Diese Episode enthält explizite Details über einen wahren Kriminalfall. Weitere Infos in der Folgenbeschreibung. Es ist ein eisiger Januartag im Jahr 1971, als ein Schneesturm über Rhode Island fegt. Kalter Wind zieht über die Felder der US-Gemeinde Burrillville und treibt den Schnee gegen ein altes Farmhaus, das schon seit Jahrzehnten dort steht. An diesem Morgen ist zwischen den wirbelnden Schneeflocken so einiges los. Wagen rollen auf das Grundstück, Türen schlagen auf und zu und überall knirschen Schritte im Schnee. Sieben Menschen versuchen, Möbel, Kisten sowie ihr bisheriges Leben in das alte Farmhaus zu tragen, aus dem der vorherige Besitzer gerade noch seine letzten Sachen herausschafft. Überall wuseln Menschen durch die Räume und ums Haus herum. So auch die zwölfjährige Andrea. Ihr Vater Roger steht hinten am Umzugswagen und reicht ihr eine große Kiste, die sie zu ihrer Mutter in die Küche bringen soll. Andrea klemmt sich den Karton vor die Brust und tritt durch die Eingangstür in den vorderen Salon. Das Farmhaus ist ziemlich groß und langgezogen. Die Küche befindet sich ganz hinten. Andrea muss also fast das gesamte Haus durchqueren. Die alten Dielen knarzen unter ihren Schuhen, als das Mädchen durch den Salon und weiter Richtung Esszimmer läuft. Dort bleibt ihr Blick an zwei Männern hängen. Den ersten erkennt sie sofort. Es ist der ältere Herr, der das Farmhaus an ihre Eltern verkauft hat. Neben ihm steht aber noch jemand. Ein fremder Mann in seltsamer Kleidung. Andrea lässt ihren nachdenklichen Blick von einem zum anderen wandern. Der Fremde scheint mit seiner Kleidung irgendwie nicht ganz in diese Zeit zu passen. Das Mädchen denkt sich aber nichts dabei und greift die Kiste mit einem leisen Klappern um. Mit einem schüchternen Lächeln grüßt sie die beiden Männer im Vorbeigehen, doch der Fremde reagiert überhaupt nicht darauf. Er wendet Andrea nicht mal den Kopf zu, sondern starrt weiter auf den Vorbesitzer, als hätte er ihre Stimme gar nicht gehört. Einen winzigen Moment lang wartet Andrea noch auf eine Reaktion, doch dann läuft sie einfach an den Männern vorbei. Sie trägt die Kiste durchs Esszimmer, die angrenzende Speisekammer, bis in die Küche, wo ihre Mutter Carolyn zwischen Umzugssachen und vollgepackten Kisten steht. Als Andrea ihre Kiste abstellt, blickt sie ihre Mutter fragend an. Ganz beiläufig erwähnt sie den Fremden im Esszimmer und will wissen, wer der Mann beim alten Hausbesitzer ist. Andreas Mutter hält inne und schaut ihre Tochter verwirrt an. Sie sieht kurz in Richtung Esszimmer, Dann mit einem Stirnrunzeln wieder auf ihre Tochter und sagt, Andrea, im Esszimmer ist doch sonst niemand. Denn dort steht nur der alte Vorbesitzer, allein. Schwarze Akte Und damit ganz herzlich willkommen wieder hier zurück zu einer paranormalen Folge der Schwarzen Akte mit Anne Luckmann. Und mit Patrick Strohbusch. Hallo, schön, dass ihr wieder zuhört. Und wie ihr wisst, bin ich ein riesiger Filmliebhaber. Und nicht nur ich, sondern sicherlich auch viele von euch kennen wahrscheinlich den Film Conjuring Die Heimsuchung. Der ist 2013 in den Kinos das erste Mal angelaufen. Das war der erste Film eines der bekanntesten Horror-Franchises überhaupt. Werbung. Es geht um eine Familie, die in ein abgelegenes Farmhaus zieht und dann von einer bösartigen, übernatürlichen Macht heimgesucht wird und dann berühmte Geisterjäger um Hilfe bittet. Und direkt am Anfang des Films wird eingeblendet, dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten basieren soll. Und tatsächlich hat es die Familie und die Personen aus dem Film wirklich gegeben, beziehungsweise leben sogar einige noch heute. Die Familie von Roger und Carolyn ist Anfang der 70er wirklich in ein altes Farmhaus im US-Bundesstaat Rhode Island gezogen. Auch das Haus gibt es wirklich. Und laut der Familie sind auch die Erlebnisse dort wirklich so passiert. Das meiste, was wir heute wissen, stammt aus Büchern und späteren Interviews. Darauf basiert auch der Filmlose. Laut Andrea, der ältesten Tochter der Familie, ist ihre Geschichte fürs Kino sogar noch stark abgeschwächt worden. Der vermeintlich berühmteste Spukort der Welt war in Wahrheit noch viel gruseliger. Wir gehen dafür zurück ins Jahr 1971. In der Gemeinde Burrillville im Nordwesten Rhode Islands ist die Welt noch in Ordnung. Die Betonung liegt auf NOCH. Sie besteht aus mehreren Ortschaften, die zwischen Wäldern, Feldern und alten Mühlen liegen. Dort steht auch das Farmhaus, das für Roger, Carolyn und ihre Töchter ein neues Zuhause werden soll. Ein Jahr zuvor, im Sommer 1970, entdeckt Carolyn das Farmhaus eher zufällig in einer Zeitungsanzeige. Sie und ihre Familie wohnen damals in Cumberland, einer Vorstadt von Providence. Das Farmhaus liegt ungefähr eine halbe Stunde entfernt. Carolyns Mann Roger ist zu der Zeit gerade für ein paar Tage beruflich unterwegs, also fährt Carolyn einfach mal allein nach Burrillville ins Stadtviertel Harrisville. Dort sieht sie sich das alte Haus an. Und sie ist sofort begeistert. Ein riesiges Farmhaus, umgeben von rund 80 Hektar Land. So groß, dass die Vatikanstadt da fast zweimal reinpasst. Also genug Platz für die ganze Familie. Für Carolyn ist das Anwesen eine einmalige Gelegenheit. Ohne mit ihrem Mann zu sprechen, lässt sie kurzerhand eine Anzahlung dar. Roger ist davon aber nicht vor den Kopf gestoßen. Er berichtet Warner Brothers, dass ihn das Haus auch sofort begeistert habe. Roger und Carolyn haben fünf Töchter. Andrea, Nancy, Christine, Cindy und April. Die älteste, Andrea, ist wie gesagt zwölf Jahre alt. Die jüngste, April, gerade mal fünf. Roger arbeitet als Schmuckverkäufer und ist deshalb immer mal wieder für längere Zeit nicht zu Hause. Carolyn kümmert sich in dieser Zeit um die Kinder. Für eine siebenköpfige Familie ist das Farmhaus das, was ihnen bisher gefehlt hat. Das Anwesen hat sogar einen Namen. Old Arnold Estate. Ihr könnt euch Fotos davon über einen Link in den Shownotes anschauen. Falls euch das Haus auf den Fotos nicht bekannt vorkommt, obwohl ihr den Film kennt, Und dann liegt es daran, dass das echte Farmhaus im Kinofilm gar nicht zu sehen ist. Gedreht wurde nämlich in North Carolina. Das echte Anwesen ist ein langgezogenes Farmhaus mit 14 Zimmern und mehreren Stockwerken. Die Zimmeraufteilung ist so verwinkelt, dass man sich leicht verlaufen kann. Die ältesten Teile des Hauses sollen noch aus dem frühen 18. Jahrhundert stammen. Über Jahrzehnte lang wurde dann immer mehr angebaut, weil die Besitzer zunehmend mehr Platz brauchten. Im Inneren wirkt es, als sei die Zeit irgendwann plötzlich stehen geblieben. Eine der Töchter, Christine, erinnert sich an Linoleumböden und alte Räume, die eher nach den 30er oder 40er Jahren aussehen als nach den 70ern. Aber genau das macht für Mutter Carolyn