Höhe von zweieinhalb Metern hängen? Oder Vollausschläge auf einem Strommessgerät erzeugen, während die Elektriker direkt davor liegen und das beobachten? Und genau das ist ja der Punkt. Diese ganzen Dinge geschehen nicht nur, wenn niemand hinsieht, sondern direkt vor den Augen von Zeugen. Egal, ob es sich um interne Mitarbeitende oder um externe Fachkräfte handelt. Würde jemand diese Vorfälle bewusst erzeugen, dann hätte es mit Sicherheit jemand gemerkt. Die Elektriker der Stadtwerke hatten auf jeden Fall Interesse daran, die Sache aufzuklären. Sie haben ja eigentlich einen guten Ruf zu wahren. Sie wollten unbedingt herausfinden, was in der Kanzlei schiefläuft, haben es aber trotz intensiver Versuche nicht geschafft. Denn gegen einen Geist sind auch sie machtlos. Das ist der Punkt, an dem sich die Kriminalpolizei in den Fall einschaltet. Und die glaubt nicht an Spuk. zumindest nicht zu Beginn der Ermittlungen. Die Beamten gehen davon aus, dass sich hier jemand einen bösen Scherz erlaubt. Immerhin war das ja auch der ursprüngliche Gedanke von Rechtsanwalt Sigmund, der nach der Sache mit den Telefonen und den Lampen Anzeige gegen Unbekannt gestellt hat. Auch die Kriminalpolizei wird Zeuge der mysteriösen Ereignisse. Sie hören die Knallgeräusche und sehen, wie Lampen sich wie von Geisterhand bewegen. Aber auch sie finden keine Beweise, die belegen, dass diese Vorkommnisse von einem Menschen initiiert werden. In der Tat finden sie nicht einmal Indizien dafür. Im ganzen Haus befragen sie die Anwohner, ob noch jemand Probleme mit dem Stromnetz habe oder ob sonst irgendwelche merkwürdigen Dinge geschehen würden. Im Haus praktiziert unter anderem auch ein Arzt. Doch sein Röntgengerät funktioniert einwandfrei. Auch die Kfz-Werkstatt gegenüber nutzt größere elektronische Geräte. Doch auch sie melden keine Auffälligkeiten. Was auch immer in der Kanzlei abgeht, scheint sich tatsächlich nur in deren Räumlichkeiten abzuspielen. Die Kripo prüft, ob Erschütterungen aus den oberen Stockwerken oder vom Straßenverkehr die Lampen womöglich zum Schaukeln bringen könnten, finden jedoch keinerlei Hinweise in diese Richtung. Mögliche Erschütterungen würden ja auch nicht erklären, warum die Lampen dann plötzlich mitten in der Bewegung wieder stehen bleiben. Die Kripo versucht wirklich alles Mögliche, kommt jedoch zu keinem Ergebnis. Und um es nochmal zu betonen, sie finden keine Hinweise auf ein Verbrechen, nicht einmal auf menschliche Manipulation. Mittlerweile berichtet die deutsche Presse täglich über den Fall, der den Menschen in Rosenheim das Gruseln lehrt. Denn wenn nicht einmal die Polizei herausfinden kann, warum all die Dinge in der Kanzlei passieren, dann gibt es wohl nur eine Erklärung dafür. Nämlich, dass hier Kräfte am Werk sind, die über das hinausgehen, was unser Verstand greifen kann. Das Paranormale. Auch Professor Hans Bender liest von dem Fall in der Zeitung. Er ist Leiter des Freiburger Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene. Und er bietet seine Mithilfe an, denn er ist der Experte für das Paranormale. Tatsächlich haben wir über ihn auch schon mal in einer anderen Paranormal-Folge der Schwarzen Akte gesprochen. Und zwar in der Folge 11, in der es um die Gesichter von Belmes geht. Hans Bender hat das Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene 1950 gegründet. Dort werden ungewöhnliche