WEBVTT

00:00:00.477 --> 00:00:04.847
Mein Name ist Katja, wir sind aus Kiew und uns heute hier auch hier verabschieden,

00:00:04.847 --> 00:00:07.360
dass wir hier eine humanitärliche Unterstützung von Niemens geben.

00:00:09.417 --> 00:00:17.727
Wir haben eine große Familie, ein Mann ist ein Krieger, und wir bekommen eine

00:00:17.727 --> 00:00:19.266
Unterstützung für Kinder.

00:00:22.406 --> 00:00:27.857
Das ist Katja. Katja ist 25 Jahre alt. Katja hat drei Kinder und steht an diesem

00:00:27.857 --> 00:00:32.347
Sonntagmorgen in Kiew. auf einem Hinterhof und hat mir erzählt,

00:00:32.347 --> 00:00:36.158
dass sie hierher gekommen sei, um Unterstützung von den Deutschen zu bekommen.

00:00:36.983 --> 00:00:42.904
Und dann hat sie mir gesagt, dass ihr Mann Soldat ist. Und dann hat sie angefangen zu weinen.

00:00:45.568 --> 00:00:51.768
Im Krisenmodus, der Podcast aus Krisen- und Kriegsgebieten aller Welt mit Journalist Jan Jessen.

00:00:54.676 --> 00:00:57.470
Hallo, ich bin Jan Jessen, Kriegs- und Krisenreporter für die Funke Mediengruppe.

00:00:57.470 --> 00:01:02.100
Ihr findet meine Reportagen in der NRZ, der WAZ, der Berliner Morgenpost im

00:01:02.100 --> 00:01:06.776
Hamburger Abendblatt und natürlich auf unseren Portalen der Funke Mediengruppe.

00:01:07.559 --> 00:01:10.260
Ich war in den vergangenen Tagen wieder in der Ukraine unterwegs,

00:01:10.260 --> 00:01:14.680
viel im Süden, in Kherson, aber auch in anderen Gebieten im Süden und dann sind

00:01:14.680 --> 00:01:18.600
wir nach Kiew gefahren und die ukrainische Hauptstadt war in den Tagen,

00:01:18.600 --> 00:01:21.450
als wir da waren, in einem sehr angespannten Zustand.

00:01:21.450 --> 00:01:26.420
Auf den ersten Blick sah alles ganz normal aus. Das Leben geht in Kiew weiter.

00:01:26.919 --> 00:01:30.160
Die Geschäfte sind offen, die Restaurants sind offen und man hat irgendwie auf

00:01:30.160 --> 00:01:34.560
den ersten Blick das Gefühl, dass das Leben irgendwie ganz normal ist,

00:01:34.560 --> 00:01:36.500
dass der Krieg vergessen ist.

00:01:36.500 --> 00:01:41.330
Aber dann gibt es eben immer wieder Luftalarm und insbesondere in diesen Tagen,

00:01:41.330 --> 00:01:45.559
in denen wir da waren, war es wie gesagt sehr angespannt, weil alle damit rechneten,

00:01:46.046 --> 00:01:48.670
dass ein großer russischer Luftangriff bevorsteht,

00:01:49.204 --> 00:01:53.674
weil einige Tage zuvor die Ukrainer ihrerseits Moskau angegriffen hatten,

00:01:54.092 --> 00:01:55.561
die russische Hauptstadt.

00:01:55.728 --> 00:02:00.540
Und ich war in Kiew, weil ich eine Hilfsaktion begleiten wollte,

00:02:00.540 --> 00:02:04.030
eine Hilfsaktion von Menschen aus Deutschland, die ich sehr,

00:02:04.030 --> 00:02:05.620
sehr gut kenne. Da kommen wir gleich noch drauf.

00:02:06.316 --> 00:02:09.670
Und habe mich natürlich auch gefragt, was bedeutet Hilfe, wenn ein Krieg schon

00:02:09.670 --> 00:02:13.247
so lange dauert, dass viele Menschen längst nicht mehr hinschauen,

00:02:13.752 --> 00:02:16.812
die Hilfe in Deutschland mittlerweile so ein bisschen zurückgeht.

00:02:17.380 --> 00:02:20.178
Und ich habe darauf, wie gesagt, versucht eine Antwort zu finden,

00:02:20.498 --> 00:02:23.760
nicht irgendwo in der Front, sondern an einem Sonntagmorgen in Kiew,

00:02:24.155 --> 00:02:25.803
im Stadtteil Trojeszczyna.

00:02:26.576 --> 00:02:31.474
Trojezchina, das ist ein Stadtteil, der relativ trostlos wirkt,

00:02:31.474 --> 00:02:33.112
muss man sagen, im Nordosten von Kiew.

00:02:33.617 --> 00:02:37.324
Da sind viele, viele Plattenbauten, mehrstöckige Hochhäuser,

00:02:37.324 --> 00:02:43.462
Wohnblocks und die Sozialstruktur ist schwierig. Also viele Leute sind finanziell

00:02:43.874 --> 00:02:46.220
schlecht aufgestellt in Trojezchina.

00:02:46.504 --> 00:02:53.044
Und wir waren dann in einem Gebäude, das war so ein ehemaliges Verwaltungsgebäude

00:02:53.044 --> 00:02:54.270
für die Wohnblocks drumherum.

00:02:54.775 --> 00:02:59.974
Und hierhin sind an diesem Tag 150 Frauen mit ihren Kindern zusammen hingekommen,

00:02:59.974 --> 00:03:02.676
um Hilfe sich zu holen, um Unterstützung zu holen.

00:03:03.221 --> 00:03:07.624
Viele von diesen Menschen sind vor dem Krieg aus anderen Regionen in der Ukraine

00:03:07.624 --> 00:03:10.396
geflohen, insbesondere aus dem Osten und Nordosten des Landes.

00:03:10.901 --> 00:03:14.724
Andere lebten schon immer in Kiew, was alle verbindet dasselbe.

00:03:15.164 --> 00:03:19.168
Sie haben also alle kleine Kinder und sie brauchen dringend Unterstützung.

00:03:20.224 --> 00:03:23.539
Und auf sie warten zwei Männer aus dem Ruhrgebiet.

00:03:24.334 --> 00:03:29.558
Schon am Abend, bevor wir da hingefahren sind zu dieser Verteilstation,

00:03:30.069 --> 00:03:32.949
da gab es wieder mal Luftalarm. Es ist dann in der Nacht nichts passiert.

00:03:33.337 --> 00:03:36.894
Am nächsten Morgen auch wieder Luftalarm und das merkt man natürlich schon.

00:03:36.894 --> 00:03:42.202
Also wenn man den Leuten in die Augen guckt, man merkt, dass der Krieg Spuren hinterlassen hat.

00:03:42.649 --> 00:03:45.364
Die Gesichter sind müde, die Menschen wirken eigentlich alle erschöpft,

00:03:45.764 --> 00:03:47.914
aber auch gleichzeitig so ein bisschen gelassen, muss man sagen.

00:03:47.914 --> 00:03:52.224
Also ich kann mich erinnern, als es losging im Februar 2022 und die folgenden

00:03:52.224 --> 00:03:56.014
Monate, Da war natürlich, sobald Luftalarm war, sind alle in den Keller gegangen

00:03:56.014 --> 00:03:59.122
und mittlerweile sind die Leute da schon deutlich entspannter.

