Die Hamburger Klinik-Helden. Der Podcast über Berufe mit Sinn. Vom Hamburger Abendblatt und dem Verband der freigemeinnützigen Krankenhäuser in Hamburg. Die Freien. Wie ist die Lage da drin? Funktioniert alles? Läuft alles? Sind noch alle da? Liebe Hörerinnen und Hörer, jetzt denken Sie vielleicht, ich rede über Leber, Niere, Herz oder Hirn. Äh, nein. Heute geht es ausnahmsweise gar nicht um unser Inneres. Ich bin Wiebe Bökemeyer und ich freue mich, dass ich heute Sabrina Wobst zu Gast habe. Sie ist Verwaltungsdirektorin am Albertin Krankenhaus und wir werfen mit ihr in dieser Folge mal einen Blick in das Innere eines großen Krankenhauses, inklusive Chefetage. Sie kommt vom Dorf aus Ostwestfalen und arbeitet heute in einer der größten Kliniken Hamburgs. Wie es dazu kam, so viel kann ich schon mal verraten, eine ganz gerade Linie war das nicht. Frau Wobst, schön, dass Sie heute hier sind. Guten Morgen, vielen Dank, dass ich heute hier sein darf.

Verwaltungsdirektorin klingt jetzt erstmal ein bisschen nach Paragraphen und PowerPoint in meinen Ohren. Was würden Sie sagen, was steckt wirklich hinter diesem Titel? Ich würde persönlich sagen, ich kümmere mich. Das ist der Titel, das ist für mich der Bereich. Ich kümmere mich darum, dass klinische Prozesse reibungsloser laufen können. Ich versuche Prozessvereinfachungen zu machen, Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern. Das ist das, glaube ich, was meine Position als Verwaltungsdirektorin gut beschreibt. Ich kümmere mich. Sie haben im Vorgespräch gesagt, Sie fühlen sich eigentlich eher so als Herdentier. Wie ist das, wenn man plötzlich in der sogenannten Vogelperspektive sitzt? Sie sind da jetzt schon weit oben. Ja, es ist ein anderer Blick. Man ist nicht mehr komplett operativ im Unternehmen unterwegs, sondern man hat jetzt auch die Chance, strategisch kleinen Schritt vorher, bevor die Kollegen und Kolleginnen Prozesse umsetzen müssen oder wir uns Gedanken machen, dass ich jetzt einfach schon mitentscheiden kann oder mit dafür sorgen kann, dass strategische, gute Maßnahmen getroffen werden, die dann nachher operativ in unserer Klinik eingesetzt und umgesetzt werden können. Das ist der spannende Teil, aber es ist auch die Umstellung von operativ in die Strategie. Von Herde zu Vogel.

Vom Dorf in Ostwestfalen bis ins Direktorium eines Hamburger Krankenhauses. Wie war das? Aufregend. Was ist da passiert? Das waren meine letzten 25 Jahre des Lebens.

Ich bin von Haus aus Arzthelferin. Man hat früh im Dorf seine Ausbildung gemacht und hat dann quasi ins Berufsleben ist man eingetreten und hat dann seine Arbeit gemacht, jeden Tag aufs Neuhof und das schon ab Anfang 20.

Und ich hatte einen guten Freund, der gesagt hat, er geht nochmal studieren, er geht nochmal in eine andere Stadt. Und ich habe für mich gedacht, Arzthelferin, das kann ich in jeder Stadt. Und dann habe ich ihn gefragt, ob ich mitgehen kann und dann waren wir acht Wochen später in Hamburg. Und dann auch zusammen gewohnt und alles zusammen hier gewuppt. Genau, wir waren da Mitte 20, haben hier eine WG gegründet. Wir hatten natürlich auch Glück, wir haben mitten auf der Schanze gewohnt. Es war der Sommer WM 2006. Man hat die Stadt Hamburg von einer tollen Seite kennengelernt. Ich bin gastronomisch aufgewachsen, sage ich mal. Ich bin Kneipenkind und Arzthelferin und Kellnern kam man überall. Und um auch gleich sozial Fuß zu fassen, habe ich mir auch gleich einen Job in der Gastronomie gesucht und habe hier dann auch die ersten sozialen Kontakte geknüpfen können. Also dann gleich Doppelpack, Gastro und Arzthelferin. Das war leider, ich sag mal, dem geschuldet, dass man als Arzthelferin einen überschaubaren Betrag verdient, ehrlicherweise. Und das bei Arbeitszeiten, die den ganzen Tag beanspruchen, ich sag mal mit drei Stunden Mittagspause in der Regel oder oder oder. Und wenn man in Hamburg wohnt und man möchte auf der Schanze wohnen und man hat einen gewissen Lebensstil und war ich gezwungen zwei Jobs zu machen, ehrlicherweise auch. Aber dann war der Tag ja sehr, sehr lang. Genau. Und die Wochenenden auch.

