Geschichten zum Einschlafen Eine Produktion der Julep Studios.
Gemeinsam werden wir in eine Welt eintauchen, in der die Ideen des Solar Punks bereits umgesetzt sind. Wir werden eine florierende und grüne Megacity erkunden, aber ohne Kapitalismus, Krieg oder Ausbeute, sondern einfach friedlich und einladend. Ein Ort, an dem viele Menschen zusammenleben. Teilweise auf engem Raum, an dem es jedoch trotzdem harmonisch zugeht. Aber halt, nicht so schnell. Solarpunk, was ist das überhaupt? Vielleicht hast du schon von Steampunk, Cyberpunk oder Punk im Allgemeinen gehört. Bevor wir abtauchen, möchte ich dir kurz den Unterschied erklären. Während Steampunk eine imaginäre Welt im viktorianischen Zeitalter erschaffen hat, in der Maschinen hauptsächlich mit Dampf betrieben werden, konzentriert sich Solarpunk auf erneuerbare Energien in Form von Wasser, Wind und vor allem.
In einer Solar-Punk-Welt haben die Menschen die Kriege und die Ausbeutung der Natur überwunden. Sie leben friedlich zusammen, in grünen Städten, bauen nachhaltige architektonische Meisterwerke und gehen Arbeit nach, die sie erfüllen. Für unerquickliche Jobs gibt es Roboter, die den Menschen zuarbeiten. Vielleicht gibt es Behausungen unter der Erde oder fliegende Inseln. Alles ist möglich. Das wichtigste Abgrenzungsmerkmal zum Cyberpunk ist, dass es sich bei Solarpunk nicht um eine dystopische Zukunftsvorstellung handelt, bei der die Gesellschaft von skrupellosen Machtmissbrauchenden dirigiert wird, sondern einen Weg in die Befreiung und Entfaltung der eigenen Zukunft.
Schauen wir uns das Ganze doch mal genauer an. Auch nachhaltige Ernährung spielt in der Solarpunk-Welt eine wichtige Rolle. Gegessen wird, was die Natur uns schenkt und was in den jeweiligen Gebieten gut wachsen kann. Das erste Mal tauchte das Wort Solarpunk übrigens 2008 in dem brasilianischen Blog Republic of the Bees auf. Seitdem hat sich die Idee auf ganz spannende Weise weiterentwickelt. Wenn es einen Ort gibt, an den du gerne mal reisen würdest oder ein Abenteuer, das du erleben magst, dann schau gerne mal auf www.steadyhq.com. Dort kannst du unsere Geschichten ganz ohne Werbung hören und vieles mehr erkunden.
Lehn Dich entspannt zurück und sinke in Deine gemütliche Schlafstätte. Wenn Du möchtest, kuschel Dich in Deine Decke ein, schließe Deine Augen und fühle, wie alles.
So oder so ähnlich könnte die Philosophie des Solarpunk lauten. Unzählig viele Menschen wären in der Lage, zur Idee der ökologisch nachhaltigen Bewohnung der Erde beizutragen.
Erzeugung, dass man mit dem, was man gerade zur Verfügung hat, einen nachhaltigen und schönen Ort erschaffen kann. Du willst es heute genauer wissen und den Ideen des Solar Punk nachspüren. Dafür brauchst du erstmal nur die Wiese hinunter zu gehen.
Schau mal, die Fenster sind aus alten Autotüren, man kann sie sogar runterkurbeln. Die Wände des Hauses sind aus Sandsäcken, der Boden aus Kies. Hier werden natürliche Materialien mit recyceltem Abfall kombiniert. Der Gastgeber bittet euch alle an einen gemütlichen Holztisch. Hier wird das Frühstück serviert. Kaffee und Tee werden über einer von einem Solarpanel beheizbaren Herdplatte gekocht. Mit einem Lächeln erklärt der Einladende, dass der Tee zwar aus eigens dazu angepflanzten Kräutern besteht, der Kaffee allerdings noch eingekauft werden muss. So ganz autark sei er mit seiner Farm noch nicht, aber er arbeite daran. Während du in ein frischgebackenes Brot beißt, hörst du dir an, wie die Vorstellung von grünen Städten und nachhaltigen Energiequellen dafür sorgen kann, die Angst vor einer postapokalyptischen Wüste zu mindern, wie sie uns in einigen Dystopien in Film oder Literatur betrifft.
Vielleicht ist die Utopie schon der Beginn einer neuen Wirklichkeit, in der Menschen nicht mehr dazu erzogen werden, zu konsumieren, sondern auch zu erschaffen. Diese Idee gefällt dir. Du betrachtest die kleine Gruppe Menschen, die heute auf der Farm zusammengekommen.
Ist, um gemeinsam an einem Traum zu bauen. Hier wird jede Hand gebraucht. Wenn du möchtest, knete doch mal den Lehm und klopfe ihn an der Fassade fest. Vielleicht möchtest du aber lieber mit dem noch überschaubaren Gemüsebeet helfen, etwas ernten, Unkraut zupfen oder neue Setzlinge pflanzen. Solarpunk setzt auf Permakultur, also eine Form der Landwirtschaft im Einklang mit den Kreisläufen der Natur.
Die Ernährung dient als ganzheitliches Konzept, um Krankheiten vorzubeugen und sich möglichst unabhängig von dem gängigen medizinischen System zu machen. Gepflanzt wird, was der jeweilige Boden hergibt, am besten so, dass das ganze Jahr über etwas geerntet werden kann.
