Geschichten zum Einschlafen Eine Produktion der Julep Studios, Heute feiern wir das Neujahr der Narren, einen Abend, an dem alles ein wenig aus den Fugen geraten darf. Wir reisen in die Welt des Absurden und des Schabernacks, begegnen Gauklern und Zauberern und tauchen ein in eine Wirklichkeit, die uns näher ist, als wir vielleicht glauben. Eine Welt, ohne die unser Leben ein Stück grauer, ein Stück, Lass uns an diesem 1. April unserer Fantasie freien Lauf lassen und uns den kleinen Zauber erlauben, der den Alltag für einen Moment leichter macht.

An dieser Stelle auch herzlichen Dank an unsere Sternen- und Kometensupporter der Geschichten zum Einschlafen Sternwarte. Schaut doch auch gerne mal auf www.steadyhq.com slash gze vorbei, wenn ihr uns über das Hören hinaus unterstützen möchtet. Dort könnt ihr die Folgen ganz ohne Werbung hören, mitentscheiden, welche Reise wir als nächstes unternehmen und vieles mehr. Wir freuen uns, euch da zu begrüßen.

Aber jetzt schließ bitte deine Augen und entspann dein Gesicht.

Und irgendwie liegt ein Zauber in der Luft, den es nur zu dieser Zeit des Jahres gibt. Wenn Du genau hinschaust, siehst Du, dass etwas ganz Eigensinniges diese Tage bestimmt. Zwischen Frühjahr und Magie gibt es etwas, das uns zum Träumen einlädt. Ein Kichern, ein Lächeln, ein Schabernack begleiten schelmisch diese Stunden, die wir nur einmal pro Jahr so finden können. Du weißt noch nicht, wovon ich spreche? Keine Sorge.

Lass uns in die Nacht aufbrechen und einen kleinen Spaziergang in eine Welt machen, in der heute alles ganz anders ist, als es scheint. Zieh Dir nur etwas Bequemes an und es geht schon los.

Mit einem leisen Knarren öffnen wir die Tür und treten hinaus in die Nacht. Die Straßen liegen ruhig vor uns und nur vereinzelnd brennt noch ein Licht hinter den verschlossenen Fenstern.

Unsere Schritte hallen leise zwischen den Häusern wieder. Wir gehen ein Stückchen, ganz ohne Eile, ganz ohne Hast, und lassen uns treiben. Hör nur, aus der Ferne erreicht uns ein flüchtiges Murmeln. Erst kaum vernehmbar, dann klarer und schriller.

Stimmenwirrwarr, ungehaltenes Gelächter, ein aufgeregtes Durcheinander, das in den Frieden der Nacht kaum hingehört. Woher kommt das um diese Uhrzeit? Lass es uns herausfinden. Unser Weg führt uns in die unbekannte Weite, in die abenteuerliche Ferne, in eine Welt, die wir nicht kennen. Am Rand der Stadt beginnt ein kleines Wäldchen. Das düstere Unterholz lädt uns zu einem Spaziergang ein.

Je weiter wir uns hineinbegeben, desto lebendiger wird es um uns herum. Sehen können wir nicht viel, nur ein sanftes Flackern lotst uns an den Ästen der Bäume und Sträucher vorbei. Die gerade noch schwachen Leuchten der Nacht werden zu berstenden Flammen mitten in der einnehmenden Dunkelheit. Je imposanter sie werden, desto wilder wird es um uns herum. Mit jedem Schritt formt sich klarer die Silhouette einer anderen Zeit. Hohe Türme, massive Steinwände und ein riesiges Tor erheben sich vor unseren Augen in die.

Eine mächtige Burg mit grau verwaschener Fassade schimmert eindrucksvoll unter der schummrigen Lichtquelle, die uns sicher zum Eingang lockt. Lautes Getrommel und altertümliche Musik ertönen aus dem Inneren der Anlage und Burgherren und Damen tummeln sich lauthals darin.

Unter lautem Gelächter läuft uns der erste, bunt gekleidete Narr entgegen, auf der Jagd nach der ein oder anderen armen Seele.

Mit klingender Narrenmütze hallen seine Schritte noch bis weit in die Ferne nach. Neugierige Augen vieler Schaulustiger richten sich nun auf den Eingang. Gespannt darauf, wer sich zu ihnen begibt. Auf einem großen Platz hat sich eine Gesellschaft zusammengefunden, die mannigfaltiger kaum sein könnte. Höflinge und Bauern, Marktschreier und Gaukler haben sich hier zu einem Spektakel aus Magie, Staunen und ungehaltener Feierstimmung zusammengefunden. Jongleure und Feuerspucker zeigen den leuchtenden Augen der Zuschauer, was sie alles können. Zauberer lassen die ein oder andere Münze verschwinden und können sich an deren Verbleib scheinbar kaum erinnern. Es wird getanzt und gelacht, getrunken und gespeist, als gäbe es keinen nächsten Morgen.

