Also gesundes Essen ist einfach unsere Menschenpflicht, Bewegung ist unsere Menschenpflicht. Wir gehen kaputt wie so ein Gummischuh, den du in der Ecke stehen lässt, dann wird das Gummiporös. Es muss benutzt werden und das ist mit unserem Körper das Gleiche. Die Knochen entkalken sich, die Muskulatur wird schwächer, die Gelenke werden nicht mehr richtig geführt. Und das ist wie Zähneputzen. Und übrigens Zähneputzen verhindert ja auch oder wirkt gegen Herzinfarkt. Also all diese Dinge haben alle eine Wirkung in jede Richtung. Das ist einfach fantastisch, mit welchen einfachen Dingen man sich wirklich gesund halten kann. Dr. Matthias Riedl, gesünder Leben mit dem aus dem TV bekannten Ernährungs-Doc und Elisabeth Jessen. Musik.

Music.

Habt ihr heute schon Sport gemacht oder zumindest eine Runde um den Blog gedreht? Weil wir wissen ja alle, dass wir uns bewegen sollen. Aber es gibt auch verschiedene Mythen über den Sport und darüber wollen wir heute gerne reden. Ich bin Elisabeth Jessen und begrüße wieder ganz herzlich Dr. Matthias Riedl. Ja, moin Elisabeth. Schön, dass du da bist. Matthias ist Ernährungs-Doc, ärztlicher Direktor des Medikum Hamburg. Er ist Geschäftsführer der MyFoodDoctor App und außerdem noch Chefredakteur der Zeitschrift Isst dich gesund. Also gesunde Ernährung ist sein Thema, aber eben auch Bewegung. Und jetzt Matthias, du predigst uns ja immer, dass wir uns bewegen müssen, Aber wie wichtig ist denn Sport und Bewegung für unsere Gesundheit? Total wichtig. Also wenn wir wieder bei den Auswirkungen von gesunder und entwickelter Muskulatur sind, dann muss man sagen, ja nicht nur, dass die unsere Gelenke sozusagen in Form halten. Und es gibt so ein paar Gelenke, die sind ganz besonders abhängig davon, dass die in Form gehalten werden, also an der Position. Es gibt Gelenke, die sind wie zum Beispiel das Hüftgelenk. das ist sehr fest, hat wenig Bewegungsradius, aber zum Beispiel das Schultergelenk, das ist abhängig davon, dass die umgebende Schultermuskulatur das an der Position behält.

Und dafür brauchen wir starke Muskulatur. Das ist das eine, das ist sozusagen das Mechanische. Aber ist es auch so, dass die Muskulatur Botenstoffe produziert? Myokine heißen die, wer sich das merken will. Und diese Botenstoffe gehen überall im Körper hin. Und wir wissen, dass eine trainierte Muskulatur Botenstoffe produziert, die den Nerven hilft, schneller zu heilen. Also bei Nervenerkrankungen ist das gut beispielsweise. Die Muskeln produzieren aber auch Substanzen, die Gefäße weiten. Und auch bei Gefäßen, die verschlossen sind, dafür sorgen, dass sich Umgehungskreisläufe, die angelegt sind, erweitern. Also sozusagen hilft die Muskulatur dabei, dass schlecht versorgte Bereiche im Körper wieder besser versorgt werden. Es ist sozusagen ein Unterstützer, mal ganz abgesehen davon, dass es den Blutdruck senkt, die Blutfette und den Blutzucker. Das ist total wichtig, aber Sport ist die Nummer zwei. Nach dem gesunden Essen, muss man sagen. Aber sie ist eine super Basis, um gesund zu bleiben. Ohne das wird es schwierig. Aber sie ist die Nummer zwei. Ja, ist die Nummer zwei. Also ich kann gar nicht so viel Sport machen, wenn ich nur Chunk esse. Richtig, das kriegt man nicht aufgewogen. Nein, das kriegst du nicht.

Mit einem Franzbrötchen hast du ja schon eine Stunde intensiven Sport, schweißtreibenden Sport, aufgenommen. Das kriegt man nicht mehr hin. Und das war früher mal, wir haben in den 70er, 80er Jahren noch immer gesagt, du musst mehr Sport machen. Da war das noch nicht so schlimm. Wir haben ja in den letzten 30 Jahren eine Verdoppelung der Übergewichtsfälle erlebt. Das heißt, wir sind in einem Bereich, wo man sagen muss, Leute, ihr esst so schlecht, ihr habt den Sport als Therapeutikum sozusagen komplett neutralisiert. Jetzt müsst ihr eure Ernährung ändern, dann könnt ihr auch gegen Übergewicht vorgehen. Sport ist nicht mehr ausreichend wirksam. Es sei denn, man fängt plötzlich an Marathon zu laufen, Triathlon, dann kann man natürlich auch seine Franzbrötchen noch abarbeiten. Das ist aber ja nicht die Mehrheit, die das macht, sondern die gehen ins Fitnessstudio oder gehen laufen oder Fahrrad fahren, sowas. Also das ist ja das Herkömmlichere. Es gibt aber einige Mythen und die wollen wir uns heute mal angucken, weil man kann auch beim Sport und den Begleiterscheinungen vieles verkehrt machen. Also was ganz beliebt ist, ist ja Magnesium, um Muskelkater vorzubeugen oder zu behandeln. Wie wichtig ist denn Magnesium? Ja, also die Studien sagen mal ja, mal sagen sie nein. Wahrscheinlich liegt es eher in dem Bereich, dass es nicht hilft gegen Muskelkrämpfe.

Da muss man aber jetzt auch gleich sagen, was hilft denn? Also wir sind ja in unserer Gesellschaft immer schnell so der Griff zur Tablette. Das ist immer so, hast du ein gesundheitliches Problem, hast du eine Tablette? Das ist leider so eine Übung, die super funktioniert. Und da müssen wir ein bisschen von weg. Also Studienlage ganz klar, für Magnesium nicht doll. Man kann es probieren, schadet nicht. Ein Drittel der Menschen hat sowieso einen Magnesiummangel. Man könnte aber auch mehr Nüsse essen oder Saaten. Und dann hat man noch ein paar andere Sachen mit dabei. Also Magnesium ist gut, aber jetzt muss man sich mal überlegen, wodurch entstehen denn diese Krämpfe und lieber ein bisschen Ursachen orientiert. Sehr häufig betreffen diese Krämpfe eben auch Menschen, die sportlich nicht ganz so geübt sind. Also der Klassiker ist, ich gehe schwimmen in den See.

