Dann haben wir natürlich das Rauchen, klar. Dann haben wir, und das ist ein Grund, der auf der Überholspur ist, das ist das Übergewicht. Übergewicht wird eine zunehmend wichtigere Ursache für Krebserkrankungen. Während wir vor 20 Jahren bei Diabetikern noch den Herz-Kreislauf-Bereich als Haupttodesursache gesehen haben, ist es jetzt die Krebserkrankung. Und zusammen mit Alkohol und Übergewicht hat man dann schon einen ganz beträchtlichen Teil des Risikos vereint. Und es gibt so ganz typische Übergewichtskrebse. Dr. Matthias Riedl, gesünder Leben mit dem aus dem TV bekannten Ernährungs-Doc und Elisabeth Jessen.

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Wir haben viel Post bekommen. Ihr habt euch nämlich ein ganz besonderes Thema gewünscht, also viele von euch. Und zwar ein Thema, das kein leichtes ist, aber einfach ganz viele Menschen betrifft, weil ungefähr 500.000 im Jahr in Deutschland die Diagnose kriegen und zwar Krebs. Ich bin Elisabeth Jessen und begrüße euch ganz herzlich zu dieser neuen Folge und habe bei mir im Studio wieder Matthias Riedl, Ernährungs-Doc, ärztlicher Direktor des Medikum Hamburg, Geschäftsführer der MyFoodDoctor-App und außerdem noch Geschäftsführer der Zeitschrift Isst Dich Gesund. Heute ein ernstes Thema, Matthias.

Ja, Krebs, wahrscheinlich wird es jeden von uns ereilen oder fast jeden. Wir müssen einfach nur alt genug dafür werden. Für Hautkrebs sagen die Dermatologen ja, eigentlich wird jeder jetzt geborene Hautkrebs bekommen. Ganz besonders die Jahrgänge, die Boomer-Jahrgänge, die noch keine guten Sonnenschutzcremes kaufen konnten, die werden mit größter Wahrscheinlichkeit alle Hautkrebs bekommen. Also ja, Krebs ist das Thema. Kein Randthema, kein Nischenthema, leider. Und deshalb wollen wir heute einfach darüber sprechen, Wenn man dann in einer Krebsbehandlung ist, was muss man dann bei der Ernährung Besonderes beachten? Und natürlich sprechen wir auch darüber, wie kann man Krebs möglichst vermeiden? Wir haben natürlich auch wieder eure Fragen, eure Hörer und Hörerinnen-Fragen und wir haben wieder ein schönes Rezept und eine Studie. Also bleibt dran, weil es wird einfach wirklich interessant und es wird wahrscheinlich so gut wie jeden mal irgendwann treffen. Oder zumindest kennt ja jeder jemanden, der gerade betroffen ist oder schon betroffen war.

Matthias, das ist ja ein Thema, was junge und alte Menschen betrifft. Du hast gerade gesagt, jeder wird irgendwann Hautkrebs kriegen. Aber es gibt ja auch viele Kinder mit Krebs. Und es gibt einfach auch viele junge Erwachsene und ganz besonders viele Ältere. Irgendwann erwischt es einfach ganz viele. Was ist denn so die Hauptursache? Warum ist das so eine Krankheit, die immer noch nicht geheilt ist und warum beschäftigt uns das so? Ja, Krebsursachen sind vielgestaltig. Einmal ist Alkohol eine der wichtigen Ursachen, weil Alkohol und die Abbauprodukte von Alkohol, die fördern Veränderungen der Erbinformation und gleichzeitig macht der Alkohol auch die Erkennung von solchen Veränderungen schwierig. Dann haben wir natürlich das Rauchen, klar.

Dann haben wir, und das ist ein Grund, der auf der Überholspur ist, das ist das Übergewicht. Übergewicht wird eine zunehmend wichtigere Ursache für Krebserkrankungen. Während wir vor 20 Jahren bei Diabetikern noch den Herz-Kreislauf-Bereich als Haupttodesursache gesehen haben, ist es jetzt die Krebserkrankung. Und zusammen mit Alkohol und Übergewicht hat man dann schon einen ganz beträchtlichen Teil des Risikos vereint. Und es gibt so ganz typische Übergewichtskrebse, da gehören also Brustkrebs dazu, der übrigens auch zu einem Drittel von übermäßigen Alkoholkonsum mit verursacht wird. Aber auch Magen-Darm-Krebs, Leberkrebs und viele andere Krebse. Für Männer ist halt Prostatakarzinom immer noch eine ganz wichtige Krebsursache.

Frauen holen beim Lungenkrebs auf und was ganz besonders beunruhigend ist, die Nie-Raucher-Krebse, die nehmen zu. Das ist ja das Erschütternde. Ich kenne selber Menschen, die nicht geraucht haben und trotzdem Lungenkrebs bekommen haben. Genau. Das ist irgendwie ungerecht. Das ist ungerecht. Kommt einem so, also ungerecht kriegt es nie gerecht. Aber man will doch zumindest gerne wissen, was man falsch gemacht hat hinterher. Und das ist dann definitiv nicht das Rauchen. Genau, es trifft dann auch den jungen, schlanken oder jüngeren, schlanken, sportlichen Nichtraucher, der eigentlich gedacht hat, man, ich mache doch alles, was hätte ich denn noch tun sollen. Aber wir gehen davon aus, dass die Luftunreinheit, die Feinstaubbelastung mit den verschiedensten Chemikalien oder auch Mikroplastik, dass wir das hier alles einatmen. Und je kleiner diese Teile sind, desto lungengängiger sind sie und desto tiefer gelangen sie. Wir wissen heute, dass nicht nur Krebs dadurch gefördert wird, sondern auch das Diabetesrisiko steigt, wenn man zu stark solchen Stolpen ausgesetzt ist oder solchen Aerosolen und so einem Feinstaub. Also Krebs, Diabetes, aber auch Übergewicht, auch eine gewisse Entzündlichkeit im Körper, Depression. Also letztlich ist diese Aufnahme von diesen Giftstoffen aus der Luft für uns ein großes Unglück.

Und deshalb sollte man auch tatsächlich die Luft reinhalten. Die muss man ganz stark in den Vordergrund stellen. In den Städten wie auch auf dem Land. Deshalb wohnst du ein bisschen außerhalb, dann bist du da jedenfalls weniger exponiert. Ja, wobei ich einen Nachbarn habe, der noch mit Koks heißt.

Da muss man dann schon auf die Windrichtung achten. Da kann es nicht lüften. Das ist ein bisschen wie im Ruhrgebiet teilweise, wenn der seine alte Koks-Heizung anschmeißt. Das sind natürlich teilweise Faktoren, die man nicht in der Hand hat. Wenn man halt an einer stark befreundeten Straße wohnt oder in Hamburg am Hafen, wo die Luft auch leider nicht so gut ist, wie man vielleicht annehmen würde. Andere Dinge habe ich in der Hand. Ich habe das Rauchen und das Trinken einigermaßen in der Hand, Und wie viel oder wie wenig es ist, wenn ich nicht suchtkrank bin.

Ich kann bei der Ernährung was machen. Und das ist wahrscheinlich auch der Part, wo ich am meisten selber beeinflussen kann, oder? Ja, unbedingt. Also wie ich schon gesagt habe, Übergewicht, also Übergewicht zu vermeiden oder so klein wie möglich zu halten. Also ganz wichtig ist auch da immer, dass man es richtig versteht, wenn ich jetzt sage, das Übergewicht muss weg und dann sagt der eine oder andere, na das werde ich ja nie schaffen, also versuche ich es gar nicht. Da zählt tatsächlich jedes Kilo weniger, das man hat. Also es geht darum, das Gewicht so weit wie möglich zu reduzieren. Das ist das eine. und aber wie so häufig ist es nicht nur die Gewichtsabnahme, sondern es ist auch die Art und Weise, was wir essen.

Und das, was wir essen, kann entweder Krebs weiter fördern oder aber es wirkt gegen Krebs. Wir haben ja jetzt alles keine Anfänger, die uns hier zuhören. Deswegen, wir haben natürlich über gesunde Ernährung uns ja schon über viele Folgen verbreitet. Aber vielleicht kannst du noch mal so schlagwortartig sagen, was auf jeden Fall nicht zur gesunden Ernährung gehört und was man unbedingt, gut, zu unbedingt, da kommen wir später noch, aber was sind sozusagen so die Treiber, wo man weiß, das ist nun gar nicht gut für den Körper? Ja, also da ist mir wichtig, dass ich das, deshalb muss ich hier mal, ich habe mir das mal notiert, das ist nämlich eine Liste über zehn Punkte und vier, fünf, sechs. Ich wollte dir nur fünf abpressen, aber wenn du zehn hast, natürlich kannst du Notizen gucken, das ist doch völlig klar. Total wichtig. Also jetzt keine Gewichtung in der Reihenfolge, aber zum Beispiel Süßstoffe, das wissen wir, haben wir schon mehrfach mal besprochen, Sucralose, wenn man es erhitzt und auch andere Süßstoffe, Zucker in Überdosierung, weil die Krebszelle braucht viel Zucker, kann sich damit sehr gut entwickeln auch.

