Liebe Hörerinnen und Hörer, wir machen eine Sommerpause. Aber wichtige Themen bleiben natürlich aktuell und unsere Hamburger Klinikheldinnen und Helden bleiben das natürlich auch. Viele von uns genießen im Moment die Wärme, aber je älter wir werden, desto weniger vertragen viele von uns die Hitze und haben manchmal ganz schön zu kämpfen. Überhaupt wird manches herausfordernder im Alter, zum Beispiel eine OP. Wussten Sie, dass nach einer Narkose vor allem bei älteren Menschen vorübergehend Delir und Demenz auftreten können? Mehr dazu erfahren Sie in dieser Highlight-Folge. Wir hören uns im September wieder. Haben Sie einen schönen Sommer. Hamburger Klinikhelden, der Podcast vom Hamburger Abendblatt und dem Verband der freigemeinnützigen Krankenhäuser in Hamburg, die Freien. Wer ins Krankenhaus muss, während draußen das Leben einfach weitergeht, braucht Hilfe und Anteilnahme. Dafür, dass dem Patienten geholfen wird, sorgen Ärzte und Pfleger. Aber es gibt noch viel mehr Klinikhelden, die alles dafür tun, dass es den Menschen schnell wieder besser geht. Jule Bleier und Elisabeth Jessen stellen Sie in diesem Podcast vor.
Bei uns im Studio sitzt heute Andrea Dams. Schön, dass Sie da sind, Frau Dams. Guten Tag. Frau Dams ist seit 35 Jahren Intensivkrankenschwester und Anästhesiekrankenschwester am Agaplesium-Betester-Krankenhaus in Bergedorf. Und sie ist dort seit einem Jahr auch noch zuständig für den ganz besonderen Bereich der Gerontoanästhesie. Das heißt, sie kümmert sich darum, dass Patienten mit Demenz nach einer Operation möglichst schmerzfrei sind. Frau Dams, es gibt noch keine Ausbildung für Ihren Bereich, den Sie jetzt eigentlich machen, keine Fachweiterbildung. Wie sind Sie überhaupt auf diesen Bereich der Gerontoanästhesie gekommen?
Also durch meine jahrelange Berufserfahrung habe ich immer wieder festgestellt, dass es Patienten im Delir sind. Früher hieß es das Durchgangssyndrom, das heutige Delir und das fand ich total spannend und habe mir immer gedacht, da muss man irgendwie gegensteuern und den Patienten muss man helfen. Und vor einem Jahr habe ich dann durch den leitenden Oberarzt unserer Klinik das Angebot bekommen, in diesem Bereich arbeiten zu dürfen. Dieser hat es aus Eppendorf durch seine Fachweiterbildung oder Fachausbildung dort, Facharztausbildung mitgebracht und wir arbeiten nach Scores und bemühen uns, die Patienten einzufangen und möglichst schmerzfrei zu halten. Da müssen wir jetzt nochmal nachhaken. Sie haben gesagt Delir. Erklären Sie das mal. Was heißt das? Was haben die Patienten nach der Operation? Und das kann ja eigentlich auch jeden Patienten betreffen. Das kann jeden Patienten betreffen. Das muss kein demenziell veränderter Patient sein. Das kann auch ein Mensch wie du und ich bekommen. Ein Delir ist ein unspezifisches hernorganisches Syndrom.
Das ist eine Störung des Bewusstseins, des Gedächtnisses, der Wahrnehmung. Ja, auf jeden Fall eine Veränderung des Gehirns. Das ist eine akute Situation und immer eine Notfallsituation. Also das darf man nicht unterschätzen. Das kann von zwei Stunden bis über Wochen andauern und hat körperliche und psychische Ursachen. Die körperlichen Ursachen hierbei sind zum Beispiel die Sepsis oder Fieber, Harnwegsinfektion, Flüssigkeitsmangel durch Magen-Darm-Erkrankungen oder einfach zu wenig getrunken, Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus oder Tumore. Und die psychischen Ursachen sind eben die Narkose, die OP, Schlafentzug, Wechsel, Ortswechsel, Personenwechsel, ganz besonders bei Patienten, die aus dem Heim kommen. Das ist eine fremde Umgebung und auch diese können dadurch ins Delir rutschen.