Schwimme selten und dann kriege ich plötzlich einen Krampf.

Und dann ist es eine ungeübte Bewegung. Das heißt, man muss seine Grenzen kennen, muss wissen, bin ich einfach trainiert genug. Je untrainierter, je ungewohnter die Bewegung, desto höher die Wahrscheinlichkeit für Krämpfe. So tatsächlich geübte, trainierte Sportler haben selten Krämpfe, weil die Muskulatur das kann. Man muss sich dazu auch überlegen, was ist denn so ein Krampf? So ein Krampf ist sozusagen eine zu schnelle Abfolge von Stromstößen, die der Muskulatur sagt, zieh dich zusammen und entspann dich. Und dadurch kommt dieses Flattern von der Muskel. Sie krampft sich zusammen, sie kriegt den Befehl entspann dich und gleichzeitig wieder den Befehl zieh dich zusammen. Man kann Krämpfe einfach dadurch beseitigen, indem man den Muskel dehnt. Das tut zwar irre weh, aber dann ist es weg. Und wenn man unter Wadenkrämpfen neigt, leidet, dann kann man sich auf der Treppenstufe stellen und versuchen diesen Muskel regelmäßig zu dehnen, trainiert ihn. Das hilft auch präventiv gegen Muskelkrämpfe, das ist nachgewiesen. Man kann es natürlich mit dem Magnesium nochmal probieren, aber ich würde lieber diese Sachen machen. Es gibt ja auch Leute, die nehmen präventiv gleich mal ein Schmerzmittel, bevor sie sich ordentlich anstrengen und verausgaben beim Sport. Wie sinnvoll ist das denn? Nein, gar nicht, weil wir brauchen ja genau, um Gottes Willen, der Schmerz ist ganz wichtig. Der Schmerz sagt uns, wenn wir schonen, uns schonen sollen.

Das ist natürlich auch wieder ein Problem, dass wenn der Schmerz nicht weggeht, dann schonen wir uns und dann kommen nachher neue Schmerzen dazu durch Unbeweglichkeit, verhärtete Muskulatur, verhärtete Faszien. Dann kommen wir da gar nicht mehr raus. Das heißt, man muss dann gucken, habe ich einen Schmerz eventuell zur Physiotherapie, die einem zeigt, wo sind die Grenzen, aber im akuten Bereich bitte keine Schmerzmittel präventiv zu nehmen. Ich erinnere mich, ein zu großer Schmerzmittelkonsum, es gab ja mal diesen Fall im Profifußball, Sport ist auch dann vor Gericht gegangen.

Da hatte man dem Fußballer viel zu lange Schmerzmittel gegeben, Leistung, Leistung, Leistung und darunter waren die Nieren versagt und soweit ich mich erinnere, war das dann bleibend. Die Nieren werden durch Schmerzmittel in der Durchblutung behindert. Und wenn ich das dauerhaft mache, die sind total empfindlich. Sie tun nicht weh, aber sie gehen einfach so dann kaputt. Du hattest jetzt gerade das Dehnen erwähnt, wenn man einen Krampf hat. Wie wichtig ist Dehnen überhaupt beim Sport? Muss man das machen oder kann man das auch lassen? Doch, das ist total wichtig. Nach dem Sport in jedem Fall das Dehnen. Und es gibt da unterschiedliche Meinungen, ob man vor dem Sport oder nach dem Sport dehnen sollte, wenn es zu unerwarteten Belastungen beim Sport kommen kann, wie zum Beispiel durch Sprünge oder durch passive Veränderungen der Extremitäten. Also wenn man angerempelt wird oder man springt oder man ist in einer Kampfsituation, und dort werden die Extremitäten auseinandergerissen, dann ist es gut, wenn es alles vorgedehnt ist. Und das vermindert dann die Wahrscheinlichkeit von Muskelrissen oder Sehnenzerrungen.

Ich selber habe das auch mal gemacht da bin ich also untrainiert dachte ich kann über so einen Bach springen ich bin auch rüber gekommen, bin nicht reingefallen aber hatte nachher einen Adduktorenriss also einen heftigen leichten Einriss, und da bin ich jetzt bin ich auch älter und dann passiert sowas auch leichter früher habe ich mich nicht gedehnt, jetzt mache ich es dann doch vorher mal.

Das nervt jetzt ist ja auch immer die große Frage die sich die Leute stellen, wenn sie Sport machen wann verbrenne ich eigentlich Fett? Wann fängt es an und wie lange muss ich trainieren, bis ich Fett verbrenne? Und das wirklich einen Effekt hat auf den Körper. Bei der Fettverbrennung dürfen wir aber nicht technisch denken. Nach dem Motto, ab 30 Minuten springt dann wie der Turbomotor die Fettverbrennung an. Es ist so, von Anfang an verbraucht der Körper Energie, am Anfang eben mehr Zucker. Und später schaltet sich die Fettverbrennung dazu. Das geschieht langsam. Das ist von Individuum zu Individuum ein bisschen unterschiedlich und auch die maximale Herzfrequenz muss bei Untrainierten nur zu 50 Prozent erreicht sein, denn bei Untrainierten reicht auch schon eine geringere Herzfrequenz, um eine Fettverbrennung zu ermöglichen und einzuschalten. Ja, also klar, je trainierter jemand ist, desto später schaltet er die Fettverbrennung ein. Je untrainierter, desto weniger hoch muss der Puls kommen. Da reichen schon 50 Prozent der maximalen Pulsfrequenz und der verbrennt schon viel früher mal. Das klingt ja fast so, als sollte man sich nicht allzu sehr hoch trainieren, weil dann reicht ein bisschen weniger schon. Genau, genau. Lieber untrainiert bleiben, dann hat man schnell die Fettverbrennung. Genau, aber so ist es dann auch nicht. So ist es nicht, nein, genau. Aber es ist nie zu spät, um anzufangen. Sowieso, sowieso. Also tatsächlich ist Sport eine Pflicht wie Zähneputzen...