00:03:59.517 --> 00:04:03.804
Mittlerweile gibt es Apps, auf denen man kontrollieren kann,

00:04:03.804 --> 00:04:05.409
was kommt da eigentlich angeflogen.

00:04:05.769 --> 00:04:10.540
Also sind das Schahed-Drohnen, langsame Langstrecken-Drohnen oder sind das ballistische Raketen.

00:04:11.051 --> 00:04:15.184
Und von solchen Informationen machen die Leute dann auch ihre Entscheidungen

00:04:15.184 --> 00:04:19.451
abhängig. Also gehen sie in die Schutzkeller, gehen sie in die U-Bahn,

00:04:19.695 --> 00:04:23.782
gehen sie in die Korridore ihrer Wohnungen oder warten sie einfach ab, was passiert.

00:04:24.850 --> 00:04:29.000
Kommen ballistische Raketen rein, dann muss man natürlich möglichst schnell Schutz suchen.

00:04:29.285 --> 00:04:31.736
Die sind sehr schnell unterwegs und der Schaden, den sie verursachen,

00:04:31.736 --> 00:04:34.726
wenn sie denn durchkommen durch die Luftabwehr, der ist dann schon immens.

00:04:34.726 --> 00:04:39.386
Und bei den Scheiddrohnen ist das alles überschaubarer und natürlich sterben

00:04:39.386 --> 00:04:45.496
auch dadurch Menschen, aber da muss man halt nicht sofort oder da müsste man

00:04:45.496 --> 00:04:49.695
eigentlich sofort auch Schutz suchen, aber da reagieren die Menschen schon lange nicht mehr drauf.

00:04:50.569 --> 00:04:54.336
Ja und das Krasse eben an diesem Krieg in der Ukraine ist auch, dass,

00:04:55.036 --> 00:04:57.706
ja nicht nur die Erwachsenen davon betroffen sind, sondern auch die Kinder,

00:04:57.706 --> 00:05:02.146
die beispielsweise in den Kindergärten oder in den Schulen dann gelernt haben,

00:05:02.146 --> 00:05:05.726
sobald die Sirenen gehen, in den Schutzraum zu gehen und Mütter,

00:05:05.726 --> 00:05:09.071
die man sieht, die nachts kaum schlafen, weil jedes Mal, wenn Luftalarm ist,

00:05:09.650 --> 00:05:12.676
gehen sie dann eben zumindest in der Nacht in die Korridore.

00:05:12.676 --> 00:05:18.596
Man kann halt nicht durchschlafen und ja, so ist das halt jetzt mittlerweile im fünften Kriegsjahr.

00:05:19.382 --> 00:05:24.026
Wie gesagt, das Gebäude, was wir da besucht haben, war früher ein Verwaltungsgebäude

00:05:24.326 --> 00:05:26.301
für die umliegenden Wohnblocks und

00:05:26.725 --> 00:05:30.483
heute stapelten sich dann in diesem Raum, in dem wir unterwegs waren,

00:05:30.803 --> 00:05:34.313
massenweise Kartons, voll mit Windeln, Babynahrung, Kinderkleidung,

00:05:34.313 --> 00:05:37.574
Spielzeug, Hygieneartikel, Winterjacken und Schlafsäcken.

00:05:38.154 --> 00:05:41.470
Alles Dinge, die Familien mit kleinen Kindern dringend brauchen.

00:05:41.916 --> 00:05:45.603
Es war ein warmer Sommertag im Juni und auf dem Hof warteten schon die ersten

00:05:45.603 --> 00:05:50.744
Frauen und auch im Gang standen die Leute geduldig an, um ihre Hilfe abholen zu können.

00:05:51.295 --> 00:05:55.086
Die viele Leute kannten sich offensichtlich, die Kinder miteinander gespielt,

00:05:55.602 --> 00:05:58.503
und andere klammerten sich an ihre Mutter, Mütter und waren dann.

00:05:59.183 --> 00:06:02.703
Also wenn man da reinkam und gerade André, mein Fotograf, da mit der Kamera,

00:06:02.703 --> 00:06:05.903
das war dann irgendwie für das ein oder andere Kind auch so ein bisschen,

00:06:06.283 --> 00:06:09.923
ich möchte nicht sagen bedrohlich, aber zumindest verwirrend, das merkte man.

00:06:09.923 --> 00:06:14.701
Und mittendrin stand in diesem Raum, der so voll mit Cortons war,

00:06:15.287 --> 00:06:22.213
ein Mann mit langen Haaren, dichten Bart, Baseballkappe, kurzer Hose und das war Mathis Marun.

00:06:22.213 --> 00:06:26.703
Einige Leser der NRZ, die könnten ihn vielleicht kennen als Reporter.

00:06:27.063 --> 00:06:31.292
Heute ist er nicht als Journalist hier, sondern heute verteilt er Hilfsgüter.

00:06:31.680 --> 00:06:36.003
Ich persönlich kenne Matthias seit vielen Jahren. Wir haben beide für die Funke

00:06:36.003 --> 00:06:41.033
Mediengruppe gearbeitet. Er auch wie ich als Reporter und er war für Jahrzehnte,

00:06:41.033 --> 00:06:45.093
also Mattes ist im Grunde genommen so eine Reporterlegende bei der NRZ.

00:06:45.203 --> 00:06:49.173
Er hat auch Krisen- und Kriegsgebiete besucht, war im Tschad,

00:06:49.173 --> 00:06:54.679
im Sudan, in den Balkankriegen unterwegs, auch wie ich in Afghanistan und im Irak.

00:06:55.236 --> 00:07:00.483
Also er ist sehr, sehr krisen- und kriegsfest und war für mich eigentlich auch

00:07:00.483 --> 00:07:02.353
immer ein Vorbild als junger Reporter.

00:07:03.096 --> 00:07:05.482
Und jetzt ist er wieder in Krisengebieten unterwegs.

00:07:06.376 --> 00:07:11.924
Und als Russland im Februar 2022 die Ukraine überfällt, da hat für ihn sozusagen

00:07:11.924 --> 00:07:15.804
ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Er ist dann in den Ruhestand gegangen, genau in diesem Jahr.

00:07:16.344 --> 00:07:18.909
Und dann statt zu Hause zu bleiben, hat er sich entschieden,

00:07:19.489 --> 00:07:24.494
als Helfer in der Ukraine unterwegs zu sein und da eine Hilfsorganisation zu

00:07:24.494 --> 00:07:29.352
unterstützen, im konkreten Fall Hand in Hand mit der Ukraine aus Hattingen.

00:07:29.985 --> 00:07:30.834
Und ich habe ihn gefragt, ob

00:07:30.834 --> 00:07:34.861
man nach 40 Jahren Journalismus überhaupt aufhören kann, Reporter zu sein.

00:07:35.157 --> 00:07:39.104
Das legt man nach 40 Jahren, legt man den journalistischen Blick nicht so leicht ab.

00:07:39.493 --> 00:07:41.504
Ich freue mich dann aber immer, wenn ich plötzlich merke, mein Gott,

00:07:41.504 --> 00:07:43.980
du musst ja gar nichts aufschreiben, du musst ja gar keine Notizen machen.

