Diese Episode enthält explizite Details über einen wahren Kriminalfall. Weitere Infos in der Folgenbeschreibung.
Die Luft hier draußen ist klar, schon ein wenig dünn vielleicht. Sie trägt den würzigen Duft von trockenem Moos zum Eingang des Zeltes, das hier mitten in der Natur steht. Es riecht nach erdiger Feuchtigkeit, sobald die ersten Sonnenstrahlen den Blick in tiefe Schluchten freigeben. Die Weite hier gibt ihnen das Gefühl, ganz klein in einer riesigen Landschaft zu sein. Ein Grund, warum sie diese Reise überhaupt angetreten haben. Die Kälte am frühen Morgen kriecht überraschend schnell in die Kleidung, sobald der Reißverschluss des Zeltes aufgezogen wird. Der Kontrast zwischen kalter Außenluft und warmer, aber schon etwas abgestandener Luft im Inneren des Zeltes ist deutlich zu spüren. Es ist eine Mischung aus Freiheit und einem tiefen Respekt vor der Natur, der das junge Ehepaar hierher nach Peru geführt hat. Die Zivilisation ist weit weg. Jeder Moment hier draußen wirkt einschüchternd und gleichzeitig wunderschön. Die Stille der Natur um sie herum ist so allgegenwärtig, dass sie ihren eigenen Herzschlag bewusst wahrnehmen können.
Wobei, das stimmt nicht ganz. Denn als an diesem Morgen die ersten Sonnenstrahlen die schwere Dunkelheit langsam zurückdrängen, da wird nichts mehr so sein wie jemals zuvor. Denn einer der beiden ist tot.
Und damit ganz herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Schwarzen Akte mit mir gerade gegenüber Patrick Strohbusch. Und mir gegenüber Anne Lückmann. Hello! Und da das die erste Folge ist, die im Jahr 2026 online geht, möchten wir euch natürlich ein frohes neues Jahr wünschen. Wir hoffen, ihr seid alle gut in dieses neue Jahr gekommen und dass das Großes für euch bereithält. Aber Patrick, ich würde sagen, wir starten einfach direkt mit diesem Fall. Der Fall, über den wir heute sprechen, wird uns in eine weltberühmte Region in Peru führen. Peru ist ein ziemlich beliebtes Reiseziel in Südamerika und bekannt für seine reiche Kultur und Geschichte, wie zum Beispiel die Inka-Zivilisation. Aber auch Perus vielfältige Landschaft mit den Anden, den Regenwäldern und Wüsten lockt jährlich über 3 Millionen Touristinnen und Touristen aus aller Welt hierher. Wir werden im Laufe des Falls aber auch noch in Deutschland landen.
Werbung Werbung Ende, Ich war übrigens vor ein paar Wochen im Edeltalk-Podcast zu Gast und durfte den beiden Hosts Papa Platte und Rhys diesen True Crime Fall hier erzählen. Das haben wir im Rahmen ihres Formats Edelcrime gemacht. Falls ihr die Folge bei Ihnen schon gesehen oder gehört habt, dann lohnt sich unsere Folge aber auf jeden Fall trotzdem, weil wir heute noch ein paar mehr Details erzählen. Und falls ihr andersherum unsere Folge zuerst hört, dann haben die beiden Jungs aber auch noch spannende Gedankengänge zum Fall. Also es lohnt sich auf jeden Fall auch, in ihre Folge reinzuhören. Der Fall, über den wir heute sprechen, trägt sich Ende der 1990er Jahre zu. Genauer gesagt 1997.
Elton John singt in diesem Jahr Candle in the Wind auf der Trauerfeier von Prinzessin Diana. Titanic kommt in die Kinos und wird zum großen Erfolg. Leonardo DiCaprio gelang mit seiner Rolle in dem Film der internationale Durchbruch als Schauspieler. Die Leute tragen Adidas-Trainingsanzüge, dicke Buffalo-Plateauschuhe, Baggy-Jeans und Crop-Tops. Sie warten auf Windows 98 und spielen dabei Snake auf ihrem Nokia-Handy oder Mario Kart auf der Nintendo 64.
ProSieben entdeckt Stefan Raab und South Park startet im TV. Aber nicht alle haben nostalgische und schöne Erinnerungen an dieses Jahr. Dabei fing für das junge Liebespaar Ursula und Ilan alles so schön an. Bevor wir über die verhängnisvolle Reise nach Peru sprechen, müsst ihr die beiden aber erstmal ein bisschen besser kennenlernen. Ursula ist eine junge Frau in ihren Zwanzigern, die in München als Tochter einer Metzgerfamilie geboren wurde. Sie hat sich zu einer gefragten Wissenschaftlerin hochgearbeitet und eine vielversprechende Karriere vor sich. Sie ist nämlich Biochemikerin und Krebsforscherin und hat sogar schon einen Doktortitel. Anfang der 1990er Jahre bekommt Ursula ein Stipendium am Weizmann Institute of Science in Rehoboth. Mit dem kann sie in Israel arbeiten und forschen. Im Juli 1992 macht sie einen Ausflug in die Wüste Negev. Hier lernt sie nicht nur die beeindruckende Natur des Landes kennen, sondern auch einen jungen Mann, Ilan. Ilan ist Israeli, 21 Jahre alt und damit acht Jahre jünger als Ursula. Er arbeitet als Elektriker und handelt mit Autozubehör. Ilan wohnt noch bei seinen Eltern in Rehobot. Eine gute Stunde mit dem Auto von Jerusalem entfernt. Hier leben ungefähr 140.000 Menschen.
Ursula hat gerade eine Beziehung mit einem Kollegen hinter sich. Sie wünscht sich aber eine langfristige, feste Partnerschaft. Und hier in der Wüste macht es Klick. Ilan könnte der Mann ihrer Zukunft sein. Und Ilan sieht das ganz ähnlich. Die beiden verlieben sich schnell ineinander und werden ein Paar. Auf einem Foto, das die beiden im Urlaub zeigt, sieht man auch, wie glücklich die beiden sind. Die strahlen richtig in die Kamera.
Ilan eine Hand lässt sich in der Hosentasche, Ursula einen Arm um Ilan gelegt. Das könnt ihr euch auch selbst anschauen, das haben wir euch in den Shownotes verlinkt. Ein Jahr, nachdem sich die beiden beim Wüstenausflug kennen und lieben gelernt haben, ergibt sich für Ursula eine unglaubliche Chance. Sie bekommt nämlich Mitte 1993 ein weiteres Stipendium für die Stadt aller Städte, für New York City. Und zwar am renommierten Memorial Sloan Kettering Cancer Center. Beruflich eine unglaubliche Möglichkeit, weiter zu forschen. Für ihr Liebesglück mit Ilan bedeutet das allerdings über 9000 Kilometer Entfernung. Ilan wiederum kann nicht plötzlich alle Zelte in Israel abbrechen. Ursula entscheidet sich. Sie geht allein und zieht im Sommer 1994 nach New York. So eine Fernbeziehung ist natürlich anstrengend und kräftezehrend. Gerade für ein noch relativ frisch verliebtes Paar muss das wirklich schwierig gewesen sein.