Übrigens Zähneputzen, da fällt mir gerade noch was Tolles zu ein. Also klar, gesundes Essen ist einfach unsere Menschenpflicht, Bewegung ist unsere Menschenpflicht. Wir gehen kaputt wie so ein Gummischuh, den du in der Ecke stehen lässt, dann wird das Gummi porös. Das muss benutzt werden. Und das ist mit unserem Körper das Gleiche. Die Knochen entkalken sich, die Muskulatur wird schwächer, die Gelenke werden nicht mehr richtig geführt. Und das ist wie Zähneputzen. Und übrigens, Zähneputzen verhindert ja auch oder wirkt gegen Herzinfarkt. Also all diese Dinge haben alle eine Wirkung in jede Richtung. Das ist einfach fantastisch, mit welchen einfachen Dingen man sich wirklich gesund halten kann. Das ist schön. Aber Zähneputzen ist jetzt auch noch die leichteste Übung von allen. Ja, genau.

Wenn man sich beim Sport verletzt hat, dann ist ja eigentlich die logische Konsequenz, dass man erstmal nichts macht oder weniger macht. Andererseits soll man sich, wenn man sich irgendwie ein bisschen blöd bewegt hat, trotzdem bewegen. Was ist denn so deine gesunde Empfehlung sozusagen? Also Grundregel ist, wenn was weh tut und da was möglicherweise kaputt gegangen ist, erstmal schonen. Bei Muskelfaserrissen überlegt man auch, profitiert das Gewebe davon zu kühlen, weil mit der Kühlung reduzieren wir die Durchblutung. Weil wenn zum Beispiel ein Muskelfaserriss stattgefunden hat, dann blutet das. Und je mehr das da reinblutet, desto größer nachher das Hämatom und desto länger nachher der Reparaturprozess und dass das Hämatom abgebaut wird und das alles wieder zusammenheilt. Das heißt also kühlen und später dann, wenn die Blutung gestillt ist quasi, wenn das Gewebe nicht mehr blutet, dann kann man nachher auch mit Wärme.

Muskulatur lockern und entspannen. Also Wärme immer, erst später. Und bei einer akuten Verletzung lohnt es sich immer, Blutungswahrscheinlichkeit zu reduzieren durch Kühlung. Und dann ist es wichtig, die Schonung... Nicht zu lange zu machen, weil wir dann, es kommt zu Sehnenverkürzungen, zu Muskelverkürzungen, es kommt zu Faszienverklebungen und dann kommen plötzlich noch neue Schmerzen dazu. Das differenzieren viele gar nicht, sondern sie sagen, mir tut der Rücken oder die Schulter weh, dann war es aber vielleicht nur eine Muskelverhärtung. Hier ist es wichtig, frühzeitig Kontakt mit einem Krankengymnasten aufzunehmen. Der kann das diagnostizieren, was vorliegt. Woher kommen die Schmerzen? Kommen die von der initialen Verletzung? Oder ist das schon eine Folge dieser Verletzung? Von der Schonhaltung. Ja, genau, das System reagiert darauf. Wenn ich eine Schulter beispielsweise drei, vier Tage ruhig halte, kommt es dann dadurch schon zu Beschwerden, weil die Schulter in ihrer Beweglichkeit sofort eingeschränkt wird. Deshalb ist man da sehr, sehr, sehr empfindlich. Und dann sagen die Physiotherapeuten sehr häufig, sagen, okay, jetzt geht es wieder langsam in die Übungsbehandlung. Auch bei der Übung darf es mal wehtun, aber hinterher nicht. Das heißt, während ich übe, kann mal ein Schmerz auftreten. Aber der darf dann nicht hinterher stärker sein als vorher und in Ruhe bestehen und vielleicht noch für ein paar Tage anhalten. Dann ist es ein Zeichen dafür, da ist was falsch gelaufen.

Und dann geht man in diese sozusagen kontrollierte Bewegungsübung, weil der Körper ist auf diese Dynamik angewiesen. Er heilt auch im Dynamischen. Und sonst kriegen wir nämlich neue Beschwerden dazu. Es ist aber bei vielen Leuten ein Reflex, wenn sie es im Rücken haben, dass sie sich ein Wärmekissen packen und dann aufs Sofa setzen und erstmal nichts tun.

Ist das dann richtig? Oder mein Orthopäde sagt ja immer, immer bewegen.

Ja, genau so. Das gab früher, als ich junger Arzt war, vor 35 Jahren, da hat man die Leute mit den Rückenbeschwerden in so ein Stufenbett gelegt. Das heißt, sie wurden hingelegt eine ganze Woche, LWS-Beschwerden hieß es und dann kriegten sie so einen Klotz unter die Beine und saßen quasi liegend im Bett und gut, kriegten Schmerzmittel und zu essen. Ja, das war damals die Vorstellung und das ist falsch. Heute gehen die Rückenzentren, wir haben beispielsweise in Hamburg ja zwei, es gibt überall Rückenzentren, die Rückenzentren gehen ganz früh in die Übungsbehandlung und sagen, gerade wenn es weh tut, unter Betreuung wird sich bewegt, damit es nicht noch zu weiteren Beschwerden kommt, weil der Körper heilt auch im Rahmen einer kontrollierten, durchdachten Bewegung. Also es gibt keine Ausreden, heißt das? Nee, genau, genau. Also gerade die Inaktivität, die führt zu einer Summe von anderen Beschwerden. Und das ist für viele dann so eine Spirale in die Inaktivität und die E-Mobilität. Und das ist gefährlich, gerade für Ältere. Kommt man nicht so leicht wieder raus? Nein, da kommt der Muskelabbau noch dazu, Sehnenverkürzungen und dann fängt irgendwie an, alles weh zu tun. Jetzt sieht man oft bei Profisportlern, aber auch bei Hobbysportlern, dass die irgendwo getaped sind. Also im Fitnessstudio haben die dann irgendwie das Knie getapet oder irgendwas an der Schulter oder so.

Wie sinnvoll ist das? Ja, das ist in der Szene akzeptiert, um Heilungsprozesse anzustoßen, Stoffwechselprozesse, Schmerzen auch zu lindern. Das muss aber der Profi anlegen. Nicht selber einfach tapen. Nicht selber tapen, das funktioniert nicht. Das muss von Profis gemacht werden. Okay. Also wir können subsumieren, ohne Bewegung geht es nicht, ohne richtige Ernährung geht es auch nicht und beim Sport kann man viel richtig machen und wenig falsch. Ja, richtig. Mir fällt gerade noch mal ein, weil wir haben häufig auch das Thema Eiweißbedarf. Da gibt es immer so die Diskussion, wann esse ich jetzt das Eiweiß? Es ist jetzt direkt nach dem Sport, da wird es dann hektisch im Fitnessraum, muss man dann gleich danach Eiweißkonzentrate trinken. Also erste Regel, wir brauchen keine Eiweißkonzentrate mit lauter Chemie. Wir können uns Eiweißshakes selber machen.

