Music.

Stell dir vor, du bist auf einer Silvesterparty mit deinen Freunden und hast ordentlich was getrunken. Nicht zu viel, aber auch nicht gerade wenig. Gerade einmal so viel, dass du am liebsten die ganze Welt umarmen möchtest. Vor dir liegt ein neues aufregendes Jahr, an dem du viele aufregende Unternehmungen geplant hast. Vielleicht fängst du einen neuen Job an, du ziehst um, machst die langersehnte Reise oder oder oder.

Du fühlst dich gut und du fühlst dich sicher. Du trinkst noch einen auf das Leben, dann einen zweiten, stößt mit deinen Freunden an und spürst plötzlich das Bedürfnis nach frischer Luft. Also verlässt du die Party und läufst durch die Straßen. Angeschwippst durch die Nacht zu laufen und immer mal wieder hoch in den Sternenhimmel zu schauen, das ist wohl ein Moment, den viele von uns schon einmal erlebt haben. Doch so romantisch das auch klingen mag, so schnell kann diese Stimmung umschlagen. Denn du bist nicht allein. Du registrierst, dass schon seit einigen Minuten jemand hinter dir läuft. Sofort schießt dein Puls in die Höhe, du greifst in deine Tasche. Handy, Schlüsselbund, das war's. Der rationale Teil deines Gehirns sagt dir, dass es keinen Grund zur Angst gibt, dass das alles nur in deinem Kopf stattfindet. Vorsichtig blickst du hinter dich. Und ja, auch genau diese Situation haben viele von uns schon mal erlebt. Der Mann hinter dir kommt immer näher. Er blickt dich direkt an und du weißt, dass er nicht an dir vorbeigehen wird. Was macht man jetzt? Weglaufen? Schreien? Versuchen, Freunde oder Polizei anzurufen? Angst und Alkohol lähmen noch dazu die Gedanken und Panik steigt auf. Dann ein Schlag und Dunkelheit.

Und damit herzlich willkommen zur neuen Folge der Schwarzen Akte. Wie immer mit euren Hosts Patrick Strohbusch. Und mit Anne Lukmann. Hallo. Hi. Schön, dich auch endlich wiederzusehen. Ja, wir sind heute nämlich bei mir zu Hause und nehmen hier auf, weil uns die Remote-Aufnahme letzte Woche nicht so viel Spaß gemacht hat, wie hier einander gegenüber zu sitzen. Absolut, aber nochmal ganz kurz zu diesem wirklich gruseligen Intro. Hattest du schon mal so eine ähnliche Situation, wie da beschrieben worden ist? Ja, es gibt tatsächlich eine Situation, die ist auch ganz, ganz lange her. Und viele Zuhörerinnen und Zuhörer wissen vielleicht, dass ich in Berlin lebe, schon sehr lange. Und ich hatte mal eine Situation in der U-Bahn. Das ist bestimmt zehn Jahre her, aber da war es ziemlich spät und ich war alleine unterwegs auf dem Weg nach Hause. Und ich habe in der U-Bahn, in der U8 für alle Berlin-Kenner mitbekommen, dass mich ein Mann anstarrt. Und ja, ich habe es versucht zu ignorieren, aber irgendwann ist der aufgestanden. Der saß so schräg im anderen Abteil, so schräg gegenüber. Und der ist aufgestanden und hat sich in meinen Vierer-Bereich gesetzt, direkt gegenüber und hat mich weiter angestarrt. Und in dem Moment wusste ich ja, okay, er startet mich wirklich an. Ich bilde mir das nicht nur ein und ich habe es wieder versucht zu ignorieren, aber musste ja irgendwann aussteigen, weil das meine Station war. Und ich habe gemerkt, dass der hinterherkommt. Hast du den dann irgendwann abgehängt?

Ja, eine Frau kam zu mir, die auch in der Bahn war, auch ausgestiegen ist und meinte, hey, ich habe gesehen, dass der dich anstarrt, soll ich dich nach Hause bringen. Ah, krass. Und das fand ich so krass und so lieb von ihr, dass ihr das aufgefallen ist erstens und dass sie mich darauf angesprochen hat. Und dann hat sie mich auch tatsächlich den kurzen Weg heimgebracht. Und ich habe trotzdem gesehen, dass dieser Typ um die Ecke gebogen ist. Und dann habe ich alles verriegelt und war total aufgeregt, aber ich habe den nie wieder gesehen zum Glück. Okay, krass. Genau das wäre jetzt auch meine Frage gewesen, ob du den jemals wieder gesehen hast. Nein, zum Glück nicht. In Berlin verliert man solche Personen ja dann zum Glück auch irgendwie recht schnell wieder. Ist dir auch irgendwas passiert? Ich meine, du bist ein Mann, aber das heißt ja nicht, dass du noch keine brenzligen oder gruseligen Situationen erlebt hast. Brenzle ich jetzt vielleicht nicht, allerdings kann ich ein bisschen relaten zu der Situation, dass man so ein bisschen angetrunken in die Sterne schaut. Ich war mal mit Freunden in Prag unterwegs, wir alle ein bisschen angetrunken. Ein bisschen. Ein bisschen. War wirklich ein sehr schöner Moment, aber auch, weil ich mich halt wirklich auch sicher gefühlt habe. Wir werden sehen, dass so eine Situation ja leider sehr schnell umschlagen kann heute. denn über so eine unangenehme und angsteinflößende Situation, wie du sie schon beschrieben hast, sprechen wir auch in unserem heutigen Fall. Wir befinden uns im Jahr 1980 in St. Paul, der Hauptstadt des US-Bundesstaats Minnesota.