Das ist ja eine doppelte Herausforderung dann für Sie. Ja, also es kommt ja nicht jeder ins Delia. Also da wird ja vorab schon sehr viel getan, dass die Patienten ordentlich Flüssigkeit bekommen und ohne Fieber natürlich in OP gehen. Meine Hauptaufgabe ist es, die Patienten mit demenzieller Veränderung schmerzfrei zu halten und mehrere Tests am Tage mit ihnen zu machen und insofern die Schmerztherapie umzustellen, dass die Tabletten umgestellt werden. Denn verwirrte Patienten nehmen auch oftmals keine Tabletten zu sich, sodass man auf einen Schmerzpflaster umsteigen muss oder Subkutanschmerzmittel gibt. Und die Schmerzpumpe ist keine Möglichkeit? Die Schmerzpumpe ist keine Möglichkeit, weil die demenziell veränderten Patienten sich eigentlich meistens und oft und viel alles rausziehen. Das hat eigentlich keinen Wert.
Und da übe ich den Pike aus, den Pike 15, das ist ein Test 15 Verhaltensauffälligkeiten, da wird um Gestik, Mimik oder Vokalisation geht es da, da geht es immer um Punkte, dieser Test wird in Ruhe und bei Bewegung ausgeführt, heißt man führt ihn zweimal durch, Der dauert ungefähr 20 Minuten. In Ruhe wird der Patient beurteilt und er sollte möglichst null Punkte in Ruhe haben. Und bei Bewegung maximal fünf Punkte. Wenn das überschritten ist, muss man die Schmerzmedikation umstellen. Erzählen Sie nochmal dieser Test. Wie muss ich mir das vorstellen? Was für Übungen machen Sie mit den Patienten dann? Also ich komme rein ins Zimmer und gucke mir den Patienten schon an, wie er im Bett liegt. Da sehe ich ja schon, ist er angestrengt oder liegt er ganz ruhig, da ist er unruhig. Und dann spreche ich mit dem Patienten und beurteile diese Punkte, die ich eben auf diese 15 Verhaltensauffälligkeiten, die gucke ich mir an und finde im Gespräch eben raus, ob er ruhig ist oder ob das einfach auch nur erstmal Aufregung ist.
Und dann fange ich an, den Patienten zu mobilisieren, an die Bettkante oder ich gehe mit ihm durchs Zimmer, wenn er es kann. Ich bewege Körperteile und sehe anhand seiner Mimik und Gestik und eben auch, wenn er Aua ruft, da gebe ich die Punkte und dann kann ich eben erkennen, ob ich das umstellen muss. Es gibt ja Menschen, die sich nicht mehr äußern können, wenn die demenziell beeinträchtigt sind. Was machen Sie mit denen? Mit denen mache ich dann genau das Gleiche, nur dass die eben, also Aua können sie alle sagen, wenn es weh tut, aber auch da gehe ich diesen PIK-15-Test durch und kann das eigentlich sehr gut beurteilen. Jetzt weiß mich ja aus eigener Erfahrung so in der Verwandtschaft, dass ältere Menschen, die krank sind oder Schmerzen haben, nicht immer besonders gut zu haben sind. Die sind nicht immer sehr umgänglich. Wie begegnen Ihnen die Patienten oder wie begegnen Sie den Patienten, die dann vielleicht unwillig sind? Also auf jeden Fall ist da Empathie gefordert. Man muss ganz ruhig mit denen umgehen. Man darf die nicht großartig laut ansprechen. Man fängt einfach erstmal an. Die mögen auch manchmal nicht gerne angefasst werden. Aber man versucht es dann erstmal, dass man die Hand hält und dass man einen Zugang zu diesem Patienten bekommt. Und eigentlich klappt das ganz gut.