Drittens, ja, im Fenster nach dem Sport macht es Sinn, auch Eiweiß zu sich zu nehmen von einer halben bis zu zwei Stunden. Es ist aber auch wichtig, und das muss man dazu sagen, dass in den 24 Stunden danach auch ausreichend Eiweiß gegessen wird. Weil man muss sich auch davon Abstand nehmen. Der Körper fängt ja nicht nach dem Sport an zu sagen, oh, da war jetzt Sport, jetzt baue ich hier mal 10 Gramm Muskulatur auf. Das dauert und das wird nachts gemacht. Deshalb brauchen wir nämlich dazu auch einen guten Schlaf. Das ist übrigens für alles total wichtig. Einen guten Schlaf und in den 24 Stunden danach auch eine ausreichende Eiweißversorgung. Natürlich auch danach. Also eine dauerhafte, gute Eiweißversorgung, das muss man auch dazu sagen. Aber wenn ich jetzt schon morgens beim Sport war und dann mein Eiweiß erst zum Abendessen mache, dann ist das noch ausreichend? Oder lieber mittags? Ich würde schon eher, weil das ist so unterschiedlich von den Studienergebnissen, aber im Rahmen von zwei Stunden nach dem Sport würde ich schon Eiweiß auch zuführen und im Verlauf des Tages, den 24 Stunden danach, auch darauf achten, dass das jetzt kein Eiweißarmer Tag wird. Und wenn man aber Intervallfasten macht und schon früh beim Sport war, dann wird es ja schwierig mit der Eiweißaufnahme. Also du machst jetzt morgens Sport und machst Intervallfasten? Zum Beispiel, ja. Und wie früh machst du denn Sport?

Ich gehe dann gerne um sieben hin. Um sieben bis halb neun. Und wann machst du dann, endet dein Intervallfasten? Um elf? Um eins. Ja, du kannst entweder früher Abendessen. Das wirst du nicht schaffen bei deinem Beruf. Ich kann Mittagessen. Ja, genau.

Ja, ich würde dann tatsächlich Also an solchen Tagen noch was essen? Ja, würde ich machen.

Ich meine, du bist ja keine Leistungssportlerin. Nein, das wäre... Ich bin da weit. Das kommt nicht auf die endständige... Also du willst ja keine fünf Sekunden, dann kannst du auch mittags dein Eiweiß essen. Das ist völlig in Ordnung. Ja, es passt mir auch besser in meinen Tagesplan. Also die zehnte Sekunden, die du dadurch dann besser wirst... Es geht nur darum, mobil zu bleiben. Deshalb mache ich Sport. Nicht, weil ich glaube, das gehört zum Lebensglück dazu. Ganz genau. Ich mache das schon ganz gern, aber nicht super auf Leistung. Und ich glaube, die meisten betreiben Sport, um fit zu bleiben und nicht, weil sie irgendjemanden bezwingen wollen. Es ist eine Bringschuld für den Körper. Das muss man sich bewusst machen. Man muss in diesen Rhythmus rein, dass man das spürt. Ich selber versuche, Sport im Terminplan unterzubringen. Ich sitze manchmal am Wochenende da und überlege, wo kriegst du hier noch eine Stunde Sport rein? Das dauert manchmal ziemlich.

Es ist schwierig, das im vollen Terminplan. Aber es muss da drinstehen, steht bei mir im Kalender. Wenn es nicht drinsteht, besteht die Gefahr, dass es überplant wird. Und wenn ich den ganzen Tag sitze, und mein Beruf ist ja sitzend, im Auto, im Studio, bei den Patienten, in Sitzungen.

Und das ist für mich notwendig. Ich werde davon, ich merke auch richtig, wenn ich zu viel sitze, werde ich schlecht gelaunt, meine Stimmung ist schlechter. Wenn ich in so einem 12-Stunden-Sitztag habe, dann muss da irgendwo auch ein bisschen Bewegung drin sein. Man müsste statt Sitzungen Stehungen irgendwie machen. Die werden auch sehr viel schneller vorbeigelaufen. Oder Spaziergänge im Wald, mit Vogelswitschern. Die aktuelle Studie und was der Ernährungs-Doc davon hält. Du hast uns bestimmt wieder eine Studie mitgebracht. Ja, ich bin immer so am Hin und Her, ich habe so viele, ich kann mich dann immer gar nicht entscheiden. Ich habe jetzt mich für diese entschieden, weil Kurkuma ist ja so ein Gewürz, das, also Südasien Herkunft, das ist ein Ingwergewächs, sieht ja auch immer so ähnlich aus von einer Knolle. Und es heißt häufig, naja, wir haben wenig Studien über die Wirksamkeit von Kurkuma und da habe ich jetzt etwas ausgegraben, was ich total interessant finde und da hat man Kurkuma eingesetzt zur Verhinderung der altersbedingten Erblindung. Also das ist die Makuladegeneration.

Und auch bei Patienten mit einer diabetesbedingten Netzhautschädigung, also einer diabetischen Retinopathie. Und interessant dabei, hier wurde festgestellt, ein Nutzen, Risikosenkung für die Makuladegeneration, die altersbedingte Erblindung für Augenpatienten und auch eine verzögerte Entwicklung einer Netzhautschädigung bei Diabetikern. Und das erklärt man dadurch, dass Kurkuma die Zellverbindungen im Zugang zur Netzhaut dicht hält und es damit später schädliche Gefäßeinsprossungen gibt. Das ist jetzt kompliziert. Ich muss es nochmal einfacher sagen. Also bei der Diabetischen Rethylopathie kann es zu Gefäßneubildungen kommen, ich sage es einfach, und Kurkuma scheint dagegen zu wirken. und eben auch für gut zu sein für eine altersbedingte Erblindung. Ein Grund mehr... Gegen eine altersgemäß... Gegen eine altersbedingte Erblindung. Und ein Grund, das Gewürz Kurkuma häufiger mal auch einzusetzen oder ja, vielleicht, da müssen wir mal bis zu weiteren Studien abwarten.

