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Schwarze Akte. Das Archiv. Die Ehe steht für Verbundenheit, für Liebe und ewige Treue. Fürs Umeinanderkümmern in guten wie in schlechten Zeiten. Und die meisten Brautpaare beschreiben ihren Hochzeitstag als den schönsten Tag im Leben. Es ist ein Fest voller Liebe mit den engsten Freunden und mit der ganzen Familie. Da gibt's ausgelassene Stimmung, gutes Essen und mitreißende Musik. Diesen Tag, den will man so schnell natürlich nicht mehr vergessen. Denn an diesem Tag bekommt man die Frage aller Fragen gestellt. So wie Jack. Denn er wurde an diesem Tag gefragt, ob er Christina zu seiner Ehefrau nehmen will. Und Jack beantwortet diese Frage mit einem sicheren und lauten Ja. Und genauso macht das Christina auch. Auch sie will Jack zu ihrem Ehemann nehmen, bis dass der Tod sie scheidet. Die beiden küssen sich und damit ist die Ehe vor Gott besiegelt. Jack und Christina könnten nicht glücklicher sein. Endlich sind sie offiziell verheiratet, für immer miteinander verbunden.

In diesem Moment wissen sie noch nicht, welch schreckliches Drama bald über ihre Ehe herfallen wird. Denn einer der beiden wird in acht Tagen tot sein. Und damit begrüßen wir euch zu einer neuen Folge der Schwarzen Akte. Ich bin Anne Lukmann. Und mein Name ist Christopher Bücklein. Schön, dass ihr da seid. Bevor wir tiefer in den heutigen Fall einsteigen, möchten wir aber noch einen kurzen Hinweis geben. Denn in dieser Folge wird es unter anderem um das Thema Suizid gehen. Bitte hört diese Folge nicht oder mit jemandem zusammen an, wenn euch das Thema triggert. Und falls ihr selbst suizidale Gedanken habt, dann holt euch bitte Hilfe. Ihr findet dazu auch Links in den Shownotes.

Jack ist 26 Jahre alt und Christina 22. Die beiden kennen sich jetzt schon seit drei Jahren. Sie ist die Tochter polnischer Einwanderer und wurde 1925 in Toronto in Kanada geboren. Ihre Eltern sind gläubige römisch-katholische Christen und denen ist es besonders wichtig, dass auch ihre Tochter dem Glauben folgt. Christina ist mit sehr strengen Regeln und traditionellen Anschauungen aufgewachsen. Und sie hat noch eine Schwester, die heißt Helen. Im Alter von 22 Jahren nimmt Christina einen Job in einer Bank an. In einem Stadtteil von Toronto in der kanadischen Provinz Ontario, im Osten des Landes. Sie wird von Kolleginnen und Kollegen als tüchtige Angestellte beschrieben, sie hat schulterlanges, blondes, dauergewähltes Haar, eine schmale Figur und ein sympathisches Lächeln. Jack wird eigentlich als John Ray in Ontario geboren im Jahr 1921, aber so nennt ihn kaum jemand. Er wird Jack genannt.

Er ist ein Veteran des Zweiten Weltkriegs und gehörte dort einem zahnärztlichen Team an. Und Freunde und Bekannte beschreiben Jack als unkomplizierten Menschen. Er ist jemand, der Konfrontation lieber aus dem Weg geht. Er vermeidet jede Situation, in der er sich behaupten muss oder auffallen könnte. Er ist der Typ Mensch, der nicht mal einen kaputten Artikel im Laden zurückgeben würde, weil ihm das unangenehm ist.

Jack hat dunkles, volles Haar, das er in einer Tolle nach hinten zurückkämmt und andere Menschen beschreiben ihn als attraktiv. Die Liebe der beiden steht aber unter keinem guten Stern. Zumindest, wenn es nach Christinas Familie geht. Ihre Eltern sind nämlich gar nicht einverstanden damit, dass Jack ihre Tochter heiraten will. Sie sind gegen eine Hochzeit, weil Jack nicht den römisch-katholischen Glauben lebt. Sie wollen ihn nicht ihren Segen geben. Christina zuliebe konvertiert Jack aber. Und das sollte ihre Eltern doch eigentlich zufriedenstellen. Aber selbst dann wollen ihre Eltern der Heirat noch nicht zustimmen. Denn es gibt noch was, mit dem sie nicht einverstanden sind. Oder sollten wir besser sagen, es gibt noch jemanden, mit dem sie nicht einverstanden sind. Und zwar mit Jacks bestem Freund und Mitbewohner Ronald. Ronald, der von einigen auch Ronnie genannt wird, ist 28 und stammt ursprünglich aus Norditalien, hat dann allerdings in Kanada begonnen zu arbeiten, erst im Baugewerbe und dann bei einer Versicherung, aber er ist in allen Branchen gescheitert.

Danach schlägt er sich als professioneller Gesellschaftstänzer und laut einigen Quellen auch als Friseur durchs Leben. Aber das klingt ja jetzt noch nicht so, als ob er so ein schlechter Mensch wäre. Also was stört denn Christinas Familie genau an Ronny?

Die Familie ist der Meinung, dass er zu viel Zeit mit Jack und Christina verbringt. Viel zu viel Zeit. Laut ihrer Ansicht ist er sowas wie das fünfte Rad am Wagen. Ständig ist er mit dem jungen Paar zusammen. Jack und Christina, die sind quasi nie alleine. Wir haben euch übrigens auch Fotos von den dreien in den Shownotes verlinkt. Da könnt ihr euch mal ein besseres Bild davon machen, wie die drei aussehen.