00:07:44.642 --> 00:07:47.104
Aber das ist auch der Grund, warum ich überhaupt hier bin. Ein bemerkenswerter

00:07:47.104 --> 00:07:52.664
Satz, du musst gar nichts mehr ausschreiben. Also für 40 Jahre lang war Mattes

00:07:52.664 --> 00:07:56.280
derjenige, der Geschichten dokumentiert hat. Jetzt versucht er eben Menschen zu helfen.

00:07:56.779 --> 00:08:00.054
Und Mattes hat sich eigentlich immer dadurch ausgezeichnet, dass seine Reportagen

00:08:00.054 --> 00:08:01.854
immer sehr, sehr menschlich waren.

00:08:01.854 --> 00:08:04.684
Also er hat immer ein großes Herz für die Menschen gehabt, über die er geschrieben

00:08:04.684 --> 00:08:08.864
hat, viel, viel Empathie und ich glaube, das ist eben auch so der entscheidende

00:08:08.864 --> 00:08:12.164
Punkt, warum er sich entschieden hat, Hilfe zu leisten.

00:08:12.164 --> 00:08:16.484
Am Ende muss man sagen, das merke ich ja auch bei mir, wenn man vor Ort ist,

00:08:16.484 --> 00:08:19.604
wenn man das Privileg hat, rausfahren zu können, rausfahren zu dürfen,

00:08:19.993 --> 00:08:24.440
mit Leuten vor Ort zu sprechen, Menschen zu begegnen in den düstersten Momenten ihres Lebens.

00:08:25.241 --> 00:08:28.544
Dann muss man schon so ein bisschen ein Stein sein, wenn man nicht das Gefühl

00:08:28.544 --> 00:08:34.034
hat, ich muss unbedingt auch ein bisschen Hilfe leisten oder ich muss irgendwie

00:08:34.034 --> 00:08:36.950
Menschen, zumindest in Deutschland aktivieren, die Hilfe leisten könnten.

00:08:37.501 --> 00:08:43.284
Und das ist für Mattes eben auch ein wesentlicher Antrieb, also rauszugehen

00:08:43.284 --> 00:08:45.804
und da zu helfen, wo es möglich ist.

00:08:45.804 --> 00:08:48.344
Und Mattes hat natürlich auch die entsprechenden Erfahrungen,

00:08:48.889 --> 00:08:54.514
wo er dann Leute unterstützen kann, die möglicherweise zum ersten Mal in einem Kriegsgebiet sind.

00:08:54.990 --> 00:08:58.854
Und er kann da beraten, auch zur Seite stehen und das war wohl auch einer der

00:08:58.854 --> 00:09:01.404
Gründe, weswegen er sich entschieden hat, das zu machen.

00:09:01.404 --> 00:09:04.654
Gemeinsam mit seinem ehemaligen NRZ-Kollegen Wolfgang Kintzscher,

00:09:04.654 --> 00:09:10.324
der war viele Jahre Leiter der Lokalredaktion in Essen, fährt er mehrmals im

00:09:10.324 --> 00:09:14.600
Jahr nach Kiew, also eigentlich nach Kiew, aber auch nach Revne.

00:09:15.023 --> 00:09:20.364
Es gibt eine Essener Hilfsorganisation, Ukraine, wir kommen und die beiden sozusagen

00:09:20.364 --> 00:09:23.336
Ukraine, wir kommen und Hand in Hand mit der Ukraine.

00:09:23.882 --> 00:09:25.391
Die arbeiten da zusammen.

00:09:26.076 --> 00:09:31.344
Wolfgang Kintscher ist bei Ukraine willkommen und die fahren vor allem Revner

00:09:31.344 --> 00:09:32.990
an, das ist die Partnerstadt von Essen.

00:09:33.414 --> 00:09:38.336
Und auf der anderen Seite fahren sie dann eben auch gemeinsam nach Kiew, um da Hilfe zu leisten.

00:09:39.422 --> 00:09:42.519
Sie haben dann einen Transporter, den sie vollfüllen mit Hilfsgütern.

00:09:43.024 --> 00:09:47.344
Das ist ein Transporter, den Lions Club gespendet hat, zur Verfügung gestellt

00:09:47.344 --> 00:09:51.587
hat. Und sie sammeln auch gleichzeitig Geldspenden, um dann vor Ort Sachen einkaufen zu können.

00:09:52.318 --> 00:09:56.264
Das Ganze wird verteilt an Familien, die dringend auf Unterstützung angewiesen

00:09:56.264 --> 00:09:58.843
sind. Das sind eben nicht nur, das habe ich schon gesagt, Binnenvertriebene,

00:09:59.232 --> 00:10:04.967
sondern auch Menschen, die in Kiew ja finanziell nicht so besonders gut aufgestellt sind.

00:10:05.767 --> 00:10:11.162
Ich frage Matthias, warum er dann eigentlich immer wiederkommt und ob es einen

00:10:11.162 --> 00:10:13.453
Moment gab, an dem er wusste, dafür lohnt sich das alles.

00:10:13.865 --> 00:10:16.652
Und da musste er nicht lange überlegen. Was das Schöne angeht,

00:10:16.652 --> 00:10:20.162
ist es ganz eindeutig, wenn man hier diese Sachen macht und die Kinder kommen

00:10:20.162 --> 00:10:23.472
und freuen sich. Und beim ersten Mal gleich, kann ich mich erinnern,

00:10:23.472 --> 00:10:27.344
war eine junge Frau, da mit ihrer Tochter war, sie war schwanger, sie war hochschwanger.

00:10:27.884 --> 00:10:32.105
Und sie hat für mich ein Lied gesungen, als ich ihr Lebensmittelpaket gebe.

00:10:32.702 --> 00:10:36.642
Und das war tatsächlich emotional so ein Höhepunkt, weil man gemerkt hat in

00:10:36.642 --> 00:10:39.651
dem Moment, das ist alles ziemlich sinnvoll, was ich ja mache.

00:10:40.114 --> 00:10:43.847
Ich habe diese Frau nie kennengelernt. Ich kenne sie natürlich nur aus Matthias Erinnerung.

00:10:44.230 --> 00:10:48.682
Die Frau war hochschwanger und sie bekam ein Lebensmittelpaket und dann beginnt sie zu singen.

00:10:49.274 --> 00:10:52.107
Das ist keine große Geste, natürlich kein langes Dankeschön,

00:10:52.694 --> 00:10:57.622
aber ein Lied. Und das ist ja schon, als er mir das erzählt hat,

00:10:57.622 --> 00:11:00.262
hatte ich auch so ein bisschen Gänsehaut, weil ich mir schon vorstellen könnte,

00:11:00.262 --> 00:11:01.343
wie krass so ein Moment ist.

00:11:02.272 --> 00:11:08.297
Und warum das einer der bewegendsten Momente gewesen ist, die er bislang in der Ukraine erlebt hat.

00:11:09.035 --> 00:11:13.652
Ihm ist in diesem Augenblick ziemlich klar geworden, das, was man da vor Ort

00:11:13.652 --> 00:11:14.992
macht, das hilft wirklich.

00:11:14.992 --> 00:11:20.442
Und das ist auch das, was ich immer merke, wenn wir unterwegs sind und mit Leuten

00:11:20.442 --> 00:11:24.292
spreche und deren Geschichten dann irgendwie aufnehmen. Für die ist es auch

00:11:24.292 --> 00:11:26.742
ganz, ganz wichtig, dass man einfach da ist, dass sie merken,

00:11:26.742 --> 00:11:27.831
dass sie nicht vergessen werden.

