Diese Episode enthält explizite Details über einen wahren Kriminalfall. Weitere Infos in der Folgenbeschreibung. Sarahs ganzer Körper ist über und über von Insekten bedeckt. Überall um sie herum krabbelt es. Auf ihrer Decke, dem Kissen, dem Bettlaken. Panisch schwingt die Achtjährige ihre Beine aus dem Bett und muss kurz innehalten. Ihr ist so schwindelig. Es kommt ihr vor, als würde das ganze Zimmer schwanken. Sie fühlt sich wie auf einem Boot, das von Wellen hin und her geschaukelt wird. Sarah weiß, dass sie nur geträumt hat. Aber es hat sich einfach so echt angefühlt, wie die Insekten über sie krabbeln. Vorsichtig steht sie auf und schleicht rüber zum Schlafzimmer ihrer Eltern. Bei so einem Albtraum kann nur noch ihre Mutter helfen, die zum Glück auch schnell wach ist. Sie tröstet Sarah, gibt ihr noch etwas zu trinken und bringt sie dann zurück in ihr Bett. Doch dann wird es plötzlich seltsam. Beim Rausgehen macht die Mutter nämlich das Licht aus und die Tür zu. Obwohl sie eigentlich ganz genau weiß, dass Sarah es lieber mag, wenn draußen vom Flur etwas Helligkeit in ihr Zimmer kommt. Aber zum Glück findet Sarah recht schnell in den Schlaf zurück. Nur um etwas später aber wieder aufzuwachen. Denn sie hört gedämpfte Stimmen und meint, ihre Mutter und ihren Opa zu erkennen, der an dem Tag spontan zu Besuch gekommen ist. Aber warum sind sie wach? Es ist doch mitten in der Nacht. Sarah ahnt nicht, dass es eine Nacht ist, die ihr Leben für immer verändern wird.
Das nächste Mal erwacht sie aus ihrem unruhigen Schlaf, weil plötzlich ein Polizist in ihrem Zimmer steht. Sie weiß sofort, dass etwas passiert ist. Vielleicht ein Einbruch? Zum Glück ist der Polizist sehr nett und Sarah fühlt sich in seiner Gegenwart sicher. Da ihr immer noch schwindelig ist, bietet er an, sie die Treppe herunterzutragen, bis in den Keller, wo das Gästezimmer für Oma und Opa ist. Sarah hört, dass im Haus viel los ist. Fremde Schritte, leises Gerede, knisternde Walkie-Talkies. Sie denkt sich nichts weiter dabei, als der Polizist ihr die Augen zuhält und sie durch den Flur trägt Erst später wird sie begreifen, dass er versucht hat, sie zu schützen Zu schützen vor dem Anblick des ganzen Blutes um sie herum Musik.
Und damit herzlich willkommen zur 299. Folge der schwarzen Akte mit Patrick Strohbusch und mit Anne Luckmann. Hello! Und wir nehmen euch heute wieder mit in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Oder anders gesagt, in das Land, von dem es heißt, dass Träume dort wahr werden könnten. Werbung. Werbung Ende. Dieses Mal geht es in ein kleines, charmantes Städtchen namens Walburg. Das liegt in North Carolina, also recht weit im Osten der Vereinigten Staaten. Bis nach Washington D.C. sind es gute fünf Stunden mit dem Auto.
Knapp 3500 Menschen wohnen in Walburg und genießen die ländliche Ruhe. Das Leben hier ist entspannt und verhältnismäßig sicher. Die Kriminalitätsrate liegt unter dem nationalen Durchschnitt. Die Nachbarschaft, in der Sarah mit ihrer Familie lebt, heißt Meadowlands. Sie gilt als eher wohlhabende Gegend mit malerischen Wanderwegen, Seen, Teichen und einem großen Naturpark. Das gesamte Viertel wurde extra so angelegt, dass es groß und klein alle möglichen Annehmlichkeiten bietet. Von Golfplätzen über Schwimmbäder bis hin zu Spielplätzen. Wer es sich leisten kann, der kann es sich dort richtig gut gehen lassen.
Zeitlich befinden wir uns im Jahr 2015. Ein Jahr, das sich auf seine ganz besondere Weise in das popkulturelle Gedächtnis unserer Zeit eingebrannt hat. Es ist nämlich das Jahr, in dem der Ausdruck Netflix and Chill zum ersten Mal viral geht. Seit gut einem Jahr ist Netflix zu der Zeit in Deutschland am Markt. Und die klassischen Fernsehsender müssen sich dringend überlegen, wie sie damit umgehen sollen, dass immer mehr Leute streamen, statt fernzusehen. Bei dem einen oder anderen kommt der erste Frust auf, weil man plötzlich alle möglichen Abos bei Streaming-Anbietern abschließen muss, um all die Filme zu sehen, die früher einmal im Fernsehen liefen. Ein Problem, das sich auch mehr als zehn Jahre später immer noch nicht geändert hat. Beim Shopping zahlen 2015 immer mehr Menschen mit dem Handy statt mit der EC-Karte. Tatsächlich wird der gesamte Alltag zunehmend smarter. Fitness-Tracker und Smart Homes werden immer beliebter. Die sozialen Medien nehmen eine immer wichtigere Rolle im Leben vieler User ein. Facebook ist 2015, gefolgt von damals Twitter, die weltweit am meisten genutzte Plattform und bringt immer wieder neue Trends und Debatten hervor. Erinnert ihr euch zum Beispiel noch an die virale Diskussion über dieses eine Kleid, das für jeden eine unterschiedliche Farbe hatte? Oder an die Bulldogger Otto, die beim Skateboardfahren einen neuen Weltrekord aufgestellt hat? Das war 2015.
Falls nicht, kein Problem. Der meiste Content aus Social Media zeichnet sich ja auch einfach durch seine Kurzlebigkeit aus. Ganz im Unterschied zu einigen Songs, die 2015 veröffentlicht wurden und deren Melodien man bis heute noch im Ohr hat. Zum Beispiel See You Again von Wiz Khalifa, Bad Blood von Taylor Swift oder Sorry von Justin Bieber. Aber auch politisch war 2015 einiges los. Der Anschlag auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo im Januar zum Beispiel, nachdem Millionen Menschen weltweit online ihre Solidarität mit dem Hashtag Je suis Charlie bekundet haben. Zwei Monate später lässt der Co-Pilot einer Germanwings-Maschine das Flugzeug über den französischen Alpen abstürzen. Und im September des Jahres wird der Dieselskandal bei VW öffentlich.
Angela Merkel wird vom Time Magazine zur Person of the Year gewählt und schreibt sich mit ihrer Wir-schaffen-das-Aussage angesichts der zunehmenden Migration nach Europa in die Geschichtsbücher ein. Das Wort des Jahres ist, passend dazu, der Ausdruck Flüchtlinge. Zum Jugendwort wird Smombi gewählt, eine Kombination aus Smartphone und Zombie, die beschreibt, wie Menschen durch die Gegend laufen und nur auf ihr Handy schauen, ohne irgendwas anderes in ihrem Umfeld wahrzunehmen. Allein das sagt ja schon viel aus. Vor allem, weil das Smartphone nach wie vor im Leben vieler Menschen ein unverzichtbarer Bestandteil ist. Ebenso wie die sozialen Medien. Dass Facebook und Co. aber nicht nur kurzweilige Unterhaltungen, sondern auch echten emotionalen Stress bedeuten können, das wird im Laufe unseres heutigen Fights unter anderem auch noch Thema werden. Aber starten wir von ganz vorn. Und zwar mit einem Notruf, der in den frühen Morgenstunden des 2. August 2015 in der Zentrale von Davidson County eingeht. Wir knüpfen hier schon direkt an das Intro an. Die Nacht vom 1. auf den 2. August 2015 ist die Nacht, in der die kleine Sarah ihren Albtraum mit den Insekten hat. Im Haus befinden sich Sarah, ihr Bruder, ihre Eltern und auch ihre Großeltern mütterlicherseits, die anscheinend spontan an dem Tag zu Besuch gekommen sind. Es ist drei Uhr morgens und eigentlich sollten alle tief schlafen. Aber daran ist in dieser Nacht nicht zu denken. Es ist Sarahs Opa Tom, der den Notruf gewählt hat.
Wir stellen euch den Anfang des Gesprächs jetzt kurz nach.
Notrufzentrale Davidson County 911. Tom sagt, mein Schwiegersohn ist mit meiner Tochter in einen Streit geraten. Ich habe eingegriffen und es steht schlecht um ihn. Wir brauchen Hilfe. Zentrale? Okay, was meinen Sie mit, es steht schlecht um ihn? Ist er verletzt? Tom sagt, er blutet überall und ich, es könnte sein, dass ich ihn getötet habe. Die Beamtin in der Notrufzentrale schickt sofort ein Rettungsteam los. Und versucht parallel durch das Telefon Wiederbelebungsmaßnahmen anzusagen. Sie gibt einen Rhythmus vor, an dem Tom sich orientieren kann, während er eine Herzdruckmassage bei seinem Schwiegersohn durchführt. Unterstützt wird er von seiner Tochter Molly, die ebenfalls dabei hilft, das Leben ihres Ehemannes zu retten. So zumindest klingt es für die Beamtin in der Notrufzentrale, die das Ganze ja durchs Telefon mitbekommt. Es dauert nicht lange, bis die ersten Einsatzkräfte vor Ort sind. Sarah und ihr Bruder schlafen tief und fest, während ihr Vater Jason nur ein paar Schritte entfernt um sein Leben kämpft. Als die Polizei eintrifft, ist Jason nicht ansprechbar. Er befindet sich im Schlafzimmer und es ist offensichtlich, dass er schwer verletzt ist. Sein Kopf sieht aus, als habe jemand mehrfach mit einem harten Gegenstand dagegen geschlagen. Er stirbt noch in derselben Nacht.