Eine Nahrungsergänzung damit zu starten, aber nicht zu viel. Immer, ich sehe das häufig, dass die Leute irgendwelche hohen Dosierungen machen und man muss bei so einem Einsatz dann nochmal wieder Dosis-Wirkungs-Studien machen und zu sagen, so, ab welcher Dosis merke ich es und ab welcher Dosis kippt das.

Da warne ich nochmal davor, aber als Gewürz bitte immer rein und nochmal ein Argument dafür, dass tatsächlich die Natur unheimlich viele Medikamente für uns vorhält, die auch noch lecker sind. Ich glaube, man kann Kurkuma sogar jetzt frisch kaufen im Gemüseherrn. Genau, genau. Das sind so kleine Knöllchen. die sind ganz hübsch geformt. Genau, wenn man nicht viel Ahnung von Botanik hat, dann könnte man sie mit Ingwer verwechseln. Ja, sie sind kleiner und zarter. Aber es ist ein schönes, färbt schön gelb, glaube ich, das Kurkuma. Sie sehen so aus wie Mehlwürmer, riesig. Ja, das stimmt. Man kann aber auch das fertige Gewürz kaufen. Färbt irre. Für weiße Blusen ist es nichts. Nicht gut. Oder weiße Tischdecken. Da braucht man dann viel Bleiche.

Music.

Gut, dann beantworten wir wieder ein paar Fragen, die ihr uns geschickt habt. Es kommen immer sehr viele. Wir können immer nur nach und nach sie dran nehmen und ich bemühe mich immer, dass es auch Fragen sind, die für viele interessant sind. Und so hat uns zum Beispiel Marie-Luise geschrieben. Auslöser für ihre intensive Beschäftigung mit dem Thema Ernährung war eine Erkrankung ihres Vaters. Der hat im Alter von 61 Jahren eine schwere Lungenentzündung bekommen und wurde dann ja später Lungen transplantiert. Es gab Gott sei Dank ein passendes Organ für ihn. Und sie sagt, wir tun jetzt ganz viel dafür, dass er mit diesem Geschenk gut umgeht. Und er muss also sehr jetzt auf Eiweißzufuhr achten und auf seine ganze Ernährung natürlich. Und sie achtet sehr auf eine keimfreie Ernährung jetzt für ihn. Jetzt ist aber das Problem, dass du ja immer sagst, Nüsse sind Superfood und die sollte man essen. Aber ganz oft sind ja Schimmelsporen enthalten, sagt sie. Und das ist besonders für Lungentransplantierte sehr gefährlich. Und jetzt möchte sie gerne Nusskekse selber backen, aber hat Angst, dass da vielleicht irgendwie ungesunder Schimmel dabei ist. Ja, gute Frage. Tatsächlich, für Menschen mit Immunsuppressionen kommen bestimmte Lebensmittel nicht so infrage, das sind dann auch Rohmilchkäse beispielsweise.

Aber bei Nüssen muss man sagen, ja, es gab mal die Zeit, dass Pistazien stark mit Schimmel belastet sind, was ich Marie-Louises Vater auch nicht raten würde, den Müll zum Bio-Mülleimer zu bringen. Es sei denn, er hält die Luft an, bis er wieder an der Tür ist. Weil nämlich, wenn wir den Biomüll einmal aufmachen, kommt eine Flut von Schimmelpilzsporen daraus. Das ist übrigens auch eine Empfehlung für Gesunde.

Weil es passiert sehr, sehr selten, dass man sich so eine Schimmelpilzinfektion in der Lunge dabei zuzieht. Wenn man das aber hat, dann sind die Dinger erstens schwer diagnostizierbar und die müssen rausoperiert werden. Weil man erreicht die nicht. Die Gammeln, da bilden ihre Pilzgeflechte in den Lungenbläschen und da erreichen wir sie schlecht mit Antibiotikum. Deshalb, das darf er nicht machen, mit schimmeligen Sachen in Verbindung bringen. Das gilt für uns alle aber auch, das ist nicht gut. So, aber frische Nüsse und auch hochwertige. Es gibt Hersteller, die mag ich jetzt nicht nennen, die sind meist auch etwas teurer. Man merkt sofort diesen Geschmacksunterschied. Ich bin da so ein bisschen Nussfetischist. Ich kaufe meine Nüsse auch gern vom Hersteller, vom Verbraucher auf dem Markt im Süden. Und das ist eine derartige Frische. Und die haben auch verschiedene Mandelsorten dann. Da suche ich mir meine Lieblingsmandelsorte bei raus. Also frische, unbeschädigte und dann selber knacken, weil dann ist man relativ safe, oder? Genau, gemahlene Nüsse, die schnell verbrauchen, weil natürlich offen gebrochene Lebensmittel sind anfällig für bakterielles und Schimmelpilzwachstum, das ist wichtig und...

Man kann auch geröstete Nüsse nehmen, die sind sozusagen dann ja einmal so durchsterilisiert und backen. Also man kann Kekse auch ganz toll backen und da habe ich ein Rezept mitgebracht, ich finde das passt ganz gut zu diesem Zusammenhang, weil man kann auch Gebäck so machen, dass es nicht in dem Bereich von ungesund ist, sondern im Bereich von empfohlenen Lebensmitteln. Und dann sollte aber auch lieber selber knacken und dann malen, selber malen, nicht unbedingt die fertig malen. Oder, genau, nicht gemahlene, nicht vorgemalene nehmen. Und auf das Haltbarkeitsdatum achten, auch im Laden. Frische kaufen sich die mit dem längsten Haltbarkeitsdatum. Und wenn man sich die Regale anguckt, dann weiß man schon, welche Nusshersteller ich meine, die einen hohen Anspruch haben an die Qualität. Und es gibt tatsächlich Nusshersteller, da habe ich noch nicht eine schlechte Nuss bei gefunden. Es ist einfach eine ganz andere Qualität. Ist ein bisschen teurer.