Mit etwas mehr als 300.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist die Stadt von der Größe her vergleichbar mit Münster in NRW. Also groß genug, um keinen Kleinstadtcharakter zu haben, aber gleichzeitig auch klein genug, dass die Menschen mitbekommen, was hier in der Stadt passiert. Es ist die Nacht vom 31. Dezember 1980, Silvester. Genau genommen ist schon der 1. Januar, als im Polizeirevier um 3 Uhr nachts das Telefon klingelt. Eine aufgeregte, hohe, ja fast hysterische Stimme bittet darum, einen Streifenwagen zu einer Werkstatt in der Nähe zu schicken. Ein Mädchen sei dort schwer verletzt. Wirklich sicher lässt sich nicht sagen, ob es sich dabei um einen Anrufer oder eine Anruferin handelt. Jedenfalls gibt er oder sie genaue Anweisungen, wo das verletzte Mädchen zu finden ist. Als die Beamten dort eintreffen, da entdecken sie einen nackten, leblos wirkenden Körper in einem Schneehügel.

Der Schädel der jungen Frau ist gebrochen, doch trotz der krassen Verletzung atmet sie noch. Ihr Name ist Karen. Karen hatte gemeinsam mit ihren Schwestern eine Silvesterparty besucht, diese jedoch gegen Mitternacht betrunken verlassen und war dann allein durch die Straßen gelaufen. Der Angreifer hat sie zehnmal mit einem schweren Gegenstand geschlagen. Das lässt sich nämlich an den Wunden nachzählen. Später wird man herausfinden, dass es sich bei der Tatwaffe um einen Wagenheber handelt. Also um einen echt harten und schweren Gegenstand, mit dem man jemandem krasse Verletzungen zufügen kann.

Karen überlebt den Angriff, aber mit einer Hirnverletzung. Und diese Verletzung ist auch der Grund, warum sie sich an den Angriff selbst nicht erinnern kann. Das heißt, sie kann keinerlei Angabe zum Täter machen. Werbung.

Werbung Ende, Sechs Monate später, am 3. Juni 1981, kommt das in derselben Stadt, St. Paul, zu einem weiteren Vorfall. Ein paar Jugendliche spielen auf einem Feld in der Nähe einer Autobahn, als sie etwas entdecken, das sie wohl ihr Leben lang nicht wieder vergessen werden. Die Leiche einer jungen Frau, übel zugerichtet, mit tiefen Wunden an der Brust, am Bauch und an den Innenseiten der Oberschenkel. Die Jugendlichen verständigen sofort die Polizei. Und die nimmt sich dem Fall an.

Aber bevor wir weiter über das Opfer sprechen, lasst uns noch kurz einen Blick auf die Jugendlichen werfen. Denn in ja eigentlich allen Kriminalfällen, die wir in der schwarzen Akte behandeln, gibt es Menschen, die nur ganz am Rand von den Vorfällen betroffen sind. Also die weder Familie oder Bekannte vom Opfer oder Täter sind. So wie die Jugendlichen. Sie finden die Leiche und die Ermittlungen beginnen. Aber über die Finder selbst wird nicht mehr berichtet. Und obwohl sie kurz betroffen sind, ist der Fund einer Leiche ein heftiges Erlebnis, mit dem man erst einmal klarkommen muss. Und es macht ja was mit dir, wenn du plötzlich ohne Vorwarnung einen toten Menschen siehst. Ohne es überhaupt zu wollen und ohne überhaupt darauf ja vorbereitet zu sein. Das ist was, von dem sich viele Menschen nicht so schnell erholen können. Und häufig braucht es anschließend sogar professionelle Unterstützung, um damit klarzukommen. Der Name der Toten ist Kimberly. 18 Jahre ist sie alt, hat vor kurzem erst die High School in Wisconsin beendet und ist nach St. Paul gezogen, um sich hier einen Job zu suchen.

Jemand hat sie erst 61 Mal mit einem spitzen Gegenstand erstochen und sie dann mit einem Schnürsenker erwürgt. Man kann nur hoffen, dass Kimberly schnell bewusstlos geworden ist. Es ist unvorstellbar, was für einen Horror sie durchlebt haben muss. Auf so brutale, gewaltsame Weise ermordet. Da muss jemand wohl viel Hass in sich getragen haben. In so einem Fall spricht man auch von einer Übertötung.