Sieben Stunden Zeitverschiebung, keine Videocalls oder schnelle WhatsApp-Nachrichten, das ging damals ja alles noch nicht. Ständig hin- und herfliegen gab das Portemonnaie auch nicht unbedingt her. Ilan spielt also mit dem Gedanken, die Beziehung zu beenden. Aber Ursula lässt nicht locker. Sie kämpft für ihre Liebe und überredet ihn schließlich, zu ihr nach New York zu ziehen. Sie leben gemeinsam in ihrem kleinen Apartment. Nach drei Jahren Beziehung wird ihr Liebesglück schließlich besiegelt. Am 1. August 1995 heiraten die beiden. Hier wissen Ursula und Ilan noch nicht, dass das Unheil schleichend näher kommt.
Ursula wünscht sich für das Perfekt der Familienglück Kinder, aber erst wollen Ilan und sie ihre Hochzeitsreise antreten. Es soll nach Peru gehen, zur sagenumwobenen, weltberühmten Inka-Stadt Machu Picchu. Einmal eins der neuen sieben Weltwunder der modernen Welt mit eigenen Augenseen. Machu Picchu liegt hoch in den Anden Perus, in über 2000 Metern Höhe. Es wirkt ein bisschen wie eine versteckte Stadt zwischen grünen Bergkämmen und steilen Abhängen. Majestätisch und friedlich eingebettet zwischen Terrassenfeldern, die sich stufenweise die steilen Berghänge herunterziehen und dicht bewachsene, saftig-grüne Berglandschaften. Nebel und Wolken bilden einen weichen Kontrast über der Szenerie. Heute gilt Machu Picchu als gut erhaltene Ruinstadt und ist eines der größten Touristenziele Südamerikas. So auch von Ursula und Ilan. Ilan plant die Reise, kümmert sich um Flugtickets und schließt eine Reiseversicherung ab. Weihnachten 1996 hebt der Flieger in New York ab und landet gute sieben Stunden später in Lima, der Hauptstadt Perus.
Gemeinsam bereisen Ursula und Ilan das Land. Es wird ihre letzte gemeinsame Reise sein, aber das ahnen die beiden hier noch nicht. Am 1. Januar 1997 kommen sie in Cusco an. Das ist ungefähr 1000 Kilometer von Lima entfernt, also etwas mehr, als würdet ihr einmal durch ganz Deutschland fahren, von Nord nach Süd. Cusco befindet sich im Landesinneren. Hier befindet sich das Basislager für Touristen, die den Inka-Fahrt wandern wollen. Diesen Pfad auf alten Inka-Wegen müssen Touristen auf einer mehrtägigen Wanderung überwinden, um am Ende mit einer spektakulären Aussicht auf Machu Picchu belohnt zu werden.
Die klassische Route umfasst vier Tage und drei Nächte. Übernachtet wird einfach mitten in der Natur im Zelt. Die Strecke ist 43 Kilometer lang, also ein bisschen mehr als ein Marathon. Das ist eine anspruchsvolle Wanderung, da insgesamt knapp 2000 Höhenmeter überwunden werden müssen. Es gibt unzählige Stufen, es geht immer wieder steil bergauf und wieder bergab. Das ist kein Spaziergang, sondern eine echte Herausforderung. Ungeübte Wanderinnen und Wanderer haben mit Kurzsichtigkeit, Schwindel, Übelkeit und Durchfall zu kämpfen. Dafür werden sie aber mit atemberaubenden Landschaften, rauen Gipfeln und rauschenden Flüssen belohnt. Obwohl das ziemlich anstrengend klingt, wollen Ilan und Ursula in ihren Flitterwochen genau das. Abenteuer in der Natur. Vier Tage, nachdem sie im Basislager in Cusco angekommen sind, nehmen Ursula und Ilan den Zug nach Coriwaira, China. Das ist am 5. Januar 1997.
Hier, auf über 2500 Metern Höhe, soll ihre Wanderung auf dem Inka-Fahrt endlich starten. Heute ist das übrigens nur noch über zugelassene Reiseagenturen möglich und auch nur in Begleitung eines zertifizierten Guides. Seit 2001 darf man den Inka-Fahrt nicht mehr auf eigene Faust wandern. Das hat aber nichts mit dem zu tun, was Ilan und Ursula schon bald passieren wird. Nein, das liegt tatsächlich am zunehmenden Massentourismus und den damit einhergehenden Schäden an der Natur, den Wegen und den Ruinen. Ilan und Ursula wollen 1997 jedenfalls alleine losziehen. So sind sie schneller, flexibler und müssen sich keiner Touristengruppe anpassen. Bevor sie ihre Wanderung aber so richtig starten können, müssen sie sich erstmal in ein Kontrollbuch eintragen. Somit kann man besser nachvollziehen, welche Route sie genommen haben. Sollte auf dem Weg vielleicht irgendwas passieren? Ilan und Ursula sind die einzigen, die sich an diesem Tag eintragen. Das ist erstmal aber nichts Ungewöhnliches, weil gerade Regenzeit herrscht und damit auch wenig Tourismus. Was aber ungewöhnlich ist, ist die Uhrzeit, zu der sie sich eintragen. Nämlich 16.45 Uhr. Das ist ganz schön spät, um noch mit einer Wanderung zu starten. Denn schon bald wird's dunkel.
Die beiden wandern trotzdem los. Vorbei am rauschenden Fluss und den ersten Inka-Ruinen. Da sie heute im Hellen nur wenig Zeit zum Wandern haben, schlagen sie ihr Zelt mitten in der Natur auf. Aber leider wird die erste Nacht unter freiem Himmel nicht so romantisch, wie sie sich das ausgemalt haben. Denn sie werden mitten in der Nacht von Lichtern geweckt. Vom gebündelten Schein mehrerer Taschenlampen. Mehrere Personen schleichen da um ihr Zelt herum. Sie leuchten immer wieder darauf. Ursula hat Angst. Die Situation muss wirklich super gruselig gewesen sein. Aber zum Glück passiert nichts. Die Unbekannten ziehen lautlos ab. Ursula und Ilan sind also wieder allein. Die beiden lassen sich auch nicht von ihrem Plan abhalten. Die Wanderung soll weitergehen. Am nächsten Tag treffen sie während ihrer Wanderung auf andere Touristengruppen. Ursula und Ilan bleiben aber bei ihrem Entschluss, alleine zu wandern. Ihnen steht nun die härteste Etappe bevor. Steil bergauf durch Nebelwald und hohes Gras. Bis zum höchsten Punkt des Inka-Pfades auf 4200 Metern Höhe.
Anschließend folgt ein langer Abstieg bis ins Pacaymayo-Tal. Hier gibt es sogar einen Campingplatz. Aber Ursula und Ilan bleiben nicht dort. Sie wollen auch bis zu einer kleinen, runden Inka-Ruine. namens Rancora K. Weiterwandern und dort ihr Zelt aufbauen. Wieder in einsamer Idylle. Ob das so eine gute Idee ist, das wird sich noch zeigen. Die Ruine wurde früher vermutlich als Wachtturm oder Raststation genutzt. Bis dorthin ist es ein steiniger Weg. Vorbei an bemosten Steinen und Farnpflanzen führt der Weg in Serpentin bergauf. Der ca. 90-minütige Weg wird aber durch atemberaubende Ausblicke aufs Tal, in tiefe Schluchten und auf grüne Berghänge belohnt. In der Nähe gibt es noch einen kleinen Bergsee. Die Wolken legen sich hier wie schleiersanft auf die Natur. Richtig mystisch muss das ausgesehen haben. Als Ursula und Ilan endlich bei der Ruine ankommen, ist es schon dunkel. Sie schlagen ihr Zelt für die zweite Nacht auf einer kleinen Wiese auf, ungefähr 50 Meter neben der Ruine. Sie sind hier ganz für sich, kein Mensch weit und breit. Sicherlich ziemlich erschöpft von der anstrengenden Wanderung, legen sie sich ins Zelt. Nur einer der beiden wird am nächsten Tag jedoch die Augen wieder öffnen. Der nächste Tag ist ein Dienstag, der 7. Januar 1997.
