Diese Episode enthält explizite Details über einen wahren Kriminalfall. Weitere Infos in der Folgenbeschreibung. Es ist noch angenehm warm an diesem Dienstag, Ende Oktober 1989. Der ideale Zeitpunkt, um den Garten schon einmal ein wenig auf den Winter vorzubereiten. Ingrid möchte unbedingt noch ein paar mehr Tulpen stecken, bevor der Frost kommt, damit alles im Frühjahr schön bunt blüht. Und so schnappt sich die 51-Jährige an diesem sonnigen Vormittag ihre Hake und macht sich gut gelaunt an die Arbeit im Beet. Was für andere alltäglich sein mag, ist für Ingrid etwas, das sie sehr zu schätzen weiß. Nach ihrer Krebsdiagnose gab es nämlich viele Momente, in denen nicht klar war, ob sie überhaupt wieder auf die Beine kommen wird. Doch sie hat den Krebs besiegt und so begegnet sie jedem neuen Tag nun voller Lebensmut und Tatendrang. So auch an diesem Dienstag Ende Oktober, der zumindest noch am Vormittag den Anschein hat, ein ganz normaler Tag zu werden. Bis Ingrid den Mann sieht, der plötzlich vor ihr steht und sie anstarrt. Ein Mann, der aus ihrem eigenen Haus gekommen ist. Ein Einbrecher. Er ist groß, fast riesig. In seinem Blick liegt eine Entschlossenheit, die Ingrid durch Mark und Bein geht. Sie schreit den Fremden an, will Nachbarn auf sich aufmerksam machen. Doch statt zu fliehen, greift der Mann an. Die 51-Jährige hat keine Chance. Sie versucht noch, sich mit ihrer Gartenhake zu wehren, doch der Einbrecher nimmt ihr das Werkzeug ab und ringt sie zu Boden. Er schleift sie ins Haus hinein, wo niemand etwas sehen oder hören kann. Dort schlägt er auf sie ein, bis Ingrid keinen Ton mehr von sich gibt. Er wirkt sie, bis ihr Körper ganz still wird. Die Frau, die sich gerade noch so sehr über das Leben gefreut hat, ist tot. Und mit ihrem Tod ist ein Mörder zum Leben erwacht, der mit dem Töten gerade erst begonnen hat. Und damit ganz herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Schwarzen Akte mit Anne Luckmann und mit Patrick Strohbosch. Hallo, schön, dass ihr heute hier wieder zuhört. Wir möchten euch heute von einem Fall erzählen, der sich quasi direkt vor unserer Haustür zugetragen hat. Da viele Personen, die von dem Fall direkt oder indirekt betroffen sind, noch leben, haben wir uns dazu entschlossen, die Namen aller Personen zu anonymisieren. Es geht um einen Serienmörder, der Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre in verschiedenen Dörfern und Städten Brandenburg sein Unwesen treibt. Um ganz genau zu sein, trägt sich der Fall in einer Region zu, die zum heutigen Landkreis Potsdam-Mittelmarkt gehört. Also südwestlich von Berlin, direkt vor den Toren unserer Wahlheimat. Werbung. Werbung Ende. Fast die Hälfte von Potsdam-Mittelmarkt besteht damals aus Wald. Es ist ein riesiges, teilweise undurchdringliches Gebiet. Zwischen den Wäldern befinden sich Felder, Wiesen und kleine Seen. Und auch so einige Siedlungen, in denen häufig nicht mehr als ein paar hundert Menschen wohnen und die Ruhe und Abgeschiedenheit mitten in der wunderschönen Natur genießen. Zeitlich befinden wir uns in einem spannenden Kapitel deutscher Geschichte. Die Mordserie beginnt nämlich in der DDR, kurz bevor die Berliner Mauer fällt. Ende der 80er Jahre scheint die Welt hier im Osten noch in Ordnung zu sein. Das Böse, so heißt es in einer ARD-Dokumentation über den Fall, vermutet man hinter der Grenze, im Westen. Und das hat auch einen Grund. Denn wenn in der DDR ein schweres Verbrechen geschieht, wird das in der Regel nicht öffentlich gemacht. Der Staat kontrolliert, was in der Presse berichtet wird. Und ein Mord passt eben nicht in ein sozialistisches Weltbild. Die Menschen sollen sich sicher fühlen. Der Staat will zeigen, wie gut er für Ordnung, Schutz und Stabilität sorgen kann. Daher kommt es, dass viele Menschen in der DDR glauben, schlimme Gewaltverbrechen gäbe es nur in Westdeutschland. Was natürlich nicht stimmt. Es wird im Westen eben nur anders über solche Taten berichtet. Die in dieser Hinsicht mangelnde Berichterstattung in der DDR macht die Strafverfolgung allerdings nicht gerade leichter. Die Polizei muss zwangsweise häufig im Verborgenen ermitteln und kann die Öffentlichkeit nicht einfach um Hinweise bitten. Zum Beispiel, wenn es darum geht, jemanden auf einem Phantombild zu identifizieren. Was nicht heißen soll, dass es in der DDR überhaupt gar keine öffentlichen Fahndungsaufrufe gab. Nur waren sie eben deutlich weniger und zurückhaltender als in der Bundesrepublik. Viele der Fernsehsendungen, die zu der Zeit teilweise schon seit Jahren in der Bundesrepublik laufen, kennen wir auch heute noch. Wetten, dass zum Beispiel. Der Tatort und natürlich auch Aktenzeichen XY ungelöst. Diese Sendung ist ein Paradebeispiel dafür, wie wertvoll es sein kann, die Öffentlichkeit in Ermittlungsarbeiten mit einzubeziehen. Die Aufklärungsquote von Aktenzeichen XY liegt bei knapp 40 Prozent, also eine ziemlich stolze Zahl angesichts der Tatsache, dass laut ZDF häufig die hoffnungslosen Fälle in der Sendung landen. Als im Oktober 1989 Ingrid ermordet wird, ahnt noch niemand, dass es der Beginn einer schrecklichen Mordserie werden wird. Eine Mordserie, die die DDR und schon bald auch die Vereinte Bundesrepublik in Atem halten, und die Strafverfolgungsbehörden an ihre Grenzen bringen wird. Und das in einer Zeit, in der in vielerlei Hinsicht plötzlich nichts mehr so ist, wie es einmal war. Gehen wir also wieder zurück zum sonnigen Herbsttag im Oktober 1989. Ingrid lebt in einem kleinen Dorf namens Dez, das heute zur Gemeinde Großkreuz im Landkreis Potsdam-Mittelmarkt gehört. 1989 aber war es noch eine eigenständige Gemeinde, mit eigenem Bürgermeister, eigener Post und einem Lebensmittelladen, in dem Ingrid an der Kasse arbeitet. Sie ist verheiratet, ihre Kinder sind im Teenageralter. Der Mord an Ingrid erschüttert nicht nur ihre Familie, sondern auch das ganze Dorf. Ein Nachbar bemerkt den fremden Mann in Ingrids Garten. Er bekommt ein ganz komisches Bauchgefühl und beschließt, den Fremden näher zu beobachten. Und er sieht, wie der Mann etwas Eingewickeltes in einer gelben Decke hinter sich herzieht. Etwas Schweres, Längliches. Er spricht den unbekannten Mann an, doch statt zu antworten, ergreift der Fremde die Flucht. Der Nachbar holt daraufhin ein paar Männer aus der Umgebung zur Hilfe, nimmt all seinen Mut zusammen und löst die Schnüre, mit denen die Decke befestigt ist. Er kann von außen nicht sehen, was genau in die Decke eingewickelt ist. Doch die längliche Form lässt nicht viel Spielraum für Interpretationen. Der Nachbar erkennt Ingrid sofort und er sieht auch, dass er nichts mehr für sie tun kann. Die Polizei ist schnell informiert und auch vor Ort. Die Spuren am Tatort zeugen von einem erbitterten Kampf um Leben und Tod. Die Blutspritzer auf dem Fußboden, an den Wänden und am Tisch lassen keinen Zweifel