Das gesamte Zimmer sieht aus wie in einem Horrorsplitter-Film. Überall ist Blut. An den Wänden, auf dem Boden, auf dem Bett. Nicht nur im Schlafzimmer, sondern auch im Flur und im Bad. Jemand muss Jason mit solcher Gewalt geschlagen haben, dass sein Blut bis an die Wand gespritzt ist. An einigen Stellen sind sogar Löcher in den Wänden zu erkennen, die durch die Wucht der Schläge entstanden sein müssen. Eine Polizistin wird später sagen, dass sie in ihrer gesamten Laufbahn fast keinen Tatort gesehen habe, der so blutig war wie Jasons Schlafzimmer. Ein Ersthelfer fragt direkt, wo denn die Pistole sei, da er bei dem ganzen Blut davon ausgeht, Jason sei erschossen worden. Aber es gibt keine Pistole. Denn Jason wurde zu Tode geprügelt, mit einem Baseballschläger und einem Ziegelstein, die beide noch vollkommen blutverschmiert am Tatort auf dem Boden liegen. Zu Tode geprügelt von seiner Ehefrau und seinem Schwiegervater.
Während Sarah vermutlich friedlich im Bett geschlafen hat. Jason ist zum Zeitpunkt seines Todes 39 Jahre alt. Ihr merkt schon, in diesem Fall geht es heute nicht darum, den Täter oder die Täterin in einem Verbrechen zu finden. Es geht darum festzustellen, ob überhaupt ein Verbrechen vorliegt. Oder ob es sich um Notwehr gehandelt hat, wie Tom und seine Tochter Molly der Polizei jetzt erklären. Die beiden berichten, dass es einen heftigen Streit zwischen dem Ehepaar gegeben habe und dass Jason seine Frau Molly angegriffen habe. Tom habe nichts anderes getan, als seine Tochter zu beschützen, was wohl jeder Vater tun würde, wie er betont. Und Molly? Die habe einfach nur versucht, ihr eigenes Leben zu retten. Wir lassen das jetzt erstmal so stehen, aber wir können euch versprechen, dass wir uns in dieser Folge noch sehr viel detaillierter mit dieser Notwehrbehauptung auseinandersetzen werden. Es ist praktisch die Quintessenz dieses Falls. Wenn es wirklich Notwehr war, dann sind Tom und Molly unschuldig. Aber was wenn nicht? Was wenn wir es hier mit einem kaltblütigen und ziemlich brutalen Mord zu tun haben?
Bevor wir aber darüber sprechen, wie die Polizei mit diesem Fall umgeht, möchten wir euch die einzelnen Beteiligten etwas genauer vorstellen. Wir haben euch ja jetzt schon einige Namen um die Ohren gehauen. Deswegen wird es Zeit, dass wir das Beziehungsgeflecht dieser Familie jetzt mal ein bisschen auseinanderdröseln. Starten wir mit dem Mann, der in jener Augustnacht im Jahr 2015 sein Leben verloren hat. Jason stammt ursprünglich aus Irland, und zwar aus der kleinen Stadt Limerick, die südwestlich im Land und ca. 2,5 Autostunden von Dublin entfernt liegt. Limerick ist eine lebendige, kulturell vielfältige und naturverbundene Stadt, die knapp 100.000 Menschen ihr Zuhause nennen. Und Jason ist einer von ihnen. Er wächst in einer großen, herzlichen Familie mit einem Zwillingsbruder und sechs weiteren Geschwistern auf. Er ist ein lebhafter, lustiger und herzlicher Mann, dem das Wohl seiner Familie wichtiger ist als alles andere. Mit seiner ersten Frau Margaret, von einem nur Max genannt, bekommt er zwei Kinder, Jack und Sarah. Es sind glückliche Zeiten für die kleine Familie. Max wird in Limerick sehr geschätzt. Sie arbeitet in einer Kinderkrippe. Jason verdient sein Geld als Werksleiter für ein multinationales Verpackungsunternehmen in der Pharmaindustrie. Max ist Jasons große Liebe. Doch das Schicksal hat tragischerweise seine ganz eigenen Pläne für die beiden.
Max leidet nämlich an einer schweren Form von Asthma und wird eines Abends im November 2006 vollkommen plötzlich von einem schlimmen Anfall aus dem Leben gerissen. Mit gerade mal 31 Jahren.
Jason war zu diesem Zeitpunkt 30 Jahre alt, sein Sohn Jack zwei und seine kleine Tochter Sarah erst zwölf Wochen. Von einem Moment auf den nächsten steht Jason jetzt allein da mit seiner Trauer und seinen zwei Kindern. Sie sind noch so klein, dass sie gar nicht richtig verstehen können, warum ihre Mutter plötzlich nicht mehr da ist. Ein Jahr nach ihrem Tod setzt Jason ein Testament auf, in dem er festlegt, dass im Falle seines Todes die Vormundschaft für Jack und Sarah an seine Schwester Tracy und ihren Mann David gehen soll. Jason entscheidet sich auch ziemlich schnell dafür, dass er zu Hause Hilfe braucht. Er kann unmöglich Vollzeit arbeiten und parallel seine zwei Kinder großziehen. Ganz zu schweigen von den niemals endenden Aufgaben im Haushalt. Also stellt er ein Au-pair-Mädchen ein. Und so kommt im März 2008 Molly zur Familie, etwa anderthalb Jahre nach Max plötzlichem Tod. Bei ihrer Ankunft in Irland ist sie 24 Jahre alt, also acht Jahre jünger als Jason.
Jack ist zu diesem Zeitpunkt drei und Sarah ein Jahr alt. Molly ist nicht das erste Au-pair, das Jason einstellt, sondern das vierte. Aber die meisten bleiben eben nur eine begrenzte Zeit, bevor sie wieder zurück nach Hause gehen. Aber nicht Molly. Molly wohnt eigentlich in den USA und hat sich auf die Stelle bei Jason beworben, weil sie auf der Suche nach einem Neustart ist. Mit ihrem Studium an der Uni hat es nicht so richtig geklappt und Molly weiß nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Sie weiß nur, dass sie etwas mit Kindern machen will. Sie ist selbst mit zwei kleinen Brüdern aufgewachsen und hat ihrer Mutter früher immer viel mit den beiden geholfen. Und genau so möchte sie jetzt auch Jason mit Jack und Sarah helfen. Molly hat direkt einen guten Draht zu den Kindern. Und auch mit Jason versteht sie sich gut. Sehr gut sogar. Die beiden kommen sich näher und Jason ist mehr als bereit, mit Molly die unendliche Lücke zu füllen, die Max in seinem Leben hinterlassen hat. Er ist einsam und Molly ist genau das, was er in diesem Moment braucht. Eine kluge, weltoffene, intelligente und attraktive junge Frau, die vielleicht, ganz vielleicht, wie eine Mutter für seine Kinder werden könnte. Jason und Molly verlieben sich und am Valentinstag 2010 macht er ihr einen Heiratsantrag. Das ist etwa zwei Jahre, nachdem Molly nach Irland gekommen ist. Da Molly großes Heimweh hat, beschließen die beiden, in die USA umzuziehen.
Jason verkauft sein Haus in Limerick und sämtliche Besitztümer, obwohl ihm dabei ziemlich das Herz blutet. Er liebt es einfach in seiner irischen Heimat. Aber er setzt alles auf eine Karte. Es soll ein Neustart für die ganze Familie werden und eine Chance für seine Kinder, mit einem Vater und einer Mutter aufzuwachsen. Im Frühsommer 2011 ziehen sie in die USA und ein paar Wochen später läuten auch schon die Hochzeitsglocken. Es könnte alles so schön sein. Hätte Jason dann nicht so ein Gefühl? Es ist schwer, dieses Gefühl zu beschreiben. Vielleicht ein wenig Zweifel, gepaart mit Unsicherheit. Aber auch mit jeder Menge Hoffnung. Molly hat Jason nämlich ein paar Wochen vor der Hochzeit offenbart, dass sie schon lange mit psychischen Problemen zu kämpfen habe und an einer bipolaren Störung leider. Sie habe sich sogar in einer geschlossenen Psychiatrie behandeln lassen, nur wenige Wochen, bevor sie ihren Job als Au-pair bei Jason und seinen Kindern angetreten hat. Jason ist davon ziemlich überrumpelt. Was Molly erzählt, passt gar nicht dazu, wie er sie kennengelernt hat. Er wundert sich auch, warum Molly diesen Teil von sich so lange vor ihm geheim gehalten hat.
Er macht sich Gedanken darüber, was das für ihre gemeinsame Zukunft bedeuten könnte. Besonders auch für seine Kinder, die Molly ja längst in ihr Herz geschlossen haben. Für Jason ist klar, er kann seinen Kindern nicht schon wieder eine Mutterfigur wegnehmen. Und bisher war es mit Molly und ihm ja richtig schön. Bestimmt wird alles gut werden. Außerdem ist es jetzt sowieso zu spät, um noch ein Rückkehr zu machen. Das Haus ist verkauft und der Jobwechsel mit der Arbeit geklärt. Er wird weiter für das gleiche Unternehmen arbeiten können, nur eben dann woanders.
Jason hat fast sein gesamtes Erspartes in das neue Haus in North Carolina investiert, das knapp 400.000 Dollar gekostet hat. Es soll seiner Familie in dem neuen Lebenskapitel an nichts mangeln.