Ilan wird gegen 5 Uhr morgens von einem Geräusch geweckt. Er dreht sich langsam im Schlafsack um. Draußen ist es noch dunkel. Ursula und er liegen mit dem Kopf nah am Zelteingang. Dann hört er wieder ein Geräusch. Ein Geräusch, das niemand mitten im Nirgendwo in der Dunkelheit jemals hören will. Nämlich ein Reißverschluss. Aber nicht Ilan oder Ursula bewegen den, sondern ein Fremder. Da draußen ist jemand. Jemand, der gerade versucht, ins Zelt zu kommen. Und dann hört Ilan einen einzelnen Schuss. Erschrocken richtet er seinen Blick zum Zelteingang. Und dort sieht er einen Mann. Ilan scannt ihn im Schnelldurchlauf. Der Unbekannte hat kurzes, schwarzes Haar, das ihm über die Stirn fällt. Er trägt eine khaki-farbene Hose und eine schwarze Pilotenjacke.
Er ist unrasiert, vielleicht zwei oder drei Tagebart. Er scheint nicht besonders groß zu sein, so um die 1,75. Ein Peruaner, vielleicht 30 Jahre alt. Und er hat noch etwas an sich, das Ilans Aufmerksamkeit auf sich zieht. Denn der Fremde hat eine Waffe in der Hand. Und er ist nicht allein. Da draußen ist noch jemand. Denn jetzt schreit ein zweiter Mann. Ilan kann aber nicht verstehen, was er da schreit. Handelt es sich dabei um dieselben Männer, die nachts zuvor schon um ihr Zelt geschlichen sind? Der Mann mit der Waffe antwortet seinem Komplizen, aber auch das kann Ilan nicht verstehen. Die nächsten Worte allerdings, die der Unbekannte mit gezückter Waffe in gebrochenem Englisch sagt, die versteht Ilan sehr wohl. Money. Geld.
Ilan zögert gar nicht erst. Er greift in seine Jeans, die neben ihm auf dem Zeltboden liegt. Er zieht sein Portemonnaie aus der Tasche und drückt dem Unbekannten ohne Diskussion 1000 Dollar in die Hand. Doch dem reicht das nicht. Er will mehr. Er zeigt auf die immer noch schlafende Ursula und wiederholt seine Forderung. Money. Ilan deutet auf seinen Finger, an dem sein Ehering steckt. Er versucht damit auszudrücken, dass Ursula seine Frau ist und dass die 1000 Dollar ihr gemeinsames Geld wären. Mehr habe er nicht. Der Unbekannte mit der Waffe schaut ihn an. Und dann wendet er sich ab. Die beiden Männer verschwinden einfach wieder in der Dunkelheit.
Elan ist sichtlich geschockt über das, was da gerade passiert ist. Er dreht sich zu Ursula, die nicht reagiert. Sie ist nicht ansprechbar, denn sie wurde von dem abgefeuerten Schuss getroffen. Elan leistet sofort erste Hilfe und säubert die Wunde. So erzählt er das eben Erlebte später selbst. Ein paar quälend lange Stunden vergehen, bis ein Touristenguide namens Freddy mit seiner Wandergruppe an der Ruine vorbeikommt. Die liegt ja auf dem Weg nach Machu Picchu. Doch statt frühmorgendlicher Idylle kommt den Wanderern ein völlig aufgelöster Ilan entgegen. Er schreit, someone shot my wife, jemand hat meine Frau erschossen. Da sich unter den Wanderern auch ein Arzt befindet, macht der sich gemeinsam mit ein paar anderen Leuten auf den Weg zum Zelt. Hier liegt Ursula immer noch schwer verletzt. Sie liegt auf dem Rücken in ihrem Schlafsack. Der Arzt versucht, die Wunde so gut es geht zu säubern. Da ist viel geronnenes Blut an ihrem Kopf. Er sieht dabei auch das Einschussloch. Ursula atmet noch, ist aber nach wie vor nicht ansprechbar. Der Arzt legt ihr einen Verband an. Yilan steht einfach nur daneben. Er ist unfähig, was zu tun. Er berichtet vom Überfall in den frühen Morgenstunden und von den zwei Männern in Uniform. Uniform wie die der Polizei.
Touristenführer Freddy schickt parallel jemanden los, um Hilfe zu holen. Aufgrund der Wetterlage kann hier in der Nähe des Zeltes aber kein Hubschrauber landen. Es würden Stunden vergehen, ehe Hilfe kommen kann. Also wird Ursula kurzerhand auf eine provisorische Trage gehievt und zum nächstmöglichen Hubschrauberlandeplatz getragen. Der ist aber gute 10 Kilometer entfernt. Die Helfenden leisten also ganze Arbeit, um Ursula dort hinzubringen. Am Hubschrauberlandeplatz angekommen, erfahren die mittlerweile eingetroffenen Beamten, was passiert ist. Und die sind völlig geschockt. Denn ein bewaffneter Raubüberfall ist hier noch nie passiert. Ilan und die schwerverletzte Ursula werden umgehend mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht, nach Cusco, wo ja auch das Basislager für alle Inka-Fahrtwanderer ist. Ursula wird dort sofort behandelt.
Da Ilan der einzige Zeuge ist, der bei dem Überfall dabei war, wird er von der Polizei befragt und untersucht. Er schildert den Beamten also das, was wir euch bisher auch schon erzählt haben. Anschließend wird er ins Konsulat gebracht. Hier hat er zum ersten Mal die Gelegenheit, das Telefon zu benutzen und jemanden anzurufen. Doch statt seine oder Osulas Familie anzurufen, entscheidet er sich, die Nummer seiner Reiseversicherungsgesellschaft in New York zu wählen. Er will wissen, ob sie die Kosten für den Rücktransport einer Leiche übernehmen. Ursula lebt zu diesem Zeitpunkt aber noch. Eine eher ungewöhnliche Frage, oder? Aber gut, keiner von uns weiß, wie man in so einem Schockzustand reagiert und agiert. Drei Tage nach dem Überfall, am 10. Januar 1997, wird Ursula ins Krankenhaus nach Lima verlegt. Ihr Bruder kommt extra aus Deutschland angereist, nachdem er gehört hat, was passiert ist. Er findet Ilans Verhalten im Krankenhaus irgendwie seltsam. Er fragt ihn ganz direkt, ob er es war, der auf seine Schwester geschossen hat. Ilan blockt ab. Er habe sie geliebt, soll er geantwortet haben. Die Situation vor Ort muss also wirklich furchtbar gewesen sein. So eine Mischung aus Trauer, Wut, Hoffnung und Angst.