daran, dass Ingrid brutal im Haus ermordet wurde. Die Rechtsmedizin stellt massive Gewalteinwirkungen am Kopf und am gesamten Körper fest. Der Mörder muss sie mit bloßen Händen erwürgt haben. Und nicht nur das, er hat sie auch vergewaltigt. Und zwar, nachdem sie schon tot war. Es ist ein Schock und ein Schmerz, für den es keine Worte gibt. Die Nachricht verbreitet sich auch ohne Mitteilung in der Zeitung rasend schnell in dem kleinen Dorf. Das Gefühl der Sicherheit ist plötzlich wie ausgelöscht. Die Menschen sind verunsichert. So eine Gewalt haben sie hier noch nie erlebt. Und das macht ihnen Angst zu sehen, wie schnell man selbst Opfer werden kann. Ingrid war eine von ihnen. Sie hat hier gewohnt, gelacht und geweint, so wie sie alle. Warum hat ihr jemand das Leben genommen, das sie so geliebt hat? Der Mörder ist auf der Flucht und die Potsdamer Morduntersuchungskommission leitet umgehend die Fahndung ein. Dank der Beschreibung des Nachbarn wissen sie ungefähr, nach wem sie Ausschau halten müssen. Einem außergewöhnlich großen Mann, der um die 25 bis 30 Jahre alt ist, blondes, dichtes Haar hat und einen blauen Schlosseranzug trägt. Und sie wissen noch mehr, denn der Mörder hat eine Spur am Tatort hinterlassen, einen Schuhabdruck. Anhand des Profils lässt sich erkennen, dass dieser Abdruck von einem Schuh stammt, der in der DDR in den sogenannten bewaffneten Organen benutzt wird. Also in der Staatssicherheit, der Armee, beim Zoll oder auch bei der Polizei. Es kann also gut sein, dass die Mordkommission hier gegen einen eigenen Kollegen ermittelt. Das Gebiet rund um den Tatort wird großräumig abgesucht, doch leider ohne Erfolg. Der Verdächtige ist verschwunden, vermutlich ist er in den umliegenden Wäldern untergetaucht. Auch die Analyse des Schuhabdrucks bringt nicht das erhoffte Ergebnis. Obwohl der Schuh eine Sondergröße hat, gibt es einfach zu viele Modelle dieser Art, die zum Abdruck passen. Dazu kommt das Wissen, dass der Täter vielleicht gar nicht der Besitzer des Schuhs ist, sondern ihn sich einfach geliehen oder gestohlen haben könnte. Auch die gelbe Decke, in die Ingrid eingewickelt war, wird eingehend im Labor untersucht. Man hofft, Fasern oder andere Spuren des Täters zu finden. Vielleicht sogar eine Blutspur des Täters oder einen Fingerabdruck. Die DNA-Analyse, wie wir sie heute kennen, gibt es 1989 ja noch nicht. Was die Ermittlungen nicht unbedingt leichter macht. Jede auffällige Faser, jede potenzielle Spur wird mit der Verbrecher-Datenbank der DDR abgeglichen. Doch der Erfolg bleibt aus. Die Datenbank zeigt keine Treffer an. Die Polizei konzentriert sich stattdessen auf Ingrids Ehemann. Allein durch die Tatsache, dass er mit ihr verheiratet ist, gilt er als potenziell tatverdächtig. Leider wäre er nicht der erste Ehemann, der seine Frau ermordet. Aus Eifersucht, Kontrollzwang oder aus anderen Gründen. Die Spuren, die der Täter hinterlassen hat, stammen aber nicht von ihrem Ehemann. Nur, wenn ein Verdacht einmal laut ausgesprochen ist, dann verschwindet er nicht so schnell wieder aus den Köpfen der Menschen. Und so beginnen die Leute in Dez, heimlich und auch mal weniger heimlich, über den Mordverdacht gegen Ingrids Ehemann zu sprechen. Obwohl dieser komplett unschuldig und in gewisser Weise ja auch selbst ein Opfer in diesem Fall ist. 16 Tage nach Ingrids Ermordung fällt die Berliner Mauer. Knapp fünf Monate später tötet sich Ingrids Ehemann mit Pflanzenschutzmittel. Wahrscheinlich konnte er den Verlust, den Schmerz, das Getuschel und die Blicke nicht mehr länger ertragen. Die Kinder verlieren also innerhalb eines halben Jahres beide Elternteile. Der Mord an Ingrid bleibt fürs Erste ungeklärt, der Mörder weiterhin unbehelligt. Der Wald scheint für ihn ein sicheres Versteck, wo er machen kann, was er will. Wo er weiß, dass ihn so schnell niemand finden wird. Fast auf den Tag genau, sieben Monate nach dem Mord an Ingrid, macht der Platzwart einer Müllkippe eine grausame Entdeckung. Zwischen dem ganzen Müll liegt die halbnackte Leiche einer Frau. Sie ist mit Kleidungsstücken verdeckt. Offensichtlich wollte sie jemand hier verstecken. Das passiert in Ferch. Der Ort liegt circa eine halbe Stunde mit dem Auto von Dez entfernt, dort, wo Ingrid gelebt hat. Zu Fuß sind das knapp fünf Stunden. Also eine Distanz, die man auch an einem Tag gehen könnte, wenn man es drauf anlegt. Tatsächlich handelt es sich bei der Leiche um keine Unbekannte, die der Mann findet. Er kennt die Tote gut. Sehr gut sogar. Es ist nämlich seine Ex-Frau. Sie heißt Karin und arbeitet genau wie er als Platzwartin an der Müllkippe. Die beiden teilen sich die Arbeit, damit der Platz immer bewacht ist und jeder auch mal frei hat. Karin ist 45 Jahre alt, Tochter eines Gastwirts und lebt in einem Bauwagen, der direkt am Rand des Müllplatzes steht. Die Spuren zeigen, dass sie in der Nähe des Bauwagens angegriffen und dann zur Müllkippe geschleift wurde. Die anschließend durchgeführte Autopsie ergibt, dass der Mörder sie am Tag zuvor mit einem Elektrokabel erdrosselt und nach Eintritt des Todes vergewaltigt hat. Karin hatte zum Zeitpunkt ihres Todes vier Promille im Blut. Das ist extrem viel. Bei manchen Menschen kann schon deutlich weniger Alkohol lebensgefährlich sein. Eine weitere Leiche, ein neuer Tatort. Noch ziehen die Strafverfolgungsbehörden keine Parallele zwischen den beiden Fällen, auch wenn es durchaus Ähnlichkeiten gibt. Beide Frauen wurden erdrosselt. Ingrid mit bloßen Händen, Karin mit einem Kabel. Beide haben massive Kopfverletzungen, die durch harte, stumpfe Gegenstände verursacht wurden. Und beide Leichen weisen Spuren sexualisierter Gewalt auf. Die Distanz zwischen den beiden Tatorten lässt die Beamten zögern. Knapp 19 Kilometer. Auch wenn die Tötungsart recht ähnlich ist, ist die Entfernung doch recht groß für eine Serientat. Man will auch keine voreiligen Schlüsse ziehen. Wie auch bei Ingrid gerät Karins Ex-Mann in diesem Fall in Verdacht, also der, der ihre Leiche gefunden hat. Doch da er ein glaubhaftes Alibi vorweisen kann, wird sein Name schnell wieder von der Liste der Verdächtigen gestrichen. Und damit wäre die Liste auch schon wieder komplett leer. Es gibt keine weiteren Tatverdächtigen. Also konzentrieren sich die Ermittlungen weiter auf die Auswertung der Spuren. Der Täter hat ja in Ingrids Garten einen Fußabdruck hinterlassen. Hier auf der Müllkippe sind es andere Spuren. Am Tatort findet die Mordkommission rosafarbene Dabenunterwäsche, die aber nicht zu Karin gehört. In dem Slip befindet sich menschlicher Kot. Könnte es also sein, dass die Unterwäsche vom Mörder stammt? Oder von der Mörderin? Die Polizei ist sich sicher, dass die Spuren sexualisierter Gewalt eindeutig auf einen in ihren Augen männlichen Täter hinweisen. Oder, um es anders zu formulieren, auf eine Person mit einem Penis. Sie untersuchen die