Das muss ja eine ganz große Erleichterung für Ihre Kolleginnen sind, die anderen Krankenpflegerinnen und Krankenschwestern und Krankenpfleger, weil die ja wahrscheinlich dafür nicht ausgebildet sind und auch gar nicht Zeit haben, nehme ich mal an. Also das ist der Punkt. Sie haben nicht die Zeit. Also da muss man echt sagen, da ist immer Zeitdruck und die sind natürlich sehr erfreut, dass es mich gibt. Und wir haben ein gutes Verhältnis. Wir arbeiten ganz eng zusammen. Ich gehe morgens auf die Station, frage, ist irgendwas Neues, muss ich irgendwas wissen über die Patienten, die ich schon betreue oder gibt es auch neue Patienten, die in der Nacht eingewiesen wurden und das ist ein sehr gutes Zusammenarbeiten. Ist das denn in Ihrem Krankenhaus etwas ganz Besonderes, dass es eine Funktion, eine Stelle gibt, wie Sie sie haben oder ist das an Krankenhäusern üblich? Also, es gibt, wie gesagt, leider Gottes noch keine Fachweiterbildung dafür und es gibt sicherlich vereinzelt Häuser, die das anwenden, aber ich würde sagen, leider noch zu wenig, aber.
Ich habe das Glück, dass mein leitender Oberarzt das mitgebracht hat und mein leitender Oberarzt mich eingewiesen hat in dieses Thema, mit mir die Test durchgegangen ist und durchgespielt hat, auch am Anfang mit mir mitgekommen ist, dass er mir auch sagen konnte, worauf ich wirklich aufachten muss. Und ja, also ich bin froh, ganz, ganz froh, dass es ihn gibt und dass es diese Stelle gibt. Wir sind ein demenzsensibles Krankenhaus. Wir haben eine neue Geschäftsführung und auch die lässt uns alle Türen offen und ist sehr interessiert daran, was wir machen. Entschuldigung, können Sie nochmal beschreiben, was heißt, wie haben Sie gesagt, demenzsensibles Krankenhaus, was bedeutet das? Es ist sehr darauf bedacht, dass diese Patienten in einer guten Atmosphäre sich befinden und dass auf alles Mögliche eingegangen wird. Wir haben jetzt zum Beispiel eine Lizenz für Metacom-Symbole gekauft. Das ist sehr praktisch. Das sind praktisch kleine Kärtchen mit Strichmännchen, muss man sich vorstellen, wie von Kindern gemalt. Und da sind die Abbildungen, ich habe Hunger, ich muss auf Toilette, ich möchte baden oder duschen.
Ich habe Schmerzen, mir ist schlecht, also ganz süß gemachte Metacom-Symbole, kann man auch googeln, wirklich niedlich gemacht und die werden jetzt angebracht, auch an den Fluren, damit die demenziell veränderten Patienten auch die Badezimmer, Toiletten, öffentliche Toiletten und so finden. Und auch ich benutze diese Karten, wenn ich an die Patienten nicht rankomme und wenn die sich halt nicht äußern können. Können die denn damit noch was anfangen dann? Ja, können sie. Also das sind wirklich Karten für Kinder und für alte Menschen, die ja auch teilweise wieder Kinder werden. Ja, wenn man so die Statistik anguckt, dann schreckt es einen, wenn man hört, dass es eigentlich noch die Ausnahme ist, das was sie machen, weil es werden ja noch sehr, sehr viel mehr Menschen werden in Zukunft, die Hilfe von Menschen wie Ihnen brauchen. Definitiv. Also es ist eigentlich auch, wir sind ja jetzt erst in der Probephase. Wir machen das ja auch erst seit einem Jahr und da werden jetzt Studien errichtet, die auch dann zeigen, dass wir mehr Patienten, Entschuldigung, mehr Kollegen einstellen müssen. Wir haben noch zwei Kollegen von der Stabsstelle Demenz, die machen halt die allgemeine Demenz bei uns im Haus.
Und wir arbeiten sehr eng zusammen. Die haben Patienten für mich, wenn die dann operiert werden sollen. Ich gebe meine Patienten an die ab, sodass sie weiter versorgt werden. Also das läuft wirklich gut bei uns. Hätten Sie sich das vor 35 Jahren vorstellen können, dass es so eine Stelle mal geben könnte und dass es überhaupt notwendig ist, so eine zu schaffen? Im Leben nicht. Und ich war immer Intensivschwester. Ich habe immer gesagt, das mache ich, bis ich totumfalle. Also hätte ich mir nicht erträumt, dass das sowas gibt. Aber es war damals schon so, dass es immer wieder Patienten gab, wo man nicht wusste, was ist hier jetzt los. Und ich bin umso glücklicher, dass es diesen Zweig jetzt gibt. Ja, früher hat man gesagt, Opa wird tüdelig, aber es gab immer keinen Namen dafür. Nee, man konnte es nicht packen. Das war irgendwie, ja, der ist tüdelig. Das ist eben auch heute auch noch das Schlimme oder nein.