Was ich mich, vielleicht eine blöde Frage, aber was macht man denn, wenn man drei Stunden Mittagspause macht? Früher gab es ja Talkshows. Arabella Kiesbauer und Elin. Man hat vielleicht seinen Mittagseinkauf erledigt, hat noch was gegessen. Aber in der Regel hat man schon versucht, so zu wohnen, dass man dann auch die drei Stunden vielleicht nochmal nach Hause kann. Und sich vielleicht nochmal eine Runde aufs Ohr haut, weil man abends nochmal in die Gastro wieder abhängt. Absolut. Und solche Tage wie mittwochs, nachmittags, wenn dann frei war, dann konnte man seinen Nebenjob eher starten. Also die Doppelbelastung über Jahre hinweg war auch das, wo ich nachher für mich überlegt habe, wie liegt das mein Leben lang? Schaffe ich das auch mein Leben lang? Okay, das eine Arzthelferin und Gastro. Aber jetzt sind Sie Verwaltungsdirektoren für mich, liegen da jetzt Welten dazwischen. Was ist denn dann noch passiert? Sie haben jetzt den entscheidenden Teil, glaube ich, ausgelassen. Mit Mitte 20 habe ich mein Leben hier gelebt in Hamburg, habe gedacht, das ist nochmal eine gute, spannende Herausforderung. Mal sehen, was das Leben hinter dem Dorf noch so für sich bereithält. Wie klein war das Dorf, wenn ich nochmal eine Zwischenfrage habe? Das ist das Dorf Bockelzhausen, Spitzname Pium. Wir hatten 8000 Einwohner.

Unser Aushängeschild war eine Lebkuchenfabrik und in den Straßen hing der Lebkuchenduft, wenn die Bäckerei im Sommer die Türen offen hatte. Im Sommer? Wie gruselig. Also gut, das kann ich jetzt nur sagen, ich mag keinen Lebkuchen. Deswegen ist das jetzt nichts, was mich so locken würde. Also dann war das ganze Jahr Weihnachten, oder? Ja, Weihnachten war es dann Idylle, wenn die Straßen nach Lebkuchen geduftet haben. Okay, 8000 Leute, kennt jeder jeden? Ja, also und das ist auch, schön ist das bis 14, 15, 16.

Danach möchte man einfach oder wollte ich auf jeden Fall raus aus dem Dorf. Ich bin früh nach Bielefeld gezogen, das ist 25 Kilometer weiter, ich sag mal, da sprechen wir von 250.000 Einwohnern und dort habe ich mich natürlich auch dann nochmal gerade gastronomisch auch verändert. Wir hatten die Dorfkneipe bei uns, deswegen war ich immer so ein bisschen gastronomisch schon unterwegs gewesen. Da kamen dann richtige Restaurants in Bielefeld, wo man auch seine Expertise, seine angelernte Expertise erweitert hat und Gastronomie leben ist ein ganz eigenständiges Leben, finde ich und das war halt auch ein entscheidender Punkt in meinem Leben. Als Kind in der Dorfkneipe groß geworden? Genau. Wann haben Sie Ihr erstes Bier gezapft?

Ich glaube mit zwölf. Und ich glaube mit acht. Das ist so, wo ich mich am meisten daran erinnern kann. Als Kind saß man immer auf der Kühltruhe, wo der Schnaps drin war und hat da auf seine Eltern gewartet. Und das war ja natürlich auch als Kind spannend, also mitzuhelfen oder mitwirken zu dürfen. Und das hat mich schon früh geprägt. Mir hat das schon immer Spaß gemacht. Das war immer, dass man auch offen war, man hat viele Leute gekannt, gerade im Dorf oder so. Das war schon schön, also bis zu einem gewissen Alter. Ich bin hinter der Theke groß geworden, also die kennen mich und seitdem ich, ich sag mal, 10 war oder 8 war und die kannten mich, bis ich irgendwie 25 war und aus Bocketshausen weggegangen bin, Schrägstrich Bielefeld. Also man war irgendwie wie so ein bisschen Familie dann auch oder erweiterter Onkel- und Tantenkreis Und ich kann mich daran erinnern, wo ich meine erste Zigarette heimlich hinter der Hecke geraucht habe. Es wurde sofort meinem Vater erzählt. Also weil es war einfach klar, man konnte sich ja auch nicht verstecken, weil man war die Tochter von einem Knallfahrer. Vom wichtigsten Mann im Dorf. Absolut. Und wer dann was entdeckt meint, weiterzugeben, der hat das dann verantwortungsbewusst getan.

Gastro, sagten Sie, ist ja eine ganz spezielle Art des Arbeitens und auch so unter den Kollegen und so. Ich habe selber lange auch in der Gastro gearbeitet. Ich habe das auch immer sehr genossen und fand das schön. Meine Theorie ist, dass ich heute deshalb mache, was ich mache. Also ich rede gerne mit Leuten. Also es fällt mir nicht schwer. Also ich habe jetzt nicht so eine Hemmschwelle und die habe ich abgebaut beim Kellnern. Ist das bei Ihnen auch so? Obwohl, Sie haben ja nie eine Hemmschwelle aufgebaut wahrscheinlich, weil Sie immer schon in diesem Umfeld waren. Also meine Schwester ist deutlich schüchterner, obwohl sie ja auch in dem gleichen Umfeld aufgewachsen ist. Also doch eine Typfrage. Eine Typfrage, absolut. Aber auch das würde ich auch sagen, gerade die Kombination aus Gastronomie und Arzthelferin sein, hat mich also sehr selbstbewusst gemacht, weil man einfach ein offener Mensch dadurch war. Man ist offen in der Kommunikation. Man hat aber auch Gespräche geführt, die nicht nur an der Theke waren, sondern vielleicht auch am Praxistresen, wo es dann um...

