Diese Episode enthält explizite Details über einen wahren Kriminalfall. Weitere Infos in der Folgenbeschreibung. Am Morgen des 8. Juli 2003 sieht vor dem Haus in der 3rd Street von außen nichts nach dem aus, was Kelsey gleich drinnen erwarten wird. Das Haus mit der Nummer 901 wirkt, als sei es aus einem einzigen Grund gebaut worden. Wer draußen ist, der soll auch dort bleiben. An den Fenstern sind schwere Gitter verschraubt, die Türen sind extra gesichert und ein Zaun schlängelt sich ums Grundstück herum. An diesem Tag hält der aber niemanden auf. Auf dem Rasen hat sich längst ein Großaufgebot von Polizei und Feuerwehr versammelt. Kelsey hat sie per Notruf alarmiert. Sie ist eine Freundin, die sich Sorgen gemacht hat, weil sie schon seit zwei Tagen nichts von Joanie und ihrer Familie gehört hat. Sie klingelt vorne an der Haustür, aber weil ihr niemand öffnet, geht Kelsey ums Haus herum. Sie weiß, dass es dort eine Sicherheitstür und dahinter eine gläserne Schiebetür gibt. Die ist geschlossen, aber nicht abgeschlossen, was eigentlich ungewöhnlich ist. Die Freundin betritt das Haus, läuft durch den Flur bis zum Schlafzimmer und bleibt dann wie angewurzelt auf der Schwelle stehen. Denn auf dem Bett sieht sie etwas, das sie kaum in Worte fassen kann. Nachdem sie mit zittrigen Fingern den Notruf wählt, wimmert sie, dass sofort jemand kommen muss. Detective Jeff Watts tritt kurz darauf durch dieselbe Schiebetür. Er weiß bereits, dass das hier kein gewöhnlicher Einsatz wird. Trotzdem ist das, was er im Schlafzimmer findet, auch für den erfahrenen Polizisten nur schwer zu ertragen. Auf dem Bett liegt eine Frau, aber sie ist nicht allein. Am Fußende liegt noch ein kleines Mädchen, auf der anderen Seite ein Junge. Der Detektiv schätzt das Mädchen auf vielleicht zwei Jahre, den Jungen nun wenig älter. Zumindest anhand dessen, was er von ihnen sehen kann. Denn große Kissen verdecken Teile der Körper. Keiner der drei bewegt sich. Alle drei sind tot, erschossen. Nur wenige Meter vom Bett entfernt, im Flur vor einem weiteren Schlafzimmer, findet der Polizist eine weitere Tote, eine ältere Frau. Damit hat Detective Watts vier Menschen vor sich, zwei Frauen und zwei kleine Kinder. Vermutlich eine Großmutter, ihre erwachsene Tochter und deren Kinder. Das bestätigt kurz darauf auch die Freundin Kelsey, die den Notruf gewählt hat. Aber die Rechnung geht mich ganz auf. Denn laut Kelsey gehört das Haus der 70-jährigen Großmutter Ernestine. Ihre Tochter Joanie lebt mit ihren drei Kindern bei ihr. Dem vierjährigen Marquess, der zweijährigen Lindsay und dem kleinen Marshall. Die ältere Frau im Flur ist also Ernestine. Die Frau auf dem Bett ist ihre Tochter Joanie. Neben Joanie liegen Marquess und Lindsay. Doch vom kleinen Marshall fehlt jede Spur. Marshall ist gerade mal sechs Wochen alt. In dem Moment richten sich die Blicke der Einsatzkräfte wieder auf das Schlafzimmer, auf die großen Kissen und auf die übrigen Zimmer im Haus. Vier Mitglieder der Familie wurden gefunden. Das fünfte Mitglied, ein Baby, ist verschwunden und niemand weiß, wo es ist. Und damit ganz herzlich willkommen zurück zu einer Folge der schwarzen Akte mit Patrick Strohbusch. Und mit Anne Luckmann. Hello. Wir starten heute direkt rein in den Fall und richten unseren Blick auf Bakersfield im beliebten US-Bundesstaat Kalifornien. Werbung. Werbung Ende Bakersfield liegt etwa zwei Autostunden nördlich von Los Angeles. Mehr als eine Viertelmillion Menschen leben damals dort. Aber es sieht nicht wie das typische Postkartenmotiv Kaliforniens aus. Statt weiten Stränden und saftig grünen Palmen gibt es in Bakersfield eher Felder, Lagerhallen und Ölpumpen. Landwirtschaft und Erdöl haben die Gegend groß gemacht. Und leider auch besonders grausame Mordfälle. Eine Familientragödie, die 2003 hier passiert ist. Welche Ausmaße diese Tragödie wirklich annehmen wird, davon ahnen Detective Jeff Watts und seine Kollegen in den ersten Minuten noch nichts, nachdem sie auf den Notruf reagieren. Es ist Dienstagmorgen, der 8. Juli 2003. Im Haus an der Third Street wurden vier Tote gefunden. Aber gerade konzentrieren sich alle auf ein kleines verschwundenes Baby, Marshall. Die Spurensicherung hat schon damit angefangen, die Räume zu filmen und jeden noch so kleinen Gegenstand festzuhalten, als sie erfahren, dass ein Kind fehlt. Hoffentlich lebt das Baby noch. Ist vielleicht irgendwo in einem anderen Zimmer oder wurde aus dem Haus gebracht. Womöglich haben es die Beamten hier auch mit einer Entführung zu tun. Die Einsatzkräfte durchsuchen natürlich das gesamte Haus, können den kleinen Marshall aber nirgendwo entdecken. Die Spurensicherung ist zu dem Zeitpunkt schon seit Stunden im Haus, als sie endlich traurige Gewissheit bekommen. Denn als ein Ermittler die großen Kissen im Schlafzimmer wegräumt, die teilweise über den Leichen liegen, entdeckt er darunter einen weiteren kleinen Körper. Es ist Baby Marshall. Er war die ganze Zeit auf dem Bett, nur wenige Zentimeter von seiner Mutter und seinen Geschwistern entfernt. Das Kissen hatte ihn vollständig verdeckt. In Dokus zu diesem Fall kann man erkennen, wie sehr der Anblick die Polizisten mitnimmt. Das ist kaum fassbar, aber auch das Baby wurde erschossen. Damit hat sich die Anzahl der Todesopfer auf fünf erhöht. Ernestine, ihre Tochter Joni und alle drei Kinder. Eine ganze Familie. Das ist ein Novum für die meisten, die an diesem Fall arbeiten. Auch für den damaligen Leiter des Kriminallabors der Polizei von Bakersfield. Besonders der Blick auf die toten Kinder ist für ihn schwer zu ertragen, weil er selbst Kinder in einem ähnlichen Alter hat. Laut einer Doku kreisen seine Gedanken immer wieder um die Frage, wer so etwas Schreckliches tun könnte. Die Spurensicherung sucht im Haus akribisch nach Fingerabdrücken, Haaren, Fasern und DNA, findet aber erstmal vor allem Spuren der Familie, die hier gelebt hat. Im Schlafzimmer finden sie mehrere Patronenhülsen des Kalibers 22. Ernestine, Joanie und alle drei Kinder wurden mit einer solchen Waffe erschossen. Die passende Pistole ist allerdings nirgends zu finden. Neben Großmütter Ernestine findet die Polizei zwar einen Revolver, aber der kann nicht die Tatwaffe sein. Der wurde nämlich überhaupt nicht abgefeuert. Als die Waffe im Labor untersucht wird, kommt heraus, dass die Munition alt und korrodiert ist, also vielleicht durch Feuchtigkeit beschädigt wurde. Laut den Untersuchungen hat die Waffe also schlicht nicht funktioniert. Die Ermittler vermuten, dass Ernestine die Schüsse gehört, ihren eigenen Revolver genommen und versucht haben könnte, sich dem oder den Angreifern entgegenzustellen. Weit schafft sie es allerdings nicht. Sie liegt nur ungefähr einen Schritt von ihrer Zimmertür