Unterwäsche, kommen jedoch zu keinem Ergebnis, das die Ermittlung weiterbringen würde. Es ist ähnlich verflixt wie schon beim ersten Tatort. Jede Spur endet irgendwann in einer Sackgasse. Die zeitlichen Umstände machen die Ermittlungsarbeit nicht gerade leichter. Denn auch am Polizeiapparat geht der Mauerfall nicht spurlos vorbei. Mit der DDR wird sich in den nun folgenden Monaten ein kompletter Staat auflösen. Das ganze System muss neu strukturiert und in die Bundesrepublik eingegliedert werden. Und in genau diese Übergangszeit fällt der zweite Mord an Karin. Im Zuge der Wiedervereinigung wird die Volkspolizei der DDR Stück für Stück aufgelöst. Gleichzeitig beginnt die Polizei der Bundesrepublik damit, die Strukturen im Osten zu reformieren. Gesetze werden geändert, Zuständigkeiten neu verteilt. Und es ist nicht immer klar, welche Regeln noch gelten und welche nicht. Alle Polizeibeamten werden überprüft, ob sie mit der Staatssicherheit zusammengearbeitet haben. Das löst bei vielen Angst aus. Mit der Umstrukturierung scheinen auch plötzlich ihre Jobs nicht mehr sicher zu sein. Diese Unsicherheit entsteht natürlich auch in den beiden Ermittlungsgruppen, die eigentlich die Morde von Ingrid und Karin untersuchen müssten. Was zur Folge hat, dass die Morde wohl oder übel in den Hintergrund geraten. Und während sich die Kripo neu aufstellt, streicht der Mörder unbehelligt durch die Wälder und beobachtet das ganze Chaos aus der Ferne. Anderthalb Monate später, am 9. Juli 1990, schlägt er erneut zu. Wieder ist der Täter auf einer Mülldeponie unterwegs, dieses Mal allerdings in Wust. Wust liegt ungefähr eine gute halbe Stunde mit dem Auto von den ersten zwei Tatorten entfernt. Wenn man sich das auf einer Karte anschaut, dann beginnt sich langsam ein Netz aus Grausamkeiten über Potsdam-Mittelmarkt zu ziehen. Drei Tatorte sind es schon, die eine Art Dreieck auf der Landkarte bilden. Wieder ist das Opfer eine Frau. Sie heißt Helga und ist 58 Jahre alt. Der Täter greift sie mit einem Messer an und schlägt sie dann mit einem Pfahl nieder. Er scheint besessen von dem Verlangen zu sein, die Frau in seine Kontrolle zu bringen. Er will sich an ihr befriedigen, so wie er es auch schon bei den ersten zwei Frauen gemacht hat. Der Täter schleppt die regungslose Helga in eine abgelegene Ecke der Mülldeponie. Doch bevor er sich an ihr zu schaffen machen kann, hört er Schritte. Jemand kommt näher. Der Mörder ergreift daraufhin die Flucht und versteckt sich erstmal in der Nähe. Dort wird er warten, bis er sich die Frau holen kann. Doch zu ihrem großen Glück wird Helga entdeckt. Bauarbeiter wollen eigentlich gerade nur Schutt auf der Deponie abladen und sehen den reglosen Körper zwischen dem Unrat, den Bettfedern und Glasscherben. Nur hast dich mit Lumpen bedeckt. Helga lebt noch. Sie wird daraufhin in ein Krankenhaus gebracht und notoperiert. Doch die Schläge gegen ihren Kopf haben eine partielle Amnesie ausgelöst. Solche Gedächtnislücken können gerade die Erlebnisse unmittelbar vor der Verletzung betreffen und damit auch die Erinnerung an das Gesicht ihres Angreifers. Die Polizei stuft den Vorfall als Überfall ein. Die Mordkommission wird daher nicht informiert. Noch immer zieht die Polizei keine Parallelen zwischen den drei Taten. Und dann wird es still um den Mörder. Der Mann, der so viel Grauen und Schmerz über die Menschen in der Region gebracht hat, zieht sich zurück. Nicht, weil er mit dem Morden aufhören will, vielleicht ist er gerade ganz zufrieden mit seinem eigentlich so gutbürgerlichen Leben. Er hat nämlich einen Job und sogar eine Freundin, mit der er sich auch verloben wird. Niemand in seinem Umfeld ahnt, dass es da noch diese andere Seite an ihm gibt. Ein Dreivierteljahr vergeht. Ende März 1991, zehn Monate nach dem Mord an Karin und acht Monate nach dem Mordversuch an Helga, meldet ein Mann in Neuendorf seine Ehefrau als vermisst. Neuendorf liegt eine knappe halbe Stunde von Färch entfernt, also dem Ort, an dem Karin vor ihrem Bauwagen getötet wurde. Das Netz des Grauens spannt sich weiter. Es geht um die 34-jährige Köchin Sabine, die nicht von dem Besuch einer Freundin nach Hause gekommen ist. Am 13. März 1991 ist Sabine gegen 17.40 Uhr von ihrer Freundin aus losgelaufen. Sie hatte Lust, sich zu bewegen und einen Weg durch den Wald genommen. Etwa eine Stunde sollte sie nach Hause brauchen. Doch dort ist sie nie angekommen. Ihr Ehemann hat auf sie gewartet. Nicht nur ein paar Stunden, sondern ganze fünf Tage. Das heißt, er hat fünf Tage verstreichen lassen, bis er seine Frau als vermisst gemeldet hat. Das scheint erstmal sehr merkwürdig. auch in den Augen der Polizei. Doch der Mann erklärt, dass Sabine und er einen Streit hatten, ausgerechnet an dem Tag, an dem sie verschwunden ist. Er hat gedacht, sie sei noch sauer auf ihn und würde deshalb bewusst länger fortbleiben. Die Polizei überprüft den Mann. Und er scheint die Wahrheit zu sagen. Ein Suchtrupp macht sich also auf den Weg in den Wald. Doch statt der vermissten Sabine entdeckt der Trupp erst einmal nur ein Unterwäschelager im Wald. Und nicht nur eines. Überall zwischen den Bäumen wurde Damenunterwäsche verstreut. Eine dunkle Vorahnung macht sich breit. Die Möglichkeit, dass Sabine etwas Schlimmes zugestoßen sein könnte, scheint plötzlich sehr real. Die Befürchtung bestätigt sich, als Wanderer wenige Tage später Sabines Leiche finden. Versteckt unter Moos, Zweigen und Ästen. Und das auch noch ein paar hundert Meter vom Waldrand entfernt, wo das Haus steht, in dem Sabine mit ihrem Ehemann lebt. Sie hatte es in jener Nacht also schon fast nach Hause geschafft, bevor sie angegriffen wurde. Der Täter hat sie mit einem Messer attackiert und gewürgt. Die Autopsie ergibt, dass sie verblutet ist, vermutlich durch einen Stich in ihre Halsschlagader. Wie schon bei den anderen Leichen können auch an Sabines Körper Spuren von heftigen Schlägen und Tritten festgestellt werden. Und auch sie wurde postmortal vergewaltigt. Und das ist leider noch nicht alles. Sabine trägt ein Bikini-Oberteil, von dem schnell klar wird, dass es nicht ihr eigenes ist. Der Mörder muss es ihr angezogen haben. Am Tatort wird außerdem ein großer, rosafarbener Rock gefunden, der nicht Sabine gehört. Das ist der Moment, in dem das Phantom von der Presse einen Namen erhält. Der rosa Riese. Die Presse hat längst Wind von den Morden bekommen, die sich hier in Brandenburg zugetragen haben. Durch das Ende der DDR-Diktatur dürfen auch die Medien im Osten wieder frei berichten. Und das tun sie auch. Drei Morde, ein Mordversuch und fast immer spielt Damenwäsche eine Rolle dabei. Der Rosariese ist ein Name, der für Angst und Schrecken stehen soll. Mittlerweile dämmert auch der Polizei, dass man es hier mit einer Mordserie zu tun hat. Sie vergleichen daher die Spuren und Ermittlungsergebnisse der verschiedenen