den Reiz aus. Das Haus hat Charakter. Sie wissen da nur noch nicht, dass es noch immer weitere Bewohner hat. Erst bei der Schlüsselübergabe fällt der erste Satz, der nicht so ganz zur perfekten Vorstellung des Traumhauses passt. Tochter Andrea schreibt später in ihrem Buch House of Darkness, House of Light, dass der frühere Besitzer ihrem Vater beim Rausgehen noch einen letzten Ratschlag mitgegeben habe. Zum Wohl der Familie sollte er nachts im Haus lieber die Lichter anlassen. Noch dazu sieht Andrea am Einzugstag ja diesen unbekannten Mann im Esszimmer. Auch eine ihrer kleinen Schwestern hat den seltsamen Fremden gesehen. Sie erzählt ganz beiläufig, dass der Mann dann aber plötzlich verschwunden ist. In einem Moment war er noch da, Im nächsten ist der Platz neben dem alten Vorbesitzer leer. Aber an dem Einzugstag bleibt keine Zeit, lange darüber nachzudenken. Es war ja ohnehin viel los im Haus. Es kann ja auch einfach nur Nachbar gewesen sein. Der Umzug geht also wie geplant weiter. Und irgendwann wird es draußen dunkel. Abends verändert sich das Haus. Die noch fremden Räume, die am Tag voller Menschen und lauter Stimmen waren, liegen jetzt mucksmäuschenstill da. Lange Flure ziehen sich durch die Dunkelheit und hinter jeder geschlossenen Tür befindet sich ein neues Zimmer, das die Familie noch nicht wirklich kennt. In einer der ersten Nächte liegt Andrea in ihrem Bett unter dem Dach und kann nicht einschlafen. Sie hört Geräusche, die aus der Richtung der Dachbalken kommen. Es ist sicher nur der Wind, der durch die Ritzen des alten Gemäuers zieht, sagt sie sich. Doch dann öffnet sich langsam die Zimmertür. Kleine Schritte tapsen über den Boden. Plötzlich steht eine Person neben ihrem Bett. Es ist Cindy, eine ihrer jüngeren Schwestern. Auch sie kann nicht schlafen. Andrea zieht also die Decke zurück und lässt die Kleine ins Bett schlüpfen. Das Mädchen rückt ganz nah an sie heran. Was Cindy dann sagt, lässt Andrea jedoch schlagartig hellwach werden. In ihrem eigenen Zimmer, so flüstert Cindy, höre sie fremde Stimmen. Viele Stimmen, die gleichzeitig durcheinander reden und trotzdem immer wieder genau dasselbe sagen. Noch Jahre später erinnert sich Andrea an den Satz, den ihre Schwester ihr in dieser Nacht zumurmelt, Nämlich, in der Wand sind sieben tote Soldaten begraben. Irgendwann müssen Andrea und Cindy aber doch eingeschlafen sein, denn am nächsten Morgen wirkt das alte Farmhaus wieder ganz normal. Überall stehen noch Kartons herum. Ständig sucht jemand irgendetwas. Da kann es schon mal passieren, dass ein Gegenstand nicht mehr dort liegt, wo ihn zum Beispiel Mutter Carolyn vorher hingelegt hat. Wenn es in den Wänden scharrt, sind es vielleicht Mäuse. Und wenn die Dielen im Flur knarren, arbeitet eben das alte Holz. Selbst Cindys Stimmen aus der Wand können ein Traum gewesen sein. Wenn auch ein sehr gruseliger Albtraum. Nach ein paar Wochen sind all diese Dinge nicht mehr nur merkwürdige Zufälle. Erst sind es Kleinigkeiten, die der Familie auffallen. Carolyn stellt den Besen beispielsweise in der Küche ab und nur wenig später ist er einfach spurlos verschwunden. Sie sucht zwischen den Kisten und in den Zimmern, bis er an einem ganz anderen Ort wieder auftaucht. An anderen Tagen fällt der Besen einfach um, obwohl niemand in der Nähe ist. Und gerade, wenn Carolyn den Küchenboden frisch gefegt hat, liegt kurze Zeit später schon wieder ein kleiner Haufen Schmutz mitten im Raum. Dann hört sie immer wieder ein komisches Kratzen am Wasserkessel. Sobald sie aber in die Küche kommt, ist das Geräusch plötzlich nicht mehr zu hören. In den Berichten der Familie taucht auch ein Schaukelstuhl auf, der von allein zu schwingen beginnt. Ein leichtes Vor- und Zurück, so als säße noch jemand drin, obwohl der Platz leer ist. Jedes einzelne Erlebnis ist an sich vielleicht einfach nur merkwürdig. Zusammengenommen hat die Familie aber langsam das Gefühl, dass etwas in diesem Haus nicht mit rechten Dingen zugeht. Es passieren auch noch mehr Dinge, für die es keine vernünftige Erklärung gibt. Manchmal liegt plötzlich ein seltsamer Geruch in der Luft, in der Küche, in den Fluren oder ganz in der Nähe des Kellers. Es riecht nach verwesendem Fleisch. An anderen Tagen soll es im Haus nach verbranntem Holz oder abgestandenem Wasser riechen. Carolyn sucht jedes Mal nach der Ursache, doch der Geruch scheint einfach aus keiner bestimmten Ecke zu kommen. Er zieht durch einen Raum und verschwindet plötzlich wieder. Genauso wie die ganzen Fliegen auf einmal auftauchen. Mitten im tiefsten Winter. In Andreas Buch berichtet sie von ganzen Ansammlungen kleiner schwarzer Fliegen, die dicht beieinander im Haus sitzen, obwohl draußen Schnee liegt. Also eigentlich keine Zeit für Fliegen. Und genauso plötzlich, wie die Fliegen da sind, sind sie auch schon wieder verschwunden. Das passiert alles tagsüber. Nachts fällt es der Familie noch schwerer, eine harmlose Erklärung für all die kuriosen Dinge zu finden, die im Haus vor sich gehen. Nachts hört die Familie zum Beispiel Schritte in den Fluren, obwohl dort niemand langläuft. Es scheint, als würde jemand ganz langsam von einem Ende des Hauses zum anderen schleichen. Türen, die abends geschlossen wurden, stehen am Morgen einen Spalt weit offen. Manchmal hören die Mädchen ein leises Flüstern, direkt neben ihren Betten. In einem Interview für Warner Brothers erinnert sich die damals neunjährige Christine an eine Stimme, die immer wieder aus der Richtung eines bestimmten Fensters gekommen sein soll. Es klingt wie ein Kind, das nach seiner Mutter ruft. Immer wieder hört sie dieselben beiden Worte. Mami, Mami. Sobald aber jemand nachsieht, ist dort nur das dunkle, einsame Fenster. Dort schaut Christine niemals zu lange hin, besonders nachts nicht, denn im Fensterglas starrt ihr immer eine fremde Frau entgegen. Nicht draußen auf dem Grundstück, sondern direkt hinter ihrem eigenen Spiegelbild. Die Gestalt ist größer als die kleine Christine und steht einfach nur stumm da. Wenn sich Christine umdreht, ist hinter ihr aber niemand. Dreht sie sich erneut zum Fenster, schaut ihr die Frau wieder schweigsam in die Augen. All diese Erinnerungen beschreibt Andrea Jahrzehnte später in ihren Büchern. Im Farmhaus scheint etwas zu lauern, etwas Unheimliches. Es wartet und zeigt sich erst, bis eines der Mädchen allein ist. Das klingt mehr als gruselig. Aber nicht alles, was die Familie in der Zeit nach ihrem Einzug erlebt, ist unbedingt feindselig. Einige der Erscheinungen sind eher neugierig, traurig oder sogar verspielt. Besonders die kleine April, die mit ihren fünf Jahren die jüngste ist, hat keine Angst. Sie hat sogar einen neuen Freund. Sie verbringt viel Zeit in der Nähe eines kleinen Verschlags am Schornstein und führt dort Gespräche mit einem Jungen, den sonst niemand