Diese Episode enthält explizite Details über einen wahren Kriminalfall. Weitere Infos in der Folgenbeschreibung. Das Licht der Scheinwerfer ist auf die drei Kandidaten gerichtet. Es fühlt sich an, als würden sie unter einer künstlichen Mittagssonne stehen. Innerhalb weniger Minuten fangen sie an zu schwitzen. Und dazu kommt noch die Aufregung, denn es geht immerhin um Tausende von Dollar. Es ist quasi die Chance ihres Lebens, hier bei Jeopardy. Diese Spielshow ist ein echter Klassiker in der TV-Unterhaltung. Bis zu 20 Millionen US-Amerikaner schalten regelmäßig ein und fiebern mit den Kandidaten mit. Jeopardy unterscheidet sich grundlegend von den meisten anderen Quizshows, denn hier gilt das Antwort-Frage-Prinzip. Kandidatin Sandy schaut sich die Kategorien an der großen Wand an. Sie entscheidet sich für Animation und Zeichentrick. Jetzt heißt es volle Konzentration. Moderator Alex Trebek liest die Antwort vor, für die Sandy die passende Frage liefern muss. Er sagt, diese gelbe Zeichentrickfamilie aus Springfield feierte im Dezember 1989 ihre Premiere mit einer eigenen Serie auf dem Sender Fox. Sandy muss gar nicht lange überlegen. Sie weiß die Lösung sofort und fragt, wer sind die Simpsons? Das Publikum applaudiert. Das ist korrekt. Als nächstes ist Kandidat Paul dran. Charmant und selbstsicher lächelt er in die Kamera.
Er blickt hinauf zur Wand und sucht sich von den noch übrig gebliebenen Kategorien eine aus. Paul wählt US-Präsidentschaft. Der Moderator räuspert sich und liest die Antwort vor, die da lautet, nach der Ermordung seines Vorgängers im Jahr 1963 wurde dieser Texaner an Bord der Air Force One als 36. Präsident vereidigt. Das Publikum stöhnt hörbar auf, gar nicht so einfach. Aber Kandidat Paul ist intelligent. Er weiß zu jedem Thema immer irgendwas. Ein kleines Lächeln umspielt seine Mundwinkel, als er selbstbewusst die passende Frage stellt. Wer ist Lyndon B. Johnson? Auch das ist richtig. Euphorischer Jubel bricht aus. Paul gewinnt 24.000 Dollar. Doch niemand hier im TV-Studio ahnt, wie sehr sich Pauls Leben nur fünf Jahre später verändern wird. Dass eine Frau zu Tode kommen wird, die er zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht kennt. Und die vielleicht noch leben würde, wenn sich ihre Wege niemals gekreuzt hätten.
Und damit ganz herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Schwarzen Akte mit Anne Luckmann und mit Patrick Strohbosch. Hallo! Und der traurige Höhepunkt unseres heutigen Fights ereignet sich im Jahr 1994, mitten in den 90er Jahren. Einer Ära zwischen analoger Nostalgie und digitalem Umbruch.
Werbung. Werbung Ende. 1994 ist ein Jahr, in dem sich die Welt von Pop-Ikonen verabschiedet hat und parallel wichtige technologische Grundsteine für die heutige Zeit gelegt wurden. Musikalisch ist das Jahr ziemlich gespalten. Hip-Hop erlebt in den USA eine goldene Hochzeit.
Gleichzeitig lösen Pop-Punk-Bands wie Green Day erste Hype-Wellen aus. In deutschen Clubs laufen Euro-Dance-Tracks von Culture Beat und Dr. Alban. In England erblickt der Britpop das Licht der Welt und bringt Bands wie Oasis oder Blur hervor. Wer ins Kino geht, der schaut sich Disneys Der König der Löwen an. Aber auch Klassiker wie Pulp Fiction und Forrest Gump flimmern über die Leinwände. Auf den Straßen schillern bunte Neonfarben. Die Menschen tragen Schlaghosen und allseits beliebte oder gehasste Plateauschuhe von Buffalo. Viele Frauen lassen sich die Rachel-Frisur schneiden. Inspiriert von Jennifer Aniston in ihrer Rolle als Rachel in der neuen Sitcom Friends. Michael Schumacher gewinnt seinen ersten Weltmeistertitel in der Formel 1. 1994 ist übrigens auch das Jahr, in dem der QR-Code erfunden wird, von der japanischen Firma Denso Wave. Ursprünglich war der für die Logistik und Automobilproduktion bei Toyota gedacht, um Autoteile schneller und präziser zu identifizieren. Aber bevor wir zum eben angesprochenen traurigen Höhepunkt kommen, müssen wir ein paar Jahre zurück in die Vergangenheit gehen. Wir erzählen euch heute die Geschichte von Linda. Linda lebt im Golden State in Kalifornien an der Westküste der USA. Sie ist in ihren 40ern, eine schöne Frau mit wallender blonder Mähne, immer makellos gekleidet. Ihre beste Freundin beschreibt sie als echte Fashionista.
Lindas Outfits sind nämlich immer perfekt abgestimmt. Handtasche passen zu den Schuhen, passen zum Schmuck. Linda ist eine sehr liebevolle Person, fürsorglich und lustig. Mit ihr hat man immer eine gute Zeit. Ihr fällt es ziemlich leicht, neue Menschen in ihr Leben zu lassen und Freundschaften zu schließen. Dank ihrer Wärme und Freundlichkeit ist sie sehr beliebt. Sie ist zudem eine erfolgreiche, charismatische Geschäftsfrau. Sie hat als Sekretärin im Kernkraftwerk San Onufre von Southern California Edison angefangen. Über die Jahre hat sie sich dann so richtig reingehängt, hat viele Überstunden gemacht und dank ihrer Ambitionen und ihres Fleißes hat sie sich bis zur Geschäftsführung hochgearbeitet. Mittlerweile arbeitet sie schon seit 27 Jahren hier. Sie hat sich ein schönes Leben aufgebaut, ist unabhängig und verdient gut. Daher kann sie sich auch dieses absolute Traumhaus in San Clementi kaufen. Ein helles, zweistöckiges Einfamilienhaus im modernen, ja fast schon mediterran angehauchten Stil. Das Haus liegt etwas erhöht, mit wunderschönen Rundbogenfenstern im Obergeschoss und im rechten Gebäudeteil. Palmen säumen Lindas Garten. Das hat sie sich selbst hart erarbeitet. Linda hat es geschafft. Sie hat Schönheit, Intelligenz und Erfolg.
Doch eine Sache wünscht sie sich noch sehnlichst in ihrem Leben. Liebe. Liebe und Geborgenheit. Obwohl Linda bereits verheiratet war und immer mal wieder Beziehungen hatte, hat sie den richtigen Mann noch nicht gefunden. Schon ihr ganzes Leben lang ist sie auf der Suche nach romantischer Aufmerksamkeit, die bleibt. Sie musste schon früh lernen, was es heißt, wenn andere um sie herum mehr gesehen werden als sie selbst. Das fing schon in ihrer Kindheit an. Ihre Mutter zum Beispiel hat sich mit voller Konzentration ihrer Schwester Pat gewidmet. Pat war der Star der Familie und wurde schon früh gefördert, um Eiskunstläuferin werden zu können. Linda hingegen blieb im Schatten ihrer Schwester. Vielleicht ist es so einfacher zu verstehen, warum sie sich noch als Erwachsene danach sehnt, bedingungslose Liebe und Unterstützung zu finden. Ihr größter Wunsch soll aber schon bald in Erfüllung gehen, denn im Frühjahr 1989 lernt sie einen Mann bei der Arbeit kennen. Sie kann ihre Augen einfach nicht von ihm lassen. Es ist Paul. Paul ist Ingenieur für Kernkrafttechnik. Er ist gut gekleidet und charmant, belesen und sehr intelligent. Paul weiß zu jedem Thema etwas. Er verfügt über ein gutes Allgemeinwissen. Er ist auch zum Beispiel Mitglied bei Mensa, ein internationaler Verein für Menschen mit einem besonders hohen IQ. Die beiden verlieben sich ineinander und werden ein Paar. Linda ist zu diesem Zeitpunkt 45 Jahre alt, Paul 32.