Tatorte. Das Sperma, das man an den Leichen und auch in der Unterwäsche gefunden hat, gehört zu einer Person. Damit ist klar, dass ein Serienmörder durch die Wälder Brandenburgs streift. Er ist groß, er ist brutal, er kennt keine Grenzen. Und er hat ein Faible für Darmwäsche. Niemand hat Zweifel daran, dass diese Person erneut zuschlagen wird. Die Polizei bildet eine 50-köpfige Sonderkommission, die sich von nun an ausschließlich damit beschäftigen soll, den Serienmörder zu finden. Die Soko hofft, schnelle Aufklärung mithilfe einer alten Kartei aus der DDR zu finden. Die Staatssicherheit hat nämlich eine Liste mit Namen von Menschen geführt, die nicht zur Sexualmoral der DDR gepasst haben. Auf dieser Liste stehen auch Männer, die dabei ertappt wurden, wie sie Damenwäsche gestohlen haben. Die wurden von der Staatssicherheit schnell mal als Sexualstraftäter eingestuft, auch wenn sie de facto einfach nur Kleidung geklaut haben. Die Hoffnung der Soko ist, dass der rosa Riese sich in seiner Vergangenheit schon einmal des Wäschediebstahls schuldig gemacht hat. Die Kartei ist lang und muss händisch ausgewertet werden, was viel Zeit kostet. Doch kein Name auf dieser Kartei passt zu den Informationen, die sie vom Rosarisen haben. Also wieder eine Sackgasse. Der Rosarise scheint in einer Art Rausch zu sein. Nur zehn Tage nach dem Mord an Sabine schlägt er erneut zu. Dieses Mal fallen ihm gleich zwei Menschen zum Opfer. Die 44-jährige Tatjana und ihr drei Monate altes Baby Nikolai. Was der Mörder mit Mutter und Kind macht, ist so unfassbar brutal, dass wir euch an dieser Stelle noch einmal auf unsere Content-Hinweise aufmerksam machen wollen. Die findet ihr ja immer in der Folgenbeschreibung. Es wird jetzt um Kindsmord gehen. Und wenn euch das Thema gerade zu viel ist, dann skippt am besten ein paar Minuten nach vorn. Tatjana ist die Frau des Chefarztes im sowjetischen Militärhospital von Belitz, eine gute Viertelstunde mit dem Auto vom letzten Tatort entfernt. Sie geht an diesem Märztag mit ihrem Baby spazieren. Vermutlich, damit der Kleine einschlafen kann. Ihr Weg führt sie durch ein Waldstück. Tatjana und der kleine Nikolai kehren nicht von diesem Spaziergang zurück. Sie werden schnell als vermisst gemeldet und direkt am nächsten Morgen beginnt die Polizei, das Waldgebiet zu durchsuchen. Und sie finden Tatjana. Tot. Ihre Brust liegt frei. Das Oberteil ist bis oben hin aufgeknöpft, die Unterwäsche bis zu den Knöcheln heruntergezogen. In ihrem Mund befindet sich ein Darmenslip, vermutlich, um ihre Schreie zu ersticken. Tatjana wurde gewürgt, mit einem BH erdrosselt und dann vergewaltigt. Ganz in der Nähe, bei einem Baumstamm, findet man auch die Leiche ihres Babys. Er hat das Kind totgeschlagen, vermutlich, damit es aufhört zu schreien. Die Kripo stuf den Mord des Kindes als Verdeckungstat ein. Vermutlich ging es dem Täter in erster Linie um Tatjana. Das Baby musste schweigen, damit sich der Mörder in Ruhe an der Mutter vergehen konnte. Eine Laboruntersuchung bestätigt, dass auch dieser Doppelmord auf das Konto des Rosa Riesen geht. Das öffentliche Entsetzen über diese Tat kennt keine Grenzen. Die Presse verpasst dem Phantom an diesem Tag noch einen zweiten Namen. Die Bestie von Belitz. und dieser Name passt weitaus besser als die fast ja schon harmlose Bezeichnung Rosa Riese. Die Angst und Verunsicherung der Menschen ist fast mit den Händen greifbar. Viele Frauen in der Region trauen sich im Dunkeln überhaupt nicht mehr aus dem Haus. Wer es sich nicht erlauben kann, zu Hause zu bleiben, der trägt Pfefferspray oder andere Waffen bei sich. Die Bestie von Belitz kann überall auftauchen. Kein Dorf in diesem Teil Brandenburgs scheint vor ihm sicher. Dann, zwei Wochen später, der nächste Angriff. Dieses Mal in Sputendorf, südlich von Potsdam, wieder eine knappe halbe Stunde mit dem Auto vom letzten Tatort entfernt. Das Netz des Grauens, es überzieht Potsdam-Mittelmark mit immer engeren Maschen. Der Mörder scheint immer einen Schritt voraus. Die Polizei eilt hinterher. Am 5. April 1991 überfällt die Bestie von Belitz zwei zwölfjährige Schülerinnen auf einem Waldweg. Er geht mit einem Messer auf sie los und will sie beide unter seine Kontrolle bringen. Das Alter seiner Opfer scheint ihm egal zu sein. Ob Kind oder Erwachsene, spielt anscheinend auch keine Rolle, wenn es dem Mörder darum geht, seine Gelüste zu befriedigen. Doch dieses Mal ist es anders, denn die beiden Mädchen können sich wehren, indem sie ihm das Gesicht zerkratzen. Eine der beiden Schülerinnen erleidet nur oberflächliche Schnittverletzungen und kann fliehen. Die andere hat weniger Glück. Der Mörder verletzt sie an Bauch, Schlüsselbein, Schulter und Hals. Sieben- oder achtmal sticht er auf sie ein, doch der Stich in ihre Brust prallt an einem Knochen ab. Als die Bestie von Belitz erkennt, dass ihm seine Opfer entkommen sind, ergreift er die Flucht. Beide Mädchen überleben und können der Polizei eine detaillierte Beschreibung des Mannes liefern. Und zum ersten Mal nach 18 Monaten des puren Horrors haben die Ermittlungsbehörden ein Phantombild in der Hand. Die Mädchen beschreiben den Angreifer als großen, blonden Mann mit Schnauzbart, der eine Kittelschürze über seine Kleidung getragen hat. Das passt ja auch zu der Beschreibung, die der Nachbar von Ingrid damals der Polizei gegeben hat. Das Gesicht des Täters ist eher schmal, die Augen liegen tief, das Kinn ist spitz und die Stirn recht hoch. Seine Haare sind lang und zurückgekämmt, mit beginnenden Geheimratsecken. Was in der DDR noch völlig undenkbar war, wird nun eine Ermittlungsstrategie. Denn die Öffentlichkeit wird bei der Suche nach dem Verdächtigen mit einbezogen. Eine Belohnung von 20.000 D-Mark wird für Hinweise ausgesetzt, die zum Ergreifen des Täters führen. 20.000 DM von 1991 haben heute in etwa die Kaufkraft von 22.000 Euro. Über 1.000 Hinweise gehen in nächster Zeit bei der Sonderkommission ein. Darunter auch der Hinweis von zwei Eltern, dass ihr zukünftiger Schwiegersohn eine ziemliche Ähnlichkeit mit dem Phantombild habe. Die Polizei beginnt sich, durch die ganzen Informationen zu arbeiten. Besagtem Schwiegersohn wird erst einmal aber keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Im Nachhinein mag das wie ein Fehler klingen. Wenn man sich aber in die Situation hineinversetzt, wird deutlich, dass es gar nicht so leicht ist, zwischen all den Hinweisen die wirklich Relevanten zu erkennen. Der Druck von außen ist enorm. Die Polizei muss endlich Ergebnisse liefern. Es dürfen nicht noch mehr Menschen sterben. Und dabei ahnt niemand, dass die Bestie von Belitz längst erneut zugeschlagen hat. Denn auch am selben Tag, an dem es ihm misslingt, die zwei Schülerinnen unter seine Kontrolle zu bringen, sucht sich der Mörder ein neues Opfer. Er steigt ins Haus einer 66-jährigen Rentnerin