Die Tatwaffe ist in diesem Fall kein Wagenheber, sondern ein Eispickel. Ein Eispickel ist dieses Gerät, das vor allem Bergsteiger nutzen, um Eis aufzuhacken bzw. Sich in dem Eis festzuhacken. Und so ein Pickel ist etwa so groß wie ein Hammer. Nur, dass er einen zweiarmigen Kopf mit einer Spitze und einer Schneide hat. Eine äußerst brutale und auch sehr außergewöhnliche Mordwaffe, wie die Polizei schnell feststellt. Denn so einen Eispickel hat man ja nicht einfach dabei. Der Mörder muss die Tat also wahrscheinlich geplant haben. Aber wer ermordet eine so junge Frau mit solcher Gewalt? Die Antwort bekommt die Polizei schneller als gedacht. Zumindest einen Teil der Antwort. Denn 48 Stunden nach der Tat klingelt wieder das Telefon auf der Polizeiwache. Der Anrufer bleibt anonym, aber seine aufgeregte, weinerliche und hochgepitchte Stimme kommt dem Beamten irgendwie bekannt vor. Er sagt, wir zitieren hier im Original.

Oder übersetzt.

Der Anrufer gibt den Mord also zu und droht damit, noch mehr Leute zu töten.

Die Polizei glaubt zunächst, es handele sich um einen schlechten Scherz. Bis ihnen klar wird, dass nur der Mörder wissen kann, dass Kimberly mit einem Eispicker ermordet worden ist. Denn diese Informationen hatten sie nicht mit der Öffentlichkeit geteilt. Damit ist klar, sie haben den Mörder von Kimberly am Telefon. Und der gesteht nicht nur den Mord, sondern bittet die Polizei sogar darum, ihn zu finden, damit er endlich damit aufhören kann, wahllos unschuldige Menschen umzubringen.

Ja, und das ist aber nicht alles, denn der Mörder ruft sogar bei einer Zeitung an, um einige Details in den Berichten über seine Tat zu korrigieren. Er nennt aber weder seinen Namen, noch gibt er konkrete Details dazu, wie man ihn finden kann. Doch allein durch seinen Anruf hat er schon etwas über sich preisgegeben. Nämlich die Informationen, von wo aus er angerufen hat. Die Polizei kann das Telefonat nämlich zu einer Telefonzelle am Busbahnhof zurückverfolgen. verfolgen. Als die Beamten dort eintreffen, ist der Anrufer natürlich aber schon über alle Berge. Auch eine Befragung der Menschen vor Ort ergibt nichts, denn niemandem ist etwas Außergewöhnliches oder Verdächtiges aufgefallen. Wie also nun weiterverfahren? Das Ding ist ja, bis jetzt hat die Polizei die Angriffe auf Karen und Kimberly noch nicht in Zusammenhang gebracht. Aber die Detectives sind geschickt. Sie durchsuchen die aufgenommenen Anrufe, die auf der Polizeiwache in der letzten Zeit eingegangen sind, nach einer ähnlich hohen, weinerlichen und leicht hyperventilierenden Stimme.

Denn vielleicht, so die Vermutung, hat es in der Vergangenheit ja bereits einen solchen Anruf gegeben. Und damit landen sie einen Volltreffer. Ihr wisst bereits, welche Aufzeichnung wir meinen. Den Anruf, der die Polizei zu der Werkstatt gelotzt hat, wo man die schwer verletzte Karen gefunden hat. Es ist dieselbe Stimme. Somit ist klar, dass der Anrufer schon in zwei brutale Angriffe verwickelt war. Erst Karen, dann Kimberly. Und wer zweimal zuschlägt, macht es vielleicht auch ein drittes Mal. Hat er ja sogar selbst am Telefon angekündigt. Aber wer wird das nächste Opfer sein? Und wann wird der Täter erneut zuschlagen? Ich fasse nochmal kurz zusammen, was man bisher weiß. Da ist dieser Mann, der wahllos Menschen umbringt, mit denen er aller Wahrscheinlichkeit nach in keiner Beziehung steht. So zumindest könnte man seinen Satz I keep killing somebody interpretieren. Auf Deutsch, ich bringe immer wieder jemanden um. Man weiß wenig über ihn. Zum Beispiel, dass er nach den Angriffen die Polizei anruft und reumütig von der Tat erzählt. Und dass er eine sehr brutale Art wählt, die Morde zu begehen. Karen kann sich mit ihrer Schlimmhirnverletzung ja nicht mehr an den Angriff erinnern. Aber was, wenn irgendjemand dort draußen doch etwas beobachtet hat und damit nur noch nicht zur Polizei gegangen ist?

An diesem Punkt der Ermittlungen kann jeder noch so unwichtig erscheinende Hinweis einen ziemlichen Unterschied machen. Also beschließen die Detektives, die Öffentlichkeit um Hilfe zu bitten. Sie veröffentlichen einen Teil des Telefonanrufs in den Medien. Jeder, dem die Stimme irgendwie bekannt vorkommt oder der sonst Informationen dazu hat, wird gebeten, sich umgehend bei der Polizei zu melden. Die Hoffnung ist groß. Und tatsächlich melden sich auch ein paar Leute. Die angeblichen Originalanrufe gibt es auf YouTube. Haben wir euch übrigens auch in der Podcast-Beschreibung verlinkt. Aber kein Hinweis kann wirklich dazu beitragen, den Mörder zu identifizieren. Der Versuch ist also leider fehlgeschlagen. Und so vergehen die Monate. Es wird ruhig um den Weepy-Voiced-Killer. Dieser Name wurde ihm von der Presse verpasst, weil er, ihr könnt es euch denken, nach der Tat immer unter Tränen die Polizei anruft und seine Verbrechen gesteht. Ein ziemlich skurriler Name, oder? Weil man einen eiskalten Killer ja in erster Linie nicht mit einem weinerlichen, reumütigen Charakter in Verbindung bringt. Doch die Ruhe trügt. Monatelang hat man nichts von dem Mörder gehört und dann schlägt er erneut zu. Aus dem Nichts, mit voller Gewalt. Es ist der Morgen des 6. August 1982. 1982, also 14 Monate nach dem zweiten Angriff, dem Angriff auf Kimberly.