Schicksalsschläge geht und ähnlichem. Und ich glaube, das ist die Kombination. Gastronomie und Arzthelferin haben mir geholfen oder haben mich zu dem gemacht, wer ich heute bin und wo ich auch bin. Naja, und dann kam ja noch mal ein Schnitt. Dann haben Sie eine Entscheidung getroffen. Genau.

Ja, weil Gastronomie und Arzthelferin sein und man ist dann irgendwann Ende 20 und die Stunden werden nicht weniger und die Zeiten werden nicht besser. Und die Knochen nicht jünger. Die Knochen nicht jünger. Die Kolleginnen und Kollegen, aber alle gerade in der Gastronomie, die werden immer jünger. Man war dann immer so ein bisschen die Mutti.

Und da habe ich auch gedacht, irgendwann, Mensch, eigentlich kannst du auch mehr. Also ich konnte schon mit 16, eigentlich hätte ich mein Abitur machen können, aber ich war ein kleiner freier Vogel und habe gedacht, nein, ich will gleich arbeiten gehen. Ich möchte Geld verdienen, ich möchte selbstständig sein. Das war für mich damals Selbstständigkeit sein, Geld zu verdienen. Und deswegen habe ich gesagt, ich mache kein Abitur. Und da habe ich gedacht, was kann ich denn machen? Was gibt es für Ausbildungswege? Und da ist ja Hamburg ehrlicherweise ein gutes weites Spektrum an Ausbildungsstellen oder Ähnlichem. Und da habe ich mich dann dafür entschieden, dass ich gesagt habe, ich gehe nochmal zur Schule. Also dann mache ich vielleicht eine Kellnerschicht weniger und versuche es am Wochenende nicht nur mit Kellnern, sondern zusätzlich zur Schule zu gehen. Und habe dann zweieinhalb Jahre lang meinen Fachwirt im Sozial- und Gesundheitswesen gemacht, über die Industrie- und Handelskammer hier in Hamburg und erfolgreich abgeschlossen. Und hatte dann eine Möglichkeit, mir einen Job zu suchen, wo ich vielleicht mit einer Anstellung meinen Lebensunterhalt finanzieren kann. Mit nur einer Anstellung, mit vielleicht 40 Stunden. In einem durch, in einer Arbeitsstelle. Mit zwei freien Tagen die Woche, ein Wochenende zu haben, die Abende frei zu haben. Und ja, das war mein Ziel. Und dann abgeschlossen und dann?

Bewerbung geschrieben oder vorher schon einen Plan gehabt? Nee, Bewerbung geschrieben. Ich war dann eine Arzthelferin, die einen Meisterbrief hatte. Und dann habe ich gedacht, Krankenhaus. Und ich habe gesagt, ich möchte in ein Krankenhaus. Ich möchte mit den Ärzten, mit den Krankenschwestern, mit allen auf Augenhöhe arbeiten. Ja, und dann habe ich mich bei einem großen Klinikum, privaten Kostenträger, hier in Hamburg beworben. Und der hatte auch gesehen, ich habe mich, glaube ich, auf die falsche Stelle, ehrlicherweise, beworben. Aber der hat gesagt, wissen Sie, Frau Wubbs, Sie gefallen mir und ich glaube, ich kann Ihnen eine andere Stelle anbieten, wo man sich entwickeln kann. Das ist auch noch nicht so in Stein gemeißelt. Und dann habe ich eine Chance gekriegt und wurde als Fallmanagerin ausgebildet im Krankenhaus, was so ein bisschen die wirtschaftliche Lage beschreibt zu Verweildauer und Behandlung und ähnlichem. Da gab es so sogenannte Fallmanagement, um den Ärzten während der Visite vielleicht noch einen wirtschaftlichen Aspekt mitzugeben, dass wenn man den Patienten früher entlässt oder später entlässt, was das auch für wirtschaftliche Folgen fürs Krankenhaus hat, auch aufklärt über gute Dokumentation, was ist wichtig, um all die Behandlungsaspekte auch abzubilden. Das ist natürlich auch gerade im Alltag bei den Ärzten und Pflegekräften.