Erst also die falsche Konfession, jetzt ein zu präsenter bester Freund. Christinas Eltern sind nach wie vor gegen eine Heirat. Ja, und Christina selbst? Die ist natürlich wütend und enttäuscht. Schließlich ist es doch ihr Leben und sie liebt Jack. Sie hätte sich gewünscht, dass ihre Eltern Jack mit offenen Armen in die Familie aufnehmen. Also sieht sie nur einen Ausweg. Sie haut ab. Ende April 1947, also zwei Wochen vor der Hochzeit, verlässt sie ihr Elternhaus fluchtartig und taucht bei Jack und Ronny unter. Ihre Schwester, Helen, kann sich aber denken, wo sich Christina versteckt hält und steht nur wenige Tage später vor der Tür. Sie möchte mit Christina reden und sie ebenfalls davon überzeugen, Jack nicht zu heiraten. Und es kommt, wie es kommen muss, nämlich zum Streit zwischen den Schwestern. Und der wird so laut, dass Nachbarn die Polizei rufen.

Daraufhin verlässt Helen die Wohnung. und auf dem Weg zurück nach Hause, emotional noch total mitgenommen, da denkt Helen daran, dass Christina irgendwie komisch war. So kennt sie ihre Schwester eigentlich gar nicht. Irgendwie hat sie benommen gewirkt, so als stünde sie unter Drogen. Am Montag, den 12. Mai 1947, ist es dann endlich soweit. Jack und Christina geben sich das Ja-Wort. Ein glücklicher Moment, der allerdings in acht Tagen im Albtraum enden wird. Denn einer der beiden wird zu diesem Zeitpunkt tot sein.

Werbung Ende Jack und Christina heiraten nicht im Kreise ihrer Freunde und der Familie. Es gibt keine große Party mit Tanz, kein einladendes Buffet und auch keine emotionalen Reden, sondern es gibt genau drei Menschen bei dieser Trauung. Jack, Christina und Ronnie, der als Trauzeuge der beiden vor Ort ist. Wie schon die meiste Zeit ihrer Freizeit verbringen die drei auch diesen wichtigen Tag zusammen.

Übrigens ist auch Jacks Familie nicht zur Hochzeit eingeladen worden. Die erfährt erst vier Tage nach der Hochzeit, dass Jack geheiratet hat. Durch einen Brief, den er an seine Eltern schreibt. Für zwei Frischvermählte ist es mit der Romantik nach dem Hochzeitstag natürlich noch nicht vorbei. Denn meist folgen danach die Flitterwochen. Die Reise an einen schönen Ort, um ungestört auf das neue Eheglück anzustoßen und die Zweisamkeit zu genießen. Auch Christina und Jack packen ihre Koffer und freuen sich auf die Flitterwochen. Die verbringen sie zuerst ein paar Tage in Toronto. Warum sie ihre Flitterwochen hier starten, in der Stadt, in der sie leben, das wissen wir nicht. Aber nach fünf Tagen flittern, mitten in der Stadt, da soll die Reise jetzt weitergehen. Am 17. Mai 1947 fahren sie in ein abgeschiedenes Cottage nach Severn Falls. Die Fahrt aus Toronto dauert ungefähr zwei Stunden bis hierhin. Severn Falls liegt idyllisch zwischen zwei Flüssen. Endlich traute Zweisamkeit in der Natur. Nur Jack und Christina. Das sollte man zumindest meinen, aber die zwei sind nicht alleine. Es gibt noch einen weiteren Reisebegleiter und das ist natürlich Ronnie. Nicht nur den Hochzeitstag haben sie zu dritt verbracht, sie wollen auch die Flitterwochen gemeinsam verbringen.

Als Christinas Familie das erfährt, sind sie entsetzt. Nicht mal diese Zeit ist dem jungen Ehepaar alleine vergönnt. Sie glauben, dass Ronny heimlich in Christina verliebt wäre und deswegen so viel Zeit wie möglich mit dem Paar verbringt. Er will einfach in ihrer Nähe sein. Das Cottage, in das die drei fahren, das gehört auch Ronny. Das liegt so abgeschieden, dass es nur mit einem Boot zu erreichen ist und der nächste Nachbar wohnt ungefähr 800 Meter entfernt. Das Cottage steht in der Nähe des Flussufers und drumherum gibt es nur saftig grünen Wald, zwitschernde Vögel und klare Luft. Also wirklich perfekt, um den Lärm und der Hektik der Großstadt zu entfliehen. In einem Artikel der The Bell Syndicate wird Ronnies Häuschen als Fünf-Zimmer-Traum-Cottage beschrieben. Genug Platz gibt es also für die drei, aber ein Freund in den Flitterwochen, das ist ja schon eher eine ungewöhnliche Konstellation. Teil 2 der Flitterwochen entwickelt sich dann auch nicht so, wie sich das alle vorgestellt hatten. Kaum sind Jack, Christina und Ronnie im Cottage angekommen, benimmt sich Christina irgendwie seltsam. Den ganzen Tag über bricht sie in Tränen aus, sie ist launisch, wirkt dann aber wie benommen und ist nicht ansprechbar. Irgendwas scheint mit ihr los zu sein. Ronnie versucht das herauszufinden und sucht das Gespräch. Und Christina vertraut sich ihm an.