sehen kann. Auch seine Antworten hört nur April. Viele Kinder haben ja unsichtbare Freunde. Deswegen machen sich Aprils Schwestern und Eltern erstmal keine weiteren Gedanken. Doch dann erzählt April ein bisschen was über ihren unsichtbaren Freund. Der Junge heißt Oliver und ist wahrscheinlich 5 oder 6 Jahre alt, ungefähr so alt wie April. Laut Andrea soll das Farmhaus ursprünglich von Olivers Familie gebaut worden sein. Könnte April da tatsächlich mit dem Geist eines früheren Bewohners spielen? Jedenfalls zieht es die Kleine immer wieder in die Nähe des kleinen Verschlags, in dem Oliver jeden Tag auf sie warten soll. Die Familie fängt an, zwischen den unsichtbaren Bewohnern ihres Farmhauses zu unterscheiden. Es gibt die Leisen, die nur beobachten, es gibt Oliver, der April Gesellschaft leistet, und es gibt Geister, in deren Nähe die Luft schlagartig kälter wird und ein ekliger Geruch durch die Räume zieht. Je länger die Familie in dem Haus lebt, desto deutlicher wird es. Was auch immer dort ist, es ist nicht nur eine einzige Gestalt, die ihr Unwesen treibt. Mit am stärksten spürt die Familie die Präsenz im Keller. Schon der Weg, die Treppe hinunter, ist dunkel, weil nur wenig Licht hereinfällt. Die Luft unten ist feucht. Zwischen den Balken liegen tiefe Schatten und jedes Geräusch klingt, als käme es aus einer anderen Ecke. Nachts öffnet sich die Kellertür manchmal einen Spalt weit von allein, obwohl die Familie sicher ist, sie am Tag zuvor geschlossen zu haben. Vater Roger versucht, ihr neues Zuhause nüchterner zu betrachten als seine Frau und die Töchter. Doch auch er hat unten im Keller einmal eine plötzliche Kälte gespürt. Direkt hinter sich. Und dieser faulige Geruch. Es ist, als stünde etwas ganz nah bei ihm. Die Familie hält sich so gut es geht vom Keller fern. Nur Roger geht die düstere Treppe hinunter, weil dort ausgerechnet die Heizung steht. Und die fällt immer wieder aus. Doch so gruselig es im Keller auch ist, die größte Gefahr für die Familie wartet nicht dort unten. Die Gefahr folgt Mutter Carolyn durch jedes einzelne Zimmer. Während Roger beruflich unterwegs ist, ist sie die meiste Zeit allein mit den fünf Mädchen. Sie räumt auf, kocht, wäscht und kümmert sich um ihre Kinder. Doch dabei hat sie immer häufiger das Gefühl, nicht alleine zu sein. Manchmal spürt sie eine leichte Berührung am Arm oder einen plötzlichen Druck am Rücken, obwohl niemand in ihrer Nähe ist. In anderen Momenten wird ihr plötzlich übel oder schwindelig. Während die Kinder weiterhin Stimmen hören und seltsame Gestalten sehen, scheint es so, als hätte sich eine der Erscheinungen ganz bewusst Carolyn ausgesucht. Einer der ersten körperlichen Angriffe passiert im Garderobenschrank. Die älteste Tochter Andrea ist dabei, als ihre Mutter dort etwas holen will. Zwischen Mänteln und Jacken hängen mehrere hölzerne Kleiderbügel, dicht beieinander. Doch plötzlich fliegt einer dieser Bügel nach vorne. Etwas Unsichtbares schleudert ihn der Mutter entgegen. Carolyn steht in diesem Moment allein vor dem offenen Schrank. Andrea kann dort sonst niemanden sehen. Vielleicht ist der Kleiderbügel ja auch einfach nur aus dem Schrank gefallen. Ein schmerzhafter Zufall. Doch dabei bleibt es nicht. Ein anderes Mal liegt Carolyn erschöpft auf dem Sofa, als sie ganz plötzlich einen stechenden Schmerz in ihrer Wade spürt. Ihr Muskel verkrampft und sie greift sich ans Bein. Als sie nachsieht, sieht sie dort Blut. Sie sucht nach einem Bienenstich, einem Splitter oder irgendeinem spitzen Gegenstand, auf dem sie gelegen haben könnte, findet aber nichts. Auf ihrem Bein bleibt eine kleine, kreisrunde Verletzung zurück, so als hätte eine große Nadel dort die Haut durchbohrt. Genau diese Wunde wird noch eine wichtige Rolle bei der Frage nach dem Wer-oder-was-Spielen, das Carolyn in diesem Haus verfolgt. Aber dazu kommen wir später noch. Denn da ist noch die Sache mit der Orange. Eines Tages steht Carolyn in der Küche und greift nach der Frucht, um sie zu schälen. Als sie die Schale abzieht, läuft ihr plötzlich eine rote Flüssigkeit über die Finger. Blut. Im ersten Moment glaubt sie, sich vielleicht mit dem Messer geschnitten zu haben. Doch an ihren Händen kann sie keine Wunde entdecken. Das Blut scheint aus der Orange selbst zu kommen. Es tropft ins Spülbecken und auf den Boden. Mit zittrigen Händen wischt Carolyn alles weg und wirft die Orange in den Müll. Andrea erinnert sich nicht nur an das Blut. In ihrem Buch beschreibt sie, wie ihre Mutter die Orange mit einer solchen Wucht auseinanderreißt, dass Andrea ihre Mutter kaum wiedererkennt. Carolyns Blick ist irgendwie abwesend, als sei sie mit den Gedanken ganz woanders. Solche Momente passieren nun immer häufiger. Die Töchter bemerken, dass Carolyn müder, erschöpfter und dünner wird. Zeitweise schafft sie es kaum noch aus dem Bett. Irgendwas im Haus scheint ihr nicht nur die Nerven und den Schlaf, sondern auch die Kraft zu rauben. Und dann wird das Verhalten der Mutter noch seltsamer. Laut Andrea beginnt Carolyn altmodische Kleidung zu tragen, die eher zu früheren Jahrzehnten des Farmhauses passt. Manchmal benutzt sie Wörter und Formulierungen, die in den 70er Jahren längst niemand mehr verwendet. Für die Töchter fühlt es sich an, als würde ihre Mutter langsam in eine andere Zeit entschwinden. Sie ist zwar physisch noch da, kocht, spricht mit ihnen und liegt abends im Bett, aber immer häufiger gibt es Augenblicke, in denen sie ihnen vollkommen fremd erscheint. Noch unheimlicher ist aber die Frau, die Carolyn im Haus sehen und hören will. Laut Andreas Buch taucht diese Frau neben Carolyn auf, spricht mit einem tiefen schottischen Akzent und redet in einer seltsam veralteten Sprache. Die Frau flüstert Carolyn zu, dass sie die Herrin des Hauses sei, Schon lange bevor die Familie eingezogen ist. Und dass sie es auch bald wieder sein werde. Dieser Geist hat sich ganz auf Carolyn eingeschossen. Roger und seine fünf Töchter scheinen sie nicht zu stören. Es ist die Mutter, die ihren Platz eingenommen hat. Carolyn versucht ihrem Mann zu erklären, was im Haus vor sich geht. Doch Roger erlebt nicht dasselbe wie seine Frau und die Kinder. Andrea erklärt gegenüber der Presse, dass ihr Vater das alles erst nicht akzeptieren wollte. Erst viele Jahre später soll Roger ihr anvertraut haben, warum. Wenn er Carolyn geglaubt hätte, hätte er sich eingestehen müssen, dass er seine Frau und seine Töchter mit dem Kauf des Hauses in Gefahr gebracht hat. Also sucht er nach anderen logischen Erklärungen. Ein altes Gebäude macht nun mal Geräusche. Kinder haben Albträume. Carolyn ist überarbeitet. Und die Familie kann nicht einfach ausziehen, nur weil irgendwo plötzlich morgens eine Tür offen steht. Ein erneuter Umzug würde bedeuten, den Traum vom Leben auf dem Land aufzugeben. Und