Linda bekommt endlich die Zuneigung, von der sie schon ihr ganzes Leben lang geträumt hat. Sie wird von Paul auf Händen getragen. Laut einer Freundin behandelt er sie wie eine Prinzessin. Er zieht zu ihr in die Küstenstadt San Clementi. Wenn sie zu Hause sind, kochen die beiden zusammen und Paul ist berüchtigt für seine außergewöhnlichen Salat-Dressings. Er probiert gerne neue Gerichte aus. Dank seines grünen Daums bereitet er viele Gerichte mit Gemüse aus dem Garten zu. Paul und Linda haben viele Spitznamen füreinander. Hin und wieder sprechen sie sogar in Babysprache, was einerseits gewöhnungsbedürftig für ihr Umfeld und gleichzeitig irgendwie auch Ausdruck ihrer tiefen Verliebtheit ist. Nach drei Jahren Beziehung wollen Linda und Paul ihr Glück krönen. Linda heiratet also die große Liebe ihres Lebens. Am 12. September 1992 läuten in Las Vegas die Hochzeitsglocken. Sie ist da 48 und Paul 35 Jahre alt. Lindas Kollegin und beste Freundin Mary freut sich sehr für sie und ihr Liebesglück. Doch nur wenig später schleicht sich die erste Lüge in die noch frische Ehe. Das Telefon klingelt und Linda hebt ab. Am anderen Ende der Leitung spricht eine Frau, die nach Paul verlangt. Sie will wissen, wo ihr Check bleibe. Welcher Check? fragt Linda zurück. Die Antwort der unbekannten Frau irritiert Linda. Sie sagt, dass sie auf ihre Unterhaltszahlung warte.
Das Erste, was Linda sicherlich gedacht haben muss, ist, dass es sich nur um eine Verwechslung handeln kann. Aber da irrt sie sich. Die unbekannte Frau am Telefon ist Pauls erste Ehefrau. Er war aber nicht nur einmal, sondern gleich zweimal verheiratet und er hat ein Kind. Einige Quellen berichten sogar von mehreren Kindern. Für Linda ist das alles neu. Sie hatte ja keine Ahnung. Leider ist nicht bekannt, wie sie das alles aufgenommen hat. Aber sicherlich nicht mit großer Freude. Denn immerhin hat ihr Ehemann ja seine Vergangenheit verschwiegen. Klar teilt man jetzt nicht immer alles mit der neuen Partnerin.
Aber zumindest Ex-Frauen und Kinder sollten ja mal Erwähnung finden. Linda jedenfalls konfrontiert ihn mit ihrem neuen Wissen. Leider ist wieder nicht bekannt, warum Paul ihr das alles verschwiegen hat. Es tue ihm jedoch wahnsinnig leid. Er will Linda beweisen, wie sehr er sie liebe. Er will es wieder gut machen. Und dafür hat er sich was Besonderes überlegt. Gemeinsame Zeit an einem schönen Ort. Also bucht er eine dreitägige Kreuzfahrt. Doch leider entwickelt sich diese Reise ganz anders, als Paul sich das vorgestellt hat. Denn auf dem Schiff, auf dem viele Reisende auf engstem Raum zusammen Urlaub machen, breitet sich das Hunter-Virus aus. Die Symptome dieses Virus ähneln oft einer Grippe mit plötzlichem hohem Fieber, Kopf-, Rücken- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen. Das Virus kann sich zum Beispiel durch verunreinigte Lebensmittel verbreiten. Sowohl Linda als auch Paul erwischt es. Ihm geht es schnell wieder besser. Doch Linda klagt noch lange über die Übelkeit. Da ist sie schon längst wieder zu Hause und schleppt sich durch die Arbeitswoche.
Linda schreibt übrigens auch Tagebuch. Daher können wir euch einen Eintrag vom 28. Juni 1993 dazu vorlesen. Das ist ungefähr neun Monate nach der Hochzeit. Linda schreibt, Gewicht 75 Kilogramm. Zunächst alles gut, habe lange gearbeitet, Salat zum Abendessen und etwas Likör vor dem Schlafen gehen. Mitten in der Nacht aufgewacht, musste mich übergeben, innerhalb von sechs Stunden über 30 Mal. 30 Mal. Das muss wirklich heftig gewesen sein. Ihr Zustand verschlimmert sich sogar so dramatisch, dass Linda ins Krankenhaus muss. Sie wird dort am 24. Juli 1993 eingeliefert, also einen guten Monat, nachdem sie den Tagebucheintrag verfasst hat. Sie wird ins Samaritan Medical Center in San Clemente gebracht. Lindas Magen-Darm-Probleme reißen einfach nicht ab. Ihr ist nach wie vor übel. Sie muss sich häufig übergeben. Die Ärzte wissen nicht, was mit ihr los ist. Dabei testen sie wirklich alles.
Linda wird erstmal an einen Infusionsbeutel angeschlossen. Die Infusion stellt sicher, dass ihr Körper hydriert bleibt und wichtige Salze bekommt. Eine Freundin, die Linda im Krankenhaus besucht, ist erschrocken über ihren Anblick. Linda sähe aus wie eine alte, gebrechliche Frau, erinnert sie sich. Dabei ist sie gerade mal Ende 40. Die Ärzte sind ratlos, da Lindas Bluttests nichts Auffälliges ergeben.
Zeitweise ziehen sie sogar in Erwägung, dass die Krankheit auf psychosomatischer Ebene basiert. Faktisches Disorder, eine faktische Störung, früher bekannt als Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom. Das beschreibt eine psychische Störung, bei der Menschen Krankheiten vortäuschen, übertreiben oder selbst herbeiführen, um so die Rolle des Kranken einzunehmen. Aber nein, Linda würde niemals eine Krankheit vortäuschen, um Aufmerksamkeit zu bekommen. So ist sie einfach nicht. Das können alle bestätigen. Könnte es sich dann vielleicht um eine Strahlenvergiftung handeln? Linda arbeitet ja an einem Atomkraftwerk, aber das bleibt reine Spekulation, die sich nicht durch medizinische Messungen oder Strahlendosisanalysen unterstützen lässt. Es kann nicht festgestellt werden, dass Linda einer relevanten radioaktiven Belastung ausgesetzt wurde. Aber etwas anderes macht Stutzig. Denn eine Krankenschwester wundert sich über die Flüssigkeit in Lindas Infusionsbeutel. Die ist nämlich trüb. Normalerweise ist die eher glasklar und sieht aus wie Wasser. Der Beutel wird also sicherheitshalber ins Labor gebracht und dort untersucht. Ohne Ergebnis.