00:11:28.377 --> 00:11:30.919
Und dass es Leute gibt, die sich für ihre Geschichten interessieren.

00:11:31.384 --> 00:11:36.301
Wir haben ja auch in unserem Dorf, sag ich schon, aber irgendwie ist es unser Dorf,

00:11:36.997 --> 00:11:41.402
Posapokowsk zwischen Kherson und Mikolaev, da haben wir ja auch Hilfe geleistet

00:11:41.785 --> 00:11:44.662
und da war das eben genau so, also diese unglaubliche Dankbarkeit,

00:11:44.662 --> 00:11:47.002
die einem da hingegen schlägt, das ist berührend, das ist auch ein bisschen

00:11:47.002 --> 00:11:48.002
beschämt, muss man sagen,

00:11:48.507 --> 00:11:52.402
aber es ist eben natürlich ein Ansporn auch weiterzumachen und immer wieder

00:11:52.402 --> 00:11:57.627
zu kommen, zu helfen, Geschichten aufzuschreiben und die Leute nicht ins Vergessen absinken zu lassen.

00:11:58.504 --> 00:12:03.297
An diesem Morgen, als wir da waren, waren um die 150 Frauen mit ihren Kindern

00:12:03.297 --> 00:12:06.147
da, auch ein paar Ehemänner, die da mit unterwegs waren.

00:12:06.147 --> 00:12:09.627
Sie hatten Babys auf den Armen, die waren mit Kinderwagen da,

00:12:09.627 --> 00:12:13.557
mit Kleinkindern an der Hand und viele von denen haben eben auch kleine Geschenke

00:12:13.557 --> 00:12:16.857
mitgebracht. Es gab also einen kleinen Karton in diesem Raum,

00:12:16.857 --> 00:12:18.856
wo sich die Hilfsgüter stapelten.

00:12:19.309 --> 00:12:22.297
Der war gefüllt mit kleinen Geschenken, die die Leute mitgebracht haben,

00:12:22.297 --> 00:12:27.267
kleinen Bildern, Süßigkeiten und anderen Sachen und das war natürlich toll.

00:12:27.970 --> 00:12:31.319
Auf dem Hof draußen stand eben auch Katja, die ihr ganz am Anfang gehört habt.

00:12:31.946 --> 00:12:34.686
Die hatte ihre kleine Tochter dabei.

00:12:35.547 --> 00:12:42.227
Und ja, es war eine junge Frau, wie gesagt 25 Jahre alt, drei Kinder.

00:12:42.227 --> 00:12:47.607
Und Kolja, der sechs Jahre alt ist, Paulina, die Kleine, die sie da an der Hand hatte, vier.

00:12:47.996 --> 00:12:50.411
Und Vladek, der gerade mal zwei Jahre alt war.

00:12:51.229 --> 00:12:55.227
Und ihr Mann, das hat sie erzählt, hatte sich am ersten Tag der russischen Invasion

00:12:55.227 --> 00:12:56.709
freiwillig zum Militär gemeldet.

00:12:57.133 --> 00:13:00.877
Und ich habe sie gefragt, wie ihr Leben sich in Kiew heute anfühlt.

00:13:00.877 --> 00:13:07.267
Und ja, da hat sie dann eben geweint. Und das war schon so ein Moment,

00:13:07.267 --> 00:13:10.084
wo man auch, ich warte dann immer so ein bisschen ab, was passiert,

00:13:10.664 --> 00:13:14.130
aber wo man auch erstmal nicht so richtig weiß, wie soll man reagieren.

00:13:14.629 --> 00:13:17.417
Also wie gesagt, das habt ihr am Anfang gehört, als sie erzählt,

00:13:17.417 --> 00:13:20.967
dass ihr Mann beim Militär ist, hat sie eben bitterlich angefangen zu weinen.

00:13:20.967 --> 00:13:24.683
Und die kleine Tochter, die guckte sie auch an, so von unten,

00:13:25.031 --> 00:13:28.828
mit großen Augen, und wusste auch nicht so richtig, wie sie mit der Situation umgehen soll.

00:13:29.159 --> 00:13:31.562
Dass Mama weint, das hat sie wahrscheinlich noch nicht so oft gesehen.

00:13:32.479 --> 00:13:36.013
Jedenfalls hat mir Katja dann auch erzählt, wie die Situation jetzt aktuell aussieht.

00:13:53.144 --> 00:13:58.664
Ja, Katja sagt, es sei sehr schwer. Ständig flögen, Raketen oder Drohnen.

00:13:59.082 --> 00:14:02.136
Überall höre man Beschuss und nachts könnte man kaum schlafen.

00:14:02.577 --> 00:14:05.431
Auch in den Kindergärten müssten die Kinder wegen dem Luftalarm immer wieder

00:14:05.431 --> 00:14:06.426
in die Schutzräume gehen.

00:14:06.948 --> 00:14:11.464
Und das, sagt sie, ist sehr anstrengend, sehr erschöpfend.

00:14:12.323 --> 00:14:15.441
Für die Kinder gibt es eben keinen Alltag ohne Krieg. Wie gesagt,

00:14:15.441 --> 00:14:18.291
der Älteste ist Kolja, der ist gerade mal sechs.

00:14:19.091 --> 00:14:23.121
Der Krieg dauert jetzt schon gut viereinhalb Jahre. Und im Grunde genommen kann

00:14:23.121 --> 00:14:25.321
er sich schon nicht mehr an eine Zeit ohne Krieg erinnern.

00:14:25.837 --> 00:14:29.315
Er kennt Luftalarm, Schutzräume, Nächte, in denen niemand richtig schläft.

00:14:29.738 --> 00:14:34.287
Und trotzdem muss am nächsten Tag wieder Kindergarten sein oder Schule oder einfach leben.

00:14:34.949 --> 00:14:38.441
Und das gilt natürlich umso mehr für die beiden kleineren Kinder,

00:14:38.441 --> 00:14:41.636
die einfach überhaupt nichts anderes kennen als diesen Krieg.

00:14:43.912 --> 00:14:46.785
Kurze Zeit später, nachdem ich Katja getroffen habe, habe ich dann zwei andere

00:14:46.785 --> 00:14:54.129
Frauen getroffen, Freundinnen, die gemeinsam gekommen waren und das waren Natalia und Christina.

00:14:54.860 --> 00:14:59.505
Beide haben eben auch gewartet, bis sie an der Reihe waren und beide erzählen

00:14:59.505 --> 00:15:01.545
mir ihre unterschiedlichen Geschichten.

00:15:01.545 --> 00:15:07.315
Natalia ist 26, die kommt ursprünglich aus der Region Sumi im Nordosten der

00:15:07.315 --> 00:15:12.908
Ukraine. Das ist eine Region, die bis heute massiv immer wieder unter Feuer liegt.

00:15:13.396 --> 00:15:18.463
Und zu Beginn ihres Krieges ist sie mit ihrer Familie nach Kiew geflohen, also mit ihrem Mann.

00:15:18.568 --> 00:15:24.605
Und ihr Heimatdorf heißt Nowomykolaivka, oder besser gesagt,

00:15:24.605 --> 00:15:28.204
es hieß Nowomykolaivka, weil dieses Dorf einfach nicht mehr existiert.

