Dann haben wir natürlich jetzt die große neue Gefahr, die sich auftut, dass immer mehr jüngere Menschen Darmkrebserkrankungen bekommen. Und auf der einen Seite haben wir Darmkrebs als eine sehr häufige Erkrankung. Auf der anderen Seite ist es eine der Erkrankungen, die man am besten präventiv diagnostizieren kann, die man am besten vorbeugen kann. Und hier tatsächlich gilt, Zeit ist Leben. Je früher man einmal Vorbeugung, Prävention macht, desto größter der Erfolg. Dr. Matthias Riedl, gesünder Leben mit dem aus dem TV bekannten Ernährungs-Doc und Elisabeth Jessen.
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Das Thema Krebs ist immer harter Tobak, aber das Interesse an der Folge, die wir kürzlich hatten, war sehr, sehr groß. Und deshalb wollen wir noch ein Thema mal speziell herausgreifen, was natürlich sehr, sehr viel mit Ernährung zu tun hat. Und zwar ist das das Thema Darmkrebs. Die gute Nachricht ist, man kann wunderbar vorsorgen und das sollte man auch in Anspruch nehmen. Aber wenn es einen doch erwischt, dann wollen wir heute mal von meinem Studiogast hören, wie man dann am besten verfährt und auch wie man vielleicht vorbeugen kann. Ich bin eure Gastgeberin Elisabeth Jessen und begrüße wieder ganz herzlich den Ernährungs-Doc Dr. Matthias Riedl. Moin. Hallo Matthias. Matthias ist auch ärztlicher Direktor des Medikum Hamburg. Er ist Geschäftsführer der MyFoodDoctor App und außerdem Chefredakteur der Zeitschrift Ist Dich Gesund. Ja, Matthias, Darmkrebs ist ja, es gibt immer wieder Kampagnen, wo darauf aufmerksam gemacht wird, dass man unbedingt zur Vorsorge gehen soll. Trotzdem ist es ja ein sehr, sehr verbreiteter Krebs. Sehr, sehr verbreitet, das ist wahr. Rund 55.000 Menschen erkranken jedes Jahr daran.
Ich glaube, jeder kennt jemanden mit einer Darmkrebserkrankung. Und ich habe einen Verwandten verloren mit knapp um 50 rum und mein Vater hatte sogar noch Darmkrebs mit 80, obwohl er eigentlich Nipolypen hatte. Also das zeigt auch eben dann nochmal, dass das auch im Alter nochmal passieren kann.
Und dann haben wir natürlich jetzt die große Neugefahr, die sich auftut, dass immer mehr jüngere Menschen Darmkrebserkrankungen bekommen. Und auf der einen Seite haben wir Darmkrebs als eine sehr häufige Erkrankung. Auf der anderen Seite ist es eine der Erkrankungen, die man am besten präventiv diagnostizieren kann, die man am besten vorbeugen kann. Und hier tatsächlich gilt, Zeit ist Leben. Je früher man einmal Vorbeugung, Prävention macht, desto größter der Erfolg. Wer ist denn besonders gefährdet? Du hast jetzt gerade gesagt, es sind immer mehr junge Leute, aber sind es mehr Frauen als Männer?
Du hast gesagt, sogar Ältere erwischt es noch. Wer ist denn besonders? Also es sind von diesen 55.000, sind eher die große Masse 30.000 die Männer. Und warum das so sein könnte, das sieht man gleich, wenn ich erzähle, wodurch man Darmkrebs kriegt. Und der Rest, die 25.000 sind Frauen. Also Frauen sind etwas weniger mit bei den Erkrankungen. Aber wir sehen auch, dass die unter 30-Jährigen, die früher eigentlich Darmkrebs als Rarität bekommen haben, dass diese Altersgruppe eine jährliche Steigerung, Zunahme der Darmkrebsfälle von 2% pro Jahr hat.
Eine Krebsgesellschaft hat das mal hochgerechnet. Wenn die Steigerung bis 2030 so weitergeht, dann geht man davon aus, dass der Darmkrebs in der jungen Altersgruppe die häufigste oder eine der häufigsten Krebserkrankungen in jungen Jahren sein könnte. Und das ist tatsächlich schon, möchte ich sagen, dann eine Zeitenwende. Und besonders gefährlich ist eben auch diese Altersgruppe, dass wenn so ein 25-Jähriger oder eine 25-Jährige mit Bauchschmerzen zum Arzt geht, da denkt ja niemand in erster Linie an Krebs. Und dadurch findet in dieser Altersgruppe die Diagnostik, das ist auch bei den unter 50-Jährigen häufig so, findet verschleppt statt. Und dann ist das Ergebnis häufig fatal und hier ist die Wahrscheinlichkeit daran zu sterben größer. Weil es gibt zwar die Vorsorge, die ist aber eigentlich immer üblicherweise erst ab 50. Also viele Krankenhassen zahlen ab 50. Aber wenn man das natürlich, wie du sagst, mit jungen Jahren schon hat, dann ... Also sie war mal bei 55 und dann hat man festgestellt, verdammt, das ist ja bei den über 50-Jährigen und gerade bei den Männern, das war immer schon so ein bisschen ungerecht, weil die Männer kriegen es eher, einen Ticke eher. Bei den Frauen hätte das vielleicht knapp gereicht mit 55, für die Männer aber nicht. So, jetzt ist es abgesenkt auf 50. Wo man dazu sagen muss, Aber wenn einer das in der Verwandtschaft hat, dann würde ich nicht bis 50 warten.
Und wenn einer Anzeichen dafür hat, großzügig die Indikation stellen für eine Darmspiegelung. Die Darmspiegelung ist ja so das bekannteste Vorsorge.