Linda darf nach fast drei Wochen im Krankenhaus wieder nach Hause. Aber sie ist sehr geschwächt, hat fast zwölf Kilogramm Gewicht verloren und ist sehr blass. Lindas Freundin Frankie erinnert sich, dass Paul sich in dieser Zeit liebevoll um seine geschwächte Frau kümmert. Er lässt ihr jeden Abend ein Schaumbad ein und kocht für sie. Linda erholt sich in den darauffolgenden Monaten langsam wieder. Bis zu Silvester 1993. Denn plötzlich sind die seltsamen Symptome zurück. Linda fühlt sich zunehmend geschwächt. Paul bringt sie daraufhin in ein anderes Krankenhaus. Dieses Mal ins Mission Hospital. Die Ärzte hier schauen sich auch ihre familiäre Krankengeschichte genauer an, können daraus aber keine Erkenntnisse gewinnen. Ein paar Tage, nachdem Linda ins Krankenhaus gebracht wurde, bemerkt eine Krankenschwester etwas Auffälliges. Und schon wieder geht es dabei um ihren Infusionsbeutel. Denn der wurde manipuliert. Sie tauscht ihn aus und bewahrt ihn auf. Aber auch hier ergeben Tests wieder mal keine Ergebnisse. Zwei verschiedene Krankenhäuser. Beide Male stimmt etwas mit dem Infusionsbeutel nicht. Also was ist hier los? Das Krankenhaus verständigt sicherheitshalber die Polizei. Diese kommt zu Linda ans Krankenbett und befragt sie dort. Auch Paul als ihr Ehemann wird routinemäßig befragt.
Linda erzählt den Beamten, dass sie manchmal etwas grob zu Männern sei. Tollpatschig eben. Das passiert ja auch mit Gegenständen, die dann einfach herunterfallen und kaputt gehen. So ist sie vermutlich auch etwas grob mit ihrem Infusionsbeutel umgegangen, der dann wohl beschädigt wurde, sagt Linda. Paul kann sich das alles auch nicht erklären. Er weiß nicht, wann jemand versucht haben könnte, Lindas Infusionsbeutel zu manipulieren, denn er ist doch die meiste Zeit bei ihr. Die Beamten fragen Linda direkt, ob sie sich vorstellen könnte, dass jemand ihr etwas antun will. Ob jemand versuchen könnte, sie zu vergiften. Ob sie eine Idee habe, wer so etwas tun würde. Linda zögert. Sie ist ziemlich geschwächt. Die einzige Person, die ihr einfallen würde, die ein Motiv hätte, so etwas zu tun, wäre Paul, ihr Ehemann. Was das für ein Motiv sein könnte, dazu kommen wir gleich. Aber das ist rein hypothetisch. Sie denken nicht, dass Paul ihr wirklich etwas antun würde. Er ist ein guter Ehemann. Er ist zwar nicht immer ehrlich zu ihr, aber Paul ist liebevoll und fürsorglich. Sie liebe ihn sehr. Die Beamten fragen Linda weiter, ob Paul sie genauso liebe. Und Linda antwortet, so hört man es in der 48-Hours-Doku, ich möchte es glauben, dass er es tut.
Schon irgendwie heftig, dass Linda Pauls Namen ins Spiel bringt und gleichzeitig nicht daran glaubt, dass er etwas damit zu tun hat, oder? Die Ermittlungen der Polizei kommen jedenfalls zu keinem Ergebnis. Nach einer Woche im Krankenhaus darf Linda wieder nach Hause. Die Ärzte konnten erneut nicht feststellen, was mit ihr los ist. Sie leidet immer noch unter Durchfall, Erbrechen und starker Dehydrierung. Doch es wird besser. Linda kann bald schon wieder arbeiten gehen, schiebt sogar wieder Überstunden.
Während Linda zum zweiten Mal im Krankenhaus war, hat Freundin Mary bei ihr zu Hause übernachtet und dort eine interessante Entdeckung gemacht. Mary stößt nämlich auf Papiere, die Lose auf einem Tisch herumliegen. Dokumente einer Lebensversicherung. Und dabei erinnert sie sich an ein Telefonat, das schon ein bisschen zurückliegt. Ungefähr einen Monat nach der Hochzeit hat Linda ihr erzählt, dass Paul eine Lebensversicherung abschließen möchte. In Höhe von einer Million US-Dollar. Aber nicht auf ihrer beider Leben, sondern nur auf Lindas. Paul argumentiert, dass Linda ja viel älter sei als er. Er kümmert sich um die Finanzen in der Ehe, was Linda zu schätzen weiß. Ihr gefällt es, dass er das in die Hände nimmt. Sie möchte ihrem Mann unbedingt gefallen und stimmt seiner Argumentation damals zu. Mary kommt das irgendwie komisch vor. Sie zieht daraus, dass Paul etwas mit Lindas Krankheit zu tun haben muss. Sie konfrontiert Linda mit ihrem Verdacht. Linda, noch immer geschwächt, stimmt ihr zu. Irgendwas stimme wirklich nicht. Aber sie könne Paul doch nicht einfach verlassen. In guten wie in schlechten Zeiten. Das haben sie sich bei der Hochzeit doch geschworen. Das Band der Ehe wiegt für Linda schwer. Paul ist ihr Ehemann. Sie glaubt ihm und bleibt bei ihm.
Linda ist zu diesem Zeitpunkt seit über 15 Monaten mit ihm verheiratet. Für Mary ist das schwer zu akzeptieren. Seit mehr als 20 Jahren ist sie jetzt schon mit Linda befreundet. Sie kann es nicht ertragen, wie schlecht es ihr geht und dass sie nicht sehen will, was Mary selbst sieht. So kann und will sie die Freundschaft zu Linda nicht weiterführen. Ein paar Monate, nachdem Mary den Kontakt zu Linda abgebrochen hat, bekommt sie eine E-Mail. Die geht am 9. Juni 1994 ein. Als Mary den Absender sieht, wundert sie sich. Sie hat noch nie eine Mail von Paul erhalten, also klickt sie drauf und beginnt zu lesen. Mary, ich weiß, dass du eine Weile nicht mit Linda gesprochen hast, Aber ich hätte gerne deine Hilfe, um sie davon zu überzeugen, kürzer zu treten und nicht zuzulassen, dass ihr Job ihre Gesundheit weiter beeinträchtigt. Ich bin davon überzeugt, dass ihre Probleme durch den Stress und die Anspannung verschlimmert werden, die durch 12-Stunden-Tage entstehen. In letzter Zeit war sie schwach, nachts wackelig auf den Beinen, stoppelte die Treppen hinauf und hinunter und mummelte im Schlaf unverständliches Zeug über die Arbeit. Könntest du mir helfen, ihr Vernunft beizubringen? Sie weiß, dass etwas nicht stimmt, aber sie will nicht zu Hause bleiben.
Gestern Abend war das Mars voll. Sie erinnerte mich daran, dass sie neben ihrer Mutter und ihrem Vater in Newport beigesetzt werden möchte und ob ich versprechen würde, das zu tun. Es fällt mir sehr schwer, mit dir darüber zu sprechen, aber sie liebt dich sehr und vielleicht hört sie auf dich. Paul bittet also Mary um Hilfe. Linda gehe es so schlecht wie nie und trotzdem überschätzt sie sich, arbeitet zu viel und hört nicht auf ihren Körper. Nur kurz nachdem Paul diese Mail abschickt, geht gegen Mitternacht ein Notruf bei der Leitstelle ein. Es geht um Linda.