An diesem Morgen entdeckt ein Zeitungsjunge auf seiner morgendlichen Runde eine Leiche am Ufer des Mississippi. Es handelt sich um eine 40-jährige Frau, die man als Barbara identifiziert. Eine Krankenschwester aus Minneapolis, eine Stadt direkt neben St. Paul. Der Täter hat ihrem Leben auf grausige Weise ein Ende gesetzt. Er hat sie geschlagen und erstochen, und zwar anscheinend in blinder Rage. Mehrere kreisförmige Stichwunden zählt die Gerichtsmedizin. Als Tatwaffe kommt bei diesen runden Wunden durchaus ein Schraubenzieher oder wieder ein Eispickel in Frage. An dem Flussufer finden sich sonst keine weiteren Spuren. Der Täter scheint also gewusst zu haben, wie er seine Spuren verwischen kann. Offensichtlich ist es nicht sein erstes Mal. Der Modus Operandi deutet auf den Weepy Voice Killer hin. Fehlt also nur noch der Anruf. Aber der lässt nicht lange auf sich warten und kommt zwei Tage später. Wieder ist der Mann vollkommen aufgelöst und sagt mit seiner hohen weinerlichen Stimme, wir übersetzen das mal direkt, es tut mir leid, dass ich diese Frau getötet habe. Ich habe sie 40 Mal erstochen. Kimberly war die erste in St. Paul. Ich habe noch mehr Menschen getötet. Ich werde es niemals in den Himmel schaffen. Wenn man sich diesen Anruf jetzt anhört, glaubst du ihm wirklich, dass es ihm leid tut? Um ehrlich zu sein, schon ein bisschen. Wie gefühlt immer bin ich da aber auch ein bisschen zu viel gespalten, weil ich finde.

Dass wenn man bei der Polizei anruft und so grausame Morde begeht, dann kann man einfach davon ausgehen, dass er damit auch Aufmerksamkeit erzeugt. Insgesamt ist es mir also, um ehrlich zu sein, ein bisschen suspekt. Wie siehst du das Ganze? Ich glaube nicht, dass es ihm leid tut, ehrlich gesagt, weil, wie du gerade selbst gesagt hast, du rufst ja nicht bei der Polizei an und entschuldigst dich dafür und weist aber, wie in diesem Anruf, extra darauf hin, dass du sie 40 Mal erstochen hast. Also warum dann nochmal dieses konkrete Detail einbauen, wenn es dir leid tut? Weißt du, wenn du dich entschuldigst, zählst du dann nochmal ganz detailliert auf, wofür du dich entschuldigst? Ich glaube eher, dass er versucht, sein Gewissen zu erleichtern. So von wegen, naja, ich rufe da an, ich entschuldige mich und damit hat sich das. Und vielleicht ist da ja noch ein religiöser Aspekt dahinter. Also diesen Beichtcharakter, den er hier vielleicht anwendet und deswegen angerufen hat und sich entschuldigt hat. Ich glaube, da sprichst du wirklich was sehr Wichtiges an. Denn so skurril diese Anrufe auch sind, so spannend sind sie ja auch aus Ermittlerperspektive. Denn sie sagen ja doch immer auch etwas über den Mörder selbst aus. Zum Beispiel, dass es ihm wichtig ist, in den Himmel zu kommen.

Das heißt, Religion muss eine große Rolle in seinem Leben spielen oder gespielt haben. Was kann man sonst noch über den Mann erfahren? Dafür hat sich die Polizei einen Profi mit ins Team geholt. Mittlerweile hat sich auch eine Profilerin vom FBI in den Fall eingeschaltet, die das Team vor Ort unterstützt. Sie analysiert, dass der Mörder während der Anrufe in einem jugendlichen Zustand wechselt. Er schreie förmlich nach was. Und er wolle wohl ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Behörden spielen. Ein mit dem Fall vertrauter Psychiater sagt in der Washington Post Folgendes. Einige Serientäter würden während oder nach ihren Taten mit den Strafverfolgungsbehörden kommunizieren, um die Polizei zu verspotten. Andere würden bloß sicherstellen wollen, für ihre Verbrechen auch die entsprechende Anerkennung zu bekommen. Häufig sei das der Fall, sobald die kriminelle Serie an Dynamik gewonnen habe. Aber diese Kontaktaufnahmen seien nicht als Wunsch zu verstehen, gefasst zu werden. Der Psychiater glaube nicht, so die Washington Post, dass Menschen, die zu Serienmorden fähig sind, überhaupt genug Schuldgefühle empfinden können. In den meisten Fällen geht es also einfach nur ums Ego.