Man kann von heute noch berichten, dass die Angehörigen ihre Älteren den Vater oder die Mutter ins Krankenhaus bringen zu einer kleinen OP und dann sagen, mein Gott, der ist ja schlimmer als vorher. Und da ist dann wieder das Delir, das ist wieder die Ausnahmesituation und das muss man denen eben erklären. Und wenn man Delir sagt, dann haben viele auch Angst, mein Vater trinkt gar kein Alkohol, das hat mit dem Alkohol überhaupt nichts zu tun. Natürlich fördert das Alkohol und andere Drogen, fördert ein Delir, aber das Wort Delir hat nichts mit dem Alkohol Delir zu tun. Es klingt halt erstmal sehr erschreckend, aber man kennt es auch nicht nur von alten Leuten, denen sowas passiert, sondern es berichten ja auch jüngere Leute, dass sie nach einer OP sehr besser orientiert waren. Das kann jeder bekommen. Also da ist niemand gefeit.
Entschuldigung, Jule. Wir wollten, glaube ich, gerade dieselbe Frage stellen. Wie lange kümmern Sie sich denn um Ihre Patienten? Also ich, wie gesagt, ich betreue sie fünf Tage hintereinander und wenn es erforderlich ist, dann würde ich auch noch mehr Tage ranhängen, aber meist ist es dann, dass die Patienten auf die Geriatrie überwechseln und dann von dort aus die Demenzschwestern das übernehmen. Das heißt, ein älterer Mensch landet nicht automatisch nach einer OP in der Geriatrie, sondern bleibt auf der Station, auf der internistischen oder wo er halt gerade hinpasst mit seinem Krankheitsbild.
Wie funktioniert das? Es ist so, dass man immer, ich arbeite ganz eng mit dem Sozialdienst zusammen, da guckt man eben, hat der Patient Angehörige, wenn er noch in der Häuslichkeit lebt, hat er einen Betreuer, ist er gut versorgt, kann er nach der Operation nach Hause oder müssen wir ihn erstmal ein bisschen fitter machen, muss er erstmal stabilisiert werden, dann wird durch den Sozialdienst eine Reha beantragt und die wird dann beantragt. Wenn ein Platz vorhanden ist, in unserem Haus weitergeführt. Das heißt, er wird von der chirurgischen Station, geht er dann gleich in das Nebengebäude, in die Geriatrie und wird da durch Krankengymnasten und Ärzte weiterversorgt. Wie oft passiert es denn, dass Sie dann wissen, der hat niemanden zu Hause, der kann so eigentlich nicht mehr alleine leben? Das kommt schon sehr oft vor. Was machen Sie dann? Sehr schreckend oft. Also es ist so, dass man erstmal versucht, wenn der Patient zur Aufnahme kommt, wird ja eigentlich immer erfragt, ob es jemanden gibt, eine Bezugsperson, einen Nachbarn, ein Kind oder wie auch immer. Wenn das alles nicht der Fall ist, dann wird unser Sozialdienst sofort eingeschaltet und der kümmert sich dann darum, dann wird es zum Beispiel ein gesetzlicher Betreuer werden oder man findet doch noch einen Angehörigen, der durch Vergessen des Patienten nicht angegeben wurde. Und also wir arbeiten ganz oder ich arbeite ganz eng mit dem Sozialen zusammen.