Ein paar Stunden zuvor. Linda sei gegen 18 Uhr von der Arbeit nach Hause gekommen, so berichtet es Paul. Das Abendessen ist da schon fertig, aber Linda hat keinen Hunger. Sie ist total müde und will sofort ins Bett gehen. Auch Paul geht an diesem Abend früh ins Bett. Gegen 23 Uhr wird er jedoch wach. Ob er da ein Geräusch hört oder eine Vorahnung ihn erwachen lässt, das ist leider nicht belegt. Denn mit Linda stimmt etwas nicht. Sie atmet nur schwach, ist nicht wach zu bekommen. Paul wählt 911 und überbrückt die Zeit mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung, bis die Sanitäter eintreffen. Linda wird sofort ins Krankenhaus gebracht, aber leider kommt jede Rettung zu spät. Ihr kann nicht mehr geholfen werden. Linda stirbt am 10. Juni 1994 im Alter von nur 50 Jahren. Ein großer Schock, den alle erstmal verdauen müssen. Denn nach wie vor ist unklar, warum Linda gestorben ist. Ein Arzt vermutet eine neurologische Ursache dahinter, andere eine Vergiftung. Das kann aber alles nicht weiter untermauert werden. Lindas Tod bleibt rätselhaft. Vier Tage später, am 14. Juni 1994.
Findet die Beerdigung statt. Und die nimmt eine interessante Wendung. Lindas Schwester sowie ihre Nichte wollen sich am offenen Sarg von Linda verabschieden. Paul erlaubt das aber nicht. Im jüdischen Glauben, dem er anhängt, da sei es nämlich nicht gestattet, einen toten Körper zur Schau zu stellen. Der Sarg müsse geschlossen bleiben, um die Würde der Toten zu wahren.
Die beiden ignorieren Pauls Wunsch und werfen einen letzten Blick auf Linda. Lindas Schwester wird diesen Moment wohl nie vergessen. Sie dachte, sie bekomme eine Herzattacke. Denn Linda ist in Sachen gekleidet, die gar nicht zu ihr passen. Auch ihr Haar ist nicht zurechtgemacht. Ihr erinnert euch vielleicht, dass Mary Linda ja als große Fashionista beschrieben hat. Immer top gestylt und mit Bedacht angezogen. So wie Linda im Sarg liegt, hätte sie sich niemals zu Lebzeiten angezogen, erinnert sich ihre Schwester. Sie ist einfach schockiert, weil es Linda wichtig gewesen wäre, so verabschiedet zu werden, so gesehen zu werden, wie sie sich normalerweise zurechtgemacht hätte. Dass dies nun missachtet wurde, kann sie nicht verstehen. Paul weint auf der Beerdigung. Er stützt sich auf andere, als würde es ihm schwer fallen, sich allein aufrechtzuerhalten. Mary beschreibt sein Verhalten als Oscar-würdige Leistung. Sie ist sich sicher, dass Paul etwas mit dem Tod ihrer besten Freundin zu tun hat. Sie hat deswegen ja sogar mit Linda gebrochen, kurz vor ihrem Tod. Weil sie es nicht ertragen hat, dass Linda das nicht sehen könne. Andere finden Pauls Verhalten überhaupt nicht verdächtig. Er ist schließlich ein trauernder Witwer.
Lindas Freundin Frankie zum Beispiel glaubt nicht, dass Paul Linda etwas angetan hat. Er war ihr stets ein liebevoller Ehemann und ist ihr treu ergeben. Er hätte sie nicht mehr lieben können, erzählt sie in der 48 Hours Doku. Detectives des Orange County befragen Paul erneut. Aber es gibt keine Beweise für die Vorwürfe, die Mary erhebt. Mary beharrt weiterhin darauf, dass er ein falsches Spiel spielt. Sie sagt, dass er mit fast nichts in die Ehe gekommen ist. Linda hatte dieses wunderschöne große Haus, schöne Klamotten und tolle Freunde. Sie glaubt noch immer, dass er die Lebensversicherung aus den falschen Gründen abschließen wollte, von der Linda ihr erzählt hat. Aber Linda hat diese von ihm gewollte Lebensversicherung nie abgeschlossen.
Paul bekommt dennoch Geld aus bereits zuvor abgeschlossenen Versicherungen, bei denen Linda ihn als Begünstigten eingetragen hat. Er bekommt das Haus und 419.000 Dollar aus zwei Lebensversicherungen und Lindas Altersvorsorge. Das entspricht im Jahr 2026, inflationsbereinigt, ungefähr einer Kaufkraft in Höhe von 900.000 US-Dollar. Die andere Hälfte des Vermögens bekommt übrigens Lindas Schwester Pat. Obwohl Linda in den vergangenen Monaten häufig sehr krank war, ist sie dennoch plötzlich gestorben. Die große Hoffnung liegt nun in der Autopsie. Vielleicht bringt diese ja etwas zu Tage, was erklärt, warum sie gestorben ist. Aber leider sind auch diese Ergebnisse eher unbefriedigend. Es kann keine eindeutige Todesursache festgestellt werden. Die Autopsie stößt aber dennoch auf zwei spannende Details. Noch ist nicht klar, was die zu bedeuten haben. Vielleicht gar nichts. Vielleicht ja, aber doch.
Zum einen wird eine winzige Einstichstelle hinter Lindas rechtem Ohr entdeckt. Im Obduktionsbericht ist von einer kleinen Einblutung die Rede.
Die wird aber letztendlich nicht mit ihrem Tod in Verbindung gebracht. Das zweite Detail stammt von der toxikologischen Untersuchung. Dort kann zwar keine tödliche Menge irgendeines Giftes festgestellt werden, aber eine hohe Konzentration eines Schlafmittels. Diese hohe Dosis ist aber nicht tödlich. Was hat das alles zu bedeuten? Fast ein Jahr nach Lindas Tod untersuchen Forensiker Gewebeproben. Und die sind mehr als überrascht. Mit so einem Ergebnis hat niemand gerechnet. Denn sie stoßen auf eine hohe Menge Nikotin. Nikotin ist ein natürlich vorkommendes Alkaloid. Das kommt in verschiedenen Pflanzen vor. Hauptsächlich, und daher kennen es die meisten sicher, in den Blättern der Tabakpflanze. Die Wirkung setzt beim Menschen extrem schnell ein. Nikotin erreicht bereits 7 bis 10 Sekunden nach dem Inhalieren das Gehirn. Es aktiviert das Belohnungssystem, in dem Dopamin ausgeschüttet wird. Je nach Situation und Dosis kann das sowohl anregend als auch beruhigend wirken. Wenn das jemand nicht gewöhnt ist, dann kann es in höherer Dosierung wie ein Nervengift wirken. Dann treten Symptome wie Unruhe, Zittern, Blässe im Gesicht, rote Flecken auf der Haut, Übelkeit und Erbrechen auf. Wenn die Dosis zu hoch ist, kann eine Atemlähmung einsetzen. Die in Lindas Gewebe festgestellten Werte sind 50 bis 100 Mal höher als bei einem Raucher. Und jetzt kommt's, Linda hat nie geraucht. Wie kann das sein?
Auch wenn diese Frage ungeklärt bleibt, steht zumindest endlich eine Todesursache fest.