Wie sagt man da? Die bekannteste Vorsorge. Und da kann man ja auch, da werden Polypen entfernt, wenn denn schon welche da sind. Das heißt, da geht man ziemlich auf Nummer sicher. Es gibt aber auch noch eine andere Methode der Vorsorge. Welche ist das? Ja, man kann den Stuhl auf unsichtbares Blut testen. Das kann man machen. Aber was ist jetzt, wenn dieser Polyp oder dieser Darmkrebs gerade nicht blutet? Dann fällt es negativ aus und er kann in Ruhe weiter wachsen. Das ist nicht so sicher wie eine Darmspiegelung und ich würde dann auch eher zu einer Darmspiegelung raten, um einmal ganz sicher zu sein, dass man eben keinen Darmkrebs hat. Du hast jetzt gerade erwähnt, man kriegt Symptome. Was sind denn Symptome? Weil Darmkrebs, der ist ja nicht plötzlich da, sondern der wird ja auch sich schleichend entwickeln, nehme ich an. Woran merke ich das denn? Genau, man muss sich das vorstellen, der Darm ist ja ein Hohlschlauch, der Muskeln enthält. Muskeln sowohl in Längsrichtung als auch ringsherum. Und wenn da etwas wächst, dann muss der Stuhlgang daran vorbeigepresst werden. Das heißt, hier muss der Darm vermehrt Arbeit aufbringen und das kann, wenn es schlecht am Darmkrebs vorbeigeht, kann Schmerzen machen, weil der Darm sich mehr zusammenziehen muss. Also Schmerzen oder auch das Gefühl, irgendwie ist der Schulgang anders als sonst.
Ein völlig verändertes Stuhlverhalten, sowohl unklare Verstopfung oder Verstopfung und Durchfall im Wechsel oder besonders lange Stuhlgänge, die deuten eben darauf hin, dass da möglicherweise was mit dem Darm nicht richtig sein könnte. Krampfartige Beschwerden, aber auch Blähungen, häufiger Stuhldrang, ohne dass richtig was kommt.
Später kann dann auch noch mal eine Blässe dazukommen, eine Blutarmut. Wenn der Darmkrebs blutet, verliert man viel Eisen. Und das fehlt dann bei der Blutbildung. Solche Dinge. Und spät ist es dann leider so, dass man auch noch Gewicht verliert. Ein unklarer Gewichtsverlust ohne Veränderung der Lebensgewohnheiten, der sollte immer Verdacht erregen auf Krebs. Immer. Und natürlich Blut im Stuhl sowieso. Auch besonders aufgelagertes Blut im Stuhl. Das kann entweder von einer blutenden Hämorrhoide kommen. Aber das weiß man dann. Aufgelagert heißt, ich sehe da auch, dass da was ist. Man sieht es dann. Oder er kommt eben von dem blutenden Krebs.
Aber wie entsteht denn dieser Darmkrebs? Also welche Ursachen gibt es dafür? Ja, und da glaube ich, wird auch deutlich, warum es mehr Männer bekommen, wenn man mal schaut, wodurch wird es gefördert, durch Alkoholkonsum, durch viel Alkoholkonsum. Wir gehen davon aus, dass gut ein Drittel der Krebsfälle eben durch Alkoholkonsum gefördert werden können. Der Grund ist der, dass die Abbauprodukte des Alkohols selber krebsfördernd sein könnte, aber auch der Alkohol die Zellkrebserkennung bei uns im Immunsystem verschlechtert. Also wir können solche neu entstandenen Krebszellen schlechter erkennen und ausmerzen und sie entstehen leichter bei Alkoholgenuss. Dann ist natürlich auch nochmal das Rauchen, Bewegungsarmut, Übergewicht spielt eine wichtige Rolle für die Alkoholgenuss.
Klar, der Darmkrebs ist ein ganz klassischer Übergewichtskrebs. Es gibt so ein paar Übergewichtskrebse. Wir haben Bauchspeicheldusenkrebs, Leberkrebs, aber auch der Darmkrebs, Brustkrebs. Das sind Übergewichtskrebse, die bei Übergewichtigen besonders häufig auftauchen. Und dann haben wir die Gruppe der Menschen mit einer chronischen Darmentzündung. Und das ist klar. Wenn man so eine chronische Darmentzündung hat, die Schleimhaut gereizt ist, blutet, offen ist. Wenn Gifte im Stuhlgang auf diese entzündete, gerötete Schleimhaut einwirken können und sowieso die Darmflora geschädigt ist und sie sich nicht so richtig um die gesunde Darmschleimhaut kümmern kann, dann ist das Krebsrisiko besonders hoch. Auch bei Colitis ulcerosa beispielsweise und natürlich bei familiärer Polypenneigung. Es gibt Menschen, die haben in der Familie Darmpolypen, das wird vererbt. Und das sind Familien, bei denen tritt der Darmkrebs schon mit 30 oder 40 auf. Und ich habe solche Familien erlebt, wo die männlichen, meistens die männlichen Familienangehörigen, dann alle vorzeitig vor dem 60. Oder 55. Lebensjahr verstorben waren.
Und da ist dann einfach versorgt worden, wenn der Opa mit Darmkrebs gestorben ist, der Vater mit Darmkrebs gestorben ist, dann kann ich darauf warten, dass der Sohn auch an Darmkrebs sterben wird, wenn ich ihn nicht endoskopiere. Die ganze Familie muss alert sein. Da muss man rechtzeitig reingucken. Das ist dann genetisch, aber auch Menschen, die Krebs in der Familie haben. Es gibt manchmal Familien, die haben Eierstockkrebs, die haben Magenkrebs, Blasen, Hautkrebs und das kommt einfach irgendwie gehäuft vor. Das scheint eine Anfälligkeit zu sein und dann kann man auch mal leichter Darmkrebs bekommen und muss man dann sehr, sehr, sehr vorsichtig sein und lieber mal reingucken in den Darm. Wie ist denn die Überlebenschance? Je früher erkannt, umso besser, soviel ich weiß. Ja, tatsächlich ist es so. Während Darmkrebs früher, weil es auch sehr, sehr, also früher ist richtig, vor vielen Jahrzehnten, sehr, sehr spät diagnostiziert wurde. Und wenn dann die Symptome Gewichtsabnahme auftauchen, dann ist die Prognose eher schlechter. Manchmal schafft man es noch. Aber die Überlebenschance, die Heilungsrate liegt bei über 90 Prozent. Und das ist tatsächlich eine Errungenschaft der Kombination von Vorsorge und von der Endoskopie.