Jason tut alles, damit seine Kinder und Molly glücklich sein können. Und er natürlich im besten Fall auch. Molly gibt er weitere 80.000 Dollar, damit sie das neue Haus schön einrichtet. Und er zahlt die knapp 50.000 Dollar für die Hochzeit aus eigener Tasche. Auch wenn sein neuer Schwiegervater Tom irritierenderweise behauptet, er selbst habe die Hochzeit für seine Tochter und ihren irischen Ehemann ausgerichtet. Es ist eine Hochzeit, wie Molly sie sich immer gewünscht hat. Wie in einem Disney-Prinzessinnen-Film. Alle haben Spaß, es wird gelacht und getanzt. Doch dann kommt es zu einem Vorfall, den Jason nicht ganz einordnen kann. Molly rastet nämlich plötzlich komplett aus, weil sie sieht, dass Jasons Neffe ein Happy Meal von McDonald's futtert, statt das Essen vom Buffet. Sie bricht komplett zusammen und schmeißt sogar ihre Trauzeugin raus, die besagtem Neffen das Happy Meal gekauft hat. Der Hintergrund der Geschichte ist, dass die Trauzeugin herausgefunden hat, dass der Junge eine Eiweißallergie hat und daher nichts vom Buffet essen kann. Damit er nicht hungern muss, ist sie kurzerhand zu McDonalds gefahren. Eigentlich also ne mega nette Geste. Kind happy, Eltern happy, alle happy. Bis eben auf Molly, für die eine Welt zusammenbricht. Für sie ist der Abend gelaufen, so schwer das auch zu glauben ist. Vollkommen irritiert folgt Jason seiner Angetrauten ins Haus und findet sie auf dem Sofa, wo sie wie ein kleines Kind einen massiven Wutanfall hat. Sie haut in die Kissen, tritt mit den Füßen, weint und schreit.
Mollys Familie scheint von diesem Verhalten nicht sonderlich überrascht zu sein. Sie kennen ihre Launen nur zu gut. Die Hochzeit ist ein Foreshadowing für all das, was das Zusammenleben mit Molly noch bringen wird. Es scheint, als sei sie plötzlich ein ganz anderer Mensch, kaum, dass Jason und die Kinder mit ihr in die USA gezogen sind. Obwohl es auch jede Menge schöner Momente gibt, wird Jason schnell klar, dass er sich das mit der neuen Mutter für seine Kinder ganz anders vorgestellt hat. Doch er ist nicht bereit, die Hoffnung aufzugeben. Er nimmt sich vor, Molly all seine Liebe, Geduld und Unterstützung zu geben. Da Jason fast den ganzen Tag arbeitet, übernimmt Molly den großen Teil der Kindererziehung. Sie jobbt in Teilzeit als Schwimmlehrerin, ist aber hauptsächlich zu Hause mit Jack und Sarah. Beide bezeichnen Molly als ihre Mutter und auch für Molly ist es, als seien die beiden ihre eigenen Kinder. Sie geht komplett in ihrer neuen Rolle auf, ist in der Schule und in der Gemeinde aktiv und tatsächlich sind viele überrascht, als sie erfahren, dass Molly nicht die leibliche Mutter von Jack und Sarah ist. Obwohl Jason und sie es lange probiert haben, kann Molly zu ihrem großen Unglück selbst keine Kinder bekommen. Jason hat insgesamt 25.000 Dollar für Fruchtbarkeitsbehandlung ausgegeben, doch ohne Erfolg.
Angeblich soll Molly sogar einige Fehlgeburten erlitten haben. Es sieht alles danach aus, als werde das Kinderbett, das Toms Arbeitgeber ihnen zur Hochzeit geschenkt hat, wohl für immer leer bleiben. Und so vergeht die Zeit.
Mittlerweile, 2015, lebt die Familie schon vier Jahre in den USA. Klar, Jason und Molly haben so ihre Problemchen, aber sie schaffen es auch, sich immer wieder miteinander zu arrangieren. Die Kinder sind sozusagen der Kleber, der sie zusammenhält. Doch was muss in einer Beziehung passieren, dass es zu so einer Eskalation kommt, wie in der Nacht vom 1. Auf den 2. August 2015? Es liegt nun an den Strafverfolgungsbehörden, herauszufinden, was wirklich hinter Jasons grausamen Tod steckt. Denn die haben durchaus Zweifel an der Notwehrtheorie. Es passt einfach so vieles nicht zusammen. Angefangen mit der Art und Weise, wie Jasons Blut an die Wand gespritzt ist. An einer Stelle ist sogar ein blutiger Handabdruck von ihm zu sehen. Tom oder Molly müssen auf ihn eingeschlagen haben, als er längst am Boden lag. An manchen Stellen sieht es so aus, als wäre Jason im Fallen getroffen worden. Und überhaupt, die Brutalität, mit der Jason getötet wurde, ist so extrem, so unfassbar. Ein Staatsanwalt wird später sagen, dass er in seinen 30 Jahren Strafverfolgung noch nie so etwas Schlimmes gesehen hat wie Jasons Kopf. Mindestens 10, 12, wahrscheinlich sogar mehr Schläge lassen sich auf den ersten Blick schätzen, die zahlreiche Schädelbrüche verursacht haben. Allerdings überlappen sich die Schläge teilweise, sodass es unmöglich ist, sie genau zu zählen.
Und das ist noch nicht alles. Bei dem Angriff ist sogar ein Stück Knochen aus dem Schädel herausgebrochen. Sieht so wirklich Notwehr aus? Auch die Tatwaffen scheinen hier nicht so richtig ins Bild zu passen. Jason wurde mit einem Baseballschläger und einem Ziegelstein erschlagen. Beides sind Gegenstände, die man eher nicht zufällig in seinem Schlafzimmer herumliegen hat und daher auch spontan als Waffe verwenden könnte. Ein Baseballschläger vielleicht noch, aber wer schläft normalerweise mit einem Ziegelstein auf dem Nachttisch? Man kann also wohl sagen, dass die Polizei jede Menge Fragen an Jasons Ehefrau Molly und deren Vater Tom hat.
Molly ist zu dem Zeitpunkt 31 Jahre alt, Tom Mitte 60. Beide werden natürlich getrennt voneinander verhört. Und beide erzählen genau die gleiche Geschichte. Tom berichtet, dass er und seine Frau spontan beschlossen hätten, Molly und ihre Familie zu besuchen an diesem 1. August. Sie hätten unten im Gästezimmer übernachtet, als er mitten in der Nacht Kampfgeräusche aus dem Schlafzimmer von Jason und Molly gehört habe.
Er hat sich den Baseballschläger geschnappt, den er eigentlich als Geschenk für seinen 10-jährigen Enkel Jack mitgebracht hat und ist die Treppe hochgestürmt. Er sagt, Jason sei an dem Abend ziemlich betrunken gewesen, was ihn wohl unberechenbar gemacht habe. Als Tom im Schlafzimmer ankam, soll Jason gerade dabei gewesen sein, Molly zu würgen. Tom ist sofort dazwischengegangen. Es sei zu einem Kampf zwischen den dreien gekommen, bei dem Jason seinen Schwiegervater den Baseballschläger abgenommen haben soll. An genaue Details erinnere Tom sich nicht. Es sei eben ein Kampf gewesen. Ein Kampf um Leben und Tod. Aber er habe den Schläger zurückverlangt und Jason damit angegriffen, während Molly ihren Mann mit dem Ziegelstein geschlagen habe. Tom betont, dass er nur so lange zugeschlagen habe, bis Jason für Molly keine Gefahr mehr dargestellt hat. Danach habe er sofort aufgehört, wie er es sein Leben lang trainiert habe. Denn, das haben wir euch ja noch gar nicht erzählt, Tom ist ein ehemaliger FBI-Agent. Er hat erst an der Strafverfolgung gearbeitet, später in der Spionageabwehr und er hat sogar auch Vernehmungstechniken unterrichtet.
Mittlerweile ist er im Ruhestand, aber sein ganzes Wissen ist natürlich noch da. Und daher weiß er auch ganz genau, wie er sich als Vater darstellt, der nur seine Tochter beschützt hat. Etwas, das wohl jeder machen würde, der ein Kind hat. Im Verhör mit der Polizei betont Tom immer wieder, wie er sich gefühlt habe. Vermutlich, weil er weiß, dass es im Falle eines Prozesses wichtig sein wird, die Geschworenen davon zu überzeugen, dass er und Molly um ihr Leben gefürchtet haben. Molly bestätigt Toms Version der Geschehnisse eins zu eins. Sie sagt, Jason sei wütend gewesen, weil er aufgewacht ist, als die kleine, zu dem Zeitpunkt achtjährige Sarah wegen ihres Insektenalptraums ins Zimmer kam. Sie sagt auch, dass sie wegen des Würgegriffs Schmerzen am Hals habe und tatsächlich ist auch an ihrem Nacken eine rote Stelle zu sehen. Sie erzählt, dass es nicht der erste Vorfall häuslicher Gewalt ist, den sie erleben musste.
Jason soll im Laufe der sieben Jahre, die sie zusammen waren, mehrfach ausgeflippt und gewalttätig geworden sein. Sarah und Jack bestätigen diese Aussage ihrer Mutter. Sie werden für ihr Verhör in ein Kinderrechtszentrum gebracht, wo eine Ermittlerin mit ihnen spricht, die auf die Befragung von kleinen Kindern spezialisiert ist. Kurz zur Erinnerung. Sarah ist acht Jahre alt, Jack zehn. Sie haben nicht nur ihre leibliche Mutter, sondern jetzt auch noch ihren Vater verloren. Alles, was ihnen bleibt, ist Molly. Und die macht sich jetzt große Sorgen, was aus den beiden Kindern werden soll. Sie ist zwar emotional, ihre Mutter, aber rechtlich nicht. Jason hat Molly seine Kinder nie adoptieren lassen, obwohl Molly es gerne wollte. Aber dazu kommen wir gleich noch. Molly hat auf jeden Fall auch eine Erklärung für den Ziegelstein auf ihrem Nachttisch. Sie sagt, sie hätte mit den Kindern geplant, den Stein anzumalen und ihn reingeholt, da es an dem Abend geregnet habe. Genau die gleiche Story haben übrigens auch Sarah und Jack erzählt. Die Polizistin, die Molly interviewt, sagt ihr, dass alles nach Selbstverteidigung aussehe und dass sie nicht glaubt, dass es Probleme geben werde.