Phänomene erforscht, die bisher noch nicht vollständig erklärt werden können. Das Institut untersucht diese Themen systematisch und arbeitet dabei mit verschiedenen wissenschaftlichen Fachbereichen zusammen. Dazu gehören außergewöhnliche Erlebnisse von Menschen, veränderte Bewusstseinszustände und die Verbindung zwischen Körper und Geist. Außerdem untersucht das Institut, wie diese Phänomene in verschiedenen sozialen, kulturellen und historischen Zusammenhängen auftreten. Dabei wurden Erkenntnisse aus den Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften miteinander verbunden. Neben Hans Bender treten in der Kanzlei unter anderem auch zwei Physiker auf, um die Phänomene zu dokumentieren und zu erforschen. Hans Bender und sein Team beginnen am 1. Dezember 1967 mit den Untersuchungen. Da spukt es in der Kanzlei schon seit ein paar Monaten. Sie installieren Kristallmikrofone, Magnetometer, Temperaturfühler, Strommesstrommeln und Oszillografen. Dann legen sie sich auf die Lauer. Mit diesen Geräten erhoffen sie, ungewöhnliche elektrische, magnetische, akustische oder physikalische Veränderungen sichtbar zu machen. Auch bei der Erforschung des Paranormalen muss aber zuerst einmal Betrug ausgeschlossen werden. Doch auch Hans Bender und sein Team können nach intensiver Suche keine natürlichen Ursachen finden, die den Spuk erklären könnten. So wie die Kriminalpolizei ja ebenfalls nicht. Dafür erleben auch sie hautnah mit, wie Glühbirnen über ihn zerplatzen, obwohl der Glühfaden darin noch intakt ist. Vor ihren Augen verschiebt sich sogar ein 180 Kilogramm schwerer Eichenschrank um 30 Zentimeter. Von der Wand nach vorne in den Raum hinein. Unmöglich, dass ein Mensch den so einfach hätte schieben können. Schubladen öffnen sich und Bilder fallen von der Wand. Einige der Phänomene können die Forschenden mit einer Fernsehkamera aufzeichnen. Doch laut einem Bericht von Hans Bender macht die Unvorhersehbarkeit der Ereignisse eine objektive Dokumentierung überaus schwierig. Er hat keinen Zweifel, dass sich in der Kanzlei ein Poltergeist herumtreibt. In der Folklore sind Poltergeister Dämonen, die ein Haus und seine Bewohnenden schikanieren. Ausgelöst werden sollen sie durch sogenannte Fokus-Personen. Meist sind das junge Menschen in der Pubertät, die gerade ziemlich viele Konflikte mit ihrem Umfeld und auch sich selbst haben. Eine in der Parapsychologie bekannte These besagt, dass es eine direkte Wirkung psychischer oder mentaler Zustände auf die umgebende Physik gebe. Also vergleichbar mit einer psychosomatischen Reaktion, die aber nicht im eigenen Körper stattfindet. Wenn jemand zum Beispiel ständig Ärger mit dem Chef hat, das aber komplett verdrängt, dann kann es sein, dass er deshalb ein Magengeschwür kriegt. Beim Spuk soll es demnach genauso sein. Dieser Theorie zur Folge kann also eine Fokusperson die paranormalen Ereignisse auslösen, ohne dass sie irgendwas davon weiß. Sie ist damit also die Ursache für das Geschehen, ohne dieses jedoch bewusst beeinflussen zu können. Und genau deshalb kann man ihr auch nicht die Verantwortung dafür geben. Sollte die paranormale Theorie wirklich stimmen, dann lautet die große Frage, wer in der Kanzlei ist denn diese Fokusperson? Die Forschenden bemerken ebenfalls, dass sich der Spuk nur ereignet, wenn das Büro geöffnet ist. Das passt ja zu der These, dass eine