Und je später das dann ist, dass die Diagnose gestellt wird, dann unterscheidet man, wie groß ist der Tumor. Hat sich schon eine Absiedlung in die lokalen Lymphknoten ergeben? Das ist so die erste Strecke, wo die Metastasen dann auftauchen. In einer Station oder in zwei Stationen wird genau geguckt. Oder gibt es schon Fernmetastasen? Das sind die großen Stufen der Verschlechterung eines Darmkrebses. Und wenn der nur lokal wächst, ganz toll, dann kann ich ihn rausoperieren und geheilt. Wenn ich nur einzelne Lymphknotenstationen habe, kann ich die mit rausnehmen. Man ist dann nie sicher, ob nicht vielleicht irgendeine kleine Zelle noch unterwegs ist, aber dann sind die Chancen immer noch relativ gut.
Ich habe einmal in einem Interview einen bekannten Gastroenterologen gehört, der wirklich viele Jahrzehnte Erfahrung hatte. Professor Leier hier, der auch noch in Hamburg aktiv ist. Und er sagte, wir haben es geschafft, den Darmkrebs einmal wirklich großflächig, muss man sagen, zu verhindern durch Vorsorge. Aber wenn es denn schon spätere Stadien jetzt sind, können wir es schaffen, durch Chemotherapie oder auch Bestrahlung in Kombi mit Operation den Darmkrebs in eine chronische Form zu überführen. Also der Schrecken, wie es ganz früher war, vor Jahrzehnten, das ist es nicht mehr. Aber man muss natürlich die Klaviatur nutzen, der Vorbeugung und die geht auch über Ernährung und natürlich auch der Vorsorge. Und gucken, Familienrisiko, Familienrisiko, da müssen alle alarmiert sein, da müssen alle benachrichtigt werden. Alle, die Gene von diesem Menschen haben könnten, müssen benachrichtigt werden.
Zur Darmspiegelung getrieben werden. Jetzt ist ja die Darmspiegelung, wenn man sie macht, also das Prozedere an sich ist ja völlig unbedenklich. Ja. Oder beziehungsweise das merkt man ja nicht, man liegt schön in seinem Propofolrauscht auf der Liege und kriegt nichts mit. Die Vorbereitung ist natürlich so eine Sache, man muss ganz ekliges Zeug da trinken, aber man vergisst das auch schnell wieder. Was sagst du denn so Vorsorgemuffeln, die sich einfach nicht kümmern? Das ist doch eigentlich verantwortungslos sich selbst gegenüber, oder? Ja, also den Kopf in den Sand zu stecken, wenn man im Risiko ist, eine Darmkrebserkrankung zu bekommen, das hilft nichts. Aber tatsächlich ist gerade die Vorbereitung für die Darmspiegelung so toll geworden mit den Flüssigkeiten, die wir trinken. Und der Darmreinigung, die ist so, muss man sagen, so easy geworden. Vor ein paar Jahrzehnten war das noch sehr viel mühsamer. Da waren noch viele, viele Liter, die da übel schmeckender Substanz, die getrunken werden musste. Eklig ist es immer noch. Ja, aber es ist tatsächlich komfortabel geworden, richtig? Also wer noch so sechs Kanister Spülflüssigkeit vor Augen hat, die man trinken musste, das war. Und tatsächlich, die Darmspiegelung selber tut nicht weh.
Sie findet unter einer ganz kurzfristigen Narkose statt mit Propofol, was viele ja auch von Michael Jackson kennen, der damit tatsächlich in der Überdosierung gestorben ist. Aber das passiert natürlich dabei nicht. Also eine ganze Zeit, wenige Minuten wirksam nur.
Und der Magen-Darm-Spezialist, der hat natürlich die beste Sicht, wenn der Darm auch wirklich gereinigt ist. Wenn der nicht richtig sauber ist. Und da ist vielleicht noch ein bisschen Stuhlrest. Und dahinter verbirgt sich der Polyp. Dann fühlen wir uns plötzlich zehn Jahre in Sicherheit. Und es besteht immer die Gefahr, was zu übersehen. Also der Untersucher muss auch eine ruhige Situation vorfinden, wo er in Ruhe den ganzen Darm angucken kann. Das ist ja so ein zusammengeschrumpfter, faltiger Schlauch, der muss aufgeblasen werden, genau angeguckt und so weiter. Und der ist elendig lang.
Und dabei braucht er Ruhe und deshalb auch diese kleine Kurznarkose. Narkose. Jetzt hast du uns ja schon erzählt, was uns alles nicht gut tut und was sozusagen die Gefahr steigert, an Darmkrebs zu erkranken. Daraus kann man ja so eine Gegenliste machen, sozusagen, was man tun soll. Aber die machst du bitte für uns. Wie kann ich also Darmkrebs durch eigenes Zutun verhindern? Wenn es mich erwischt, ist es nicht immer meine Schuld, aber was kann ich Positives bewirken? Genau. Also, wenn wir schon rauchen, das gehört jetzt nicht zum Essen, aber Übergewicht vermeiden ist wichtig und Alkohol. Das reduzieren. Das ist schon mal ganz wichtig. Und man muss sich jetzt noch mal das, was wir über die Darmflora gesagt haben, noch mal vor Augen führen. Und die Gesundheit der Darmschleimhaut. Die Gesundheit der Darmschleimhaut hängt sehr eng mit einer gesunden Darmflora zusammen. Und damit sind wir ganz schnell, es ist ja ein symbiontisches System dort. Und dann sind wir jetzt bei der Thematik, welche Lebensbedingungen wünschen sich denn die Darmbakterien. Und das müssen wir einfach beachten. Wir leben ja halt nicht mehr in der Natur, wo das alles automatisch läuft, sondern wir essen Substanzen, hochverarbeitete Lebensmittel mit Chemie, mit Emulgatoren und das schmeckt denen nicht.
