Music.
Schwarze Akte. Das Archiv. Das Rotlicht leuchtet, die Kameras bewegen sich leise um die Moderatoren im Studio herum und in wenigen Momenten ist sie live im italienischen Fernsehen zu sehen. Federica ist eine routinierte Moderatorin. Sie moderiert schon seit sechs Jahren die Sendung Kila Vesto. Ihre Interviewpartnerin, die ist auch schon auf dem großen Bildschirm neben Federica zu sehen. Es ist eine Frau, die etwa Mitte 40, Anfang 50 Jahre alt ist. Und ihre roten Haare, die lassen sie jugendlich frisch wirken. Nur in ihrem Gesicht, da sind die Strapazen der letzten Tage und Wochen deutlich zu erkennen. Federica kennt diese Situation. Sie weiß, dass Menschen, die nicht täglich vor der Kamera stehen, unsicher werden können, wenn das Rotlicht leuchtet. Und deswegen hat Federica sich gewissenhaft vorbereitet. Auf ihren Moderationskarten stehen Fragen und Fakten, die die Zuschauer brennend interessieren, Aber mit einer Sache hat Federica nicht gerechnet.
Die rothaarige Frau auf dem Bildschirm reagiert überhaupt nicht. Sie zeigt keine Reaktion, fast so, als ob sie gar nicht anwesend wäre. Aber wie soll man auch reagieren, wenn man live im Fernsehen vor Tausenden von Zuschauern die schlimmste Nachricht überbracht bekommt, die eine Mutter erhalten kann? Es ist der 6. Oktober 2010 und an diesem Tag startet die sechste Staffel von Kila Visto. Die rothaarige Frau sitzt am Esstisch, neben ihrer Familie, in ihrer Wohnung in Avetrana und blickt in die laufende Kamera. Hinter der Kamera steht eine Reporterin. Die unterhält sich mit der Moderatorin im Studio. Hinter dem Equipment der Fernsehleute steht die Nichte der rothaarigen Frau und weint. Die Moderatorin sagt wieder etwas. Sie sagt, verstehen Sie, was hier passiert? Dann herrschen einige Sekunden Stille, bis die rothaarige Frau antwortet, ich versuche es.
Im Studio geht die Moderatorin mit den blonden Haaren nun auf und ab. Sie hat mittlerweile wieder die Moderationskarten in die Hand genommen, blickt abwechselnd zur Kamera und dann wieder auf die rothaarige Frau auf dem Bildschirm. Im Studio werden die Zuschauer langsam unruhig und daher fordert die Moderatorin sie auf, doch bitte Ruhe zu bewahren und sie sagt, ganz egal, was die Agenturen berichten, es kann eine Falschmeldung sein. Die rothaarige Frau reagiert nicht. Sie schaut nur in die Kamera, dann mal nach links und nach rechts und sie sitzt ruhig am Tisch. Die Moderatorin will wissen, wie können sie so gefasst sein und geht selbst derweil im Studio auf und ab. Und Federica sagt, ich hoffe, wir können diese Nachricht live wieder legen. Dann hält sie kurz inne und spricht weiter, klar und deutlich und sagt, sie haben eine Leiche gefunden. Das ist die Nachricht, die wir Ihnen am liebsten erspart hätten.
Die Frau auf dem Bildschirm rührt sich immer noch nicht. Deswegen fragt die Moderatorin, haben Sie verstanden, was ich Ihnen gesagt habe? Die rothaarige Frau starrt sie einfach nur an und sagt, ich habe verstanden. Auf einem weiteren Bildschirm im Studio, neben der rothaarigen Frau, taucht das Bild eines Mannes auf. Der trägt einen Hut. Dann sind viele Journalisten zu sehen. Und Blaulicht. Und dann wird die Übertragung zu der rothaarigen Frau abgebrochen. Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Schwarzen Akte mit Christopher Bücklein. Und mit Anne Lukmann. Schön, dass ihr da seid. Doch bevor wir in diese Folge starten, möchten wir eine Triggerwarnung aussprechen. Denn in dieser Folge geht es um Gewalt. Insbesondere um Gewalt gegen Kinder. Wenn ihr euch also von diesen Themen getriggert oder belastet fühlt, dann hört euch diese Folge bitte nicht an oder in einem Umfeld, in dem ihr euch sicher fühlt. Wenn ihr selbst von Gewalt betroffen seid, dann schaut bitte in die Shownotes, denn dort findet ihr ein paar Links zu Hilfsangeboten.
Die Sendung Chila Visto ist in Italien sowas wie in Deutschland Aktenzeichen XY ungelöst und bevor im Oktober 2010 diese Sendung ausgestrahlt wird, von der wir gerade gesprochen haben, da hat sich niemand für die Stadt Avetrana interessiert. Diese Stadt in Süditalien war vorher noch nie wirklich in den Schlagzeilen, weil sie auch ziemlich klein ist. Da wohnen knapp 7.000 Menschen und die waren noch nie vorher Mittelpunkt in einer Talkshow. Dieser Ort, der ist idyllisch. Da gibt's Olivenbäume, es gibt ein paar Gräber aus der Steinzeit, normannische Steine, Häuser und Bauernhöfe. Also eigentlich gibt's da nichts, was irgendwie für das Fernsehen und die großen Nachrichten interessant wäre. Wäre da nicht der Fall, über den wir heute sprechen, der am 26. August 2010 begonnen hat. Es ist ein Donnerstagvormittag, als die 15-jährige Sarah mit ihrer Cousine Sabrina und einer Freundin zum Baden am Strand verabredet ist. Kurz nach dem Mittagessen verlässt sie das Haus, winkt noch ihrer Mutter, schnappt sich ihr Badetuch und geht aus der Tür. Es sind nur wenige hundert Meter bis zum Haus ihrer Cousine. Dort wollen die drei sich treffen.
Saras Mutter und ihr Mann streichen an diesem Donnerstag im Haus. Die Mutter ist gerade dabei aufzuräumen, als ihre Nichte Sabrina, also Saras Cousine, vorbeikommt. Sie fragt, ob Sarah zu Hause ist. Und das ist der Moment, in dem sich das Leben der Familie komplett verändern wird. Denn Sarah ist nicht da. Die ist ja schon zum Baden aufgebrochen und sollte eigentlich ja bei Sabrina sein. Doch das ist sie offensichtlich nicht. Natürlich versucht Saras Mutter, ihre Tochter direkt auf dem Handy zu erreichen, aber das ist ausgeschaltet. Die Mutter macht sich natürlich große Sorgen und beschließt daher, zusammen mit ihrem Mann im Auto durch die Gegend zu fahren, um nach der Tochter zu suchen. Aber nach nur wenigen Straßen geben Mutter und Vater die Suche auf, denn das alles bringt nichts. Stattdessen fahren sie zur Polizei. Saras Mutter geht zusammen mit ihrer Schwester und der Nichte Sabrina kurz nach 15 Uhr zum Polizeirevier.