Fokusperson die Ereignisse auslösen könnte. Der Verdacht fällt schnell auf die 19-jährige Auszubildende Annemarie, eine junge Frau mit Stupsnase und schwarzen, kinnlangen Haaren. Sie ist nämlich immer vor Ort, wenn irgendetwas passiert. Ihr erinnert euch vielleicht, dass der Leiter des Prüfamts, Paul, gerade mit einer Auszubildenden spricht, als sich knapp ein Meter von ihm entfernt das Bild an der Wand dreht. Diese Frau ist Annemarie. Glühbirnen platzen, wenn sie vorbeigeht. Die Schubladen öffnen sich, wenn sie in der Nähe ist. Aber niemals vor 7.30 Uhr. Annemaries Arbeitsbeginn. Annemarie ist eine alleinerziehende Mutter und arbeitet seit zwei Jahren in der Kanzlei. Und niemals, niemals wäre sie von sich aus auf die Idee gekommen, dass der Spuk etwas mit ihr zu tun haben könnte. Und sie streitet das auch vehement ab, selbst als sie von der Polizei dazu befragt wird. Die Beamten, aber auch alle anderen, wollen Erklärungen von ihr, wie sie es macht. Das Problem ist aber, Annemarie macht ja überhaupt gar nichts. Die junge Frau versteht nicht, wie ihr geschieht. In der Presse wird sie plötzlich als Hexe porträtiert. Es werden Artikel veröffentlicht, in denen steht, was sie alles getan haben soll. Auf Fotos, die heimlich von ihr aufgenommen werden, wird sie so abgewildet, als trage sie Handschellen. Annemarie wird auch ärztlich untersucht. Sie hat da schon länger seinen heftigen Druck im Ohr. Ihre Haut ist vom Ohr ausgehend den Hals hinunter gerötet und ein Arzt diagnostiziert ihr eine unnatürliche Gefäßerweiterung. Außerdem soll er vorübergehende hysterische Kontrakturen der Arme und Beine festgestellt haben, also unwillkürliche Muskelverkrampfung oder Versteifung, die psychisch bedingt sein können. Anne-Marie wird von der Kanzlei für ein paar Tage in den Urlaub geschickt. Man will testen, ob der Spuk aufhört, wenn sie nicht da ist. Und tatsächlich bleibt in den Tagen ihrer Abwesenheit alles ruhig in der Kanzlei. Ein Beweis für Hans Bender und alle anderen, dass er mit seiner Theorie Recht hat. Er sagt, es handele sich um ein Fall von spontaner Psychokinese, die von Anne-Marie als Fokusperson abhängt. Diese spontane Psychokinese könne durch persönliche Krisen, psychische Labilität und geringe Frustrationstoleranz ausgelöst werden. Annemarie soll in letzter Zeit viel im Büro geweint haben. Hans Bender habe bei seinen Untersuchungen laut eigener Aussage feststellen können, dass Annemarie instabil und reizbar sei und an Frust und Wut leider. All ihre Enttäuschung, so seine Theorie, habe sich bei ihr per Psychokinese entladen und die paranormalen Phänomene ausgelöst. Je weiter Annemarie sich von dem Büro entferne, desto weniger häufig würden diese Phänomene auftreten. Ihr Urlaub sei der Beweis dafür, so seine Theorie. Denn als sie nach ein paar Tagen zurückkommt, beginnt auch der Spuk wieder. Dass sie selbst nichts dafür könne, sei auch allen klar. Teilweise passieren die Dinge ja auch im Raum nebenan. Und dass sie keinen 180 Kilogramm schweren Schrank bewegen kann, stelle auch niemand in Frage. Dem Rechtsanwalt Sigmund scheint keine andere Wahl zu bleiben. Am 18. Januar 1968 kündigt er Annemarie. Nur ein paar Wochen nach Hans Benders Untersuchung. Die junge Frau findet danach eine neue Anstellung. Und angeblich soll es auch bei ihrer neuen Arbeitsstelle zu ähnlichen Vorfällen kommen. Doch die sind bei weitem