Wiederum drei Tage später, am 13. Januar, wird aus Hoffnung aber leider traurige Gewissheit. Denn Ursula wird für Hirntod erklärt. Ihr Ehemann Ilan gibt das Einverständnis, die lebenserhaltenden Geräte abschalten zu lassen. Ursula stirbt in Lima, im Alter von nur 34 Jahren. Ihr Leichnam wird noch in Lima obduziert. Außerdem werden Röntgenbilder angefertigt. Einen Tag später, am 14. Januar, kann Ilan mithilfe der Honorarkonsulin schon wieder aus Peru ausreisen. Er wurde in ihrem Konsulat von der Polizei befragt und dank ihrem großen Einfluss kann diese Befragung aber schnell beendet werden. Ursulas Bruder kümmert sich vor Ort um den Papierkram, damit ihr Leichnam eine Woche später nach Deutschland gebracht werden kann. Dort angekommen, wird ihr Körper am 21. Januar erneut obduziert. Ihr Schädel ist dabei von besonderem Interesse. Hier ist eindeutig das Einschussloch an der oberen linken Stirn zu erkennen. Das Projektil, das in ihrem Schädel gesteckt hat, wurde übrigens nicht mit nach Deutschland geschickt. Der Schoß wurde nicht aus nächster Nähe abgefeuert. Die Waffe wurde also nicht an den Kopf angesetzt. Das passt zu Ilans Schilderung, dass ein Fremder von außen auf Ursula drinnen im Zelt geschossen hat. Ansonsten sind keine weiteren Anzeichen äußerer Gewalteinwirkung zu erkennen.
Am 22. Januar 1997, acht Tage nachdem Ilan Peru verlassen hat, fliegt er nach Deutschland, genauer gesagt nach München, da Ursulas Familie hier in der Umgebung lebt und sie auf einem Waldfriedhof beigesetzt werden soll. Ilan wird vor Ort von der Mordkommission München vernommen. Da Ursula deutsche Staatsbürgerin ist, sind die ebenfalls daran interessiert, das Verbrechen aufzuklären.
Er berichtet den Beamten, was in jener schrecklichen Nacht zum 7. Januar 1997 passiert ist. Alles, was er berichtet, haben wir euch bisher auch so erzählt. Er wirkt auf die Beamten schüchtern, gebrochen und gehemmt. So schreibt es der mittlerweile verstorbene Kriminaloberrat Josef Wilfling in einem Artikel für die Fachzeitschrift des Bund Deutscher Kriminalbeamter. Ilan wiederholt in der Befragung, wie sehr er Ursula geliebt habe. Sie fehle ihm sehr. Kurz darauf verlässt er Deutschland wieder. Zu Ursulas Familie hält er nur sporadisch Kontakt.
Ilan ist jetzt viel unterwegs. Er lebt an der Ost- und Westküste der USA und in Israel. Er schreibt Freunden, Verwandten und Bekannten immer wieder, dass er glaubt, ein peruanischer Polizist oder Militärangehöriger habe seine Frau erschossen. Die Ermittlungen um Ursulas Tod geraten derweil ins Stocken. Aber diese finden ja auch unter ziemlich erschwerten Bedingungen statt. Vielen Dank. Denn der Tatort befindet sich in einer weit entfernten Hochgebirgsregion, über 10.000 Kilometer von München weg. Es gibt keine Tatwaffe, kein Projektil, keine Zeugen und keine Beweise. Und auch kein Motiv. Warum wurde Ursula erschossen? Wo soll man da auch mit den Ermittlungen ansetzen? Zwei Jahre lang gibt es keine nennenswerten Erkenntnisse. Bis zum Januar 1999. Denn Anfang 1999 erhält Ursulas Familie eine Anfrage, die sie verwundert.
Und zwar von einer Versicherungsgesellschaft in New York. Die fragt bestimmte Unterlagen an. Denn Ilan hat bei ihnen eine Auszahlung in Höhe von 300.000 US-Dollar aus einer Lebensversicherung von Ursula beantragt. Aus anderen Versicherungen habe er auch schon teils hohe Auszahlungssummen bekommen. Die Zahlen variieren in Artikeln zwischen insgesamt 1,3 bis 2 Millionen D-Mark.
Ursula und er haben nach ungefähr einem Jahr Beziehung jeweils Lebensversicherung abgeschlossen. An sich sind die ja auch genau dafür da, also Hinterbliebene finanziell abzusichern. Dennoch sind das natürlich extrem hohe Zahlen, die hier zur Auszahlung beantragt werden. Das Misstrauen der Ermittler ist geweckt. Die Münchner Kriminalhauptkommissarin Eva hatte schon vor zwei Jahren das Gefühl, dass an der Geschichte rund um Ursulas Tod irgendwas faul ist. Eva heißt eigentlich anders, aber wir haben in einer Quelle gelesen, dass sie einfach nur ihren Job gut machen, ansonsten aber anonym bleiben möchte. Auch der leitende Hauptkommissar Josef findet Ilans Geschichte des Tathergangs zunehmend unglaubwürdig. Am 9. April 1999, ein paar Monate später, reist Ilan erneut nach Deutschland. Er wird nochmal stundenlang in München verhört. Er weiß zu diesem Zeitpunkt nicht, dass die Ermittler mehr wissen, als er glaubt. Denn ihnen ist längst bekannt, dass Ilan viele Versicherungen abgeschlossen hat. Ungewöhnlich viele.
Er gibt erst nach einiger Zeit zu, diese abgeschlossen zu haben. Und er verteidigt sich damit, dass das doch ganz normal für US-amerikanische Verhältnisse sei. Er und Ursula haben ja zusammen in den USA gelebt, da mache man das eben so. Und dennoch verstrickt er sich in Unwahrheiten. Vier Tage nach seiner Einreise wird Ilan am 13. April 1999 wegen des Verdachts, seine Frau Ursula ermordet zu haben, festgenommen. Damit fährt der Startschuss für wirklich außergewöhnliche Ermittlungen. Ungefähr ein Jahr nach seiner Verhaftung reisen deutsche Ermittler nach Peru, um sich den Tatort mit eigenen Augen anzuschauen. Das findet im März 2000 statt.
Übrigens taucht kurz vor der Abreise ein wichtiger Gegenstand wieder auf, der eigentlich als entsorgt galt, nämlich das Zelt, in dem Ursula angeschossen wurde. Das wird von Peru nach Deutschland geschickt, damit es dort genauer untersucht werden kann. Die darin gesicherten Spuren werden später noch sehr wichtig. Aber zurück zur Ermittlungsreise. Die wird noch sehr aufwendig und teuer. Mit dabei sind unter anderem ein örtlicher Staatsanwalt, Kriminalhauptkommissarin Eva, ein Schusswaffenexperte, peruanische Polizisten, eine Dolmetscherin und Freddy, der Touristenführer. Er ist derjenige, der damals mit seiner Wandergruppe als erstes am Tatort war. So wie vier Jahre zuvor schon Ursula und Ilan, hat das Ermittlerteam nun eine anstrengende Wanderung vor sich. Der Tatort befindet sich ja in 3700 Metern Höhe. Am 20. März 2000 startet die Wanderung auf dem Inka-Pfad. Ziel ist aber nicht Machu Picchu, sondern der Tatort bei der Ruine Rancurakei, da wo Ursula und Ilan ihr Zelt für die zweite Nacht aufgestellt haben. Der Aufstieg ist anstrengend, denn die Luft wird immer dünner, je höher sie wandern. Das Team besteht aus fast 40 Personen. Einheimische Helfer tragen die über 300 Kilogramm schwere Ausrüstung.