Um 15.15 Uhr wird Sarah als vermisst gemeldet. Saras Mutter und Sabrina erzählen der Polizei, was passiert ist, zum Beispiel wie Sabrina Sarah um 14.25 Uhr eine SMS geschickt hätte, in der stand, mach dich fertig, wir fahren ans Meer. Nur drei Minuten später schreibt sie wieder, hast du meine Nachricht bekommen? Und kurz darauf klingelt Sabrinas Handy. Ganz kurz. Damals war das üblich, vielleicht kennt ihr das auch noch, denn SMS und Telefonieren, das war damals teuer, gerade für junge Menschen. Deswegen hatte man so eine Art Signal untereinander, dass man sich angeklingelt hat, um zu bestätigen, dass man eine Nachricht bekommen hat oder dass gerade irgendwas Wichtiges ansteht. Sabrina geht also in diesem Moment nach dem Anklingeln davon aus, dass sich Sarah gleich auf den Weg zu ihr macht, wo die beiden sich dann mit einer Freundin treffen und zum Strand fahren wollen.
Sarahs Mutter erzählt, dass sich Sarah kurz vorher noch ein Cordon Bleu gemacht hat und dann mit einem Strandtuch durch die Tür gegangen sei. Sie trug an diesem Tag ein rosa T-Shirt, eine kurze Hose, hatte einen Rucksack dabei, ihr Strandtuch und ihr Handy. Das Letzte, was Sarah zu ihrer Mutter gesagt hat, war Ciao Mama. Seitdem hat sie ihre Tochter nicht mehr gesehen. Die Polizei macht sich jetzt erstmal einen ersten Eindruck der Familie und von der 15 Jahre alten Sarah. Sie ist ein blondes und hübsches Mädchen, das Tiere mag und Poster an der Kinderzimmerwand hat. Zum Beispiel von ihrer Lieblingssängerin Ava Levine. Sarahs Vater arbeitet in Norditalien und sieht seine Familie nicht so häufig, aber immer noch häufiger als Sarahs Bruder, der nur zweimal im Jahr zu Besuch in die Heimat kommt. Er arbeitet in Mailand, das heißt Sarah ist meistens bei ihrer Mutter alleine.
Sarahs Tagesablauf sieht normalerweise folgendermaßen aus. Sie geht zur Schule, macht Nachmittags Hausaufgaben und trifft sich dann mit ihrer Cousine. Sie ist gern unter Leuten, das erzählt Sarahs Mutter, und sie mag es nicht alleine zu sein. Die Geschichte von Sarah ist auch in einer italienischen Sky-Crime-Doku nacherzählt worden. Aus dieser Doku haben wir sehr viele Infos über diesen Fall, deswegen haben wir euch die ganze Staffel mit diesem Fall in den Shownotes verlinkt. Wenn ihr euch intensiver mit diesem Fall auseinandersetzen wollt, dann schaut euch doch gerne diese Doku an. Sarah hat eine enge Beziehung zu ihrer Tante Cosima, der Schwester ihrer Mutter und auch zu ihrer Cousine Sabrina. Die Familie wohnt nur wenige hundert Meter entfernt und Sarah besucht sie oft. Sabrina ist ein paar Jahre älter als Sarah, schon Anfang 20, aber die beiden sind enge Freundinnen. Sabrina nimmt Sarah immer mit, wenn sie sich mit ihren Freunden trifft. Sarahs Mutter freut sich darüber, denn Sabrina wäre, perfekt für Sarah. Sie raucht nicht, sie trinkt nicht, sie wäre verantwortungsbewusst und sie würde auch darauf aufpassen, dass es Sarah gut geht.
Die beiden Cousinen wachsen also mehr oder weniger gemeinsam auf. Und deswegen ist es auch nicht ungewöhnlich, dass Sarah sich an diesem Donnerstagnachmittag, von dem wir euch heute erzählt haben, auf den Weg zu Sabrina macht. Aber was ungewöhnlich ist, ist, dass sie dort nie ankommt. Die Polizei versucht, die Familie erstmal zu beruhigen. Denn es kann ja auch gut sein, dass Sarah einfach mit irgendeinem Freund abgehauen ist. Für Saras Mutter allerdings ist das keine Möglichkeit. denn ihre Tochter hatte gar keinen Freund. Sie würde auch nicht einfach so weglaufen. Genau das ist aber zunächst die Theorie der Polizei. Ein Beamter erzählt in der Sky-Doku, dass es in Kleinstädten nun mal häufig vorkommen kann, dass Mädchen abhauen würden, mit ihrem Freund oder nach einem Streit mit der Mutter zum Beispiel. Normalerweise seien die Kinder nach wenigen Stunden dann aber auch wieder da. Auch Saras Bruder versucht, seine Mutter zu beruhigen. Er ist immer noch in Mailand, aber er ruft immer wieder an und glaubt, dass Sarah vielleicht bei Freunden ist. Als seine Mutter ihn abends anruft und Sarah aber immer noch nicht wieder da ist, da macht auch er sich langsam Sorgen. Als Sarah dann auch am nächsten Morgen noch nicht zurück ist, da herrscht in der Familie blanke Panik.
Sarahs Mutter ist überzeugt, ihre Tochter wurde entführt. Aber die Polizei glaubt immer noch, dass das Mädchen ausgerissen ist. Die Ermittler überlegen, ob Sarah vielleicht zu ihrem Bruder nach Mailand unterwegs sein könnte, weil sie ihn so sehr vermisst.
Die Ermittler fangen an, sich im Familienumfeld von Sarah genauer umzusehen und finden heraus, dass die Beziehung zwischen Sarah und ihrer Mutter vielleicht nicht die typische Mutter-Tochter-Beziehung ist. Es gibt Journalisten, die schreiben, dass die beiden eher distanziert wären, denn Sarahs Mutter, die ist eine Zeugin Jehovas und Sarah nicht. Als Sarah älter wurde, wollte sie Weihnachten und Geburtstage feiern. Und diese Feste gibt es bei den Zeugen Jehovas nicht, beziehungsweise es ist verboten, sie zu feiern. Sarah verbringt ihre Geburtstage daher bei ihrer Tante Cosima und ihrer Cousine Sabrina und feiert mit den beiden auch Weihnachten. Und da ist übrigens auch ihre Mutter mit dabei. Es gibt auch ein Foto von Sarah, das sie beim Anschneiden einer Geburtstagstorte zeigt. Und mit darauf auf diesem Foto sind auch ihre Tante und Cousine. Für Saras Mutter geht das überhaupt nicht, denn was bringen die ihrer Tochter bei? Das fragt sie später in einer Doku, in der sagt sie, dass sie hinter dem Rücken ihrer Mutter tun kann, was sie will.
Saras zweite Cousine, also die Schwester von Sabrina, die erzählt, dass Sarah sie immer für ihre Familie beneidet hätte. Und das Ganze sei immer ein großes Thema zwischen Sarah und ihrer Mutter gewesen. Aber ist Sarah deswegen weggelaufen? Es ist zumindest eine Theorie. Eine andere Theorie rückt Saras Vater in den Fokus. Denn die Polizei findet heraus, dass der offenbar Probleme mit der Justiz hat und sich mit ziemlich zwielichtigen Leuten getroffen hat. Genauer wird das leider nicht beschrieben, aber es entsteht die Vermutung, dass Sarah vielleicht an die falschen Leute geraten ist. Oder Rache ein Motiv für ihr Verschwinden sein könnte, um es ihrem Vater heimzuzahlen. Ja, das sind ziemlich viele Theorien und auch viele Theorien, die tief in die Familienstruktur reingehen. und bei denen es viele Fragezeichen gibt und da kann man gut miträtseln. Und vielleicht ist das einer der vielen Gründe dafür, dass plötzlich innerhalb kürzester Zeit alle den Namen Sarah und auch dieses kleine Örtchen Avetrana kennen. Nur wenige Tage nach Saras Verschwinden ist der Fall in der Presse und zwar richtig groß. Eine Journalistin erinnert sich, dass sie mit Dutzenden Kamerateams und Journalisten vor dem Haus der Familie stand. Da gab es Live-Schalten, eigene Sendungen und schließlich wird das Zuhause von Sarah fast schon zum Filmset.