dabei würden sie sehr viel Geld verlieren. Gerade in der wirtschaftlich schwierigen Zeit der 70er Jahre hat die Familie nicht einfach die Möglichkeit, ein neues Haus zu kaufen und woanders neu anzufangen. Also bleibt die Familie, wo sie ist, im alten Farmhaus. Sie scheint sich mit den unheimlichen Erlebnissen und Geistern zu arrangieren. Carolyn hat dabei auch schon eine neue Idee. Sie will herausfinden, wer früher in dem Farmhaus gelebt hat und schon lange vor dem Bau auf dem Land war. Denn jemand hält sich ja noch immer für die Herren des Hauses und Carolyn steht ihr im Weg. Nach Andreas Erinnerung verbringt ihre Mutter unzählige Stunden mit der Geschichte des Farmhauses. Sie spricht mit älteren Bewohnern aus der Nachbarschaft, sammelt Namen und versucht die früheren Familien mit den Gestalten zu verbinden, die ihre Töchter in den Zimmern sehen. Irgendwo zwischen all diesen Namen muss die Frau sein, die Carolyn durchs Haus verfolgt. Sie sucht nach der Person, die nachts neben ihrem Bett steht. Je länger Carolyn recherchiert, desto dunkler wird die Geschichte ihres neuen Zuhauses. Acht Generationen einer Familie sollen schon auf dem Land gelebt haben. Sie liest von Kindern, die im Wasser ertrunken sein sollen, von einem ermordeten Mädchen, von Männern, die erfroren sind oder vergiftet wurden, und von Frauen, die sich auf dem Grundstück erhängt haben, auf dem Dachboden, in der Scheune oder an einem Baum. Die Orte und Jahreszahlen verändern sich, je nachdem, wer die Geschichte erzählt. Aber Einnahme steht in Verbindung mit allem, was Carolyn erlebt. Beth Sheba. Und diese Frau hat es wirklich gegeben. Sie lebte im 19. Jahrhundert in Burrillville. Sie wurde 1812 geboren und war mit einem Farmer verheiratet. Um Bathsheba hat sich eine Legende gebildet. Ein kleines Baby soll unter ihrer Aufsicht gestorben sein. Angeblich wird später eine Nadel im Kopf des Kindes gefunden. Bathsheba wird damals verdächtigt, das Baby getötet zu haben. Es gibt sogar Gerüchte über ein Opfer an den Teufel. Andere Geschichten behaupten, dass Bathsheba ihre anderen Kinder im Brunnen ertränkt hat, ihre Arbeiter misshandelt, Hexerei betrieben haben soll und sich schließlich auf dem Grundstück des Farmhauses erhängt hat. Nach ihrem Tod, so die Geschichte, kehrt sie ins Farmhaus zurück und greift jede Frau an, die versucht, ihren Platz als Herrin des Hauses einzunehmen. So auch Carolyn. Für die klingt diese Legende nicht nur wie eine gruselige Lagerfeiergeschichte. Sie denkt an die Gerüche, an die unerklärliche Wut und vor allem an die kleine, kreisrunde Verletzung an ihrer Wade. An dieses Loch, das aussieht, als hätte etwas Spitzes ihre Haut durchbohrt. Die Wunde, von der wir euch vorhin schon erzählt haben. Und jetzt liest Carolyn von dem toten Baby und einer Nadel. Aus einem ersten Verdacht wird für die Familie scheinbar eine Antwort. Was Carolyn verfolgt, bekommt endlich einen Namen. Beth Sheba. Nur stimmt diese Geschichte nicht. Denn Jahrzehnte später vergleichen Historiker und skeptische Forschende Zeitungsartikel, Sterberegister und Grabsteine. Von der angeblichen Anklage gegen Beth Sheba wegen Mordes gibt es in offiziellen Dokumenten keinen Hinweis. Es gibt keinen Prozess oder auch nur einen kleinen historischen Nachweis dafür, dass Beth Sheba irgendwen getötet hat. Auch im Farmhaus hat sie sehr wahrscheinlich nie gelebt. Beth Sheba und ihr Mann hatten eine eigene Farm, ein paar Kilometer entfernt. Drei ihrer vier Kinder starben zwar sehr jung, aber es gibt kein Beleg dafür, dass Beth Sheba sie ertränkt hätte. Ihr vierter Sohn arbeitet später selbst als Farmer. Auch Bathsheebas eigener Tod sieht in den Dokumenten völlig anders aus als in der Legende. Sie hängt sich nicht in der Scheune auf und verflucht auch nicht das Land. Sie wird 73 Jahre alt und stirbt 1885 vermutlich nach einem Schlaganfall. Sie wird neben ihrem Mann auf dem Friedhof von Burrillville beerdigt, inklusive einem baptistischen Geistlichen. Laut dem Skeptical Enquirer passt gerade das überhaupt nicht zu dem Bild einer Teufelsanbeterin. Die echte Bathsheba liegt auf einem Friedhof in quasi geweihter Erde. Die Hexe, von der Carolyn gelesen hat, existiert nur in Geschichten. Das glaubt auch Tochter Andrea mittlerweile. In einem Interview sagt sie, dass Bathsheba später praktisch alles Böse im Haus zugeschrieben wurde. Der Geist, der ihre Mutter bedroht hat, sei wahrscheinlich jemand anderes gewesen. Allerdings führen auch die anderen Todesfälle, auf die Carolyn bei ihrer Suche stößt, immer wieder in das falsche Haus. Eine Susan hat sich tatsächlich mal in einem Haken in einer Dachkammer erhängt. Sie starb zwar in derselben Straße, aber in einem anderen Haus. Oder die Geschichte der elfjährigen Prudence. Sie wurde tatsächlich ermordet, aber das geschah im Haus ihrer Stiefeltern in Massachusetts, nicht in Rhode Island. Ein Mann starb auch tatsächlich durch Gift bzw. Suizid, allerdings in seinem eigenen Zuhause und nicht in dem Farmhaus. Der einzige belegte Tod auf dem Grundstück des Farmhauses ist der von Jarvis. Er starb 1901 an Unterkühlung. Das bedeutet, die Menschen sind zwar real, aber ihre Geschichten haben sich im Laufe der Zeit von den Orten gelöst, an denen sie wirklich passiert sind. Als würde das Farmhaus nicht nur Geister, sondern auch fremde Todesfälle anziehen. In der Geschichte des Hauses taucht noch ein weiterer Name auf. Abigail. Tochter Andrea vermutet zeitweise, dass sie die Frau gewesen sein könnte, die sich als Herrin des Hauses sieht und ihre Mutter bedroht und angegriffen hat. Auf einer früheren Webseite des Farmhauses wird Abigail dagegen teilweise als freundliche Erscheinung beschrieben, die Besucher vor bösen Geistern warnt. Auch hier passen die historischen Angaben mal wieder nicht zusammen. Es lässt sich nicht einmal eindeutig belegen, dass genau diese Abigail jemals in dem Farmhaus gelebt hat. Trotzdem sind da diese kreisrunde Wunde in Carolins Bein, die unheimlichen Erscheinungen, die flüsternden Stimmen. Wenn es nicht Beth Sheba war, wie später im Kinofilm dargestellt, wer schleicht dann nachts durch die Flure? Wer starrt Christine im Fenster entgegen? Und wer wartet darauf, Carolins Platz einzunehmen? Vielleicht beantworten die Frage zwei Fremde, die in der Nacht vor Halloween 1973 plötzlich vor der Haustür stehen. Als Carolyn die Tür öffnet, stehen ihr Ed und Lorraine Warren gegenüber. Die zwei haben wir schon ein paar Mal in der schwarzen Akte erwähnt. Die Familie hat erstmal keine Ahnung, wer die beiden sind, die da ausgerechnet in der Nacht vor Halloween bei ihnen klopfen. Aber Carolyn lässt sie trotzdem herein. Lorraine geht durch die Küche und bleibt vor dem alten schwarzen Herd stehen. Sie legt eine Hand auf das kalte Metall und schließt die Augen. Sie spürt direkt, dass in diesem