Dokumentation ist natürlich noch ein weiterer Arbeitsbelastungsbaustein. Und da war mein Ziel, dass ich sage, Mensch, eure Arbeit ist einfach so viel wert und eure Arbeit auch, ich sag mal, gegenüber dem Krankenhaus oder Krankenkassen, besser gesagt, in dem Moment auch abbilden können und die Leistungen refinanziert bekommen, die die jeden Tag dort am Bett machen. Das ist ja schon, wenn man jetzt weiß, rückwärts gedacht, was Sie heute machen, passt das eigentlich ganz gut. Viele sprechen ja von Karriereplanung. Das ist bei Ihnen ja in dem Sinne nicht so gewesen. Klingt für mich eher nach, was später passiert ist, Chancen erkennen und mutig zugreifen. Was würden Sie jungen Leuten raten, die nicht wissen, wo es hingeht? Vielleicht in einer ähnlichen Situation wie Sie damals. Grundsätzlich sage ich mutig sein, aber auch eine Basis schaffen. Man kann auch nochmal neu anfangen. Man kann auch die Richtung nochmal wechseln. Es ist nicht in Stein gemeißelt. Man muss sich nicht einmal im Leben entscheiden. Man kann immer noch, wenn man die richtige Einstellung hat, auch sich nochmal komplett drehen. Aber unsere beide Elterngeneration hat das ja anders gemacht. Meine Eltern haben 30 Jahre, 40 Jahre noch länger das Gleiche gemacht. Und völlig legitim machen ja auch viele heute noch, aber man kann auch wirklich nochmal was ganz Neues machen. Genau, deswegen heißt es ja nicht, dass man all das, was man im Leben gelernt hat, über Bord schmeißen muss. Auch was ich in der Gastronomie gelernt habe, was ich als Arzthelferin gelernt habe, das sind ja alles Sachen und Lebensweisheiten oder Lebensthemen, die ich jetzt auch in meinem Job jeden Tag anwende.

Also Dienstleistungsgedanken, die habe ich in der Gastronomie gelernt, die sind für mich jetzt jeden Tag Alltag, sage ich. Was kann ich als Dienstleister für unsere Ärzte, für unsere Pflegekräfte, für die Therapeuten aus der Verwaltung heraus machen, um es ihnen einfacher zu gestalten? Glauben Sie, dass jeder Verwaltungsdirektor sich als Dienstleister für die anderen Mitarbeitenden sieht? Das weiß ich nicht, ob das jeder macht. Ich sehe mich so. Ich glaube nicht. Ich finde es aber einen schönen Gedanken. Ja. Und das lernt man natürlich in der Gastro. Ja und das heißt ja nicht, dass man nur gibt, sondern dass man einfach sagt, ich bin Dienstleister, ich gucke, was kann jeder von uns bringen und jeder soll in seiner Verantwortlichkeit auch bleiben. Also und das ist glaube ich auch das, was dann auch zum Erfolg dann auch in so einem Krankenhaus beiträgt. Wenn jeder das macht, was seine Rolle ist, der Arzt, die Medizin, die Pflege, die Pflege und die Verwaltung versucht irgendwie unterstützend, wir können nicht viel abnehmen. Aber auch wir sind wichtig und wir sind dafür da, dass wir vielleicht auch in den hochbelasteten Patienten frequentierten Berufsgruppen einfach Maßnahmen von uns getroffen werden, die den Kollegen auch unterstützend im Arbeitsbereich sind. Was ist stressiger, ein Samstagabend in der Kneipe oder Montagmorgen mit einer frischen, unangekündigten Budgetanfrage auf dem Tisch? Ich nehme jede Arbeit ernst. Und für mich ist es genau der wichtige Punkt und das sehe ich auch jeden Tag bei meinen Kolleginnen und Kollegen.

Jeder nimmt seine Aufgabe bei uns ernst. Ob es der Arzt ist, ob es die Raumpflege ist, ob es die Therapeuten sind, ob es unsere Seelsorge ist. Also alle nehmen einfach ihre Aufgabe ernst. Und für mich war es auch wichtig, einen schönen Abend zu bereiten, wenn Menschen sich in das Restaurant begeben und vielleicht auch viel Geld oder ein besonderes Ereignis feiern wollen. Da hat man auch Verantwortung auf einem anderen Level. Aber für mich ist das kein Unterschied. Ich habe alle Aufgaben ernst genommen und sehe das auch genauso jeden Tag bei meinen Kolleginnen und Kollegen. Wenn Sie in der Kantine sind, können Sie es dann lassen oder müssen Sie dann auch immer, wenn Sie mit Kollegen essen gehen oder Kolleginnen und Kollegen hier mal einen Teller wegräumen und da mal? Also ich habe natürlich einen gewissen Ordnungsdrang, aber ich räume da nicht die Tische ab, da kann ich mich gut zurückhalten. Und da bin ich halt auch jeden Tag Gast und da sind auch die Kollegen aus der Kantine, die versuchen jeden Tag, mir die Besonderheiten auch möglich zu machen. Die haben sich das inzwischen gemerkt, was ich esse oder was ich nicht mag. Sind sie so picky?