00:15:28.837 --> 00:15:32.121
Ihre Großmütter und ihre drei Brüder, auch sie mussten fliehen.

00:15:32.522 --> 00:15:36.115
Heute leben sie irgendwo in einem Gemeinschaftshaus. Ich frage Natalia,

00:15:36.115 --> 00:15:40.179
ob sie eines Tages zurückgehen möchte. Sie antwortet sofort.

00:15:46.655 --> 00:15:49.715
Mein Mann ist hier. Er dient irgendwo hier in der Nähe. Ich glaube,

00:15:50.055 --> 00:15:52.315
wir bleiben einfach hier. Das ist jetzt unser Leben.

00:15:57.475 --> 00:15:59.425
Das ist natürlich nicht, weil sie ihre Heimat vergessen hat,

00:15:59.425 --> 00:16:02.731
sondern weil ihr Leben mittlerweile in Kiew stattfindet.

00:16:03.160 --> 00:16:06.852
Und ihr Mann, der dient in der Armee, die Kinder wachsen in Kiew auf.

00:16:07.311 --> 00:16:11.566
Der Krieg hat ihren Lebensmittelpunkt verschoben und das vielleicht für immer.

00:16:12.437 --> 00:16:16.117
Neben Natalia steht Christina, 39 Jahre alt.

00:16:16.524 --> 00:16:19.405
Sie lebt mit ihrem Mann in Kiew schon immer. Und die beiden haben sich,

00:16:19.405 --> 00:16:23.275
also Natalia und Christina, die haben sich eben in Kiew kennengelernt,

00:16:23.716 --> 00:16:27.605
in diesem Stadtteil, wo sie eben gemeinsam immer wieder kommen,

00:16:27.605 --> 00:16:29.676
um sich Unterstützung abzuholen.

00:16:30.524 --> 00:16:35.743
Und Christinas Tochter Milana ist fünf Jahre alt, hat Autismus.

00:16:36.039 --> 00:16:39.696
Ihr Sohn ist zwei Jahre und sieben Monate. Er musste direkt nach seiner Geburt,

00:16:40.154 --> 00:16:41.513
am Herzen operiert werden.

00:16:41.745 --> 00:16:45.600
Und ich habe Christina gefragt, wie der Krieg sich in Kiew anfühlt.

00:16:45.983 --> 00:16:50.459
Viele Menschen außerhalb der Ukraine glauben, die Hauptstadt sei vergleichsweise sicher.

00:16:50.459 --> 00:16:54.709
Und wie gesagt, wenn man die Bilder aus Kiew sieht, offene Restaurants,

00:16:54.709 --> 00:16:57.589
offene Cafés, offene Geschäfte, Leute, die,

00:16:58.269 --> 00:17:02.159
tagsüber da geschäftlich rumrennen und in den Büros arbeiten und so,

00:17:02.159 --> 00:17:05.865
dann könnte man das natürlich auch meinen. Aber Christina erlebt das anders.

00:17:11.559 --> 00:17:14.929
Als die Invasion begonnen hat, sind wir mit den Kindern zuerst aufs Dorf gefahren.

00:17:14.929 --> 00:17:19.042
Als wir einmal aus dem Haus gekommen sind, ist eine Rakete direkt über uns hinweg geflogen.

00:17:19.408 --> 00:17:22.978
Ich hatte solche Angst. Und für Milana ist das alles besonders schwer.

00:17:23.268 --> 00:17:26.542
Sie erschrickt bei jeder Sirene. Sie zeigt dann sofort auf das Fenster.

00:17:27.017 --> 00:17:30.769
Mittlerweile hat auch mein kleiner Sohn Angst. Es ist sehr schwer mit kleinen Kindern.

00:17:35.283 --> 00:17:38.308
Die kleine Milana hat gelernt, was Sirenen bedeuten. Sie weiß,

00:17:38.772 --> 00:17:42.809
dass gleich wieder etwas passieren könnte. Und Sascha, der kleine Junge,

00:17:43.169 --> 00:17:45.477
der wächst inzwischen mit derselben Angst auf.

00:17:46.202 --> 00:17:50.749
Was glaube ich auch wichtig ist, ist, dass, wie gesagt, Milana ist ein autistisches

00:17:50.749 --> 00:17:53.459
Kind und die sind ja ganz besonders sensibel.

00:17:53.459 --> 00:17:57.349
Und das hat Christina eben auch gesagt, dass Milana, auch wenn das für sie Alltag

00:17:57.349 --> 00:18:01.209
ist, diese Sirenen und auch der Beschuss, die Arbeit der Luftabwehr,

00:18:01.209 --> 00:18:02.584
das sind ja auch immer dann Explosionen.

00:18:03.008 --> 00:18:06.029
Obwohl sie es eigentlich daran gewöhnt ist, erschreckt sie sich immer wieder

00:18:06.029 --> 00:18:08.772
und hat dann furchtbare Angst und versucht sich zu verstecken und so.

00:18:09.260 --> 00:18:11.680
Also gerade für solche Kinder ist das natürlich besonders brutal.

00:18:12.505 --> 00:18:16.409
Christinas Mann hat vor einiger Zeit seine Arbeit verloren und sie selbst ist

00:18:16.409 --> 00:18:19.494
in Elternzeit. Wir schlagen uns irgendwie durch, hat sie mir gesagt.

00:18:19.767 --> 00:18:22.559
Ein kurzer Satz, mehr sagt sie dazu aber nicht.

00:18:23.198 --> 00:18:27.811
Während weiter die nächsten Familien ihre Pakete abholen, erzählt mir Natalia

00:18:27.811 --> 00:18:29.389
noch etwas, das ich nicht erwartet hätte.

00:18:29.871 --> 00:18:33.461
Sie ist zweimal schwanger gewesen, mitten in diesem Krieg. Die wirkt eigentlich

00:18:33.461 --> 00:18:36.491
relativ robust, sehr energisch, als sie mit uns gesprochen hat.

00:18:36.491 --> 00:18:39.171
Also nicht wie Katja, die ja in Tränen ausgebrochen ist, sondern sie war schon

00:18:39.171 --> 00:18:42.990
sehr gefasst und hat die krassen Sachen, die sie mir erzählt,

00:18:43.414 --> 00:18:46.038
in einem sehr ruhigen Ton berichtet.

00:18:46.334 --> 00:18:53.011
Als ich hier in Kyiv war, war ich mit meinem ersten Valentin,

00:18:53.011 --> 00:18:56.521
ihm jetzt 3,10 Uhr, sehr stark.

00:18:56.521 --> 00:18:59.081
Ich bin in der Verlangenheit, war es nicht in der Verlangenheit,

00:18:59.081 --> 00:19:06.338
sondern in der Verlangenheit, wo die Fahrzeuge haben.

00:19:06.559 --> 00:19:09.792
Als die russische Invasion begann, war ich mit meinem ersten Sohn schwanger.

00:19:10.088 --> 00:19:14.231
Heute ist er drei Jahre und zehn Monate alt. Damals wurde Kiew schwer bombardiert.

00:19:14.231 --> 00:19:15.696
Wir saßen in einem Schutzraum.

00:19:16.119 --> 00:19:19.585
Eigentlich war es gar kein richtiger Schutzraum, sondern nur ein Parkhaus.