Während auf der einen Seite, also an dem Profil des Mörders gebastelt wird, macht sich die Polizei auf der anderen Seite an die Befragung von Barbaras Angehörigen. Dabei kommt heraus, dass Barbara kurz vor dem Mord noch in einer Bar in Minneapolis gewesen war. Die Angehörigen wissen sogar den genauen Namen. Die Hexagon Bar. Diese Bar ist, beziehungsweise war, eine fest etablierte Größe im Nachtleben von Minneapolis und hat ihren Namen von der Theke, die wie ein Sechseck geformt ist.

Im Mai 2020 wurde sie allerdings niedergebrannt, und zwar im Rahmen der Unruhen, die der Tod von George Floyd ausgelöst hat. Das aber nur als kleine Ergänzung am Rande. Barbara war also in dieser Bar und zwei Angestellte können sich sogar noch an sie erinnern. Sie hätten gesehen, wie Barbara mit einem Mann gesprochen habe. Zu einer Kellnerin habe sie gesagt, kurz bevor sie die Bar verließ, ich hoffe, dieser Kerl ist ein guter, weil er mich nach Hause fahren wird. Und damit hat die Polizei endlich eine Spur. So gut es geht, beschreiben die Angestellten das Aussehen des Mannes. Basierend auf dieser Beschreibung durchsucht die Polizei nun die interne Datenbank nach gewalttätigen Straftätern und filtert acht Fotos heraus. Das gesamte Barpersonal muss daraufhin diese acht Fotos durchgehen und angeben, ob einer dieser Männer an jenem Abend in der Bar gewesen war. Und siehe da, die Antworten sind eindeutig, der Mann ist dabei. Der Mann, zu dem Barbara anscheinend in jener Nacht ins Auto gestiegen ist, kann als Paul identifiziert werden.

Und das ist noch nicht alles, denn als die Ermittler Pauls Vergangenheit durchleuchten, da können sie feststellen, dass er bei genau der Werkstatt gearbeitet hat, in dessen Nähe die schwerverletzte Karen am Neujahrsmorgen gefunden worden ist. Werbung.

Werbung Ende Damit gibt es nun einen offiziellen Hauptverdächtigen. Ein großer Schritt in den Ermittlungen ist getan, aber noch kann Paul nichts nachgewiesen werden. Also heißt es, Ruhe bewahren, den mutmaßlichen Täter vorsichtig observieren und Beweise gegen ihn sammeln. Von nun an überwacht die Polizei den gesamten Apartmentkomplex, in dem Paul lebt. Sie folgen ihm auch, als er eines Tages, Ende August, der Angriff auf Barbara ist da erst knapp zwei Wochen her, ins Rotlichtviertel von Minneapolis geht. Dort allerdings verlieren sie seine Spur. Ausgerechnet dann. Denn einige Stunden später klingelt auf der Wache das Telefon. Aber es ist nicht der Weepy-Voiced-Killer, sondern ein anderer Mann. Er berichtet von einem Angriff, den er beobachtet habe. Ein Mann habe eine Frau in seinem Auto mit einem Schraubenzieher erstochen. Er selbst, also der Anrufer, sei durch ihre Schreie aufmerksam geworden. Er habe versucht einzugreifen, aber die Frau habe sich selbst zur Gegenwehr setzen und aus dem Wagen fliehen können. Der Täter sei darauf an seinem Auto geflohen. Die Polizei findet die Frau schwer verletzt, aber lebend. Ihr Name ist Denise. Denise arbeitet als Sexarbeiterin auf den Straßen des Rotlichtviertels von Minneapolis. Und sie erinnert sich ganz genau an alles, was passiert ist. Auch an das Aussehen des Mannes. Sie erzählt, dass der Mann sie zunächst mit in seine Wohnung genommen habe, wo sie beiden dann Sex hatten.

Anschließend habe er angeboten, sie wieder zurück ins Zentrum zu fahren. Doch statt Denise zu ihrem Arbeitsplatz zurückzubringen, sei der Mann mit ihr in eine dunkle und abgelegene Straße abgebogen. Und zwar mit dem Vorwand, eine Abkürzung zu nehmen. Dann habe er einen Schraubenzieher aus dem Handschuhfach geholt und begonnen, auf sie einzustechen.

Denise aber habe geistesgegenwärtig eine Glasflasche gegriffen, die noch im Auto lag, und dem Angreifer damit ins Gesicht geschlagen. Es kam zu einem Kampf zwischen den beiden, bei dem Denise aus dem Auto fliehen konnte. Denise bekommt mehrere Fotos von Verdächtigen gezeigt und identifiziert eines davon ganz deutlich als ihren Angreifer Paul.

Und ab dann löst sich der Fall eigentlich wie von selbst. Denn es dauert nicht lange, bis ein Anruf in der Notrufzentrale eingeht. Ein Mann mit starken Schnittwunden im Gesicht fragt nach einem Krankenwagen. Und ja, es ist niemand Geringeres als Paul. Der Weepy Voice Killer wurde bei dem Kampf mit Denise so schlimm verletzt, dass er wohl keine andere Wahl hatte, als um ärztliche Hilfe zu bitten. Und damit haben sie ihn. Endlich.