Komm schon, wir wollen es Ihnen gleich tun und das unerwartete Fest in vollen Zügen genießen.

Doch sieh nur da oben. Ein riesiges Spruchband schmückt die alten Mauern und annonciert über den Köpfen der Menschen ein wunderbares neues Jahr. Doch warum nur ein neues Jahr? Ist es nicht schon längst zu spät, dieses nun schon in die Wochen geratene Jahr noch immer zu begrüßen? Drei Monate nach dem 1. Januar soll noch immer das Neujahr gefeiert werden? Doch denkt nur einmal darüber nach. Das Rätsel trägt seine Lösung bereits in sich. Heute, am Narrentag, sollen die Menschen womöglich in den April geschickt werden. Denn am 1. dieses Monats dürfen die Scherzemacher und Frechen endlich die Welt so drehen, wie sie es möchten. Nur an diesem Tag, nur zu diesen Stunden.

Doch ich will dir die Legende des 1. Aprils genauer erzählen, damit man dich in Zukunft nicht so leicht auf die Schippe nehmen kann. Ob es sich tatsächlich so zugetragen hat, steht in den Sternen. Amüsant ist es allerdings allemal.

Es trug sich zu, dass der König von Frankreich sich im 16. Jahrhundert für eine Kalenderreform entschied. Vorher wurde der Jahresbeginn auf den Beginn des Frühjahres festgesetzt. Gemeinsam mit der Natur begannen auch die Menschen einen neuen Kreislauf nach dem langen, tiefen Winter. Doch als der französische Machthaber dies änderte, sprach sich das scheinbar nur schleppend herum. Der 1. Januar galt nun als Neujahrstag. Das wussten irgendwann die meisten. Aber längst nicht alle. Man machte sich einen Spaß daraus, die Menschen in die Irre zu treiben und verschickte Einladungen am 1. April für die vermeintliche Festlichkeit. Wer sich unnötig herausputzte und sich auf das Fest begab, wurde ausgelacht. So soll die Tradition des April-Scherzes ihren Anfang genommen haben. Die veräppelten Geister haben sich nun hier eingefunden. Über sich selbst lachend begehen sie hier eine Nacht des Schabernacks und des.

Lustigen Zusammenseins. Fröhlich und ausgelassen, frei und sorglos. Doch komm nur, den speziellsten Ort auf dieser ungewöhnlichen Party will ich dir natürlich nicht vorenthalten.

Eine steinerne Treppe ebnet uns den Weg und führt uns hinunter in einen Burgverlies der anderen Art. Was es dort zu entdecken gibt, wirst du kaum glauben. Mit jedem Schritt in das dunkle Gewölbe verebben die Stimmen und das Geschrei hinter uns. Nur unsere Schritte hallen auf den kalten Stufen der Burg wieder. Es geht hinunter, immer weiter und weiter, bis das Gefühl von Raum und Zeit in Vergessenheit gerät.

Ein schmaler Gang, kaum breiter als wir selbst, schlängelt sich am Fuß der Treppe wie eine endlose Schlange entlang. Mühsam kämpfen wir uns einen Weg in eine Welt, von der wir nicht wissen, was uns dort erwarten wird.

Nach einigen Kurven und Verzweigungen endet unsere Reise abrupt vor einer roten Pforte aus massivem Holz. In fast unleserlichen Lettern steht darauf geschrieben, Museum von Schabernack und Klamauk. Trete ein, wer sich traut. Zu diesem besonderen Anlass lasse ich dir natürlich den Vortritt. Kurz mutgefasst und schon öffnet sich die Tür. Ein bunter Raum, dessen Ende und Anfang kaum zu erkennen sind, rollt sich vor unseren Füßen aus. Menschen rennen kopflos durch die Gegend, Uhren drehen sich viel zu schnell und Kalender zeigen Daten an, die es so gar nicht geben kann, Und doch, nichts davon ist echt, Hier in diesem Reich des Absurden finden wir jeden April-Scherz, den es je gegeben hat. Von den Kleinen bis zu den richtig Großen und Verrückten.

Wir wollen uns ein wenig umsehen und uns vielleicht die ein oder andere Idee mitnehmen. Was meinst du? Es beginnt mit den zaghaften, fast schüchternen Witzchen, die den gestressten Geist daran erinnern, dass mal wieder die Narrenfreiheit ins Land gezogen ist.

Zusammengebundene Schuhe, Zahnpasta mit Chili-Pulver oder Salz im Kaffee anstatt des geliebten Zuckers lassen hier schon den ein oder anderen aus der Haut fahren.