entfernt. Es sieht alles danach aus, als hätte sie etwas gehört und ihrer Tochter und den Enkelkindern zu Hilfe kommen wollen. Die furchtbare Nachricht über das, was da passiert ist, verbreitet sich auch schnell draußen in der Nachbarschaft. Die Menschen sind natürlich geschockt. Ein Journalist aus Bakersfield beschreibt die Stimmung nicht unbedingt als Panik oder Angst, sondern eher als tiefe Trauer und vor allem eine große Fassungslosigkeit. Die Einwohner können kaum glauben, dass unter den Toten auch drei kleine Kinder sind. Auch für die Spurensicherung muss die Arbeit im Schlafzimmer extrem schlimm sein. Im Hauptschlafzimmer liegt die kleine Lindsay am Fußende des Bettes. Ihr wurde einmal in den Rücken geschossen. Ihr Bruder Marquez liegt auf der anderen Seite. Er und auch Baby Marshall wurden je mit einem einzelnen Schuss getötet. Die großen Kissen, unter denen die Kinder teilweise oder vollständig versteckt waren, stammen aus dem Wohnzimmer. Der Täter hat sie wahrscheinlich erst nach den tödlichen Schüssen geholt. Warum und welche Rückschlüsse das auf den Täter haben könnte, da gehen wir später nochmal genauer drauf ein. Bei Joanie, der Mutter, finden die Ermittler nämlich noch weitere Spuren. Sie wurde nicht nur einmal von einer Kugel getroffen, auf sie wurde mehrfach geschossen. Außerdem entdeckt die Gerichtsmedizin sieben Stichverletzungen an ihrem Kopf und ihrem Rücken. Laut Autopsie sind diese Wunden entstanden, als Joanie schon tot war. Die Stiche sind zwar nicht besonders tief, aber der Täter nimmt sich extra Zeit dafür. Nur Joanie wurde auf diese Art und Weise verletzt. Dieser zusätzliche Angriff wirkt auf die Ermittler gezielt und persönlich. Die Polizei sucht jetzt also auch nach einem Messer als Tatwaffe. In der Küche steht ein entsprechender Block, in dem genau ein Messer fehlt. Die Spurensicherung kann es nirgends im Haus finden. Später besorgen sich die Ermittler den gleichen Messerblock und vergleichen das fehlende Modell mit Joannys Verletzungen. Und die Maße passen. Ob das Messer aus der Küche wirklich die Tatwaffe ist, kann damit zwar nicht bewiesen werden, ist aber eine naheliegende Möglichkeit. Der oder die Täter könnten die Schusswaffe mitgebracht und das Messer erst im Haus gefunden und danach mitgenommen haben. Beide Tatwaffen bleiben jedenfalls verschwunden. Dafür machen die Ermittler noch eine andere Entdeckung. Auffallend viele Dinge sind nämlich noch da. Besonders wertvolle Gegenstände, obwohl auf den ersten Blick alles nach einem Raub aussieht. Mehrere Zimmer im Haus wirken nämlich durchwühlt. Möbel wurden verschoben, Johnnys Handtasche ausgekippt und das Portemonnaie geleert. Ihre Karten, der Führerschein, Papiere und Kleingeld liegen verstreut auf dem Boden herum. Im Schlafzimmer liegt ein großer Fernseher auf der Seite, an dem jemand sämtliche Kabel abgeschraubt hat. Ein Computer wurde aus einem der Zimmer getragen und in der Waschküche wieder abgestellt. Von dort wären es nur noch wenige Schritte bis zur Garage. Es sieht so aus, als habe jemand Beute aus dem Haus tragen wollen und sei dabei unterbrochen worden. Vielleicht ist das der Tatort eines Einbruchs, der völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Jemand dringt an das Haus ein, sucht nach Wertgegenständen und wird plötzlich von der Familie überrascht. Doch je länger die Ermittler Spuren sichern, desto weniger passt das zu dieser ersten Theorie. Im Schlafzimmer liegen mehr als 100 Dollar offen auf einem Tisch herum. Das Geld sieht man sofort und es liegt immer noch da. Es wurde nicht mitgenommen. Genau wie die Kreditkarten aus Joannys Handtasche. Ein Dieb hätte wahrscheinlich einfach die gesamte Tasche mitgenommen. Stattdessen hat jemand den Inhalt auf den Boden gekippt und alles zurückgelassen. Genau dieses Verhalten finden die Ermittler mehr als seltsam. Ein echter Dieb würde möglichst schnell etwas Wertvolles finden und das Haus direkt wieder verlassen wollen. Hier sieht es aber eher danach aus, so als ob der Täter den Tatort inszenieren wollte. Wenn der Täter also nicht wegen des Geldes, der Kreditkarten oder anderen Wertgegenständen gekommen ist, dann war womöglich etwas anderes sein Ziel. Oder eher jemand anderes? Vielleicht die Familie? Dafür müssen die Ermittler mehr über Ernestine, Joni und die Kinder erfahren. Was steckt hinter diesem ungewöhnlich stark gesicherten Haus? Was haben die Leute gemacht, die hier gewohnt haben? Mit wem hatten sie Kontakt? Und wann wurden sie überhaupt zum letzten Mal lebend gesehen? Das Haus gehört der 70 Jahre alten Ernestine. Sie ist Mutter von insgesamt fünf erwachsenen Kindern und sogar recht bekannt in Bakersfield. Ernestine engagiert sich schon seit Jahren als Bürgerrechtsaktivistin. Es ist ihre große Leidenschaft, anderen zu helfen. Sie unterstützt Kinder, beschäftigt sich aber auch mit juristischen Fällen. Zum Beispiel mit Angeklagten, die eventuell zu Unrecht beschuldigt werden. Dadurch wird Ernestine in Bakersfield auf der einen Seite respektiert und hoch angesehen, auf der anderen Seite mischt sie sich aber auch öffentlichen Dinge ein, die sie eigentlich nichts angehen. Was natürlich nicht jedem gefällt. Die schweren Gitter vor den Fenstern, die Sicherheitstüren und der Revolver zeigen auf jeden Fall, dass Ernestine ihr Zuhause nicht grundlos so stark schützt. Wir haben euch ein Foto von ihr in den Shownotes verlinkt. Darauf trägt sie eine Brille und ein türkisfarbenes Oberteil. Ihr dunkles Haar fällt bis an die Schultern und im Arm hält sie ihren sechs Wochen alten Enkel Marshall. Ernestine schaut nicht in die Kamera, sondern lächelt zu ihm herunter. Genauso lacht auch Joni auf einem anderen Foto. Sie ist eine von Ernestines Kindern und 39 Jahre alt. Sie lebt mit ihren Kindern zusammen im Haus ihrer Mutter. Joni arbeitet als Aufsichtskraft an einer Schule. In ihrer Freizeit spielt vor allem Sport eine wichtige Rolle, besonders Basketball. Joni selbst war eine talentierte Spielerin und hat als Schiedsrichterin in der Division One gearbeitet, also der höchsten Spielklasse im amerikanischen College-Sport. Jonis Traum war es, irgendwann einmal Spiele in der NBA zu leiten. Ihr Bruder sagt gegenüber dem Nachrichtensender NBC, dass Joni eine der liebsten und sanftesten Menschen sei, die man sich vorstellen kann. Joanie hat, wie wir ja schon wissen, drei Kinder. Marquez ist vier Jahre alt und auch schon total im Basketball-Fieber. Er liebt den Sport genauso sehr wie seine Mutter. Die kleine Lindsay ist erst zwei und ein eher anhängliches Mädchen, das gerne kuschelt und andere umarmt. Der Jüngste in der Familie ist Marshall, mit gerade einmal sechs Wochen. Der Alltag im Haus besteht deshalb nicht nur aus Schule, Arbeit und Freizeit, sondern auch