Rotes Fleisch und noch mehr Wurst eben, wenn es dann auch noch verarbeitet ist. Was viele gar nicht so auf der Liste haben, Arsen im Reis. Reis enthält Arsen. Das liegt daran, dass die Felder überschwemmt werden. Das kommt aus Flüssen. Und die Flüsse haben halt ein Arsen-Gehalt. Und mittlerweile sind fast alle Reisfelder mehr oder weniger auch mit Arsen belastet. Und deshalb empfiehlt ja auch das Bundesamt für Risikobewertung den Reiskonsum nicht täglich. Pestizide natürlich.

Schimmel. Schimmel? Schimmelpilz, Ausscheidung, Aflatoxin zum Beispiel, die Gifte. Viel Salz wird im Zusammenhang mit Magenkrebs diskutiert. Das muss man noch mal beachten. Alkohol hatten wir schon und natürlich falsch gegrilltes. Also wenn ich jetzt Wurst auch noch falsch grille, dann habe ich wirklich ein potentes Mittel, um Krebs zu verursachen. Aber in der Gesamtheit, muss man auch noch mal sagen, wissen wir aus Studien, dass wer viel hoch- oder höchstverarbeitete Lebensmittel zu sich nimmt, ein höheres Krebsrisiko hat. Weil da einfach verschiedene Faktoren mit reinspielen. Chemie, die Zusatzstoffe und die Art und Weise der Herstellung.

Das alles kann ich also beachten, um gar nicht erst Krebs zu bekommen. Ja, da kann man das reduzieren. Natürlich kann man Reis essen, aber nicht hauptsächlich. Die Mischung macht es heutzutage. Nun erwischt es ganz viele Leute. Ich habe die Erfahrung auch schon machen müssen vor ein paar Jahren und wenn man dann plötzlich in der Krebstherapie ist, dann hat man mit Glück auch eine Ernährungsberatung. Das ist aber nicht automatisch gegeben. Es ist aber so, dass man in der Chemo und in der Bestrahlung ja ganz leicht in den Mangel kommt. Und deshalb wird ja auch meistens nicht empfohlen, abzunehmen in der Zeit oder zu fasten.

Warum braucht der Körper in dieser Therapie so ganz andere Dinge oder vielleicht auch gar nicht so andere, aber vieles braucht er sehr speziell? Kannst du mir erklären, warum so ein krebsbehandelter Körper so besondere Bedürfnisse hat und welche er vor allem hat? Bei einer Krebserkrankung besteht häufig ein erhöhter Eiweißbedarf und ein erhöhter Energiebedarf. Also man muss dann ganz besonders darauf achten... Die notwendigen Kalorien auch gegessen werden, also an Energie. Sonst kommt es nämlich zum Fettabbau und zum Muskelabbau. Das sind die beiden Hauptfaktoren. Aber warum ist denn so ein, ist diese Chemo so dermaßen anstrengend für den Körper? Ja, ist sie, kann ich sagen, ist sie. Aber ist das der Grund? Braucht man mehr Kalorien dann? Ja, verschiedentlich. Die Ursachen sind da sehr fehlgestaltig. Manchmal müssen Operationen sein, da kommt der Körper in einen Aggressionsstoffwechsel, verbraucht mehr Energie, dann kommt Traurigkeit dazu, Inappetenz, ein verändertes Geschmacksempfinden.

Teilweise berichten Patienten auch darüber, dass sie plötzlich Gerüche nicht mehr gut abkönnen oder auch das, ja, das kennst du auch. Ganz furchtbar. Und dann wird die Interpetenz noch weiter verstärkt oder man hat Lust auf etwas anderes zu essen oder einfach gar keine Lust zu essen. Und das ist das Problem. Wenn dann es auch noch zum Muskelabbau kommt, dann gefährdet man auch am Ende den gesamten Krebstherapieerfolg. Das ist total wichtig zu wissen. Und aus dieser Situation entsteht, dass etwa nach Schätzung 30 bis 70 Prozent der von Krebs Betroffenen unter einer Mangelernährung leidet. Das ist ganz, ganz erheblich. Und wir wissen auch, dass das eben in unserem Medizinbetrieb nicht ausreichend adressiert wird. Und dass von diesen 30 bis 70 Prozent auch 30 Prozent durch die Folgen dieser Mangelernährung sterben. Also nicht am Krebs, sondern an der Mangelernährung eben. Und weil eben Ernährungstherapie, du hast es vorhin angesprochen, einfach nicht zum Standard gehört. Ja, habe ich vielleicht damals einfach Glück gehabt. Meine Onkologin hat sofort mir das angeboten. Und dann gab es auch eine Ernährungsberaterin, die quasi anders, wie soll man sagen, an dieses ...

Bett kam, wo man dann diese Chemo reingeträufelt bekommen hat und hat dann erst mal alles gefragt und ganz viele Empfehlungen gegeben. Ich dachte, das sei Standard. Habe aber inzwischen gehört, dass das keineswegs Standard ist. Das ist eher die bittere Ausnahme. Da hast du richtig Glück gehabt. Das ist total wichtig. Und man muss auch bedenken, dass gerade auch die Ernährung, die richtige Ernährung, dann auch über die Verträglichkeit der Chemotherapie beispielsweise, oder auch den Erfolg der Chemotherapie mit entscheidet. Wir wissen, dass eine gute Ernährung mit ausreichend Ballaststoffen das Chemotherapieergebnis, das Therapieergebnis verbessern kann. Also ein gut ernährter Mensch hat nicht nur mehr Reserven, so etwas gut zu überstehen, bei guter Lebensqualität. Und es ist ja auch so, dass die Lebensqualität dann den Bach runtergeht. Und je fitter ich bin, je mehr Muskeln ich habe, je aktiver ich mich fühle auch, desto mehr Kraft habe ich auch psychisch, diese Krebserkrankung durchzustehen. Im anderen Fall ernährst du dich schlecht, isst auch viele hochverarbeitete Lebensmittel, verlierst Muskulatur. Dass man dann auf der Couch liegt in völliger Trägheit und traurig ist, das versteht sich dann quasi noch von selber.

Wenn jetzt aber Krebspatienten so eine Ernährungsberatung nicht haben, woher wissen die denn, wie sie es richtig machen sollen? Ja, ganz... Also wissen Sie nicht, aber deshalb reden wir auch darüber als kleine Hilfestellung. Also was soll ich auf keinen Fall und was sollte ich unbedingt... Du hast ja jetzt schon Lebensmittel genannt, die helfen, überhaupt keinen Krebs zu bekommen oder zumindest die im Verdacht stehen, Krebs zu erregen. Aber wenn es mich denn erwischt hat? Wenn es einen erwischt hat, ganz wichtig, wer übergewichtig ist, sollte jetzt nicht plötzlich eine Abnehm-Diät machen. Das nicht, weil diese Reserven, die sind jetzt nun mal da. Bei der weiteren Ernährung wird man dann darauf achten, dass das Fettgewebe nicht unnötig weiter zunimmt, aber dass der Körper alles das bekommt, was er braucht. Nämlich dann auch eine ausreichende Eiweißmenge. Aber vorweggestellt muss man einfach mal sagen, jeder Mensch mit einer Krebserkrankung sollte das Angebot einer Ernährungstherapie bekommen.