Video- und Fotoausrüstung, Filmmaterial, Funkgeräte, Metallsuchgeräte und Windmesser. Die erste Nacht verbringt die Crew an der gleichen Stelle wie auch Ursula und Ilan vier Jahre zuvor. Dort, wo Unbekannte mit Taschenlampen um ihr Zelt geschlichen sind. Falls diese Story denn überhaupt stimmt. Die Nacht vergeht ohne nennenswerte Vorkommnisse. Am nächsten Tag wandern sie weiter zum Camp Pacamayo. Ilan wollte damals ja noch bis zur Ruine weiter wandern. Die Ermittler vermuten, dass er dort mit Ursula ungestört sein konnte, ohne weitere Touristen in der Nähe. Das Ermittlerteam entscheidet sich aber dazu, im Camp zu zelten. Und diese zweite Nacht im Freien lässt Zweifel an Elans vermeintlicher Täterschaft aufkommen. Alle aus dem Team schlafen. Ein paar Polizisten bewachen solange das Camp. Und doch passiert es. Unbekannten gelingt es mitten in der Nacht, das Zelt der Dolmetscherin aufzuschlitzen. Aber zum Glück haben es die Diebe nur auf ihre Wertgegenstände abgesehen. Sie schnappen sich ihren Rucksack und fliehen damit in die dunkle Nacht. Alle sind froh, dass nichts weiter passiert ist. Aber dennoch hinterlässt das natürlich ein komisches Gefühl.
Werbung Werbung Ende, Am nächsten Morgen wird die Wanderung trotz des Vorfalls fortgesetzt. Das Ziel ist nun ganz nah. Die Ruine, der damalige Tatort. Das Team baut ein Zelt an genau der gleichen Stelle auf wie damals auch Elan und Ursula. Sie kennen die Stelle übrigens deswegen so genau, weil sie das durch Videoaufnahmen von Elan nachvollziehen können. Er hatte auf der Reise ein bisschen gefilmt. Das Team will sich jetzt einmal anschauen, wie das Zelt damals geöffnet wurde. Elon hat ja immer erzählt, dass der Fremde in einer Hand die Waffe und mit der anderen Hand den Reißverschluss des Zeltes geöffnet hatte. Die Ermittler testen es selbst. Mehrere Personen probieren es mit einer Hand. Sie kommen alle zu dem Ergebnis, dass man zum Öffnen des Zeltes beide Hände braucht. Ansonsten verklemmt sich der Sipper im Zeltstoff, wenn das Zelt nicht unter genug Spannung steht. Keiner der Ermittler schafft es reibungslos mit nur einer Hand.
Das bedeutet, dass Ilan vor vier Jahren zumindest nicht im Zelt überrascht worden sein konnte. Der Schusswaffenexperte vom Bayerischen Landeskriminalamt ermittelt währenddessen bezüglich der Waffe. Bisher konnte die Tatwaffe zwar nicht gefunden werden, aber er versucht dennoch, an so viele Informationen wie möglich zu kommen. Womit ist die peruanische Polizei zum Beispiel bewaffnet? Ilan hat ja ausgesagt, der Angreifer sehe aus wie jemand von der Polizei oder dem Militär. Welche Munition kann man in Peru kaufen? Wie easy ist es hier, an illegale Waffen zu kommen? Dem Schuss Waffenexperten liegen zumindest Teile des zersplitterten Projektils vor, die aus Ursulas Schädel entfernt wurden. Er findet heraus, dass die verwendete Munition amerikanische Hohlspitz-Munition der Marke Speer gewesen sein muss. Die konnte man damals zumindest aber nicht offiziell in Peru bekommen.
Ilan hat ja behauptet, dass der Unbekannte einen Schuss abgegeben hätte. Erst später habe er bemerkt, dass Ursula getroffen wurde. Die Obduktion konnte bestätigen, dass es sich nur um einen Schuss gehandelt hat. Kurz nach der Tat wurden übrigens Ilans Hände auf Schmauchspuren untersucht. Dabei wird geschaut, ob es typische Schussrückstände gibt, sowas wie Blei, Barium oder Antimon. Das Ergebnis? An beiden Händen konnten Bleianhaftungen gefunden werden, aber kein Barium oder Antimon. Wenn nur Blei gefunden wird, die anderen beiden Rückstände aber nicht, dann sieht es nicht so aus, als hätte die Person kürzlich eine normale Schusswaffe abgefeuert. Der Bleirückstand kann viele andere, harmlose Ursachen haben. Daher gilt der Befund nicht als Beweis für die Abgabe eines Schusses.
Elon sagt außerdem, dass wenn er der Täter wäre, warum hätte er Ursula dann überleben lassen und nicht zweimal auf sie geschossen? Also um sicherzugehen, dass sie stirbt. Schauen wir uns dieses Szenario mal genauer an. Hätte er zweimal geschossen, dann wäre die Story mit dem Raubüberfall aber nicht glaubhaft gewesen. Denn warum sollte ein Fremder zweimal auf Ursula schießen, aber kein einziges Mal auf Ilan? Die Ermittler vermuten, dass Ilan ja nicht wissen konnte, dass Ursula den einen Schuss überlebt hat. Sie muss daraufhin erstmal bewusstlos gewesen sein. Vielleicht hat er die Tatwaffe anschließend im nahegelegenen Bergsee entsorgt oder die Schlucht heruntergeworfen. Als er dann zurückkommt, könnte er gemerkt haben, dass sie noch atmet. Sie nachträglich dann erschlagen, erwürgen oder erstechen, hätte deutliche Spuren an ihrem Körper hinterlassen. Jemanden zu ersticken bedarf außerdem einer viel größeren Überwindung als jemanden zu erschießen. Mehr Kraft und mehr Tötungswillen. Dieses Szenario könnte auch erklären, warum Ilan keine Hilfe geholt hat. Erst Touristenführer Freddy, der Stunden nach der Tag mit seiner Gruppe vorbeikam, hat ja Hilfe holen lassen.
Wie viel Zeit hätte Ilan dann gebraucht, um vom Zelt an der Ruine runter ins Camp zu laufen? Die Ermittler testen das. Und siehe da, Ilan hätte zwölf Minuten bis zum Camp gebraucht und weitere 35 Minuten, um wieder zur Ruine zu gelangen. Vielleicht hat er die verletzte Ursula ja nicht allein lassen wollen. Eine wichtige Sache haben wir euch bisher noch gar nicht erzählt. Am Tag, an dem Ursula angeschossen wurde, war noch eine andere Person in der Nähe des Tatorts. Eine argentinische Zahnärzte namens Anna. Sie gehört zur Touristengruppe von Freddy.