aus Fläschchen geben und Windeln wechseln. Trotzdem hat die Familie einen festen Rhythmus, vor allem am Sonntag. Ernestine und Joni sind sehr gläubig und eng mit der Kirche verbunden. Auch die Kinder sind beim Gemeindeleben und Bibelstunden mit dabei. Freunde erzählen, dass die Familie kaum einen Gottesdienst verpasst. Der Sonntagmorgen beginnt normalerweise in der Kirche. Danach gehen sie gemeinsam mit Freunden essen. Anschließend fährt die Familie nach Hause, um sich dort für einige Stunden auszuruhen. Später geht es bis zum Abend dann wieder zurück in die Kirche. Das ist auch die Routine am Sonntag, dem 6. Juli 2003, zwei Tage vor dem Notruf. Freunde, Zeugen und sogar Videoaufzeichnungen bestätigen, dass Ernestine, Joni und die drei Kinder am Sonntagvormittag in der Kirche waren. Danach fahren sie mit Freunden zum Mittagessen in ein Steakhouse. Das ist das letzte Mal, dass jemand die Familie lebend sieht. Nach dem Mittagessen fahren alle zurück nach Hause in die Third Street. Der Plan ist vermutlich derselbe wie immer. Ein paar Stunden ausruhen und danach wieder zur Kirche gehen. Die Freunde erwarten also, die Familie später am Nachmittag wiederzusehen. Doch in der Kirche tauchen sie nicht auf. Das ist zwar ungewöhnlich, muss ja aber noch nichts Schlimmes bedeuten. Joanie hat schließlich auch ein sechs Wochen altes Baby. Vielleicht ist Marshall gerade quengelig, schläft noch oder die Familie hat sich entschieden, einfach mal zu Hause zu bleiben. Noch macht sich niemand groß Gedanken über ihr Fehlen. Doch als Freundin Kelsey am Montag noch immer nichts von der Familie hört, wird sie mit jeder Stunde, die vergeht, besorgter. Als sich auch am Dienstagmorgen niemand meldet, fährt sie selbst zum Haus der Familie und findet, wie ihr ja schon wisst, die Leichen der Familie. Nachdem die Ermittler mit Freundin Kelsey und anderen Bekannten gesprochen haben, bekommen bestimmte Dinge am Tatort eine neue Bedeutung. Sie wissen zum Beispiel jetzt, dass Ernestine und Joni am Sonntagvormittag in der Kirche waren. Ernestine trägt, als sie Dienstag gefunden wird, noch ihre Sonntagskleidung. Das passt zu der Aussage, dass die Familie nach dem Mittagessen im Steakhouse nach Hause gekommen ist und sich hingelegt hat. Auch die Obduktion hilft dabei, den Sonntag genauer zu rekonstruieren. Im Magen der Opfer befindet sich noch das Essen aus dem Steakhouse. Die Familie muss also kurz nach dem Restaurantbesuch ermordet worden sein. Die Gerichtsmedizin vermutet, dass die Tat nach 13 Uhr am Sonntag passiert ist. Damit lässt sich das Zeitfenster immer weiter eingrenzen. Ernestine, Joni und die Kinder kommen vom Mittagessen nach Hause, wollen sich ausruhen und werden getötet, bevor sie danach wie vorgesehen zur Kirche fahren können. Die Positionen der Opfer, wo sie im Haus gefunden wurden, passen zu diesem Ablauf. Das Schlafzimmer der Großmutter Ernestine liegt am Ende des Hauses. Dorthin zieht sie sich normalerweise zurück. Jonny legt sich meistens mit ihren drei Kindern auf das große Bett im Schlafzimmer. Der oder die Täter haben die Familie also in einem besonders schutzlosen Moment überrascht. Ein Moment, von dem sie gewusst haben könnten. Der Mittagsschlaf gehört zum festen Ablauf der Familie. Wer sie näher kennt, könnte wissen, wann die Familie in der Kirche ist, Mittag ist und wann sie nach Hause kommt. Ein gewöhnlicher Einbrecher wäre wohl eher vormittags gekommen, wenn die Familie nicht da ist. Stattdessen wartet der Täter, bis die Familie wieder nach Hause zurückkehrt. Das klingt stark nach einem persönlichen Motiv, weshalb sich die Ermittler die Menschen anschauen, die eng zur Familie gehören. Dabei stoßen sie zwangsläufig auf Jonies Ehemann und den Vater der Kinder, Vincent. Über den haben wir bisher noch gar nicht gesprochen, weil er an diesem Wochenende auch gar nicht in Bakersfield war. Vincent ist 41 Jahre alt, trägt sein dunkles Haar sehr kurz geschnitten und hat eine eckige Brille. Er ist stellvertretender Schuldirektor einer Grundschule in Bakersfield und in der Gemeinde bekannt. Joni und Vincent engagieren sich gemeinsam für Kinder in der Gegend. Sie sind ab und zu sogar im Lokalfernsehen zu sehen oder werden in der Zeitung erwähnt. Nach außen hin wirkt das Paar wie ein erfolgreiches Team. Sie arbeiten im gleichen Schulsystem und lernen sich wahrscheinlich auch dort Ende der 90er Jahre kennen. Ihr erster Sohn Marquez wird 1998 geboren. Zwei Jahre später, im Januar 2000, heiraten Joanie und Vincent. Die Ehe hält aber nicht lang. Schon nach ein paar Monaten reichen sie die Scheidung ein. Danach finden sie allerdings wieder zueinander und bekommen ein zweites Kind, eine Tochter. Lindsay kommt 2001 zur Welt. Joanie hofft, dass die Familie dieses Mal zusammenbleibt. Ihr Bruder weiß, dass ihr dabei vor allem die Kinder wichtig sind. Er sagt NBC folgendes. Joanie wollte, dass ihre Kinder einen Vater haben. Sie wollte, dass sie als Mann und Frau zusammenleben. Ihr war wichtig, dass Vincent wirklich am Leben der Kinder beteiligt ist. Für eine Zeit sieht es so aus, als wolle Vincent dasselbe. Im Januar 2003 heiraten die beiden ein zweites Mal, heimlich in Las Vegas. Joni ist zu diesem Zeitpunkt auch wieder schwanger. Etwa vier Monate später kommt der kleine Marshall zur Welt. Doch nur wenige Wochen später schon lebt Vincent nicht mehr mit seiner Frau und den Kindern zusammen im Haus in der Third Street. Die beiden sind zum Zeitpunkt der Morde bereits wieder getrennt. Vincent wohnt zwar noch in Bakersfield, aber eben nicht mehr bei seiner Familie. Als die Polizei am 8. Juli 2003 die Familie tot aufwindet, fehlt von Vincent jede Spur. Es ist nicht einmal klar, ob er weiß, was überhaupt passiert ist. Wenn der Täter die gesamte Familie ins Visier genommen hat, könnte auch der Ehemann in Gefahr sein. Die Ermittler finden schnell heraus, dass Vincent Bakersfield für das lange Wochenende über den 4. Juli verlassen hat. Er befindet sich in Columbus, im Bundesstaat Ohio, tausende Kilometer vom Tatort entfernt. Dort besucht er seinen Bruder. Das bedeutet, dass er vermutlich wirklich nicht weiß, dass seine Frau, seine drei Kinder und seine Schwiegermutter tot sind. In Columbus in Ohio finden die Ermittler Vincent allerdings nicht. Nach dem Wochenende bei seinem Bruder ist er weiter nach North Carolina gereist, wo seine Mutter lebt. Dort erreicht ihn am 8. Juli, Stunden nach dem grausigen Fund, die traurige Nachricht aus Bakersfield. Vincents Mutter erinnert sich, wie sie ihren Sohn festhält, bis er sich plötzlich von ihr losreist, durchs Haus rennt und schreit. Am Abend wartet er gemeinsam mit seiner Mutter, seiner Schwester und einem seiner Brüder auf dem Polizeirevier. Detective Watts und ein Kollege sind auf dem Weg zu