namens Erika ein, die allein am Waldrand von Fichtenwalde lebt. Fichtenwalde ist heute ein Ortsteil von Belitz, also dem kleinen Städtchen, in dem die Bestie von Belitz die Mutter und ihr Baby getötet hat. Erikas Tod wird allerdings erst zwölf Tage später entdeckt, als ihr Neffe zu ihr fährt, um seine Tante zu besuchen. Er betritt das Haus und findet ihre schon stark verweste Leiche im Inneren. Ein Schock, der ihn wohl bis ans Ende seines Lebens begleiten wird. Der Rosarise hat Erika in ihrem Schlafzimmer angegriffen, in ihrem Bett, während sie geschlafen hat. Er hat sie erwürgt und vergewaltigt. Die Soko geht davon aus, dass es eine Impulshandlung war, weil er sein angestautes Verlangen nicht an den beiden zwölfjährigen Mädchen entladen konnte. Fakt ist auf jeden Fall, die Abstände zwischen den Morden werden immer kürzer. Fast wirkt es, als befände sich der Mörder in einer Art Dauerrausch, in dem er immer mehr will. Doch wie lässt sich dieser Wahnsinn stoppen? In der gesamten Region bricht ein regelrechtes Jagdfieber aus. Die Menschen haben eine solche Angst vor dem unbekannten Mann, dass sie sich bewaffnet und auf eigene Faust auf die Suche nach ihm machen. Sie wollen ihm unbedingt das Handwerk legen, damit sie und ihre Familien endlich wieder zur Ruhe kommen können. Man muss sich mal überlegen, dass die Mordserie mittlerweile schon anderthalb Jahre andauert. Anderthalb Jahre, in denen die Menschen hier mit dieser unheimlichen Bedrohung leben müssen. Die Bestie von Belitz zieht immer größere Kreise. Die Tatorte liegen teilweise mehr als 50 Kilometer auseinander und niemand weiß, wo er als nächstes zuschlagen wird. Gruppen schließen sich zusammen, Freiwillige streifen gemeinsam durch die Wälder, bewaffnet und bereit, sich mit der Bestie von Belitz anzulegen. Doch wieder vergehen Monate, in denen nichts passiert. Es scheint, als sei die Bestie wieder abgetaucht. Er muss wissen, dass man intensiv nach ihm sucht. Die Presse berichtet ja auch sehr viel darüber. Und dann, Ende Juli 1991, entdeckt ein Mann namens Max ein Zelt mitten im Wald. Max wollte eigentlich joggen gehen, hat die Runde jedoch abgebrochen und beschlossen, durch den Wald zurück zu seinem Auto zu laufen. Dabei kommt er zufällig an einem Lager vorbei, das mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit das von der Bestie von Belit sein kann. Da wäre das Zelt mitten im Wald. Unterwäsche, die überall an den Bäumen hängt, jede Menge Müll und Magaziner. Max fasst sich ein Herz und wirft einen Blick in das Zelt hinein. Niemand ist da drin, doch dafür liegen auf dem Zeltboden einige Messer. Max meldet den Fund der Polizei und führt die Beamten zu diesem Lagerplatz. Die Kripo beginnt, die Gegend zu durchsuchen, doch die Bestie von Belitz taucht nicht auf. Also beschließt man, sich auf die Lauer zu legen. Der Gesuchte wird doch bestimmt zurückkommen, um seine Sachen zu holen. Tage vergehen, aber nichts passiert. Max kann dieses Nichtstun nicht länger aushalten. Gemeinsam mit einem Freund macht er sich eigenhändig auf die Suche nach dem Serienmörder, bewaffnet mit einem Brecheisen. Und tatsächlich entdecken sie an einem kleinen See in der Nähe einen sehr großen, blonden Mann. Der trägt eine Schirmmütze und einen BH über seiner Armeijacke. Max und sein Freund haben keinen Zweifel. Das muss er sein. Sie nehmen all ihren Mut zusammen und sprechen den Fremden an. Sie behaupten, sie seien von der Forst. Der Förster habe sich nämlich wegen des ganzen Unrats aufgeregt, den der Fremde im Wald hinterlassen habe. Sie sagen ihm, er müsse seinen Kram unbedingt zusammenräumen. Und wenn nicht, dann solle er mitkommen und dem Förster wenigstens sagen, dass er es bis nächste Woche machen würde. Sie bieten dem Fremden an, ihn ein Stück in ihrem Auto mitzunehmen und direkt zum Förster zu bringen. Und tatsächlich, Max und sein Freund können es kaum glauben, aber der große Mann steckt hinten auf ihren Caddy. Sie ziehen eine Plane über ihn und fahren los. Direkt zum Lager der Kripo, das sich nur ein paar hundert Meter entfernt befindet. Die können natürlich erst einmal nicht glauben, was sie sehen. Die Handschein klicken, noch bevor der Verdächtige vom Caddy herunterklettern kann. Und damit ist die Bestie von Belitz gefasst. Er wird aufs Revier gebracht, wo er alles gesteht. Und endlich erfährt man auch den wahren Namen des Mannes, der so lange Angst und Schrecken verbreitet hat. Wir nennen ihn hier Uwe. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme ist Uwe 25 Jahre alt. Er verdient sein Geld als Kranführer. Er ist frisch verlobt und erwartet mit seiner Frau sogar ein Kind. Er ist in der DDR geboren, in einem kleinen Dorf in Brandenburg. Seine Familie lässt sich später bei Belitz nieder, wo er aufwächst, also genau in der Region, in der er später auch seine Mordserie verüben wird. Uwe hat noch zwei kleine Geschwister und stammt aus eher einfachen Verhältnissen. Die Eltern arbeiten hart für ihr Geld. Uwes Vater als Traktorfahrer, seine Mutter als Putzkraft in einem Kinderheim. Als Uwe zur Welt kommt, ist seine Mutter noch sehr jung, in ihren Teenagerjahren. Ihr genaues Alter kennt sie nicht, weil sie sich solche Daten nach eigenen Aussagen nicht gut merken kann. Damit es zu Hause läuft, müssen alle Kinder mit anpacken. Viel Zeit zum Spielen bleibt da nicht für Uwe und seine Geschwister. Daheim gelten strenge Regeln und wer sie bricht, der kriegt Ärger. Weniger vom Vater, sondern eher von der Mutter, die in vielen Quellen als sehr dominant, hart und kaltherzig beschrieben wird. So zum Beispiel auch in der ARD-Crime-Doku. Uwe ist in der Schule der Außenseiter. Er kann nicht mitreden, wenn die anderen sich über die neuesten Fernsehsendungen unterhalten. Für ihn ist es schon ein Highlight, wenn er abends mal Sandmännchen sehen darf. Und das auch nur, wenn er tagsüber brav war und sich diese Belohnung durch Arbeit verdient hat. Uwe ist ein einsames Kind. Er ist scheu und kann die Ablehnung durch die anderen Kinder nicht gut aushalten. Dazu kommt, dass er sich in seinem Körper nicht wohlfühlt. Schon seit er denken kann, möchte er lieber ein Mädchen sein. Als er gerade sechs, sieben Jahre alt ist, entdeckt er die Unterwäsche seiner Mutter im Schrank. Er zieht die Sachen an und merkt, dass es sich für ihn sehr gut anfühlt. Noch besser wird das Gefühl allerdings, wenn er die Unterwäsche beschmutzt mit seinem Urin und Kot. so wie ein Baby seine Windel. Ein Teil von ihm möchte seiner Mutter damit vielleicht nah sein, da sie ihm sonst eher wenig Liebe und Wärme schenkt. Er versteckt die Sachen in der Scheune, wird aber dort eines Tages von seinen Eltern entdeckt. Statt in Ruhe mit dem Kind über seine Gefühle zu sprechen und herauszufinden, was mit ihm los ist, setzt es Prügel. Uwe wird beschimpft und bestraft, vor allem wieder von der Mutter. Das kommt nicht von