Linda ist an einer Nikotinvergiftung gestorben. Es muss sich dabei um flüssiges Nikotin gehandelt haben. Das wird aus der Tabakpflanze gewonnen. Nikotin ist wasserlöslich und der dabei entstehende Sud ist braun, schmeckt bitter und riecht stechend. Da Linda selbst Nichtraucherin ist und die festgestellte Dosis viel zu hoch ist, muss es sich also um Mord handeln. Aber wie konnte ihr eine so hohe Dosis verabreicht werden? Ein paar Menschen aus Lindas Umfeld sowie Freundin Mary verdächtigen Paul. Aber wie hätte er Linda das verabreichen sollen? Wie soll er an flüssiges Nikotin gekommen sein? Das ist zu der Zeit gar nicht so einfach. Im Haus wurden keine Spritzen oder sonstigen Hinweise darauf gefunden. Die Ermittlungen kommen nicht voran und bald schon ganz zum Stillstand. Paul will 1994 innerhalb des Kernkraftwerks seinen Job wechseln. Das ist das Jahr, in dem Linda stirbt. Die Personalabteilung muss dafür nochmal seinen Lebenslauf prüfen. Reine Routine. Die Prüfung ist allerdings strenger als damals bei seiner Einstellung. Und diese Prüfung verläuft nicht ganz so, wie erwartet. Sie löst eher Verwunderung aus. Denn dabei kommt heraus, dass Paul gar kein Ingenieur ist. Er hat ja nicht mal einen College-Abschluss. Paul hat alle Dokumente gefälscht und er wird daraufhin sofort gefeuert.
Der ausbleibende Lohn ist für Paul aber kein Problem, denn er lebt von dem Geld aus Lindas Lebensversicherung. Damit sollte er erstmal über die Runden kommen. Außerdem lässt er Lindas Haus zwangsversteigern. Er zieht nach Las Vegas, in den angrenzenden US-Bundesstaat Nevada, und bekommt einen neuen Job als Autoverkäufer. Nur wenig später zieht es ihn weiter nach Salina, im US-Bundesstaat Kansas, genau in der Mitte der USA. Paul heiratet wieder, und zwar eine Frau namens Teresa. Er adoptiert ihre Tochter und arbeitet hier als Bauinspektor. Für ihn startet damit ein neuer Lebensabschnitt. Acht lange Jahre vergehen. Lindas Fall ist längst zum Cold Case geworden. Jahre, in denen ihre Freunde und Familie sie immer noch sehr vermissen. Sie haben viele Fragen und noch immer keine Antworten.
2002 aber kommt wieder Bewegung in den Fall. Cold Case Detective Yvonne hat 113 ungelöste und längst zu den Akten gelegten Fälle vor sich auf dem Tisch liegen. Alle Kollegen raten ihr von Lindas Fall ab. Sie sagen, dass sie den niemals werde lösen können. Ein unglaublicher Ansporn für Yvonne. Genau deswegen entscheidet sie sich dafür, Lindas Fall nochmal anzugehen. Sie holt sich einen renommierten Experten für Nikotin mit ins Boot, Dr. Neil Benowitz. Er ist Professor für Medizin an der University of California, San Francisco. Im Nikotin muss die Lösung des Falls liegen. Sie stellt ihm unter anderem eine Frage, die bisher noch gar nicht beleuchtet wurde. Nämlich, wie schnell die Zugabe von Nikotin eigentlich tödlich ist. Die Antwort darauf geben wir euch gleich.
Cold Case Detective Yvonne hört sich nochmal die vielen Audiotapes an, die die Polizei damals bei Lindas Befragung im Krankenhaus aufgenommen hat. Yvonne hat da so ein Gefühl. Für sie fühlt es sich so an, als würde Linda direkt aus dem Grab zu ihr sprechen. Sie führt erneut unzählige Interviews mit Zeuginnen und Zeugen. Es dauert vier Jahre, den gesamten Fall um Lindas rätselhaften Tod erneut zu untersuchen. Sie schaut sich unter anderem Pauls Vergangenheit genauer an. Er hat ja seinen Abschluss gefakt. Wer weiß, wobei er noch so gelogen hat. Sie sucht nach möglichen Mustern und fragt sich, ob es Auffälligkeiten in Pauls vorherigen Ehen gab. Er war ja bereits zweimal verheiratet, was er Linda lange verschwiegen hat. Yvonne kontaktiert also Pauls erste Ehefrau Debbie. Sie berichtet, dass Paul immer versucht habe, Leute zu beeindrucken und zu zeigen, wie intelligent er ist. Er wusste zu allem etwas.
Darin war er richtig gut. Das hat Debbie damals sehr beeindruckt. Paul hat Debbie dann für eine andere Frau verlassen. Leslie. Sie wird seine zweite Ehefrau. Leslie kriegt erst nach einer Weile heraus, dass Paul schon ein Kind hat. Und diese Geheimnistuerei kennen wir ja schon von seiner Ehe mit Linda. Auch sie wusste ja nicht, dass Paul schon Vater ist. Und auch Ehefrau Nummer zwei erinnert sich an eine Zeit während der Ehe, in der es ihr nicht gut ging. Ihr fiel es schwer, morgens aus dem Bett zu kommen. Sie hatte keine Energie und ihr war ständig schwindelig. Leslie war über ein Jahr krank. Die Ärzte konnten damals nicht herausfinden, was mit ihr los ist. Kommt euch das bekannt vor? Der nächste Punkt wird euch auch bekannt vorkommen, denn Paul wollte Leslie dazu bringen, eine Lebensversicherung abzuschließen. Leslie hat es versucht, wurde aber abgelehnt und konnte keine Versicherung abschließen. Kurz darauf verlässt Paul Leslie und lernt Linda kennen. Zufall? Zwei Ehefrauen mit ähnlichen Symptomen. Zwei Ehefrauen, die gebeten werden, Lebensversicherung abzuschließen. Was sagt euch euer Gefühl?
Und dann bekommt Cold Case Detective Yvonne eine alarmierende Nachricht. Und zwar von Pauls Adoptivtochter. Paul hat nach der Ehe mit Linda ja nochmal geheiratet und die Tochter seiner neuen Frau adoptiert. Die Tochter habe den Verdacht, dass Paul ihrer Mutter Theresa etwas antue. Yvonne fragt ganz gezielt nach, ob ihre Mutter in den letzten Jahren denn eine Lebensversicherung abgeschlossen hat. Nein, lautet die Antwort. Hat sie nicht. Yvonne rät, dass ihre Mutter auch besser keine abschließen soll, sonst wird sie sterben. Yvonne ist sich sicher, Paul steckt hinter Lindas Tod. Er habe sie getötet. Sie muss es nur noch beweisen. Yvonne kann Paul nicht verhaften, solange sie nicht weiß, wie er Linda vergiftet habe. Vier Jahre, nachdem Yvonne den Cold Case wieder hervorgeholt hat, hat sie genug Material gesammelt, um es dem Staatsanwalt Ibrahim zu präsentieren. Insgesamt sind das 25 Ordner. Der Staatsanwalt schaut sich alles genau an, aber das dauert. Es vergehen drei weitere Jahre. Mittlerweile haben wir 2009, 15 Jahre nach Lindas Tod.
Die Theorie lautet, Paul habe Linda erst mit Schlaftabletten ruhig gestellt und ihr dann Nikotin hinters Ohr gespritzt. Aber die Frage bleibt, woher soll Paul so viel Nikotin gehabt haben? Der Staatsanwalt braucht mehr. Also macht sich Yvonne auf den Weg nach Selina, Kansas.