ihm. Die Ermittler wollen Informationen sammeln. Wann hat Vincent zuletzt mit Joanie gesprochen? Ist ihm in den vergangenen Wochen etwas aufgefallen? Gab es Streit, Drohungen oder andere Probleme? Weiß er von jemandem, der seiner Familie etwas antun wollte? Als Detective Watts Vincent gegenüber sitzt und ausspricht, was genau in Bakersfield geschehen ist, da bricht Vincent zusammen. In den Aufzeichnungen der Befragung ist zu hören, wie Vincent immer wieder nach seiner Mutter ruft. Er ist so aufgelöst, dass er schließlich nach einem Mülleimer bittet, weil ihm so übel ist. Der Detective versucht, ihn zu beruhigen, aber Vincent kann oder will die Fragen in diesem Zustand nicht beantworten. Seine Familie und er dürfen kurz darauf gehen. Die Ermittler haben leider kaum etwas erfahren und bleiben irgendwie mit einem widersprüchlichen ersten Eindruck zurück. Die Ermittler machen sich also weiterhin über Vincent schlau. Er hat einen Masterabschluss in Pädagogik und hat sich im Schulsystem bis zum stellvertretenden Schulleiter hochgearbeitet. Ein Journalist aus Bakersfield beschreibt, wie Vincent jeden Morgen am Schuleingang steht und die Schülerinnen und Schüler mit einem Handschlag begrüßt. Nicht nur in der Schule tritt Vincent als jemand auf, der sich um Kinder kümmert. Im lokalen Fernsehen sieht man ihn gemeinsam mit Joanie Schülerinnen und Schüler auf dem Heimweg begleiten. Die Gemeinde spendet ihnen sogar Fahrräder, damit sie noch mehr Kinder sicher nach Hause bringen können. Ein Mädchen sagt in dem Beitrag, dass Vincent der beste Schulleiter sei, den die Schule je gehabt habe. Ein Nachrichtensprecher nennt ihn ein Helden der Nachbarschaft. Für einen Kindheitsfreund ist er ein liebevoller Mensch mit einem großen Herzen. Doch ein gutes Ansehen allein ist noch lange kein Alibi. Deshalb verfolgen die Ermittler Vincents Reise zurück bis zu dem Moment, in dem er Kalifornien verlassen hat. Am 2. Juli, vier Tage vor den Morden, fliegt er von Los Angeles über Chicago nach Columbus. Dort will er das lange Wochenende über den 4. Juli mit seinem Bruder verbringen. Die Flugverbindung kann die Polizei bestätigen. Es gibt auch Videoaufzeichnungen am Flughafen. Entscheidend ist allerdings Sonntag, der 6. Juli, der Tattag. Die Ermittler überprüfen Vincents Kreditkarten und sein Handy. Auch diese Spuren führen in den US-Bundesstaat Ohio. Seine Karten werden dort an jenem Sonntag in Columbus benutzt und das Handy verbindet sich ebenfalls dort mit den Mobilfunkmasten. Während die Familie im kalifornischen Bakersfield am Sonntag nach dem Mittagessen nach Hause fährt, scheint Vincent auf der anderen Seite des Landes zu sein. Am 16. Juli, zehn Tage nach den Morden, werden Ernestine, Joni, Marquez, Lindsay und Marshall beerdigt. Mehr als 3000 Menschen kommen. Auch viele Leute, die die Familie gar nicht persönlich kennen. Aber sie alle wollen Anteil nehmen, legen sogar Blumen vor dem Wohnhaus nieder. Vincent weint und bricht während der Trauerfeier zusammen. Bei den Ermittlungen rückt jetzt Großmutter Ernestine in den Mittelpunkt. Sie hat sich ja öffentlich gegen Ungerechtigkeiten eingesetzt, mit Angeklagten im großen Strafverfahren zu tun gehabt und sich kritisch über Gangs in Bakersfield geäußert. Wer sich auf diese Weise einmischt, macht sich also nicht nur Freunde. Die Ermittler prüfen deshalb, ob Ernestine bedroht wurde. Sie nehmen Menschen aus ihrem Umfeld genauer unter die Lupe, gehen möglichen Verbindungen zu Gangs nach und überprüfen Straftäter, die gerade auf Bewährung draußen sind. Doch daraus ergibt sich leider keine heiße Spur. Etwa ein Monat nach den Morden bittet die Polizei deshalb das FBI um Hilfe. Der Fall landet bei einem Mann namens Mark Sufferick, einem Spezialagenten der Behavioral Analysis Unit, also die Abteilung für Verhaltensanalyse. Er ist Profiler. Mark soll den Ablauf im Haus rekonstruieren und so Rückschlüsse auf den Täter ziehen. Der Profiler beginnt mit dem Haus selbst. Es steht an einer belebten Ecke, nicht weit von einer viel befahrenen Straße und einem Sportplatz entfernt. An einem schönen Sonntagnachmittag sind dort viele Menschen unterwegs, was für einen Täter sicher zu riskant wäre. Außerdem gibt es keine Spuren eines gewaltsamen Eindringens ins Haus. Auf den Tatortfotos fällt dem FBI-Profiler etwas ganz besonders auf. Und zwar ein Holzstab. Laut Freunden der Familie hat Ernestine Stäbe in diese Schiene der Schiebetür geklemmt, damit die Türen so nicht aufgehen können. Wenn die Tür zu ist, dann gibt es ja eine leere Leiste hinter der Schiebetür. Und genau dort liegt der Stab. Wenn jetzt also jemand die Tür öffnet, dann stößt die Tür sofort gegen den Stab. Aber auf den Fotos ist der Holzstab nicht dort, wo er sich normalerweise befindet. Es kann natürlich sein, dass die Großmutter vergessen hat, ihn dorthin zu tun. Oder aber der Täter hat sich einen Zugang vorbereitet. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen kompliziert, aber der Profiler stellt sich den Ablauf folgendermaßen vor. Während Ernestine, Joni und die Kinder in der Kirche sind, könnte der Täter durch die Garage ins Haus gelangt sein, und zwar mit einem Schlüssel. Im Haus hätte er den Holzstab an der Schiebetür nur leicht anheben, die Schlösser öffnen und anschließend den Vorhang am Fenster wieder vorziehen müssen. Danach hätte er das Haus verlassen und später unbemerkt durch den Garten zurückkehren können. Auf diese Weise könnte er unbemerkt und vor allem lautlos ins Haus gekommen sein. Der Ablauf erklärt, warum an den Türen keine Einbruchsspuren zu sehen sind und warum die Familie im Schlaf überrascht wurde. Und es würde bedeuten, dass der Täter nicht nur wusste, wo er hin muss, sondern auch, dass er vermutlich eben einen Schlüssel hatte. Dass sich der Täter zumindest auskannte, dafür findet der Profiler auch im Haus Hinweise. Als Ernestine durch die Schüsse im Schlafzimmer geweckt wird und aus ihrem Zimmer kommt, nimmt der Täter den kürzesten Weg durchs Haus, um sie zu erreichen. Ein Mensch, der das Haus nicht kennt, wäre vermutlich erst durch das Wohnzimmer, die Küche und das Esszimmer gelaufen. Eine Kugel, die einen Türrahm trifft, beweist aber, dass der Täter einen direkten Weg nimmt. Genau den Weg, den man wählt, wenn man weiß, wo genau das Zimmer von Ernestine liegt. Und noch eine Sache vermutet der Profiler Mark. Ernestine war gar nicht das eigentliche Ziel. Der oder die Täter erschießen zwar alle fünf Familienmitglieder, aber nur Joanie wird noch zusätzlich mit einem Messer attackiert. Außerdem holt der Täter Kissen aus dem Wohnzimmer und verdeckt Joanie und die Kinder darunter. Das ist laut dem Profiler kein Zufall. Das sei eine Form der emotionalen Distanzierung. Er erklärt es in einer Doku so. Der