Letzte Zweifel werden aus dem Weg geräumt, als man Paul im Polizeirevier die Fotos der Opfer zeigt. Mit dieser Maßnahme erhofft man sich, ihn zu einem Geständnis bewegen zu können. Seine Reaktion auf diese Fotos ist ziemlich aussagekräftig. Der Detective, der Paul die Bilder gezeigt hat, erinnert sich gut an diesen Moment und berichtet davon später mit den folgenden Worten. Als ich zu ihm ging und die Akte öffnete, lagen darin die Fotos der Opfer. Er schaute auf und seine Augenlider fingen an zu flattern und ich konnte fast sehen, wie er diese Morde in seinem Kopf vor sich sah. Seine Stimme veränderte sich sofort. Sie wurde hochgepitcht. Mir war sofort klar, dass es sich genau um die Stimme von den Anrufen handelte. In all meinen bisherigen Erfahrungen habe ich noch nie eine Person vor meinen Augen die Persönlichkeit wechseln sehen. Bis zu diesem Zeitpunkt. Das bedeutet also, dass der Mörder im Normalzustand also wenn er ruhig ist, gar keine so hohe Stimme hat. Sondern, dass seine Stimme tatsächlich nur in emotional schwierigen Ausnahmesituationen so hochrutscht.

Es hätte ja auch sein können, dass er seine Stimme am Telefon extra verstellt. Oder mit technischer Hilfe verändert, um nicht erkannt werden zu können. Aber nein, der Weepy-Voiced-Killer hat tatsächlich immer mit seiner echten Stimme am Telefon gesprochen. Bevor wir jedoch über den Prozess und das Urteil sprechen, wollen wir einen kurzen Blick auf Pauls Leben werfen. Denn, wie so oft, wird ein Mensch ja nicht einfach so zu einem gewalttätigen Mörder wie Paul.

Paul kommt aus einer sehr großen und extrem religiösen Familie. Er hat neun Geschwister. Aufgewachsen ist Paul allerdings nicht mit seinem leiblichen Vater, sondern mit einem Stiefvater, der in der Familie ist, seit Paul drei Jahre alt ist. An ein Leben ohne diesen Stiefvater kann er sich also gar nicht erinnern. Laut unseren Quellen war der Umgang des neuen Mannes mit den Kindern heftig. Wenn jemand dem Stiefvater im Weg stand, dann hätte er ihn geschlagen, sogar auf den Kopf. Es kam angeblich auch immer mal wieder vor, dass der Stiefvater einige der Kinder die Treppe hinunterschubste. Paul hält es nicht lange zu Hause aus. Er macht zwar noch die Highschool zu Ende, doch dann zieht er Mitte der 60er Jahre, da ist er Anfang 20, von seiner Heimatstadt Austin nach St. Paul, über 150 Kilometer entfernt. Da wollte wohl also jemand dringend Abstand zwischen sich und die Vergangenheit bringen. In St. Paul, wo er später auch seinen ersten Angriff begehen wird, da probiert er sich in mehreren Jobs aus, kann sich aber mit nicht so richtig anfreunden. Unter anderem arbeitet er als Hausmeister und Versandmitarbeiter.

Zu dieser Zeit heiratet er und bekommt sogar eine Tochter, lässt sich aber nur wenige Zeit später wieder von seiner Frau scheiden. Er entscheidet sich dazu, seine Familie nach der Trennung komplett zu verlassen. Sein Leben scheint also ein ziemliches Up und Down zu sein. Seine psychischen Probleme machen es für Paul nicht leichter, ein einigermaßen stetes Leben zu führen. Und auch seine Aggressionen nicht. Seine Festnahme nach der Mordserie ist nicht Pauls erste Begegnung mit der Justiz. Er musste sich in seiner Vergangenheit schon mehrfach wegen Körperverletzung verantworten und wurde einmal sogar deswegen verurteilt. Das ist auch der Grund, warum sein Foto in der Datenbank der Polizei gespeichert ist. Und apropos Up and Downs, es muss ja einen Grund geben, warum Paul ausschließlich Frauen angegriffen hat. Man vermutet, dass Paul in seinem Leben von einer oder mehreren Frauen stark enttäuscht worden ist.

Da ist einmal die gescheiterte Ehe, Gründe dafür sind nicht bekannt, aber es hat wohl noch eine andere Frau in seinem Leben gegeben. Eine Freundin, mit der er zusammen war und die ihn dann verlassen hat, um für eine arrangierte Ehe zurück in ihr Heimatland Syrien zu gehen. So richtig offiziell weiß man das allerdings nicht, denn Paul hält sich stark bedeckt, was sein Motiv betrifft. Darauf wollen wir gleich nochmal näher eingehen, jetzt geht's aber erst nochmal um einen anderen entscheidenden Moment in seiner Biografie. Denn 1977 wird ihm bei jener Werkstatt gekündigt, in deren Nähe man später sein erstes Opfer finden wird. Für die Detectives ist das kein Zufall. Es ist nicht auszuschließen, dass seine Kündigung bei der Werkstatt der Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Auch wenn zwischen der Kündigung und dem Angriff auf Karen circa drei Jahre liegen. So ist Paul also zum Weepy-Voiced-Killer geworden. Knapp zwei Jahre hat es gedauert, bis man ihn schlussendlich gefasst hat.