Absolut. Echt? Absolut. Und wie gesagt, das ist schön, wenn sich auch solche Kollegen das merken. Und das ist eine Kantine, da kommen bis zu 2000 Mitarbeiter her und dass sie dann wissen, dass ich vielleicht keine Soße mag oder nicht dies oder das. Dann finde ich das. Andere schmunzeln darüber. Ich finde das aufmerksam. Nein, das ist ganz toll, wenn die Menschen das wissen und wahrnehmen und sich so viele Dinge merken können. Das ist ja gut als Service. Absolut. Gut, was hassen Sie denn am meisten, was immer so aus Essen getan wird? Soße. Im Allgemeinen Soße? Soße im Allgemeinen. Außer Currysoße, also bei der Currywurst. Aber Soßen sind für mich schon immer ein Grauen gewesen, weil die Soße, dann schmeckt alles nur noch nach Soße. Was ist die ersten Kartoffeln ohne Soße? Fleisch ohne Soße. Nudeln kommt drauf an, aber da mag ich auch am liebsten Nudeln mit Scambis oder mit Trüffel. Bisschen Öl? Bisschen Öl, das ist so eine schöne frische Chili dabei. Kein Quatsch mit Soße. Nee, keine weißen und braunen Soßen.

Furchtbar. Gibt es irgendeinen Gastronomie-Skill, also irgendeine Fähigkeit, die sich so im Krankenhausalltag als überraschend nützlich erwiesen hat? Dieser Dienstleistungsgedanke. Einfach es aus dem Service-Gedanken heraus zu machen und Service ist für mich, ja, also Service an dem Kollegen, Service an den Patienten, Service am Mitarbeiter zu leisten. Und das ist für mich ein Gastro-Skill, den ich mitgenommen habe. Auch viel Aufmerksamkeit. Es ist schon, dass wenn man viele Mitarbeiter hat, dass man auch vielleicht manchmal an Körperreaktionen oder an Aussagen schon merkt, ist alles in Ordnung oder ist nicht alles in Ordnung. Ich habe früher im Restaurant gesehen bei 60 Gästen, wenn jemand noch Durst hat oder noch was bestellen wollte. Das ist so die Fähigkeit, aufmerksam sein, hinzuschauen und hinzuhören. Bedürfnisse erkennen. Sie sind immer auf Empfang? Ja, bin ich. Das ist, glaube ich, das, was mich auszeichnet. Fällt Ihnen das schwer? Nein. Gehen Sie manchmal in Ihr Büro, machen die Tür zu hängen, Schild raus, ich brauche jetzt immer zehn Minuten für mich. Gibt es sowas? Nein.

Nur weil ich vielleicht dann telefonieren muss und keine Zeit habe für Mitarbeiter oder Kollegen, aber nicht, weil ich durchatmen muss. Durchatmen tue ich zu Hause. Was für mich wichtig ist bei der Arbeit, ist ehrlicherweise meine Mittagspause. Die Zeit nehme ich mir. Ich möchte mit Kollegen und Mitarbeitern in der Cafeteria sitzen, einfach eine halbe Stunde mal nicht über die Arbeit sprechen. Das ist mir auch immer sehr wichtig. Also, dass ich einfach sage, diese halbe Stunde, die nehme ich mich raus aus der Arbeit in dem Moment und genieße einfach mal Mittagessen. Aber trotzdem mit den Mitarbeitenden? Natürlich. Und dann privat? Ich bin auch gern mit denen zusammen. Man tauscht sich auch mal privat aus. Was machst du denn oder was hat man am Wochenende vielleicht erlebt oder ähnlichem? Ja, wir haben schon auch ein Stück ausgelassen. Sie sind dann im Albertinen Krankenhaus gelandet. Die ersten in dem anderen Krankenhaus, Fallmanagerin. Genau. Dann wurde ich, ich sag mal, über gängige Headhunter-Systeme an den nächsten privaten Klinikträger abgeworben und dort hatte ich wirklich auch nochmal die Chance, mich zu entwickeln. Der Geschäftsführer hat dort auch die Potenziale gesehen und ich habe erst angefangen hier in Hamburg. Dann hat sich das Unternehmen vergrößert bei Bremen. Dann habe ich gedacht, Hamburg, Berlin und Bremen, das ist doch ein goldenes Dreieck.

Das mache ich. Und da war ich dann quasi deutschlandweit oder im Norden unterwegs und habe für drei Kliniken dieses Fallmanagement, Medizin, Controlling betrieben. Nach sieben oder acht Jahren hatte ich dann Glück gehabt und wurde wieder angesprochen von einem Headhunter. In dem Moment war es das Albertinen Krankenhaus und dann habe ich gedacht, Mensch, das ist ein Krankenhaus, was so groß ist wie jetzt alle meine drei Kliniken zusammen. Ich habe keine Fahrzeit mehr. Es ist mal ein anderer Träger. Es ist ein konfessionelles Haus. Und ja, und dann war ich zum Vorstellungsgespräch bei unserem jetzigen Geschäftsführer und waren uns relativ schnell einig, dass wir gerne zusammenarbeiten würden.