Anna hat sich am 7. Januar 1997 aber schon früher als alle anderen Wanderer auf den Weg gemacht, gegen 5 Uhr morgens mit einem Träger, als alle anderen noch friedlich in ihren Zelten schlafen. Sie will in Ruhe zum Ziel wandern, ohne den Druck der anderen zu spüren. Bei der dünnen Höhenluft will sie sich nicht so abhetzen müssen. Anna hört und sieht auf ihrem Weg erstmal nichts Ungewöhnliches. Es regnet, die aufgehende Sonne spendet das erste Tageslicht, als sie und ihr Träger bei der Ruine ankommen. Sie will ein Foto von der schönen Szenerie machen, aber ohne dieses einsame Zelt da hinten. Doch noch bevor sie auf den Auslöser ihrer Kamera klicken kann, erscheint ein fremder Mann im Bild. Er kommt von oben herunter und läuft auf sie zu. Dann dreht er plötzlich wieder um und läuft weg. Das Ganze wiederholt sich einige Male. Er wirkt auf Anna wie ein verschrecktes Tier. Er scheint völlig durcheinander zu sein. Er sagt was auf Englisch, aber Anna kann das nicht verstehen, denn sie spricht nur Spanisch, kein Englisch. Was sie aber sehr wohl versteht und bemerkt, sind die Blutflecken an seiner Kleidung. Auf seinem T-Shirt auf der Höhe des Bauches, an seinen Händen und an seiner Hose.
Anna erkennt aber keine offensichtlichen Wunden, also ist vielleicht seine Begleitung verletzt. Vielleicht versucht er ihr das zu sagen. Der Mann gestikuliert wild, aber Anna weiß einfach nicht genau, was er meint. Er ist ihr irgendwie unheimlich und macht ihr Angst. Sie versucht ihm zu sagen, dass es unten im Camp einen Arzt gibt. Daraufhin verschwindet er Richtung Camp. Anna setzt ihre Wanderung den Berg hinauf fort. Sie erfährt erst später, was da genau passiert ist. dass eine Frau angeschossen wurde. Sie ist durch die argentinischen Medien darauf aufmerksam geworden und hat sich deswegen als Zeugin gemeldet. Und Ilan? Der hat Anna bei den vielen polizeilichen Befragungen mit keinem Wort erwähnt. Warum nicht? Wenn Ilan der Täter ist, warum hätte er wiederum auf Anna zulaufen sollen? Er hätte sich genauso gut im Zelt verstecken können, als sie mit ihrem Träger vorbeigekommen ist. Vielleicht ein Ablenkungsmanöver? Vielleicht hat Anna ihn auf dem Rückweg erwischt, nachdem er gerade die Tatwaffe entsorgt hat? Beweisen lässt sich das jedoch nicht.
Das Ermittlerteam fasst die Erkenntnisse der Peru-Reise zusammen. Also, das Zelt kann nur sehr umständlich und langsam mit einer Hand geöffnet worden sein. Nach wie vor wurde keine Tatwaffe gefunden. Es wäre aber genug Zeit gewesen, um die in der Umgebung zu entsorgen. Ilan hätte außerdem schnell Hilfe im Camp für seine verletzte Ehefrau holen können. Der Weg dahin ist nicht allzu weit. Warum hat er das also nicht getan? Warum hat er Zeugin Anna verschwiegen? Die Ermittler reisen zwar mit einigen Antworten, aber mit noch mehr unbeantworteten Fragen zurück nach Deutschland.
Vier Monate nachdem die Ermittler nach Peru gereist sind, legt die Staatsanwaltschaft München am 12. Juli 2000 die Anklageschrift vor. Der Fokus liegt dabei auf den abgeschlossenen Lebensversicherungen, denn darin wird das Motiv gesehen. Die Ermittlungen waren kompliziert und aufwendig. Mehr als 100 Zeugen, die auf der ganzen Welt verteilt sind, wurden vernommen. Professionelle Versicherungsexperten wurden zu Rate gezogen, um ihre Einschätzungen abzugeben. Und die kommen zu folgendem Ergebnis. Ilan hat insgesamt 13 Versicherungsangebote eingeholt, geprüft, abgeschlossen, wieder rufen, neu beantragt und wieder verändert. Und das eben teilweise ohne Ursulas Wissen. Auf ihren Namen. Ursulas Leben hat er allein in den USA durch vier Versicherungen schützen lassen. Eine Kapitallebensversicherung, eine Risikolebensversicherung, eine Unfallversicherung und eine Reiseversicherung. Dazu weitere Versicherungen in Israel.
Einige Summen wurden kurz nach ihrem Tod an Ilan ausgezahlt. Die Kriminalpsychologin Katrin Streich vom Institut Psychologie und Bedrohungsmanagement in Darmstadt erklärt, warum Menschen leichtfertig Versicherungsbetrug begehen. Denn bei diesem Straftatbestand dominiert die Überzeugung, niemandem direkt zu schaden. Da sie keinem Menschen schaden, wäre es ja auch keine richtige Straftat. Viele Versicherungsbetrüger sind Gelegenheitstäter. Ein Schaden liegt vor, aber der Verlauf wird falsch dargestellt.
Wenn das ein paar Mal durchgeht, dann sinkt die Hemmschwelle, noch weitere Fälle zu provozieren.
Professionelle Betrüger lügen oft pathologisch. Sie sind Meister der Manipulation und ihnen mangelt es an Empathie. In einigen Fällen sind Versicherungsbetrüger bereit, hohe persönliche Verluste in Kauf zu nehmen, das eigene Haus in Brand zu stecken, Körperteile zu opfern, den eigenen Tod vorzutäuschen Oder, im schlimmsten Fall, jemand anderen zu töten, um sich an dessen Tod zu bereichern. Sie wollen mit möglichst wenig Ressourcen einen hohen Gewinn erzielen. Aber zurück zu den Ermittlungen. Das Ermittlerteam hat mittlerweile ein ziemlich klares Bild von Elans und Osolas gemeinsamen Leben. Und das ist sehr widersprüchlich zu dem, das Elan bisher beschrieben hat. Dafür müssen wir wieder ein bisschen zurück in die Vergangenheit gehen. Zum Frühjahr 1995. Elan und Ursula sind seit fast drei Jahren ein Paar. Ursula lebt zu der Zeit schon in den USA, Elan noch in Israel. Er muss dort sein Geschäft für Autozubehör schließen und findet keinen neuen Job, der ihm gefällt. Daher entscheidet er sich, doch zu Ursula nach New York zu ziehen. Mit dem Umzug in die USA kündigt er seine Lebensversicherung in Israel, die auf Ursulas Namen jedoch nicht. Die Beiträge dafür zahlt er weiter, und zwar ohne ihr Wissen. In den USA angekommen, wünscht sich Ilan Sicherheit. Er möchte eine längerfristige Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis. Die Lösung sieht er in einer Heirat mit Ursula. Sie möchte ein Kind und eine Familie gründen. Dafür würde sie auch ihre Karriere hinten anstellen.
Ilan wiederum will kein Kind. Er will frei sein und das Leben genießen. Er überredet sie, damit noch ein bisschen zu warten. Ursula willigt ein und die beiden geben sich am 1. August 95 in New York das Jahrwort. Ilan beginnt jetzt einen neuen Job und baut Autozubehör ein. Besonders viel Geld bekommt er dafür nicht, gerade mal um die 500 Dollar. New York ist eine teure Stadt und Ilan pflegt ziemlich kostspielige Hobbys. Er reist, liebt Fallschirmspringen und will eine Yachtlizenz erwerben. Ursula zahlt ihm monatlich weitere 700 DM, damit er alte Schulden in Israel abzahlen kann. Was sie nicht weiß, ist, dass er damit heimlich Versicherungsbeiträge auf ihren Namen bezahlt und Geld im Casino verspielt. Die beiden streiten häufig wegen Ilans gehobenem Lifestyle und seinen Statussymbolen. Ursula selbst bedeutet das nur wenig. Ilan straft sie mit Ignoranz, wenn sie ihm teure Wünsche verweigert.