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 1982 und Paul wird wegen des Mordes an Barbara, die Frau aus der Bar, und wegen des Angriffes auf Denise, der Sexarbeiterin, angeklagt. Auch wenn man ihn durch die Telefonanrufe mit weiteren Verbrechen in Verbindung bringen kann, so genügen diese Anrufe nicht, um ihm die Tat vor Gericht auch nachzuweisen. Auch nicht, als man Pauls Schwester in den Zeugenstand ruft und diese bestätigt, dass es sich bei dem Anrufer in allen Fällen um ihren Bruder handelt. Und Paul? Der plädiert auf nicht schuldig. Man werde ihm das nicht anhängen, das hatte er schon beim ersten Verhör der Polizei gesagt, mit einem Verweis auf die Fotos der Opfer. Aber seine Verteidigung kann bei der Beweislast gegen ihn nichts ausrichten. Sowohl im Fall von Barbara als auch von Denise gibt es Zeugen, die ihn gesehen haben und identifizieren können. Und man hat sein Auto sichergestellt, das vom Angriff auf Denise noch voller Blut war. Paul wird in beiden Anklagepunkten schuldig gesprochen. Für den Mord an Barbara bekommt er 40 Jahre. Für die Attacke mit dem Schraubenzieher 18 Jahre. Damit wird Paul den größten Teil seines Lebens hinter Gittern verbringen. Zum Zeitpunkt seiner Verurteilung ist er gerade mal Ende 30. Aber seine Geschichte ist damit noch nicht zu Ende. Denn lange später, da sitzt er bereits 15 Jahre in Haft, nimmt der Fall noch einmal eine unerwartete Wendung.

1997 wird bei Paul Hautkrebs im Endstadium diagnostiziert. Seine Lebenserwartung beträgt von dem Zeitpunkt an weniger als ein Jahr. Für Paul bricht eine Welt zusammen. Die Tatsache, dass er schon bald nicht mehr auf dieser Erde sein wird, veranlasst ihn dazu, sich ein letztes Mal bei der Polizei zu melden. Er will reinen Tisch machen. Und er gesteht sämtliche Verbrechen, die er in seinem Leben begangen hat. Im Gegenzug dafür verlangt er nur ein Foto vom Grabstein seiner Mutter. Zu diesen Verbrechen gehört der Mordversuch an Karen in jener Silvesternacht, die mit einer Schlimmhirnverletzung überlebte. und auch der Mord an Kimberly, die junge Highschool-Absolventin, die nach St. Paul auf der Suche nach einem Job kam und von Paul 61 Mal mit einem spitzen Gegenstand erstochen wurde. Er gesteht auch die beiden Angriffe, wegen denen er bereits im Gefängnis sitzt und noch einen weiteren Mord, den man bis dahin überhaupt gar nicht mit ihm in Verbindung gebracht hat. Der Grund dafür ist, dass es nach dieser Tat keinen Anruf bei der Polizei gegeben hat.

1982 hat Paul nämlich noch eine Frau ermordet, und zwar, indem er sie in ihrer Badewanne ertrinkt hat. Allerdings erinnert er sich weder an ihren Namen, noch an sonstige Details, anhand derer man die Frau identifizieren könnte. Es dauert Tage, bis die Polizei sich im Archiv durch sämtliche Todesfälle durch Ertrinken in diesem Zeitraum gearbeitet hat. Schließlich aber können sie Pauls Opfer zuordnen. Kathleen, eine 33-jährige Lehrerin, wurde am 21. Juli 1982 tot in ihrer Badewanne aufgefunden. Das war circa einen Monat bevor Paul nach dem Angriff auf Denise festgenommen wurde. Paul erkennt die Frau auf dem Foto wieder und zudem erinnert er sich noch an Details aus ihrer Wohnung, die eindeutig zeigen, dass er bei ihr gewesen sein muss. In den Beweisen zu dem Fall befindet sich Kathleen's Adressbuch, in dem die Nummer eines gewissen Paul notiert ist. und es handelt sich dabei auch um Pauls Nummer. Also ist die Zuordnung eindeutig. Warum er nach dem Mord an Kathleen nicht wie üblich bei der Polizei angerufen hat, das ist unklar. Vielleicht hat er geahnt, dass sich die Schlinge um seinen Hals langsam enger zieht und wollte nichts riskieren.