00:19:19.759 --> 00:19:22.841
Als das Gebäude getroffen wurde und die Türen herausgerissen wurden,

00:19:22.841 --> 00:19:24.083
hatte ich einfach nur Angst.

00:19:24.466 --> 00:19:28.210
Ich habe geweint. Ich dachte nur, hoffentlich töten sie mich jetzt nicht.

00:19:28.436 --> 00:19:31.201
Aber ich habe überlebt. Und später habe ich mich sogar entschieden,

00:19:31.201 --> 00:19:32.561
noch ein zweites Kind zu bekommen.

00:19:32.961 --> 00:19:37.501
Ich habe noch einen Sino, mein Ruman. Er hat jetzt 8 Monate.

00:19:37.501 --> 00:19:40.541
Und so leben wir. Wir leben.

00:19:41.614 --> 00:19:48.141
Die войn geht. Wir müssen halten, halten, halten.

00:19:48.961 --> 00:19:52.962
Und zu überleben, wie es sich in dieser Zeit verletzt hat. Ja,

00:19:53.241 --> 00:19:56.681
alles ist diesem Krieg untergeordnet, auch die Geburt von Kindern,

00:19:57.381 --> 00:20:01.341
die Schwangerschaften, all das. Und wie gesagt, ich war ganz erstaunt,

00:20:01.341 --> 00:20:03.661
dass Natalia das eben in so einem ruhigen Ton erzählt hat.

00:20:04.027 --> 00:20:10.551
Christina übrigens auch, also auch die hat mir ihre Geschichte mit fester Stimme

00:20:10.551 --> 00:20:13.042
erzählt, ohne zu weinen und irgendwie so.

00:20:13.646 --> 00:20:17.779
Als sei sie so ein bisschen schicksalsergeben. Und auch das fand ich spannend.

00:20:18.092 --> 00:20:21.117
Ich war ein Freund mit einem,

00:20:23.290 --> 00:20:27.840
Mann, wenn ich in der Familie bin bin, ich hatte sehr viele Bombeil,

00:20:27.840 --> 00:20:32.230
ich hatte sehr Angst zu gehen, Als ich mit meinem zweiten Sohn im Krankenhaus

00:20:32.230 --> 00:20:35.848
gelegen habe und ihn zur Welt gebracht habe, wurde wieder schwer bombardiert.

00:20:36.301 --> 00:20:39.732
Ich hatte große Angst, in den Schutzraum zu gehen. Er war so überfüllt.

00:20:40.191 --> 00:20:43.650
Wir sind einfach auf den Flur gerannt. Kurz nach der Geburt musste er am Herzen

00:20:43.650 --> 00:20:47.750
operiert werden. Es hatte sich entzündet. Wir lagen ein zweites Mal im Herzzentrum

00:20:47.750 --> 00:20:50.204
und währenddessen wurde wieder heftig bombardiert.

00:20:50.669 --> 00:20:55.490
Der Junge lag auf der Intensivstation, ich allein auf der Normalstation. Es war sehr schlimm.

00:21:02.348 --> 00:21:05.020
Vielleicht ist das eben auch die Art von Natalia und Christina,

00:21:05.020 --> 00:21:06.777
mit diesen Änderungen umzugehen.

00:21:07.690 --> 00:21:09.930
Dass man das natürlich nicht vergessen kann, nicht vergessen will.

00:21:10.550 --> 00:21:15.840
Ganz klar auch, dass beide traumatisiert sind von dem, was sie da erlebt haben,

00:21:15.840 --> 00:21:16.971
mit Sicherheit auch die Kinder.

00:21:17.401 --> 00:21:22.660
Aber das eben so zu erzählen, so zu berichten, so nüchtern, ist glaube ich auch

00:21:22.660 --> 00:21:25.550
so ein Weg, damit umzugehen, um nicht ganz verrückt zu werden.

00:21:26.188 --> 00:21:30.250
Wenn man an diesem Vormittag zuhört, dann begegnen einem immer wieder dieselben

00:21:30.250 --> 00:21:34.310
Worte. Angst, Schlafmangel, Sirenen und trotzdem stehen diese Frauen hier mit

00:21:34.310 --> 00:21:37.810
ihren Kindern. Sie haben dann schon Ihre Windeln dabei, die Babynahrung,

00:21:37.810 --> 00:21:40.422
etwas Kleidung, die Sie sich da abgeholt haben.

00:21:40.886 --> 00:21:42.300
Und danach gehen Sie wieder nach

00:21:42.300 --> 00:21:46.227
Hause, in einen Alltag, den man sich in Deutschland kaum vorstellen kann.

00:21:46.919 --> 00:21:50.063
Die Verteilung ist dann natürlich weitergegangen, Karton für Karton,

00:21:50.063 --> 00:21:51.783
Windelpaket für Windelpaket.

00:21:52.329 --> 00:21:55.992
Für die Helfer ist das Routine, für viele Familien nicht.

00:21:56.584 --> 00:21:59.579
Damit dieser Sonntag überhaupt stattfinden kann, braucht es jemand,

00:21:59.928 --> 00:22:04.566
der all das organisiert. Und diese Frau heißt Maria Makynkova.

00:22:05.141 --> 00:22:08.263
Und Maria ist auch so eine,

00:22:08.923 --> 00:22:15.863
energische, sehr quirlige, energiegeladene junge Frau, hat so orangefarbene

00:22:15.863 --> 00:22:21.596
Haare, die Fingernägel sind gemacht und ist also sehr, sehr engagiert.

00:22:21.939 --> 00:22:26.833
Und sie hat die Organisation Sergei Marie gegründet, auf Deutsch Herz Marias,

00:22:27.297 --> 00:22:32.220
und zwar kurz nach Beginn der russischen Invasion im Februar 22.

00:22:32.580 --> 00:22:35.403
Die hat also erst mit Freundinnen und Freunden zusammen in zerstörten Dörfern

00:22:35.403 --> 00:22:37.868
geholfen, als die Invasion begann hat.

00:22:38.286 --> 00:22:41.783
Und dann haben sie sich überlegt, dass sie sich eben auf die Arbeit mit Müttern,

00:22:41.783 --> 00:22:43.412
mit kleinen Kindern konzentrieren wollen.

00:22:44.062 --> 00:22:47.847
Und wie gesagt, also von denen, ihr habt ja vorhin schon von Natalia gehört,

00:22:48.143 --> 00:22:50.848
die aus dem Dorf von Inzumi abgehauen ist.

00:22:51.144 --> 00:22:55.423
Also viele von denen sind Binnenvertriebene, andere, die leben in Kiew und viele

00:22:55.423 --> 00:22:57.158
haben eben auch Männer, die an der Front kämpfen.

00:22:57.634 --> 00:23:01.483
Und ich habe Maria gefragt, wie sie die Stimmung im Land nach mehr als vier

00:23:01.483 --> 00:23:03.468
Jahren Krieg beschreibt.

00:23:16.056 --> 00:23:19.536
Die Menschen, die geblieben sind, sind starke Menschen. Sie lassen sich nicht

00:23:19.536 --> 00:23:20.759
in die Verzweiflung treiben.

00:23:20.985 --> 00:23:26.099
Sie halten zusammen und unterstützen einander. Darauf baut unsere Gesellschaft im Moment auf.