nicht so gut dokumentiert wie das, was in der Kanzlei passiert ist. Annemarie beteuert bis heute, keine übernatürlichen Kräfte zu haben. In einem Fernsehinterview sagt sie dazu sichtlich verärgert folgende Worte. Ich bin ein ganz normaler Mensch, mit einem normal ausgeprägten Gehirn, das normal denken kann. Ich habe keine Kräfte, glaubens mir das. Es muss was anderes gewesen sein. Für Hans Bender ist die Untersuchung zum Spuk von Rosenheim jedenfalls ein voller Erfolg. Laut ihm ist es das erste Mal, dass spontane Psychokinese objektiv registriert werden konnte. Ein Beweis für ihn, dass das Paranormale existiert. Und Rechtsanwalt Sigmund freut sich, dass endlich wieder Ruhe in seiner Kanzlei einkehrt. Doch das ist noch nicht ganz das Ende der Geschichte. Denn zweieinhalb Jahre nach den Geschehnissen kommt ein Buch auf den Markt, das den Titel »Falsche Geister echte Schwindler« trägt. In diesem Buch kommt das Autorenteam zu dem Schluss, dass die Öffentlichkeit im Spukfall von Rosenheim ausgetrickst worden sein soll. Die drei Autoren hätten laut eigenen Angaben die Kanzlei besucht und dort ein paar sehr interessante Entdeckungen gemacht. Angeblich wollen sie kaum sichtbare Nylonfäden gefunden haben, die von jeder einzelnen Lampe herunterhingen. Damit versuchen die Autoren zu belegen, dass jemand an den Lampen gezogen haben muss, um sie zum Schwingen zu bringen. Hinter einem Regal wollen die drei außerdem einen Gummiknüppel gefunden haben, mit dem wohl die Knallgeräusche erzeugt worden sein sollen. An diesen vermeintlichen Beweisen ist allerdings so viel unlogisch, dass es sich lohnt, noch einmal kurz hinzuschauen. Die Nylonfäden, sofern sie wirklich existiert haben, sind vermutlich darauf zurückzuführen, dass man unter den Lampen Nylonnetze aufgehängt hatte, um zu verhindern, dass die Scherben der zerberstenden Glühbirnen auf die Mitarbeitenden der Kanzlei fallen. Wirklich viele Menschen mit unterschiedlichen Expertisen haben diesen Fall untersucht. Der Kriminalpolizei zum Beispiel, der wäre es ja sicherlich sofort aufgefallen, wenn unerklärliche Fäden an den Gegenständen gehangen hätten. Und ganz abgesehen davon, selbst wenn man mit einem Nylonfaden eine Lampe anschaukeln könnte, dann kann man damit keine Glühbirne zum Platzen bringen, keine Telefonanrufe machen und schon gar keinen 180 Kilogramm schweren Wandschrank bewegen. Solche Sachen können im Nachhinein immer leicht behauptet werden, wenn im Laufe der Jahre Fakten und Fiktionen in den Erzählungen der Menschen verschwimmen. Fakt ist, dass es keine polizeiliche oder klassisch-wissenschaftliche Erklärung für den Spuk von Rosenheim gibt. Haben wir es also mit einem Fall zu tun, in dem Fragen tatsächlich nur durch das Paranormale und Übernatürliche erklärt werden können? Bis heute gilt der Spuk in der Anwaltskanzlei weltweit als einer der am besten dokumentierten parapsychologischen Fälle der Geschichte. Welche Kräfte auch immer die Erscheinungen verursacht haben, es sind keine, die wir Menschen mit unserer Technik und unserem Wissen erklären können. In den Räumlichkeiten der Kanzlei in der Königsstraße 13 befinden sich heute Büros der Stadt Rosenheim. Hans Bender ist mittlerweile verstorben, doch seine Nachfolger führen das Institut der Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene in Freiburg weiter. Jeder, dem paranormale Geschehnisse