Sie will direkt mit Paul sprechen. Sie will dem Mann gegenüber sitzen, von dem sie glaubt, dass er Linda getötet hat. Yvonne gibt sich aber nicht als Cold Case Detective aus Kalifornien zu erkennen. Nein, sie gibt vor, eine örtliche Polizistin aus Kansas zu sein. Sie stellt sich ihm als Marie vor. So lautet ihr Mittelname. Aber das weiß Paul ja nicht. Er soll nicht wissen, dass Lindas Cold Case wieder hervorgeholt wurde. Yvonne ist sich sicher, dass Paul nicht reden würde, wenn er wüsste, dass sie wieder am Fall arbeitet. Er solle glauben, dass Yvonne kein großes Hintergrundwissen zum Fall habe. Lindas beste Freundin Mary beschreibt Paul als einen Narzissten, einen Psychopathen. Einer, der denkt, er sei immer schlauer als alle anderen. So beschreibt sie ihn in der 48 Hours Doku. Wenn dem wirklich so ist, denkt Yvonne, dann wird Paul gleich reden. Dann hätte er das Gefühl, die Oberhand im Gespräch mit der scheinbar unwissenden Polizistin zu haben. Er würde sich überlegen fühlen und das will sie ausnutzen. Der Plan von Yvonne und dem Staatsanwalt sieht vor, dass Paul im ersten Teil der Befragung glauben soll, dass er die volle Kontrolle über das Gespräch habe. Eine lokale Polizistin aus Kansas sei ja schließlich nicht so clever wie er. Dann will sie ihn mit gezielten Fragen in die Enge treiben. Paul merkt nichts von ihrem Plan. Er redet einfach weiter.
Yvonne, alias Marie, fragt Paul, was er glaube, was mit Linda passiert sei. Er antwortet, dass er es nicht wisse. Yvonne hat eine Theorie. Die will sie mit der folgenden Frage bestätigen lassen. Sie fragt Paul, ob Linda und er vor ihrem Tod ganz alleine zu Hause gewesen wären. Paul bestätigt. Unwissend, dass er Yvonne damit den alles entscheidenden Hinweis geliefert hat. Er war es. Paul hat Linda getötet. Warum sich Cold Case Detective Yvonne jetzt so sicher ist, das erklären wir euch gleich. Zu Beginn des Gesprächs sitzt Paul noch gerade und mit geschwollener Brust am Tisch. Während des Gesprächs sagt er immer mehr an sich zusammen. Er gibt sich weiterhin ahnungslos und sagt, dass Lindas Tod ziemlich mysteriös war. Er bestreitet, seine Ex-Frau vergiftet zu haben und dass sie deswegen krank wurde. Er habe sie doch sehr geliebt. Yvonne konfrontiert Paul mit einem bestimmten Detail aus der Autopsie, nämlich damit, dass hinter Lindas Ohr eine Einstichstelle gefunden wurde. Sie zeigt Paul den Bericht. Er schaut sich den ganz genau an. Yvonne spricht währenddessen weiter. Sie sagt, dass sie glaubt, dass er Linda an dieser Stelle Nikotin initiiert habe. Paul bleibt sekundenlang still.
Dann zückt Yvonne ihre Dienstmarke und gibt sich als Cold Case Detective vom Orange County zu erkennen. Sie nehme ihn wegen des Mordes an Linda fest. Er solle aufstehen, sich umdrehen und die Hände hinter den Rücken legen. Paul gehorcht widerstandslos. Er ist ganz still und sagt kein Wort. Paul ist zu diesem Zeitpunkt übrigens 54 Jahre alt. Er ruft aus dem Gefängnis heraus seine Ehefrau Theresa an. Er sagt, ich bin in Schwierigkeiten. Ich bin verhaftet worden und im Gefängnis. Ich sag dir, es sieht schlecht aus, obwohl es keine Beweise gibt, dass ich es getan habe. Ich habe es nicht getan.
Theresa erwidert, dass sie ihn liebe. Sie könne sich gar nicht vorstellen, ohne ihn zu sein. Sie weint. Auch Paul beteuert ihr seine Liebe. Für Yvonne ist das Wer nun also geklärt. Es muss Paul gewesen sein. Sie hat ja Dr. Benowitz, den Experten für Nikotin, gefragt, wie schnell die Zugabe von Nikotin tödlich ist. Er hat ihr geantwortet, dass das innerhalb von 20 bis 30 Minuten tödlich ist. Und da kommt nur Paul in Frage, da er laut eigener Aussage den ganzen Abend vor Lindas Tod mit ihr alleine zu Hause war. Bleibt die Frage nach dem Wie. Wie hat Paul ihr so eine hohe Dosis Nikotin verabreichen können? Und woher hat er das? Yvonne und ihr Team glauben, dass Paul die tödliche Menge Nikotin selbst aus Zigaretten gewonnen hat. Dass er ihr flüssiges Nikotin regelmäßig und über einen längeren Zeitraum ins Essen gemischt hat. Das könnte ihre langen Krankheitsphasen erklären. Am Abend vor ihrem Tod soll er ihr Schlafmittel ins Essen gemischt haben, um sie bewusstlos zu machen.
Anschließend soll Paul ihr die tödliche Dosis Nikotin hinters Ohr gespritzt und sämtliche Utensilien entsorgt haben. Erst dann soll er den Notarzt gerufen haben. Doch leider hat niemand gesehen, wie Paul Linda die tödliche Dosis Nikotin verabreicht hat. Das macht den Fall so schwierig. 20 Jahre nach Lindas Tod beginnt am 11. September 2014 der Prozess gegen Paul. Er steht wegen Mord ersten Grades vor Gericht. Der Staatsanwalt beschreibt der Jury Pauls Verhalten. Viele Menschen, die Verbrechen begehen, würden versuchen, wie Unschuldige vor Gericht zu wirken. Paul würde glauben, dass er cleverer sei als alle anderen Menschen. Eine Psychologin ordnet dieses Verhalten in einer Doku später ein. Sie sagt, dass man es in so einem Fall mit einer antisozialen Persönlichkeit zu tun hat. Sowas muss nicht von außen erkennbar sein. Menschen mit so einer Persönlichkeit sind oft charmant und intelligent.
Pauls Verteidigerin argumentiert damit, dass es keine direkten Beweise für eine Verbindung zwischen Paul und dem Mord geben würde. Für sie ist es ein Fall, der nur auf Verdächtigungen, Andeutungen und Vermutungen basiert. Außerdem habe Linda schon seit Jahren Magen-Darm-Probleme gehabt, auch schon vor der Heirat mit Paul. Paul sei ein liebevoller Ehemann gewesen, der sich gut um seine kranke Frau gekümmert hat.
Linda sei verzweifelt auf der Suche nach einem Heilmittel gegen ihre Krankheit gewesen. Der Staatsanwalt kontert und stellt die Frage in den Raum, wie das die plötzliche hohe Menge an Nikotin in Lindas Körper erklären soll. Die Verteidigerin antwortet, dass Linda das Nikotin ja möglicherweise als Medikament zur Behandlung ihrer mysteriösen Krankheit verwendet habe. Der Staatsanwalt tut dies ab. Die einzig relevante Tatsache ist die, dass Linda in der Nacht gestorben ist. 30 Minuten, nachdem sie die tödliche Nikotininjektion erhalten haben muss. Paul war die einzige Person, die in der Zeit bei Linda war. Er sieht Pauls Motiv in der Habgier. Paul hat nur einen Tag nach Lindas Beerdigung die Auszahlung aus ihrer Lebensversicherung angefragt. Von dem Geld hat er sich unter anderem einen Cadillac gekauft. Freunde und Verwandte von Linda sind ebenfalls vor Ort und hoffen auf lang ersehnte Gerechtigkeit. Eine wichtige Zeugin im Prozess ist übrigens Pauls zweite Ex-Frau Leslie. Ihr erinnert euch vielleicht, dass sie während der Ehe mit Paul auch häufig krank war und dass Paul ihr vorgeschlagen habe, eine Lebensversicherung abzuschließen. Nachdem das abgelehnt wurde, trennt sich das Paar. Danach hat Leslie übrigens keine gesundheitlichen Probleme mehr. Es ist nicht die alles entscheidende Aussage, aber trotzdem eine wichtige Zeugenaussage, die Leslie hier vor Gericht abgibt.