00:23:27.476 --> 00:23:33.976
Und wir werden, dass wir die Verkäufe haben und wir alle anderen unterstützen

00:23:33.976 --> 00:23:36.786
können. Wir helfen uns mit einem anderen. Das ist jetzt unser Besuch.

00:23:37.169 --> 00:23:41.586
Diesen Zusammenhalt, den erlebt auch Matthias, Mattes, Marun seit drei Jahren

00:23:41.586 --> 00:23:46.771
immer wieder. Doch er merkt auch, dass es schwieriger wird, die Hilfsfahrten zu organisieren.

00:23:47.543 --> 00:23:51.647
Ich habe ihn gefragt, ob die Spendenbereitschaft in Deutschland nachlässt.

00:23:51.961 --> 00:23:54.689
Ja, kann man, glaube ich, definitiv feststellen.

00:23:55.310 --> 00:23:58.276
Gerade im letzten Jahr ist es extrem gewesen. Ich weiß nicht, woran es liegt.

00:23:58.276 --> 00:24:01.026
Wir machen unsere eigenen Gedanken, hängt natürlich mit Gazastreifen,

00:24:01.026 --> 00:24:04.496
Israel, Libanon, Iran. Das alles spielt natürlich eine Rolle,

00:24:04.496 --> 00:24:09.366
weil die Leute andere Sachen im Kopf haben. Auch die Ebola-Geschichte in Afrika

00:24:09.366 --> 00:24:10.339
spielt sicherlich eine Rolle.

00:24:11.556 --> 00:24:14.976
Und ich glaube, je länger so ein Krieg dauert, umso mehr sagen die Leute,

00:24:14.976 --> 00:24:17.816
was willst du machen, da können wir auch nicht helfen. Was natürlich Quatsch

00:24:17.816 --> 00:24:19.658
ist, weil die Leute hier haben immer dieselben Probleme.

00:24:19.989 --> 00:24:23.116
Genau diese Probleme haben natürlich Katja, Natalia, Christina und all die anderen

00:24:23.116 --> 00:24:27.216
Frauen, die ich an diesem Vormittag getroffen habe und vielleicht ist das ja das Schwierige.

00:24:27.216 --> 00:24:31.886
Also der Krieg dauert inzwischen so lange, dass er für viele Menschen außerhalb der Ukraine,

00:24:32.351 --> 00:24:37.916
zu einem Alltag geworden ist, dass man diese Meldung von Bombardements auf Kiew,

00:24:37.916 --> 00:24:43.066
auf andere ukrainische Städte mittlerweile so als eine Art gottgegebene Geschichte hinnimmt.

00:24:43.066 --> 00:24:46.116
Ein bisschen genervt ist auch, dass da immer noch darüber berichtet wird,

00:24:46.116 --> 00:24:47.519
weil es gibt ja doch andere Probleme.

00:24:48.128 --> 00:24:51.888
Und das macht das Ganze natürlich schwierig, insbesondere für humanitäre Helferinnen

00:24:51.888 --> 00:24:54.426
und Helfer wie Mattes oder Wolfgang Kinscher.

00:24:54.978 --> 00:24:58.808
Und das Problem ist einfach für die Menschen in der Ukraine,

00:24:58.808 --> 00:25:01.549
ist der Kriegsbeschuld inzwischen natürlich auch Alltag, aber,

00:25:02.095 --> 00:25:06.458
das ist etwas, woran man sich nicht gewöhnen kann und wo man einfach immer noch

00:25:06.458 --> 00:25:12.224
jede Nacht, jeden Tag mit dem Luftalarm leben muss, wo man eben nicht vernünftig zum Schlafen kommt,

00:25:12.735 --> 00:25:16.708
wo man Kinder hat, die Angst vor Sirenen haben und wo Männer an der Front sterben

00:25:16.708 --> 00:25:17.648
und verkrüppelt werden.

00:25:17.648 --> 00:25:21.858
Und das ist natürlich irgendwas, auch wenn es alter ist, da können die Menschen

00:25:21.858 --> 00:25:24.483
sich nicht dran gewöhnen und deswegen gibt es immer auch Menschen wie Katja,

00:25:25.052 --> 00:25:28.048
die einfach anfangen zu weinen, wenn sie über das berichten,

00:25:28.048 --> 00:25:30.317
was ihnen da jeden Tag passiert.

00:25:30.706 --> 00:25:33.458
Bevor Mattes weitergefahren, sie waren so nach drei Stunden fertig mit ihrer

00:25:33.458 --> 00:25:35.727
Lebensmittelverteilung, sind dann weiter nach Riewne gefahren,

00:25:36.111 --> 00:25:40.898
wie gesagt die Partnerstadt von Essen und haben da noch verschiedene Projekte

00:25:40.898 --> 00:25:42.397
besucht, die sie unterstützt haben.

00:25:42.920 --> 00:25:46.948
Aber bevor er weitergefahren ist, da hat er mir noch eine Geschichte erzählt,

00:25:46.948 --> 00:25:48.794
die ihn besonders bewegt hat.

00:25:49.305 --> 00:25:52.411
Das war im Februar in diesem Jahr.

00:25:52.777 --> 00:25:57.558
Ihr könnt euch erinnern, damals haben die Russen ziemlich heftig die kritische

00:25:57.558 --> 00:26:01.918
Infrastruktur in der Ukraine bombardiert, haben die Stromversorgung,

00:26:01.918 --> 00:26:04.781
die Heizungsversorgung, die Wärmeversorgung.

00:26:05.462 --> 00:26:09.484
Die Wasserversorgung kaputt gemacht und es war bitterkalt im Februar.

00:26:10.001 --> 00:26:16.498
Und ja, das hat natürlich massive Auswirkungen gehabt auf den Alltag der Menschen,

00:26:16.498 --> 00:26:18.008
insbesondere diejenigen in Kiew.

00:26:18.008 --> 00:26:22.928
Da gibt es also sehr, sehr viele große Hochhäuser. Manche sind wirklich 20,

00:26:22.928 --> 00:26:27.198
25 Stockwerke hoch. Und Mattes hat damals eine Mutter getroffen,

00:26:27.198 --> 00:26:32.657
die im 23. Stock lebte. Und ihre Geschichte hat ihn sehr, sehr bewegt.

00:26:32.930 --> 00:26:36.748
Und ein Fall, der mich extrem beschäftigt hat, war der einer Mutter,

00:26:36.748 --> 00:26:38.058
die mit ihren Kindern unterwegs war.

00:26:38.058 --> 00:26:43.758
Sie hat drei autistische Kinder, also insgesamt fünf Kinder, davon drei autistisch.

00:26:43.758 --> 00:26:46.778
Und sie sagte, das sei unfassbar, was sie da leisten musste,

00:26:46.778 --> 00:26:50.018
weil sie ständig hoch und runter laufen musste. Von den Kindern war der älteste

00:26:50.018 --> 00:26:53.158
Sohn, der konnte ja helfen. Die anderen waren nicht in der Lage,

00:26:53.158 --> 00:26:55.548
also musste sie nicht nur die Kinder hochschleppen, sondern eben auch das Wasser

00:26:55.548 --> 00:26:56.945
holen, die Lebensmittel holen und so.