Täter will die Menschen nicht mehr ansehen. Gerade bei Kindern kann das darauf hindeuten, dass ihm der Anblick etwas bedeutet und dass zwischen ihm und den Opfern eine persönliche Verbindung besteht. Daraus erstellt der FBI-Agent ein Profil des möglichen Täters. Es ist vermutlich jemand, der den Tagesablauf der Familie kennt, Zugang zum Haus oder genaue Kenntnisse über die Sicherheitsvorkehrung hat, sich im Haus selbst auskennt und eine persönliche Beziehung zu Joni und ihren Kindern gehabt haben könnte. Ein zufälliger Einbrecher oder ein unbekannter Täter aus der Nachbarschaft passen eher nicht zu diesem Bild. Die Ermittler haben auf ihrer Liste damit eigentlich nur einen passenden Namen. Vincent, der Ehemann und Vater der Kinder. Doch laut Flugunterlagen, Kreditkartenabrechnungen und Mobilfunkdaten ist er ja in Ohio gewesen. Entweder suchen die Ermittler nach jemand anderem, der Joanie, ihre Kinder und das Haus ähnlich gut kannte, oder Vincent's Alibi ist nicht das, was es zu sein scheint. Werbung, Werbung Ende Während die Ermittler das Alibi noch einmal überprüfen, beschäftigt sich Detective Watts ausführlicher mit Vincents Privatleben. Er sammelt monatelang Informationen über Vincents frühere Ehefrauen, Freundinnen und Affären. Denn als die Ermittler mit immer mehr Menschen sprechen, bekommen sie ein Bild von einem Mann, der weniger zu dem fürsorglichen Schuldirektor aus den Lokalnachrichten passt. Die Freundin Kelsey, die Joni und ihre Familie tot im Haus findet, empfindet die Ehe der beiden als schwierig. Sie äußert sich dazu in der Doku Family Massacre und sagt, Vincent verhalte sich eher wie ein Single. Er treffe andere Frauen und verschwinde sogar zeitweise komplett, ohne Joni zu sagen, wo er ist. Die Ermittler finden schließlich mehrere Frauen, mit denen Vincent Beziehungen hatte und auch noch immer hat. Einige davon überschneiden sich. Einige Frauen wissen gar nichts voneinander. Vincents Untreue und Lügen erklären, warum die Ehe nicht funktioniert. Sie erklären aber nicht, warum er fünf Menschen ermorden sollte, vor allem seine eigenen Kinder. Frühere Partnerinnen machen bei der Polizei allerdings sehr belastende Aussagen. Jahre bevor Vincent Joni kennenlernt, lebt er mit einer Kommilitonin zusammen. Die beiden studieren an der Universität in Bakersfield und bekommen 1988 eine Tochter. Die lebt zum Zeitpunkt der Morde nicht bei ihm, sondern bei ihrer Mutter. Sie charakterisiert Vincent als gewalttätig im Streit. Sie sagt gegenüber NBC, es war, als wäre er plötzlich ein völlig anderer Mensch. Sein Gesicht hat mir Todesangst gemacht. Vincent wird damals wegen häuslicher Gewalt verurteilt, verbringt allerdings nur sechs Tage im Gefängnis und bekommt eine Bewährungsstrafe. Er selbst bestreitet, seine damalige Partnerin angegriffen zu haben und beschuldigt wiederum sie, ihn einmal mit einer Pistole und einem Messer bedroht zu haben. Von diesem Vorwurf wird die Partnerin allerdings freigesprochen. Auch eine andere frühere Ehefrau behauptet später in Scheidungsunterlagen, Vincent sei gewalttätig gewesen und habe ihr mit dem Tod gedroht. Das wirft natürlich ein ganz anderes Licht auf Vincent. Bleibt allerdings sein Alibi aus Ohio. Dass Vincent am 2. Juli, vier Tage vor den Morden, in Columbus landet, kann man auf Videoaufnahmen vom Flughafen sehen. Einen Tag später geht er mit seiner Familie in einem Restaurant essen und bezahlt mit seiner Kreditkarte. Dafür gibt es eine Quittung mit seiner Unterschrift. Bis dahin ein stichfestes Alibi. Entscheidend ist aber der Tat Tag. An jenem Sonntag taucht Vincents Kreditkarte in mehreren Geschäften in Ohio auf. Bisher haben die Ermittler daraus geschlossen, dass auch Vincent dort gewesen sein muss. Detective Watts besorgt sich die Aufnahmen der jeweiligen Überwachungskameras. Und dabei macht er dann tatsächlich die Entdeckung. Auf den Bildern sieht er einen Mann mit Vincents Kreditkarte bezahlen. Doch dieser Mann ist überhaupt nicht Vincent. Es ist sein Bruder Melvin. Als die Polizei Melvin danach fragt, bestreitet er erst, die Karten benutzt zu haben. Aber als die Ermittler ihm die Videoaufzeichnung zeigen, ändert er seine Geschichte. Melvin gibt zu, am Sonntag mit den Karten seines Bruders eingekauft zu haben. Vincent habe ihm vorher gesagt, welche Dinge er kaufen und wann er die Karten benutzen solle. Auch andere Aussagen der Familie sind nicht mehr so eindeutig, wie sie anfangs noch geklungen haben. Erst heißt es, Vincent sei das gesamte Wochenende bei seinen Verwandten gewesen. Bei genaueren Befragungen kommt aber heraus, dass Vincent nur bis Freitag und anschließend wieder am Montag bei seinem Bruder war. Es gibt aber noch einen anderen Bruder, der Vincent ein Alibi gibt. Und zwar für den Samstag. Vincent soll den Tag mit seinem Bruder Troy verbracht haben. Troy sei extra aus New York angereist, um Zeit mit Vincent zu verbringen. Gemeinsam hätten die beiden verschiedene Universitäten besucht, weil Vincent über eine weitere Ausbildung nachgedacht habe. Für diese Fahrten finden die Ermittler allerdings keine Quittungen, Aufnahmen oder andere unabhängige Belege. Damit bleibt der Samstag also weiter offen. Für Sonntag, den Tartag, soll es aber wieder zwei mögliche Zeugen geben. In Columbus gab es an diesem Tag nämlich einen Verkehrsunfall, so Vincent. Ein Junge soll an einer Kreuzung mit seinem Fahrrad gegen Vincents Mietwagen gestoßen sein. Niemand wird dabei verletzt und die Polizei wird auch nicht verständigt, aber Vincent sagt, dass er am Steuer saß. Zeugen des Unfalls berichten, der Fahrer habe Vincent ähnlich gesehen und das Auto passe auch zu seinem Mietwagen. Zweifelsfrei identifiziert wird Vincent allerdings nicht. Und dann ist da noch Vincents Handy. Das bleibt scheinbar das Wochenende über in Columbus, Ohio und wird auch von dort benutzt. Detective Watts vermutet allerdings, dass es so wie bei Vincents Kreditkarten sein könnte. Die Mobilfunkdaten zeigen zwar, wo das Telefon war, sie zeigen aber nicht, wer es wirklich benutzt hat. Fassen wir also einmal kurz zusammen. Es könnte eine Lücke zwischen Freitag und Montag geben, in der Vincent nicht in Ohio war. Eine Buchung für einen Rückflug nach Kalifornien finden die Ermittler aber nicht. Wenn Vincent tatsächlich nach Bakersfield zurückgekehrt ist, muss er gefahren sein. Vielleicht mit besagtem Mietwagen, den er sich in Ohio genommen hat. Ein fast neues Auto, ein blauer Dodge Neon. Als die Polizei das Auto sicherstellt und den Kilometerstand überprüft, da gibt es die nächste Überraschung. Während Vincents Mietzeit ist das Auto nämlich sehr weit gefahren, mehr als 8000 Kilometer. Das reicht für eine Fahrt von Columbus nach Bakersfield und wieder zurück, einschließlich der Reise direkt nach