Tom und Molly dürfen beide aus der Untersuchungshaft nach Hause gehen. Die Kinder bleiben erstmal bei Molly und ihrer Familie, bis alles weitere geklärt ist. Nur wenige Stunden, nachdem sie freigelassen wurde, engagiert Molly einen speziellen Reinigungsservice für einen forensischen Deep Clean des Hauses. Das kostet 5000 Dollar. Damit will sie das Schlafzimmer, Bad und Flur wieder bewohnbar machen. Aber gleichzeitig verhindert sie natürlich auch weitere forensische Untersuchungen des Tatorts, falls das ihre Absicht war. Für Molly und Tom geht das Leben also erst einmal weiter wie bisher, sofern das unter diesen Umständen möglich ist. Sie hören nichts mehr von den Strafverfolgungsbehörden, obwohl heimlich eine Mordermittlung gegen sie eingeleitet wird. Denn es gibt einfach so viel, was darauf hindeutet, dass sie mit Vorsatz gehandelt haben.
Alles fängt mit einem Anruf an, der am Freitagabend des 14. August 2015 auf dem Polizeirevier eingeht. Das ist zwölf Tage nach Jasons Tod. Der Anrufer möchte seine Identität nicht preisgeben, da es laut seiner Aussage nicht gut für ihn enden würde, wenn herauskäme, dass er mit der Polizei gesprochen habe. Er sagt, dass Molly gelogen habe. Ihre Eltern seien an jenem Samstag gar nicht spontan zu Besuch gekommen, wie sie es behauptet haben. Denn eigentlich seien sie an dem Samstagabend zu einem gemeinsamen Essen mit Toms früheren Vorgesetzten verabredet gewesen, einem ehemaligen CIA-Chef, der später dann die Gegenspionageeinheit geleitet hat, in der auch Tom tätig war. Tom habe das Treffen super kurzfristig abgesagt, nur ein paar Stunden vorher, und zwar angeblich wegen eines Problems mit Molly. So eine wichtige Verabredung lässt man ja nicht einfach so sausen. Es sei denn, es gibt wirklich einen Notfall. Es sieht also danach aus, als habe Molly ihren Vater angerufen und gebeten, am Wochenende vorbeizukommen. Viereinhalb Stunden dauert die Fahrt von Tür zu Tür. Das ist keine Strecke, die man einfach mal eben so fährt, um Käffchen mit seiner Tochter zu trinken. Das Anrufprotokoll bestätigt, dass Vater und Tochter vor dem Aufbruch einige Male telefoniert haben.
Molly hat an dem Samstag, am 1. August 2015, 20 Anrufe auf ihrem Handy. Beginnend mit einem von Tom am Nachmittag. Tom hat daraufhin Jason angerufen, der hat jedoch nicht abgenommen. Schließlich hat Tom dann eine 37-sekündige Nachricht auf Jasons Anrufbeantworter hinterlassen. Molly hat auch noch mit ihrer Mutter telefoniert. Und knapp eine Stunde nach diesen ganzen Telefonaten haben sich ihre Eltern ins Auto gesetzt und weitere elf Male mit ihrer Tochter telefoniert. Kurz dazu, weil das jetzt gerade so gut passt, die Polizei wird leider nie herausfinden, was Tom in dieser Nachricht an Jason gesagt hat. Jasons Handy, sein Laptop und sein PC sind auf mysteriöse Weise vom Tatort verschwunden. Der anonyme Anrufer hat aber noch mehr Infos. Er sagt, dass Tom eine heftige Abneigung gegen seinen Schwiegersohn Jason hegen würde. Der Anrufer gibt der Polizei den Tipp, Toms ehemaligen Kollegen der Gegenspionageeinheit zu befragen, vor denen Tom wohl heftig über Jason abgelästert haben soll. Er soll sogar mehrfach gesagt haben, dass er Jason hasse und ihn ziemlich beleidigt haben. Soviel zu dem anonymen Anruf. Es gibt aber noch viel mehr Indizien, die auf Vorsatz hindeuten. Angefangen mit der wohl offensichtlichsten Tatsache. Molly und Tom tragen beide quasi keine Verletzungen von dem sogenannten Kampf davon.
Klar, Molly hat ein paar leichte Druckspuren am Hals und etwas von Jasons Blut im Gesicht, aber sonst nichts. Keine Kratzer, keine anderen Spuren von Gewalteinwirkung. Laut der Schilderung der beiden soll es aber ein Kampf um Leben und Tod gewesen sein. Wie kann es sein, dass dann nur einer der drei schwerst verletzt ist und die anderen beiden gar nicht? Dazu kommt, dass Jason deutlich größer und stärker ist als Tom und Molly. Hätte Jason sich verteidigen können, dann hätte es Spuren gegeben. Es ist unmöglich, so unbeschädigt aus einem Kampf hervorzugehen, wenn der Gegner so viel stärker ist.
Anderer Punkt, beim Polizeiverhör trägt Molly ein ziemlich filigranes Armband, mit dem sie auch geschlafen haben muss. Aber wie kann es sein, dass dieses Armband nicht abgerissen ist, wenn der Kampf so heftig gewesen sein soll? Die Ergebnisse des toxikologischen Tests liefern eine mögliche Erklärung dafür. In Jasons Körper findet man Rückstände eines Schlafmittels, das Molly ein paar Tage vorher verschrieben bekommen hat. Man weiß jetzt natürlich nicht, ob Jason das Mittel nicht freiwillig genommen hat, aber die Vermutung liegt nahe, dass Molly es ihm verabreicht haben könnte, sollte sie wirklich geplant haben, ihren Ehemann zu töten. Und noch etwas. Jason war eindeutig nicht betrunken, so wie Tom es ja im Verhör mit der Polizei behauptet hat. Er hatte an dem Samstagabend beim gemeinsamen Pizzaessen ein bisschen was getrunken, aber letztendlich nur 0,2 Promille im Blut. In North Carolina darf man sogar bis 0,8 Promille noch Auto fahren.
Auch andere Schilderungen von Tom ergeben keinen Sinn. Er sagt, Jason habe Molly wie ein Schutzschild vor sich gehalten, als er sie gewürgt habe. Im Verhör macht Tom sogar vor, wie genau Jason dabei vorgegangen sein soll. Laut Toms Darstellung soll er seinen rechten Arm für den Würgegriff benutzt haben. Allerdings befinden sich an dem gar keine Verteidigungswunden. Man sollte doch meinen, dass Molly sich wehren würde, wenn sie gewürgt wird und versucht, den Arm mit allen Mitteln von ihrem Hals zu lösen. Doch das Ding ist, solche Abwehrspuren befinden sich nur an Jasons linkem Arm und die meisten Schädelverletzungen lassen sich an seinem Hinterkopf erkennen. Doch auch das ergibt keinen Sinn, wenn man Toms Schilderung folgt, dass Jason Molly vor sich, also zwischen sich und Tom gehalten haben soll. Wie kann man jemanden am Hinterkopf treffen, wenn man vor ihm steht? Es gibt einfach zu viele Details der Geschichte, die nicht zusammenpassen. Dafür decken sich aber die Aussagen von Tom und Molly ziemlich gut. Doch auch dafür gibt es eine mögliche Erklärung. Es ist möglich, dass sich Tom und Molly nach der Tat abgesprochen haben, was sie sagen.
Vielleicht erinnert ihr euch, dass Sarah in der Tatnacht nach ihrem Insektenalbtraum ein zweites Mal aufgewacht ist und die gedämpften Stimmen von Molly und Tom gehört hat. Sie ist dann wieder eingeschlafen und konnte auch nicht verstehen, was genau die beiden beredet haben. Fakt ist aber, dass Jasons Leiche bereits kalt ist, als die Rettungskräfte am Tatort eintreffen. Das kann natürlich alle möglichen Gründe haben, aber eben auch, dass Tom und Molly mit dem Notruf ein bisschen gewartet haben könnten, um sich in Ruhe abzusprechen. Und da wäre noch eine weitere Sache. Was ist eigentlich mit der Oma? Die war ja die ganze Zeit unten im Gästezimmer. Die Oma, also Mollys Mutter, wird später eine offizielle Erklärung abgeben, dass sie einfach weiter geschlafen hat, nachdem Tom und sie von dem Tumult im Schlafzimmer aufgeweckt worden sind. Man muss nicht einmal eigene Kinder haben, um zu erkennen, wie unglaubwürdig diese Aussage ist. Wenn ich als Mutter glaube, dass meine Tochter gerade von ihrem Ehemann angegriffen wird, dann bleibe ich doch nicht einfach im Bett liegen und lasse meinen Mann das alleine regeln. Ich würde mich auf jeden Fall mit einmischen und mein Kind beschützen.
Es gibt aber auch Indizien, die nicht in das Vorsatz-Narrativ passen. Wie zum Beispiel die Tatsache, dass sich in Mollys Schlafanzughose Urin befindet. Wenn man gewürgt wird und dabei in Ohnmacht fällt, dann ist das eine natürliche Konsequenz, dass man sich dabei einnässt, weil der Schließmuskel nicht mehr kontrolliert werden kann. In Jasons Hand befindet sich außerdem eine blonde Haarsträhne, die durchaus von Molly stammen könnte. Vielleicht hat er ihr das Haar beim Kampf ausgerissen. Vielleicht hat Molly sogar recht mit ihren Schilderungen häuslicher Gewalt. Und Jason ist doch gar nicht so unschuldig, wie es scheint.