Wir wissen beispielsweise, die Studie hatte ich schon mal erwähnt, dass wenn man drei Tage Junkfood isst, wird die Darmwand durchlässiger. Und das, was die Darmbakterien machen, die helfen dem Darm, dass er so eine schützende Schleimschicht hat auf den Zotten. Und je besser diese schützende Schleimschicht ist und je weniger Entzündung da abläuft, je besser die unsere Darmschleimhaut pflegen, desto weniger haben Giftstoffe Zeit, auf die Darmschleimhaut einzuwirken. Auf der einen Seite, also die Kontaktzeit von Giften wird geringer. Und die mache ich auch dadurch geringer, indem ich viele Ballaststoffe esse. Und dadurch habe ich nicht ewig Verstopfung. Man kann sich vorstellen, wenn ich irgendwas Ungesundes esse, Also Substanzen, die beim Darmepithel Krebszellen verursachen könnten oder die dazu führen könnten, dass sich Polypen entwickeln. Wenn ich so einen verstopften Klumpen im Darm habe, der da ewig hängt, dann ist die Einwirkzeit pro Quadratmillimeter viel länger, als wenn das Ganze schön schnell weitertransportiert wird, durchgemischt werden kann und damit ist der Darm geschützter. Also Ballaststoffe, dann haben wir sekundäre Pflanzenstoffe, die gegen Krebs wirken, allen voran Kreuzblütler. Kreuzblütler kommen ja bei uns immer wieder vor. In der letzten Folge hatten wir Meretich erwähnt, aber auch Radieschen oder Wasabi.
Und die haben eine krebshemmende Wirkung.
Blumenkohl auch ganz neu in der Forschung eine krebshemmende Wirkung, sogar auch auf Magenkrebs. Und also die Kombination von Ballaststoffen und von sekundären Pflanzstoffen sind es. Wir wissen, dass dieser rote Farbstoff aus der Tomate, das Lykopin, das Wachstum von Polypen hängen kann.
Das ist doch gut, weil das ist ja so ein Lieblingsgemüse der Deutschen. Das ist das, was die Deutschen essen. Die Österreicher glaube ich auch. Es ist ja auch im Ketchup drin. Ich will jetzt aber nicht sagen Ketchup gegen Darmcremes. Aber das ist wichtig. Man muss sagen, was man essen sollte. Also Ballaststoffe, das heißt Nüsse, Samen, Gemüse. Und was wir nicht essen sollten, hochverarbeitete Substanzen. Die schädigen die Durchlässigkeit. Die schäden die Integrität der Darmschleimhaut und was tatsächlich auch das Krebswachstum fördern kann, das sind hochverarbeitete rote Fleischsorten, also als Wurst. Und wenn ich das auch nochmal schön schwarz gerille, dann wird das halt noch krebserregender. Also Alkohol, viel rotes Fleisch und auch insbesondere rote Würste, Nitritpökelsalz, das gehört in die Ecke, ist eher ungesund und krebsfördert. Und dann sind wir nämlich dabei auch wohl bei der Ursache, warum es Männer doch einen Tick mehr bekommen.
Wurstwaren, rotes Fleisch, wenn ich da gerade an junge Männer denke. Wobei es gibt auch einen anderen Erklärungsversuch noch für die Häufigkeit von viel Darmkrebs oder mehr Darmkrebs bei jungen Menschen. Und das ist der Genuss von Limonade, von gezuckerter Limonade. Und die Idee ist folgendermaßen, also die Theorie, bewiesen ist das nicht, aber die Theorie ist, wenn ich viel Zucker esse in einer Zeit, in der ich ganz viel Wachstumshormon in mir habe, weil ich wachse als 14, 15, 16-Jähriger. Dann ist die Gefahr groß, dass das Polypenwachstum initiieren könnte. Und das würde passen von diesen zeitlichen Fans daher. Denn wenn dann in dem zweiten oder dritten Lebensjahrzehnt der Darmkrebs kommt, Das könnte zeitlich mit dazukommen. Aber wahrscheinlich ist es eine multifaktorielle Sache. All dieses Quartals saufen am Wochenende, Limo trinken, hochverarbeitete Lebensmittel essen, als gäbe es keinen Morgen. Das verträgt der Darm nicht. Auf dem lagert das alles. Der muss das alles sortieren, aufnehmen und da landen die ganzen Gifte. Du hast jetzt gerade die Verstopfung erwähnt, die dem Darm nicht guttun, aber es gibt ja auch Leute, die permanent Durchfall haben. Ist das weniger dramatisch? Da weiß ich jetzt keine Studie des Leuten, die unter chronischem Durchfall leiden. Das ist ja auch eine fürchterliche Sache.
Ein normal weicher Stuhl sollte es sein, sagen wir mal so. Aber kein Durchfall. Eine Gruppe habe ich noch vergessen. Es ist 1% der Bevölkerung hat eine Zöliakie. Das liegt mir auch noch mal sehr am Herzen. Weil die Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung. Und das sind Menschen meistens Frauen. Autoimmunerkrankungen kriegen ja meistens Frauen oder mehr Frauen als Männer. Es ist eine Autoimmunerkrankung um Gluten herum. Dieses Übermaß an Gluten, was wir so essen, führt eben bei ganz besonders empfindlichen Menschen dazu, dass die Darmschleimhaut sich autoimmun entschündlich verändert. Ganz fatale Sache. Das Schlimme ist, dass das eben auch noch jahrelang verschleppt wird und nicht richtig diagnostiziert wird. Das ist ganz schlimm. Und deshalb sollte man mit dran denken. Da sind empfindlich wiederum besonders Menschen mit Typ 1 Diabetes, was ja auch eine Autoimmunerkrankung ist. Das heißt, alle Menschen mit Typ 1 Diabetes, wo auch noch der Darm Probleme macht, sofort zur Endoskopie. Und natürlich, wenn man über so eine belastete Darmschleimhaut spricht, bei dieser Erkrankung auch solche Menschen haben ein erhöhtes Darmkrebsrisiko. Alle Tipps, die du jetzt gegeben hast, um Darmkrebs zu vermeiden, gelten natürlich dann auch für Menschen, die schon Darmkrebs hatten. Die müssen ihr Leben und ihre Ernährung umstellen, oder? Ja, ja. Sonst kann er wiederkommen? Genau, genau.