North Carolina zu Vincents Mutter. Aber auch die vielen gefahrenen Kilometer sind erstmal nur ein Indiz. Um zu beweisen, dass Vincent wirklich zur Tatzeit in Bakersfield war, brauchen die Ermittler etwas, das den Weg im Auto festgehalten hat. Und Detective Watts hat da auch schon so eine Idee, die in die forensische Ermittlungsgeschichte eingehen wird. Vielen Dank. Vorher werfen wir aber noch einen Blick auf die Karte. Zwischen Columbus und Bakersfield liegen fast 3.700 Kilometer. Für eine einzelne Strecke müsste Vincent mehr als 30 Stunden fahren. Mit Tankstops, Essen und kurzen Pausen dauert es natürlich noch länger. Trotzdem ist die Reise theoretisch möglich. Die Ermittler glauben, dass Vincent Columbus in Ohio am Donnerstag oder Freitag verlassen haben könnte. Wenn er fast ohne Schlaf durchfährt, kann er Bakersfield vor Sonntagnachmittag erreichen, seine Familie töten und danach direkt wieder zurückfahren. Am Montagabend wird er dann ja wieder von seiner Familie in Ohio gesehen. Am Dienstag fährt er dann gemeinsam mit seinem Bruder Melvin noch einmal mehr als 900 Kilometer weiter nach North Carolina, um ihre Mutter zu besuchen. Das wäre eine fast unmenschliche Strecke in wenigen Tagen. Aber der Kilometerstand des Mietwagens passt genau dazu. Was den Ermittlern fehlt, ist ein Beweis, dass Vincent wirklich auf dieser Strecke unterwegs war. Sie suchen zuerst auf die übliche Art nach Videoaufnahmen entlang der Route, also von Tankstellen, Rastplätzen und kleinen Geschäften. Polizisten klicken sich durch hunderte Stunden Videomaterial. Doch auf keiner einzigen Aufnahme sind eindeutig Vincent und das blaue Auto zu sehen. Damit könnte der Mietwagen eine Sackgasse sein, aber Detective Watts hat da die Idee. Er überlegt, welche Spuren ein Auto auf einer solch langen Reise von ganz allein aufnimmt und kommt auf etwas, das wir alle von einer langen Fahrt im Sommer kennen, nämlich tote Insekten am Kühlergrill. Wenn ein Auto tausende Kilometer durch verschiedene Regionen fährt, prallen unterwegs unzählige Insekten gegen die Front, den Kühler und den Luftfilter. Und nicht jede Insektenart lebt überall. Einige kommen nur in bestimmten Teilen der USA vor. Wenn sich also am Mietwagen Insekten finden lassen, die es in Ohio nicht gibt, dann könnte man vielleicht rekonstruieren, wo das Auto alles gewesen ist. So etwas hat offenbar noch niemand zuvor bei einer Mordermittlung untersucht. Aber Detective Watts lässt den Kühler und den Luftfilter des Dodge Neon vom FBI ausbauen und schickt die Teile an die University of California. Dort arbeitet Dr. Lynn Kimsey, eine Entomologin, also Insektenforscherin. Bis dahin hat auch sie noch nie versucht, aus zerquetschten Tieren auf einem Kühler die Reiseroute eines Autos zu bestimmen. Für Dr. Kimse und ihr Team ist es die seltsamste Anfrage überhaupt. Sie fangen an einer Ecke des Kühlers an und arbeiten sich dann Stück für Stück vor. Sie lösen jedes Flügelstück, jedes Bein und jeden noch so kleinen Rest aus dem Metall, legen die Fragmente auf sauberes weißes Papier und versuchen herauszufinden, zu welcher Art Insekten sie gehören. Mehrere Stunden lang untersuchen sie hunderte tote Insekten. Von vielen sind kaum mehr als ein paar Millimeter übrig. Doch diese winzigen Reste reichen aus. Dr. Kimse identifiziert unter anderem eine große Heuschrecke, eine Papierwespe und zwei Wanzenarten. Deren Verbreitungsgebiete liegen im Westen und Südwesten der USA. Eine der Arten gibt es besonders häufig in Kalifornien, im Westen des Landes. In Ohio oder irgendwo im Mittleren Westen können diese Tiere also nicht gegen den Mietwagen geflogen sein. Die Polizei will und muss jetzt natürlich ausschließen, dass nicht andere Vorbesitzer des Mietwagens dort unterwegs waren. Und sie haben Glück. Der Mietwagen ist neu. Es gab vorher nur zwei andere Vorbesitzer. Und die waren nur in Columbus, Ohio unterwegs. Nach Ansicht der Ermittler müssten die Tiere also während Vincents Mietzeit gegen den Hühler und in den Luftfilter geflogen sein. Die Insekten erzählen sogar noch etwas anderes über die Fahrt. Auf dem Auto fehlen zum Beispiel Schmetterlinge und andere Insekten, die an Sommertagen draußen unterwegs sind. Dafür findet das Team von Dr. Kim Seaten, die vor allem nachts fliegen. Das spricht dafür, dass ein großer Teil der Strecke im Dunkeln gefahren wurde. Das würde zu einer Fahrt passen, bei der jemand nachts durchfährt, möglichst wenig schläft und nur für kurze Pausen anhält. Mit den Ergebnissen von Dr. Kim See können die Ermittler den Mietwagen damit westlich der Rocky Mountains und sogar bis nach Kalifornien verfolgen. Allerdings nicht direkt nach Bakersfield. Trotzdem ist das Ergebnis für die Polizei ein großer Durchbruch. Vincent hat ja behauptet, der Mietwagen habe Ohio nie verlassen. Die Insekten am Kühler sagen allerdings etwas anderes. Nun fehlt den Ermittlern nur noch der Beweis, dass Vincent selbst gefahren ist und in Bakersfield war. Die Polizei wendet sich deshalb an die Einwohner und bittet sie um Hilfe. Sie suchen nach Zeugen und werden fündig. Eine Person berichtet, Vincent am Abend des 4. Juli in einem Geschäft in Bakersfield gesehen und sogar kurz mit ihm gesprochen zu haben. Zwei weitere Männer sagen aus, sie hätten ihn während des entscheidenden Wochenendes vor dem Haus in der 3rd Street beobachtet. Es gibt zwar keinen stichfesten Beweis, aber genug Indizien. Der Bruder, der die Kreditkarten benutzt. Den Mietwagen, die Insekten und die neuen Zeugen. Das alles sammelt die Polizei über Monate. Im April 2004, knapp neun Monate nach den Morden, reicht es endlich für eine Festnahme. Vincent wird beschuldigt, seine Frau Joanie, Schwiegermutter Ernestine und seine drei Kinder ermordet zu haben. Viele Menschen in Bakersfield können das kaum glauben. Für sie ist Vincent noch immer der freundliche, stellvertretende Schuldirektor, der morgens noch jedes Kind persönlich begrüßt. Auch seine Mutter beteuert gegenüber der Presse, dass er das nicht getan haben kann. Die Frage ist auch immer noch, warum? Warum sollte er seine gesamte Familie einschließlich seiner drei kleinen Kinder töten? Eine mögliche Erklärung ist die gescheiterte Ehe. Joni soll sich auf eine endgültige Scheidung vorbereitet haben. Für Vincent hätte das Unterhalt für seine Frau und Zahlung für drei Kinder bedeutet. Gleichzeitig hatte er ja schon neue Beziehungen zu anderen Frauen. Vielleicht wollte er noch einmal ganz von vorne anfangen. Das ist jedenfalls das Motiv, das die Staatsanwaltschaft vor Gericht präsentiert. Fast vier Jahre nach den Morden beginnt Anfang 2007 der Prozess. Es ist eine groß angelegte Verhandlung mit insgesamt 137 Zeugen. Die Staatsanwaltschaft präsentiert alle Beweise der Polizei und ist überzeugt, dass