Die Hamburger Klinik-Helden, der Podcast über Berufe mit Sinn. Vom Hamburger Abendblatt und dem Verband der freigemeinnützigen Krankenhäuser in Hamburg. Die Freien. Moin und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Hamburger Klinik-Helden, dem Podcast über Berufe mit Sinn. Heute dreht sich hier im Hamburger Abendblatt-Studio alles um das Thema Geburt. Vor allem aber um die nervenaufreibende Zeit, bevor ein Baby überhaupt das Licht der Welt erblickt. Denn die Zeitspanne genau davor, die ist schwierig. Wann soll ich losfahren? Soll ich überhaupt schon losfahren? Habe ich schon genug Wehen? Darf ich überhaupt schon im Kreißsaal? Alles Fragen, die zu klären sind. Ich bin Wiebe Bökemeyer und freue mich doppelt, denn ich habe heute gleich zwei Profis zu Gast. Das Business der beiden sind Babys. Sie arbeiten im Marienkrankenhaus Hamburg, in dem 2024 3096 Kinder geboren wurden. Sie wissen also, wovon Sie reden. Im Marienkrankenhaus ist nämlich was ganz Besonderes entstanden, gemeinsam mit den beiden. Hier wird am 5. Mai ein vorgeburtlicher Kreißsaal mit dem Namen Wellenzeit eröffnet. Vorgeburtlich, das ist das Stichwort. Miriam Carstens ist Abteilungsleitung Pflege der Frauenklinik und Mechthild Rühlicke ist leitende Hebamme. Schön, dass Sie da sind. Hallo, guten Tag. Hallo. Das Marienkrankenhaus eröffnet offiziell am 5. Mai den ersten vorgeburtlichen Kreißsaal. Wie aufregend ist das für Sie? Wie fühlt sich das an?

Also sehr aufregend. Wir sind sehr stolz darauf. Wir haben den 5.5. Bereits letztes Jahr bewusst gewählt, weil das der internationale Tag der Hebammen ist. Und wir verbinden das mit einem großen Tag der offenen Tür und zeigen mit ganz vielen verschiedenen Aktionen, mit der Vorstellung der Elternschule, wo ich nachher auch nochmal drauf eingehe, eben unseren vorgeburtlichen Kreißsaal Wellenzeit. Wie fühlt sich das für Sie an als Hebamme? Ja, also mich erfüllt es auch total mit Stolz, dass wir in der Geburtshilfe, die ja sowieso schon eine große ist, wie wir schon gehört haben, noch ein neues Projekt on top machen können und vor allen Dingen einfach den werdenden Familien noch eine Besonderheit bieten können, um sie eben genau dort abzuholen, an der Stelle, an der sie zu uns kommen. Ja, das müssen Sie mir einmal erklären. Was genau passiert auf dieser Station? Für wen ist das? Für welche Frau?

Also die Familien bekommen ja häufig in ihren Vorbereitungskursen oder auch im Gespräch mit den Hebammen gesagt, wann ist der richtige Zeitpunkt loszufahren in die Klinik. Und trotzdem gibt es da einfach total viele Fragen. Also wann soll man dann losfahren? Und wir sagen, hört auf euer Bauchgefühl und kommt zu uns. Es gibt keinen falschen Zeitpunkt. Wir können dann einfach schauen, wo stehen wir jetzt in diesem Moment mit der Geburt? Ist vielleicht die Fruchtblase schon geplatzt? Sind die Wehen schon regelmäßig oder vielleicht noch nicht regelmäßig? Und was ist in diesem Fall zu tun? Ist der Weg schon für den Kreißsaal offen oder gibt es da eben nochmal andere Methoden? Und in diesem Fall haben wir uns überlegt, ist es gut, einen Bereich zu haben, wo die Familien dann aufgenommen werden können, also auch wirklich als Paar zusammenbleiben dürfen und diese erste Phase gemeinsam verbringen und eben fachkundig von den Hebammen betreut werden.

Bezüglich, was kann man noch tun, um die Geburt vielleicht auch voranzubringen oder was braucht man jetzt als Betreuung, weil auch das ist ja sehr individuell. Manche Frauen brauchen zu diesem Zeitpunkt noch nicht so viel. Sie wünschen sich nur die Sicherheit der Aufnahme und dass jemand für sie da wäre, wenn sie dann jemanden brauchen. Naja, es sind ja manchmal auch Entfernungen und da können ja zehn Minuten für jemanden, der schwanger ist, gefühlt entscheidend sein. Der Weg nochmal nach Hause und dann wieder, wann ist denn dann der richtige Zeitpunkt, ist schon schwierig. Manche Frauen fühlen sich auch wohler, wenn sie nochmal nach Hause können. Auch das ist ein wichtiger Punkt. Dafür sind wir natürlich offen. Das ist nicht gesagt, wir haben diesen Bereich und dort müssen alle Frauen bleiben. Das ist ganz wichtig. Das ist aber eine Lücke, die quasi geschlossen wird. Also wenn jemand auf sein Bauchgefühl hören darf, wie Sie es gerade beschrieben haben, dann kann man einfach losfahren und sagen, ich check da jetzt ein. Genau. Und ich habe nicht das Gefühl, ich werde wieder nach Hause geschickt. Genau, man würde quasi als Frau mit dem Partner der Partnerin sich bei uns primär in der Kreißsaalambulanz vorstellen. Dort wird man ärztlich natürlich dann auch begutachtet, stellt sich eben im Gespräch vor, wird gegebenenfalls aufgenommen, je nach Befund und dann geht die Reise in den vorgeburtlichen Kreißsaalwellenzeit. Wenn das alles passt, wenn man zum Beispiel einen Blasensprung hat oder man mit dem ärztlichen Dienst gemeinsam entscheidet, dass man eine Einleitung starten möchte.