Hin und wieder macht sie ihm dennoch teure Geschenke, um die Wogen zu glätten und die Beziehung aufrecht zu erhalten. Gegenüber Freunden und Familie entschuldigt sie seine Fehler und Schwächen mit seinem jungen Alter. Es gibt noch eine weitere interessante Side-Story aus Ilans Leben. Zweieinhalb Monate bevor Ursula und er nach Peru gereist sind, war er in Florida, um einen Führerschein zu machen. Aber jetzt kommt's. Er hat schon einen Führerschein. Warum braucht er einen zweiten? Und warum macht er den in Florida? Die Vermutung ist, dass er damit eine Waffe gekauft hat. In den 90er Jahren gab es deutlich mehr Gesetzeslücken. Es war leichter, einen Führerschein aus Florida zu bekommen, als aus anderen US-Bundesstaaten. Und gleichzeitig wurden die von Waffenhändlern als vollwertige Ausweise akzeptiert. Dazu kommt, dass Händler im Grunde keine echten Prüfmittel zur Verfügung hatten. All das machte es eben leichter, dort an Schusswaffen zu kommen. Und ihr erinnert euch vielleicht, dass die gefundene Munition am Tatort eher unüblich für Peru war. dass eine amerikanische Munition vermutet wird und damit eben auch die Herkunft der Tatwaffe. Die Ermittler glauben also, dass die Tatwaffe aus den USA nach Peru gebracht wurde. Vermutlich waren die Kontrollen damals einfach noch sehr lasch.
Letztendlich ist aber unklar, ob die Waffe wirklich aus den USA nach Peru gebracht wurde und reine Spekulation. Ilan ist allem Anschein nach unglücklich mit der Beziehung zu Ursula. Er schreibt Freunden nämlich zum Beispiel, die Alte ekelt mich an. Kurz vor der Reise nach Peru kündigt er Ende 96 seinen Job. Kein Job heißt aber auch kein Einkommen. Und Ilan braucht Geld für diverse Dinge.
Ursula kann und will ihm den teuren Lifestyle aber nicht finanzieren. Damit kristallisiert sich das Motiv Habgier immer klarer für die Ermittler heraus. Durch Versicherungsbetrug würde Ilan nämlich viel Geld auf einen Schlag bekommen. Gestürzt wird die Annahme dadurch, dass zwei Experten nachweisen können, dass Ilans Schilderung von der Tat nicht mit den Spuren am Tatort zusammenpasst. Was heißt das aber jetzt? Auf Ursula wurde ja einmal geschossen. Dabei sind Geschosssplitter auf dem Boden des Zeltes gelandet. Ilan hat ja behauptet, dass Ursula und er mit den Köpfen nah am Zelteingang geschlafen haben. Die Experten können jedoch Bleispuren in der Mitte des Zeltes nachweisen. Das deckt sich auch mit den Aussagen des Touristenführers Freddy, der damals am Tatort war und in der Zeltmitte Geschossteile gesehen hat. Das bedeutet, wenn Ursula wirklich am Zelteingang gelegen hätte, dann wären die Geschosssplitter eher nicht in der Mitte des Zeltes gelandet. Das zeigen Schussversuche. Die Spuren hätten sich dann eher an der vorderen Zeltwand finden lassen. Das lässt für die Experten nur einen Schluss zu.
Ursulas Kopf muss in der Zeltmitte relativ nah am Boden gelegen haben, als auf sie geschossen wurde. Warum hat Elan diesbezüglich gelogen? Ihr erinnert euch auch vielleicht daran, dass Elan den vermeintlichen Angreifer seinen Ehering gezeigt hat. Damit wollte er verdeutlichen, dass Ursula seine Frau ist. Sie haben aber aus Sicherheitsgründen ihre Eheringe zu Hause in New York gelassen. Sie hatten die Ringe gar nicht dabei.
Ilan hat die Zeugin Anna verschwiegen. Er hat also ziemlich viel gelogen. Am 8. Januar 2001 beginnt der Prozess gegen Ilan in München. Fast auf den Tag genau vier Jahre nach dem tödlichen Schuss auf Ursula. Es ist ein reiner Indizienprozess. Die Tatwaffe konnte ja zum Beispiel nie gefunden werden. Niemand hat die Tat mit eigenen Augen gesehen und es gibt kein Geständnis. Das bedeutet, die Staatsanwaltschaft muss das Gericht noch mühsamer von Ilans Schuld überzeugen. So ein Indizienprozess ist umstritten, weil es eben keine eindeutigen Beweise, sondern nur Schlussfolgerungen gibt. Da sind natürlich Fehler und falsche Deutungen möglich und damit könnte das Urteil ungerecht ausfallen. Deswegen müssen die gesammelten Indizien keinen anderen Schluss zulassen, als dass Ilan seine Frau erschossen hat. Die Argumentation vor Gericht ist sehr aufwendig. Während der Hauptverhandlung schweigt Ilan, was auch sein gutes Recht ist. Das macht den Prozess jedoch noch langatmiger. Die Hauptakten umfassen über 20.000 Seiten. Es wurden so viele Zeugen befragt. Jedes Detail wurde akribisch untersucht und alles kritisch bewertet. Die Ermittler haben drei Jahre lang intensiv ermittelt und unzählige Überstunden in Kauf genommen. Sie sind an die Grenze ihrer psychischen und physischen Belastung gegangen. Sie haben wirklich alles gegeben, um den Mordfall an Ursula aufzuklären.
Die wichtigsten Indizien sind folgende. Die hohen Lebensversicherungen, die teilweise unwissend auf Ursulas Namen abgeschlossen und nach ihrem Tod eingefordert wurden. Ilans widersprüchliche und teilweise nachweislich falsche Angaben zum Tathergang. Das haben ja die aufwendigen Rekonstruktionen am Tatort ergeben. Außerdem belastende Tagebucheinträge von Ursula, in denen schreibt sie von Beziehungsproblemen. Und Schriftverkehr von Ilan, in denen er schlecht über Ursula schreibt. Der Prozess dauert insgesamt ein Jahr. Ilan beteuert seine Unschuld. Die Süddeutsche schreibt von einem der spektakulärsten, längsten und aufwendigsten Prozesse der Münchner Justizgeschichte. Nach 56 Verhandlungstagen fällt am 22. Januar 2002 das Urteil. Ilan wird wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Als Motiv wird heimtückisch begangener Mord aus Habgier gesehen. Die Schuld des Angeklagten wiegt dabei besonders schwer. Im Juni 2009, das ist siebeneinhalb Jahre nach der Urteilsverkündung, wird er in ein Gefängnis nach Israel überstellt, um dort die restliche Strafe zu verbüßen. Laut Merkur soll er inzwischen mit einer neuen Frau verlobt sein. Sie habe er wohl ein halbes Jahr vor seiner Verhaftung kennengelernt.
Ilan beteuert jahrelang seine Unschuld und versucht, das Verfahren neu aufrollen zu lassen. Neue Gutachter sollen dabei neu bewerten. Laut Medienberichten aus dem Jahr 2025 soll Ilan dann aber doch ein Teilgeständnis abgelegt haben. Der Inhalt ist unbekannt und damit ist auch unklar, ob er das aus taktischen Gründen für eine frühere Haftentlassung gemacht hat oder doch aus Reue.