Konfessionelles Haus. Warum haben Sie das eben so betont? Was ist denn da anders? Ich glaube, das Miteinander, die Führung und die Patientenzufriedenheit. Auf welche Art und Weise? In der Ansprache und in der Wertschätzung, gerade die Immanuel-Albertin-Diakonie mit Führungsgrundsätzen und Leitbildern, wo wir wirklich auch sagen, so möchten wir miteinander umgehen, so möchten wir führen, so möchten wir leiten. Und in Diakonie, wir versuchen gemeinsam zu definieren, was ist Führung, was ist Miteinander oder wie leben wir das, wie möchte ich das. Früher haben Sie ja mehr mit Mitarbeitenden zu tun gehabt. Sie sind direkt unter der Geschäftsführung angegliedert. Wie fühlt sich das jetzt an? Sind Sie einsam? Einsam nicht. Also ich bin jetzt einfach anders unterwegs bei uns im Krankenhaus. Heute habe ich andere Kolleginnen und Kollegen mir gegenüber. Ich muss andere Entscheidungen treffen und es ist anders. Aber es ist gut. Ich bin sehr motiviert in der neuen Rolle auch zu agieren. Jetzt können alle Qualifikationen, die man sich so bis Mitte 40 angeeignet hat, jetzt kann ich das einfach auch zeigen und kann es auch ausleben. Ist Ihre Tür offen?

Sind Sie allein im Büro? Noch. Noch? Sie hoffen noch auf Verstärkung? Ich hoffe noch auf Verstärkung und ich hatte noch nie eine eigene Sekretärin. Also auch das muss man lernen. Auch möchte versuchen, in meiner Rolle den Kolleginnen und Kollegen den Rücken freizuhalten. Und dann würde ich mir auch wünschen, dass natürlich die Kollegin, die mich oder der Kollege, der mich dann im Vorzimmer unterstützt, auch sagt, Mensch, die hat was Besseres zu tun, als jetzt den Kaffee zu kochen. Und darum geht es einfach. Also dass jeder guckt, wie er den anderen unterstützen kann mit den Ressourcen, die er hat. Aber es ist noch niemand ausgewählt. Das heißt, das Verfahren läuft. Das Verfahren läuft. Ich freue mich auf Bewerbung, war ehrlicherweise noch nicht die potenzielle Kandidatin dabei. In Ihrem jetzigen Job, also Verwaltungsdirektorin, ich reite da vielleicht ein bisschen drauf rum, aber es klingt so trocken. Jetzt sitzen Sie hier so vor mir und haben alle Skills, die so Menschen brauchen, um mit Menschen klarzukommen.

Sie können wahrscheinlich viel Zeit theoretisch im Büro verbringen und vieles telefonisch machen, aber Sie laufen trotzdem durchs Haus. Aber ich glaube, das muss man auch als Verwaltungsdirektorin. Man muss vor Ort sein. Man soll bei den Kolleginnen und Kollegen sein. Fachliche Termine natürlich, aber auch da, ich bin jemand, der wenig Homeoffice macht. Ich bin gerne in der Klinik, ich bin gerne da. Natürlich, wenn ich vielleicht auch mal strategisch was ausarbeiten muss, weil ich immer die Open-Door-Politik habe, ist natürlich auch, dass ich stark frequentiert werde. Und wenn ich jetzt, das muss ich auch lernen, strategisch arbeite, mich auch mal ein bisschen zurücknehme und auch den Kopf frei habe für Strategie. Was bedeutet gute Führung für Sie? Für Sie ganz persönlich? Für mich ganz persönlich?

Mitarbeiterentwicklung. Also das ist was für mich, wo ich sage, dass es gute Führung ist, aber auch Orientierung geben. Bisschen straight sein auch, das ist für mich gute Führung. Zuhören können ist Führung. Sicherheit geben, einen Rahmen geben. Aber ein ganz wichtiger Aspekt ist für mich wirklich die Mitarbeiterentwicklung. Gerade in einem Unternehmen wie bei der Immanuel-Albertinen-Diakonie. Ich sage immer, es gibt so viel Arbeit. Arbeit ist für alle da und wir haben genug Arbeit. Und wir können schauen, dass auch vielleicht Mitarbeiter, die ähnlich wie ich früh ihre Ausbildung gemacht haben, seit langer Zeit im Unternehmen sind, die können doch auch nochmal schauen, was hängt am schwarzen Brett. Was möchte ich vielleicht machen? Die sollen ja, das ist ja das Wichtige, die Mitarbeiter zu halten und zu entwickeln und langjährige Mitarbeiter, loyale Mitarbeiter zu haben für das Unternehmen und dann auch zu schauen, wie kann ich denjenigen fördern oder fordern auch. Wie viele Direktoren und Direktorinnen gibt es bei Ihnen?