Es nicht zu tun, ist ein Kunstfehler. So muss man das klar betrachten. Aber wenn ein Kunstfehler quasi das Normale ist, dann wird es niemand als Kunstfehler erkennen. Aber es ist so, ich warte auf den ersten Prozess, wo ein Patient mal klagt, dass ihm keine Ernährungstherapie angeboten wurde. Aber justiziabel ist das eben. Kann ich es einfordern? Ja, du hast auch ein gutes Recht darauf. Und die Krankenkassen bezahlen das auch. Leider nicht eins zu eins, hat auch einen Eigenanteil noch dabei. Das ist auch eine Forderung, wo ich sagen muss, also müssen wir darüber bitte noch reden, dass jemand, der eine schwere Erkrankung hat, das nicht komplett bezahlt bekommt. Das ist ein Versäumnis. Ganz ehrlich, da reden wir auch vom BDEM, vom Verband der Deutschen Ernährungsmedizin, das ist schon seit vielen Jahren. Ganz wichtig, also eine Ernährungstherapie bekommen. Wenn man jetzt für jeden Betroffenen ist es ganz wichtig, dass man eine ausreichende Eiweißversorgung bekommt. Und die sollte auch überwiegend pflanzlicher Natur sein. Das ist total wichtig, weil, wie ich vorhin schon sagte, Inappetenz, Entzündung vielleicht von Schleimhaut, Bauchschmerzen, die Nebenwirkungen der Chemo oder der Bestrahlung, da kommt das ja auch schnell zu Schleimhautentzündungen, Schleimhautgewebe ist sehr empfindlich gegenüber Strahlen, aber auch bei einer Chemotherapie.

Dass so ein entzündeter Schleimhautbereich im Magen-Darm-Bereich dann gar keine Lust hat, irgendwas zu essen, dann ist es ganz klar, muss das, was man isst, dann wenigstens den Bedarf komplett decken. Und das betrifft Kinder noch mehr als Erwachsene. Kinder haben einen sehr, sehr hohen Energiebedarf, weil sie wachsen. Einen höheren Energiebedarf pro Kilogramm Körpergewicht als Erwachsene. Und beim Eiweiß ist das aber ähnlich. Das ist natürlich auch pro Kilogramm angegeben. Aber wir müssen auf eine ausreichende Eiweißversorgung achten. Und das muss man tatsächlich messen. Man kann sich jetzt ganz plötzlich nicht mehr auf die Instinkte oder das Gefühl verlassen oder den Appetit. Viele lassen sich ja bei der Ernährung davon auch treiben. Das ist ja auch völlig richtig. Aber wenn der Körper eine Störung hat, auch richtig zu empfinden, was ist gut, was ist schlecht, dann muss man das tatsächlich messen. Man kann sich mal die Ernährung durchscannen mit der MyFoodDoctor-App oder schreibt es sich auf, wie viel Eiweiß war jetzt dabei, macht mal ein Tagebuch und überschlägt das. Aber immer noch am besten richtig zu einer Ernährungstherapie zu gehen. Und wer misst das dann? Ein Ernährungsmediziner oder kann das auch der Hausarzt? Nein, der Hausarzt nicht. A, wird er dafür nicht bezahlt. Das ist bei uns leider so. B, hat er meistens auch nicht die Technik und das Personal dazu, das schnell zu erfassen.

Eine Ernährungstherapie beginnt immer mit einer Ernährungsanalyse, das heißt der Auswertung eines Tagebuchs. Und dann hat man das sofort im Überblick und sieht hier, da ist der Mangel, der ist der Mangel. Natürlich auch Vitamine, das ist ganz klar. Auch Vitamine werden schlechter aufgenommen, zum Teil durch die Chemotherapie und das muss man alles monitoren. Also das ist ein Körper im Alarmzustand, der zu hoher Wahrscheinlichkeit bedroht ist von Mangelernährung. Und daran hängt später die Lebensqualität, die Aktivität des Immunsystems und die Wahrscheinlichkeit, überlebe ich das oder überlebe ich das nicht ab. Und ich habe jetzt auch nochmal so punkto jetzt rauchen nochmal gerade frisch eine Studie gelesen, die mich wirklich erstaunt hat. Da hat man bei Lungenkrebs geguckt, bei Rauchern, was passiert, wenn die jetzt weiter rauchen und was passiert, wenn die sofort aufhören zu rauchen. Und dann denkt man, naja gut, jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen, jetzt hat er Lungenkrebs, das macht jetzt den Kohl nicht mehr fett. Falsch. Und das Ergebnis war tatsächlich, dass die Raucher, die dann sofort aufhören zu rauchen, zwei Jahre länger Überlebenszeit haben, im Schnitt, statistisch. Das ist gigantisch. Das hätte ich so nicht erwartet. Und deshalb auch, wir haben das jetzt nicht für alle schädigenden Substanzen, aber deshalb auch meine Empfehlung, das, was Krebs verursacht, reduzieren.

Möglichst weg, damit der Körper keinen Grund hat, nochmal einen anderen Krebs zu entwickeln und leichter klarkommt. Das gilt insbesondere auch für den Alkohol. Also Krebs und Alkohol, das sind so zwei Dinge, wo ich sagen würde, Also tatsächlich, da würde ich dann auch die 0,0-Gramm-Aufnahme empfehlen. Absolut. Also ich erinnere mich noch an diese Raucherecke vor dieser Onkologie, wo ich auch immer gedacht habe, Leute, ihr habt es immer noch nicht geschnallt. Also einfach, wenn man mitten in der Chemo ist, dann kann man einfach nicht weiter rauchen, finde ich.

Ja, ich empfinde es auch so, aber wahrscheinlich ist das eine Frage der Beratung. Denen ist ja vielleicht nicht klar, dass es jetzt auch... Es ist eben nicht egal. Es ist nie zu spät, um richtigeren Wege einzuschlagen. Genau. Ja, absolut. Okay. Du hast gesagt, Eiweiß, Vitamine ist wichtig, aber... Man soll auf jeden Fall Alkohol vermeiden, man soll nicht rauchen. Was soll man denn noch nicht? Was ist denn noch kontraproduktiv? Du hast ja vorher schon ein paar Lebensmittel genannt, so wie rotes Fleisch, Wurst. Das ist wahrscheinlich dann auch nicht gerade förderlich in so einer Chemo. Du meinst jetzt eine Positivliste. Ja, also positiv oder eine Negativliste. Ich habe hier so ein paar Sachen aufgestellt wieder. Ich weiß nicht, ob man es hier sehen kann. Ich habe natürlich wieder Nüsse dabei, ich habe Blaubeeren dabei Und ich habe Kohl dabei, weil du mir im Vorgespräch gesagt hast, Kohl ist sehr positiv, wenn man eine Krebserkrankung hat. Ja, es gibt eine ganze Reihe von Lebensmitteln, bei denen man entweder vermutet, dass sie gegen Krebs wirken oder aber sogar nachgewiesen haben, dass sie das Krebsrisiko reduzieren. Ganz klar, vorne an haben wir tatsächlich die Nüsse.

Das ist von Mandeln gut nachgewiesen worden, dass Nussesser ein geringeres Krebsrisiko haben. Das mag an verschiedenen Dingen liegen. Erstens sind Nüsse in keiner Weise irgendwie schädlich für uns. Es sind ja auch pflanzliche Eiweiße. Wir haben auch eine ausreichende Ballaststoffversorgung. Ob es jetzt die Ballaststoffversorgung ist, die das Ganze mitbewirkt? Ich glaube, es ist eine Mischung. Die Nuss ist irgendwie so eine Polypill, die so viele positive Eigenschaften für uns mitbringt, dass es wahrscheinlich in der Gesamtheit liegt. Und für...

Für Kreuzblütler, also wie jetzt der Weißkohl oder auch alle anderen Kohlarten, wissen wir, dass die daran enthaltenen Senföle, wie Sulforafam beispielsweise, eine krebshemmende Wirkung haben. Und da hilft tatsächlich auch viel, viel, also regelmäßig Kohl zu essen. Das macht Sinn, liefert übrigens auch jede Menge Vitamine und Spurenelemente. Das ist total wichtig dabei. Und das gehört eben auch mit zu der abwechslungsreichen Ernährung. Also das zu essen, was den Körper optimal versorgt und aber auch eben Antikrebswirkung hat. Und das kennen wir von Nüssen, das kennen wir von den Kohlgewächsen, das kennen wir auch von zum Beispiel hier die Blaubeeren haben wir hier auf dem Tisch, das ist auch ganz toll. Jetzt will ich nichts vergessen. Also Artischocken auch eben wegen ihres Ballaststoffgehalts, des Inulins da drin. Wer das jetzt nicht mag, keine Sorge.

Haferflocken, Knoblauch, aber auch Olivenöl wegen der sekundären Pflanzenstoffe zeigen in Studien positive Effekte in der Krebsprävention. Ja, Zitrusfrüchte, Spinat, auch da spielen sekundäre Pflanzenstoffe wahrscheinlich eine Rolle. Das ist aber nicht gesichert. Man muss dazu sagen, manches ist gesichert, manches ist vermutet. Aber die Erkenntnis, dass Gemüse unsere Basisernährung darstellt, lässt einen auf der sicheren Seite sein. Und das Gemüse macht keinen Krebs. Das können wir ganz sicher sagen. Ich mache auf jeden Fall nichts Falsches. Nein, du machst da nichts Falsches mit. Okay, das ist doch gut. Also mal vielleicht anders ausgedrückt, gerade in so einer Phase mit einer Krebserkrankung kommt es eben ganz besonders darauf an, alles richtig zu machen.