Im Fernsehen stehen Reporter mit Mikrofonen in der Hand in Avetrana und sie sagen sowas wie Große Sorge um das Schicksal von Sarah. Seit Donnerstag gibt es kein Lebenszeichen. Und dann werden Großaufnahmen von Sarahs Mutter, von Tante Cosima und Cousine Sabrina gezeigt. Und die stehen vor Mikrofonen, geben Interviews und rufen dazu auf, bei der Suche nach Sarah zu helfen. Nur wenige Tage nach Sarahs Verschwinden kennen also alle das Mädchen und ihre Mutter mit den feuerroten Haaren. Alle hätten gewollt, sagt Sarahs Mutter später, dass wir darüber reden. Damit Sarahs Fall im Gedächtnis bleibe. Denn sonst kämen die Ermittlungen nicht voran. Die Familie will, dass Sarahs Bild von so vielen Menschen wie möglich gesehen wird. Besonders Cousine Sabrina taucht oft im Fernsehen auf. Eine Journalistin beschreibt sie später sogar als hartnäckige Erscheinung. Sabrina sei wirklich überall im TV gewesen, hätte an mögliche Entführer appelliert und ihre Meinung geäußert. Sabrina organisiert auch eine Mahnwache für Sarah. Sie lässt T-Shirts drucken und unterstützt die Suche, wo sie nur kann. Auch Sabrina glaubt nicht, dass ihre Cousine einfach weggelaufen ist, denn sie sagt in einem Interview, Ohne Geld, Kleidung und Essen? Sie hat noch Termine gemacht. Das ergibt keinen Sinn.
Auch die Polizei in Avetrana ermittelt jetzt in alle Richtungen. Sie versuchen, den 26. August 2010 zu rekonstruieren. Den Tag von Saras Verschwinden.
Der Weg von ihrem Haus zu Sabrina ist genau 492 Meter lang. Und die Ermittler klopfen an jede Tür, befragen jeden, den sie sehen, suchen nach Überwachungskameras und starten eine groß angelegte Suche in der Umgebung. Nur nachts wird diese Suche unterbrochen. Tagelang durchkämmen Hundertschaften das Gelände, durchsuchen leer stehende Gebäude. Und eine Hundestaffel und Hubschrauber sind auch mit dabei. Und diese Suche geht so mehrere Wochen lang. Also halten wir kurz fest an der Stelle. Nach Sarah wird also in Avetrana und Umgebung gesucht. Der Fall ist fast jeden Tag in den Medien, in den Zeitungen schreiben sie darüber und Reporter berichten in Fernsehsendungen live vor Ort. Die Familie von Sarah gibt zahlreiche Interviews und Sarahs Mutter rechnet so langsam mit dem Schlimmsten. Zitat Wenn so viele Tage vergehen, ich mache mir große Sorgen, dass hier etwas zugestoßen ist. Ja und dann? 35 Tage nach Sarahs Verschwinden. Da kommt wieder Bewegung in den Fall. Denn es wird etwas sehr Bedeutendes gefunden, nämlich ein Handy. Es ist ein silbernes Vodafone-Handy. Daran sind Anhänger, die auch an Saras Handy waren. Aber es ist was komisch, denn der Akku und die SIM-Karte fehlen. Außerdem ist das Handy fast verbrannt.
Das Handy wird auf dem Gelände eines verlassenen Hofs gefunden, in der Nähe von Olivenbäumen. Davor ist ein großer, dunkler Brandfleck auf dem Boden. Und ab diesem Moment fängt der Fall an, richtig merkwürdig zu werden. Denn derjenige, der das Handy gefunden hat, ist Saras Onkel Michele. Er ist der Mann von Tante Cosima und der Vater von ihrer Cousine Sabrina. Und er erzählt, dass er das Handy zufällig bei der Arbeit unter einem Olivenbaum gefunden hat. Er hätte erst gedacht, dass es das Telefon eines Kollegen ist, hätte dann aber die Anhänger bemerkt und Sabrina angerufen. Und die konnte bestätigen, dass das Sarahs Handy ist. Das Ganze klingt schon ziemlich merkwürdig, oder?
Die Polizei nimmt Michele also für eine Befragung mit aufs Revier. Sarahs Bruder erzählt in der Sky-Doku, dass es Onkel Michele total mitgenommen hat, dass ausgerechnet er das Handy gefunden hat. Michele spielt bei den Ermittlungen der Polizei bisher eigentlich keine wirkliche Rolle. Aber es hatte ihn auch niemand zuvor befragt, denn alle suchen ja nach Sarah.
Onkel Michele ist ein ruhiger Typ, ein harter Arbeiter und ein Mensch, über den man nicht schlecht reden könne. So sagt es Sarahs Mutter. Täglich schuftet er stundenlang auf den Feldern Avetranas. Er arbeitet hart für seine Familie und braucht selbst nur wenig. Er sei nie jemandem zur Last gefallen, das sagt auch Micheles Bruder. Er ist ein anständiger und höflicher Mensch. Er und seine Frau, also Tante Cosima, die haben geheiratet und lange Zeit in Deutschland gelebt, bevor sie dann mit ihrer Tochter Sabrina nach Avetrana gekommen sind. Natürlich bekommen auch die Medien mit, dass es ausgerechnet der Onkel der Vermissten ist, der das Handy gefunden hat, und bringen diese Story ganz groß raus. In Talkshows wird diskutiert, wie merkwürdig das wäre, dass es ausgerechnet Michele war, der das Handy gefunden hat, und alle fragen sich, ob das nur ein komischer Zufall war. Zu dieser Frage werden auch Sarahs Mutter und Tante Cosima live im Fernsehen befragt, und Tante Cosima sagt, dass sie glaubt, dass ihr Mann ehrlich wäre. Sarahs Mutter meint, ich verdächtige alle, aber niemanden konkret.
Auch Michele äußert sich im Fernsehen. Dabei steht er vor der Garage seines Hauses und dutzende Mikrofone ragen ihm ins Gesicht. Er redet und redet. Eine Journalistin erinnert sich später, dass er mit Tränen in den Augen vor der Garage stand und einfach nicht aufgehört hätte zu sprechen. Er sagt, dass er fühlt, dass irgendjemand Sarah weit weggebracht hätte.