Also es geht beim, wenn man den Darmkrebs hat oder überstanden hat, dann geht es darum, das Immunsystem, den Körper so widerstandsfähig zu machen wie überhaupt. Wir haben ja gesagt, die Psyche gesund essen. Ja, natürlich, wenn man eine Darmkrebserkrankung hat, eine Krebserkrankung überhaupt, das belastet die Psyche. Also wir müssen wach sein, wir müssen gut gelaunt sein, um die Kraft zu haben, das zu überstehen. Das ist das eine. Auf der anderen Seite geht es darum, dass das Immunsystem weitere Krebszellen möglichst erkennt und wieder rausschmeißt, wenn man den Krebs überstanden hat. Aber auch bei der Krebserkrankung geht es darum, dass der Körper den Krebs ja weiter bekämpft. Und auch dafür brauchen wir ein gut ausgestattetes Immunsystem. Das heißt, auch um jetzt Übelkeit oder auch Symptome, die der Krebs macht, richtig zu behandeln und die bei der Nahrungsauswahl mit zu berücksichtigen, dass man nicht einfach nichts isst. Aber dieses Nichts-Essen führt dazu, dass das Immunsystem nicht mehr gut ausgestattet ist und wir nehmen ab. Und das ist das Letzte, was wir bei einer Krebserkrankung brauchen. Das heißt, jeder mit einer Krebserkrankung hat Anrecht auf eine Ernährungstherapie bei Fachkräften in einer Schwerpunktpraxis der Ernährungsmedizin oder bei einer niedergelassenen Ernährungsberaterin. Aber die muss bei der Kasse zugelassen sein. Das ist ganz wichtig.
Und leider hat man immer noch einen kleinen Eigenanteil, was ich nicht verstehe, dass die Kassen da immer noch nicht einen Katalog erstellt haben, bei solchen wirklichen vitalen Erkrankungen, dass es komplett bezahlt wird. Das verstehe ich immer noch nicht, aber gut.
Und angesichts der Tatsache, dass bei uns in Deutschland 30% der Krebserkrankten verhungern, ist es für mich unverständlich. Aber das ist ganz wichtig, bei einer Krebserkrankung, rund um die Krebserkrankung, Also Ernährung muss optimiert werden und vielleicht an Symptome optimiert werden. Zum Beispiel, vielleicht ist da auch eine Chemotherapie, vielleicht ist da auch eine Bestrahlung. Dann bin ich inappetent, dann muss ich gucken, was kann man mir da noch zumuten. Vielleicht habe ich Übelkeit, dann sind so stark gewürzte Sachen nicht gut. Dann muss ich eher was Mildes nehmen, vielleicht habe ich eine Mundschleim-Mautentzündung. Und das kann man manchmal nicht mehr selber machen, da braucht man Ernährungsberatung dazu.
Aber auf jeden Fall, wenn man irgendwie das Gefühl hat, mir geht es nicht gut, egal in welchem Alter, einfach erstmal zum Arzt gehen. Richtig, zum Arzt gehen. Und nicht ignorieren und denken, es geht auf jeden Fall wieder weg. Also ich war auch lange so, dachte immer, der Körper macht alles selber und gesundet selber, das tut er nicht in jedem Fall. Deswegen dann erstmal zum Hausarzt und mit dem das besprechen. Genau, gerade wenn wir älter werden, wenn man 20 ist oder 30, dann kommen Krankheiten und gehen wieder und sind seltener aggressiv oder so meistens gutartig. Aber wenn man so die 50 überschritten hat, dann kommen die ganzen Krankheiten aus den 20 Zentimeter dicken Lehrbüchern, die es ja gibt in der Medizin. Und diese Krankheiten wollen alle Opfer haben. Und tatsächlich hat man dann, die Rate ist einfach höher, Pech zu haben. Dann zum Hausarzt, das ist der erste Ansprechpartner. Und wenn man einen ungesunden Lebenswandel hatte, mit viel Alkohol, mit Rauch, mit Übergewicht, mit Bewegungsmangel, mit Ballaststoffmangel, dann ist beim Magen-Darm dann man schneller dabei, auch mal reinzugucken. Und erst recht bei Verwandten, die Krebs hatten. Ja, das ist doch ein Appell, also auch mein Appell, einfach die Vorsorge nutzen. Es tut nicht weh, es schmeckt nicht gut, aber es ist danach auch schnell wieder vorbei.
Wir haben natürlich auch wieder eine Studie von dir heute, oder Matthias? Ja, genau. Ohne geht es ja nicht. Ich habe jetzt tatsächlich auch was Passendes rausgesucht. Und zwar haben die Kollegen von der Universität Bari eine Studie gemacht mit unserem täglich Brot. Und zwar haben die 200 Gramm Sauerteigbrot genommen pro Tag und haben gemessen, wie viel kurzkettige Fettsäuren dabei produziert wurden. Weil wir wissen ja, wenn wir die Bakterien im Darm richtig füttern, dann produzieren sie diese Butyrate oder Buttersäure. Und die wiederum, die ist für die Darmschleimhaut sehr wichtig, ernährt die Darmschleimhaut auch gut. Und dann haben die geguckt, wie ist die Wirkung auf die Darmbakterien, 200 Gramm Sauerteigbrot. Und haben festgestellt, dass die Darmbarriere durch Sauerteigbrot zugenommen hat. Und das ist wichtig und das ist gut. Und dass das Darmkrebsrisiko gesenkt werden konnte.
Und insbesondere auch bei Menschen mit Morvus Crohn, also einer autoimmunen Darmentzündung. Und das zeigt nochmal ganz deutlich, dass die tägliche Wahl von dem, was wir essen, esse ich jetzt hier das Toastbrot oder esse ich Kuchen oder esse ich morgens ein Croissant oder esse ich ein langgezogenes Sauerteigbrot oder esse ich Vollkorn. Und das hat sich tatsächlich sogar noch, diese Fermentierung, das Sauerteigbrot ist ja ein fermentiertes Brot, das hat sich tatsächlich als total positiv erwiesen. Und in dem Zusammenhang kann ich vielleicht auch noch mal sagen, das ist ja nicht nur das. Also auch dieser hohe Ballaststoffgehalt kommt ja noch mal dazu, der hat da auch so seine Wirkung. Und Sauerteigbrot macht, auch das kam dabei raus, auch satter. Als irgendwelche minderwertigen Brotsorten. Das Einzige, was mich an dieser Studie überrascht, ist, dass die aus Bari kommt. Ich dachte, die Italiener, die machen doch nur Weißbrot. Das kann lecker schmecken, das Ciabatta. Das hätte ich jetzt aus Süddeutschland erwartet. Ja, genau, oder aus Österreich. Okay, interessant. Ja, denn es ist immer so, die Japaner forschen was mit Sushi.