Der Prozess dauert insgesamt einen Monat. Paul, mittlerweile 58 Jahre alt, plädiert auf nicht schuldig. Die Geschworenen kommen am 30. September 2014 nach anderthalb Tagen Beratung zu einem Urteil.
Cold Case Detective Yvonne erinnert sich genau an diesen Moment, in dem die Geschworenen wieder zurück in den Gerichtssaal gekommen sind. Niemand hat sie direkt angeschaut. Dabei haben sie zuvor während der Verhandlung oft ihren Blick gesucht. Yvonne ist verunsichert. Wird die Jury Paul doch als nicht schuldig einstufen? Der Moment ist gekommen. Alle hören gespannt zu. Das Urteil lautet, schuldig des Mordes ersten Grades unter besonderen Umständen wegen Vergiftung. Er habe seine Frau aus Habgier ermordet. Paul starrt geradeaus, als das Urteil verlesen wird. Der Staatsanwalt fühlt einen inneren Frieden. Er ist mit dem Ausgang des Prozesses zufrieden. Er sagt, ich denke, wir hatten eine sehr kluge Jury, die alle Beweise geprüft hat und zu dem Schluss gekommen ist, dass Paul 16 Jahre lang die Tatsache genossen hat, dass er seiner Meinung nach mit dem Mord davongekommen ist. Paul wird am 14. November 2014 zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung verurteilt. Er wird für den Rest seines Lebens im Gefängnis sitzen. Der Staatsanwalt ist sich sicher, dass Linda gewusst habe, dass Paul sie zu seinem Vorteil benutzt hat. Dass er versucht habe, ihr Weh zu tun. Aber dass Paul ein so guter Manipulator war, dass Linda ihm geglaubt hat, was er gesagt hat. Sie hat ihn geliebt und sie ist gestorben, weil sie ihn geliebt hat. Eine Psychologin ergänzt die Aussage und erklärt, dass jeder Mensch erstmal das Bedürfnis nach stabilen Bindungen hat. Nach einer Partnerschaft zum Beispiel.
Auch Linda hätte eine tief verankerte Sehnsucht nach einer Partnerschaft und Liebe gehabt. Paul habe erstmal alles dargestellt, was sie sich bei einem Mann gewünscht hat. Er war charmant, intelligent, humorvoll und fürsorglich. Paul habe sich immer für sehr intelligent gehalten. Alle haben ihn dafür bewundert. Aber er war nicht schlauer als die Wissenschaft. Denn letztendlich konnte ihn die Kriminaltechnik des Mordes überführen. Lindas beste Freundin Mary hofft, dass die Menschen durch Lindas Fall aufmerksamer werden, dass sie auf Warnsignale in Beziehung achten und diese nicht ignorieren. Sie sagt, es gibt schlechte Menschen da draußen. Es gibt zu viele Wölfe im Schafspelz. Und genau das ist Linda passiert. Sie traf einen Mann, der ihr versprach, ihr Leben zu vervollständigen. Und sie fiel einfach darauf rein. Er war böse. Aber auch vollkommen guten Menschen können schlimme Dinge widerfahren. Wir müssen uns dessen einfach bewusst sein.
Bevor wir gleich so ein bisschen tiefer in den Fall einsteigen, finde ich das einfach so krass bemerkenswert, wie sehr sich die Cold Case Detective Yvonne hier reingehängt hat, oder? Also stell dir vor, das ist dein Job, irgendwie Cold Cases zu lösen und die Kollegen raten dir alle von diesem einen Fall ab und du sagst, doch, den schnapp ich mir, genau den gehe ich jetzt an. Also ich meine, wenn du so viel Auswahl hast, dann könnte ich das auch verstehen, dass jemand sagt, komm, ich möchte so viele Cold Cases wie möglich lösen und ich nehme mir erstmal die in Anführungsstrichen einfachsten. Aber sie hat gesagt, ne, ich nehme mir hier den schwierigsten und hat den tatsächlich gelöst. Wie krass ist das? Ich finde es auch richtig cool, dass es überhaupt sowas gibt wie Cold Case Detectives. Also ganz häufig ist es ja wirklich so, dass wir einen Fall gefühlt unendlich lange zu den Akten legen müssen und da einfach nichts passiert.
Und dann gibt es wirklich da draußen welche, die sagen, okay, da haben schon so viele kluge Köpfe davor versucht, den Fall zu lösen. Und sie hat ja aber trotzdem da noch einen Kniff gefunden, diesen Fall sich anders anzuschauen. Und der hat ja auch wirklich funktioniert mit dem Nikotin. Ja, es ist super beeindruckend, wie du sagst, dass da ganz viele clevere Leute ja schon dran gearbeitet haben und dann denkt man selbst in dem Moment, okay, aber vielleicht schaffe ich das jetzt, den zu lösen. Aber klar, wenn du da mit ein bisschen Abstand manchmal vielleicht auch auf Dinge schaust, dann fällt dir manchmal irgendwas auf und in dem Fall hat ja auch so ein bisschen, ich sag mal, die Wissenschaft und die Weiterentwicklung hat eher geholfen. Also zu dem Zeitpunkt, als Lindas Leiche obduziert wurde, war das ja mit dem Nikotin zum Beispiel auch noch gar nicht so klar. Das wurde ja auch erst ein Jahr später festgestellt und auch da entwickeln sich die Tests ja einfach weiter. Und bei ganz vielen Fällen, über die wir sprechen, ja, hilft ja eben die Wissenschaft und die vorangeschrittene Technik weiter, den Fall aufzuklären. Und das gibt ja auch irgendwie ein bisschen Hoffnung und ein bisschen Zuversicht, dass so bestimmte Fälle eben auch nach 20, 30 Jahre später funktionieren. Gelöst werden können und dass der Mörder in dem Fall dann doch nicht damit davon kommt. Ja, ich meine, das haben wir auch wirklich häufig hier, dass die fortgeschrittene Technik dann dabei hilft. Was wir leider auch viel zu häufig haben, ist genau dieses Thema.
Worum es heute ging, nämlich mal wieder Geld, mal wieder eine Lebensversicherung. Ich bin mir sicher, dass die meisten von euch schon ab der Hälfte des Falls heute gesagt haben, nee, das war schon der Ehemann. Aber dann natürlich nochmal den Weg zu finden, wie er es gemacht hat, ist natürlich nochmal ein ganz anderes Ding.
Aber das würde mich auch mal interessieren, ab wann habt ihr vermutet, dass es der Ehemann war? Ja, das war ja auch Marys Vermutung, also die beste Freundin von Linda. Und auch das, das muss so schwierig gewesen sein, wenn du diesen Verdacht hast und du musst ja auch so ein bisschen vorsichtig sein. Du kannst ja nicht einfach jemandem sagen, ey, dein Ehemann, der war das, deswegen geht es dir so schlecht, als Linda noch gelebt hat. Also da muss man ja auch super sensibel irgendwie mit seinem Verdacht umgehen. Aber als Linda dann wirklich gestorben ist, boah, was muss in Mary vorgegangen sein? Sie wird sich ja sicherlich mit Vorwürfen selber zugeschüttet haben, dass man dachte, boah, ich hätte was tun müssen. Ich hätte noch stärker Linda damit konfrontieren müssen oder so. Und wie du schon sagst, das war ja hier die große Frage in dem Fall. Wie kann man Paul das nachweisen? Wie kann man ihn damit belasten? Weil man kann nicht einfach sagen, okay, Lebensversicherung, du bist der Ehemann, du warst es. So funktioniert das ja auch nicht, weil so oft wir auch über dieses Thema Lebensversicherung sprechen, die ist ja an sich dafür da, dass eben die Hinterbliebenen im Todesfall finanziell abgesichert sind, aber ja, sie spielen halt sehr oft eine Rolle hier in der schwarzen Akte, wenn das eben missbraucht wird, aber spätestens.