Und irgendwann kommen in diese Szenerie Tante Cosima und Cousine Sabrina dazu. Und als Onkel Michele die Garage öffnen will, da holt Cosima ihn weg und sagt ihm, dass er den Mund halten soll. Und dann verschwinden alle drei. Irgendwie wirkt das alles extrem merkwürdig. Und die Polizei, die macht ihre Arbeit und verhört alle Familienmitglieder von Sarah, ob die vielleicht mehr wissen, als sie zugeben wollen. Inzwischen haben wir den 6. Oktober 2010 und damit 42 Tage nach Saras Verschwinden. Unzählige Journalisten und Journalistinnen haben sich vor dem Polizeirevier in Avetrana eingefunden und irgendwas scheint dort drin vor sich zu gehen. Aber was genau, das wissen die Leute draußen nicht. Währenddessen läuft im Fernsehen gerade die Sendung Kila Visto, mit der ja unser Fall heute angefangen hat, eine Sendung, in der Vermisstenfälle vorgestellt werden. und es ist gerade der neue Staffelstart und der Fall Sarah ist Thema Nummer 1. Sarahs Mutter und ihr Bruder sind live zugeschaltet und sitzen am Esstisch. Hinter ihnen die Reporterin der Sendung und die blonde Moderatorin, die schaltet immer wieder zu ihnen, stellt Fragen und dann passiert das Unfassbare. Die Moderatorin berichtet, dass gerade eben eine Leiche gefunden wurde. Und die Kamera, die hält voll drauf und zeigt das teilnahmslose Gesicht von Sarahs Mutter.
Mehrere Minuten lang berichtet die Moderatorin Federica darüber, dass es Neuigkeiten in diesem Fall gäbe und dass eine Person verhaftet worden wäre. Man will ja jetzt nicht spekulieren und es wäre noch nichts bestätigt und es wären alles nur Nachrichten, die man niemandem überbringen wollte. Und trotzdem macht es ja die Moderatorin. Live vor allen Augen. Live vor den Augen von allen Zuschauern und Zuschauerinnen dieser italienischen Sendung erfährt Saras Mutter, dass Onkel Michele von der Polizei verhaftet wurde.
Er hätte gestanden, Sarah umgebracht zu haben. Und sie hätten sogar Sarahs Leiche gefunden. Ja, und das ist auch wirklich so schlimm, wie sich das hier gerade anhört. Denn das müsst ihr euch mal vorstellen. Sarahs Mutter erfährt hier gerade live im Fernsehen, dass ihre Tochter tot ist. Und die Kameras halten halt voll drauf, denn es geht eigentlich nur um Sensationen. Sarahs Mutter ist in diesem Moment völlig teilnahmslos. Die weiß wahrscheinlich gar nicht, was hier gerade passiert. und Cousine Sabrina, die steht hinter der Kamera und weint. Nach viel zu langer Zeit sagt die Moderatorin dann schließlich, wir unterbrechen die Übertragung. Aber da ist das Spektakel noch nicht vorbei. Denn als Polizeiautos mit Blaulicht aus Avetrana raus in die Umgebung fahren, da rasen unzählige zivile Autos hinterher. Es gibt Aufnahmen, die zeigen, wie an einer Landstraße Dutzende Autos parken und wie die Polizei ein Gelände absperrt, wie sie einen zugeschütteten Brunnen ausheben und in das kleine Loch reinfilmen. Was man auf diesen Bildern zum Glück nicht sehen kann, ist, dass dort unten am Brunnen eine Leiche liegt.
Die Polizei veröffentlicht dann, dass Onkel Michele in einem mehrstündigen Verhör noch am Abend der Fernsehsendung den Mord an Sarah gestanden hätte. In den Polizeiakten steht, was Sarahs Onkel Michele den Ermittlern erzählt hat. Er sagt, Sarah wäre plötzlich bei ihm in der Garage aufgetaucht, während er einen kaputten Traktor reparieren wollte. Er sagt, er wäre an diesem Augusttag nicht er selbst gewesen und er würde selbst nicht wissen, warum er Sarah ein Seil um den Hals gelegt hätte.
Er sagt, er hätte sie missbrauchen wollen und hätte sie dann getötet. Die Ermittler gehen davon aus, dass er das Handy dann behalten und versteckt hat und dass er Saras Sachen vor dem Olivenbaum auf dem Gelände eines verlassenen Hofs in der Nähe verbrannt hat.
Saras Bruder sagt später in der Sky-Doku, die wir euch schon empfohlen haben, dass manche vermuten, dass Michele vielleicht ein schlechtes Gewissen gehabt haben könnte und dass er gewollt hätte, dass man ihm auf die Spur kommt. Denn warum sonst hätte er Saras Handy der Polizei übergeben, nachdem er es gefunden hatte? Die Reaktionen auf das Geständnis von Onkel Michele, die sind überall in den Medien zu finden. Menschen werden auf der Straße befragt. Und einige von ihnen fordern die Todesstrafe für den Mann. Ein Bild ist besonders krass, denn eine Horde Journalisten und Journalistinnen steht vor dem Haus von Tante Cosima und Cousine Sabrina, der Familie von Onkel Michele. Ein Mikrofon wird an die Gegensprechanlage gedrückt und so gibt Sabrina ein Interview und erzählt, dass ihr Vater für seine Tat büßen müsse. Niemand habe einen Verdacht gehabt, sagt sie. Er habe nicht nur sie, sondern ganz Italien getäuscht.
Währenddessen wird Saras Leiche obduziert. Ihr Körper ist so stark verwest, weil sie so lange in dem Brunnen lag. Und trotzdem kann die Gerichtsmedizin herausfinden, dass Sarah stranguliert wurde. Ein Missbrauch kann aufgrund des Zustands der Leiche nicht nachgewiesen werden und Sarah wird am 9. Oktober 2010, drei Tage nachdem sie gefunden wurde, begraben. Wieder sind unzählige Kameras mit dabei. Die Zeremonie ist stundenlang im Fernsehen zu sehen, das Haus und die Garage von Onkel Michele sind fast zu einer Art Pilgerstätte geworden, weil so viele Menschen vorbeikommen.
Sarahs weißer Sarg wird durch eine riesige Menschenmenge getragen. Sarahs Mutter sitzt so teilnahmslos vor der applaudierenden Menschenmenge wie drei Tage zuvor in der Fernsehsendung. Und eine Journalistin sagt später über dieses ganze Spektakel, die Beerdigung war eine gigantische Fernsehshow. Aus Angst vor den Medien und auch der Reaktion der Menschen kommen Tante Cosima und Cousine Sabrina nicht zur Beerdigung. Denn alle wollen eine exklusive Geschichte über die Familie haben, belagern das Haus und machen Fotos. Einige machen sogar Fotos am Brunnen, also dort, wo Saras Leiche gefunden wurde. Und manche machen Selfies auf dem Friedhof. Nicht nur die Journalisten, auch Menschen aus ganz Italien reisen an und wollen vor Ort sein. Eine Frau sagt, dass sie das Gesicht von Tante Cosima sehen will, der Frau von Onkel Michaela. Eine andere erzählt im Fernsehen, dass ihre Gedanken seit Tagen nur noch um Sarah kreisen würden. Und das zeigt, dass die Leute irgendwie auf eine krasse Art und Weise fasziniert sind von dem Fall. Was sicherlich auch auf die voyeuristische Berichterstattung der Medien zurückzuführen ist.