Sie ist unsicher, was die Ehe mit Jack angeht. Sie fragt sich, ob er sie wirklich liebt. Ja, aber woher kommen denn jetzt die plötzlichen Zweifel? Welchen Grund gibt es dafür?

Es ist Dienstag, der 20. Mai 1947. Der Tag, der alles verändern und den nicht jeder überleben wird. Es ist ein sonniger Tag im grünen Naturparadies. Christina ist schon seit 8 Uhr morgens wach und steht als Erste auf den Beinen. Die beiden Männer stehen nur ein bisschen später auf. Gegen 11 Uhr frühstücken die drei zusammen, es gibt Porridge und Kakao und Ronny möchte dem Ehepaar ein bisschen Zweisamkeit verschaffen. Daher verlässt er das Cottage gegen Mittag und sucht sich ein sonniges Plätzchen in der Nähe, am Flussufer. Jack und Christina bleiben im Haus zurück. Und Ronny, der genießt die wohltuende Wärme der Sonne, die Stille der Natur und einfach mal die Gedanken ein bisschen schweifen zu lassen. Ja, und so vergehen ein paar Stunden, bis sich Ronny gegen 18.30 Uhr auf den Rückweg zum Cottage macht. Aber irgendwas ist anders. Irgendwas passt hier nicht so richtig ins Bild. Und was ist das eigentlich für ein Geruch? Ronnie ist jetzt kurz vor dem Häuschen. Er öffnet die Tür und findet eine Szene vor, die den beißenden Geruch nach Rauch erstmal hinten anstellt und alle Alarmglocken schrillen lässt. Ronnys Blick wandert zwischen Christina und Jack hin und her. Jack liegt auf dem Sofa. Er hat eine riesige Wunde an der Stirn, die stark blutet. Er scheint verwirrt zu sein, ist kaum ansprechbar.

Ronny fragt Christina panisch, was passiert ist. Aber Christina antwortet nicht. Auf keine seiner Fragen.

Sie bleibt stumm. Nur Tränen laufen ihr übers Gesicht. Und jetzt bemerkt Ronny auch die Flammen, die aus der Küche kommen.

Der bewusstlose Jack muss unbedingt raus aus dem Cottage. Er braucht dringend Hilfe. Ronny packt also seinen Freund und bringt ihn nach draußen. Nachdem sein Freund wieder einigermaßen ansprechbar ist, da rennt Ronny nochmal ins Cottage zurück. Nämlich Christina holen, die ist ja immer noch da drin. In der Zwischenzeit ist sie nämlich noch nicht von alleine rausgekommen. Oder doch? Draußen hat er sie eigentlich nirgends gesehen, aber im Inneren des Häuschens ist sie auch nicht zu finden. Also wo ist sie denn abgeblieben? Ronny rennt also wieder ins Freie und sucht Christina am Rande des Cottages. Aber er kann sie nirgends finden. Da sein Freund Jack ja unbedingt medizinische Versorgung braucht, bringt Ronny ihn schnell ins Krankenhaus. Aber vorher gibt er noch den Nachbarn Bescheid, dass das Cottage Feuer gefangen hat. Denn die Nachbarn sollen versuchen, die Flammen zu bändigen, während Ronny Jack nach Orilla aufs Festland bringt. Dort wird Jack wegen Verbrennung eines Schocks und seiner Kopfverletzung behandelt. Das ist jetzt grundsätzlich eine Version der Geschichte. Aber in anderen Quellen haben wir einen etwas anderen Ablauf der Geschehnisse gefunden.

Da heißt es nämlich, dass Christina nicht im Cottage war, als Ronnie vom Sonnenbaden zurückgekommen ist. In der anderen Version haben wir nämlich gelesen, dass er dann nur den verletzten Jack vorgefunden hat. Was allerdings in beiden Versionen identisch ist, das Cottage brennt innerhalb einer Stunde bis auf die Grundmauer nieder und Christina bleibt verschwunden.

Melville, der Besitzer eines Bootshauses in der Nähe des Cottages, der hat aus der Ferne den Brand beobachtet. Und er denkt sich, wie konnte das nur passieren, das schöne Häuschen?

Zu dem Zeitpunkt ist es schon dunkel geworden. Ungefähr 22 Uhr abends war es da. Melville läuft am Ufer des Flusses entlang und zu diesem Zeitpunkt denkt er, dass das Feuer die größte Tragödie des Tages sei. Aber da irrt er sich. Denn nur 45 Meter von Ronnies Cottage entfernt, am Rande des Flussufers von Severn River, findet er Christina. Sie ist barfuß und nur mit einem geblümten Nachthemd bekleidet. An der Stelle, an der Melville sie findet, ist das Wasser gerade mal 20 Zentimeter tief. Ihr Körper weist keine Brandwunden auf, keine offensichtlichen Verletzungen und es können auch keine Blutergüsse festgestellt werden. In ihrem Totenschein wird folgende Todesursache vermerkt. Tod durch Ertrinken. Es gibt aber eine Auffälligkeit. Denn in ihrem Magen wurden Spuren von Kodein gefunden. Das ist ein schmerzlindernder und hustenreizstillender Wirkstoff aus der Gruppe der Opiate. Damit lassen sich Schmerzen und Reizhusten symptomatisch behandeln. Aber hatte Christina überhaupt gesundheitliche Probleme?