Tatsächlich, die Spanier was mit Olivenöl und Mandeln. Und die Italiener mit Sauerteig. Gut, wir wollen der Studie ja glauben. Manchmal, das kann man, manchmal ist es auch so, so Studien mit Lebensmitteln werden ja, ist ja schwierig, einmal ist es teuer. Und wenn du einen Sponsor hast, die Spanier, die haben dann mal schnell mal so einen Olivenhüllhersteller oder den Verband der Mandelbauern. Und die haben natürlich viel Interesse, dass du guck doch mal, weil die Wahrscheinlichkeit ist auch groß. Und dann entstehen solche Studien leichter mal. Aber hier Bari, Sauerteig, da weiß ich die Verbindung nicht. Vielleicht war ein deutscher Professor gerade mal zur Gastprofessur da oder so. Aber auf jeden Fall, ich bin ja auch ein großer Fan von Sauerteig. Ich finde, es schmeckt einfach besser. Ich auch. Bleibt länger frisch? Wahnsinn, mag ich auch ab und zu.
Sprechstunde beim Ernährungs-Doc.
Gut, dann haben wir jetzt wieder ein paar Fragen von euch, die Matthias beantworten wird. Und zwar fange ich an mit Annette. Annette hat gefragt zum Thema retrogradierte Stärke. Und sie würde gerne wissen, ob sich die Stärke wieder rückverwandelt, wenn das Nahrungsmittel erneut erhitzt wird. Ja genau, wir haben das Thema ja schon häufiger mal gehabt, wenn stärkehaltige Lebensmittel abkühlen, dann bildet sich resistente Stärke. Dieser Prozess dauert 12 bis 24 Stunden und diese resistente Stärke, die beeinflusst unseren Darm und die Darmflora positiv, das ist gut. Nur wenn man das wirklich extrem hohen Temperaturen aussetzt, dann können die und längere Zeit, dann kann das wieder aufgebrochen werden. Aber im Prinzip ist es so, dass gekochte, abgekühlte und wieder erhitzte Kartoffeln, Reis oder Nudeln völlig bedenkenlos gegessen werden könnten in Bezug auf die resistente Stärke. Die bleibt zum allergrößten Teil erhalten und hat seine positive Wirkung. Gut, also wir können Bratkartoffeln essen, Bratreis und Nudelsalat. Genau. Ja? Gut. Elisabeth aus der Schweiz hat uns geschrieben, sie ist verunsichert, weil sie seit einer Ayurveda-Kur in erster Linie selbst hergestellten Ghee benutzt. G-H-E-E geschrieben.
Im Podcast empfiehlst du aber immer nur gesunde Öle, Matthias. Und sie sagt, sie kocht auch seit vielen Jahren Wasser ab. Das nennt man dann Ayurveda-Champagner. Und sie füllt es in Glasflaschen ab. Jetzt möchte sie gerne wissen, ist das alles richtig? Und vor allem, was ist mit ihrem Ghee? Ja, Ghee aus ayurvedischer Sicht ist wegen seiner großen Hitzestabilität förderlich für Verdauung und wird dort sehr geschätzt. Sagst du noch mal, was es ist? Also im Gegensatz zu Butter besteht Ghee fast 100% aus Fett und enthält weder Milcheiweiß noch Laktose. Deshalb können das auch Menschen mit Laktoseintoleranz gut vertragen. Für das Kochen mit hohen Temperaturen ist Ghee also sehr gut geeignet. Bis zu 190 Grad bleiben die Fettsäuren stabil. Die aber als alleinige Fettquelle zu verwenden ist wegen dieses ungünstigen Fettprofils, wie man sich vorstellen kann, nicht empfehlenswert. Der hohe Anteil von gesättigten Fettsäuren, und das sind immerhin 60 Prozent, kann bei übermäßigen Verzehr dann eben ungünstig auf das Herz-Kreislauf-System sich auswirken. Und das haben wir ja häufig. Manchmal gibt es bestimmte Lebensmittel, die kann man essen und so weiter, aber eine Frage dann der Dosis, ob man es damit übertreibt.
Also für eine gesundheitsförderliche Wirkung würde ich immer eine Kombination von verschiedenen Ölen empfehlen. Also keine Monokultur. Also Leinöl haben wir als gute Omega-3-Quelle. Aber das ist halt ein Kaltöl.
Olivenöl ist auch sehr zu empfehlen. Und Ghee kann man verwenden, ja, auch gerade in der archivetischen Küche. Aber keine Monokultur. Okay. Und Wasser abkochen und dann irgendwie in Flaschen aufbewahren, kann man machen, kann man lassen? Also bei dem sogenannten Ayurveda Champagner ist es nur empfehlenswert, das Wasser möglichst warm zu trinken, um im Sinne der ayurvedischen Ideologie dort eine geeignete Wirkung zu entfalten. Aber das ist halt auch ayurvedisch. Okay. Dann hat uns Annika geschrieben, sie leidet unter einer unbehandelten Sarkoidose, die sehr aktiv ist. Nun habe ich ihrem Podcast entnommen, dass bei Autoimmunerkrankungen eine anti-entzündliche Ernährung hilfreich sein kann. Ich habe die behandelnde Ärztin gefragt und sie hat gesagt, dass es bei meiner Integration keine entsprechenden Empfehlungen gibt, die Ernährung also keine Rolle spielen würde. Da gehst du vielleicht gleich auf die Barrikaden, wenn jemand sagt, die Ernährung. Und du musst uns noch mal sagen, was Sarkoidose ist. Ja genau, Sarkoidose ist eine Entzündung des Bindegewebes.