Oder sind all diese vermeintlichen Beweise inszeniert worden vom FBI-Profi Tom? Die Kinder Sarah und Jack werden zu Schlüsselfiguren in diesem Fall. Niemand hat so einen guten Einblick in die Beziehung zwischen Jason und Molly wie sie. Aber die Kinder sind keine objektiven Zeugen und sie sind leicht beeinflussbar, da sie zu dem Zeitpunkt ja auch erst acht und zehn Jahre alt sind. Bei ihrer Befragung behaupten sie zwar, ihr Vater sei gewalttätig gewesen, aber sie nutzen dabei ein Vokabular, das Kinder in ihrem Alter eigentlich noch nicht kennen. Sie sagen nämlich nicht so etwas wie, Papa hat Mama ganz doll wehgetan, sondern sie sagen, er hat sie physisch und verbal verletzt. Als hätte ihnen ein Erwachsener diese Worte vorgesprochen. In ihren Aussagen beziehen sich die beiden viel auf Molly und darauf, was sie ihnen erzählt hat. An einer Stelle sagt Sarah sogar sowas wie.
Ich hab mich vertan. Ich hab einen Fehler gemacht. Kann ich es nochmal sagen? Auch ihre Körpersprache ist sehr aussagekräftig. Immer, wenn sie über ihre Freunde reden oder über Dinge, die ihnen Spaß machen, sind sie ganz ruhig. Wenn sie über Molly oder Jason reden, dann spannt sich der ganze Körper an. Polizei und Staatsanwaltschaft glauben, dass die Kinder von Molly auf dieses Gespräch vorbereitet wurden. Deshalb wird später auch beschlossen, die Videoaufzeichnung nicht als Beweismittel im Prozess zuzulassen. Wie sich bald herausstellen wird, liegen die Behörden gar nicht so falsch mit der Vermutung, dass Molly ihre ganz eigene Agenda verfolgt. Sie hat sich seit ihrem Umzug in die USA immer bemüht, nach außen hin einen Happy-Family-Schein zu bewahren. Aber es war eben auch nur das, ein Schein. Denn wenn man hört, was Sarah und Jack später über das Zusammenleben mit ihr erzählen werden und welche Details noch so alles ans Licht kommen, über die Beziehung zwischen ihr und Jason, dann hat man nämlich das Gefühl, es mit einem komplett anderen Menschen zu tun zu haben. Es gab die aufgeweckte, freundliche Molly in Irland. Und dann gibt es noch die Molly in den USA. Ihr erinnert euch vielleicht daran, wie Molly bei der Hochzeit wegen des Happy Meals ausgeflippt ist, oder? Das war nur der Anfang.
Denn es gibt ein Thema, bei dem Jason und Molly sich einfach nicht einig werden können. Wir hatten es vorhin schon kurz angedeutet. 2015 ist die Familie bereits seit vier Jahren in den USA. Und obwohl Molly längst wie eine Mutter für Jack und Sarah ist, weigert sich Jason, sie die Kinder adoptieren zu lassen. Und er hat auch einen Grund dafür, nämlich sein Bauchgefühl. Sollte Molly die Kinder adoptieren und Jason lässt sich danach von Molly scheiden, dann könnte es passieren, dass Molly das komplette Sorgerecht zugesprochen bekommt. Und das ist für Jason keine Option, da er, wenn er ehrlich ist, nicht weiß, wie lange er es noch mit Molly aushalten kann. Es ist eine Bredouille. Er traut ihr nicht genug, will aber auch nicht, dass Sarah und Jack schon wieder eine Mutter verlieren. Er wird aber auf keinen Fall riskieren, dass man ihm seine Kinder wegnimmt. In letzter Zeit hat Jason immer wieder mit dem Gedanken gespielt, nach Irland zurückzukehren. Er träumt davon, einen Pizza-Imbiss in der Küstenstadt Spanish Point zu eröffnen, seinem absoluten Lieblingsort. Ganz in der Nähe hat er auch seine erste Frau Max geheiratet. Die Gegend dort ist also mit vielen Erinnerungen verbunden. Jason weiß aber auch, dass es richtig große Probleme geben würde, sollte Molly herausfinden, dass er plant, mit den Kindern nach Irland zurückzufliegen, ohne sie. Denn auch sie will Jack und Sarah nicht verlieren, die sie ja längst als ihre eigenen Kinder betrachtet.
Sie ist ja auch quasi rund um die Uhr mit ihnen zusammen und kümmert sich um sie, während Jason das Geld verdient. Was Jason nicht weiß, ist, dass Molly sich längst von einem Scheidungsanwalt hat beraten lassen, welches Recht sie im Falle einer Scheidung an den Kindern hätte. Und zwar schon wenige Wochen nach der Hochzeit. Es scheint ihr also von Anfang an mehr um ihre Mutterrolle für Sarah und Jack zu gehen, als um die Beziehung zu Jason. Sie will das Sorgerecht für die beiden mehr als alles andere, damit sie auch ganz offiziell als ihre Mutter angesehen wird. In der Öffentlichkeit ist Molly ein Sonnenschein, aber wenn man hört, wie sie sich hinter verschlossenen Türen verhält, dann kann man Jasons Entscheidung gegen eine Adoption schon verstehen. In den Fallakten wird Molly als wütende, explosive und unberechenbare Frau beschrieben, die lügt, fantasiert und von ihren Stiefkindern absolut besessen ist. So zumindest beschreiben sie Stimmen aus Jasons irischer Familie.
Angeblich soll Molly tagsüber häufig Alkohol trinken, auch wenn sie mit Jack und Sarah allein ist und sogar noch mit ihrem Auto fahren muss. Molly hat eine sehr komplizierte Beziehung zur Wahrheit. Sie behauptet, mit Max, also der leiblichen Mutter von Jack und Sarah, befreundet gewesen zu sein, bevor sie an Krebs gestorben sei. Beides ist falsch. Max ist an einer Asthma-Attacke gestorben und die beiden Frauen kannten sich nicht. Dann wiederum erzählt Molly, dass sie die leibliche Mutter der beiden ist und berichtet sogar detailliert, wie schwer die Geburt von Sarah gewesen sei. Manchmal behauptet sie auch, schon mal bei Olympia geschwommen zu sein, Montessori-Lehrerin, Buchredakteurin oder Pflegemutter eines sechsjährigen Jungen zu sein. Auch ihre Behauptungen, Jason sei gewalttätig, sind Lügen. Die Behörden gehen davon aus, dass Molly ein Longgame spielt. Sie will die Kinder von Jason wegschaffen und sie für sich allein haben.
Deshalb versteckt sie auch heimlich Aufnahmegeräte im Haus und in Jasons Auto, um Konflikte zwischen den beiden aufzunehmen. Sie will Jason als missbräuchlichen Ehemann darstellen und eine einstweilige Sorgerechtsverfügung beantragen. Aber in acht Monaten bringt sie nur zwei Tonaufnahmen zustande, auf denen ein wütender Jason im Streit zu hören ist. Und, überraschenderweise, gibt es keine Aufnahme von dem vermeintlichen Kampf, bei dem Jason gestorben ist. obwohl sich auch ein Aufnahmegerät direkt unter Mollys Nachttisch befunden hat. Im Mai 2011, also kurz nach ihrem Umzug in die USA und kurz vor ihrer Hochzeit, schreibt Jason in einer Mail an Molly, Gibt es irgendwas, mit dem ich dich glücklich machen kann, Molly? Ich habe alles versucht und trotzdem hasst du mich nach wie vor. Verletzt dich, weinst in der Dusche, erbrichst, fluchst, schreist mich an. Ich fühle mich so fehl am Platz, Molly. Ich habe dir alles gegeben, mein ganzes. Leben, sogar das Herz meiner Kinder und ich weiß, dass du uns liebst und trotzdem kommt es immer wieder zu solchen Momenten. Ich weiß nicht, was ich noch tun soll.
Molly schreibt zurück, ernsthaft? Das ist dein Eindruck? Ich glaube, egal was ich mache, du denkst immer, es sei falsch. Wenn es so zwischen den beiden schon von Anfang an in den USA war, dann kann man sich ja nur gut vorstellen, wie anstrengend das Zusammenleben für alle in den darauffolgenden Jahren gewesen sein muss. Auch für die Kinder, die ja immer mehr mitbekommen, als man denkt.
Jason versucht alles, um Molly glücklich zu machen, finanziert ihr Urlaube und besteht darauf, auch im Haushalt sein Paar zu leisten. Aber anscheinend ist es nie genug. Denn Molly ist nicht glücklich. Und das merkt man auch daran, wie sie sich gegenüber den Kindern verhält. Gerade Sarah wird später viele Details über das Zusammenleben erzählen, in verschiedenen Dokumentationen und Podcasts. Sie wird sogar selbst ein Buch schreiben, um das Erlebte darin zu verarbeiten und klarzustellen, dass ihr Vater in Wahrheit ganz anders war, als Molly ihn darstellt. In dem Buch berichtet sie zum Beispiel, dass ihr Bruder und sie Bilder ihrer leiblichen Mutter mit in die USA genommen haben. Molly hat diese Bilder gesehen, weggenommen und versteckt.
Als Jason einmal auf Dienstreise war, sagt Jack ihm zum Abschied, dass er ihn lieb habe. Daraufhin geht Molly in Jacks Zimmer und verwüstet alles, weil sie so sauer ist. Jack soll nur sie lieb haben. Ihre Realität ist ein einziger Kampf um die Aufmerksamkeit und Liebe der Kinder. Sie färbt beiden sogar die Haare blond, damit sie mehr aussehen wie sie. Als Jack sie im Alter von sieben Jahren einmal spielerisch mit Wasser bespritzt, hält Molly sein Gesicht zur Strafe unter einen laufenden Wasserhahn in der Küche. Als Jack sie einmal daran erinnert, dass sie nicht seine richtige Mutter ist, ist Molly tagelang wütend auf ihn. Ähnlich toxisch verhält sie sich gegenüber Sarah. Als Sarah Molly einmal im Auto fragt, ob sie mit einer Sportart anfangen darf, die Jason auch gerne mag, antwortet Molly so etwas wie Hast du mich denn gar nicht lieb? Warum willst du Zeit mit deinem Vater verbringen? Sarah ist zu dem Zeitpunkt vielleicht sechs, sieben Jahre alt und hat daraufhin natürlich ein total schlechtes Gewissen. Sie ist noch viel zu klein, um zu erkennen, was richtig und falsch ist. Sie fühlt sich schuldig und beschließt ihrem Vater nichts davon zu erzählen. Später, als Jugendliche, erkennt sie, dass Molly sie und ihren Bruder gegeneinander, aber auch gegen ihren Vater aufgehetzt hat, damit alle am Ende um Mollys Gunst kämpfen. Und es geht noch weiter. Molly bringt Sarah das Schwimmen bei und wenn Sarah mal bei einem Wettkampf nicht gewinnt, bekommt sie am Abend zur Strafe kein Essen.