Und noch eine Sache fällt auf, die Fragen aufwirft. Einer der Ersthelfer hat Stunden zuvor an genau der Stelle Löschwasser fürs Feuer geholt, an der später Christinas Leiche gefunden wird. Er ist sich aber absolut sicher, dass Christina zu diesem Zeitpunkt noch nicht dort lag. Vielleicht war er so sehr auf die Löscharbeiten fokussiert, dass er Christina einfach nicht bemerkt hat? Oder aber Ihr Körper hat zu diesem Zeitpunkt tatsächlich noch nicht dort gelegen.

Am 26. Mai findet Christinas Beerdigung statt. In genau der Kirche, in der sie nur zwei Wochen zuvor Jack geheiratet hat.

Jack ist unter den Trauergästen. Und ob Ronnie dabei war, das wissen wir nicht, denn das konnten wir in keiner Quelle finden. Die Polizei startet also ihre Ermittlungen und befragt insgesamt 22 Personen. Darunter natürlich auch Jack und Ronnie, die ja unmittelbar in Christinas Nähe waren, bevor sie gestorben ist. Und das Ganze beginnt damit, dass Jack insgesamt drei Stunden lang befragt wird, nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen wird. Laut einigen Quellen kann er sich an gar nichts erinnern, was am Tag des Feuers und Christinas Tod passiert ist. Laut anderen Quellen wiederum kann er sich zumindest erinnern, was bis zur Mittagszeit passiert ist. Jack weiß, dass sie zu dritt Porridge gefrühstückt und Kakao getrunken haben und dann hätte er noch mit Christina zum Mittag gegessen, sich dann aber irgendwie kränklich gefühlt. Anschließend nichts, nur dunkle Leere. Das nächste, woran er sich erinnert, ist, dass er draußen vor dem brennenden Cottage liegt und Ronny bei ihm, der panisch auf ihn einredet. Ihr erinnert euch doch sicher noch daran, dass wir vorhin erzählt haben, dass bei Christina etwas Auffälliges festgestellt wurde, nämlich die Menge von Codein in ihrem Magen. Und jetzt kommt's. Auch Jacks Körper war mit Codein überschwemmt. Ja, was hat das denn jetzt zu bedeuten?

Ronny wird insgesamt 13 Stunden befragt. Er macht eine umfassende Aussage, die er selbst mit einer Schreibmaschine niederschreibt, die ungefähr 3000 Wörter umfasst. Das sind ungefähr acht in der vier Seiten in Word, wenn ihr das mal so vergleichen wollt. Und die Polizei bezeichnet das als fantastisch. Die sind beeindruckt, wie detailliert Ronny vom Tag des Vorjahres berichten kann. Sie werden gleichzeitig allerdings auch stutzig und fragen sich, warum Ronny überhaupt mit in die Flitterwochen gefahren ist.

Er sagt gegenüber den Beamten, dass er selbst eigentlich gar nicht mitfahren wollte. Aber dann hat er Jack und Christina mit dem Gepäck und der Fahrt dorthin helfen wollen. Die Medien berichten natürlich auch ausführlich über diesen Fall, der Acht-Tage-Braut, wie sie Christina inzwischen nennen. Und Jack und Ronnie werden quasi wie Berühmtheiten behandelt. Vielleicht veranlasst das Ronnie dazu, sich keine Sorgen zu machen. Gegenüber einem Reporter soll er nämlich gesagt haben, dass sein Verstand klar sei. Das heißt, er sei nicht verwirrt oder neben der Spur gewesen. Es gäbe für ihn keinen Grund, einen Anwalt aufzusuchen. Auch die Polizei gibt ihm keinen Grund. Er könne kommen und gehen, wann er wolle. Während der Untersuchung des Falls ergeben sich zwei große Kerntheorien, wie Christina zu Tode gekommen sein könnte. Denn an die Theorie des Ertrinkens glaubt niemand so wirklich. Die erste Theorie besagt, dass Christina an einer nicht diagnostizierten Geisteskrankheit gelitten haben soll. Und die soll dazu geführt haben, dass sie sich selbst das Leben genommen hat. Diese Theorie wird durch drei Briefe gestützt, die die Beamten im Zuge der Ermittlungen finden. Den ersten Brief hat Christina am Ostersonntag 1947 geschrieben, also noch vor ihrer Verlobung und fünf Wochen vor der Hochzeit.

Christina hat darin geschrieben, dass sie sich selbst vergiften will. Das wäre der beste Ausweg, da sie diese Ungewissheit nicht aushalten kann, ob Jack ihr einen Antrag machen will oder nicht.

Sie erträgt den Gedanken nicht, dass ein anderes Mädchen Jack haben könnte. Und der Empfänger dieses Briefs ist kein geringerer als Ronnie. Ronnie wusste also, dass es Christina nicht gut geht. Aber wusste Jack das auch? Der soll von den Briefen und den düsteren Gedanken seiner zukünftigen Ehefrau keine Ahnung gehabt haben. Jack kann sich rückblickend erinnern, dass es Christina an diesem Tag nicht besonders gut ging, dass sie krank war. Ronny soll sein Wissen aus dem Brief für sich behalten haben. Einen zweiten Brief dieser Art hat Christina Ende April geschrieben, nur kurze Zeit später. Und wieder ist dieser Brief an Ronny gerichtet. Aber der Inhalt dieses Briefs ist nochmal deutlich schärfer. Denn Christina schreibt, dass sie nicht nur sich selbst, sondern auch Jack umbringen würde.