Nicht zwanghaft, das nicht, Lebensqualität geht ja auch noch drüber, aber es ist eben besonders wichtig. Und dann eben, dann nochmal der Eiweißanteil und da würde ich auch eher auf 1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht gehen, bei einem Muskelmangel, der schon eingetreten ist, ist erkennbar an dünnen Beinen oder an Schwäche oder Schwäche beim Treppensteigen, dann eventuell noch mehr. Und wichtig, dass dann verteilt über den Tag, weil die Eiweißaufnahme ist halt besser, wenn wir es verteilen auf drei Hauptmahlzeiten oder bei Untergewicht, wenn es denn schon eingetreten ist, vielleicht sogar auf fünf Mahlzeiten. Und das ist eine der wenigen Momente, wo wir in der Ernährungstherapie sagen, abweichen vom Drei-Mahlzeiten-Prinzip.

Jetzt habe ich auch ein paar Mal damals gehört und auch immer wieder gelesen, dass auch Fasten eine Möglichkeit ist, die Chemo besser zu vertragen. Und an anderer Stelle wird davor dann aber auch wieder gewarnt. Was sagst du denn dazu? Ganz richtig. Es gibt keine allgemeingültige Empfehlung dafür. Es gibt aber Hinweise, die darauf hindeuten, dass mit einem kurzfristigen Fasten um die Chemotherapie herum die Fatigue, also die Müdigkeit, die Schwäche vergeringert ist, dass die Chemotherapie besser vertragen wird. Und das ist ja besonders interessant, dass möglicherweise die Chemotherapie besser wirkt. Das muss allerdings noch weiter erforscht werden. Und es ist immer problematisch, wenn jemand sowieso untergewichtig ist, dann noch zu fasten. Das würde ich immer in die Hand eines Ernährungsmediziners oder einer Ernährungsmedizinerin legen, das zu betreuen. Und man muss sich dann auch überlegen, beispielsweise, was ist teilweise noch üblich, halt bei Chemotherapie noch eine Zuckerlösung weiterlaufen zu lassen. Das muss man sich natürlich dann überlegen. Muss für die Wirkung der Chemotherapie die Zuckerlösung dabei sein oder ist das nur einfach so eine Übung, die man so laufen lässt? Können wir auf die Zuckerlösung beispielsweise verzichten? Da muss man das sehr kritisch sehen. Viele Onkologen sind dafür offen, auch sowas mal auszuprobieren im Einzelfall.

Und die deutsche Krebsgesellschaft sieht es halt nicht ohne Risiko, weil es auch eine Mangelernährung eben nochmal unterstützen kann. Und das ist ja unser großer Feind. Das heißt, ich kriege zusätzlich zu dem Gift auch noch eine Zuckerlösung als Nährlösung? Es gibt so Chemotherapie-Üblichkeiten, wo dann halt noch eine Infusion läuft. Und das ist dann irgendwie entweder eine Kochsalzlösung oder eine Zuckerlösung. Da muss man einfach mal sagen, nee, Zuckeraufnahme, wo es geht, reduzieren. Tatsächlich ist Zucker gerade im Übermaß einfach ein Faktor, der an verschiedenen Stellen das Krebswachstum fördert. Mir fällt noch dazu ein, das Palmfett, das habe ich vorhin in der Liste noch vergessen. Palmfett wird ja als preiswertes Weltöl überall reingemixt. Jeder von uns nimmt viel Palmöl zu sich, auch wenn er kaum hochverarbeitete Lebensmittel zu sich nimmt. Und das Palmöl steht eben im Verdacht, die Metastasierung möglicherweise zu fördern. Und auch wenn es nicht so ist, es ist halt kein gesundes Öl und ich würde es weglassen. Okay.

Wenn ich jetzt nicht faste, weil der Arzt mir das nicht empfohlen hat, sondern ich esse weiter, dann gibt es ja viele Leute, die vorher Intervallfasten gemacht haben. Das ist ja die ganz milde Form des Fastens. Soll man das beibehalten? Das würde ich, wenn es gut läuft, wenn es gut betreut ist, wenn man weiß, dass man keinen Mangel hat und alles aufnimmt an Eiweiß und wenig Leermahlzeiten hat. Also mit Leermahlzeiten meine ich eine Packung Kekse. Also das ist für nichts. Oder also in der Systemgastronomie ein Burger mit einer Cola. Das ist eher schädlich und bringt wenig. Also wenn man gut versorgt ist und die Mahlzeiten wirklich gehaltvoll sind und gesund, dann kann man das mit dem Intervallfasten gut und gerne weitermachen. Es reduziert ja eben auch das entzündliche Niveau. Man muss gucken, das muss man aber dann mit der Ernährungstherapie besprechen, ob es weitergemacht werden soll. Also ein ganz großes Problem ist ja oft die Übelkeit, die man während der Chemo hat und diese extreme Geruchsempfindlichkeit. Wir sprachen vorhin ja schon drüber. Und gerade wenn einem so übel ist, kann Essen ja schon helfen, dieses Übelkeitsgefühl zu mildern. Da sagst du was ganz Wichtiges, weil wir haben jetzt bisher so gesprochen über allgemeine Grundprinzipien.

Eiweiß, giftiges Weglassen, Krebs, verhinderndes Meeressen. Aber jeder erlebt das ja auch anders, hat andere Beschwerden. Der eine hat eine Schleimhautentzündung, der andere hat Übelkeit, der andere hat Inappetenz. Ein Dritter hat vielleicht durchgeschwollene Lymphknoten Schluckbeschwerden. Und all das Ganze muss man im Rahmen der Ernährungstherapie genau besprechen. Also wer zum Beispiel unter Schluckbeschwerden leidet, da würde man dann auch eher den Einsatz von Suppen versuchen. Ja, wenn es beispielsweise bei Übelkeit, wie du schon sagtest, starke Gerüche vermeiden, vielleicht auch eher Knäckebrot zum Beispiel, wenn Übelkeit dazu führt, dass man nichts essen würde, was nicht gut ist, dann, es macht ja keinen Sinn, nichts zu essen bei einer Krebserkrankung, aber der Körper empfindet es so. Und dann vielleicht Knäckebrot einsetzen oder Pürees, Apfelmus, Quark, so etwas. Das kann man dann, man muss es ausprobieren. Man muss dann die ganze Bandbreite der Ernährung aufmachen, weil wenn der Betroffene da sitzt und sagt, das, was ich bisher esse, mag ich nicht mehr, dann fällt ihm nicht ein, dass das Spektrum ja viel größer ist. Und dann braucht es eine aktive Betreuung, die sagt, versuch doch mal das, um das zu umschiffen. Weil dieses Nicht-Essen ist im Rahmen der Krebserkrankung keine Lösung. Also nicht auf Dauer.

Ich erinnere mich, dass mich damals Freunde öfter zum Essen eingeladen haben und ich immer so wahnsinnig froh war, wenn mir das geschmeckt hat und ich das essen konnte. Und leider ist halt so eine Chemo auch nicht in einer Woche erledigt. Das heißt, man muss über die Wochen ja immer irgendwie überlegen, wie man über die Runden kommt. Und da ging es nicht darum, dass man jetzt schlemmen will, sondern dass man natürlich irgendwas essen muss, was diese Übelkeit irgendwie in den Griff kriegt. Was die Übelkeit in den Griff kriegt und im besten Fall auch nochmal was zur Ernährung beiträgt und nicht einfach nur den Magen füllt. Also was zum Beispiel auch gut kommt, sind mit Tees zu arbeiten, zum Beispiel Pfefferminztee regt die Verdauung an, das weiß man, Kamillentee, also auch bei Beschwerden im Mundbereich, bei Entzündungen vielleicht Kamillentee zu trinken und auch mal zu gurgeln, solche Dinge. Da gibt es für alle Bereiche unterschiedliche Empfehlungen und die muss man dann aber auf diesen Menschen beziehen mit seinem speziellen Bild. Was ich eine wunderbare Idee finde und das ist völlig unabhängig von Krebs oder nicht, war immer frischen Joghurt oder das Kür, Haferflocken und Blaubeeren. Irgendwie das ging immer. Das hatte ich mir dann immer so abgepackt und mitgenommen und irgendwann im Laufe des Tages, wenn man da so liegt und liest und das träufelt und träufelt, dann habe ich das einfach gegessen und das ging irgendwie immer gut. Es riecht nicht intensiv, es ist nicht scharf gewürzt. Es schmeckt nicht besonders stark, aber es hat trotzdem einen schönen Geschmack.