Nicht, dass jetzt jemand da draußen auf die Idee kommt, Frau Wobst kann nicht bis 13. Nein, fünf. Fünf Herren und ich. Also zu sechst. Zu sechst, genau. Dann sind Sie noch die Ausnahme reinzubringen. Die Ausnahme im Direktorium, aber nicht die Ausnahme bei Emanuel Albertin Diakoni als Führungskraft. Und ich glaube auch, dass sich die Positionen, Bekommen habe nicht, weil ich eine Frau bin, sondern aufgrund meiner Qualifikation. Aber ich muss auch schon sagen, das hat ja auch dann die Geschäftsführung auch bei mir gemacht, die Entwicklung, die Mitarbeiterentwicklung und er hat einfach mich entwickelt dahin. Vielleicht war das schon lange der Plan und Sie wussten das einst noch gar nicht, dass Sie dahin entwickelt wurden. Oder werden, ne? Also genau, wir haben da oft drüber gesprochen und weil er auch gefragt hat, was möchte ich machen, wo möchte ich hin? Er hat mir zugehört, er hat meine Potenziale erkannt und hat mich auch mit allen Maßnahmen dahin unterstützt und mir auch die mögliche Rückendenkung, den sogenannten Flügelschutz dafür gegeben. Und ja, das habe ich auch immer so als wertschätzend angenommen, dass er dann auch sagt, nur Mut, trauen Sie sich, greifen Sie zu, versuchen Sie es. Flügelschutz, das ist ein schöner Begriff das machen sie jetzt bei anderen haben sie da schon ein paar? Absolut wo sie schon genau wissen, alles klar, die pushe ich ein bisschen nach vorne genau, also das mache ich tagtäglich ehrlicherweise, habe ich schon mehrfach jetzt gemacht.

Auffälligerweise viele Frauen, natürlich habe ich auch viele weibliche Mitarbeiterinnen, aber auch da mir macht das Spaß, mir macht das Spaß die Kolleginnen zu entwickeln, weil ich mich dann auch so ein bisschen selber wiedererkenne, viele kennen meine Geschichte und sehen das als Vorbild und sagen, Frau Wobbs, meinen Sie, ich könnte das auch? Und ich sage, klar, warum nicht? Und wenn ich dann die Möglichkeit habe, andere Führungskräfte anzusprechen und zu sagen, du, ich habe da jemanden, die würde gerne oder die hat das Potenzial, wie sieht es aus? Und da, das machen wir jeden Tag erfolgreich miteinander. Sie sind so eine Netzwerkerin, so eine Drahtzieherin. Absolut. Das kommt auch durch das Kümmern. Ja, Hinhören hilft. Mein Vater hat immer gesagt, wer den Mund aufmacht, dem kann geholfen werden. Das mache ich eigentlich immer. Es kann immer was schief gehen. Wir sind alle Menschen und das ist Menschlichkeit, aber dann lasst uns doch schauen, wie wir die Kuh vom Eis kriegen. Und so kann man das aber auch im Krankenhaus machen. Man wird es nicht immer allen recht machen können und es passieren Fehler.

Und da muss man einfach gemeinsam schauen, wie man das vielleicht in dem Moment auch einfach vielleicht ändern kann oder ein bisschen korrigieren kann, ein bisschen anpassen kann. Aber dafür sind es dann auch 2000 Mitarbeitern. Es ist nie für alle perfekt. Sie können also Mitarbeiter entwickeln, pushen, freundlich sein, aber auch mal bremsen und mal gegenhalten. Genau, aber genauso erwarte ich das auch von meinen Mitarbeitern. Aber sich auch trauen zu sagen, ich glaube, das würde ich jetzt anders sehen oder so. Wie gesagt, ich würde gerne miteinander führen und leiten. Also mir kann man auch sagen, war nicht so gut. Dann reflektiere ich mich in der Regel und ich kann auch gut mich entschuldigen. Also das ist auch nicht das Thema. Oder dann zu sagen, gut, das ist blöd gelaufen oder das mache ich gerne nächstes Mal anders oder schaue nochmal anders drauf. Aber dann braucht man auch jemanden, der es einem sagt. Nicht der über den Flurfunk. Wenn Sie Ihrer 20-jährigen Version, also sich selbst rückwärts, einen Rat geben könnten, wer wäre das?

Manchmal ein Hausstraiter zu sein, vielleicht fünf Jahre früher dran gewesen zu sein. Das wäre jetzt vielleicht was, wo ich sagen würde, hätte es sich eher getraut. Was wäre denn dann passiert? Dann hätten sie Abitur gemacht und hätten gleich in der Verwaltung gearbeitet. Da wären jetzt aber auch ganz viele Skills flöten gegangen. Nee, das nicht. Nicht so vielstraiter. Aber ich hätte vielleicht mit dem Wechsel nach Hamburg schon sagen können, ich gehe zur Schule. Ich ändere was an der grundsätzlichen Struktur, weil das war schon ersichtlich, dass wenn es in Bockelshausen und Bielefeld nicht reicht, dass es in Hamburg noch weniger reichen wird. Ja gut, das ist einfach eine logische Mathe-Rechnung. Absolut. Und dafür muss man studiert haben. Und dafür muss man nicht mal studiert haben, um das zu rechnen. Nee, wenn der Kühlschrank leer ist, merkt man das. Das muss man nicht studiert haben. Genau.

Wenn Sie ein Essensgericht wären, was stünde denn dann so auf der Speisekarte? Und ich weiß jetzt schon, es ist ohne Soße. Ein Steak. Gut gepfeffert, bissig an den richtigen Stellen, aber mit einem richtig guten Innenkern. Und ohne Soße. Und ohne Soße. Das ist pur am besten zu genießen. Absolut. Bisschen mehr Salz drauf, dann passt das. Ein bisschen die Würze. Also hier im Podcast geht es ja um Berufe mit Sinn. So heißt er ja auch. Und es sind Hamburger Klinik-Heldinnen. Aber Sie haben gesagt, Sie sind ja gar keine Heldin. Was sind Sie denn dann? Warum habe ich Sie denn dann hier?