Konkret schreibt sie, wenn man jemanden liebt, liebt man ihn wirklich. Und ich weiß, dass es für mich niemanden außer Jack gibt. Und wenn ich ihn nicht haben kann, dann soll ihn auch niemand anderes bekommen. Wie man so schön sagt, habe ich in der Hoffnung gewartet, dass Jack um meine Hand anhalten würde. Aber jetzt ist mir klar, dass ich vielleicht nur eine vorübergehende Schwärmerei bin. Es gibt einen True Crime Blog, der behauptet sogar, dass Christina ein Abendessen Ende April vergiftet haben soll. das sie für sich und Jack zubereitet hatte. Denn nach diesem Essen ging es den beiden nicht gut. Sie wurden beide sehr krank, aber sie sind nicht daran gestorben. Und es gibt noch einen dritten und letzten Brief. Dieses Mal hat Christina aber nicht an Ronny geschrieben, sondern an eine Mrs. Thomas. Mrs. Thomas ist Jacks und Christinas ehemalige Vermieterin. Und diesen Brief hat Christina einen Tag vor ihrem Tod geschrieben.

In diesem Brief steht, Ronny ist irgendwo draußen im Boot. Wenn er zurückkommt, wird alles vorbei sein. Er muss Angst haben, dass etwas passiert. Denn er bleibt noch einen Tag länger, um sicher zu gehen, dass wir mit ihm nach Toronto zurückfahren. Ja, aber was soll Mrs. Thomas jetzt mit diesen Infos überhaupt anfangen? Was weiß sie über Christinas gesundheitlichen Zustand? Der Inhalt, den Christopher gerade vorgelesen hat, der scheint irgendwie wenig Sinn zu ergeben. Denn wenn Ronnie zurückkommt, dann ist alles vorbei. Ja, was ist vorbei? Auch wenn dieser Brief nicht an Ronnie adressiert ist, dann wird er ja trotzdem involviert. Denn Christina bittet ihn, diesen Brief für sie abzuschicken. Das bedeutet, dass er von seinem Bootsausflug ja schon wieder zurück sein wird, wenn Christina ihm diesen Brief zum Abschicken übergibt. und dann angeblich aber alles vorbei sein soll. Also was hat das zu bedeuten? Werbung Werbung Ende, Jack erfährt von diesen Briefen erst während seiner Befragung. Bronny hat ihm diese Briefe verschwiegen. Er hat seinem besten Freund nichts von den Suizidabsichten seiner Verlobten und späteren Ehefrau erzählt. Und auch nichts von Christinas Absichten, Jack zu verletzen.

Aber irgendwie reagiert Jack darauf ziemlich gelassen. Er glaubt, dass Ronnie nur versucht hätte, ihn vor diesen Informationen zu schützen und Ronnie weiß laut unseren Quellen zumindest als einziger von Christinas psychischem Zustand.

Einige vermuten, dass er das Paar deswegen in die Flitterwochen begleitet hat, um zu verhindern, dass Christina sich oder Jack oder sogar beiden was antut. Außerdem hat Ronnie ein besonderes Interesse daran, dass es Jack gut geht. Aber dazu erzählen wir euch gleich noch mehr. Ihr könnt euch übrigens aus diesen Briefen vorlesen, weil es sie immer noch gibt. Denn Ronnie hat sie damals aus dem brennenden Cottage gerettet. Und das ist ja schon ein bisschen erstaunlich. Denn denkt euch nochmal in die Situation rein. Ronny kommt zurück in sein Cottage und findet dort seinen besten Freund verletzt mit einer großen Wunde am Kopf vor. Christina sitzt stumm daneben oder ist ja wie gesagt laut einigen Quellen gar nicht da. Sein Cottage brennt gerade nieder und er rettet die Briefe?

Die Frage, die da aufkommt, ist, ob Ronny die Briefe also vielleicht gefälscht hat, um sich ein Alibi zu verschaffen. Der Inhalt der Briefe würde ihn jedenfalls aus dem Fokus rücken und die Aufmerksamkeit wiederum auf Christina und Jack richten. Deswegen werden alle Briefe einem Handschriften-Experten vorgelegt. Der soll untersuchen, ob es sich auch wirklich um Christinas Handschrift handelt, was dann ja die Echtheit der Briefe beweisen würde. Und es stellt sich heraus, ja, diese Briefe wurden wirklich von Christina selbst verfasst und unterschrieben. Obwohl Ronny durch die Briefe nicht verdächtig wirkt, tut er selbst einiges dafür, um die Beamten misstrauisch zu machen. Denn seine Aussagen ändern sich mit der Zeit. Zuerst hat er zum Beispiel behauptet, dass Christina im Cottage war, als er vom Sonnenbaden zurückkam und Jack verletzt vorgefunden hat. Später erzählt er, dass Christina das Cottage am Tag des Feuers noch vor ihm verlassen hat, bevor er sich ein Plätzchen in der Sonne gesucht hat. Und als Ronnie zurück in die Hütte kommt, hätte er Jack alleine vorgefunden.