00:26:57.757 --> 00:27:01.562
Das hat mich tief erschüttert, weil ich weiß gar nicht, wie die Frau klargekommen

00:27:01.562 --> 00:27:04.692
ist. Jetzt ist sie leider heute, ich hatte gehofft, sie kommt und ich könnte

00:27:04.692 --> 00:27:07.608
mal nachfragen, wie es aus ihr geworden ist oder wie es das alles bewältigt hat.

00:27:08.246 --> 00:27:11.482
Aber sie ist heute nicht gekommen. Er hatte zwar gehofft, sie wiederzusehen

00:27:11.482 --> 00:27:13.662
und zu erfahren, wie es ihr geht.

00:27:14.282 --> 00:27:17.202
Mehr wollte er eigentlich nicht, aber aus welchem Grund auch immer ist diese

00:27:17.202 --> 00:27:18.595
Frau an diesem Tag nicht gekommen.

00:27:19.367 --> 00:27:23.842
Und dann haben die Jungs ihre letzten Kartons eingeladen, den Transporter wieder

00:27:23.842 --> 00:27:26.482
gepackt und sind wieder aufgebrochen.

00:27:26.782 --> 00:27:32.822
Wie gesagt, nach Rivne haben da noch Projekte besucht, unter anderem im Krankenhaus.

00:27:33.462 --> 00:27:38.822
Von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit hatten sie an Bord Teile,

00:27:39.462 --> 00:27:42.436
für eine neue Reha-Station im Krankenhaus Nummer 2.

00:27:42.930 --> 00:27:47.072
Das ist ein Krankenhausentgriff, was von der Aktion Ukraine,

00:27:47.072 --> 00:27:48.659
wir kommen, schon länger unterstützt wird.

00:27:49.199 --> 00:27:53.942
Und das haben sie dahin gefahren, haben auch ein Piano dabei gehabt und andere

00:27:53.942 --> 00:27:58.632
Musikinstrumente, die sie in ein Zentrum für Kinder mit Behinderung gebracht haben.

00:27:59.195 --> 00:28:01.413
Und haben außerdem noch eine Einrichtung besucht.

00:28:03.662 --> 00:28:06.353
Für erwachsene Menschen mit Behinderung, die sie auch unterstützt haben.

00:28:06.899 --> 00:28:09.612
Und dann sind sie eben direkt weiter zurück nach Deutschland.

00:28:09.612 --> 00:28:12.198
Diese Touren, die die beiden machen, dauern immer so vier, fünf Tage.

00:28:12.633 --> 00:28:18.252
Das sind sehr, sehr intensive Reisen. Also von Essen bis Rivne sind es 1600 Kilometer.

00:28:18.664 --> 00:28:22.617
Kiew sind nochmal 200 Kilometer on top. Und wenn man dann über die Grenze fährt,

00:28:23.122 --> 00:28:26.782
hin und zurück, das dauert manchmal Stunden. Also Wolfgang hat mir erzählt,

00:28:26.782 --> 00:28:31.062
die hatten mal einmal eine Tour, wo sie 16 Stunden an der Grenze warten mussten.

00:28:31.405 --> 00:28:34.430
Bei der Tour waren es gerade mal vier Stunden, aber bei prallem Sonnenschein

00:28:34.808 --> 00:28:38.732
ist auch das anstrengend. Und doch, dennoch fahren sie eben immer wieder.

00:28:38.732 --> 00:28:41.912
Also Wolfgang hat mir auch gesagt, naja, also manchmal, wenn man dann zu Hause

00:28:41.912 --> 00:28:45.383
ankommt, denkt man sich, oh Gott, das war jetzt erstmal die letzte Tour für lange Zeit.

00:28:45.756 --> 00:28:48.292
Aber tatsächlich fahren sie dann doch wieder alle zwei, drei,

00:28:48.292 --> 00:28:52.593
vier Monate und helfen der Ukrainer und den Ukrainerinnen.

00:28:53.545 --> 00:28:57.569
Was bedeutet Hilfe, wenn ein Krieg schon so lange dauert, dass viele Menschen kaum noch hinschauen?

00:28:58.160 --> 00:29:01.809
Ich glaube, ich habe an diesem Sonntagmorgen eine Antwort gefunden.

00:29:01.809 --> 00:29:05.237
Hilfe sieht manchmal erstaunlich einfach aus. Ein Paket Windeln,

00:29:05.649 --> 00:29:10.467
Babynahrung, ein Stofftier, ein paar warme Decken oder einfach die Gewissheit,

00:29:10.918 --> 00:29:14.199
dass jemand einen weiten Weg aus Deutschland auf sich nimmt.

00:29:14.199 --> 00:29:18.151
Und ich persönlich denke auch, das ist das Wichtigste. Also diese Botschaft,

00:29:18.523 --> 00:29:20.649
Menschen werden nicht vergessen.

00:29:21.409 --> 00:29:26.419
Es gibt Menschen in Deutschland, die trotz dieser viereinhalb Jahre Krieg das

00:29:26.419 --> 00:29:29.564
Schicksal der Menschen in der Ukraine nicht aus dem Blick verlieren.

00:29:30.011 --> 00:29:33.269
Immer noch Hilfe leisten, immer noch Unterstützung leisten. Und ich glaube,

00:29:33.269 --> 00:29:35.746
das ist das Wichtigste. Das merke ich auch bei den Begegnungen.

00:29:36.170 --> 00:29:39.719
Persönlich, wenn ich in der Ukraine unterwegs bin, diese Angst,

00:29:39.719 --> 00:29:43.349
dass sie vergessen werden. und diese Freude darüber, dass sich eben noch Menschen

00:29:43.349 --> 00:29:44.529
für ihr Schicksal interessieren.

00:29:45.075 --> 00:29:49.099
Ich muss dabei an die Geschichte von Mattes denken, an die hochschwangere Frau.

00:29:49.099 --> 00:29:51.629
Sie bekommt ein Lebensmittelpaket und sie beginnt zu singen.

00:29:51.849 --> 00:29:55.814
Kein großes Dankeschön, keine langen Worte, nur ein Lied.

00:29:56.476 --> 00:29:59.749
Ich glaube, ich habe verstanden, warum Matthias Marun dieses Lied bis heute

00:29:59.749 --> 00:30:04.138
nicht vergessen hat. Es verändert keine Front, aber es zeigt einen Menschen.

00:30:05.061 --> 00:30:08.295
Du bist nicht vergessen. Und manchmal ist genau das Hilfe.

00:30:09.467 --> 00:30:13.509
Das war die heutige Folge unseres Podcasts im Krisenmodus. Dieser Podcast wurde

00:30:13.509 --> 00:30:15.400
produziert von Alexander Baumeister.

00:30:15.748 --> 00:30:19.208
Er ist auch Journalist und arbeitet beim Radiosender der Funke Mediengruppe.

00:30:19.934 --> 00:30:23.179
Wenn euch diese Folge etwas gegeben hat, liked und folgt uns.

00:30:23.568 --> 00:30:26.029
Das hilft uns wirklich, unsere Arbeit sichtbarer zu machen.

00:30:27.004 --> 00:30:29.355
Wenn ihr Menschen kennt, deren Geschichte in diesem Podcast gehört,

00:30:29.657 --> 00:30:34.707
schreibt mir. Die Adresse ist krisenmodus.funkemedien.de.

00:30:35.265 --> 00:30:38.562
Passt auf euch auf. Bis bald. Macht's gut. Ciao, ciao.