Na, wobei, wir stecken nicht drin, ne? Aber wenn nur eine Lebensversicherung auf eine Person abgeschlossen werden soll und nicht auf die andere, könnte man ja schon mal kurz stutzig werden. Weil Linda war jetzt auch nicht 30 Jahre älter als Paul, ne? Ja, das finde ich auch super, super komisch. Ich meine, wenn man sich da versucht, hineinzuversetzen, ich meine, darüber haben wir auch heute gesprochen. Sie hat ja wirklich alles versucht, um ihm zu gefallen und oft ist es ja einfach so, ganz normal in der Psychologie ist es so, könnt ihr für euch da draußen auch nutzen, um mal so platt zu sein, wenn euch jemand nach etwas fragt, da gab es ein ganz bekanntes Experiment, da haben Leute bei der Arbeit was drucken wollen, da gab es eine Schlange und dann wollte man gucken, okay, wie kann ich vordrängeln? Und es hat sogar eigentlich nur ausgereicht zu sagen, ich muss vor, weil, ohne was dahinter zu sagen. Also eigentlich wollen wir nur einen kleinen Grund haben, um das alles zu rechtfertigen.
Und für sie, die ja dann sowieso aus der Kindheit schon dieses Gefühl mitgetragen hat, sie sucht diese Liebe, sie muss dann halt auch eben sehr konformativ damit umgehen, da reicht natürlich auch wirklich so ein minimaler Grund, um dann zu sagen, ja, ich vertraue dir. Also das kann ich schon irgendwo nachvollziehen. Also für euch als kleiner Tipp draußen, wenn ihr heute irgendwie am Drucker steht oder so auf der Arbeit, einfach nur sagen, ich muss vor, weil mein Tee wird kalt oder so. Wird ausreichen, versucht es gerne. Ja, könnt ihr uns ja mal berichten, ob das geklappt hat. Aber ja, das ist ja einfach so ein, ich weiß nicht, Grundproblem.
In dem Linda da festgesteckt ist. Also vielleicht hat sie, wenn sie ganz ehrlich zu sich selbst war, ja auch gedacht, okay, irgendwas ist hier faul, vielleicht hat Paul damit was zu tun, hat sie gegenüber der Polizei ja sogar gesagt. Aber wenn du da drin steckst im Beziehungsgeflecht und du bist verheiratet und du hast diese Wunschvorstellung, diese Traumvorstellung und an sich bringt dir alle Eigenschaften mit, die dir wichtig sind, dann ist das sicherlich super schwer, sich zu trennen und da rauszukommen. Also Linda kann man da gar keinen Vorwurf machen. Genau, weil er hat sich ja auch um sie gekümmert. Das wurde ja bestätigt. Und das würde mich auch noch jetzt interessieren. Es gab ja die eine Seite, nämlich Mary, die gesagt hat, ey, er war es die ganze Zeit. Und dann gab es ja aber noch Frankie, die aber auch eine sehr gute Freundin von Linda war. Hat die nach der Verurteilung immer noch zu ihm gehalten eigentlich? Weißt du das? Also es gibt ein paar Dokus zu diesem Fall und da hat sich Frankie, finde ich, immer so ein bisschen komisch geäußert, weil die Doku wurde ja zu einem Zeitpunkt gefertigt und gefilmt, als klar war, dass Paul Linda umgebracht hat. Und Frankie hat trotzdem immer gesagt, was für ein liebevoller Ehemann Paul war und dass sie nicht glauben konnte, dass er das war in dem Moment.
Und der hat doch alles mitgebracht, hat ihr Schaumbäder eingelassen und hat mit einem breiten Grinsen so positiv von dem gesprochen, wo ich dachte, wie krass, wenn du eine Freundin bist von Linda und du weißt in diesem Moment ja, dass Paul sie ermordet hat. Wie kann man dann immer noch mit so einem Grinsen das erzählen? Also das mag ja damals vielleicht wirklich ihr Gedanke gewesen sein, aber das dann in dieser Doku noch so zu sagen, das fand ich schon irgendwie krass, weil die andere, Mary... Da hast du richtig gesehen, wie tief traurig sie immer noch ist. Sie hat ja auch die letzten Worte hier in der Folge heute gesprochen, die wir zitiert haben. Also das war wirklich das komplette Gegenteil. Da hast du diese Selbstvorwürfe in ihrem Gesicht gesehen.
Also ja, finde ich, weiß ich nicht. Ich hatte ein komisches Gefühl, als ich das dann geschaut habe. Aber ich kann mich gerade gar nicht daran erinnern, ob sie am Ende nochmal sowas gesagt hat wie, oh, ich bin überrascht, dass er es doch war. Weiß ich gerade ehrlich gesagt nicht. Ich könnte mir auch vorstellen, um ehrlich zu sein, das sind amerikanische Dokus, die versuchen natürlich auch immer nochmal so ein bisschen Spice da reinzubringen und dann gibt es die eine und die andere Seite, was in der Realität ja oft gar nicht so ist. Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, es gibt so viele Zwischentöne noch und dass sie sich in der Doku dann halt entschieden haben, okay, die Sachen, wo Frankie halt mal eher was anderes sagt, was er für die andere Seite spricht, vielleicht nicht zu zeigen, kann ja natürlich auch sein. Ja, das, was Mary am Ende ja auch gesagt hat, so hey.
Leute, lernt in Anführungsstrichen aus diesem Fall, nehmt was mit, seid einfach ein bisschen aufmerksamer und ich finde, das ist auch eigentlich ein ganz gutes Stichwort, dass wir manchmal einfach auf unser Bauchgefühl hören sollten, jetzt gar nicht so in diesem krassen Kontext wie in dem Fall heute, aber so einfach generell im Leben, finde ich, sollten wir alle mal wieder ein bisschen mehr auf unser Bauchgefühl hören. Und damit würde ich sagen, schließen wir diesen Fall für heute. Wir freuen uns voll, wenn ihr bis hierhin zugehört habt, also wenn ihr euch auch die Diskussion anhört, weil wir trennen das ja immer ein bisschen, dass alle, die nur Bock auf den reinen Fall haben, dass sie sich in Ruhe diesen Fall anhören können und dann am Ende kommt unser Gesabbel. Wenn ihr euch das anhört, dann freuen wir uns natürlich sehr. Und Patrick meldet sich, er hat eine Wortmeldung. Wenn ihr bis hierhin gehört habt, dann schreibt mal bitte in die Kommentare Diskussion Ultras. Okay, das finde ich gut. Alle bitte machen.
Und dann würde ich sagen, hören wir uns nächste Woche Dienstag wieder, wenn wir euch einen neuen Fall in der schwarzen Akte erzählen. Und ich kann ja mal ein bisschen teasen, was wir nächste Woche machen. Denn da geht es um ein mysteriöses Verschwinden. Also, bis nächste Woche.
Wir sind eure Hosts Anne Luckmann und Patrick Strohbusch. Redaktion und Schnitt Anne Luckmann. Produktion Nadine Lenfer-Unterweger und Lea Backes. Die schwarze Akte ist eine Produktion der Julep Studios. Besonderer Dank geht an Falco Schulte.