widerfahren sind, kann bei der parapsychologischen Beratungsstelle anrufen und dort Rat und Hilfe erhalten. Und tatsächlich kommt das auch gar nicht so selten vor. Alle zwei, drei Wochen gäbe es in Deutschland Fälle, die vergleichbar seien mit dem, was in Rosenheim passiert ist. So das Institut. Spuk sei etwas ganz Normales. Doch auch, wenn paranormale Phänomene bisher noch nicht mit unseren etablierten wissenschaftlichen Methoden nachgewiesen werden konnten, ist das ja noch kein Gegenbeweis dafür, dass es so etwas nicht gibt. Das sieht auch einer der Ermittler von der Kriminalpolizei so, der an den Untersuchungen zu dem Fall beteiligt war. Er sagt in einer ARD-Doku folgendes. Ich bin, trotz einer sehr realistischen Grundeinstellung, mittlerweile davon überzeugt, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die der Mensch nicht erfassen kann. Bevor wir in die Diskussion steigen, erstmal hier ein vielen lieben Dank, Silber, die ja auch den Fall hier geschrieben hat, dass du uns den Fall vorgeschlagen hast. Wie immer, wenn ihr irgendwelche paranormalen Fälle auch habt, die wir hier unbedingt in der schwarzen Akte paranormal besprechen sollen, dann schreibt uns das gerne auf Instagram, da ist nun schwarze Akte, oder halt auch auf jeder anderen Plattform. Wir sind, würde ich mal behaupten, eigentlich überall zu finden. Und damit würde ich sagen, steigen wir rein in die Diskussion. Also als erstes ist mir aufgefallen, dass sich die Kanzlei in der Königstraße Nummer 13 befindet. Ja, 13 ist ja so eine allgemein bekannte Unglückszahl. Also viele Flugzeuge zum Beispiel verzichten ja auch auf die Reihe 13 oder Hotels. Ich weiß gar nicht, ob das immer noch so ist, aber verzichten auf das offiziell 13. Stockwerk. Also so hin und wieder, finde ich, merkt man schon, dass Leute, die Zahl 13, nicht ganz so geheuer ist. Ich weiß nicht, wie geht es dir? Würdest du, wenn du die Wahl hast, ich sage mal Platz 13 im Zug oder Platz 18, würde das deine Entscheidung beeinflussen oder wäre es dir total egal? Boah, also ich habe zwar, glaube ich, diesen Hintergedanken, aber grundsätzlich wäre es mir egal. Das wollte ich nämlich auch gerade dich fragen, ob dir das mit diesem, auch Freitag der 13., ne, ob dir das sowas ausmacht irgendwie. Nö, mir fällt es schon auf, so hey, es ist Freitag der 13. und dann sage ich das vielleicht auch mal zu jemandem. Aber ich fühle mich an dem Tag nicht anders oder habe irgendwie Sorge, dass irgendwas Schlimmes passiert oder hey, das können wir am Freitag den 13. Nicht machen, weil Unglückstag, nee, das habe ich gar nicht, hatte ich auch noch nie, zumindest kann ich mich nicht dran erinnern. Ja, also ich meine, ich würde jetzt auch grundsätzlich trotzdem nicht an einem Freitag den 13. Heiraten oder so, vielleicht sowas, so ein wichtiges Datum an den Tag schieben, aber ich finde, also es ist jetzt ein bisschen kontraintuitiv, was ich jetzt nochmal sage, aber ich finde trotzdem kann man diesen Tag ja versuchen, positiv zu belegen. Also wenn alle den negativ sehen, ja komm, okay, doch, dann doch an dem Tag heiraten. Aber ich finde so, wenn alle sagen, an dem Tag kann nur Schlechtes passieren, ich bleibe lieber zu Hause und ich mache gar nichts, nee, dann würde ich genau das Gegenteil machen. Nee, also komm, doch an dem Tag heiraten. Aber das ist ja nicht nur meine Entscheidung. Ja, falls jemand