Ich würde mich als Macherin beschreiben. Ich würde sagen, ich bin jemand, der dafür da ist, dass die wirklichen klinischen Helden jeden Tag auch einfach klinische Helden sein können. Und ich versuche, die dabei zu unterstützen und denen den Rücken freizuhalten, einfach um die Arbeit zu erleichtern. Wo wir gerade beim Sinn sind. Was gibt Ihrer Arbeit heute am meisten Sinn? Die Mitarbeiterentwicklung. Das macht wahnsinnig viel Spaß und da sehe ich einen großen Sinn drin bei mir. Ich sehe aber auch einen Sinn darin, arbeitserleichternde Maßnahmen zu schaffen.

Sinn darin, die Patientenzufriedenheit zu fördern. Wie sieht denn so ein klassischer Tag bei Ihnen aus?

Also in der Regel versuche ich erstmal in allen meinen Bereichen und Abteilungen vorbeizuschauen, guten Morgen zu sagen, den Kollegen zu begrüßen. Wie viele sind das? Also ich habe knapp 120 Mitarbeiter, die für mich und mit mir zusammenarbeiten. Einiges ist natürlich auch im Dreischichtsystem, aber ich versuche eigentlich so viele wie möglich jeden Morgen zu begrüßen und zu gucken, Wie sieht es aus? Wie ist der aktuelle Stand? Was haben wir an vielleicht Ausfallmanagement in den eigenen Bereichen zu tun? Was steht so an? Ich schaue in meinen Kalender und bereite mich gegebenenfalls auf weitere Termine vor. Aber das Wichtigste für mich ist erstmal meine Mitarbeiter und Kolleginnen und Kollegen zu begrüßen. Also erstmal loslaufen? Erstmal loslaufen. Man ist natürlich viel in Terminen, man ist nicht mehr viele Kilometer unterwegs. Das war vorher deutlich anders im operativen Bereich. Jetzt nutze ich einfach die Chance auch, um Meta zu machen und Leute und Kolleginnen und Kollegen im Haus zu treffen, weil man jetzt schon mehr in Meetings und Sitzungen in einem kleineren Rahmen zusammensitzt. Sie wollen den Kontakt zur Basis nicht verlieren? Nein, möchte ich nicht. Man kann mit denen ja auch nicht immer telefonieren, die haben ja alle was zu tun. Also man muss ja schon hin und sich mal in die Augen sehen. Ja und es passt vielleicht auch gerade in dem Moment gar nicht zu telefonieren. Es sind zum Teil Bereiche, die mit Patientenkontakt frequentiert werden. Da muss man einfach schauen, ob derjenige gerade Zeit hat, vielleicht einen guten Morgen, für einen Smalltalk zu fragen, wie es einem geht.

Da brauche ich nicht anrufen und abfragen. Also ich möchte mir gerne einen eigenen Eindruck und ich glaube, das ist auch wertschätzend, dass man das nicht einfach abtelefoniert. Nach vor 30 Jahren hätten die Leute wieder noch die Hacken zusammengeknallt und hätten gesagt, ach verdammt, da kommt der Verwaltungsdirektor oder die Verwaltungsdirektorin. Also bei mir braucht keiner mit den Hacken knallen und selbst meinem Chefärzten habe ich gesagt, Frau Direktor reicht.

Sagen die wirklich Frau Direktor? Nein, also es war ganz süß. Einer unserer älteren Chefärzte hat mich in der neuen Rolle sehr beglückwünscht. Und es war ihm auch persönlich wichtig, mir das selber persönlich zu sagen, nicht auf einem schriftlichen Weg. Und dann sagt der Mensch, Frau Verwaltungsdirektorin, Herr Professor, für Sie Frau Direktor. Also da müssen wir dann auch nicht so formal sein. Und das ist dann halt, ich bin Frau Direktor, aber das ist halt, ehrlicherweise bin ich einfach Frau Wobst. Also dank Frau Direktor haben wir heute gelernt, Verwaltung ist nicht ausschließlich die graue Schaltzentrale im Hintergrund, sondern zumindest bei Ihnen im Haus ein Ort, an dem Sinn entsteht durch Entscheidungen, die den Alltag vieler Menschen prägen. Das ist das, was ich davon mitnehme. Mehr über Sabrina Wobst und das Albertinen Krankenhaus gibt es natürlich auch zum Nachlesen im Hamburger Abendblatt, in der Printausgabe und online. Vielen Dank auch an Sie da draußen. Wenn Sie mögen, hören Sie auch während unserer kurzen Sommerpause rein. Da spielen wir noch einmal beliebte Folgen aus den vergangenen Jahren. Mich hören Sie im September wieder. Ich freue mich drauf. Bis dahin und haben Sie einen tollen Sommer.

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