Nach der Beerdigung teilen die Polizei und die Staatsanwaltschaft ihre Ergebnisse in einer Pressekonferenz mit. Der Oberstaatsanwalt stellt erstmal fest, wir verwenden das Wort FALZ und den Konjunktiv, aber bei meiner professionellen Einschätzung ist dieser Fall zu 90 bis 95 Prozent als gelöst zu betrachten. Und trotzdem gibt es noch Zweifel. Denn Michele macht in seinen Verhören oft widersprüchliche Angaben. Vieles passt einfach nicht zusammen. Bei manchen Details wäre Michele sehr akkurat und eindeutig, das sagt später ein Journalist in der Sky-Doku, zum Beispiel wenn es darum geht, wo er die Leiche versteckt hat. Aber wenn es um den Mord an sich geht, dann würde Michele verwirrt wirken und seine Aussagen, die werden immer wieder leicht verändert.
Micheles Verteidiger ist sich sicher. Dieser Mann, der kann so ein schreckliches Verbrechen nicht begangen haben. Um noch weitere Erkenntnisse zu bekommen, nimmt die Polizei Onkel Michele mit an den Tatort. Denn er soll direkt in der Garage befragt werden, in der Sarah angeblich sterben musste. Nur wenige Tage nach ihrer Beerdigung stehen die Polizisten also zusammen mit Onkel Michele am Tatort. Er soll den Ermittlern jetzt genau beschreiben, was passiert ist. Und er erzählt Folgendes. Er habe am Traktor gestanden und ihn gerade repariert, als Sarah reinkam. Er habe sie erst bemerkt, als sie schon bei ihm gestanden habe. Dann hätte er ein Seil genommen, zwei große Schlaufen gemacht und zugezogen. Er wisse nicht, warum sie da war. Er habe die Leiche anschließend zum Brunnen gefahren und dann habe er ihre Sachen verbrannt. Die Ermittler nehmen Michele wieder mit aufs Revier und befragen ihn dort weiter. Und dann gibt es eine weitere spektakuläre Wendung in diesem Fall. Denn plötzlich erzählt Michele, dass er nicht alleine mit Sarah in der Garage war, sondern seine Tochter Sabrina, die Cousine von Sarah, soll auch dort gewesen sein. Michele erzählt, dass Sarah und Sabrina sich gestritten hätten und Sabrina hätte Sarah in die Garage gebracht und dort festgehalten. Der Streit soll um ein Gerücht gegangen sein, das Sarah verbreitet hätte, nämlich dass Michele ihr an den Hintern gefasst hätte.
Sabrina hätte wohl daraufhin Sarah eine Lektion erteilen wollen.
Und die Zeitungen, die verbreiten daraufhin eine neue Nachricht. Nämlich, dass Sabrina von der Polizei verhaftet wurde. Denn die These der Ermittler lautet, dass Sabrina Sarah in die Garage gelockt haben soll und sie könnte Sarah dort sogar festgehalten haben, während Michele das Mädchen erwürgt hätte. Aber Sabrina weist diese Vorwürfe zurück. Werbung.
Werbung Ende Und dann überschlagen sich die Ereignisse. Denn die Reporter an Avetrana gehen wieder auf Live-Sendung. Denn Onkel Michele hat seine Aussage schon wieder geändert. Jetzt will er den Mord gar nicht begangen haben und Sabrina soll es allein gewesen sein. Er sagt in einem weiteren Verhör aus, dass Sabrina, also seine Tochter, dürfen wir ja nicht vergessen an der Stelle, zu ihm gekommen sei. Es sei was passiert, habe sie zu ihm gesagt. Dann seien beide auf die Straße gelaufen und dort habe Sarah auf dem Boden gelegen. Er habe sich dann um die Leiche kümmern müssen und ein Gürtel soll bereits um Sarahs Hals gelegen haben. In den Zeitungen stehen damals Schlagzeilen wie Sabrina wegen Mordes angeklagt. Absurd, ich bin unschuldig. Oder Sabrina schreie aus der Zelle. Ich bin unschuldig, bitte helft mir.
Das ist eine ziemlich krasse Wendung, die hier gerade in diesem Fall passiert, denn plötzlich ist die Cousine angeklagt, die ja vor einigen Wochen noch eine Mahnwache für Sarah organisiert hat, Interviews gegeben hat und bei der Suche nach der Vermissten geholfen hat. Eine Journalistin erzählt, dass sie das Verhalten von Sabrina aufgesetzt findet. Sie könnte ganz bewusst falsche Aussagen gemacht haben, um alle Menschen in die Irre zu führen. Ja, und mittlerweile hat die Polizei auch ein neues Motiv für die Tat und das lautet Eifersucht. Und jetzt werden Saras Tagebücher ausgewertet. Denn es gibt eine Geschichte, die diese Tagebücher in ein ganz besonderes Licht rückt.
Am Abend des 26. August, dem Abend von Saras Verschwinden, wäre Sabrina bei Saras Mutter vorbeigekommen und hätte die Tagebücher gesucht. Sabrina hätte gesagt, dass vielleicht irgendwas darin stehen würde, was dabei helfen könnte, herauszufinden, wo Sarah ist. Ja, und Saras Mutter hätte Sabrina die Tagebücher mitgegeben, und die beiden hätten sich darauf geeinigt, dass sie diese Tagebücher nicht zur Polizei geben, weil wahrscheinlich nichts Interessantes daran steht. So sagte Sabrina später.
Aber dass genau jetzt dieses Verhalten von Sabrina, Saras Mutter, verdächtig vorkommt, das ist ja klar. Und da steht auch einiges Interessantes in diesen Tagebüchern. Zum Beispiel erwähnt Sarah nirgendwo sexuellen Missbrauch. Das ist natürlich nicht automatisch ein Beweis, dass der nicht passiert ist. Aber es entlastet Onkel Michele und die Theorie bzw. Das Gerücht, dass er Sarah vor ihrem Tod belästigt haben soll. Was dafür in den Tagebüchern steht, ist ein Streit. Und zwar zwischen Sarah und Sabrina. Und dieser Streit passierte nur kurz vor ihrem Tod. Und dabei ging es um einen Jungen, Ivano. Ivano ist ein Typ aus Sabrinas Freundeskreis. Auch Sarah ist mit ihm befreundet. Sie beschreibt diese Freundschaft in ihrem Tagebuch. Und sie schreibt weiter, dass Sabrina offenbar nahezu besessen von Ivano ist. Er sei Sabrinas große Liebe. Und so kommt es, dass Sabrina und Ivano als Pärchen im Fokus der Polizei stehen. Ihre Beziehung wird bis ins kleinste Detail analysiert und schließlich auch in den Medien abgedruckt. Eigentlich sollen die beiden Freunde gewesen sein, aber sie hätten wohl was miteinander gehabt.
Sarah hätte davon gewusst und hätte es ihrem Bruder erzählt. Und wie das mit zu Gerüchten ist in so kleinen Orten, bald hätte das ganze Dorf davon gewusst. Für uns klingt das jetzt wie keine große Sache, aber der Oberstaatsanwalt erklärt in der Sky-Doku, dass im Umfeld von Avetrana, diesem kleinen Städtchen auf dem Land, da wäre das schon ein großes Ding gewesen. Denn die Dinge, die sind hier eben ein bisschen anders. Und gerade wenn es um die Unbescholtenheit eines Mädchens geht, dann wäre das deutlich konservativer, als wir das hier vielleicht heute kennen.