Vincent sein Alibi schon vor den Morden vorbereitet hat. Vincents Verteidigung weist das hingegen alles zurück. Joanie hatte keine hohe Lebensversicherung und das Motiv sei nur eine Theorie. Vincents Anwalt greift vor allem die Reise von Columbus nach Bakersfield an. Seiner Meinung nach ist es körperlich kaum möglich, in der kurzen Zeit tausende Kilometer zu fahren. Er lässt Ingenieure vor Gericht aussagen, dass das Auto regelmäßig betankt werden muss und ein Fahrer diese Strecke nicht ohne Pausen und Schlaf bewältigen kann. Der Anwalt wiederholt immer einen bestimmten Satz. Es war für Vincent physisch unmöglich, diese Morde zu begehen. Gerade der Kilometerstand sei nicht so zuverlässig. Ein Mitarbeiter der Mietwagenfirma räumt ein, dass die Angestellten den Kilometerstand bei der Rückgabe nicht immer selbst am Auto ablesen. Manchmal übernehmen sie einfach irgendeine Zahl, die schon irgendwie passen wird, um die Rückgabe schneller abzuschließen. Für die Verteidigung entsteht dadurch die Möglichkeit, dass schon die Grundlage der gesamten Reiseroute falsch ist. Auch die Insekten seien kein zweifelsfreier Beweis. Ein Experte der Verteidigung meint, die Tierchen könnten außerhalb ihres üblichen Verbreitungsgebietes gefunden werden, wenn sie zum Beispiel auf einem LKW mitfahren. Dass die Arten normalerweise westlich der Rocky Mountains leben, bedeutet seiner Meinung nach nicht automatisch, dass Vincents Mietwagen dort gewesen sein muss. Besonders wichtig werden deshalb die Zeugenaussagen von Vincents Brüdern, Melvin und Troy. Melvin hat während der Ermittlungen ja verschiedene Versionen erzählt. Vor Gericht gibt er zu, bei früheren Befragungen gelogen zu haben. Die Verteidigung zeigt den Geschworenen aber Aufnahmen aus Melvins Polizeiverhör. Darauf hört man, wie die Ermittler ihn unter Druck setzen und ihm erklären, dass er entweder Zeuge oder selbst Verdächtiger sein könnte. Melvin behauptet, die Polizei habe ihm gedroht, seine Frau festzunehmen, die Kinder ins Heim zu stecken und das Haus zu verlieren. Er sei während der Befragung zusammengebrochen und habe seine Geschichte nur deshalb verändert. Ob Melvins letzte Aussage, dass Vincent bis Freitag und ab Montag wieder an Columbus war, ehrlicher ist als seine früheren Versionen, das müssen die Geschworenen entscheiden. Dann gibt es noch Troy, den anderen Bruder. Vincent behauptet, den Samstag mit ihm verbracht zu haben. Troy ist damit einer der wichtigsten Zeugen der Verteidigung. Aber nach einer Mittagspause, kurz bevor er aussagen soll, ist Troy plötzlich verschwunden. Vincents Anwalt erklärt, die Verteidigung habe sich bewusst gegen seine Aussagen entschieden, weil Troy bereits eine Vorstrafe hat. Dadurch hätte die Staatsanwaltschaft leicht seine Glaubwürdigkeit angreifen können. Dafür sagt Vincent selbst aus. Unter Tränen nennt er Joni, Marquez, Lindsay, Marshall und Ernestine beim Namen. Er beteuert, seine Kinder geliebt zu haben und niemals zu so einer Tat fähig zu sein. Die Geschworenen beraten ungefähr drei Tage lang, bis sie in den Gerichtssaal zurückkehren. Dann wird das Urteil verlesen. Wir machen es kurz und knapp. Vincent wird wegen Mordes schuldig gesprochen. Der Richter verhängt sogar die Todesstrafe. Vincent kommt in den Todestrakt von San Quentin in Kalifornien und bestreitet bis heute, Joni, Ernestine und seine drei kleinen Kinder getötet zu haben. Heute ist Vincent 64 Jahre alt und befindet sich laut der kalifornischen Gefängnisbehörde mittlerweile in der California Healthcare Facility in Stockton. Seine Todesstrafe gilt weiterhin. In Kalifornien ist es rechtlich so, dass bei Todesurteilen immer automatisch ein Berufungsverfahren eingeleitet wird. Das ist auch bis heute noch offen und nicht entschieden. Für die Polizei und die Insektenexpertin war es ein ungewöhnlicher Kriminalfall. Für die Familie und die Angehörigen von Joni, Ernestine, Marquez, Lindsay und Marshall ist es ein Tag, an dem sich ihr Leben für immer verändert hat. Auch Jahre später noch. Wenn Jonis Freundin Kelsey in Dokus über die Familie spricht, muss sie weinen. Für sie war Joni wie eine Schwester. Jonis Bruder sagt nach dem Prozess, dass die Familie das Kapitel nun abschließen kann. Sie wissen, wer der Täter ist. Er selbst glaubt aber nicht, dass Vincent jemals seine Schuld zugeben und sagen wird, warum er seine Familie getötet hat. Alright, wie fast immer eigentlich, wenn wir, oder bevor wir in die Diskussion einsteigen, erstmal vielen, vielen lieben Dank an Henni. Du hast uns den Fall vorgeschlagen per E-Mail und damit würde ich sagen, steigen wir ein in die Diskussion. Das ist nämlich aus meiner Sicht ein sehr, sehr verworrener Fall eigentlich, oder? Und irgendwie, auch wenn er aufgeklärt ist, hinterlässt es ein bisschen so ein, ja genau, genau, naja, das wollte ich nämlich gerade sagen, es fühlt sich irgendwie immer noch so ein bisschen komisch an. Ja, eigentlich ist es nicht aufgeklärt, weil Vincent ja bis heute sagt, dass er es nicht war. Und so richtig eindeutig überführt ist er ja auch nicht. Also auch wenn natürlich super vieles dafür spricht und wie krass ist bitte diese Idee mit den Insekten. Also das finde ich absolut abgefahren, dass der Detektiv auf diese Idee gekommen ist, zu schauen, okay, welche Insekten gibt es wo und kann man die am Auto nachweisen? Das finde ich wirklich, das finde ich super genial. Aber so richtig beweisen kann man es ja eben dann doch nicht, dass Vincent es war. Deswegen, finde ich, müssen wir schon ein bisschen vorsichtig sein jetzt hier in unserer Diskussion. Und ja, ihn weder als unschuldig hinstellen, aber eben auch nicht als 100% verdächtig, obwohl er verurteilt ist, ganz, ganz klar. Und er seine Strafe, also seine Todesstrafe sogar bekommen hat. Aber trotzdem, finde ich, müssen wir so ein bisschen vorsichtig sein. Weil ich check immer noch nicht das Motiv, oder? Ja, also vollkommen richtig. Wir müssen ja immer auch abwägen, was das angeht. Und genau aus dem Grund selbst, also wenn es auch wirklich gewesen ist, du sagst, wir wollen ein bisschen vorsichtiger sein. Aber er weiß es ja selbst auch und deswegen denke ich auch, wird er niemals zugeben, wenn er es wirklich gemacht hat, dass er es gemacht hat, einfach weil er weiß, dass es halt so uneindeutig gewesen ist. Also das Alibi wäre an sich ja schon ziemlich krass. Er ist einfach auf der anderen Seite des Landes super weit weg, während der Mord passiert. Das an sich wäre ja schon schlau, das so einzufädeln. Und das mit dem Mietwagen, ja, also der Kilometerstand, auch wenn der vielleicht einfach irgendwie eingetragen wurde. Aber trotzdem passt ja auch dieser geschätzte Wert irgendwie zu der Strecke, die er zurückgelegt haben muss. Und er könnte ja auch einen Komplizen