Das kann eine Lösung sein und das setzen wir vielfach auch ein. Bei Durchfall muss man dann wieder andere Wege gehen. Da gehen wir dann eher so vielleicht auf gerbstoffreiche Lebensmittel oder Hafer schleimen, was nicht noch zusätzlich reizt. Ja, das Schöne ist ja, irgendwann ist es ja, meistens hat man es überstanden mit Glück. Also ich sitze jetzt auch hier und habe es überstanden und Prinz Charles, der seine Krebserkrankung öffentlich gemacht hat, hat jetzt auch eben gesagt, wie sehr ihm geholfen hat, dass die Menschen so beteiligt waren. Und er hat gesagt, das Beste in seinen Mitmenschen hat das zum Vorschein gebracht. Und ich finde auch, also mir hat mein Arzt damals gesagt, wenn die Leute nicht wissen, was mit dir los ist und sie wissen aber, dass das nicht in Ordnung ist, dann wechseln sie lieber die Straßenseite, um nicht damit konfrontiert zu werden. Also erzähle es den Leuten. Und so habe ich es gemacht. Und das ist auch mein Rat. Gut, jeder muss es für sich selber machen. Aber wenn die Leute wissen, man kann darüber reden, dann haben sie nicht diese Scheu und haben nicht so Angst, dass es so peinlich wird oder dass es so unangenehm wird. Weil es ist einfach ein Scheiß-Thema. Und es ist eine Scheiß-Krankheit. Genau, und da steht was in der Luft. Und die Frage, wie geht es denn so, kann man nicht einfach mit gut beantworten. Ja, genau, weil sonst frage ich dich, wie geht es denn? dann sagst du, gut, was anderes will ich eigentlich gar nicht hören. Und wenn die Leute aber wissen, es ist nicht das alleinbestimmende Thema, das war meine Erfahrung.

Dann redet man auch über das neue Hemd, über, weiß ich nicht, jemand hat sich ein neues Auto gekauft. Es ist ja nicht so, dass man völlig aus der Welt ist. Nun halt über Prinz Charles ist das natürlich viel einfacher. Wenn Prinz Charles es jemandem gegenüber erwähnt, wird niemand so unhöflich sein, wenn er sagt, na, wie geht's denn, Prinz Charles? Und sagt, ja, ich hab Krebs. Ach so, ja, na, dann mal alles Gute. Ja, genau. Weil das ist ja auch die Sorge, dass man sagt, ich offenbare jetzt was von mir und ich gebe jetzt was preis. Dann weiß ich gar nicht, wie die reagieren. dann reagieren die vielleicht desinteressiert oder betreten. Und das mag man ja alles nicht. Nee, das ist völlig richtig. Ja, das hat es leichter. Und trotzdem glaube ich, dass ganz viele Menschen empathisch reagieren. Vor allem, das erzählt man ja nicht, man geht nicht auf die Straße und bindet es jedem auf die Nase. Sondern irgendwann, die Freunde kriegen das mit, sind betroffen. Und es ist eben besser, ihnen diese Scheu zu nehmen, darüber zu sprechen. Weil sonst sitzt man ganz schön alleine da. Man hat plötzlich ganz viel Zeit, wenn man nicht mehr arbeiten kann, weil man in so einer scheiß Krebstherapie ist. Richtig. Die Zeit muss man sich vertreiben lassen. Ja, klar. Und vor allen Dingen reißt die ein Loch ins Leben. Also, sowohl von den Tätigkeiten als auch von der Stimmung. Wobei ich jetzt gerade gelesen habe, dass Menschen mit Krankheiten, aber auch mit Krebserkrankungen riskanter, also nicht mehr so vorsichtig sind. Das ändert ja auch die Einstellung.

Auch macht ja eine Bilanz. Man sagt, was habe ich jetzt bisher gemacht? Jetzt ist mein Leben bedroht. Sollte ich so weitermachen wie bisher? War das gut? Stimmt. Oder bin ich am Leben vorbeigegangen? Macht man übrigens nicht nur, wenn man selber erkrankt ist, sondern auch wenn andere lebensbedrohlich erkrankt sind, habe ich festgestellt. Dann stellt man selber auch immer so seine Bilanz und wenn man dann sagen kann, nee, es ist alles gut, so wie es ist, ist es herrlich und wenn nicht, muss man manchmal ein bisschen nachjustieren. Das schadet uns sowieso allen nicht, wenn wir hin und wieder ein bisschen nachjustieren. Ja, ich finde es aber in jedem Fall gut, so wie Prinz Charles auch darüber zu reden, weil gerade wenn Prominente eine Erkrankung haben, dann kann das helfen, die Vorsorge zu verbessern. Die Beteiligung der Männer an der Vorsorge, Prostatakarzinom ist schlecht, sehr schlecht und wenn plötzlich so ein Prominenter eine Erkrankung hat, dann merken wir, dass die Leute das auch plötzlich auf dem Radar haben. Wir müssen darüber reden, über Krebserkrankungen, über Vorsorge.

Damit kann man tatsächlich viel Leben retten. Absolut, ganz wichtiges Thema. Gut, dass du es ansprichst. Weil das lassen ja viele gerne ein bisschen schleifen mit der Vorsorge. Und es gibt einfach viele Krebserkrankungen, wenn sie früh erkannt sind, dann kann man halt noch richtig viel machen. So ist es. Wir wissen heute, dass zum Beispiel eine Darmkrebserkrankung, wenn sie früh erkannt ist, quasi nicht mehr tödlich sein muss. Es sei denn, du hast sie wirklich sehr spät erkannt. Die Gastroenterologen sagen, sie kriegen das hin, überführt in eine chronische Erkrankung, sodass man den Krebs entweder besiegen kann oder deutlich in die Länge ziehen kann. Und damit hat man viele Jahre oder Jahrzehnte sogar gewonnen. Also das finde ich total wichtig zu wissen, dass wir da mehr Chancen haben.

Ein Thema ist mir noch wichtig jetzt in diesem Zusammenhang. Du hast ja gerade gesagt, wenn man sich nicht richtig ernährt, wird man auch so lethargisch und liegt nur noch auf dem Sofa. Und dann kommt man in diese Fatigue, in diese Befürchtete, die es ja nicht nur bei Post-Covid gibt, sondern auch bei Krebserkrankungen ganz häufig. Wie wichtig ist denn Bewegung insgesamt in diesem Zusammenhang, dass ich eben nicht nur auf dem Sofa liege, wenn ich in der Therapie bin? Fatigue ist ja eben etwas, was entweder den Menschen so lähmt, dass er auch gar nicht den Anstoß hat, sich überhaupt zu bewegen und lähmt total. Andererseits wissen wir aber auch, dass Sport das Ausmaß der Fatigue reduzieren helfen kann und auch die Erfolgsaussichten der Therapie verbessern kann. Weil tatsächlich ist Muskelbewegung und Muskelübung wichtig für die Stimmung, Also für einen gesunden Menschen überhaupt. Also es wirkt Stimmungsauffällig, antidepressiv. Das sind lauter positive Effekte, die wir da bekommen können. Antientzündlich, ein höheres Entzündungsniveau, ist eher krebsfördernd, belastet den Körper, macht ihn schwach und eben auch die Fatigue-Minderung. Das sind wesentliche Aspekte beim, und natürlich der Zuwachs der Muskulatur.

Was uns dann fitter werden lässt. Also deshalb ist Sport total wichtig bei einer Krebserkrankung. Nicht nur. Nicht nur, ja. Aber da wird sie dann noch mal ganz besonders wichtig. Abschließend noch eine Frage zu diesem Komplex. Was ist mit Nahrungsergänzungsmitteln? Das ist ja im Zusammenhang mit Krebs immer wieder ein Thema. Ist es dann ratsam oder würdest du sagen, lieber nicht? Also ein ganz wichtiges Thema, weil danach fragen alle. Alle, das weiß ich auch von den Onkologen, die sagen, als erstes werden wir gefragt, kann ich mit der Ernährung was machen? Da sind viele Onkologen überfordert. Und dann kommt es halt zu den Nahrungsergänzungsmitteln. Das sehen viele Onkologen kritisch, weil man muss dann genau wissen, welche Nahrungsergänzungsmittel sind das. Interagieren die eventuell mit der Chemotherapie negativ? Schwächen sie die Wirkung der Chemotherapie ab? Oder machen sie sie toxischer, wie auch immer?