Also ich bin wirklich sehr gespannt, wo die Diskussion jetzt hinführt, weil du hast ja auch den Fall recherchiert. Deswegen würde mich sehr interessieren, was deine ersten Gedanken zu dem Fall sind. Ich habe mich jetzt schon so lange mit diesem Fall beschäftigt, dass ich eigentlich in einem Satz sagen kann, wie traurig und tragisch ich das finde, wie Ursula ihr Leben gelassen hat. Also wir haben ja jetzt im Laufe der Folge gehört, wie verliebt sie in Ilan war und dass sie sich eine Zukunft mit ihm vorgestellt und gewünscht hat und ich meine, er wurde ja dafür verurteilt. Also wir können von ihm als ihren Mörder sprechen und das ist einfach nur, das ist so krass, dass er einfach diese Reise geplant hat, so offiziell die Hochzeitsreise an einen sehr abgelegenen Ort. Ich meine, die sind da sieben Stunden hingeflogen auch, um sie dann da zu erschießen und dann diese absurde Geschichte mit den Polizisten zu erzählen oder Militärangehörigen zu erzählen. Also das finde ich einfach so krass, dass er ja gedacht hat, er kommt damit durch und dass das im Grunde ja alles nur rausgekommen ist, weil das Münchner Team dahin gereist ist extra und dann eben ganz viele Dinge festgestellt hat, die gar nicht so richtig zu seiner Geschichte stimmen.
Ja, also du hast schon so viel Richtiges gesagt, finde ich. Also ich kann mich da so unglaublich nur anschließen. An der Stelle auch auf jeden Fall nochmal riesen Shoutout an die Polizei. Holy Shit, was hat die da für einen Aufwand reingesteckt? Also ich weiß nicht, ob hier, also wir hören ja auch, habe ich schon mal mitbekommen, so ein paar Polizisten zu. Würde mich sehr interessieren, um ehrlich zu sein an der Stelle, ob es da vielleicht auch ein paar Münchner Polizisten gibt, die da vielleicht sogar ein paar Leute kennen, die daran noch ermittelt haben oder so. Und vor allem, du musst ja auch bedenken, in der Zeit sind ja in der Umgebung in München und so auch noch andere Verbrechen passiert. Also die hatten ja an sich genug zu tun und haben trotzdem gesagt, nee, wir wollen das aufklären. Ich habe ja auch gesagt, das war, oder wir haben es ja erzählt, das war super teuer und das musste auch erstmal so richtig verargumentiert werden, warum die da jetzt hinreisen und dass die Beamten da auch wirklich an ihre Grenzen gegangen sind. Die haben da so viele Überstunden gemacht, um diesen Fall aufzuklären und das finde ich einfach, also da gibt es nicht mal ein Wort für, wie ich das beschreiben möchte, wie beachtenswert krass ich das finde. Hast du da in den Recherchen irgendwo vielleicht gelesen, dass trotzdem von irgendwelchen Vorgesetzten.
Mal doch dann eher Stein in den Weg gelegt worden sind, worden ist, egal, aber auf jeden Fall, dass sie gesagt haben, ey, das ist alles gerade viel zu kostspielig und das wird auf einen Indizienprozess hinauslaufen, der wahrscheinlich vielleicht nicht zu gewinnen sein wird und sich dann aber eben doch die Leute durchgesetzt haben? Ja, ich habe zumindest gelesen in einer Quelle, dass das eben, Also dass nicht sofort gesagt wurde, ja, ja, klar könnt ihr machen, bucht den Flug nach Peru, sondern dass das schon ein bisschen Überzeugungsarbeit auch gebraucht hat und es lag ja auch noch ein bisschen Zeit zwischen seiner Festnahme und die Ermittler treten tatsächlich die Reise an, da waren ja auch so viele Leute involviert, also das muss echt richtig Kohle gekostet haben, das zu machen und stell dir vor, sie hätten gar nichts rausgefunden und man hätte am Ende niemanden verurteilt, also wirklich zum Glück hat das alles funktioniert und da konnte der Täter eben hinter Gitter gebracht werden. Aber ja, ich finde diese Geschichte einfach so tragisch. Die lernen sich da in der Wüste kennen, im Ausland und verlieben sich. Und dann gehen sie nach New York, aufregende Stadt und so. Und dann geht es halt einfach ums Geld. Du hast ja diese beruflich super erfolgreiche Frau mit einem Doktortitel, Anfang 30. Also wirklich eine krasse Forscherin. Und dann hast du da Ilan, der zumindest jobmäßig jetzt nicht so auf ihrer Höhe war, kann man ja schon sagen. Also auch, dass sie finanziell jetzt nicht auf der gleichen Höhe waren.
Und ja, der auch vielleicht mit ihrem Erfolg einfach nicht klargekommen ist, kann ja sein. Das ist jetzt eine Vermutung, aber das hat es ja schon ein paar Mal gegeben, dass der Mann nicht so mit dem Erfolg der Frau klargekommen ist und dass sie sich wiederum einfach jemanden gewünscht hat, mit dem sie eine Familie gründen kann, mit dem sie glücklich werden kann. Und ja, ich finde es einfach nur sautragisch. Ja, absolut. Also ich meine, dass sie ja auch noch so sehr für die Beziehung gekämpft hat, das macht das alles noch so viel tragischer, finde ich. Sie hat ihn vor Freunden, vor Familie verteidigt. Ich hatte so das Gefühl die ganze Zeit, als wir über die beiden gesprochen haben, dass er wirklich nicht mal richtig Bock auf sie hatte die ganze Zeit, dass er eigentlich nur mit ihr lebt, weil sie ihm halt auch Geld gibt so.
Dass er es eher so aushält mit ihr, so kam das, fand ich, so ein bisschen rüber. Überleg mal, wenn du über deine eigene Ehefrau an andere Leute schreibst, die alte ekelt mich an. Also das in einem Moment der Wut und Enttäuschung vielleicht zu denken, okay, aber das jemandem aktiv zu schreiben, das finde ich auch schon... Stimmt, den Satz habe ich auch schon wieder komplett vergessen. Ja, genau, sowas. Also wirklich, diese Frau hätte so viel mehr verdient und das macht mich wirklich unglaublich traurig, dass es halt so ein Ende nehmen musste. Ja, voll. Aber zum Glück konnte er verurteilt und hinter Gittern gebracht werden und ja, zumindest ein bisschen Gerechtigkeit hier an der Stelle. Und damit würde ich sagen, ist alles gesagt. Wenn ihr noch was sagen wollt dazu, schreibt uns das gerne. Schwarze Akte heißen wir überall, wo ihr uns finden könnt. Instagram, TikTok, YouTube, whatever. Und damit würde ich sagen, hören wir uns kommende Woche Dienstag wieder überall, wo es Podcasts gibt.
Wir sind eure Hosts Anne Luckmann und Patrick Strohbusch. Redaktion und Schnitt Anne Luckmann Produktion Nadine Lenfer-Unterweger und Lea Backes Die schwarze Akte ist eine Produktion der Julep Studios. Besonderer Dank geht an Falco Schulte.
Vielen Dank.