Aber ich habe nachher noch ein schönes Rezept. Zum Ende. Wir wollen jetzt nicht aus unseren Gewohnheiten ausbrechen, sondern ich finde, so ein Rezept zum Abschluss macht einem immer Appetit. So zum Abschluss, dann kann man auch hinterher einkaufen gehen oder sich den Einkaufszettel schreiben, wenn es Wochenende ist. Gleich in die Tat umsetzen. Erika hat uns geschrieben, und zwar bezieht sie sich auf eine Aussage von dir. Du hast mal gesagt, dass hauptsächlich Fehlernährte, also oft auch fettleibige Menschen an Corona starben und die Ungeimpften. Und sie würde von dir gerne noch mal eine Einschätzung haben, ob du wirklich der Meinung bist, dass die Corona-Impfung okay ist. Weil sie sagt, seit Corona haben sich einige wenige Ärzte generell über Impfungen schlau gemacht und sind zu dem Schluss gekommen, dass Impfungen nicht nur für die Katz sind, sondern sogar Schaden anrichten können. Also das ist eine harte Aussage, finde ich. Und als Impfbefürworterin habe ich da so meine Schwierigkeiten mit.

Was denkst du? Ja, also ich bin immer, gerade als Ernährungsmediziner denkt man ja immer eher in, wie stärke ich den Körper. Das heißt, bei mir ist es nicht der Griff immer zuerst zu Medikamenten oder zu Injektionen. Allerdings bei den Impfungen muss man sagen, auch wenn da vielleicht Substanzen drin sind, wo ich sage, ja, hätte ich jetzt nicht so gern da drin. Die Impfung ist das kleinere Übel. Ich selber habe aus dem beruflichen Umfeld eine sehr gute, langzehntelange Mitarbeiterin verloren durch einen schweren Long-Covid-Verlauf, der quasi eine Mitarbeit später dann unmöglich gemacht hat, weil das Gedächtnis so stark gestört war, dass sie sich gar nicht mehr konzentrieren konnte. Sie ist dann berufsunfähig geworden. Das ist sehr tragisch. Ich habe auch sehr viele Long-Covid-Patienten in der Ambulanz und betreut. Wir haben auch bei den NDR Ernährungs-Docs Long-Covid-Patienten, die sich sehr schwer damit tun, auch wieder in den Beruf einzutreten.

Die Nutzenschadenanalyse der Corona-Impfung fällt eindeutig positiv aus für die Impfung. Das würde ich so sehen. Wer sich nicht impfen lassen will, der sollte dann aber auf wirklich eine super Ernährung achten, auf ausreichend Schlaf. Das beeinflusst unser Immunsystem. Ein, zwei Stunden weniger schlafen, schwächt unser Immunsystem messbar, schon am nächsten Morgen. Und eine schlechte Ernährung ist nach wenigen Tagen schon im Immunsystem auch zu messen. Das ist eine Karte, das habe ich ja schon mal gesagt, die damals in der Corona-Epidemie gar nicht gezogen wurde. nach dem Motto, jetzt ernährt euch so, dass euer Immunsystem alles hat, um euch zu verteidigen. Wir haben auf Separation, Maske und Impfung gesetzt. Das ist erst mal nicht schlecht. Nun war die Separation, das müssen wir ja noch aufarbeiten, teilweise völlig übertrieben. Die Maskenpflicht war auch tatsächlich dilettantisch umgesetzt in einigen Teilen. Manchmal war sie draußen, das war ja völlig unnötig. Gut, und die Corona-Impfung, ja.

Also, da haben wir auch einige Übertreibungen gehabt. Es wurden Menschen in die Impfung gezwungen. Natürlich führt das zur Reaktanz. Wenn Leute gezwungen werden, etwas zu machen, es gab ja sogar Prozesse. Es stehen ja jetzt zum Teil noch Altenpflegerinnen, haben Gerichtsprozesse, die jetzt gerade auslaufen oder abgesagt werden, weil sie sich nicht haben impfen lassen. Wenn die große Masse geimpft ist, ist das in Ordnung. Der Rest kann das mit Social Distancing und Hygiene einfach einhalten. Da müssen wir zu mehr Sachlichkeit. Aber mein Resümee ist, gerade aber über 60 und bei Begleiterkrankungen rate ich zu Impfungen, auch zu Auffrischungsimpfungen, auch jetzt noch, auch für RS-Virus. RS-Virus und Grippe, das sind mit Corona zusammen, sind die drei Erkrankungen, die schwere Verläufe machen noch. Und ich hatte auch RS-Virus. Meine Güte, das war schon grippeähnlich. Ich bin dagegen nicht geimpft.

Da lag ich schon im Bett mit Fieber. Und Grippe bin ich geimpft, das mache ich auch regelmäßig. Ich würde es empfehlen, weil die Komplikationen aus der Grippe sind nicht ohne. Wir wissen z.B., dass nach der Grippe die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit höher ist. Warum? Wenn ich mit 41 Fieber im Bett liege und ich habe schon ein vorgeschädigtes Herz, und eine schlechte Durchblutung, kann es sein, dass sich in diesem Setting ein Herzinfarkt erleidet. Die Daten sind da ganz klar. Wir haben dieses Jahr so viele Grippetote wie lange nicht, 2025. Wir werden auch irgendwann mal wieder, weil die Impfmoral ist mies in Deutschland, gerade im Gesundheitswesen liegt sie bei 30, 40 Prozent.

Und wir werden irgendwann, wenn wir wieder sehr viele Ungeimpfte haben und wenn wir sehr viele Menschen haben, die noch nie mit Grippe in Kontakt haben, Dann trifft das Virus auf viele Menschen, die keine Impfung bzw. keinen Kontakt mit. Und dann kommt es zu großen Epidemien. Ich erinnere daran, in den 70er-Jahren, da hatten wir 100.000 oder 200.000 Tote ungefähr. 1917, 18 waren es Millionen. Millionen, genau.