Deshalb Nahrungsergänzungsmittel im Rahmen einer Krebserkrankung immer absprechen, auf der einen Seite mit dem Onkologen, Auf der anderen Seite eben auch mit der ernährungsmedizinischen Praxis. Warum? Weil die meisten Nahrungsergänzungsmittel keinen Sinn machen. Und man eher gucken muss dann, was für ein Mangel besteht hier. Und muss ich überhaupt einen Mangel ausgleichen? Oder bekomme ich das mit Ernährung hin? Also die erste Frage ist ja natürlich, das haben wir ja heute auch besprochen. Mit der Ernährung kann ich die Prognose, das Outcome der Krebserkrankung, wirklich toll beeinflussen. Das ist wichtig. Ganz im Gegensatz zu den Nahrungsergänzungsmitteln. Die sind natürlich immer so easy eingenommen.

Und davon würde ich die Finger lassen. Eine Ausnahme, und da fällt mir eine Studie ein, da hat man Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren kombiniert gegeben. und das mit Sport kombiniert. Also Vitamin D, Omega-3 plus Sport. Und konnte feststellen, dass das das Krebsrisiko um 60, 61 Prozent reduziert hat. Also, was man machen sollte, gucken im Rahmen der Krebserkrankung, bin ich gut versorgt? Blutabnahme, Vitamin-D-Spiegel, Omega-3-Index messen, bin ich versorgt? Und gucken, habe ich schon vorher eine Mangelernährung? und dann kann man nämlich auch gucken, welche anderen Vitamine fehlen mir doch. Die kann man gezielt ergänzen, alles andere Finger weg. Das ist dann Geldschneiderei, das kann ich mir dann auch schenken. Unbedingt und ein rasch wachsender Markt. Ja, ja, von Influencer befeuert, ich weiß das. Immer wenn ich das aufmache, sehe ich wieder irgendwas, was...

Was man kaufen muss. Genau. Die aktuelle Studie und was der Ernährungs-Doc davon hält. Hast du uns wieder eine Studie mitgebracht? Ja, ich habe eine Studie mitgebracht, die in der JAMA, das ist halt eine amerikanische angesehene medizinische Zeitschrift, veröffentlicht wurde. Ganz frisch, die haben sie auch bei der Herzgesellschaft vorgestellt in Amerika. Und dann hat man geschaut, durch Erhebungen von Patienten, was die essen, also von Probanden, was die essen, hat geschaut.

Je mehr Butter gegessen wurde oder wie war es, wenn ich mehr Olivenöl oder andere gesunde Öle gegessen habe. Und dann hat man geschaut, ob der Ersatz von Butter das Outcome, das gesundheitliche Outcome verbessern oder verschlechtern könnte. Hat das irgendeinen Effekt, war die Idee. Also Butter oder andere pflanzliche Fette. Und da hat man festgestellt, wer Butter durch andere pflanzliche Fette wie zum Beispiel Soja, Rapsöl oder Lübenöl ersetzt, der konnte damit das Risiko zu sterben um 17% reduzieren. Rein rechnerisch.

Frühzeitig zu sterben. Ja, irgendwann sterben wir alle. Das hat die Sterblichkeit reduziert. Ich dachte, Butter ist gar nicht so böse. Nee, aber ja, das ist richtig. Butter ist gar nicht so böse. Aber die anderen Fette sind viel besser. Das ist die Aussage dabei. Man muss jetzt nicht denken, also vom Butter stirbst du. Und tatsächlich waren es ja, um welche Menge reden wir. Wir reden von 10 Gramm Butter am Tag, die die ersetzt haben durch gesunde pflanzliche Öle. Und das ist schon erheblich. Ist denn 10 Gramm viel? Ich versuche gerade mir das vorzustellen. Das ist ja nicht sehr viel, oder? Das ist nicht viel. Nein, nein. Das ist so ein kleines Päckchen Butter. Die haben, oh stopp. 250 Gramm hat eine normale Packung Butter. Das sind 10 Gramm nicht viel. Was haben die im Restaurant? Ja, das sind keine 10. Das sind maximal 5 Gramm, oder? Ja. Ja, denke ich mal. Aber wenn man Butter jetzt nicht jeden Tag isst, wenn man zum Beispiel nur am Wochenende frühstückt und dann auch vielleicht mal ein Butterbrot, dann kann man sich die Butter schon auch noch mal aufs Brot packen. Aber du weißt ja, wo man Butter überall reinmachen kann. In den Kuchen, aufs Brot. Also lieber, gibt es inzwischen viele Kuchen, die mit Öl arbeiten statt mit Butter. Ja, genau. Und darum geht es eben. Weshalb ich das erzähle, ist mir wichtig, einfach zu sagen, okay, ich hasse ja auch Butter.

Aber mit dem Bewusstsein muss man sich immer fragen, A, muss es Butter sein? b muss es so viel sein. Und dann kommt man auf den Gedanken, irgendwie was zu reduzieren. Also interessant noch dabei, das kam übrigens für Maisöl, war diese Verbesserung nicht fest dabei. Also es muss schon ein gutes Öl sein, die ich vorhin auch nannte. Interessant eben auch, Das hat man bei dieser Studie sehr, sehr genau auch befragt. Also es ist eine gut gemachte Studie, sodass man auch sagen kann, und es ist auch nachvollziehbar, ja, Butter ist jetzt nicht mega ungesund, aber die anderen sind eben gesünder. Gesünder. Okay, danke.

Und was machst du jetzt mit der Butter? Nehme ich trotzdem hin und wieder mit der Butter. Ja, genau, genau, genau. Genau. Und du musst jetzt nicht das Schnitzel in Butter braten zum Beispiel. Nee, das meistens ist so selten, weil es so ein Schweigrahm ist. Und in Butter habe ich das noch nie gebraten. Ist das ein Österreicher-Klischee, dass ich von Österreichern habe, dass sie viel Schnitzel essen? Nee, ist kein Klischee. Es ist einfach so lecker. Ich liebe Schnitzel. Und wenn ich demnächst nach Wien fahre, esse ich auch natürlich Schnitzel. Aber jetzt war ich hier gerade in meinem Restaurant, die wollten 33 Euro haben fürs Wiener Schnitzel. Da ist bei mir irgendwie, da ist Schluss. Aber es muss ja auch gut sein. Ich finde bloß, im Restaurant Warum sind die viel zu groß? Das weiß ich gar nicht, aber das ist mir einfach zu teuer. Das ist trotzdem nur ein dünnes Stück Fleisch, ein bisschen Bröse, ein bisschen Mehl und ein Ei und dann ist noch ein bisschen Salat dabei. Und ein bisschen Kartoffeln und der Salat ist viel zu klein. Ja, das ist er meistens. Ja, das stimmt. Da gehe ich zu meiner Mutter. Gut. Die macht das perfekt. Nicht mit Butter. Und kostet nicht 33 Euro. Mit Rapsöl, ne? Eigentlich immer schon sehr lange mit Rapsöl tatsächlich. Ja, ist so.

Music.

Sprechstunde beim Ernährungs-Doc, Gut, wir haben auch wieder ein paar Fragen von euch. Wer schon ein bisschen länger darauf warten muss, ist zum Beispiel Inka. Inka hat uns geschrieben, sie hat eine Frage für ihre Mutter. Die ist 54 Jahre alt, 1,76 groß, wiegt 80 Kilo, leidet schon seit einigen Jahren an Schuppenflechte und seit noch nicht allzu langer Zeit auch an Bluthochdruck. Und sie würde jetzt gerne von dir wissen, ob du vielleicht ein paar Tipps hast, was sie beim Essen beachten kann, weil diese Schuppenflechte, da gibt es ja immer so Schübe und möglicherweise sind bestimmte Lebensmittel dabei, die das besonders triggern. Und sie schreibt auch noch, dass sich die Mutter sonst relativ gesund ernährt und regelmäßig leichten Sport betreibt, nämlich Yoga, Spazieren gehen und Wandern. Gute Frage, gute Frage. Also 54 Jahre, 1,76, so große Frau, 80 Kilo, aber das ist ein bisschen zu viel Gewicht.

Und Psoriasis wird von Übergewicht gefördert, also insbesondere von Bauchfett. Das Bauchfett produziert ja entzündliche Zytokine, also Substanzen, die im Körper Entzündungen mittriggern. Und deshalb erste Devise bei Schuppenflechte, Gewicht reduzieren. Das verringert die Inflammation und kann die Schuppenflechte positiv beeinflussen. Gleichzeitig übrigens auch das Gewicht. Dann, was man jetzt so sieht, ich weiß jetzt nicht, ob sie ein Medikament gegen Bluthochdruck nimmt, aber wir wissen auch, dass Beta-Blocker, die werden ja vielfach eingesetzt bei Bluthochdruck, dass die unter Umständen selten, aber dann ist es möglich, dass sie Schuppenflechte fördern.