uns, sondern das analysiert eine Kriminalpsychologin, so in der ARD-Doku. Uwe wechselt in der DDR der 70er Jahre auf, in einer Gesellschaft, die Menschen, die nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen, wenig Raum lässt. Homosexualität ist noch immer stark stigmatisiert, Transgeschlechtlichkeit weitgehend tabuisiert. Vor allem auf dem Dorf gibt es keine Sprache für Menschen, die nicht ins Bild passen. Die harte elterliche Reaktion auf seine Vorlieben führt aber nicht dazu, dass Uwe aufhört, sich Darmwäsche anzuziehen. Da seine Mutter ihren Schrank nun abgeschlossen hat, beginnt er außerhalb des Hauses nach Wäsche zu suchen. Er wird auf Müllkippen fündig, sammelt, hortet und stellt fest, dass er mit der Darmkleidung auch sexuelle Befriedigung finden kann. Mit 17 schließt Uwe die Schule ab, macht eine Lehre als Maschinist und lebt weiterhin zu Hause. Im Wald richtet er sich Verstecke ein, wo er seinem Verlangen nachgehen kann, ohne dass es jemand bemerkt. Mit 18 lernt er beim Baden am See seine spätere Verlobte kennen. Sie ist zu dem Zeitpunkt erst 13 Jahre alt, weshalb sie es sehr langsam angehen lassen. Der Uwe mit ihr verhält sich ganz anders als der Uwe im Wald. Nach der Lehre geht er für kurze Zeit zur Armee. Danach beginnt er eine zweite Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei. Diese Ausbildung endet allerdings abrupt, als er dabei erwischt wird, wie er Hitlers 100. Geburtstag feiert. Das geschieht Ende April 89, also nur wenige Monate vor seinem ersten Mord im Oktober 89. In seinem Spinn finden die Polizeikollegen Darmwäsche, doch niemand geht der Sache näher auf den Grund. Uwe zieht daraufhin zu seiner Freundin, die noch bei ihren Eltern wohnt, und nimmt einen Job im Walzwerk an. Er ist da gerade 23, sie 18 Jahre alt. Sie verloben sich, und obwohl es in jeder Hinsicht gut zwischen ihnen läuft, geht Uwe weiterhin regelmäßig in den Wald. Es gibt Fantasien, die er mit seiner Verlobten nicht ausleben kann. Auf der Suche nach immer neuer Damenwäsche bricht er schließlich in fremde Häuser ein. So landet Uwe am 24. Oktober 1989 im Haus von Ingrid, seinem ersten Opfer. Ingrid steht gerade im Garten, beschäftigt mit ihrem Beet und sieht den gut 1,90 Meter großen Mann mit ihrer Wäsche bei sich im Haus stehen. Sie beschimpft ihn, doch statt die Flucht zu ergreifen, entlädt sich, was all die Jahre in ihm geschlummert hat. Er greift Ingrid an. Nicht, um sie zu töten, sondern um sie zum Schweigen zu bringen und seine sexuellen Fantasien an ihr auszuleben. Sein Plan sei es nie gewesen, mit einer toten Frau Sex zu haben. Das sagt Uwe zumindest im Verhör. In seiner Vorstellung haben die Frauen immer noch gelebt, als er sich an ihnen vergangen hat. Uwes Verlobte ist 19 Jahre alt, als sie erfährt, dass der Vater ihres ungeborenen Kindes ein Serienmörder ist. Die Presse ist nach Uwes Festnahme außer Rand und Band. Eine sensationswütige Schlagzeile jagt die nächste. Und in den Redaktionen einiger Boulevardblätter scheint man sämtliche moralische Prinzipien auf der Jagd nach der nächsten Sensation komplett über Bord zu werfen. Uwes Verlobte wird zum Beispiel öffentlich unter Druck gesetzt, das Baby abzutreiben. Sie wird als Braut der Bestie tituliert, ihr ungeborenes Kind als Satansbraten. Der Mediendruck wird so groß, dass die 19-Jährige keinen anderen Ausweg sieht und die Schwangerschaft tatsächlich abbricht. Um der Aufmerksamkeit ein für allemal zu entkommen, zieht sie aus ihrem Heimatdorf weg. In der Untersuchungshaft gesteht Uwe alle sechs Morde und auch die Mordversuche an der 58 Jahre alten Helga sowie den beiden zwölfjährigen Mädchen. Er erzählt offen, was er getan hat und zeigt dabei keine Reue oder andere Emotionen. Seine Verurteilung ist damit quasi nur noch Formsache. Man hat sein Geständnis und kann es mit verschiedenen biologischen Spuren an den Tatorten beweisen. Mit seinem Sperma zum Beispiel, mit Blut, aber auch mit seinen Ausscheidungen in einigen Unterwäschestücken. Die Kripo ist so erleichtert, die Bestie von Belitz gefasst zu haben, dass sich die Beamten hinter verschlossenen Türen erst einmal zur Feier des Tages einen kleinen Schnaps genehmigen. Dabei waren es ja eigentlich gar nicht sie, sondern Max und sein Kumpel, die den Serienmörder entdeckt und zur Polizei gebracht haben. Ein Ermittler gesteht später auch in einem Interview, dass sie Uwe möglicherweise schon etwas früher hätten schnappen können, wenn sie den Hinweisen der Verwandten intensiver nachgegangen wären. Denn ihr erinnert euch, die Eltern von Uwes Verlobter hatten ihn bei der Polizei gemeldet, weil sie ihren zukünftigen Schwiegersohn auf dem Phantombild erkannt haben wollen. Beim Prozess geht es eigentlich gar nicht wirklich um die Frage, ob Uwe die Taten begangen hat, sondern eher darum, ob er für die Mordserie in vollem Umfang zur Rechenschaft gezogen werden kann. Ein forensischer Psychiater diagnostiziert eben eine sexuell-pathologische und eine schwere seelische Störung, womit Uwe tatsächlich als vermindert schuldfähig gilt. Er gesteht die Sexualmorde, beharrt aber darauf, dass er die Frauen nie töten wollte, so unfassbar das auch klingt. Er hätte es am liebsten gehabt, wenn seine Opfer sich an dem Akt beteiligt hätten. Es sei ihm wirklich nicht bewusst gewesen, dass sie bereits tot waren, als er sich an ihnen vergangen habe, sagt er. Der Richter wiederum sagt, Uwe habe ein Doppelleben geführt und dieses sehr geschickt vor anderen verborgen. Er sei seinen Trieben nicht hilflos ausgeliefert gewesen, sondern habe Gefallen daran gefunden. Zwar sei seine Fähigkeit, sich zu kontrollieren, eingeschränkt gewesen, aber nicht vollständig aufgehoben. Am 30. November 1992 wird Uwe zu 15 Jahren Haft mit anschließender Unterbringung im Maßregelvollzug verurteilt. Mitte der 90er Jahre, während seiner Haft, beantragt Uwe eine Geschlechtsumwandlung, die auch genehmigt wird. Er nennt sich ab jetzt Birgit und möchte nun auch offiziell als Frau gelesen werden. Kleiner Hinweis an der Stelle, Birgit ist auch wieder der anonymisierte Name, den wir hier vergeben haben. 2013 darf Birgit nach über 20 Jahren Freiheitsstrafe in Begleitung eines Pflegers für einen kurzen Moment die Klinik verlassen. Sie wird dabei gesehen, wie sie sich an einer Tankstelle Pornohefte kauft. Der öffentliche Aufschrei daraufhin ist riesig. Die Klinik rudert schnell zurück und nimmt die Haftlockerung zurück. Die Menschen haben den Horror nicht vergessen, den die Verurteilte fast zwei Jahre lang über Brandenburg gebracht hat. Und damit haben sie anscheinend auch nicht ganz Unrecht. Denn während ihrer Haft soll Birgit angeblich widerstraffällig geworden sein. Sie soll eine ebenfalls transsexuelle Insassin in der Dusche überfallen haben, woraufhin diese versucht haben soll, sich das Leben zu nehmen. Diese Tat konnte Birgit jedoch nie nachgewiesen werden. Birgit befindet sich auch heute noch im Maßregelvollzug in Brandenburg. 