Die Sonne steht noch etwas höher am Himmel. Eigentlich wäre es schön, sich kurz in die Hängematte zu legen, die dazwischen zwei Bäumen gespannt ist. Da kommt es dir entgegen, dass die Welt in einer Solarpunk-dominierten Zukunft nicht unter dem Joch von noch mehr Arbeiten steht, sondern fordert, dass jeder Einzelne sich das Leben in einer Weise einrichtet, die ihm oder ihr entspricht, spricht, sodass er oder sie im Gegenzug der Gesellschaft das Beste zurückgeben kann. Solarpunk ist eine sehr soziale Vorstellung des Zusammenseins, in der Schmarotzerei und persönliche Bereicherung keinen Platz mehr haben und stattdessen davon ausgegangen wird, dass jeder Mensch motiviert ist, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten dem Allgemeinwohl freiwillig zu dienen.
Du schließt die Augen, genießt die Sonne in deinem Gesicht, spürst ihre Wärme, die Kraft, mit der sie jeden Tag die Nacht vertreibt und das Leben zum Leuchten bringt. Während du dem Lachen der Kinder und dem Zwitschern der Vögel lauscht.
In einem Park. Zuerst denkst du vielleicht an den Central Park in New York, denn du kannst Hochhäuser erkennen. Doch dreh dich mal um und schau genauer hin. Die Hausfassaden sind bepflanzt. Alles ist grün. Über dir fliegt ein unbemanntes Lufttaxi, ein Airship ohne Fahrer, das an einzelnen Stationen wie ein Bus wartende aufliest und an weiter entfernte Ziele in der Stadt transportiert. Neben dir malt eine Gruppe junger Künstler an einem bunten Bild. Alles um dich herum wirkt friedlich, leicht.
Das Erste, was dir auffällt, ist, dass die grüne Freifläche des Parks von allen möglichen Menschen genutzt wird. Kinder spielen Ball, ältere Menschen gehen Hand in Hand spazieren, beobachten das Treiben oder lassen sich an einem der Spieltische nieder, um zusammen Karten zu spielen. Häuser sind wie Bienenwaben angelegt, die formen spiralförmig und leicht. Für weitere Transporte gibt es Luftschiffe, die mit Segeln und Wasserkraft betrieben werden.
Am Rande der Gehwege sind blau glitzernde Wasserstraßen angelegt, auf denen Kinder bunte Papierschiffe treiben lassen. Roboter sorgen dafür, dass alles sauber bleibt. Sie sind für die Abfallverwertung und die Reinigung zuständig und können auch als individuelle Alltagshelfer programmiert werden. Du findest heraus, dass die Erdbevölkerung immer noch bei knapp 8 Milliarden Menschen liegt. Trotzdem ist die Luft klar. Es gibt keine Fabriken mehr und keine kerosinbetriebenen Flugzeuge. Keine Autos und Lastwagen, die die Umwelt verschmutzen, sondern nur noch Fahrzeuge, die mit selbst erzeugtem Strom aus Wasser, Wind und Sonnenkraft betrieben werden.
Hey, schau mal, an mehreren Straßenständen wird frisch zubereitetes Essen verkauft. Gemüse aller Art wird hier auf den Tisch gebracht. Vorbei sind die Zeiten der Methan erzeugenden Kühe, des Fleischkonsums, der billigen Massenware. Probier doch mal eine Bowl. Da es kein Geld mehr gibt, sondern jeder dem Gemeinschaftswohl durch die Arbeiten dient, die er oder sie einbringen kann, reicht die Köchin dir einfach so eine Schale.
Du hast jetzt große Lust, dir diese futuristische Metropole, in der so viele Menschen gemeinsam leben, genauer anzusehen. Komm, lass uns ein bisschen durch die Straßen schlendern. Du siehst viele fröhliche Gesichter. Menschen tragen bunte Kleidung, die teils aus natürlichen Materialien, aber auch aus recyceltem Material besteht. Die Menschen scheinen sich wohl in ihrer Haut zu fühlen. Sie lachen viel und grüßen einander. Man bleibt stehen, um sich zu unterhalten. Der Alltagsstress, den du vielleicht von daheim gewohnt bist, scheint hier nicht zu existieren. Jeder darf das tragen, was er will. Abgeschafft sind die strengen Doktrinen der unterschiedlichen Glaubensrichtungen. Es hat sich herausgestellt, dass die Menschen der Zukunft eigenverantwortlich denken und ohne Spaltung friedlich miteinander leben können. Ist das nicht ein schönes Gefühl?
Du gehst an Hochhäusern vorbei, deren Fassaden von grünen Ranken umgeben sind. Über alles Platz für kleine Gärten, in denen Gemüse angebaut wird. Freie Flächen sind mit Solarpanels bestückt, die für Wärme und Strom in den Wohnungen sorgen. Die Menschen dieser futuristischen Gemeinschaft wollen nicht mehr um Statussymbole konkurrieren. Sie benutzen nur das, was sie brauchen. Ein großes Haus ist überflüssig, denn das Leben findet zum großen Teil draußen statt. Trotzdem möchtest du in eines der Gemeinschaftshäuser hineinschauen. Wir leben drei bis vier Generationen zusammen. Ein Roboter fegt gerade den Boden, während ein anderer wischt. So bleibt genug Zeit, dass die Menschen wieder in eine Gemeinschaft finden und sich miteinander beschäftigen. Die Idee des Solar Punk gefällt ihr immer besser. Als es über den Dächern der Stadt langsam dunkel wird, findest du dich im Kreise vieler anderer auf dem Gemeinschaftsplatz ein. Hier wird allabendlich Musik gemacht, Tänze und Theater aufgeführt, Literatur vorgestellt. Wer hätte gedacht, dass die Zukunft so schön sein kann? Vielleicht beginnt eine bessere Welt genau hier, in den Gedanken. Ich hoffe, die Reise in die Welt von morgen hat dir gefallen. Träume gern noch ein bisschen weiter von einer friedlichen Zukunft. Und wenn du magst.