Die Verteidigung von Sabrina ist allerdings davon überzeugt, dass sie es nicht war. Sie und Sarah seien gute Freundinnen und ja auch noch dazu Cousinen gewesen und sie glauben, dass es gar keinen richtigen Streit gegeben hat. Auch die Freunde, mit denen sie am Abend vor Saras Tod unterwegs waren, die sagen aus, dass es keinen Streit gab. Zumindest ist das die erste Version. Erst nach stundenlangen Befragungen sagen sie, es habe doch einen Streit zwischen Sarah und Sabrina gegeben. Das kritisiert die Verteidigung, denn die Vernehmungen seien nicht immer unumstritten gewesen. Sie suggerieren also, dass die Ermittler so lange gefragt haben könnten, bis die Freunde was anderes erzählt haben. Aber das ist alles nur reine Spekulation. Ja, dann sind da aber doch noch die SMS-Nachrichten. Die Verteidigung sagt, die entlasten Sabrina. Denn Sabrina wäre zu dem Zeitpunkt, als die Nachrichten geschickt wurden, zu Hause gewesen. Aber die Anklage geht davon aus, dass Sabrina sich selbst diese Nachrichten geschickt hat und sich selbst von Sarahs Handy aus angerufen hat.
Die Anklage vermutet, Sarah wäre zu diesem Zeitpunkt schon tot gewesen. Aber passt diese Theorie überhaupt in das restliche Bild in diesem Fall? Es gibt Zeugen, die Sarah gegen 14.30 Uhr auf der Straße gesehen haben wollen und wenn das tatsächlich stimmt, dann hat Sarah die Nachrichten bekommen, bevor sie bei Sabrina war. Dann gibt es aber auch Zeugen, die sagen, dass sie Sarah schon um kurz vor 14 Uhr auf der Straße gesehen hätten, also eine halbe Stunde früher. Dann könnte tatsächlich Sabrina sich selbst die Nachrichten von Saras Handy geschickt haben, so quasi als Tarnung. Die Verteidigung argumentiert allerdings folgendermaßen, sie sagen, so viel Kaltblütigkeit trauen wir ihr nicht zu. Die Staatsanwaltschaft sagt, wir schon. Denn Sabrina hätte sich ja auch in der Presse präsentiert. Sie hätte genau gewusst, was sie getan hat und was sie tun musste, um sich selbst ein Alibi zu geben. Also halten wir bis zu diesem Zeitpunkt fest. Es gibt Zeugen, die Sabrina entlasten, aber es gibt auch Zeugen, die sie belasten. Vielleicht erinnert ihr euch ja noch an diese dritte Freundin, mit der Sabrina und Sarah zum Strand fahren wollten. Denn die sagt aus, dass Sabrina sie auf der Straße begrüßt habe, als sie an jenem Donnerstagnachmittag mit dem Auto ankam. Und das wäre unüblich gewesen, denn es war heiß und normalerweise hätten sie sich auf der überdachten Veranda getroffen.
Als diese dritte Freundin ankam, da sei Sabrina sehr aufgeregt gewesen. Sie habe Sarah angerufen, aber niemand habe geantwortet. Und dann habe Sabrina immer wieder gesagt, sie haben sie, sie haben sie. Sabrina sagt später, dass sie das erst viel später gesagt hätte, als sie wusste, dass Sarah verschwunden ist. Die Polizei findet das verdächtig. Sabrina passt ihre Freundin vor dem Haus ab und scheint nervös zu sein und auch aufgeregt. Das sind also weitere Indizien, die der Meinung der Ermittler nach für Sabrina als Täterin sprechen.
Wir springen ein bisschen weiter nach vorne in dem Fall. Mittlerweile ist Weihnachten 2010 und dieser Fall wendet sich noch einmal ja fast komplett. Michele sitzt immer noch in Untersuchungshaft. Aber er nimmt jetzt seine Aussage zurück. In einem Weihnachtsbrief, den er seiner Tochter schreibt, steht, dass ihn seine Anwälte falsch beraten hätten. Er hätte seine eigene Tochter beschuldigen sollen und Michele widerruft seine Aussage und will seine Tochter Sabrina entlasten. Seine Anwälte vermuten, dass Michele das macht, weil er unter Druck von außen steht. Seine eigenen Anwälte klagen Michele sogar selbst an wegen Rufmord, weil Michele ja jetzt die Anwälte beschuldigt, miese Arbeit gemacht zu haben. Sie finden, sie hätten Michele zu nichts gezwungen und sie hätten ihn nicht falsch beraten. Ja, und diese ganze Situation, die ist natürlich ein riesiges Durcheinander. Ja, und diese ganze Situation muss ja vor allem für Sarahs Mutter grauenvoll gewesen sein. Erst ist der Mann ihrer Schwester im Fokus der Ermittlungen und jetzt ja ihre eigene Nichte. Später sagt sie dazu, ich habe mich so in ihr getäuscht. Ich habe immer gedacht, dass sie ein gutes Mädchen ist, ein guter Mensch. Sie hat uns hinters Licht geführt, ihre dunkle Seite verborgen. Sie muss viel Abneigung und Hass in sich tragen. Sowas überkommt einen doch nicht in fünf Minuten.
In einer Fernsehsendung wird Saras Mutter auch gefragt, ob sie seitdem mit ihrer Schwester Cosima gesprochen habe. Und das verneint sie. Saras Mutter sagt, Cosima verschweigt etwas. Durch diese krasse Wendung ist Avetrana jetzt wieder in jeder Fernsehsendung zu sehen und die Reporter sind wieder im Ort. Und nicht lange nach Sabrinas Verhaftung, da melden sie eine weitere Neuigkeit. Es gibt eine neue Person, die verhaftet wird und jetzt in U-Haft sitzt. Und das ist Tante Cosima.
Cosima soll nämlich ihren Mann und ihre Tochter gedeckt haben. Und das ist jetzt eigentlich schon echt krass, denn die gesamte Familie sitzt jetzt im Gefängnis und nicht nur die Presse fragt sich, welche Geschichte, die die drei erzählt haben, denn jetzt stimmt. Niemand weiß wirklich, was an diesem 26. August wirklich passiert ist oder was dort passiert sein könnte. Ja, sie wissen nicht, ob Sarah in der Garage gestorben ist oder vielleicht eben doch im Haus. Denn wenn die Tat im Haus passiert ist, so vermutet die Polizei, dann muss Tante Cosima ja irgendwas mitbekommen haben. Die Verhaftung von ihr ist das größte Medienspektakel dieses Falls, denn es sollen etwa 500 Leute vor dem Polizeirevier gestanden haben. Diese Leute hätten gebrüllt und sich nach vorne gedrängelt und geschubst und sie hätten nach der Guillotine geschrien. Der Mob habe sich richtig aufgeheizt. Es sei verstörend gewesen, so beschreibt es eine Journalistin später. Und diese gibt auch zu, tja, vielleicht waren die Menschen so verstört über die Art und Weise, wie die Presse berichtet hat. Die Ermittler gehen jetzt davon aus, dass Sabrina und Tante Cosima auf jeden Fall in diesem Fall verwickelt sind. Denn sie haben dafür einen Beweis. Es gibt einen Zeugen. Es ist ein Blumenhändler, der aussagt. Dieser Florist arbeitet in Avetrana und erzählt seiner Mitarbeiterin, dass er an diesem Donnerstagnachmittag, dem Tag von Saras Verschwinden, etwas beobachtet hätte.