Wir müssen auch aufpassen, dass der Patient, es gibt ja das Hyper- und das hypoaktive Delir. Das hyperaktive Delir ist, der Patient ist aufgebracht, der reißt sich alles raus, der steht auf, obwohl er es gar nicht darf. und dann gibt es das hypoaktive Delir, das ist der stille Patient. Und der stille Patient ist eigentlich noch der gefährlichere Patient, weil der ist freundlich zugewandt, der liegt ganz ruhig im Bett, ist ein bisschen desorientiert, aber ist total unauffällig. Und diese Patienten gehen halt häufig unter. Die liegen im Bett, die kommen nicht mehr raus, die bekommen eine Lungenentzündung. Da habe ich aber eine Kollegin, die ist Atmungstherapeutin, Die wird dann konsiliarisch dazu geholt. Oder aber es sind eben auch Veränderungen im Gehirn, dass der Neurologe dazu geholt wird und seine Tests macht und gegebenenfalls Medikamente anordnet. Also da passiert schon ganz schön viel. Sie erzählen ja sehr begeistert von Ihrer Arbeit. Ist es nicht manchmal auch deprimierend, dass es immer nur mit alten Menschen zu tun haben, wo das Leben ja sichtbar endlich ist?
Das ist es überhaupt nicht. Also ich bin total begeistert von dem, was ich mache und ich freue mich jeden Tag über die Fortschritte, die die demenziell veränderten Patienten machen. Mir ist es schon eine Freude, wenn ich sehe, dass sie keine Schmerzen mehr haben und dass sie wacher werden und dass sie vielleicht auch mehr essen. Das ist auch noch ein Problem. Also ich mache da auch noch einen Ernährungstest mit den Patienten, um zu sehen, ob sie in einem Risikobereich der Fehlernährung sind. Und da gibt es ja für demenziell veränderte Patienten ist eigentlich bekannt, dass die sehr gerne süß essen. Das kann man eigentlich vergleichen mit Kindern. Wenn man ein Kind fragt, möchtest du Schokolade oder möchtest du eine Tomate, dann wird das Kind immer sagen, ich möchte Schokolade. Und die Erfahrung zeigt, dass auch demenziell veränderte Patienten sehr gerne süß essen. Wir sind jetzt aber dabei, dass wir auch Fingerfood im Haus haben. Heißt, die bekommen kleine Kekse oder kleine Pizzastückchen oder.
Ach weiß ich nicht, was die Küche sich da alles einfallen lässt, dass die eben auch das mit den Händen essen können und im Vorbeigehen nehmen können. Damit sie genug zu sich nehmen und überhaupt etwas essen. Also es ist oftmals auch so, dass man sehr korpulente Patienten vor sich hat. Und wenn ich dann diesen Test mache, sehe ich, die sind total fehlernährt. Also sie essen kein Gemüse, sie essen keine Milchprodukte oder, oder, oder. Da gibt es dann ganz viele Kriterien, auch wieder nach Punkten.
Und dann messe ich da den BMI und dann können wir sagen, oder sage ich, melde ich in der Küche an, dass er Wunschkost bekommt, dass er sich wirklich das Essen aussuchen darf, worauf er Appetit hat und was er möchte. Oder es gibt hochkalorische Trinknahrung, die auch angewandt wird, oder Pudding oder es gibt so viele Möglichkeiten, aber da sind wir eigentlich ganz vorne im Bus. Und können Sie das dann auch weitergeben, wenn der Patient dann eben entlassen wird, entweder nach Hause oder in ein Heim, dass er eben dementsprechend auch dort eine andere Ernährung bekommt? Ja, wir arbeiten mit zwei Firmen zusammen, die auch die Patienten zu Hause weiter betreuen. Heißt also, wenn wir sehen, dass Patienten das alleine zu Hause nicht hinbekommen, dann wird diese Nahrung auch von den Apotheken nach Hause geliefert oder von dieser Firma.
Berichte ist natürlich alles und ich schreibe alles in die Verlaufsdokumentation, dass auch die Schwestern genau informiert sind über das, was ich gemacht habe oder herausgefunden habe. Wir sprechen natürlich auch über die Patienten und dann wird es schon von vornherein in der Zeit, in der er bei uns ist, auf jeden Fall diese hochkalorische Kost zwei- oder dreimal am Tag hingestellt. Gibt es denn auch Patienten, die aus diesem Delir nicht mehr herausfinden und wie können Sie unterscheiden, ob das noch Delir ist oder ob das schon die Demenz ist? Ja, da gibt es auch einen Test, der heißt Nudesk. Das ist ein Test wieder nach Punkten. Aber es ist viel mit Punkten, Sie zählen. Ja, genau.