Haus etwas nicht in Ordnung ist. Vielen Dank. Ed und Lorraine Warren bezeichnen sich selbst als paranormale Ermittler. Ganz unbekannt sind ihre Namen für Carolyn dann bei der Vorstellung überraschenderweise doch nicht. Denn eine Freundin hatte ihr schon mal von den beiden erzählt. Und nur wenige Monate zuvor war schon mal eine andere Forschergruppe im Farmhaus. Vielleicht haben die Warrens über genau diese Kontakte erfahren, was die Familie in Burrillville Unheimliches erlebt. Ed bezeichnet sich selbst als Dämonologe. Lorraine kann, so sagt sie selbst, seit ihrer Kindheit Dinge wahrnehmen, die anderen Menschen verborgen bleiben. Sie beschreibt sich als Hellseherin und Medium. Schon vor 20 Jahren, 1952, hat das Ehepaar die New England Society for Psychic Research gegründet. Seitdem reisen sie zu Familien, die von unerklärlichen Ereignissen in ihren Häusern heimgesucht werden. Und jetzt stehen sie hier bei Carolyn und ihrer Familie. Und sie bleiben nicht nur über Halloween. Laut Andrea dauert die Untersuchung mehrere Monate. Die beiden paranormalen Ermittler sprechen mit der Familie, untersuchen die Zimmer und bringen Kameras sowie Aufnahmegeräte mit. Lorraine ist freundlich zu den Mädchen, warnt Carolyn aber vor dem, was ihrer Meinung nach im Haus lebt. In einem Interview für Warner Brothers erinnert sie sich, dass sie schon beim Betreten des Farmhauses wusste, dass dort etwas Böses lebt. Jetzt wollen sie und ihr Mann herausfinden, was die Ursache ist. An dieser Stelle widersprechen sich jetzt einige Erzählungen. Laut einer Version ist Carolyn schon vor dem Besuch der Geisterjäger auf Bathsheba gestoßen, bei ihrer eigenen Recherche. Version Nummer 2 kommt von Andrea in einem Interview. Demnach nennt Lorraine den Namen ganz plötzlich, als sie das Farmhaus zum ersten Mal betritt. Wann und durch wen Bathsheba tatsächlich zum vermeintlichen Geistershauses wurde, lässt sich also nicht mehr ganz eindeutig nachvollziehen. Sicher ist nur, Beth Schieber wird fast alles Böse zugeschrieben, das im Haus geschieht. Je länger die Warrens das Haus der Familie untersuchen, desto sicherer werden sie, dass Carolyn nicht nur von einem Geist beobachtet wird. Sie glauben, dass eine feindselige Macht versucht, die Mutter zu unterdrücken, um immer mehr Einfluss auf sie zu nehmen. Carolyn wird noch dünner, schläft viel und benutzt manchmal diese seltsam veraltete Sprache. Um diesem Geist auf die Spur zu kommen, entscheiden die Warrens, mit ihm Kontakt aufzunehmen. Nicht im Keller und auch nicht mit einem Exorzismus, wie es später im Film passiert, sondern sie planen eine Seance. Dabei versucht ein Medium, Kontakt zu Verstorbenen oder Geistern aufzunehmen. Ein Exorzismus soll dagegen eine böse Macht aus einem Menschen oder einem Ort vertreiben. Die Warrens wollen nichts vertreiben, sondern etwas rufen. An jenem Abend kommen die paranormalen Ermittler nicht allein zur Familie. Sie bringen einen Priester, ein weiteres Medium und ein technisches Team mit, die mit Kameras und Tonaufnahmegeräten ausgestattet sind. Die Kinder sollen oben in ihren Zimmern bleiben. Andrea ist inzwischen 15 Jahre alt und will natürlich wissen, was unten vor sich geht. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Cindy schleicht sie sich heimlich zur Treppe. Die beiden blicken durch eine Tür, die nur einen Spalt breit offen steht. Von dort können sie Teile des Esszimmers einsehen. Sie erkennen den langen Tisch, die Erwachsenen auf ihren Stühlen und ihre Mutter mitten unter ihnen. Die Seance beginnt. Das Medium versucht die Geister des Hauses anzusprechen und lädt sie ein, sich bemerkbar zu machen. Andrea kann sich noch genau erinnern, was damals passiert. Ihre Mutter sitzt auf dem Stuhl, als sich plötzlich ihre Haltung verändert. Ihr Körper wird ganz steif und krümmt sich anschließend zusammen. Soweit, dass Andrea später sagt, sie habe jeden Moment damit gerechnet, dass knackend die Knochen brechen. Dann spricht eine fremde Stimme aus dem Mund ihrer Mutter. Viel tiefer als sonst und in einer Sprache, die keiner im Esszimmer versteht. Andrea ist überzeugt, dass das nicht ihre Mutter ist, die zu ihnen spricht. Was danach passiert, ist noch gruseliger als alles, was im Film dargestellt wird. Laut Andrea hebt sich der Stuhl vom Boden ab, mitsamt Carolyn drauf. Im nächsten Augenblick wird sie quer durch den Raum geschleudert. Rund sechs Meter weit vom Esszimmer bis in den angrenzenden Salon. Alles geschieht so schnell, dass niemand rechtzeitig reagieren kann. Eben sitzt Carolyn noch am Tisch, dann liegt sie auf einmal im nächsten Raum. Andrea glaubt im ersten Moment, ihre Mutter sei tot. Und was das Ganze noch unheimlicher macht, auf den Tonaufnahmen soll während der gesamten Seance nur weißes Rauschen zu hören sein. Die Kameras, die alles hätten filmen sollen, seien später kaputt im Keller gefunden worden. Es gibt also kein Bild von dem Stuhl in der Luft, keine Aufnahmen der fremden Stimme, die aus Carolins Mund kommt. Vater Roger hat genug. Er fordert die Warrens auf, sofort das Haus zu verlassen und sich nie wieder blicken zu lassen. Die Geisterjäger, das Medium, der Priester und das technische Team verschwinden aus dem Farmhaus. Carolyn bleibt zurück. Sie kann sich später kaum an etwas von diesem Abend erinnern. Ihre Erinnerung endet ungefähr dort, wo die Warrens das Haus betreten. Alles, was danach passiert, weiß sie nur von den Leuten, die dabei waren. Die Geschichte ist so spektakulär, dass es natürlich auch Skeptiker gibt. Zum Beispiel wird angezweifelt, ob Andrea und ihre kleine Schwester die ganze Seance von ihrem Versteck aus überhaupt sehen konnten. Als ein Autor des Skeptical Enquirer das Farmhaus besucht, kommt er zu dem Schluss, dass man von der Treppe kaum ins Esszimmer schauen kann. Darüber hinaus gibt es für die Arbeit der Warrens bis heute keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege. Ein Neurologe und Skeptiker äußert sich gegenüber USA Today, dass Ed und Lorraine Warren vor allem sehr gute Erzähler von Geistergeschichten gewesen seien. Andere Kritiker gehen sogar noch weiter und werfen dem Ehepaar vor, die Angst verzweifelter Familien verstärkt zu haben, um daraus spektakuläre Geschichten zu machen. Tochter Andrea hat zu den Warrens eine gemischte Meinung. Die Seance finden sie unverantwortlich. Sie glaubt, dass das Medium eine Tür geöffnet hat, die niemand im Raum wieder schließen konnte. Trotzdem hält sie Ed und Lorraine nicht für Menschen, die ihrer Familie absichtlich schaden wollten. Lorraine habe ihr Jahrzehnte später gestanden, dass sie und Ed schon beim Betreten des Farmhauses überfordert gewesen seien. Sie hätten helfen wollen, sie hätten nur nicht gewusst wie. Die Familie bleibt also allein zurück. Und wenn Andrea recht hat, steht die Tür, die an diesem Abend