Ja, also Erika, dann ist die Meinung von Herrn Riedel jetzt auch klar. Ja, wobei es natürlich auch Impfschäden gibt. Das gibt es auch. Aber die stehen in einem ... Die wollen wir auch nicht kleinreden. Nein, die wollen wir nicht kleinreden. Und das muss man auch ernst nehmen. Und man muss die Sorgen der Menschen auch ernst nehmen. Und das muss man genau untersuchen. Und ich erlebe da gerade so eine Frontenbildung. Da gibt es die, die die Impfung ablehnen, die beschimpfen dann die, die die Impfung befürworten. Und da gibt es einfach keinen Ausgleich. Wir müssen netter mit uns umgehen und auch tolerant sein gegenüber den Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen. Das ist für einen 50-Jährigen, der gesund ist, völlig akzeptabel. Für einen 70-Jährigen mit vielen Krankheiten, die manchmal vor mir sitzen und sagen, ich möchte mich nicht impfen lassen, Dann denke ich schon, oha, du gehst auf Risiko. Akzeptiere ich, ich schimpfe ja niemanden aus. Aber ich muss sagen, ich würde es mich nicht trauen in deinem Gesundheitszustand. Und eine andere Sache noch, wir haben in Amerika auch wieder Masern-Tote. Ein Junge ist gestorben an Masern. Und die Masern-Impfmoral ist dermaßen schlecht. Auch in Deutschland. Auch in Deutschland, wir hätten Masern ausrotten können, wenn wir es gewollt hätten. Die Impfquote ist viel zu niedrig. Muss deutlich über 90 Prozent liegen. Masern ist schon potenziell auch tödlich. Und wir haben noch so eine Impfung HPV. Das ist auch etwas, was ja viel zu wenig geimpft wird, wo die Impfnorei schon mal besser war. Also das ist auch etwas, was so viele Krebsfälle verhindern könnte. So, skandalös. Ich selber habe eine Freundin verloren durch Gebärmutterhalskrebs. Da war sie gerade 40.

Und das ist einfach tragisch. Das ist unnötig. Das muss heutzutage nicht mehr sein.

Und vielleicht amüsant oder, sage ich mal, schlimm am Rande, Man hat ja diese HPV-Impfung eingeführt für Mädchen. So, bevor sie geschlechtlich aktiv werden. Und dann hat man gesagt, wir impfen die Mädchen, dann sind ja die Jungs gleich mitgeschützt. Und was ist mit den schwulen Jungs? Da hat man gar nicht dran gedacht. Außerdem ist ja längst nicht jedes Mädchen geimpft. Weshalb ja jetzt auch die Impfung für Jungs möglich ist. Und bei vielen auch bis 18 und darüber hinaus. Also bei vielen Krankenkassen. Ich würde das auch jedem raten, der schon über 18 ist, das auch, falls die Kasse es nicht zahlt, selber zu impfen. Weil es geht hier nicht nur um Genitalkrebse, sondern es geht auch um Mundkrebse und Analkrebse. Und das würde ich mir immer überlegen. Das Geld würde ich ausgeben, wenn die Kasse es nicht zahlt.

HPV ist ein potenziell krebserregendes Virus. Und das ist so ein richtig überflüssiger Tod. Und wir können Gebärmutterhalskrebs auslöschen. Ist das nicht toll? Wir haben hier einen wunderbaren Arzt, Dr. Brummer hier in Hamburg, der ein vehementer Verfechter dieser Impfung ist. Auch in diesem Sinne kann ich nur sagen, weil wir gerade beim Thema Impfung sind, lasst eure Mädchen und Jungs impfen. Das ist einfach unglaublich sinnvoll. So, jetzt haben wir Claudia aus Bayern. Sie sagt, mein Sohn ist durch einen Schädel-Hirn-Trauma-Epileptiker. Jetzt hat er seit sieben Jahren wieder einen großen Anfall. Eigentlich ernährt er sich vegan und möchte jetzt aber umsteigen auf die Keto-Diät, da er gelesen hat, dass diese das Anfallrisiko verringert. Und sie möchte gerne wissen, was du davon hältst. Ja, das kommt jetzt auf das Alter an. Ja, das hat sie leider nicht dazu geschrieben. Für Kinder ist es tatsächlich nachgewiesen, dass eine Ketoernährung die Anfallshäufigkeit senken kann. Bei Erwachsenen ist das schwierig. Wir haben aber, das muss man immer mal sagen, weil die Ketoernährung ist ja auch unter Leuten, die abnehmen wollen oder als Gesundheits-Hack Sehr viel in der Diskussion, auch Influencer reden sehr viel darüber.

Risiken sind ganz klar, es ist eine einseitige Ernährung mit der Gefahr von Mangelernährung für B-Vitamine, Magnesium, Ballaststoffe, das fehlt dann, potenzielle Belastung von Nieren und Leber, weil die ist auch sehr eiweiß und auch sehr fettreich.

Langfristig führt eine Ketoernährung, das ist jetzt beim Kind erstmal nicht ganz so wichtig, die aber langfristig führt eine Ketoernährung zu einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko. Deshalb würde ich es auch keinem Erwachsenen unbedingt ohne professionelle Beratung empfehlen. Und meine Empfehlung wäre auch sowieso, das muss in einer ernährungsmedizinischen Praxis, in der Schwerpunktpraxis Ernährungsmedizin, von meinem Bund Deutscher Ernährungsmediziner, kann man die Adressen nachgucken und dort mit einer geeigneten Ernährungsfachkraft durchgeführt werden und beraten werden. Also ein Ernährungsmediziner sollte die Indikation stellen, sollte das auch begleiten und es muss professionell umgesetzt werden. Bitte kein do-it-yourself. Das endet entweder in großer Mühe und einer Mangelernährung und möglicherweise kein Effekt. Claudia hat ja auch ihre Bedenken geäußert, weil sie immer wieder von gefährlichen Nebenwirkungen liest. Und wir wissen jetzt nicht, wie alt ihr Sohn ist, aber das war ein ganz sachdienlicher Hinweis. Genau, für Kinder, ja, kann man das erwägen, möchte ich immer mit einem ernährungsmedizinischen Schwerpunktpraxis besprechen. Dann noch eine letzte Frage und zwar von Bianca.

Die beschäftigt sich mit dem Thema Kaffee und Koffein. Weil Kaffee ja, oder das Koffein die Eisenaufnahme im Körper hemmt, wird ja empfohlen zwischen der Mahlzeit und dem Trinken des Kaffees eine längere Pause einzuhalten. Jetzt ist es so, dass sie zwar keinen Kaffee trinkt, aber Pulver unter ihre morgendlichen Haferflocken mischt. Und sie würde jetzt gerne wissen, um wie viel wird die Eisenaufnahme gehemmt und ist es eine Möglichkeit, auf entkoffinierten Kaffee umzusteigen?

Also Kaffeepulver mischt sie sich ins Essen? Ja, schreibt sie so. Okay. Man kann ja auch Kaffeebohnen kauen, also gefährlich ist das ja nicht. Ja, genau. Ungewöhnlich vielleicht. Ja, ja, ja. Also, ähm, ähm, Also man hält am besten tatsächlich sicherheitshalber diesen Abstand ein, weil die Reduktion der Eisen- und der Mineralaufnahme ist erheblich. Und das würde ich auch trotzdem machen, egal welchen Kaffee sie da nimmt. Okay, aber ist denn Kaffee ohne Koffein grundsätzlich gesünder? Ja.