Und wenn Bindegewebe entzündet wird und es dann abheilt, heilt es nabig ab. Das kann auf der Haut auftreten, nabige Veränderungen im Bereich der Haut. Aber wenn es in Geweben wie in der Lunge auftritt, kann man sich vorstellen, dass narbiges Gewebe diffus in der Lunge die Atmungsfähigkeit, die Lungenkapazität, die Vitalkapazität beeinträchtigen kann. Es ist eine ernste Systemerkrankung, eine Überreaktion des Immunsystems.
Und jetzt muss man sich überlegen, ja, was die Hausärztin sagt, wir wissen, dass bei Rheuma die Ansprechbarkeit von einer antientzündlichen Ernährung am besten belegt ist. Das ist in den Ländern unterschiedlich in den Leitlinien angekommen und wird auch noch nicht überall so gemacht, auch in Deutschland eben nicht. Wir wissen aber, Omega-3-Fettsäuren, antientzündliche Ernährung, ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel spielt dabei eine Rolle. Man weiß auch zum Beispiel, dass wenn man einen ausreichend hohen Vitamin-D-Spiegel hat, die Wahrscheinlichkeit, eine Autoimmunerkrankung überhaupt zu bekommen, verringert ist. Das gleiche gilt auch für Omega-3-Fettsäurenversorgung. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit, sowas überhaupt erstmal zu bekommen, ist geringer. Und wenn man jetzt aber guckt, die anderen Autoimmunerkrankungen rings um Rheuma, die a. Seltener sind, b. auch sehr, sehr, sehr unterschiedlich sind, wie Lupus oder auch Sarkoidose, da muss man sagen, sind die Erfahrungen erstens kürzer, die Empfehlungen nicht so klar. Aber jetzt frage ich.
Was schadet es bei einer chronisch entzündlichen Erkrankung, bei dem der Mensch leidet, er auch eine erhöhte Gefahr hat, Komplikationen zu erleiden. Er hier beispielsweise eine Lungenerkrankung hat, die die Atmung einschränkt. Was kann es da schaden, sich gesund zu ernähren? Weil antientzündliche Ernährung ist immer gesund.
Weil Entzündung ist letztlich am Ende ein Faktor des Alterns. Also je mehr Entzündung ich im Körper habe, desto schneller alter ich. Man könnte auch sich anti-entzündlich ernähren, um langsamer zu altern. Also so what? Warum nicht? Und die Menschen, die betroffen sind, fragen ja, was kann ich denn mit Ernährung tun? Du kannst dich mit der Ernährung fitter machen. Und du kannst mit großer Wahrscheinlichkeit deine Autoimmunerkrankungen günstig beeinflussen. Ich würde es versuchen, Autoimmunerkrankungen immer auch mit einer antientzündlichen Ernährung zu behandeln. Und die ist natürlich gemüsereich, ballaststoffreich. Ballaststoffe sind antientzündlich wirksam, Omega-3, Vitamin-D. Gibt es die Empfehlung aus der Rheumatologie auch, den Vitamin-D-Spiegel zu messen? Ich weiß, dass es viele Rheumatologen in Deutschland so nicht sehen, aber dass man da eher einen mittleren bis etwas mittelhohen Vitamin-D-Spiegel versucht zu erreichen. Herzlichen Dank.
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Das Rezept, verordnet von Dr. Riedel.
Dann Matthias, wir wollen wieder ein schönes Rezept von dir haben. Ja. Was hast du heute? Was Darmfreundliches nehme ich mal an. Ja, ja, genau. Natürlich, was darmfreundlich ist. Ja, ganz klar. Also, und das ist das Buch Gesunder Darm, das ich zusammen mit Johann Lafer gemacht habe. Und was wir gemacht haben, wir haben ja bei der Medical Cuisine-Reihe immer versucht, bekannte Gerichte, die jeder mag, jeder Österreicher, jeder Schweizer, man hat so seine lokalen Gerichte und sein Lieblingsessen. Und dann haben wir immer so das Lieblingsessen gesund interpretiert und dann nochmal gesteigert noch gesünder. Und die Steigerung von hier unserem, wir haben hier einmal ein gesundes Hühnerfrikassee, aber jetzt kommt auf der nächsten Seite das noch gesündere Frikassee und zwar veganes Frikassee von Pilzen mit Schwarzwurzeln und Zuckerschoten. Und wenn man, jetzt das, was wir vorhin über Darmkrebs gesagt haben, sich vor Augen führt, dann weiß man, Gemüse spielt eine wichtige Rolle, Ballaststoffe spielen eine wichtige Rolle. Und wichtig ist es jetzt, wie kriege ich das, was ich gerne esse? Weil Frikassee ist ja so ein, also das ist, glaube ich, das, was ganz, ganz viele mögen. Ein bisschen so Soulfood. Soulfood, genau.
Und wie kriege ich jetzt das so gesund hin, dass ich gar nicht merke, dass ich ganz viel Gemüse esse und gar nicht das Huhn vermisse. Und hier sind nämlich die Kräuterseitlinge als Ersatz fürs Huhn. Sie sehen nicht nur so aus wie kleine Streifen von Hühnerfleisch. Die haben eben auch noch Uami. Und das schmeckt total toll. Wer das noch mal ein bisschen toppen will, hier haben wir auf dem Bild auch noch Sprossen drauf. Aufschlossen sind nochmal ein Konzentrat von sekundären Pflanzenstoffen. Und da haben wir ja gesagt, sekundäre Pflanzenstoffe wirken gegen Krebs, unter anderem auch. Und wenn man hier nochmal Vollkornreis nimmt, statt weißen Reis, also Naturreis, dann hat man das super, super gesund. Ich finde hier auch besonders, ich liebe ja die Zuckerschoten, man sieht die hier auch. Ich finde auch, die sind extrem appetitlich. Und wenn man sie nicht nur kurz mitkocht, behalten die auch ihre schöne Farbe. Ja, schön grün, weiß, grün und dann nochmal die Kräutersaatlinge dazu. Und wenn man das, ich sag mal, der Familie serviert... Dann merken die erst sehr spät, dass kein Hohn drin ist.