geöffnet wurde, noch immer offen. Die Angriffe werden nach der Seance zwar seltener, aber Carolyn hört weiterhin Schritte, Stimmen und das leise Weinen von Kindern. Eines Nachts ist der Rest der Familie schon im Bett. Das Esszimmer ist aufgeräumt, als sie von genau dort gedämpfte Stimmen hört. Es klingt, als würden mehrere Menschen miteinander reden. Dazwischen klappert Geschirr. Carolyn läuft durch den dunklen Salon und bleibt im Durchgang zum Esszimmer stehen. Sie kann nicht glauben, was sie da sieht. Vor ihr sitzt eine fremde Familie beim Abendessen. Das Zimmer sieht aber verändert aus. Der Tisch steht nicht so im Raum, wie Carolyn ihn kennt, und in der alten, zugemauerten Feuerstelle brennt jetzt ein Feuer. Eine Frau steht über den Flammen und schickt ein paar Kinder zu den Bänken am Tisch. Dort sitzen zwei Männer. Für einen Moment scheint niemand Carolyn zu bemerken. Die Familie isst und unterhält sich, als gehöre ihr das Haus und als hätten Roger, Carolyn und die Mädchen dort niemals gelebt. Dann dreht einer der Männer langsam den Kopf in Richtung Salon. Sein Blick bleibt genau an Carolyn hängen. Er stößt den Mann neben sich an und deutet auf sie. Plötzlich ist es ganz still am Tisch. In diesem Moment fällt es Carolyn wie Schuppen von den Augen. In diesem Esszimmer sind nicht die Menschen am Tisch die Geister. Carolyn selbst ist der Geist. Sie steht im selben Raum, aber offenbar in einer anderen Zeit. Vielleicht blickt sie gerade in die Vergangenheit des Hauses. Vielleicht sieht sie aber auch nur etwas, das von Jahren voller Angst, Schlafmangel und Erschöpfung in ihrem Kopf erzeugt wird. Für Carolyn fühlt es sich aber an, als hätte sich für einen Augenblick eine zweite Welt über ihre eigene gelegt. Andrea bezeichnet das Farmhaus deshalb später als ein Portal, das sich als ganz gewöhnliches Haus tarnt. Gleichzeitig ist es dieser gruselige Moment, der ihrer Mutter hilft, sich durch die Erschöpfung und Müdigkeit zurück zu ihrer Familie zu kämpfen. Denn in ihrer eigenen Zeit warten fünf Töchter auf sie. Trotz allem, was die Familie in den Jahren im Farmhaus erlebt, bleibt sie dort wohnen. Erst 1980 hält Carolyn es nicht länger aus. Sie stellt ihren Mann Roger schließlich vor die Wahl. Entweder sie ziehen aus oder sie wird einen weiteren Winter nicht dort überleben. Das Haus ist schon ohne Geister im Winter brutal kalt und nach fast zehn Jahren ist von der Begeisterung des Einzugs kaum noch was übrig. Roger nimmt seine Frau dieses Mal ernst. Während Andrea mittlerweile schon am College in Pennsylvania ist, werden im Farmhaus wieder Kisten gepackt. Andrea ist am Boden zerstört, als sie davon erfährt. Für sie war das Farmhaus trotz allem ihr Zuhause. Auch einige ihrer vier Schwestern wollen nicht gehen. Eine Schwester überredet den neuen Besitzer sogar, noch ungefähr ein Jahr bleiben zu dürfen. Carolyn dagegen steigt mit Roger und den jüngeren Töchtern ins Auto und fährt rund 20 Stunden nach Georgia. Beim Wegfahren macht sie ihrer Familie klar, dass sie dieses Grundstück nie wieder betreten wird. Doch kaum ist das Farmhaus über 1000 Kilometer entfernt, klopft die Vergangenheit wieder an. Lorraine Warren ruft wenige Monate nach dem Umzug bei der Familie in Georgia an. Laut Andrea will sie alles, was passiert ist, als Buch und möglicherweise als Film veröffentlichen lassen. Es soll um sehr viel Geld gehen, aber Carolyn lehnt ab. Und dann soll laut Andrea Folgendes passiert sein. Noch in derselben Nacht geht Carolyn zur Waschmaschine, als sich eine 90 Kilogramm schwere Tür löst, die eigentlich fest mit der Wand verschraubt ist. Die stürzt auf Carolyn. Sie erleidet eine Gehirnerschütterung und drängt sich die Schulter aus. Als Lorraine am nächsten Morgen nochmal anruft, fällt die Absage noch deutlicher aus. Carolyn will nicht, dass die Geschichte erzählt wird und sie will auch keinen weiteren Kontakt. Vielleicht war der Sturz der Tür nur ein unheimlicher Zufall, aber für Carolyn ist die Sache damit beendet. Für ihre älteste Tochter allerdings nicht. Im August 2007 beginnt Andrea heimlich, die Erinnerung ihrer Familie aufzuschreiben. Mehr als 30 Jahre später. Sie erzählt nicht einmal ihren Schwestern davon, weil sie fürchtet, jemand könnte sie davon abhalten. Es scheint aber Schicksal zu sein, denn nur sechs Wochen später meldet sich ein Filmproduzent aus Hollywood bei ihr, obwohl niemand wissen kann, woran sie gerade arbeitet. Ganz aus dem Nichts kommt dieser Anruf allerdings nicht. Die Warrens haben den Fall der Familie schon Jahrzehnte zuvor auf Tonband festgehalten. Ein Filmproduzent kennt also schon lange vor Andreas Büchern eine Aufnahme, auf der Ed Warren mit Carolyn über das Farmhaus spricht. Die Geschichte hat das Haus also schon verlassen, bevor Andrea überhaupt auch nur eine Seite schreibt. Aus ihrer Feder entstehen schließlich drei Bände mit dem Titel House of Darkness, House of Light. Der erscheint 2011, knapp 31 Jahre nach dem Auszug und rund 40 Jahre nach den ersten übernatürlichen Erlebnissen. Das ist ein recht großer Abstand, was Andreas Erinnerung natürlich nicht automatisch falsch macht, aber wir wollen trotzdem erwähnen, dass viele Details eben erst Jahrzehnte später als Erzählungen veröffentlicht werden. Zwei Jahre nach dem ersten Band erscheint 2013 Conjuring die Heimsuchung im Kino und macht aus dem abgelegenen Farmhaus einen der berühmtesten Spukorte der Welt. Andrea betrachtet den Film mit gemischten Gefühlen. Nur ungefähr 5% des Films würden der wahren Geschichte entsprechen. Gleichzeitig ist sie dem Film dankbar, weil der Erfolg ihrer Familie überhaupt erst eine Plattform gegeben habe. Andrea besucht mittlerweile Veranstaltungen und spricht in Dokumentationen. Ihre Mutter Carolyn ist mit all dem vollkommen anders umgegangen. Als der Film rauskommt, will sie ihn nicht anschauen. Diese unterschiedlichen Reaktionen erklären auch den Titel von Andreas Büchern, House of Darkness, House of Light, weil das Leben im Farmhaus für die Familie beides war, Dunkelheit und Licht. Je bekannter die Geschichte wird, desto mehr Menschen versuchen, eine ganz vernünftige Erklärung für all das zu finden. Der Skeptical Inquirer untersucht viele der bekanntesten Geschichten und kommt zu einem nüchternen Ergebnis. Die Kellertür, die sich nachts von selbst öffnet, hatte einfach einen verzogenen Rahmen, sowie einen alten Riegel, der bei Kälte oder durch eine Diele aufspringen könnte. Die Fliegen mitten im Winter könnten harmlose Clusterfliegen gewesen sein, die in alten Häusern überwintern. Bei der blutenden Orange könnte es sich um eine Blutorange gehandelt haben und die Frau hinter Christine im Fenster um eine doppelte Spiegelung im welligen alten Glas. Auch für die Gestalt, die Carolyn nachts über ihrem Bett sieht, könnte es eine Erklärung geben. Schlafparalyse. Und