Ein Anwalt der Verteidigung, nennt Ronnie daher, ein Lügner der krassesten Sorte. Einer, dessen Absichten und Pläne in Geheimnisse gehüllt sind. Schauen wir uns jetzt mal die zweite Theorie an, die große Kreise zieht und für die auch einiges spricht. Das häufigste Motiv, das bei Verbrechen eine Rolle spielt, ist ja bekanntlich Geld. Und jetzt kommt's. Kurz vor der Hochzeit hat Jack noch zwei Lebensversicherungen abgeschlossen. Eine für sich und eine für seine zukünftige Frau Christina. Über je 5.000 kanadische Dollar. Soweit ja erstmal normal. Aber es gibt eine besondere Klausel. Und die besagt, dass im Falle des Unfalltodes einer der beiden Ehepartner, der Begünstigte, den doppelten Wert der Lebensversicherung ausgezahlt bekommt. Diese Summe hätte heute etwa einen Wert von 100.000 Euro. Das heißt, sollte beispielsweise Christina durch einen Unfall zu Tode kommen, dann bekommt Jack die doppelte Versicherungssumme. Also denkt ihr gerade vielleicht, denn der Begünstigte ist in beiden Fällen Ronny. Und jetzt kommt's. Ronny selbst hat auch eine Versicherung abgeschlossen. Über 5000 kanadische Dollar, was heute ungefähr 50.000 Euro wären. Allerdings nicht auf sich selbst als Lebensversicherung, sondern auf sein Cottage in Severn Falls.

Diese Versicherung, die hat er kurz vor den Flitterwochen abgeschlossen. Und das ist ein seltsamer Zufall, dass genau diese Cottage nur wenig später auf mysteriöse Art und Weise abbrennt. Aber jetzt kommt's noch dicker, denn der Begünstigte in diesem Fall, der ist nicht Ronnie, sondern sein bester Freund Jack.

Ja, was für ein Spiel spielen die beiden denn hier? Schauen wir uns doch mal die finanzielle Situation der beiden Männer an. Ronnie ist beruflich sowohl im Baugewerbe als auch im Versicherungswesen gescheitert. Er hätte das Geld sehr gut gebrauchen können. Vielleicht hat Jack ihm seine Kriegsentschädigung deswegen gegeben und seine eigene Familie aus dem Testament gestrichen. Auffällig ist auch, dass Christinas Ehering spurlos verschwunden ist. Denn er war weder an Christinas Finger, als man sie am Flussufer fand, noch war er irgendwo im Cottage zu finden. Der Wert des Rings ist umstritten. Er soll aus heutiger Sicht irgendwas zwischen 1.000 und 13.000 Dollar wert sein. Und es ist auch nicht ganz klar, woher der Ring überhaupt stammt. Einige Quellen sagen, dass Ronny den Ring für Christina besorgt hat. Und andere Quellen behaupten, dass Jack sich den Ring von einem Freund geliehen hat. Woher der Ring auch immer kommt, letztendlich bleibt er verschwunden. Ja, die Polizei jedenfalls vertraut Ronny überhaupt nicht. Der behauptet vehement, dass er das Paar nicht in die Flitterwochen begleiten wollte, sondern die zwei aus Bequemlichkeit zu seiner Hütte gefahren hätte.

Und diejenigen, die Jack besser kennen, die wissen, dass er ein zurückhaltender Mann ist. Er mag keine Konfrontation. Jacks Freunde und Bekannte haben das Gefühl, dass er von Ronnie manipuliert wurde. Und einige glauben sogar, dass Ronnie die Tatsache, dass Christina psychische Probleme hatte, ausgenutzt hat. Er hätte nur deswegen die Briefe aus dem Feuer gerettet, um ihre Selbstmordabsichten zu beweisen und einen Mord zu vertuschen.

Denn sie glauben, dass Ronny ein Motiv hat und Christina aus dem Weg räumen wollte. Denn während der Ermittlungen gibt es ein Geständnis, mit dem niemand gerechnet hat. Jack erzählt den Beamten, dass er ein intimes Verhältnis mit einer anderen Person hat. Er hat eine langjährige Affäre. Jetzt könnt ihr euch denken, mit wem er diese Affäre hat. Na klar, mit Ronny. Und dieses Geständnis bietet natürlich viel Raum für neue Spekulationen. Auf Reddit tauscht sich die True Crime Community immer noch zu diesem Fall aus und stellt die verschiedensten Theorien auf. Einige glauben, dass Christina von der heimlichen Beziehung der beiden Männer wusste und nichts dagegen hatte, dass Ronnie die meiste Zeit bei ihnen war, dass sie in gewisser Weise eine Art Dreiecksbeziehung geführt haben. Vielleicht diente die Hochzeit zwischen Jack und Christina ja auch nur als Tarnung, damit die Beziehung zwischen Jack und Ronny nicht aufliegt, denn eine freie Auslebung der Homosexualität war in den 40er Jahren ja noch viel, viel schwieriger.

Allerdings würde ein Puzzleteil dann nicht so ganz ins Bild passen, nämlich die Briefe, die Christina geschrieben hat. An Ronny. Denn wenn man diese Briefe so liest, dann muss man ja auf den Gedanken kommen, dass sie nichts von einer heimlichen Affäre der beiden gewusst haben kann. Denn immerhin klagt sie, Ronnie, ja ihr Leid in diesen Briefen. Ihre Angst, dass Jack ihr keinen Antrag macht und er sie nicht wirklich liebt, das kann sie ja nur dann schreiben, wenn sie nicht weiß, dass die beiden Männer eine Affäre haben.

Oder dachten die beiden Männer vielleicht nur, dass Christina nichts davon wusste? Vielleicht hat sie die Briefe an Ronnie adressiert, um ihm ein schlechtes Gewissen zu machen, um ihn dazu zu bringen, das Ganze mit Jack zu beenden. Immerhin hat sie im zweiten Brief angedroht, nicht nur sich selbst, sondern auch Jack etwas anzutun. Weil sie es nicht ertragen würde, wenn er eine andere hat. Oder einen anderen. rennen.