Die Mitarbeiterin erzählt das wiederum weiter und die Info landet über Umwege bei der Polizei.
Sie lädt den Blumenhändler vor und befragt ihn. Das Ganze passiert im April 2011, also etwa acht Monate nach dem Mord an Sarah. In der Zwischenzeit hat die Polizei alle Hebel in Gang gesetzt, um Zeugen zu finden, Verdächtige festzunehmen und Beweise zu sammeln. In dem Vernehmungsprotokoll des Blumenhändlers steht, dass er nach dem Mittagessen Lieferung ausfahren wollte. Das sei ungefähr gegen 14.30 Uhr gewesen, als er dann an einer Kreuzung gehalten hat und einen grau-blauen Opel Astra gesehen habe. Tante Cosima sei ausgestiegen und drohend auf ein blondes Mädchen, auf Sarah zugelaufen. Sie habe gesagt, steig ins Auto. Und dann seien sie weggefahren. Die Polizei geht jetzt also von folgender Theorie aus. Sarah kommt, wie vereinbart, beim Haus ihrer Cousine an. Sie streiten sich, irgendwas muss passiert sein. Sarah verlässt das Haus, aber Cousine Sabrina und Tante Cosima folgen ihr. Dann sieht der Blumenhändler, wie Cosima Sarah befiehlt, wieder ins Auto zu steigen. Und wenn ihr noch nicht genug habt von krassen Wendungen in diesem Fall, dann wird euch vielleicht diese Wendung aus den Socken hauen. Denn der Blumenhändler, der widerruft sein Geständnis und sagt, er hätte das alles nur geträumt. Er hätte so viel von diesem Fall mitbekommen, dass er einfach nachts im Schlaf davon geträumt hätte und sich die ganzen Dinge, die er behauptet hat, einfach nur eingebildet hätte. In Wirklichkeit wäre das nie passiert.
Und später sagt er, dass er sogar der Polizei von Anfang an gesagt hätte, dass das Ganze nur ein Traum war. Aber nach sechs Stunden Verhör, da hätte er sich am Ende nicht mehr durchgelesen, was alles in dem Protokoll steht, denn er wollte einfach nur nach Hause. Ja, an dem Protokoll, da steht aber gar nichts von dem Traum, sondern das Ganze wäre seine tatsächliche Aussage.
Für den Oberstaatsanwalt ist klar, dass manche Zeugen aus bestimmten Gründen nicht aussagen. Zum Beispiel aus Angst. Hat der Blumenhändler nun wirklich gesehen, wie Tante und Cousine mit Sarah weggefahren sind? Hat er das mit dem Traum nur behauptet, weil er unter Druck gesetzt wurde? Oder stehen die Ermittler so sehr unter Druck, dass sie sich auf seine Aussage gestürzt haben und den Traum aus dem Protokoll rausgelassen haben? Das zeigt mal wieder, wie unübersichtlich und komplex so eine Mordermittlung sein kann. Sarahs Mutter glaubt übrigens, dass der Blumenhändler nicht geträumt hat, denn sie sagt, im Traum erkennt man doch nicht alles klar und scharf, wie die Farbe des Autos. Träume sind doch eher Bruchstücke. Und auch Saras Bruder ist überzeugt, dass die Staatsanwaltschaft sich auf Fakten verlasse. Die Ermittler hätten die Route des Blumhändlers kontrolliert, mit weiteren Zeugen gesprochen, sowie Handys und Zulieferer überprüft.
Währenddessen wird Bikele aus dem Gefängnis entlassen. Er kommt drei Tage nach der Verhaftung seiner Frau Cosima frei, denn zumindest wird ihm jetzt der Mord nicht mehr vorgeworfen. An dieser Stelle wollen wir nochmal zwei weitere interessante Verhaftungen erwähnen, die mit Michele zusammenhängen. Die Polizei geht nämlich weiterhin davon aus, dass Michele die Leiche von Sarah versteckt hat, nachdem Sabrina und Cosima sie gemeinsam ermordet hatten. Aber Michele hätte das nicht alleine gemacht, sondern er hätte Hilfe von seinem Bruder und seinem Neffen gehabt.
Am Tag von Saras Verschwinden ruft Onkel Michele nämlich seinen Bruder an, gegen 14 Uhr. Die Polizei will natürlich wissen, warum er das gemacht hat. Und der Bruder von Michele sagt aus, dass es bei Michele im Haus einen Streit gegeben hätte. Und Michele sagt, dass, wenn jemand nachfragt, der Bruder behaupten soll, dass Michele bei ihm gewesen wäre, um ihm mit den Pferden zu helfen. Das klingt also genauso, als ob Michele alles daran setzt, um sich ein Alibi zu verschaffen. Ja, die Polizei glaubt aber, dass es anders war. Dass Michele mit Saras Leiche im Kofferraum zu seinem Neffen gefahren ist, um mit ihm gemeinsam die Leiche zu verstecken. Dann ruft Michele kurz nach 15 Uhr nochmal bei seinem Bruder an. Vielleicht will er Hilfe holen, weil die beiden es zu zweit nicht schaffen. So zumindest die Version der Polizei. Fakt ist aber, das fasst ein Journalist später zusammen, es gibt keine Beweise dafür. Es gibt nur diese Anrufe an den Bruder und da könnte es natürlich auch um was ganz anderes gegangen sein. Und wie der Neffe ins Spiel gekommen ist, das wird den Journalisten auch nicht klar. Trotzdem werden Bruder und Neffe verhaftet.
Das ist ein absurdes Familiendrama und dass das Thema Nummer eins in den Medien ist, das überrascht niemanden. Die Italiener fragen sich, ob es in ihrem Leben vielleicht auch so jemanden gibt wie Tante Cosima oder eine Cousine Sabrina oder so jemanden wie ein Onkel Michele. Alle fragen sich, ob es auch bei ihnen zu Hause in der eigenen Familie passieren könnte.
Am 10. Januar 2012, anderthalb Jahre nach Saras Tod, beginnt dann der Prozess im Mordfall. Die Hauptangeklagten sind Tante Cosima und Cousine Sabrina. Und Michele wird auch angeklagt, weil er die Leiche beseitigt haben soll und dabei soll er Hilfe gehabt haben. Die Medien nennen dieses Spektakel den Prozess des Jahres.