als auf dem Grundstück sogar mittels eines Bodenradars gesucht wird, finden sich keine Gräber von sieben toten Soldaten, wie es eine Tochter beschrieben hat. Auch die Wände sind schlicht nicht dick genug, um dort jemanden einzumauern. Fast jedes unheimliche Detail bekommt bei den Skeptikern eine mögliche Erklärung verpasst. Nur beweisen diese Erklärung nicht, was die Familie damals gesehen, gehört und gespürt haben will. Sie zeigen lediglich, was es auch gewesen sein könnte. Die Menschen, die später im Farmhaus leben, erzählen nicht alle dieselbe Geschichte. Nach Carolins Familie leben Gerald und Norma dort, von 1987 bis 2019. Sie berichten, dass sie dort nichts Übernatürliches erlebt haben. Sie haben eher Angst vor Fremden, die sich wegen des Kinofilms nachts auf das Grundstück schleichen, um dort nach Geistern zu suchen. Die darauffolgenden Besitzer meinen dagegen seltsame Geräusche, Schatten und Schritte zu hören. Sie öffnen das Anwesen für Besucher, die dafür bezahlen, einige Stunden oder sogar eine ganze Nacht in den Zimmern zu verbringen. Das treibt auch den Kaufpreis in die Höhe, als das Haus 2022 für mehr als 1,5 Millionen Dollar verkauft wird. Das ist mehr als dreimal so viel, wie noch drei Jahre zuvor dafür gezahlt wurde. Geister verkaufen sich also ganz gut. Seit Juni 2026 gehört das Haus laut Grundbuch der Gemeinde einem paranormalen Ermittler. Rund um den Kaufsinn stand August 2026 aber noch rechtliche und finanzielle Fragen offen. Er will das Haus irgendwann wieder für Besucher öffnen. Wann genau, steht aber noch nicht fest. Andrea kehrt immer mal wieder zum alten Farmhaus zurück. Carolyn nicht. Sie hat die Eingangstür im Jahr 1980 ein letztes Mal hinter sich geschlossen. Seitdem sind unzählige Menschen durch diese Tür gegangen. Nur sie selbst nie wieder. Carolyn lebt mittlerweile nicht mehr. Was die Geschichte der Familie bis heute so unheimlich macht, ist, dass es bis heute einfach keine eindeutigen Antworten gibt. Für fast jedes Geräusch, jede offene Tür und jede Gestalt im Fenster gibt es eine mögliche Erklärung. Aber keine dieser davon kann uns ins Farmhaus von 1971 zurückbringen. Niemand stand neben Carolyn, als aus einer orange-rote Flüssigkeit getropft ist. Niemand lag bei Cindy im Bett, während Stimmen aus der Dunkelheit von sieben toten Soldaten geflüstert haben. Und niemand kann wissen, was Andrea durch den Türspalt im Esszimmer wirklich gesehen hat. Sicher ist nur, dass sieben Menschen in dieses Haus eingezogen sind und es nicht mehr als dieselbe Familie verlassen haben. Stellt euch vor, ihr würdet in diesem Haus übernachten. Vielleicht würdet ihr morgens aufstehen, lachen und sagen, dass dort gar nichts ist. Vielleicht würdet ihr aber auch auf dem Weg zur Küche am Esszimmer vorbeikommen, im Augenwinkel einen fremden Mann am Tisch sehen und erst dann bemerken, dass er nicht euch anstarrt, sondern etwas, das direkt hinter euch steht. Also das ist ja wohl mal hier ein Paradebeispiel für einen paranormalen Fall in der schwarzen Akte, würde ich mal sagen. Patrick, hast du den Film gesehen, Conjuring? Ja, ist schon ein bisschen her, aber ich habe auf jeden Fall, kann man bei einem Horrorfilm positive Erinnerungen sagen. Ich fand, der war voll gut. Also, ich bin bei Horrorfilmen immer so hin und her gerissen, weil ich bin auch, so ein Fan von guter Story und ich finde einfach der erste Teil von Gun Conjuring, der hatte einfach richtig coole Schreckenmomente und die Story drumherum, das haben wir heute ja auch gehört, ist einfach super, super interessant. Hast du den jemals geguckt? Nein, und ich werde ihn mir auch leider niemals ansehen können, weil ich viel zu viel Angst habe. Und jetzt durch die Folge, durch den Fall heute, weiß ich ja auch, was mich da erwartet. Nein, also ich ertrage das leider nicht. Der Reiz um Horrorfilme oder um solche paranormalen Filme, der ist mir natürlich schon durchaus bewusst. Und ich habe auch mal solche Filme geschaut. Aber ich weiß, ich kann dann nächtelang nicht pennen. Und dann ist es mir irgendwie nicht wert, zwei Stunden... Guten, gruseligen Film zu gucken, wenn ich weiß, ich habe die nächsten Nächte Probleme zu schlafen. Ja, kann ich komplett nachvollziehen. Also deswegen tue ich mich da gerne auch sehr gerne mal schwer mit Horrorfilmen, bin ich ganz ehrlich. Ich picke mir dann immer die halt raus, wie gesagt, mit guter Story. Da gibt es einige. Ich finde auch die Smile-Filme zum Beispiel, große Empfehlung, was das angeht. Die fand ich sehr interessant. Die wirst du jetzt wahrscheinlich nie gucken, aber das geht dann eher an die Leute da draußen. Und was ich ehrlich gesagt irgendwie lustig finde, ist, dass die ja diese Seance gemacht haben. Also zwei Punkte dazu. Erstens, irgendwie müssen die technischen Teams immer komplett scheiße sein, weil ständig funktioniert da irgendwas nicht. Wir kriegen nie die Gesichter zu sehen. Und zweitens, stell dir mal vor, du bist sowieso schon fast dabei. Dich in eine Psychose zu reiten, weil du dir halt einredest, du siehst Geister und alles und dann kommen auf einmal Leute zu dir, die dir sagen, ja, du hast recht, ja, wir machen das alles jetzt noch schlimmer, weil wir rufen jetzt mit einem Medium die Geister nochmal rein. Die verstärken so gesehen, die Effekte einfach nur bei den Leuten noch mehr. Deswegen denke ich mir, jedes Mal, wenn wir darüber sprechen, dass die da eine Seance machen, das macht das Ganze doch nur noch unheimlicher. Das macht das alles doch nur noch schlimmer. Ja, voll. Und ich finde es auch krass, dass die da zehn Jahre in diesem Farmhaus gelebt haben. Obwohl die unheimlichen Vorkommnisse ja relativ zeitnah angefangen haben nach Einzug. Also am Einzugstag eigentlich. Als Andrea da diesen Geist gesehen hat, den ihre Mutter da ja noch nicht gesehen hat. Also ich finde, das ist einfach ein unfassbar langer Zeitraum. Aber klar, als siebenköpfige Familie einfach mal so umzuziehen, obwohl du gerade ein Farmhaus gekauft hast. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten machst du halt dann doch irgendwie nicht. Aber überleg mal, zehn Jahre, das ist so eine lange Zeit, in der es der Mutter Carolyn einfach so unfassbar schlecht ging. Nicht nur körperlich, sondern ja eben auch mental. Also ja, haben die eine Weile durchgezogen. Ja, war ich ehrlich gesagt auch voll überrascht, als wir darüber gesprochen haben. Gleichzeitig finde ich es dann auch sehr interessant, diejenigen, die da danach drin gewohnt haben, haben ja gesagt, nö, war eigentlich alles in Ordnung hier. Nur die Leute, die halt zu dem Grundstück kommen wegen des Films, sind viel gruseliger, was ich auch komplett checke, holy shit. Aber da dachte ich mir auch so, die, die danach danach dann wieder eingezogen sind, also jetzt ganz aktuell ja dann scheinbar da drin wohnen, die sagen ja dann jetzt wieder, ja, wir hören hier Geräusche und alles, aber die sind halt auch diejenigen, die wieder Geld da rausschlagen wollen. Die, die da fordert, also die als zweites da drin gewohnt haben, die gesagt haben, nö, alles ist in Ordnung. Die wollten da ja wirklich nur drin wohnen. Alle anderen, die aber sagen, da ist was, alle anderen verdienen halt Geld daran. Hat ein kleines Geschmäck, hat dein Gesichtsausdruck an. Könntest du dir vorstellen? Ich glaube, das haben wir in einer anderen Folge vor Ewigkeiten schon mal besprochen oder gefragt, aber würdest du eine Nacht dort übernachten, in diesem Farmhaus? Alleine schon, weil ich den Film sehr cool fand. Ja, definitiv. Wie sieht es bei dir aus? Das sagst du gerade einfach mit einem Grinsen im Gesicht. Nein, auf gar keinen Fall. Nein. Also, wenn ich eine Nacht nicht schlafen möchte, dann ja. Aber ich weiß nicht, oder ihr wisst es ja von mir, dass ich an sich nicht an paranormale, übernatürliche Dinge glaube. Und trotzdem, wenn ich diese ganzen Details jetzt hier aus der Folge, aus dem Fall höre, macht mir das Angst. Und trotzdem könnte ich dann da nicht übernachten. Obwohl ich rationale Erklärungen versuchen würde zu finden, würde ich mich viel zu sehr gruseln, vor allem in Kombination mit der Dunkelheit. Also da musst du dann leider alleine hingehen. Ich mache dann einfach eine fette Party mit den Geistern. Ich habe letztens auf Instagram so ein gruseliges Video gesehen, da ist einer in so ein Lost Place gegangen, hat eine richtig fette Musikbox mitgebracht, richtig fetten Techno-Beater rausgehauen. Es war auch dunkel draußen und dann läuft er da durch diese dunklen Gänge und dann kracht halt auch eine Tür einfach vor ihm so um und dann dreht er um, geht so in die andere Richtung, macht da weiter seine Party und ich dachte mir, holy shit, das würde ich auf gar keinen Fall machen. Das spricht jetzt nicht gerade für den Fall, dass ich in dieses Haus gehen würde, aber ich würde dann einfach mit den Geistern Party machen und mit Friends mal gucken, mit Freunden, wer Bock hat, noch mitzukommen. Okay, also alle, die Lust haben, aus unserer Community da mit Patrick mal zu übernachten, ihr seid herzlich eingeladen, ihm auf Instagram zu schreiben. Perfekt, ist das ein Übergang in die Personalakte? Steht bei dir irgendwas an die Woche eigentlich? Ich habe jetzt eher wieder mal eine Buchempfehlung dabei. Ja, let's go. Ich habe nämlich am Ende des Urlaubs ein Buch gelesen, also ich habe sehr viele gute Bücher im Urlaub gelesen, aber ein offiziell Psychothriller hat mir dabei nochmal besonders gut gefallen. Ihr wisst, ich lese ja sehr viele Krimis und Psychothriller und der eine namens Seltsame Sally Diamond von Liz Nugent, glaube ich spricht man ihren Namen aus, hat mir da nochmal jetzt ganz besonders gut gefallen. Vielleicht habt ihr das schon mal irgendwo gesehen. Es hat auch so ein ganz auffälliges gelbes Cover. Und es geht darin um eine Frau namens Sally Diamond. Die ist Anfang 40 und die gilt in ihrem irischen Dorf als ein bisschen seltsam. Sie meidet zum Beispiel soziale Kontakte, sie versteht keine Ironie, keinen Sarkasmus und lebt ziemlich abgeschottet. Als ihr Adoptivvater stirbt, das passiert auch gleich zu Beginn des Buchs, da erinnert sie sich an einen eigentlich eher scherzhaft gemeinten Satz. Den er mal zu ihr gesagt hat, nämlich, wenn er stirbt, dann könne sie ihn einfach mit dem Müll entsorgen. Das hat er zu seiner Adoptivtochter gesagt. Und Sally macht aber auch genau das und weckt damit natürlich das Interesse der Polizei und der Öffentlichkeit, weil man kann eine Leiche nicht einfach so mit dem Hausmüll entsorgen. Und Sally erfährt dann durch Briefe und anonyme Postsendungen nach und nach die Wahrheit über ihre frühere Kindheit. Und die ist wirklich zutiefst schockierend und öffnet nochmal eine ganz neue Ebene in der Geschichte. Und im Zuge dessen enthält der Roman auch noch eine zweite Erzählperspektive, die sich dann langsam mit der Geschichte von Sally verknüpft und ja, eine ziemlich düstere Familiendynamik aufrollt. Also das Buch ist schon, oder der Inhalt ist schon harter Tobak, aber ich fand, ja, die Art, wie das Buch geschrieben ist, wie es erzählt wurde, den Inhalt fand ich wirklich richtig spannend. Ich habe das Buch super schnell durchgelesen und ja, unbezahlte, ganz große Empfehlung hier von meiner Stelle. Seltsame Sally Diamond. Ich finde, wir brauchen einen Booktalk mit dir, Anne. Wie viele Seiten schaffst du pro Woche zu lesen im Schnitt? Ui, das kann ich so nicht sagen. Kommt immer ein bisschen auf die Zeit drauf an, wie viel Zeit ich habe. Aber ich würde mal sagen, so ganz grob, je nach Länge des Buches, schaffe ich ein Buch in anderthalb Wochen. In anderthalb Wochen? Ja, kommt drauf an. Wenn es viel zu tun gibt hier für den Podcast oder andere Projekte, dann brauche ich ein bisschen länger. Aber so grob im Schnitt würde ich sagen, anderthalb Wochen pro Buch. Ich merke gerade, wie langsam ich einfach lese. Also ich meine, die Bücher, die ich lese, die schaffe ich wahrscheinlich nicht mal teilweise in anderthalb Monaten. Ich versuche wirklich mir immer vorzunehmen, so pro Tag jetzt fünf bis zehn Seiten zu lesen. Aber irgendwie, ich schlafe auch einfach ein beim Lesen. Ich weiß nicht, wie ist es bei dir? Ich bin letztens, ich habe mir das vorgenommen, so nach dem Essen, ich mache so noch ein bisschen Pause. Ich schäme mich wohin auf die Couch, lese ein, zwei Seiten und dann werde ich einfach müde. Meine Augen fallen einfach zu. Ja, mein Freund liest auch immer, also wir lesen abends immer noch im Bett ein bisschen. Und der pennt auch immer so nach einer Seite ein. und ich bin dann aber drin an der Story. Ich will dann wissen, wie geht es weiter, wie geht es weiter, was passiert, was passiert und lese dann halt noch so eine halbe Stunde, Stunde, muss das Buch irgendwann wegpacken. Also ich werde davon halt nicht müde. Das ist ein Problem. Nein, eigentlich ist das ja auch was Schönes, aber ja, so komme ich dann halt auf viele Bücher innerhalb kurzer Zeit. Immer positiv sehen. Du schaffst ganz viele Bücher und ich kann ganz viel schlafen. So wie vielleicht jetzt auch der Großteil der Leute, die jetzt hier gerade zuhören. Falls nicht, schreibt gerne mal, wie viele Seiten ihr so pro Woche lest. Und damit würde ich sagen, wäre das ein wunderbarer Abschluss für die Personalakte. Und wir schließen generell diese Paranormale Akte für heute und hören uns ja dann auch schon kommenden Dienstag wieder, überall wo es Podcasts gibt. Wir sind eure Hosts Anne Luckmann und Patrick Strobusch. Redaktion Johanna Müßiger und wir. Schnitt Anne Luckmann. Produktion Nadine Lenfer-Unterweger und Lea Backes. Die schwarze Akte ist eine Produktion der Julep Studios. Besonderer Dank geht an Falco Schulte.