Sieht sehr appetitlich aus. Ist toll, ne? Das gefällt mir sehr gut. Wir hatten ja letztens auch mal ein Hühnerfrikassee, was auch wirklich sehr, sehr köstlich war. Das koche ich auch sehr gerne, weil es ist auch wirklich schnell gemacht. Aber das gefällt mir auch sehr gut hier. Also hier auch braucht man nicht zu fürchten, dass man, das sind 19 Gramm Eiweiß da drin. Das ist eine richtig gute Eiweißportion.
Und 15 Gramm Ballaststoffe. Mit dieser Mahlzeit hat man die Hälfte des Ballaststoffkonsums. Und ich erinnere nochmal, um den Darm gesund zu halten, brauchen wir mindestens 30 Gramm.
Aber die Naturvölker schaffen ja 40, 50. Also es schadet nichts, 50 zu haben, aber 30 ist das Minimum. Und was ist jetzt das ballaststoffreichste an dem Gericht? Ja, sagen wir mal so, das ist die Mischung. Also tatsächlich, Kräuterseitlinge, Pilze, sind nicht nur Eiweiß- und Ballaststoffreich. Von daher ein super gesundes Gemüse. Und Kräuterseitlinge haben halt auch so diesen schönen Biss. Das sage ich an denen so gern. Die bleiben halt auch, wenn man sie brät oder kocht, dann haben die immer noch einen schönen Biss. Die machen so den Eindruck wie den Fleischstreich. Ja, genau. Also das ist echt toll. Und dann natürlich der Naturreis. Hier haben wir auch noch mit Verhackstöckel zwei Esslöffel Cashew-Mos. Das sind hier die ganz vielen kleinen Details dabei. Das macht es wahrscheinlich dann schön cremig, die Soße. Und die Schwarzwurzel.
Das ist natürlich auch ein gutes Gericht. Kann man sonst ja wahrscheinlich auch mal durch Spargel ersetzen. Aber den gibt es ja schon nicht mehr. Das ist ja ein Frühlingsding. Ich finde auch, wenn die Saison vorbei ist, dann kommt das nachher irgendwo, keine Ahnung, aus der Südhalbkugel. Ja, hast du recht. Schwarzwürzel haben wir auch hier. Ein sehr schönes Rezept wieder. Da freue ich mich schon drauf. Aus dem gesunden Darm. Herzlichen Dank. Matthias, wann bist du wieder dran mit Vorsorge? Ich habe gerade nachgeguckt. Ich glaube, vor fünf Jahren hatte ich das gemacht. Und da ich ja aus so einer Familie komme, wo mein Vater Darmkrebs hatte. Bist du wieder dran? Zwar spät, muss ich in fünf Jahren. Es wäre schön, wenn man daran erinnert werden würde, weil ich muss das immer irgendwie mühsam recherchieren. Und ich habe immer das Gefühl, das ist ewig lang her. Aber ja, man darf das nicht aus den Augen verlieren. Aber ich halte ja meine Ballaststoffmenge und mein Gemüse auch ein. Aber trotzdem, man weiß es nicht. Es ist so, es gibt auch Darmkrebs, Vielleicht ist das noch interessant, der durch Escherichia coli-Gifte entsteht. Es gibt die Theorie, dass eine frühe Beimpfung der Darmflora mit einem ganz bestimmten Escherichia coli-Stamm, der ein bestimmtes Gift produziert, eine erhöhte Rate an Darmkrebs produzieren könnte. Das ist ja auch der Grund, weshalb Naturvölker nicht gar keinen Darmkrebs haben. Die können auch Darmkrebs haben, aber er ist halt selten.
Und das gibt es auch. Aber da weiß ich... Wie wird man beimpft mit dem? Was muss da schief gehen? Ja, genau, durch nicht richtig gekochte Speisen, durch Unsauberkeit in der Küche. Und diese Koliart, die produziert ein Gift. Wenn man mit dieser angesteckt wurde, dann kann es dazu führen, dass man eine höhere Wahrscheinlichkeit hat für Darmkrebs. Das ist möglich. Man weiß noch nicht genau, ob es Zufall ist, dass Menschen mit Darmkrebs mehr dieses Kolibakterium haben oder ob es ursächlich ist. Da forscht man noch, aber wir wissen auch, dass Viren und Bakterien bei der Krebsentstehung mit eine Rolle spielen. Beim Magenkrebs sind das von Helicobacterbakterien, dass die Magenkrebs verursachen können. Also man hat keine hundertprozentige Sicherheit, wenn man sich so ernährt, wie ich das empfehle. aber eine drastische Reduktion des Risikos. Gut, und ich appelliere zum Abschluss einfach nochmal an alle, die uns zuhören und zuschauen, nehmt die Vorsorge wahr, weil sie kann das Leben retten.
Ist nicht zu hoch gegriffen, oder? So ist das, ganz genau. Sie ist lebensrettend und wenn man zu lange wartet, dann ist, also so eine Darm-OP ist natürlich dann, wenn es zu und zu groß geworden ist, auch keine schöne Sache. Und die kleinen Polypen, wenn die entfernt werden? Das kriegt man gar nicht mit, da ist man ja im schönen Pro-Profol-Raum. Ja, das tut gar nicht weh. In diesem Sinne, schön, dass ihr wieder zugehört und zugeschaut habt. Wenn ihr eine Folge verpasst habt, ihr findet sie auf allen gängigen Plattformen. Und ich bedanke mich fürs Dabeisein. Wenn ihr die neue Podcast-Folge schon zwei Tage vor der Veröffentlichung hören möchtet, dann meldet euch jetzt für unsere neuen Newsletter an unter abendblatt.de. slash Riedel. Dann kriegt ihr die Folge vorab, das Rezept und vieles mehr. Ja, und wenn euch das nicht gereicht hat, dann abonniert doch noch den kostenlosen Newsletter der myfooddoctor.de oder schaut im Zeitschriftenhandel in die aktuelle Ausgabe der Ist Dich Gesund. Bis später. Und für den Schnitt der heutigen Sendung danken wir wieder Heike Becker.
Music.