Andere User wiederum spekulieren, dass Christina vielleicht erst in den Flitterwochen herausgefunden hat, dass die beiden Männer was im Laufen haben. Wenn wir das mal weiterspinnen, dann hätte es im Cottage zu einer Konfrontation zwischen Jack und Christina kommen können, die aus dem Ruder lief. Christina konfrontiert Jack mit ihrem Wissen und der kann, wie wir wissen, mit solchen Situationen ja nicht so gut umgehen. Und deswegen glauben einige, dass Christina ausgerastet ist und Jack in ihrer Wut mit einem Gegenstand am Kopf verletzt haben könnte. Das würde wiederum die große Wunde an seinem Kopf erklären, die er wie verrückt geblutet hat. Und, sauer auf Ronnie, könnte Christina sein Cottage in Brand gesteckt haben. Der Gerichtsmediziner und die Ärzte im Krankenhaus haben ja sowohl in Jacks als auch in Christinas Körper große Menge an Kodein feststellen können. Beide standen unter Drogen. Neben Übelkeit unterbrechen, kann es auch zu Schläfrigkeit, zur Senkung der Atemfrequenz bis hin zu einer lebensgefährlichen Atemdepression kommen. Auch das erklärt einiges. Im Falle von Ronnies erster Aussage liefert das nämlich eine Erklärung dafür, warum Christina im brennenden Cottage nicht mehr geantwortet hat und ganz still war. Und auch, warum Jack so benommen war. Und es könnte erklären, warum Christina gestorben ist. Sie ist an einer Überdosis gestorben, am Rande des Flusses.

Die einzige Frage, die sich dann noch nicht ganz klären lässt, ist, warum ihr Körper noch nicht dort gelegen hat, als der Ersthelfer an dieser Stelle Löschwasser geholt hat. Ja, vielleicht ist Christina gar nicht an einer Überdosis gestorben, sondern durch den Eingriff von Jack und Ronny. Das zumindest vermuten wiederum einige Reddit-User. Jack und Ronny könnten ihren Tod wie ein Unfall aussehen lassen haben. Jack wird absichtlich verletzt und das Cottage in Brand gesteckt. Und damit wären wir wieder bei dem Thema Versicherung, die ja noch kurz zuvor auf Christinas Leben und auf Ronnys Cottage abgeschlossen wurde. In einem Artikel vom 21. Juni 1947 im Ottawa Journal steht, dass Christina Ronny noch am Tag ihres Todes einen Schuldschein im Wert von 15.000 Dollar gegeben hat. 15.000 Dollar. Das ist eine Menge Geld. Ronny wird damit konfrontiert, warum Christina ihm so viel überschrieben hat. Und seine Erklärung lautet gegenüber einem Journalisten, dass er ihr von Zeit zu Zeit auch Geld geliehen hätte. Denn sie musste gewisse Personen bezahlen, die sie erpresst hätten.

Angeblich wurde Christina im April 1946, also ein Jahr vor der Hochzeit, von vier oder fünf Männern erpresst. Das Ganze rührt daher, weil Christina einen Tanzabend besucht hatte und Männer haben ihr danach gedroht, sie bloßzustellen. Ja, aber was genau vorgefallen ist und womit die Männer sie erpressen, das lässt sich leider nicht mehr herausfinden. Sie wollte Ronny das Geld auf jeden Fall zurückzahlen, versprach ihm, das Geld nach und nach auf einem Bankkonto zu hinterlegen. Und zwar bei der Bank, bei der sie auch selbst gearbeitet hat. Aber das hat sie nie. Jack sollte davon auf gar keinen Fall was wissen und auch nicht ihre Familie. Eher würde sie sich umbringen. Zumindest, wenn es nach Ronnys Aussage geht. Der Schuldschein im Wert von 15.000 Dollar wird also der Polizei übergeben, um auch hier die Echtheit von Christinas Unterschrift zu überprüfen. Und laut einem Artikel aus The Globe and Mail im Mai 1947 ist die Unterschrift auch echt. Ihr merkt schon, die Theorien und die Spekulationen, die gehen wirklich in sehr viele Richtungen. Aber irgendwie führt keine zu einem klaren Ergebnis.

Am 19. Juni 1947 beginnt daher die umfangreiche Untersuchung. Diese findet im Gerichtsgebäude statt. Hier soll festgestellt werden, ob bei Christinas Tod ein Verbrechen vorliegt oder nicht. Die Medien berichten natürlich groß über den Fall. Das Spektakel ziert die Titelseiten der Boulevardblätter und Zeitungen in und um Toronto. Die Öffentlichkeit drängt sich nicht nur in den Gerichtssaal, sondern ist auch auf dem Gelände zahlreich vertreten. Einige wollen sogar Autogramme von den Hauptzeugen, von Jack und Ronnie. Ja, und ihr habt gerade richtig gehört, das ist ein wichtiger Unterschied. Die beiden sind nämlich Zeugen und nicht Angeklagte. Die beiden sind nämlich nicht wegen Mordes angeklagt.