Wer würde sich nicht über Mehl im Föhn freuen, gerade wenn die Haare noch richtig nass sind und das weiße Pulver wunderbar kleben bleibt. Aber auch die kleinen Boshaftigkeiten im Büro. Der Drucker, der nur noch mit Stimmerkennung druckt und deswegen von 20 Personen gleichzeitig angeschrien wird. Ein neues und unbekanntes Passwort im Personalrechner oder versteckte Bürostühle, die den Aufenthalt bei der Arbeit unangenehm machen. Es gibt wohl alles, in allen Farben und Größen. Auch die Nachrichten lassen sich normalerweise nicht lumpen. Wer sich für besonders klug hält, wird an diesem Tag an seine Grenzen gebracht. Sieh nur da. Auf unserer linken Seite kannst du den Spaghetti-Baum der BBC von 1957 bestaunen. Von seinen breiten Ästen hängen herrlich schmackhaft aussehende Nudeln herunter.

Damals wollte der Sender in einer seriösen Nachrichtensendung den Zuschauern weismachen, wie in der Schweiz Spaghetti von Bäumen geerntet werden. Viele glaubten das tatsächlich und fragten sogar nach, wie man so einen Baum selbst züchten könne. Das einzige Modell steht allerdings nur hier in diesem Museum. Irgendwie schade, oder?

Aber es geht natürlich noch weiter. Hier siehst du beispielsweise Burger Kings Linkshänder Whopper von 1998. Wenn das mal kein gutes Marketing ist. Taco Bell wiederum kaufte 1996 scheinbar die Liberty Bell. Und für schwedisches Farbfernsehen sollte man 1962 einfach einen Nylonstrumpf über den Bildschirm ziehen, um alles in Farbe bestaunen zu dürfen. Du glaubst nicht, wie viele Menschen das tatsächlich ausprobiert haben. Aber auch die Nachrichten sind an Abenteuerlichkeit kaum zu überbieten. Die britische Zeitung erfand San Serife, einen Inselstaat im Indischen Ozean. In Berlin sollte eine Biberbrücke über die Straße des 17. Juni gebaut werden und selbst ein aktiver Vulkan im Harz wahrzuverzeichnen. zeichnen.

Denk nur an all die Wichtigtuer, die rasant das Neueste vom Neuesten verbreiten müssen und irgendwann merken, dass sie auf solch einen Kinderkram hereingefallen sind. Die Liste ist endlos und die Fantasie unbegrenzt.

Hast du Lust, den Pizzakaugummi von Dr. Oetker zu probieren oder möchtest du vielleicht doch lieber eine der Polizeikatzen der Polizei Mittelfranken kennenlernen? Irgendwo hier laufen sie gerade herum. Bei Eurowings sollte man 2023 mit einem Jogginghosenverbot auf allen Flügen rechnen und sich bei Bedarf eine ordentliche Hose ausleihen. Planetenkonstellationen senken die Schwerkraft, Tabletten helfen gegen Dummheit, ja und so weiter und so weiter. Der Pool an kreativer Vernahrtheit kennt also kaum ein Ende. Und vielleicht ist das genau der Punkt. Schau dich ruhig noch ein wenig um hier in diesem Museum. Hör in die Radiosendung hinein und lese ein bisschen über das Absurde der Welt.

Zu groß ist die Freude über die Leichtgläubigkeit der Mitmenschen. Zu verlockend ist es, sich die Welt so zu gestalten, wie man sie gerne hätte. Denn auch wenn das Absurde, das Verrückte und Gelogene schnell wieder auffällt, So finden wir doch alle Freude an etwas Fantasie, an der Magie unserer kindlichen Seele, wo wir lieber lachen, als alles so ernst zu nehmen. Und vielleicht brauchen wir genau das viel öfter, als wir zugeben. Schlender doch noch ruhig durch die Gänge und nimm dir mit, was dir gut gefällt. Irgendwo findest du dein weiches Bettchen, das dich dann in die Traumwelt begleitet. Ganz ohne Tricks und doppelten Boden. Jedenfalls hoffe ich das.

Ich für meinen Teil verabschiede mich jetzt von dir. Es bleibt mir nur noch April, April zu sagen, denn auch diese Reise entspringt natürlich nur unserer Fantasie. Bewahr sie dir. Oft ist sie das einzig wahrhaft Fantastische, das wir selbst steuern und gestalten können. Denn am Ende ist es genau diese Welt, in die wir immer wieder zurückkehren können. Ich freue mich auf unser Wiedersehen und wünsche dir bis dahin einen schönen 1. April und eine gute Nacht.

Deine Nale.