Molly rät ihr auch, sich regelmäßig zu übergeben, damit Sarah fürs Schwimmen schön dünn bleibe. Da ist die Kleine gerade mal sechs bis sieben Jahre alt. Sie zeigt Sarah, wie man in Geschäften klauen kann. Und wenn sie erwischt werden, schiebt Molly die Schuld auf ihre Tochter. Sie nimmt sie auch aus der Schule raus, unter dem Vorwand zum Arzt zu müssen, geht dann aber mit Sarah shoppen. Molly lässt die beiden die ganze Arbeit im Haushalt machen und schreibt ihnen Listen, was genau zu tun ist. Jack übernimmt als großer Bruder den Großteil dieser Arbeit. Molly macht sogar die Hausaufgaben für die beiden, damit sie in der Schule bloß keine Fehler machen. Nach außen hin soll alles perfekt scheinen. Das ist ihr wichtiger, als dass die Kinder etwas lernen. Sie behauptet sogar auch vor den Kindern, dass ihre leibliche Mutter gar nicht an einem Asthmaanfall gestorben sei, sondern dass Jason sie ermordet habe. Es ist ihre Art, die Kinder gegen ihren Vater aufzubringen und Stück für Stück Jasons Ansehen in der Öffentlichkeit in den Dreck zu ziehen. Sogar später auch vor Gericht. Damit wäre auch klar, dass Molly ein Motiv hätte, Jason zu töten. Die Polizei geht davon aus, dass Jason kurz vor dem Vorfall wirklich final beschlossen hat, mit den Kindern zurück nach Irland zu ziehen und dass Molly davon Wind bekommen hat.
Sie hat vermutlich Panik bekommen und wollte um jeden Preis verhindern, dass sie Jack und Sarah verliert. Also hat sie ihren Vater angerufen. Der hat sofort alles stehen und liegen gelassen und ist zu ihr gefahren. Er konnte Jason ja sowieso nicht leiden. Also, so zumindest die Theorie der Polizei, haben Molly und Tom gemeinsam einen Plan geschmiedet.
Alternativ könnte Molly ihre Eltern zu sich gerufen haben, weil sie vorhatte, die Situation eskalieren zu lassen. Wenn sie Jason mit ihren Eltern als Zeugen hätte zum Ausrasten bringen können, dann hätte sie eine einstweilige Verfügung wegen häuslicher Gewalt und dann das Sorgerecht aus einem Notfall heraus beantragen können. Es scheint, als wäre es ihr egal gewesen, ob Jason dabei überlebt oder stirbt. Sie kann ihn ihr ganz offensichtlich sowieso nicht leiden. Am Tag vor seinem Tod waren beide auf einer Party und Molly hat Jason dort einen Fettsack genannt und gesagt, dass er seinem Zwilling alle Nährstoffe entzogen haben muss, weil er aussehe, als habe er für zwei gegessen. Jason hat die Party dann früh und ziemlich niedergeschlagen verlassen und vermutlich an diesem Abend die Entscheidung gefällt, nach Irland zurückzukehren. Es passt alles zusammen. Molly ist die Strippenzieherin und Tom hat mit seiner FBI-Expertise den Mord hauptsächlich ausgeführt. Mit Mollys Unterstützung. Er hat den Baseballschläger mitgebracht. Nicht als Geschenk für Jack, sondern als getarnte Mordwaffe. Oder wie lässt sich sonst erklären, dass die Großeltern nur für den einen Enkel ein Geschenk dabei haben, aber nicht für Sarah? Jack sagt selbst, dass Tom ihm den Schläger an dem Arm nicht übergeben hat. Ein weiteres Motiv für die Tat könnte Geld sein.
Molly soll in den Tagen nach Jasons Tod wohl höhere Geldbeträge vom gemeinsamen Konto abgehoben haben. Ca. 30.000 Dollar. Sie soll auch versucht haben, das gemeinsame Haus leer zu räumen und sämtliche Möbel in ihre Heimat zu schicken. Und sie ist die Begünstigte von Jasons Lebensversicherung im Wert von 600.000 Dollar. Allerdings weigert sich die Versicherung nach Jasons Tod aus offensichtlichen Gründen, Molly den Betrag auszuzahlen. Anfang Januar 2016, also ein halbes Jahr, nachdem Tom und Molly Jason zu Tode geprügelt haben, werden die beiden wegen Mord zweiten Grades angeklagt. Diese Anklage kommt für Vater und Tochter total überraschend, weil sie sich die vergangenen Monate ja eigentlich in Sicherheit gewähnt haben. Aber bevor wir euch erzählen, ob die Geschworenen die Tat als Notwehr oder als Mord einstufen, gibt es noch einen anderen, sehr wichtigen Aspekt zu besprechen. Und zwar, was eigentlich nach Jasons Tod mit Jack und Sarah passiert.
Wir knüpfen an den Moment an, mit dem wir die Folge begonnen haben. Es ist der Morgen vom 2. August 2015 und Sarah wird von einem Polizisten runter ins Gästezimmer getragen. Er hält ihr die Augen zu, damit sie das ganze Blut nicht sieht. Unten im Gästezimmer liegt Sarahs Oma auf ihrem Bett und liest ganz entspannt ein Buch, als wäre nichts passiert. Sarah und Jack sehen auch Molly kurz. Ihnen fällt auf, dass ihre Mutter etwas Dunkles, Verschmiertes im Gesicht hat. Sarah wird erst später realisieren, dass es das Blut ihres Vaters ist. Die Oma kümmert sich um die beiden, bis Molly und Tom das Polizeiverhör hinter sich gebracht haben. Die nächsten Tage verbringen Sarah und Jack mit Molly und ihrer Familie. Alle machen weiter, als sei nichts geschehen. Mit Schwimmen und Barbecues. Sehr zu großen Irritationen der Kinder. Sarah will mit Molly über den Verlust sprechen, doch Molly sagt nur, get over it, was man übersetzen kann mit, jetzt komm mal klar.
Parallel entbrennt ein heftiger Sorgerechtsstrahl zwischen Molly und Jasons Schwester Tracy. In seinem Testament hat er ja festgelegt, dass im Falle seines Todes Tracy und ihr Mann David die Vormundschaft für seine zwei Kinder bekommen sollen. Tracy erfährt also über das Telefon, dass ihr Bruder gestorben ist. Sie weiß aus Jasons Erzählungen, wie Molly drauf ist und hat ihre Laun ja auch bei der Hochzeit erlebt. Das Kind, dem Mollys Trauzeugin das Happy Meal gekauft hat, war nämlich Tracys Sohn. Unter keinen Umständen will sie zulassen, dass Sarah und Jack unter Mollys Einfluss aufwachsen. Abgesehen davon, dass die Kinder ja auch irische und keine US-amerikanischen Staatsbürger sind, will Tracy nicht, dass sie bei der Frau bleiben, die ihren Vater getötet hat. Verständlicherweise.
Tracy reist also in die USA, aber Molly verbietet ihr, die Kinder zu sehen. Sie richtet eine kleine private Trauerfeier zu Jasons Ehren aus und verbietet Tracy, daran teilzunehmen. Sie heuert sogar Sicherheitskräfte an, die an der Tür stehen und kontrollieren, dass niemand aus Jasons Familie zur Feier Zutritt hat. Jack und Sarah erzählen sie, dass Tracy und ihr Mann versuchen würden, sie ihr wegzunehmen. Und sie verweigert Tracy Zugang zu Jasons Leichnam. Vier Tage lang muss Tracy dafür kämpfen, ihren Bruder noch ein letztes Mal sehen zu dürfen. Sie darf ihn erst sehen, als sie eine rechtlich bindende Vereinbarung unterzeichnet, dass er die vollständigen Kosten für die Überführung seines Leichnams nach Irland und die Beerdigung übernehmen wird. Am 17. August, 15 Tage nach Jasons Tod, fällt das Gericht die Entscheidung, dass Sarah und Jack bei Tracy und David in Irland aufwachsen sollen, so wie Jason es gewollt hat.
Die Kinder werden umgehend vom Jugendamt abgeholt. Sie verlieren in diesem Monat nicht nur ihren Vater, sondern kurz danach auch ihre Mutter. Denn genau das ist Molly in diesem Moment ja für sie. Molly ist vollkommen hysterisch und es kommt zu einer herzzerreißenden Abschiedsszene zwischen den dreien. Tracy nimmt die beiden in einem Hotel in Empfang. Bis auf ein kurzes Telefonat mit Jack ist es das erste Mal, dass sie nach Jasons Tod Kontakt zu den Kindern hat. Wie Sarah später in einem Podcast erzählen wird, ist Tracy die erste Person, die ihnen sagt, wie leid es ihr tut, was mit ihrem Vater passiert ist. Und zum ersten Mal werden Sarah und Jack so richtig ehrlich und herzlich umarmt. Jason wird in Irland beerdigt, in dem Land, das im Herzen immer seine Heimat war. Direkt neben Max, seiner ersten Frau und seiner großen Liebe. Die Familie wartet mit der Beerdigung, bis Sarah und Jack auch dabei sein können. Beide Kinder werden von ihrer großen irischen Familie herzlich empfangen. Tracy und David sorgen dafür, dass sie intensive Therapie bekommen, um ihre Traumata zu verarbeiten, dass sie eine Schule finden und neue Hobbys.