Jorge steht nicht nur alle Taten, sondern will sich auch bei den Familien dafür entschuldigen. Laut einer Nachrichtenseite soll er gesagt haben, dass er es nicht glauben könne, was er getan habe. Jeden Morgen würde er aufwachen und hoffen, dass er das alles nur geträumt habe. Er hat sogar eine Journalistin gebeten, ihm die Adressen der Familien zu besorgen, damit er ihnen Blumen schicken könne. Die Journalistin ist darauf allerdings nicht eingegangen. Ja, finde ich ehrlich gesagt auch ganz gut, weil für mich persönlich wäre es ein bisschen unangenehm, von dem Mörder meiner Tochter, meiner Schwester oder was auch immer Blumen zu bekommen. Total, also ich finde das richtig gruselig. Stell dir mal vor, der hätte wirklich die Adresse rausbekommen. Also ich finde das übergriffig, ich finde das gruselig, dass der dann auch einfach meine Adresse hat. Also ich finde es gut, dass die Journalistin das nicht gemacht hat. Auf jeden Fall, ja. Bevor wir den Fall jedoch abschließen, lass uns noch einmal kurz auf Pauls Motiv eingehen. Denn das ist das Merkwürdige an dieser Geschichte. Klar, es gibt viele Vermutungen und Spekulationen, was denn nun genau der Grund hinter der Mordserie sein könnte. Frust auf Frauen zum Beispiel.

Paul selbst sagt aber, es gebe kein Motiv. Davon weicht er auch nicht ab, als er immer und immer wieder in Interviews mit den Medien danach gefragt wird. Was er aber sagt ist, dass es wohl eine Stimme in seinem Kopf gäbe, die ihm sage, Paul, es ist Zeit zu töten. Eine höhere Macht, die ihm befiehlt zu töten, das kommt einem doch sehr bekannt vor. Wir haben letztens erst über den Son of Sam in Folge 165 gesprochen und bei dem Fall war es ganz ähnlich. Da wurde der Mörder nämlich angeblich von einer Stimme in seinem Kopf gelenkt. Auf jeden Fall erzählt Paul auch, dass er nach einem der Morde in eine Kirche gegangen sei und dort geweint habe. Seine Mutter habe immer zu ihm gesagt, wenn dich etwas verletzt, geh zu Gott. Und das habe er auch getan.

Also ist das vermutlich auch der Grund, warum er nach seinen Angriffen fast immer die Polizei angerufen hat. Er hatte Schuldgefühle. Vielleicht hat er sogar bereut, was er getan hat und wollte durch das Geständnis von diesen Gefühlen befreit werden. Und dass der Glaube bzw. Die Religion ein wichtiger Bestandteil in seinem Leben war, das haben wir bereits schon festgestellt. Tatsächlich sind Botschaften von Serienmördern ein altbekanntes Phänomen, denn so hat zum Beispiel Jack the Ripper 1888 an Scotland Yard geschrieben, Ich habe es auf Huren abgesehen und werde nicht aufhören, sie zu zerfetzen. Bis ich komplett besoffen bin. Und auch der Zodiac Killer in Folge 5 der schwarzen Akte, der hat verschlüsselte Briefe an die Polizei geschickt, in denen er die Verantwortung für 17 Morde in Nordkalifornien in den 60er und 70er Jahren übernimmt. Ja und zu guter Letzt hat ja auch der bereits erwähnte Son of Sam ein dubioses Schreiben an einem seiner Tatorte hinterlassen.

Also, ob schriftlich oder mündlich am Telefon, es scheint bei vielen Serienmördern in der Geschichte ein Ding zu sein, dass man sie in irgendeiner Weise mit ihren Taten in Verbindung bringen kann. Ob sie sich davon nun Anerkennung oder eine Absolution ihrer Reuegefühle erhoffen. Kennt ihr ansonsten noch spannende Fälle, in denen Serienmörder Kontakt mit den Behörden aufnehmen? Schreibt uns das gerne mal unter den heutigen Instagram-Posts zur Folge. Ob Paul durch seine Geständnisse am Ende seines Lebens im Rhein mit sich war, werden wir wohl nie erfahren. Er stirbt am 12. Juni 1998, im Krankenhaus des Gefängnisses an den Folgen seiner Krebserkrankung. Drei Morde, zwei versuchte Morde. Dass ein Mensch so viel Schmerz erzeugen kann, ist immer wieder unvorstellbar. Aber die Polizei hat in diesem Fall wirklich sehr gute Arbeit geleistet und am Ende konnten sie sämtliche Morde aufklären, für die Paul verantwortlich ist. Bleibt zu hoffen, dass alle Betroffenen eines Tages damit abschließen können. Die Jugendlichen, die die Leiche von Kimberley gefunden haben, die Angehörigen der Opfer natürlich, aber auch die Angehörigen von Paul. Also alle, die mit diesem Fall mehr oder weniger in Berührung gekommen sind.

Und damit schließen wir die schwarze Akte für heute und sind natürlich ganz gespannt, wie euch dieser Fall gefallen hat und wenn ihr noch Fälle kennt, die bisher noch gar nicht besprochen wurden hier in diesem Podcast, dann schickt uns die doch gerne bei Instagram zu. Ich glaube, das ist der leichteste Weg, die uns als Direct Message zu schicken. Und dann freuen wir beide uns natürlich riesig, wenn ihr nächste Woche Dienstag wieder mit dabei seid, wenn wir hier eine schwarze Akte für euch öffnen und zwar auf allen Streaming-Plattformen, die es so gibt.

Wir sind eure Hosts, Anne Lukmann und Patrick Strobusch. Redaktionen Silber Hanekamp und wir. Schnitt Anne Luckmann. Mit der Stimme von Pia Rona Sachse. Ausführender Produzent Falko Schulte. Die schwarze Akte ist eine Produktion der Julep Studios.

Music.