Warum das so ist, nicht ganz klar. Aber dann würde ich das einmal gucken, ob ein Beta-Blocker dabei eingesetzt ist. Die enden immer alle mit Ol, Metropolol oder Bisoprolol oder Carvidolol. Und dann von der Ernährung her ganz wichtig, was das triggern kann. Das ist einmal Zucker. Und das muss man ausprobieren. Ist es ein hoher Zuckerkonsum? Auch da würde ich sagen, einmal gucken, Zucker. Da würde ich tatsächlich bei Schuppenflechte immer unter 50 Gramm am Tag bleiben. Das ist sehr wichtig.

Und auch hochverarbeitete Feingemahlenes und hochverarbeitete Lebensmittel können auch Schuppenflechte mit verursachen. Fette Milchprodukte vorsichtig. Und ich würde mit glutenhaltigen Lebensmitteln auch vorsichtig sein. Es ist nicht unbedingt das Gluten, aber es sind andere Eiweiße in diesen Weizenprodukten drin, die Entzündungen fördern können. Das macht Sinn, bei Autoimmunerkrankungen damit ein bisschen vorsichtiger zu sein. Natürlich, klar, Fleisch, Wurst, Butter oder auch gegrillt ist, das sollte man tatsächlich auf den Index stellen dann bei so einer Erkrankung. Dann Omega-3-Index messen und sonst Fische, also Omega-3-Index anheben, Nüsse ganz toll und natürlich die anti-entzündliche ganze Palette des Gemüses, das ist wichtig. Und Kochsalz reduzieren, das ist gut für die Darmflora, dann auch bei Autoimmunerkrankungen, aber auch für den Bluthochdruck. Vielleicht einmal messen, ob man salzsensitiv ist. Ein Drittel der Bevölkerung ist salzsensitiv. Dann lohnt es sich ganz besonders, das Kochsalz zu reduzieren. Und mit Kaliumsalz zu salzen beim Kochen. Auch das senkt noch mal den Blutdruck. Also gesunde Ernährung. Und wenn man sich nicht sicher ist, ob man eine gesunde Ernährung hat und es auch ein bisschen darum geht, das Gewicht positiv zu beeinflussen, einfach mal die Ernährung in die MyFoodDoctor-App eingeben und dann sieht man, wo man steht.

Viele sagen, ja, ich ernähre mich ja gut und wenn ich mir die Tagebücher angucke, dann sage ich, ja, das ist nicht schlecht, aber auch nicht gut. Okay, herzlichen Dank. Wir finden immer was. Ich weiß, ja, ja, das ist es ja.

Billie hat uns geschrieben, auch sie schreibt nicht für sich selbst, sondern für ihren Sohn, der ist 36 Jahre alt, hat von Geburt an Neurodermitis, allergisches Asthma, alle möglichen Allergien, Migräne und war und ist sehr häufig krank und ist sehr schnell erschöpft. Außerdem ist er gerade in einer Asperger-Diagnostik und man vermutet, dass er wie sein Geschwister auch noch unter ADHS leidet, schreibt Billy. Und er hat jetzt seinen Master in Informatik gemacht vor eineinhalb Jahren, auch einen Job gefunden, der ihm gut gefällt, aber ist in ein Burnout gerutscht. Und sie sagt, mir zerreißt es das Herz, ihn so unglücklich zu sehen und ich würde mich sehr freuen, wenn Sie weiterhelfen könnten. Welche Untersuchungen könnten jetzt sinnvoll sein? Oder vielleicht ein Krankenhausaufenthalt oder eine Reha oder, oder, oder? Also in diesem Fall lässt sich mit Ernährung viel machen. Er hat ja Neurodermitis, allergisches Asthma, das sind zwei entzündliche Erkrankungen oder Erkrankungen, die mit Entzündung einhergehen. Migräne nochmal, muss man sagen. Dann nochmal ADHS und Asperger. Asperger, da ist der Zusammenhang mit Ernährung schwierig zu gestalten, aber mit ADHS ist es. Also vier ernährungsbedingte Erkrankungen.

Und das ist so typisch, dass wir solche Menschen unbedingt in einer Schwerpunktpraxis für Ernährungsmedizin brauchen. Da muss der Ernährungsmediziner mal gucken, was gibt es für Medikationen, wie wird sich ernährt und da muss man die Ernährung verbessern. Alle diese vier Erkrankungen reagieren positiv auf die richtige Ernährung. Jetzt kommt aber noch der Burnout dazu und das macht es noch viel schlimmer und die Notwendigkeit noch viel größer.

Weil ein gut ernährter Körper ist natürlich auch widerstandsfähiger, resilienter und das ist hier genau sein Problem. Und wenn diese ganzen Probleme negativ auf ihn einwirken, macht es ein Burnout noch viel schwieriger. Bei Blutuntersuchungen, also das ist jetzt, da würde ich dann mal danach gucken, wie ist es die allgemeine Versorgung? Da gucken wir nach Vitamin D, Eisen, Vitamin B12, Zink, auch wichtig fürs Immunsystem, Magnesium, Folsäure, Folsäure auch für die Stimmung. Wir wissen, Folsäuremangel punktet eher dann in Richtung Depression. Omega-3-Index beeinflusst gleich alle diese Erkrankungen, sowohl die Migräne, das ADHS als auch Neurodermitis und Asthma, ist sozusagen ein Schuss wirklich ins Zentrum. Schilddrüsenwerte würde man gucken, Histaminunverträglichkeit, das wäre eine Frage und danach würde man dann gucken, wie gestaltet man die Ernährung.

Aber gerade bei ADHS gibt es eine spezielle Ernährungsform, die die Symptomatik deutlich abmildert. Und ADHS ist ja für die Betroffenen dann schwierig, macht es schwierig in einem Beruf zu performen. Weil Konzentration und Fokussierung, all das Ganze kann leiden. Wir hatten das ja schon mal, ich glaube wir haben das schon mal als Thema gehabt, ADHS insgesamt. Aber Omega-3-Fettsäuren profitieren, dann versuchen hochverarbeitete Lebensmittel, Farbstoffe, Chemikalien wegzulassen und es gibt bestimmte Lebensmittel, auf die ADHS-Menschen negativ reagieren. Die muss man herauskriegen und das geht aber nur im Rahmen einer ernährungstherapeutischen Behandlung. Und dazu würde ich dringend raten, Anschriften unter bdemde, da findet man in der Nähe, in der Umkreissuche, seine Spezialpraxis. Es gibt dann noch, und dann muss man gucken, wenn das ausgeschöpft ist, das Ambulante, dann kann man gucken, gibt es Reha-Kliniken, die vielleicht müssen wir noch tiefer schürfen. Aber das würde ich erst dann machen, wenn man die kleinen Hausaufgaben gemacht hat. Danke schön. Ja, ich kann verstehen, als Mutter mag man nicht, wenn es dem Kind nicht gut geht und man will unbedingt versuchen zu helfen. Unbedingt. Ich kann das auch verstehen, dass sie nachfragt, wie kann ich da helfen. Man kann helfen. Das ist ja auch ganz wichtig und man muss helfen. Das ist doch gut.

Dann haben wir noch eine ganz kurze Frage von Frank. Er sagt, was ist von Mönchsfruchtextrakt als Süßstoff zu halten? Habe ich vorher nie gehört, aber für dich ist das bestimmt nichts Neues. Ja, also Mönchsfrucht-Extrakt ist aus dem asiatischen Bereich, ist auch Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin. Es gibt da unterschiedliche Zubereitungen, muss man gucken. Manchmal ist da noch ein Süßstoff beigemengt, das würde ich dann eher lassen. In Amerika hat das Zulassung zum Süßen, aber in Europa nicht. Kann man machen, muss man nicht unbedingt machen. Da wären mir noch Studien ganz lieb, die die Sicherheit noch besser darlegen. Aber Grundsatz gilt ja immer, ja, auch bei alternativen Süßen geht es immer darum, wir sollten uns das Leben nicht so süß machen. Das stumpft uns ja ab und dann essen wir insgesamt zu süß. Aber es ist eine Möglichkeit.

Music.