Die Kinder vermissen die USA und Molly am Anfang, doch mit der Zeit leben sie sich in ihrem neuen Zuhause ein. Sarah noch etwas schneller als Jack. Molly kann währenddessen die Trennung von den beiden überhaupt gar nicht gut handeln. Sie versucht über Facebook Kontakt zu ihnen aufzunehmen, lädt Fotos hoch und bittet die beiden, sie anzurufen. Sie hört erst damit auf, als Tracy und David rechtlich dagegen vorgehen.
Neun Monate nach ihrer Rückkehr nach Limerick zieht Jack seine Aussage zurück, dass Jason gewalttätig gewesen sei. Er erzählt, dass Molly die Geschichte erfunden und ihm gedroht habe. Wenn er bei seiner Befragung nicht lügt, dann werden sie sich nie wiedersehen. Beide Kinder haben sich lange schuldig gefühlt, weil sie sich von Molly haben dazu manipulieren lassen, den Ruf ihres Vaters zu schädigen. Und das, obwohl ihre Aussagen ja gar nicht als Beweismittel in dem Prozess zugelassen werden. der 2017 stattfindet, also circa zwei Jahre nach Jasons Tod. Sowohl Sarah als auch Jack geben im Prozess an, dass sie von Molly gezwungen wurden, gegen ihren Vater auszusagen. Nach einer neuntägigen Verhandlung und einer dreistündigen Beratung der Geschworenen werden Molly und Tom schließlich schuldig gesprochen. Sie werden wegen Mord zweiten Grades zu einer Mindeststrafe von 20 Jahren verurteilt. Natürlich gehen die beiden in Berufung. Sie haben zum großen Entsetzen von Jasons Familie sogar Erfolg damit. Das Berufungsgericht entscheidet 2020, drei Jahre nach ihrem Schuldspruch, dass es einen neuen Prozess geben muss. Es gibt wohl einige Beweise, die im ursprünglichen Verfahren ausgeschlossen wurden, dem Gericht aber hätten vorgelegt werden müssen. Wie zum Beispiel die Aufzeichnung von der Befragung der beiden Kinder.
2021, ein weiteres Jahr später, werden die beiden Schuldsprüche in der Berufung aufgehoben. Tom und Molly kommen gegen Kaution frei. 200.000 Dollar pro Kopf. So lange, bis über die Schuldfrage in einem neuen Prozess entschieden wird. Doch ein neuer Prozess bringt immer auch das Risiko mit, zu verlieren. Also einigen sich beide Seiten 2023 auf einen Deal. Tom und Molly bekennen sich des Totschlags für schuldig und bekommen eine deutlich geringere Haftstrafe von insgesamt nur vier Jahren und drei Monaten. Die Zeit, die sie bereits in Haft verbracht haben, wird auf diese Strafe angerechnet. Das bedeutet, dass beide dank des Deals nur noch sieben weitere Monate absitzen müssen. Im Juni 2024 werden sie dann mit einem Jahr Bewährungszeit endgültig freigelassen. Molly ist zu diesem Zeitpunkt 40 Jahre alt, Tom 73.
Sie dürfen allerdings keinen Kontakt zu Sarah und Jack aufnehmen. Wie der Richter bei der Entscheidungsverkündung betont, ist bis heute nicht vollständig klar, was genau in jener Nacht vom 1. Auf den 2. August 2015 genau passiert ist. Das wissen nur zwei Menschen. Und die erzählen ihre ganz eigene Version der Geschichte. Bis heute halten sie daran fest, dass es Notwehr war. Jasons Familie hat es sich allerdings zur Aufgabe gemacht, die Öffentlichkeit daran zu erinnern, wer Jason wirklich war. Ein friedlicher, liebender Vater, Bruder, Onkel und Ehemann, der sich immer darum bemüht hat, dass es den Menschen, die er liebt, gut geht. Jack und Sarah sind mittlerweile erwachsen. Sie sagen, dass es ein großes Glück für sie war, in Irland bei Tracy und David aufwachsen zu dürfen. Das Gericht hätte damals keine bessere Entscheidung für sie treffen können. Für sie sind Tracy und David längst mehr als Tante und Onkel. Sie wissen, dass man im Leben nicht nur einen Vater oder eine Mutter haben kann. Und Sarah wird nie die letzten Worte vergessen, die ihr Vater ihr gesagt hat, als sie an jenem Abend ins Bett gegangen ist. Er sagte, goodnight Princess, I love you.
Nach so einem langen Fall und so einem harten Fall kann ich mir echt vorstellen, dass vielen von euch da draußen mal wieder die Köpfe rauchen. Deswegen würde ich sagen, versuchen wir das Stück für Stück in unseren eigenen Worten wieder ein bisschen aufzudröseln. Ich habe auch direkt zum Einstieg eine kleine Frage. Was meinst du, Anne? Der anonyme Anrufer oder die anonyme Anruferin der oder die ja davon erzählt hatte, was da wirklich los ist. Wer meinst du war das? Oh, keine Ahnung.
Also offensichtlich ja jemand, der nicht wollte, dass man weiß, wer es war. Aber es muss ja irgendeine Person sein, die Einblicke in deren Alltag oder zumindest einen oberflächlichen Einblick hatte. Aber ja, keine Ahnung. Also das zu spekulieren, finde ich super, super schwierig. Ja, es ist ultraschwer rauszufinden, wer das war. Klar, wollte ja auch mit Absicht anonym bleiben. Ich habe so die Hoffnung trotzdem, dass es vielleicht die Oma war, weil sie war so unbeteiligt, dass ich mir am Ende gedacht habe, okay, vielleicht hatte sie die ganze Zeit im Hinterkopf, dass sie da doch noch ihm irgendwie helfen will. Aber gleichzeitig ist es vielleicht auch einfach nur ein bisschen Wunschdenken. Für mich ist die Oma im Gegenteil da voll mit involviert. Ja, ist sie ja auch. Also bei mir hat sich der Eindruck eher erweckt, dass sie sich komische Ausreden hat einfallen lassen, wie das, dass sie geschlafen hätte. So ein Bullshit.
Also ja, ich bin mir sicher, sie wollte einfach ihren Mann und ihre Tochter schützen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie die anonyme Anruferin war. Aber ja, die Vorstellung wäre natürlich schön, dass sie da versucht hätte, was zu bewegen. Aber nee, ich glaube nicht, dass sie das war. Ja, durch ihre Untätigkeit war sie natürlich auch ein riesiges Teil des Problems. Na klar, so meinte ich das jetzt auch gar nicht. Ich hoffe, ihr versteht es auch da draußen. Aber nichtsdestotrotz, was sind deine Gedanken zu dem Fall? Boah, ich finde, das ist eine super traurige Aneinanderkettung von Schicksalsschlägen, die vor allem Jason hier hat erleiden müssen. Also das Ganze fängt ja damit an, dass er eine super happy Family hat, gerade neugeborenes zweites Kind und dann stirbt seine Frau an einem Asthmaanfall. Also das finde ich alleine ist schon mit so die größte Tragödie, die ein Leben doch beinhalten kann. Und dann rappelt er sich auf und will wieder am Leben teilnehmen, verliebt sich in sein Au-pair und geht dann in die USA.
Also ändert seinen Wohnort, zieht mit den Kindern auf einen anderen Kontinent, das ist ja auch ein sehr lebenseinschneidendes Ereignis. Und dann erwartet ihn da diese Geschichte mit Molly. Also ich finde, das sind so viele Tragödien für ein Leben. Es ist wirklich unfassbar. Und auch als ich mich das erste Mal mit dem Fall hier beschäftigt habe, konnte ich das wirklich nicht glauben, wie viel Pech jemand haben kann. Ich weiß, das ist jetzt viel zu flapsig ausgedrückt. Aber was kann dann ein einzelner Mann bitte alles erleben? und was für ein, ja, Glück, dass die Kinder letztendlich in Irland bei Tante und Onkel aufwachsen konnten und nicht in Mollys Obhut. Ja, auf jeden Fall. Aber wo du jetzt gerade auch die Kinder ansprichst, ich meine, klar, sie haben ultra Glück, dass sie dann die riesige Familie in Irland haben, aber gleichzeitig sind sie ja auch durch genau das Gleiche wie er gegangen. Voll, klar. Und müssen dann ja auch jetzt noch oder mussten dann jetzt auch noch verarbeiten, dass ihr Vater gestorben ist.
Und also die ganze Familie hat wirklich sich so viele Tragödien aufgeladen, wo man sich glaube ich dann auch irgendwann fragt, warum wir, warum trifft es gerade mich? Ich meine, ich glaube, viele von uns haben das auch schon gehabt, dass wir irgendwelche Schicksalsschläge im Leben hatten und dann fragt man sich, warum trifft mich das jetzt? Aber ich bin der Meinung, dass das Leben so in Wellen immer verläuft und dunkler, dunkler, tiefer Punkt dann auch eigentlich nicht nochmal sich wiederholt, sondern ich die Hoffnung habe, okay, dass es danach eigentlich nur noch besser werden kann. Und wenn ich so drüber nachdenke, dass die Familie wirklich von einem Tiefpunkt zum nächsten gekommen ist, dann fehlen mir da ehrlich gesagt auch so ein bisschen die Worte für. Es ist einfach so krass, dass Molly versucht hat, die Kinder an sich zu binden. Also klar, wenn da eine neue Frau in die Familie kommt, dann ist das ja auch schön, wenn die sie als Mutter bezeichnen und man familiäres Verhältnis hat, Aber Molly wollte die Kinder ja für sich und war dafür sogar bereit, Jason zu ermorden mit ihrem Vater.