Grundsätzlich nicht. Aber wenn man zum Beispiel die Schlafqualität sieht, dann würde man schon sagen, ja, Koffein stört auch bei denen, die Koffein gut vertragen, schon ein bisschen die Schlafarchitektur. Deshalb würde ich das auf den Vormittag begrenzen. Wie ist es eigentlich mit Tee und der Eisenaufnahme? Dito. Ja, auch bei Tee muss man beachten, dass da die Mineralienaufnahme gestört ist. Wer also eine gute Eisenversorgung hat, völlig in Ordnung. Das betrifft ja eher Frauen im gebärfähigen Alter, die sowieso so an der Grenze sind mit dem Eisen. Da macht es schon Sinn, darauf zu achten. Und wenn man einen Eisenmangel hat, sowieso, dann ist das Pflicht. Und wir brauchen eben Eisen nicht nur für die Blutbildung, sondern auch für die Immunabwehr. Also es schädigt unsere Immunabwehr, wenn wir einen Eisenmangel haben. Gut, dass wir jetzt schon im Frühling sind und dass alles wieder besser wird mit unserer ganzen, dass wir die Immunabwehr nicht mehr ganz so nötig haben wie im Winter. Oder? Morgens ist es schon so hell und die Vögel zwitschern. Genau, das ist toll. Übrigens noch ein Tipp. Abstand zu Kaffee und Tee, zur Nahrung. Und wer dann die Aufnahme von Eisen noch steigern will, Vitamin C-reiches Lebensmittel dazu, dann wird es umso besser aufgenommen. Gut, danke für den Hinweis.

Music.

Und jetzt möchte ich gerne das Rezept hören und wir alle möchten es hören, dass du uns versprochen hast, du wolltest irgendwelche Kekse mit uns backen. Genau, genau, genau, genau. Ja, also ich habe hier einen Vanille-Apfelkuchen, besonders lecker, aus dem Buch Diabetes-Backbuch. Und da wird man sich fragen, wieso Diabetes-Backbuch? Nein, das, was Diabetiker gesund ist, ist für andere erst recht gesund, weil nämlich Diabetiker müssen darauf achten, dass sie nicht noch mehr Zivilisationskrankheiten bekommen. Das ist sozusagen alles, was für Diabetiker gesund ist, verhindert Zivilisationskrankheiten. Und ist für alle genauso gesund. Man muss, also früher haben die Leute immer gedacht, ich muss extra kochen, wenn jemand Diabetiker, Quatsch, wenn man Diabetiker in der Familie hat. Und das ist jetzt ein Apfel-Vaniljekuchen. Ich halte es hier mal in die Kamera. Isabel, gefällt mir? Gefällt dir? Sieht schön saftig aus. Ja, ganz genau. Das ist es auch. Und das ist eben, ich sag mal so, Kuchen 2.0. Wir sagen ja immer, Kuchen nicht. Aber erstens, Kuchen selber gemacht mit den richtigen Zutaten wird zu einem wirklich tollen Lebensmittel, was man auch guten Gewissens essen kann. Also, was haben wir da drin? Kleiner Apfel, nichts Schlimmes. 170 g gemahlene Mandeln. Und da sind wir nämlich jetzt hier. Wir wollten ja Mandeln auch unterbringen. Frischkäse, Eiweißlieferant, 4 Eier, macht satt.

Dann haben wir Manille da drin. Macht uns glücklich, wirkt anti-entzündlich. Zimtpulver, das Gleiche. haben wir sogar noch eine leichte blutzuckersenkende Wirkung, ein bisschen Backpulver und die Süße kann man selber dosieren. So, das war bisher alles mega gesund. Und das enthält pro Stückchen 9 Gramm Eiweiß, ein Sattmacher vor dem Herrn, nichts Ungesundes dabei. Wir haben hier Ballaststoffe drin, wir haben gesunde Fette drin, wir haben pflanzliche Eiweiße, tierische Eiweiße. In der Kombination wird super gut aufgenommen. Also nachmachen. Ist ein Rührkuchen, alles rein in die Form. Kann jeder. Ja, kann jeder. Ist nicht schwierig. 10 Minuten Zubereitung lese ich hier, 40 Minuten Backen, perfekt. Weil einfach darfst du auch gerne mal sein. Ist Fastfood, ist gesundes Fastfood. Und kann man sich auch gern dann am nächsten Tag ins Büro mitnehmen, weil das ist auch mal eine schnelle Mahlzeit, an der ist ja nichts Ungesundes. Also man muss umdenken. Und hier auch gleich als Empfehlung für den immunsupprimierten Vater. Das wäre zum Beispiel ein Gericht, wo man keine Angst haben muss. Also Marie-Louise, einfach Mandeln knacken und dann backen.

Wunderbar. Ich danke dir wieder ganz herzlich, Matthias. Wir sind durch für heute. Wenn ihr Folgen verpasst habt, ihr findet sie auf allen gängigen Plattformen und natürlich das Rezept bei unserem Instagram-Auftritt So geht gesunde Ernährung. Vielen Dank, dass ihr wieder zugehört und zugeschaut habt. Und wenn ihr noch mehr News und tolle neue Fakten hören wollt, dann abonniert doch den kostenlosen Newsletter auf myfooddoctor.de. Mein Team und ich, wir suchen da immer wieder ganz tolle Fakten raus und Geschichten, auch Erfolgsgeschichten. Oder ihr schaut in die IsstichGesund. Da haben wir auch Geschichten und tolle Tipps drin. Folgt uns auf Social Media. Oder kommt im Juni in die Leishalle. Da ist mein letzter Großvortrag in diesem Jahr, meine letzte Show. Da geht es ums große Ganze. Also mal Ernährungsmedizin von A bis Z mit vielen tollen, interessanten Facts dabei. Vielleicht sehen wir uns da. Ja, genau. Du kommst, ne? Ich komme. Ich bin dabei. Diesmal bin ich nicht im Urlaub, ich bin dabei. Das letzte Mal warst du im Urlaub. Genau. Das trage ich dir jetzt noch nach. Ich komme ja diesmal. Tschüss. Tschüss. Und für den Schnitt der heutigen Sendung danken wir wieder Heike Becker.

Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de slash podcast.

Music.