von unseren Zuhörenden eine Geschichte hat, die sich am Freitag, den 13. ereignet hat, dann schreibt uns gerne mal davon. Mir fällt nämlich keine Geschichte aus meinem Leben ein, deswegen sind wir ganz gespannt, falls ihr da was zu berichten habt. Aber vielleicht noch eine ganz andere Geschichte, die mich hier an dem Fall, an der Erzählung super doll stört. Und zwar ist es ja so, dass hier nur Männer involviert waren in den Untersuchungen, in der Erforschung, also die sich darum bemüht haben, Antworten auf die ganzen Fragen zu finden, die da in der Kanzlei vor sich gegangen sind. alles Männer. Und da finde ich das ein bisschen komisch, bemerkenswert, wie auch immer. Dass sie die Lösung des Problems in einer Frau gefunden haben. Also, dass sie das Ganze, was da passiert ist, der Annemarie in die Schuhe geschoben haben und gesagt haben, so, du bist dafür verantwortlich. Die ja selbst gesagt hat, ich mache doch gar nichts. Was habe ich denn damit zu tun? Und die letztendlich ja sogar gekündigt wird, was ich auch total wild finde, das würde in der heutigen Zeit doch gar nicht gehen, Dass jemand sagt, hey, ich kündige dich fristlos, weil du bist ja der Poltergeist der Kanzlei und dann auch noch innerhalb einer Kanzlei. Das ist total wild, oder? Das ist so ein bisschen wie so eine moderne Hexenjagd gewesen. Ich meine, hatten wir auch vorhin darüber gesprochen, dass die Medien da direkt drauf aufgesprungen sind. Und ja, als wir darüber gesprochen haben... Also innerlich, ich musste ehrlich gesagt ein bisschen lachen. Ich weiß nicht, wie es euch da draußen ging, aber gekündigt werden wegen Spuk, weil du der Auslöser sein sollst für Spuk. Ich hatte so wirklich das Gefühl, der Rechtsanwalt hat einfach nur nach einem Grund gesucht, sie zu kündigen. Ja, klingt so. Alles in die Wege zu leiten. So kam das für mich eher rüber. Und dann, dass die auch gesagt haben, von wegen, als sie ja dann im Urlaub war, und dann wieder zurückgekommen ist und dann, ja, aber sie kann ja nichts dafür. Es ist ja wegen ihrer Emotionen. Da dachte ich mir auch so, hä, was? Was ist das denn für eine Begründung alles? Und ja, einfach wie so eine neumodische Hexenjagd einfach. Und das haben alle irgendwie so hingenommen. Ich muss aber auch gleichzeitig sagen, wir sind ja beide immer sehr, sehr kritisch eingestellt gegenüber diesen ganzen Spuk-Erfahrungen, Erzählungen. Nichtsdestotrotz, finde ich, ist das ja noch einer der am besten belegtesten Fälle tatsächlich. Also im letzten Fall haben wir erst noch drüber gesprochen, habe ich mich ja auch ein bisschen drüber lustig gemacht, dass immer wenn man versucht, das mit einer Videokamera irgendwie festzuhalten, dass es alles nicht funktioniert, das soll ja hier wohl zumindest teilweise funktioniert haben, auch wenn es halt. Also hauptsächlich auf Zeugenaussagen basiert und schwer gewesen sein soll einzufangen. Nichtsdestotrotz soll es ja auch dokumentiert gewesen sein. Und es ist halt so, es ist für mich immer noch mal was anderes, wenn so, Leute wie diese Techniker, die grundsätzlich an sowas gar nicht glauben, dann aber trotzdem Stück für Stück immer weiter dieses ungute Gefühl haben, okay, ich kann mir das langsam alles nicht mehr erklären, ist hier vielleicht doch irgendwas faul, irgendwas paranormal. Mal. Das ist so ein bisschen die andere Seite der Medaille, die ich hier habe in dem