gehabt haben. Keiner sagt, dass er alleine gefahren sein muss, oder? Wenn es keine Überwachungsvideos von ihm im Auto gibt, dann kann da ja wohl auch noch eine zweite Person oder sogar eine dritte Person dabei gewesen sein. Deswegen finde ich das Argument mit der Müdigkeit und welcher Mensch soll das an einem Stück durchfahren, finde ich jetzt nicht so glaubwürdig, weil es kann auch einfach jemand anderes noch dabei gewesen sein. Ja und in der schwarzen Akte sprechen wir auch sehr, sehr häufig von dem perfekten Mord und ich habe so das Gefühl... Eigentlich sprechen wir hier gerade genau über sowas, weil eigentlich immer, wenn wir über sowas diskutieren, war nur der Zufall entweder zuständig dafür, dass etwas aufgeklärt wurde oder dass halt nie etwas ans Tageslicht gekommen ist. Hier ist es allerdings so, dass wir eigentlich alle Indizien sehen. Also er hat einen Bruder, dem er denn die Kreditkarte beispielsweise gegeben hat, seine Familie, die das Handy gegebenenfalls benutzt hat. Also sehr viel wahrscheinliche Vorplanung. Was ja wirklich sehr verrückt ist, du hast es vorhin ja auch schon gesagt, mit diesen Insekten, wo man wirklich nur diesen Versuch angehen kann, das zu überführen. Und selbst da kann man nicht zu 100 Prozent sich dann sicher sein. Also ich finde, das ist, wenn wir über den perfekten Mord sprechen, dann ist das hier so ein Ding, was man auf jeden Fall berücksichtigen kann, einfach weil sehr viel schon im Voraus geplant worden ist, finde ich. Ja, es ist schon ein bisschen sehr auffällig, dass Vincent seinen Bruder gebeten hat, hey, an dem und dem Tag bitte mit meiner Kreditkarte das und das einkaufen oder warum sollte man das machen? Also jemanden zu bitten, hey, kannst du für mich einkaufen? Kein Thema, aber dass das auch noch genau in seinen sogenannten Alibi-Zeitraum fällt, das fände ich schon sehr auffällig. Und klar, der Bruder hat viel gelogen auf dem Polizeirevier. Aber ich kann es fast ein bisschen verstehen, dass wenn man den Mann unter Druck setzt und ihm mit Entziehung der Kinder droht, Entziehung des Hauses, es ist eine ungewohnte Situation, auf einem Polizeirevier zu sein. Dass man da vielleicht ein bisschen lügt oder ja nicht ganz die Wahrheit erzählt und dann ist man da irgendwie selber schon in seinem Strudel aus Unwahrheiten und möchte es nicht zugeben, weil wie verdächtig sieht das denn aus, wenn man jetzt sagt, ach man, das war eigentlich gar nicht wahr, was ich letzte Stunde hier erzählt habe. Da habe ich sogar ein gewisses Verständnis für und dass er seinen Bruder ja wahrscheinlich auch einfach schützen möchte. Ich meine, es ist ja auch Familie, aber das finde ich schon sehr auffällig, dass er zu bestimmten Zeiten mit Vincents Kreditkarte bezahlen sollte. 100 Prozent und also deswegen finde ich auch, ich würde mal behaupten, dass dieser Fall nur ein Zufall davon entfernt ist, wirklich mit hundertprozentiger Sicherheit aufgeklärt zu werden. Und zwar entweder halt im Sinne von Vincent war es, weil, was weiß ich, eine Überwachungskamera in der Nähe des Tattages ihn aufgenommen hat. Oder vielleicht irgendjemand anderen, der da mit einer Pistole und einem Messer rumgelaufen ist. Um jetzt wirklich mal vielleicht auch ein bisschen an den Haaren herbeigezogen. Aber ich meine, wir haben wirklich schon wilde Zufälle gehabt in der Schwarznackte. Deswegen würde ich sagen, der ganze Fall ist wirklich nur so ein Zufall davon entfernt. Ja, voll. Aber wahrscheinlich wird es nicht mehr ermittelt, weil er ja offiziell verurteilt ist. Also warum sollte sich da jemand noch die Arbeit machen? Deswegen, ja, spannender Fall, spannende Geschichte mit den Insekten, die da letztendlich einen großen Beitrag dazu geleistet haben. Finde ich wirklich absolut crazy. Richtig gute Idee. Und damit würde ich sagen, machen wir hier den Schwung in die Personalakte, Patrick. Hast du uns irgendwas Spannendes, Interessantes aus deinem Leben mitgebracht? Was passiert so die Woche bei dir? Ich schlage ja direkt immer meinen Kalender dann erstmal auf, ob ich irgendwas schon vorausgeplant habe, ob ich irgendwas Wichtiges da drin habe. Aber tatsächlich nicht großartig. Also bei mir steht nur drin, dass ich Donnerstag hier eine Essensabholung habe. Also für alle, die das jetzt nicht, letztens haben wir es glaube ich im Weekly Recap auf Instagram gepostet, gesehen haben. Ich rette hier jede Woche mit meiner Partnerin Essen einfach aus Läden, aus der Umgebung. Das ist das einzige Highlight gefühlt so die Woche, weil ansonsten steht nur Podcasten an, sonst steht nur Streamen an, sonst steht... Nur das Einzige, was hier sonst noch drinsteht, vielleicht Kinotage an demnächst. Ich weiß aber nicht, ob ich da noch irgendwas Geiles gucken werde. Ich habe die ganze Zeit vor, den neuen Spider-Man-Film zu gucken. Wollte das mit einem Kumpel gucken, aber alles ist ausgebucht. Weil über die Kinotage ist alles reduziert so. Alles ist ausgebucht. Und ich weiß nicht, ob ich es schaffe, um ehrlich zu sein. Aber ich habe richtig Bock auf den Film. Weil ich habe gehört, der Spider-Man soll wieder so wie der Ursprüngliche sein im Endeffekt. Was steht bei dir an? Oh, das ist eine sehr gute Idee mit Kino. Ich habe nämlich zum Geburtstag Kinogutscheine geschenkt bekommen und würde das eigentlich noch sehr gerne vor der Geburt einlösen. Also da hast du mich jetzt auf eine Idee gebracht. Vielleicht gehe ich ins Kino. Mal sehen, was noch so läuft. Ja, versuch's. Ist wie gesagt sehr, sehr ausgebucht. Ja, ansonsten ist meine Woche auch immer wieder ein bisschen ruhiger. Also ich habe viel Zeit zu Hause, um hier so ein paar Dinge noch zu regeln und irgendwelche Anträge vorzubereiten. zu bereiten, super langweilig. Deswegen gehe ich da jetzt nicht näher drauf ein und werde mich jetzt hier nach der Aufnahme mit aktuellen Kinofilmen beschäftigen. Was läuft? Was kommt so ins Kino? Und mich da inspirieren lassen. Und ich freue mich, dass wir in dieser Woche endlich mal wieder zusammen im Studio aufnehmen. Das war die letzten Wochen leider aus verschiedenen Gründen nicht möglich, weil erst warst du krank, jetzt vielleicht habt ihr es in der Folge gehört, war ich ja ein bisschen krank, aber diese Woche sehen wir uns endlich wieder im Studio. Darauf freue ich mich. Und dann würde ich sagen, hören wir uns alle nächste Woche Dienstag wieder, hoffentlich hier mit gesunden Stimmen von Patrick und mir. Da freuen wir uns doch sehr, wenn ihr hier wieder reinkommt in die schwarze Akte. Wir sind eure Hosts Anne Luckmann und Patrick Strobusch. Redaktion Johanna Müßiger und wir. Schnitt Anne Luckmann. Produktion Nadine Lenfer-Unterweger und Lea Backes. Die schwarze Akte ist eine Produktion der Julep Studios. Besonderer Dank geht an Falco Schulte.