Erstmal soll nur festgestellt werden, ob bei Christinas Tod Fremdeinwirkung im Spiel war. Gleich zu Beginn passiert was Unerwartetes. Denn Jack widerruft seine Aussage vor Gericht. Er und Ronnie hätten eine intime Beziehung geführt. Jack behauptet nämlich jetzt, dass die Polizei ihn zu dieser Aussage gedrängt hat. Tatsächlich gibt es auch keine Beweise für eine Beziehung zwischen den beiden Männern. nur das Geschwätz der Nachbarn aus der Nähe von Ronnies Cottage. Denn die Nachbarn berichten, dass sie die beiden Männer oft allein in der Hütte gesehen hätten und dass ihre Beziehung zueinander sehr nahe gewirkt habe. Der Staatsanwalt glaubt nicht daran, dass Jack gezwungen wurde, diese Affäre zuzugeben und es kommt zu einem Schlagabtausch zwischen Jack und ihm. Nach einigem Hin und Her geht Jack schließlich doch wieder zu seiner Ursprungsaussage zurück und bewahrheitet sein Verhältnis mit Ronny. Ja, aber was sagt der eigentlich zu der Aussage?

Auch Ronnie gibt zu, dass er mit Jack experimentiert hätte, so nennt er das. Aber dass seit 1939 zwischen den beiden schon gar nichts mehr gelaufen wäre. Das würde bedeuten, dass acht Jahre vor der Hochzeit mit Christina Schluss war zwischen den beiden. Und Ronnie sagt noch Folgendes dazu. Wenn der Herr höchstpersönlich herunterkommen würde, ich würde ihm dasselbe sagen. Die Ermittlungen geben auf jeden Fall tiefe Einblicke in dieses komplizierte und verstörende Leben der drei Beteiligten, von Christina, Jack und Ronny. Und die Geschworenen, die kommen zu einem Entschluss. Aufgrund der Tatsache, dass bei der Obduktion Codein im Magen der Verstorbenen gefunden wurde, und aufgrund der verdächtigen Tatsache, dass sie ertrunken aufgefunden wurde, sind die Geschworenen nicht in der Lage, aufgrund der vorliegenden Beweise zu entscheiden, ob bei ihrem Tod ein Verbrechen begangen wurde oder nicht.

Damit wurde das Urteil gesprochen. Mangels belastender Beweise kann Fremdeinwirkung zwar nicht hundertprozentig sicher ausgeschlossen werden, aber halt auch nicht bestätigt werden. Diese komplizierte Dreiecksbeziehung zwischen Jack, Christina und Ronnie bleibt auch nach dem Urteil immer noch Thema in den Medien. Und fast genau drei Jahre nach der Tragödie heiratet Jack eine andere Frau. Sie gründen eine Familie und leben für kurze Zeit gemeinsam in dem Haus, in dem Jack auch schon mit Christina gewohnt hat. Erst später ziehen sie in ein neues Haus auf der anderen Straßenseite.

Jack spricht nicht über seine erste Ehe mit Christina oder den tödlichen Vorfall im Cottage. Mit keinem Wort bespricht er seine Vergangenheit.

Im Jahr 1969 trennt er sich auch von seiner zweiten Frau. Die beiden lassen sich aber nicht scheiden. Auch Jacks Kinder wissen nichts von seiner Vergangenheit und seinen traumatischen Erlebnissen. Die erfahren erst Jahrzehnte später zufällig davon. Denn 1992 recherchiert Jacks Schwiegertochter Sharon, also die Frau von seinem Sohn Richard, in einer Bibliothek. Denn die beschäftigt sich gerade mit Familienforschung. Als ihr zufällig ein Artikel aus der Lokalzeitung The Advertiser über den Fall in die Hände fällt. Sie und Richard haben Jack aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes nie damit konfrontiert, mit diesem Fund, den sie gemacht hat. Und nur ein paar Jahre später, 1998, da stirbt Jack. Und nimmt damit viele Antworten, sollte er sie denn jemals gehabt haben, mit ins Grab. Sein Sohn Richard sagt gegenüber dem Toronto Star folgende Worte. Es war, wie die Tür zu einer anderen Welt zu öffnen. Ich habe mich oft gefragt, warum das so ein Geheimnis war. Ich glaube, dieser Ronnie hat meinen Vater irgendwie manipuliert, ihn einfach beherrscht. Ronnie zieht 1956, ein paar Jahre nach Christinas Tod, nach New York City. Bevor er umzieht, schenkt er seinen Pekinesen namens Ling, Jacks Sohn Richard. Der ist ja gerade mal zwei Jahre alt.

Es ist anzunehmen, dass Ronnie auch die Jahre nach dem Feuer noch Kontakt zu Jack hatte. Sonst hätte er dessen zweijährigen Sohn vermutlich nicht seinen Hund geschenkt. Seit Ronnie nach New York gezogen ist, hat man von ihm nie wieder etwas gehört oder gesehen. Mit Christinas Tod ist dieses dramatische Liebesdreieck, wie auch immer das jetzt wirklich ausgesehen hat, endgültig aufgebrochen worden. Und trotz vieler Theorien, ob es sich denn um Selbstmord oder einen Akt der Leidenschaft, einen seltsamen Unfall oder vorsätzlichen Versicherungsbetrug handelt, ist dieser Fall bis heute ungelöst. Und damit schließen wir die schwarze Akte für heute und sind natürlich ganz gespannt, wie euch dieser Fall gefallen hat. und was ihr glaubt, was sich hier wirklich zugetragen hat. Denn sobald man eine Theorie mal für glaubwürdig hält, gab es ja immer wieder einen Aspekt, der da nicht so richtig zu gepasst hat. Deswegen schreibt uns doch gerne eure Gedanken bei Instagram. Da heißen wir schwarze Akte, zusammengeschrieben. Und wir freuen uns natürlich auch, wenn ihr den Podcast abonniert und der Folge eine Bewertung dalasst. Und ansonsten hören wir uns doch wieder nächste Woche Dienstag in der schwarzen Akte. Macht's gut. Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!