2010 hat sie selbst in einem Interview mit der Bild-Zeitung erklärt, dass sie es nicht verdient habe, jemals wieder freizukommen. Mit dieser Meinung steht sie wohl nicht alleine da, denn der Schmerz, den sie so vielen Menschen zugefügt hat, ist nach wie vor nicht vergessen. Da werden ja nicht nur die Frauen, die Mädchen und das Baby, die sie getötet und angegriffen hat, sondern auch all die Angehörigen, die Familien und Freunde, die auf so grausame Weise einen geliebten Menschen verloren haben. Also bevor wir gleich in die Diskussion hier starten, erstmal vielen Dank an dich, Maxim, denn du hast uns diesen Fall per E-Mail vorgeschlagen. Und ich glaube, es ist auch nochmal ganz wichtig an der Stelle zu sagen, dass wir uns hier entschieden haben, erst von einem männlich gelesenen Täter zu sprechen, von ihm, weil die Außenwahrnehmung in diesem Fall eben auch genauso war. Also auch die Beamten haben ganz lange nach einem männlichen Täter gesucht, das haben wir ja auch erzählt im Laufe der Geschichte und erst gegen Ende des Falls, als die Bestie von Belitz dann geschnappt werden konnte, war ja klar, dass er sich eher als Frau gelesen hat und gefühlt hat und wir dann eben erst gegen Ende des Falls von ihr als Frau gesprochen haben. Das wollten wir an der Stelle nochmal erklären, warum wir das eben in dem Fall so erzählt haben, wie wir es erzählt haben, weil es eben genauso der Außenwahrnehmung entsprochen hat. Was ich auch sehr interessant hier an dem Fall fand war, den haben wir ja wirklich auch mehrmals hier vorgeschlagen bekommen, dass eigentlich immer, wenn wir den vorgeschlagen bekommen haben, die Rede war von der Rosa Riese. Also auch in den Medien. Wir haben ja auch schon im Fall darüber gesprochen. Ich finde eigentlich, dass die Bezeichnung die Bestie von Belitz, besonders bei all dem, worüber wir heute gesprochen haben, viel, viel treffender ist. Und ich kann mir auch nicht so zu 100 Prozent erklären, warum der rosa Riese sich so eher durchgesetzt hat. Ja, ich finde, das schwächt das Ganze so krass ab. Also meine Assoziation mit Rosa Riese ist, und ich weiß jetzt nicht warum, aber ist irgendwie von einem großen Plüsch Hasen. I don't know, warum Hase, aber irgendwie stelle ich mir halt so eine Figur so im Disneyland vor, im Freizeitpark. Weißt du, oh, das ist der süße Rosa Riese. Also ich finde, das macht überhaupt gar keine Angst und verbreitet Schrecken. Ich finde auch, der Name ist so krass harmlos, da hätte man auch was anderes nehmen können, wenn man unbedingt diese ... Darmwäsche-Assoziation mit reinbringen möchte. Also die Bestie von Belitz trifft es auf jeden Fall viel, viel besser hier. Ja, ich finde nämlich auch. Also das Einzige, wie ich es mir versucht habe zu erklären, ist halt dieser Gegensatz, Rosa und Riese, dass es irgendwie vielleicht nicht ganz zusammenpasst. Ich meine, Alliterationen sind es am Ende des Tages sowieso. Bestie von Belitz, okay, das V, das Von jetzt mal weggedacht. Und Rosa Riese, kurz mal Wissen aus, keine Ahnung, Klasse 8 wieder rausgeholt. Aber ich finde auch, also man könnte vielleicht sagen, dass es in der True-Crime-Welt, ein bisschen besonderer ist, dieser Titel, rosa Riese. Ich meine, über Bestien sprechen wir ja wirklich mehr als genug. Passt eigentlich immer am Ende des Tages. Vielleicht ist es aus dem Grund, dass der Begriff sich so eher, ich will nicht sagen durchgesetzt hat, aber eher halt medial Aufmerksamkeit bekommen hat. Ja, kann natürlich sein, klar. Und wir haben es ja auch anfangs gesagt, der Fall hat sich quasi vor den Toren unserer Wahlheimatstadt Berlin zugetragen. Das ist schon irgendwie creepy, wenn das so nah dran alles passiert ist. Also ich war jetzt, glaube ich, erst einmal in Belitz, weil da auch ganz bekannte Heilstätten sind, die man sich anschauen kann. Aber zu wissen, dass sich das eben alles hier in der Umgebung zugetragen hat, das ist irgendwie gruselig. Und wie gesagt, unter anderem auch. Aus dem Grund haben wir uns dazu entschieden, die Namen hier in diesem Fall zu anonymisieren, weil es eben noch Hinterbliebene gibt und, Leute, die da in irgendeiner Form in diesem Fall hier involviert sind und wir einfach deren Privatsphäre schützen möchten. Und deswegen haben wir hier alle Namen geändert. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, wie es damals abgelaufen ist, als wirklich diese tausenden Hinweise eingegangen sind zur Bestie von Belitz. Ich erinnere mich da immer wieder eigentlich an einen und denselben Fall damals, als der Löwe in Berlin gesichtet worden sein soll, die Löwin. Und dann bei der Polizei auch tausende Hinweise eingegangen sind. Und das Ding ist ja, weil man kann der Polizei jetzt auch wieder diesen Vorwurf machen, warum seid ihr nicht direkt da auf diesen Schwiegersohn drauf eingegangen, was ihr ja schon als Hinweis bekommen habt. Aber das haben wir auch schon gesagt, es ist erst mal schwer auszufiltern, was davon ist jetzt überhaupt zielführend, weil es gibt wirklich auch viele Hinweisgeber und Geberinnen dann, die auch einfach schwach sind, da dann reinposten. Also ich kann mich dann damals noch erinnern, dass zum Beispiel irgendwelche ein Video aufgenommen haben, mit irgendwelchen Löwensounds drunter gelegt und man dachte, okay, ist es das jetzt? Aber dann beim zweiten, dritten Mal hinsehen, dann checkst du, okay, der hat einfach nur eine Musikbox aufgestellt und das ist eigentlich nur, das ist kein echter Sound. Und so kann ich mir das auch damals vorstellen, dass halt bei so einer Anzahl an Hinweisen. Und du halt auch wirklich erst mal viel, viel dich da durchackern musst. Ja, auch ein krasser Move irgendwie von den Schwiegereltern, ihren Schwiegersohn bei der Polizei anzupfeifen. Nee, zu verpfeifen, sagt man. Oder? Ja, aber also, also come on, ich finde das ist vollkommen richtig. Ja, ja, ja, klar ist es richtig. Ich meine, als Familie, man hält zusammen und so. Aber bei dem, worüber wir heute gesprochen haben, ja. Meinst du, die haben den darauf angesprochen? So, hey, du siehst dem Phantombild ganz schön ähnlich. Bist du das? Meinst du, die haben das thematisiert oder hat nur der Polizei gemeldet? Boah, darüber, da haben wir ein bisschen zu wenig, glaube ich, jetzt von denen erfahren. Ich glaube, es gibt so, ich glaube, es gibt Menschen, die da kein Blatt vor den Mund nehmen. Aber ich kann es mir nicht vorstellen, weil sie sonst ja auch so ein bisschen gewarnt worden wäre und vielleicht sich ein bisschen abgesetzt hätte. Was sagst du? Ja, glaube ich auch. Ich kann mir auch vorstellen oder nicht vorstellen, eher gesagt, dass das thematisiert wurde. Oder weil ich glaube auch, dass sie sonst vorsichtiger vorgegangen wäre. Ich glaube, abschließend zu der Diskussion ist uns noch eine Sache wichtig zu betonen. Es sollte eigentlich