Das sind fünf verschiedene Kriterien. Das ist die Desorientierung, das unangemessene Verhalten, die unangemessene Kommunikation, die Halluzination und eben Retardierung, heißt, Patient liegt ganz ruhig und macht gar nichts mehr. Und da gibt es Punkte von 0 bis 2 und hat ein Patient über 2 Punkte, dann ist die Gefahr des Delirs vorhanden oder er ist schon drin. Und gibt es dann nochmal ganz, wie behandelt man dann das Delir anders als Schmerzen nach einer OP, die sowieso auftauchen? Wie behandelt man das ganz speziell, dieses Delir? Also man geht auf jeden Fall auf Fokussuche. Das muss ja irgendwo herkommen. Ein Delir kann ja, wie ich vorhin schon sagte, ausgelöst sein durch Flüssigkeitsentzug oder durch Magen-Darm-Erkrankung oder durch Fieber oder durch Sepsis. Man muss erstmal den Fokus suchen, um gegen anzugehen und dann hat man eben viele Möglichkeiten mit Tabletten. Und wenn man keine Ursache findet? Man findet eine. Ja? Man findet eine. Okay, das ist beruhigend. Das dauert vielleicht manchmal ein bisschen länger, aber man findet eine.
Sind Sie dann direkt schon im Aufwachraum dabei, wenn ein Patient aus der OP rauskommt oder sogar auch schon vor der Operation? Ja, also es ist mittlerweile, eigentlich ist der Job postoperativ, mittlerweile ist es aber auch schon präoperativ. Heißt, die Kollegen, die Anästhesisten, die die Vorgespräche für die Narkose führen, machen sich ja schon einen Einblick über diesen Menschen und sagen mir dann schon Bescheid, dass da irgendwelche Defizite sind, sodass ich auch dazu gerufen werde und schon meine Tests mit denen mache. Ganz wichtig für uns ist, dass der Patient seine Brille, sein Hörgerät, seine Zähne sofort nach der Operation wieder reinbekommt, sprich im Aufwachraum. Da haben wir spezielle feste kleine Taschen für, damit das nicht verloren geht. Dann viele demenziell veränderte Patienten legen ihre Zähne in Zellstoff und irgendeiner denkt, das ist Müll und dann wird es entsorgt.
Und jetzt haben wir uns aber zu ganz festen Taschen entschieden und da kommen die ganzen Sachen rein. Das heißt, ich werde informiert, wenn der Patient im Aufwachraum liegt und unruhig ist. Also dann stoße ich dazu. Aber das ist nicht immer so.
Also das ist nicht, weil meine Kollegen mich nicht anrufen, sondern das ist nicht immer nötig. So muss ich das sagen. Okay. Frau Dahms, Sie sind jetzt inzwischen 60, machen das ja sehr, sehr, sehr lange, haben sehr viele Erfahrungen. Es gehen ja nicht so viele Menschen in Ihrem Beruf auch in Rente. Also nicht regulär in Rente, so muss ich das formulieren. Sie wollen aber noch weitermachen, solange es geht, oder? Wenn ich Sie richtig verstanden habe. Also ich hatte mir, wie gesagt, vor einem Jahr war ich ja noch auf der Intensivstation und dann habe ich mir das Ziel 65 gesetzt und habe aber gedacht, irgendwie weiß ich nicht, ich kann das glaube ich alles gar nicht mehr und ich will das auch alles gar nicht mehr. Ich habe so viele Jahre gerettet, also ich, nein, ich will das eigentlich gar nicht mehr. Und da war ich natürlich heilfroh, dass mir dieser Posten angeboten worden ist und das kann ich mir vorstellen, noch bis 67 zu machen. Ja, weil Intensivstation natürlich auch eine mega große Belastung ist. Ja, das sollen junge Leute machen. Also da habe ich nichts mehr zu suchen. Das haben Sie ja nun auch sehr lange gemacht und es ist gut für alle älteren Menschen, die jetzt bei Ihnen landen, weil ich glaube, sie sind bei Ihnen in den allerbesten Händen. Das hoffe ich doch. Frau Dams. Ganz herzlichen Dank. Vielen Dank. Sehr gerne. Ich danke auch.
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