Ich lasse dich ja nie nach Hause gehen, ohne dass du uns ein Rezept gibst. Weil was soll ich sonst kochen die nächsten Tage? Ja, ich freue mich immer so, weil ich gucke bei dieser Auswahl der Rezepte auch immer danach. Ah, jetzt habe ich mich ja daran gewöhnt, wie wird Elisabeth das gefallen? Ja, und du weißt, dass du ja immer die Fotos kriegst, wenn ich selber gekocht habe. Sieht nicht ganz so stylisch aus, meistens die Fotos wie aus den Büchern, aber schmeckt immer hervorragend. Und das kann ich euch sagen, Elisabeth ist immer so begeisterungsfähig und das freut mich immer so. Deshalb achte ich jetzt auch mal ganz besonders, könnte ihr das gefallen, muss auch gut aussehen. Ich habe ja, also weil wir Krebsthema haben wir ja, Bauchfett reduzieren ist ja eine ganz wichtige, krebs vorbeugende Maßnahme und das ist aus dem Buch Meine 80 Besten Rezepte gegen Bauchspeck, Bauchfett. Und ich habe ausgesucht, ich bin jetzt ganz aufgeregt, Elisabeth, hoffentlich gefällt es, hier ist ein Quinoa-Salat mit Linsen und Brokkoli.

Es ist eben hier, da einmal, hier in die Kamera gehalten. Was sehen wir? Wir sehen hier, wir sehen Ei. Quinoa ist mit dabei. Und Linsen, ganz wichtig, was ich total toll finde, wir sollten mehrfach die Woche irgendwie Hülsenfrüchte mit ins Leben bringen. Ein bisschen Möhre und natürlich Balsamico und dann ein bisschen Mandelmus, total lecker. Der hat so einen süßlichen Mandelgeschmack. Ja, und das Ganze als Salat angerichtet, lässt sich auch super als Mealprep machen. Habe ich die Brokkoli-Röstchen vergessen, die sind auch noch dabei. Also es ist quasi, wenn man mal so sieht, was wir hier als krebswirksames.

Produkt drin haben, ist, haben wir den Brokkoli dabei, da haben wir die Mandeln mit dabei und, dann haben wir auch ein bisschen Schnittlauch dabei als Lauchgewächs, also wo wir mit großer Sicherheit annehmen, dass das gegen Krebs wirkt und eben auch nochmal Hülsefrüchte. Mega gesund. Das ist ein sehr, sehr schönes Gericht. Das Einzige, was ich da anzumerken habe, was mir nicht so gut gefällt, man macht drei verschiedene Töpfe und Pfannen. Das finde ich ein bisschen viel, aber ist dann halt so. Quinoa braucht einen eigenen Topf, die Linsen brauchen einen eigenen Topf und der Brokkoli soll in der Pfanne ein bisschen angebraten werden. Das finde ich ein bisschen viel, aber achten, da muss ich auch noch meine Eier kochen, also vier. Das kann schon Aber du kannst ja nachher in der Pfanne alles zusammentun dann. Ja. Aber ist okay, ich verstehe deinen Einwand. Ich hasse das auch mal, wenn viel angebrochen ist. Ich würde die Eier auf jeden Fall schon mal bei anderen Gelegenheiten mitkochen, glaube ich. Genau. Ansonsten ist es nicht viel Arbeit.

Das macht auch nichts. Ich finde einfach, wenn man sich sowas selber zubereitet. Ich hatte jetzt eine längere Renovierung und dann war nichts mit Kochen. Ist so herrlich jetzt wieder, wenn man wieder über alles verfügen kann. Und die Märkte sind ja voll mit frischem Gemüse und Salat. Das ist toll. Brokkoli ist auch gerade so schön erstaunlich. Ich dachte immer, das sei eher so ein Wintergemüse. Aber es gibt es gerade ganz toll zu kaufen. Ja, toll, ne? Eigentlich kriegen wir das ja auch das ganze Jahr über. Ja, stimmt. Also ihr hört, Elisabeth ist auch sehr praktisch unterwegs. Und achtet darauf, dass man nicht so viel schmutzig macht in der Küche. Was ich viel schlimmer finde, ist, wenn die Oberflächen so schmutzig werden. Wenn man so viel rumbastelt und überall ist Öl und Spritzer. Ja, das mag ich auch nicht. Es gibt auch, wenn ich Hausputz mache, an dem Tag gibt es nur was ganz, meistens was aus dem Ofen, was die Kuchel nicht schmutzig macht. Ja, genau. Das fände meine Mutter völlig absurd, weil auf sowas achtet die nicht. Also da wird jeden Tag aus dem Vollen geschöpft. Ich bin da sehr praktisch, aber ich finde, wenn man selber sauber machen muss, dann muss es eben auch alles ein bisschen im Rahmen bleiben. So geht es mir auch.

Aber schönes Rezept und auch toll, wenn man Besuch hat, vorzubereiten, weil das kann man alles ja vorher schon machen. Und dann ist die Küche zumindest schon ordentlich, wenn die Gäste kommen. Das ist auch ein Argument, finde ich, was nicht zu vernachlässigen ist. Und super gut auch zu mitnehmen, weil das auch ein tolles Mietprep-Essen ist. Und es macht super satt durch die Linsen und den Brokkoli und die Eier herrlich. Ich finde eben auch so, das vielleicht auch als Idee, Also ich bin mega Fan von Hülsenfrüchten in Salaten, weil sie bringen so eine, also erstens machen sie den Salat richtig gehaltvoll vom Eiweiß her und den Ballaststoffen und das machen wenige. Aber ich finde, das ist eine Möglichkeit, immer auch mal wieder Hülsenfrüchte ins Leben zu bringen. Ich mag das gerne auch mit schwarzen Beluga, also Beluga-Linsen sind ja schwarz, kann man auch wunderbar dann mit ein bisschen noch Radicchio und so, das ist toll. Und Karotten, finde ich, geben immer so diesen optischen Effekt, der einfach auch schön ist im Kontrast. Fein geschnitten. Die haben wir hier auch dabei, genau. Und wir haben hier übrigens viele Bitterstoffe drin, das habe ich übrigens vorhin gar nicht erwähnt. Bitterstoffe haben eine verdauungsregulierende Wirkung und gleichzeitig haben sie eine gewisse krebshemmende Potenz. Also auch noch ein Grund mehr für dieses Gericht. Wunderbar. Matthias, ich danke dir.

Das Rezept wird auch immer nachgefragt. Das wollen einfach auch ganz viele unserer Hörerinnen und Hörer nicht missen. Weil das ist halt immer eine gute Anregung. Wir kochen ja alle immer so aus der Hand das, was wir immer kochen. Aber es ist schön, immer wieder was Neues ranzukriegen. Ja, Butter bei Fische ist es noch. Jetzt haben wir viel theoretisch geredet. Aber was heißt das konkret in der Küche? Das habe ich eben auch von meinen Patienten gelernt, die gesagt haben, ja, alles schön und gut, was du mir da erzählst. Aber was soll ich jetzt kochen? Und dann habe ich gedacht, wieso? Ihr habt es doch jetzt alles erklärt, das ist doch eigentlich klar. Aber ich habe auch eben Patienten festgestellt, die haben über Kochbücher, die haben den Theorie-Teil gar nicht gelesen, die haben einfach über die Kochbücher ihren Diabetes besiegt, abgenommen. Weil die haben sich mit der Theorie gar nicht so sehr befasst. Das haben sie erst dann gemacht, als sie gemerkt haben, wie das gewirkt hat. Die haben einfach nur die Rezepte gekocht. Weil jeder hat so seinen eigenen Angang dabei. Und wer so praktisch drauf ist, sagt, ja natürlich, das ist ja nah am Leben. Also das habe ich von meinen Patienten gelernt. Ja, super.

Herzlichen Dank, Matthias. Wenn ihr noch nicht alle Folgen gesehen habt, ihr findet sie alle auf den gängigen Plattformen und natürlich auch die Hinweise alle und die Rezepte bei uns auf dem Insta-Kanal So geht gesunde Ernährung. Schönen Dank fürs Zuschauen und Zuhören. Ja, und wenn euch das noch nicht gereicht hat, dann abonniert doch den kostenlosen Newsletter bei myfooddoctor.de. Da haben wir aktuelle Recherchen, aktuelle Themen mit dabei und viele Tipps. Oder schaut mal in die IsstichGesund rein. Und da ist für jeden, muss ich mal sagen.

Und wenn euch das noch nicht genug ist, dann abonniert doch den kostenlosen Newsletter auf myfooddoctor.de oder schaut in unsere aktuellen Patientengeschichten und Reportagen in der IsstichGesund. Bis später.

Bis zum nächsten Mal. Tschüss. Und für den Schnitt der heutigen Sendung danken wir wieder Heike Becker.