klar sein, aber wir wollen es trotzdem einmal gesagt haben. Und zwar haben natürlich Trans-Personen nicht automatisch gewaltvolle, sexualisierte Vorstellungen. In diesem Fall ist das hier natürlich eine andere Geschichte, aber das ist nicht bei allen der Fall. Also das war uns jetzt auch nochmal ganz wichtig hier an der Stelle zu betonen. Also besonders, wenn man mal darüber nachdenkt, wie häufig wir hier auch beispielsweise über weiße Täter oder Täterinnen sprechen und da ja denn diese Thematik nicht direkt aufgemacht wird. Menschen sind komplexe Wesen am Ende des Tages. Das finde ich dann ein bisschen sehr an den Haaren herbeigezogen und so ein bisschen auf Krampf, dass man da noch ein Thema rausquetschen will, wo man weiß, dass die Leute sowieso schon im Zweifel auf die Barrikaden gehen. Und damit wir jetzt nicht alle super bedrückt hier aus dieser Folge rausgehen, machen wir wie immer den harten Cut und wechseln in die Personalakte. Und es liegt jetzt schon ein paar Tage zurück, aber wir haben ja noch gar nicht von unserem schwarze Akte-Team-Tag erzählt, den wir in Berlin hatten mit unseren Redakteurinnen und unserer Producerin. Und ja, Patrick, erzähl mal, wie war der Tag? Was haben wir so gemacht? Was haben wir so gemacht? Wir haben natürlich erstmal ein bisschen zusammengearbeitet, natürlich, wichtig, wir haben zusammen uns hingesetzt, ein bisschen gebrainstormt, wie sich das gehört, aber der besondere Teil, über den wir uns auch natürlich noch mehr gefreut haben. War danach dann, dass wir in einem Escape Room waren und danach essen, aber dieser Escape Room, das war nicht nur ein einziger Escape Room, das fand ich auch sehr, sehr wild, sondern das waren so, wie viele Räume waren das? 15, 20 vielleicht? 30 sogar. 30 Räume, die so darauf ausgelegt waren, dass man innerhalb von anderthalb Stunden alle mal so halt durchspielt und währenddessen halt Punkte ergattert. Und welchen Platz haben wir gemacht insgesamt? Oh, gute Frage. Weiß ich gar nicht. Ging es direkt los, ohne dass man wusste, was ist hier die Aufgabe, was sollen wir überhaupt tun. Die Zeit lief und man musste sich irgendwie anhand des Raums erschließen, was ist jetzt hier das Rätsel? Und wenn man es nicht geschafft hat, gefailt hat, die Zeit abgelaufen ist, dann musste man den Raum halt auch wieder verlassen. Das war, ja, ziemlich witzig, weil wir manchmal sofort wussten, was wir tun sollen. Manchmal wussten wir es erst, nachdem wir den Raum zum dritten Mal betreten haben. Und manchmal haben wir es aber auch gar nicht gecheckt. Ja, manchmal wussten wir es einfach überhaupt gar nicht. Wir sind am Ende tatsächlich Zweiter geworden. Und Zweiter sogar, wow. Da merkt man, dass ich ein bisschen kompetitiver bin, weil ich habe das noch richtig in Erinnerung, dass wir fast auf Platz 1 gekommen wären. Hätten wir den letzten Raum noch richtig abgeschlossen und noch ein paar mehr Punkte reingeholt. Ich möchte kurz von einem bestimmten Raum erzählen, weil der am besten passt zu der schwarzen Akte. Und zwar sind wir in einen Raum gekommen, in dem ein Tatort abgebildet wurde. Und wir hatten exakt 10 Sekunden Zeit, uns alle Details von diesem Tatort einzuprägen, weil dann das Licht ausgegangen ist und wir nichts mehr gesehen haben. Und dann mussten wir Detailfragen zu diesem Tatort beantworten. Von wegen standen 2 Weingläser auf dem Couchtisch, Und dann musste man halt gucken, oh Gott, waren es zwei? Waren es überhaupt Weingläser? War da überhaupt ein Tisch? Und das war tatsächlich viel, viel schwieriger, als wir gedacht haben. Und deswegen, ja, sollten wir zukünftig vielleicht die Polizei manchmal ein bisschen mehr in Schutz nehmen, als wir es bisher getan haben. Aber das war eigentlich so der passendste Raum zu unserem Podcast. Ja, naja, und auch besonders im Hinterkopf behalten, dass Zeugenaussagen gar nicht so sinnvoll meistens sind, weil dann haben wir diskutiert, warte mal. War das jetzt gerade eine 9 oder war das eine 8, die da unten stand und einige waren sich wirklich super, super sicher, dass es eine 8 war, die anderen sagen, es war eine 9 und am Ende war es eine 6, das war was komplett anderes. Ja, voll, aber das war auf jeden Fall sehr schön und im Anschluss waren wir dann noch zusammen was essen und was trinken und ja, hatten eine gute Teamzeit. Und eine Sache, die du mir ja schon vor dem Podcast ein bisschen erzählt hast, aber ich freue mich auf jeden Fall nochmal davon zu hören. Ich sitze auch zufälligerweise hier gerade in einem Pulli von The Weeknd, weil die Leute wissen es, ich bin ein sehr großer Fan. Nichtsdestotrotz war ich dieses Jahr leider nicht bei Konzerten von The Weeknd, du aber schon. Deswegen erzähl gerne, wie war es in Madrid bei The Weeknd? Genau, das war nämlich mein letztes Konzert, meine letzte Konzertreise für dieses Jahr bei The Weekend. Das war so, so, so cool. So eine krasse Show von vorne bis hinten mit Lichteffekten, mit Feuer, mit Pyro, mit, einer krassen Bühnengestaltung, mit einer Show, die von vorne bis hinten einfach so gut durchdacht war. Das war wow, also es war super, super cool. Ich habe echt schon einige Konzerte gesehen in meinem Leben, aber das spielt ganz oben mit, ja, mit dabei, ist mit dabei. The Weeknd hat einen Hit nach dem anderen da rausgehauen. Ja, es war eine ganz besondere Erfahrung, sowieso natürlich im Ausland ein Konzert zu erleben, ist was ganz Besonderes. Mit Freunden, mit meinem Freund, alle waren dabei, es war ein ganz tolles, besonderes Erlebnis und ich wünsche dir sehr, dass du bei der nächsten Tour auch in den Genuss kommst, das The Weekend oder ein The Weekend Konzert zu sehen. Ja, ich habe ja Hoffnung. Also das Ding ist, dass ich damals. Als leider aber Corona gekommen ist, damals hatte ich mir Tickets geholt, die sind aber alle verfallen. Das wäre mein Konzertjahr gewesen. Ich sage, Corona hat da so viel kaputt gemacht. Ich bin deswegen, glaube ich, kein großer Konzertgänger, kein großer Clubgänger. Ich bin einfach jemand, der zu Hause chillt mit Brettspielen und so. Aber ich bin guter Dinge, weil er meinte, dass er weiterhin Musik machen will. Er hatte eigentlich ja gesagt, dass er jetzt aufhört. Und deswegen hoffe ich, mal gucken. Vielleicht gibt es ja ein Kisland 2 oder so. Mal schauen. Ja, alle Daumen sind gedrückt, dass du mal auf ein The Weeknd Konzert gehen kannst. Ja, das wünsche ich dir sehr. Ich hoffe, wir konnten euch jetzt mit einem guten Gefühl aus dieser heutigen Folge entlassen und freuen uns, wenn ihr auch nächste Woche Dienstag hier wieder zur schwarzen Akte zurückfindet und eine neue Folge anhört. Wir sind eure Hosts Anne Luckmann und Patrick Strobusch. Redaktion Silber Hane Kamp und wir. Schnitt Anne Luckmann. Produktion Nadine Lenfer-Unterweger und Lea Backes. Die schwarze Akte ist eine Produktion der Julep Studios. Besonderer Dank geht an Falco Schulte.