Und natürlich sind auch die Kameras wieder mit dabei. Eine Gerichtssendung überträgt sogar die Bilder aus dem Saal. und Onkel Michaela, der sagt aus und entlastet seine Frau Cosima und seine Tochter Sabrina. Unter Tränen gibt er den Mord an Sarah zu und sagt, dass er es nicht für sich behalten könne. Sabrina beteuert ihre Unschuld. Sie sei nicht eifersüchtig gewesen. Ihr Anwalt bekräftigt, dass die Eifersuchtsgeschichte nur ein Gerücht aus dem Dorf sei, das jetzt vor Gericht gelandet ist. Sabrina ist verzweifelt und weint, während sie befragt wird. Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich. Einige Leute halten sie für schuldig, andere sind nicht überzeugt. Und jetzt könnte man vielleicht denken, dass es einen wichtigen Zeugen in dieser ganzen Geschichte gibt, über den wir auch schon gesprochen haben. Es ist ja der Blumenhändler, der das gesehen haben will. Aber der erscheint zwar vor Gericht, sagt aber nicht aus, weil er von der Verhandlung ausgeschlossen wird. Denn gegen ihn wird wegen einer Falschaussage ermittelt. Er hat ja seine Geschichte geändert und sagt, dass er das alles nur geträumt hätte, wie Cosima und Sabrina mit Sarah weggefahren wären. Und wegen dieser Geschichte darf er keine Aussage machen. Dabei wäre seine Aussage ja so wichtig für das Urteil.
Dieses Urteil wird im April 2013 gesprochen. Das Schwurgericht berät sich vier Tage lang und entscheidet, Sabrina und Cosima sind schuldig. Beide werden jeweils zu lebenslanger Haft verurteilt. Michele wird wegen Beseitigung der Leiche zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Und sein Bruder und sein Neffe, die bekommen auch Haftstrafen. Die Verteidigung kritisiert das Urteil heftig, denn es habe ja gar keine Beweise gegeben, nur Indizien. Cosima und Sabrina stehen unter Schock. Sabrina weint, Cosima sitzt wie versteinert im Gericht. Sarahs Mutter sagt den Journalisten später, dass das die Konsequenzen der Taten ihrer Schwester und Nichte seien. Sie hätten ein Verbrechen begangen.
Sarahs zweite Cousine, also Sabrinas Schwester, die glaubt weiter an die Schuld ihres Vaters, Michele. Sie sagt gegenüber Journalisten, wer soll es sonst gewesen sein? Er hat sie zur Leiche geführt, zum Handy, zu der Stelle, wo er die Kleidung verbrannt hat. Was braucht es denn noch? Sie glaubt, dass vielleicht ein Kindheitstrauma der Auslöser für den Mord an Sarah war. Denn an jenem Olivenbaum, wo Sarahs Sachen verbrannt wurden, da soll Michele als Kind angebunden und bestraft worden sein. Und zwar von seinem eigenen Vater. Es scheint so, als hätte er Sarah dann das angetan, was ihm damals angetan wurde. Das sagt Micheles zweite Tochter in der Sky-Doku. Sarahs Mutter weist das zurück. Ihre Nichte hätte ihre eigenen Interessen und wollte die Familie verteidigen. Es sei der bequemere Weg, ihrem Vater die Schuld zu geben. Die Verteidigung geht gegen das Urteil vor und im Jahr 2015 gibt es einen Berufungsprozess.
In diesem Prozess bestätigen die Richter allerdings das Urteil aus dem ersten Prozess Und am Ende befasst sich sogar der oberste Gerichtshof in Italien mit dem Fall. Aber auch der bestätigt die lebenslangen Haftstrafen für Cosima und Sabrina. Gleich drei Instanzen haben Sabrina und Cosima verurteilt. Insgesamt haben sich 21 Richter mit diesem Fall befasst. Und trotzdem bleiben bei diesem Fall bei vielen Menschen Zweifel zurück. Die Verteidigung hat jetzt einen neuen Plan, die will nach Straßburg vor den Gerichtshof für Menschenrechte ziehen. Denn die Tatsache, dass der Blumenhändler nicht im Prozess befragt wurde, die hätte einen fairen Prozess verhindert. Der Gerichtshof für Menschenrechte hat die Beschwerde gegen die Urteile von Sabrina und Cosima für zulässig erklärt, aber es gibt in diesem Fall noch kein Urteil.
2019 wird der Blumenhändler wegen Falschaussage zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt und im Berufungsprozess wird die Strafe aber als verjährt angesehen. Michele wird 2019 zusätzlich zu 18 Monaten Haft wegen Verleumdung verurteilt, weil er seine Anwälte beschuldigt hat. Die hätten ihn dazu gebracht, Sabrina die Tat anzuhängen. Sabrina und Cosima sitzen immer noch im Gefängnis. Sabrina ist jetzt Mitte 30 und auch Michele sitzt im Gefängnis und beteuert in Briefen weiterhin die Unschuld seiner Frau und Tochter. 2024 wird er voraussichtlich aus dem Gefängnis kommen. Er will sich dann für die Freilassung seiner Familie einsetzen. Was diesen Fall neben dem komplizierten Familiendrama auch einzigartig macht, ist die Rolle der Medien. Ich glaube, wir hatten noch keinen Fall, in dem live im Fernsehen einer Person der Tod ihrer Tochter mitgeteilt wurde, und wo die Medien so sehr darauf gegeiert haben, die Reaktionen einzufangen. Man hat in Italien dann zum Beispiel Schlagzeilen lesen können wie Mutter erfährt live im italienischen Fernsehen vom Tod der Tochter und ich glaube, das sagt über diesen Fall schon echt viel aus.
Was glaubt ihr, ist hier wirklich passiert? Denkt ihr, dass Sarah von ihrer eigenen Cousine und ihrer eigenen Tante ermordet wurde? Oder war der Onkel vielleicht doch beteiligt? Lasst uns eure Gedanken und Theorien doch gerne bei Instagram zukommen, entweder unter dem Post zu der Folge oder auch gerne als DM. Aber bevor wir die schwarze Akte für heute schließen, möchten wir noch ein großes Dankeschön an Michaela aussprechen, denn die hat uns von diesem Fall erzählt und uns darauf aufmerksam gemacht. Und dann ist heute auch noch ein besonderer Moment, denn wir sitzen gerade im Studio, aber nicht alleine, sondern auch mit Sophie und Merle, die ich jetzt gerade auch sehen kann. Und das sind die Gewinnerinnen unseres Ostergewinnspiels. Deswegen hatten wir heute Besucherinnen bei der Aufnahme dabei, was ganz besonders war. Und einen letzten Gruß möchte ich gerne oder möchten wir gerne rausgeben an Mandy. Denn Mandy hat uns bei Instagram geschrieben und hat eine ganz süße Geschichte erzählt, die ich kurz teilen möchte.
Und zwar hört Mandy die Folgen der Schwarzen Akte immer zusammen mit Karl Heinz, der 92 Jahre alt ist. Und jeden Dienstag Bock hat, sich eine neue Folge der Schwarzen Akte anzuhören und sich schon richtig darauf freut. Und im Anschluss daran immer mit Mandy über die Fälle diskutiert und sich austauscht. Und das fand ich irgendwie so cool zu lesen, dass uns eben nicht nur 30-Jährige, was ja so die Hauptzielgruppe auch ist, 20-30, sondern eben auch jemand, der schon ganz viel erlebt hat, dass der sich auch unsere True-Crime-Geschichten anhört. Das hat mich besonders gefreut. Also viele Grüße an viele Leute heute. Und damit ist es Zeit, die schwarze Akte für heute zu schließen. Und dann freuen wir uns, wenn ihr nächste Woche Dienstag wieder mit dabei seid.