Auch wenn sie sich letztendlich nur in Anführungsstrichen des Totschlags schuldig bekannt haben. Aber Jason ist ziemlich brutal gestorben. Also das können wir ja an der Stelle nochmal so stehen lassen. Da kann sich ja jeder seine eigenen Gedanken machen, ob er findet, dass das Notwehr war oder nicht. Aber ja, ich finde, es gibt in diesem Fall mehrere Momente, wo man sprachlos und kopfschüttelnd einfach da sitzt. Und ja, ich bin mir sicher, euch ging es auch so.
Und damit ihr und wir hier nicht so deprimiert und kopfschüttelnd zurückgelassen werden, erzählen wir euch ja immer noch so ein bisschen was aus unserem Leben, um hier so ein bisschen positiv auch aus dieser Folge rauszugehen. Und eine Sache, über die wir noch nicht gesprochen haben, die ihr vielleicht jetzt aber schon auf Instagram gesehen habt, ist die, dass wir bei den ersten YouTube Podcast Awards waren. Da haben wir uns alle ganz schick gemacht. Und da wollten wir euch noch ein bisschen erzählen, wie es war. Patrick, wie war es denn für dich, für uns? Ich meine, ich habe das schon im Stream so ein bisschen erzählt. Und ich glaube, ich hoffe, es kommt nicht jetzt arrogant rüber.
Weil wir haben ja auch noch rausgefunden, dass wir der einzige True Crime Podcast waren, die da eingeladen waren. Und das heißt, die haben uns ja auch an dem Tag erzählt, dass es nicht nur YouTube Podcast Deutschland das erste Event ist, sondern weltweit das allererste Event. Das heißt, wir können von uns behaupten, wir waren der allererste True Crime Podcast, der bei den YouTube Podcast Awards war und die waren wirklich wonderful. Also es war eine ultra schöne Lokalität, falls die Berliner unter euch das Veronika kennen, das ist wirklich ultra, ultra schön gewesen. Und das Essen, ich war ehrlich gesagt auch, also in so einem feinen Laden war ich wirklich noch nie, glaube ich. Das, was sie da auch gezaubert haben, war echt lecker. Wie sieht es bei dir aus? Ich fand es auch super cool, dass wir da eingeladen wurden. Ich meine, wir wissen nicht, ob andere True Crime Podcaster auch eingeladen waren, aber zumindest waren wir die einzigen, die da waren. Mit Alex von Wahre Verbrechen, den haben wir uns geschnappt und mitgenommen. Das war super cool in der Runde. Und ja, das war wirklich ein ganz besonderer, feiner Abend, ganz tolles Essen. Es waren Leute aus der Podcast-Branche da, es waren Podcasterinnen und Podcaster da. Es war wirklich, wirklich super cool, vor allem, weil halt alle so schick gemacht waren. Es gab ein Dresscode, Black Tie, deswegen kamen auch wirklich alle da ganz rausgeputzt zur Veranstaltung und es war ja wirklich ein super, besonderer Abend und ich habe mich die ganze Zeit so geehrt gefühlt, dass wir beide dabei sein durften.
Und ja, ich finde es auch ganz toll, dass es Awards gibt, dass es Abende gibt, die uns Podcasterinnen und Podcaster sehen und ehren. Und ja, das ist cool, dass die Branche jetzt an der Stelle oder im Mai bei den Podcast Awards eben gesehen und vielleicht auch mit einem Preis belohnt wird. Das finde ich wirklich ganz toll. Und übrigens, ich habe mir letztes Mal erzählt, ich will am nächsten Tag unbedingt zum Sport gehen.
Das ist es denn leider nicht geworden deswegen würde mich interessieren weil der Abend ging ja auch ein bisschen länger was hast denn du am nächsten Tag gemacht weil ich war bei mir wirklich die ganze Zeit vorm Stream damit beschäftigt in der Wohnung aufzuräumen, weil ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber vor so einem Event ist so krass Stress immer, da bleibt alles überall stehen, es war alles dreckig gefühlt und das muss ich am nächsten Tag danach erst mal wirklich komplett müde alles aufräumen und wegräumen.
Ich muss gestehen, ich bin ein super ordnungsliebender Mensch. Ach was, wirklich? Deswegen gibt es bei mir keinen Chaos. Nee, es ist eigentlich, oh Gott, vielleicht finden mich Leute jetzt komisch, aber bei mir ist es eigentlich nie unaufgeräumt, weil ich Dinge sofort wieder an ihren Platz lege. Keine Ahnung, das war schon immer so, auch als Kind. Wenn ich mit meinen Barbies fertig gespielt hatte, habe ich es danach wieder weggeräumt. Also, ja, naja. Also, ich bin am nächsten Tag in die Heimat gefahren, zu meiner Familie. Da bin ich jetzt auch gerade immer noch. Wir nehmen gerade remote auf. Und ich hatte eigentlich noch eine abschließende Frage an dich zu den U-Tier Podcast Awards. Da waren ja aus jedem Genre so ein paar Leute eben da. Wen fandst du am coolsten? Welchen Podcaster, welche Podcasterin, über wen hast du dich am meisten gefreut? Boah, ja, das war ja super, super überschneidend. Ich meine, Tim Gabel habe ich gesehen, das fand ich sehr, sehr cool, auch wenn wir leider nicht quatschen konnten. Das wäre cool, wenn ich irgendwann mal mit ihm quatschen könnte, um ehrlich zu sein. Bei uns am Tisch saß ja zum Beispiel Paul von Dr. Freud zum Beispiel. Da haben wir ein bisschen gequatscht, also der ist auch auf Twitch unterwegs, das war ganz cool, mit dem zu quatschen.
Und, ähm, ja, ich meine, jetzt erzähle ich hier gefühlt alle auf, aber Hotel Matze war ja auch da, das fand ich auch ganz cool. Wie sieht's bei dir aus? Weil ich kann mir vorstellen, Hotel Matze feierst du ja auch, ne? Aber wen fandest du am coolsten? Ah, wobei, ich hab noch einen ganz schnell, einen ganz schnell. Mit dem hab ich aber leider auch nicht gesprochen. Mit Henke nämlich, von Henkes Corner. Da dachte ich auch so, fuck, im Nachgang. Ähm, ich hätte so gern mit ihm gequatscht. Vielleicht wird's beim nächsten Event irgendwann mal was. Also ich reihe mich ein, dass ich mit der Person, die ich da am coolsten fand, auch nicht gesprochen habe, leider. Aber ich fand es cool, Laura Larsson da zu sehen. Ihren Podcast höre ich auch seit Anfang an. Ich finde die super cool. Habe auch Tickets für ihre Live-Tour.
Aber ja, manchmal bei so Veranstaltungen bin ich dann auch super starstruck. Und wenn sie nicht gerade neben mir stehen würde, dann würde ich da nicht hingehen und sagen, hallo, ich habe einen True Crime Podcast, ich finde dich cool, irgendwie, keine Ahnung, traue ich mich das dann manchmal nicht, auf Veranstaltungen die Leute direkt anzusprechen, wobei ich mich ja super doll freuen würde, wenn mich jemand anspricht, ne, und das wird ja auch niemand blöd finden, aber, ja. In den Momenten traue ich mich das manchmal nicht. Vielleicht arbeiten wir daran. Um das abzuschließen, damit ich nächstes Mal wieder sagen kann, ich habe dann doch was anderes gemacht. Aber was steht bei dir an, genau heute an dem Tag, wo die Folge rauskommt? Heute an dem Tag, an dem die Folge rauskommt, habe ich wie immer meinen italienischen Kurs und gehe am Abend zu einer Comedy-Show von Felix Lobrecht. Das steht an. Es wird sowieso eine sehr Event-Konzert-lastige Woche, denn am nächsten Tag bin ich bei einem Kraftklub-Konzert und am Tag darauf bei einem ich glaube man spricht ihn Gereon aus.
Konzert, also da geht's wirklich Schlag auf Schlag Kenne ich leider nicht, aber ich finde es richtig, richtig krass so wirklich ultra viel bei dir los, bei mir ist es ehrlich gesagt so super chillig, ich treffe mich die Woche vielleicht so mit ein paar Friends aber ansonsten werde ich glaube ich den Dienstag einfach nur nutzen, um ein bisschen runter zu kommen vielleicht wieder Sport zu machen, das war aber trotzdem ein guter anspornen, weil ich bin dann zwar am Donnerstag nicht zum Sport gegangen, aber dafür dann am Samstag. Sehr gut. Und um die heutige Folge hier zum Abschluss zu bringen, können wir euch schon mal versprechen, dass die Folge in der nächsten Woche, die ja unsere 300.
Jubiläumsfolge ist, eine ganz besondere wird, die wir so in der Form in der schwarzen Akte auch noch nie gemacht haben. Ich glaube, zu sehr oder zu viel wollen wir noch nicht verraten, außer, dass wir zwei ganz tolle Leute dabei haben werden. Vielleicht habt ihr es mittlerweile schon gesehen, aber jetzt heute verraten wir das ja noch nicht. Aber wir freuen uns richtig doll auf diese Folge. Das wird wirklich ganz, ganz aufregend. Und da sind wir natürlich sehr gespannt, wie ihr das findet und freuen uns dann, wenn ihr nächste Woche Dienstag hier wieder einschaltet zur 300. Folge der Schwarzen Akten. Wir sind eure Hosts Anne Luckmann und Patrick Strobusch. Redaktion Silber Hane-Kamp und wir. Schnitt Anne Luckmann. Produktion Nadine Lenfer-Unterweger und Lea Backes. Die schwarze Akte ist eine Produktion der Julep Studios. Besonderer Dank geht an Falco Schulte. Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!