Fall. Ja, nichtsdestotrotz finde ich ist das, ich glaube, das wird Anne-Marie auch noch sehr lange in ihrer Familie weitererzählen, stellt euch vor, Kinder. Ich wurde damals gekündigt, weil ich der Grund sein sollte, weil es in der Kanzlei gespukt hat. Boah, die Arme. Vor allem, was soll sie machen, wenn die offizielle Erklärung ist, ja, ein Poltergeist kann man an sich nicht nachweisen. Man sieht dir das nicht an, du kannst nichts dafür, aber du bist trotzdem fristlos gekündigt. Was soll sie denn machen, außer sagen, nein, was wollt ihr alle von mir? Ich habe damit nichts zu tun. Und es wirkt für mich so, als wäre das am Ende die einfache Lösung gewesen, zu sagen, ach, hier die, die junge Frau, die ist für alles verantwortlich. Also, wie gemein. Ich hoffe, sie ist in ihrem nächsten Job auf jeden Fall glücklicher geworden. Und es ist ja auch nur eine Vermutung, mutmaßlich, dass es da auch gespuckt haben soll an ihrem Arbeitsplatz. Vielleicht ist das aber auch ein bisschen, ausgeschmückt schugte Geschichte an der Stelle. Da haben die Quellen jetzt nicht eindeutig etwas belegen können. Deswegen hoffe ich, dass es ihr danach viel besser ging und dass sie danach mit dieser absurden Geschichte abschließen konnte und dann später hoffentlich auch darüber gelacht hat. Und ich würde sagen, damit schließen wir auch die Diskussion ab, weil wir haben es ja auch schon in der Folge diese Woche am Dienstag erzählt, dass wir euch in der kommenden Folge, in der kommenden normalen Folge. Was ganz, was ganz Wichtiges, was ganz Besonderes erzählen wollen, worauf wir uns auch schon wirklich Monate drauf freuen. Wie viel meinst du, können wir schon irgendwie, können wir irgendwas spoilern? Wollen wir irgendwas teasern? Boah, also ich würde so gerne, es juckt mir so in den Fingern, jetzt einfach rauszuhauen, was wir gerne erzählen möchten. Aber nein, wir warten noch bis zur nächsten regulären Folge der Schwarzen Akte am Dienstag. Aber ja, also man will jetzt das Bild nicht zu groß aufmachen und die Leute enttäuschen dann am Ende. Aber ich würde sagen, das ist eigentlich wirklich schon das Größte, was wir jemals zu erzählen hatten, oder? Ich glaube, wir hatten noch nie eine krassere News zu erzählen. Aber ja, ich würde sagen, jetzt hören wir auch damit auf, das große Bild hier zu malen. Aber wirklich, hört nächste Woche Dienstag in die Folge. Wir können es hier nicht anders sagen. Ich glaube, ihr werdet nicht enttäuscht. Und ja, da bleibt uns, glaube ich, nur noch zu sagen, dass wir uns sehr, sehr freuen würden, Wenn ihr diesen Podcast hier auch kostenlos abonniert, egal wo ihr den hört, ihr könnt kostenlos auf Folgen drücken. Abonnieren bedeutet hier nicht, dass ihr irgendwas dafür zahlen müsst. Dann verpasst ihr nämlich gar keine neue Folge, vor allem nicht die am Dienstag. Und dann, ja, haben wir jetzt noch ein paar Tage Zeit. Uns darauf vorzubereiten und freuen uns, wenn ihr nächste Woche Dienstag wieder zuhört, wenn wir eine neue Folge und eine große Ankündigung für euch haben. Bis nächste Woche. Ich weiß schon, dass ich da nicht schlafen werden kann. Bis dahin, bye. Wir sind eure Hosts Anne Luckmann und Patrick Strohbusch. Redaktion Silber-Hane-Kamp und wir. Schnitt Anne Luckmann. Produktion Nadine Lenfer-Unterweger und Lea Backes. Die schwarze Akte ist eine Produktion der Julep Studios. Besonderer Dank geht an Falco Schulte.