Aktuell ist es so gewesen bei uns in den Bereichen, dass wir die Frauen natürlich im Kreißsaal oder auch auf den Stationen unterbekommen haben und wir entzehren so die Bereiche. Das ist ja auch für die Mitarbeitenden, für die Kolleginnen ganz, ganz wichtig, dass man sich viel besser und konzentrierter auf die Situation vor Ort quasi konzentrieren kann. Und der Weg ist ja auch kurz, richtig? Total. Und es ist ja auch ein bisschen so eine Art Leitfaden. Ich stelle mich in der Kreißsaalambulanz vor. Ich kann dann in den vorgeburtlichen Kreißsaal Wellenzeit gehen. Ich habe da die Ansprechpartnerin.

Dann, wenn es soweit ist, gehe ich begleitet in den Kreißsaal. Dort findet die Geburt statt. Und im Anschluss, wenn die Familie dann quasi ganz ist, können wir unser Parent-In-Angebot, das machen wir jetzt auch ganz neu auf unserer privaten Station, dass wir uns darauf konzentrieren, dass möglichst viele Familien auch ein Parent-In-Angebot gesichert bekommen. Dann gehen sie dorthin. Was ist ein Parent-In? Das heißt, dass man die als Familie dort zusammen wirklich über Nacht und länger bleiben kann? Genau. Wir möchten Familien nach der Geburt eine Möglichkeit anbieten, zusammen in einem Zimmer zu liegen. Familien bedeutet der Partner, die Partnerin. Das heißt aber, man will nicht noch die drei anderen Kinder da haben. Genau, deswegen habe ich das tatsächlich gerade so gesagt. Das wäre ein Fernziel vielleicht irgendwann. Also wir sind offen immer für neue Ideen, aber man muss mit dem ersten Schritt anfangen. Und die Nachfrage, das merkt gerade Mächtet Rülicke auch immer sehr stark auf den Elterninformationsabenden, ist sehr hoch. Und mit dieser Struktur werden wir das verbessern können. Kann mir einer von Ihnen beiden mal beschreiben, wie es aussieht, dass ich komme da rein, wie fühle ich mich? Ich habe vielleicht Wehen und denke, jetzt möchte ich irgendwie an einen Ort kommen, wo ich abgeholt werde und mich so ein bisschen fallen lassen. Nordisch.

Nordisch ist gut, nordisch vernet. Genau, wir haben ein bisschen das Thema Maritim aufgegriffen und haben überall Elemente, die sich am Meer oder am Strand wiederfinden. Die Wellen auch, also die Wellenzeit, das haben wir übertragen sowohl auf das maritime Bild als auch auf die Wehen, die die Frauen ja dort erleben und die sie als Wellen empfinden. Und es auch eigentlich ganz gut ist, wenn man gar nicht unbedingt die Wehe Wehe nennt, sondern Welle, weil sie kommt, sie hat ihren Höhepunkt und sie geht dann auch wieder. Wir hatten das große Glück, Claudia Enders kennenlernen zu dürfen, die uns aktiv angeschrieben hatte und haben ganz individuell Zimmer für Zimmer unsere Ideen, unsere Konzepte, was wir uns wünschen, ihr vorgestellt. Und sie hat dann Zeichnungen nur für uns erschaffen. Ja, und das war natürlich etwas ganz Besonderes und prägt jetzt auch den Charakter, so wie Frau Rühlige das gerade beschrieben hat, wie unsere Zimmer aussehen. Also Maritim, Welle, wir haben zum Beispiel eine Mutterwahl und ein Babywahl, das ist ja dieser Aspekt Bonding, so stark ausgeprägt. Ja, und auch die Farben sind warm, so würde ich das bezeichnen. Wir haben schöne Sandtöne, die Holztüren. Das ist natürlich ein alter Charakter, Altbau. Das ist schon angenehm. Gibt es auch einen Leuchtturm?

Gemalt. Gemalt, ja. Genau. Weil jede Schwangere, wenn man zur Entbindung kommt, man wünscht sich einen Leuchtturm. Und im besten Fall ist es die Hebamme, die eigentlich der Leuchtturm ist. Genau, das ist ein bisschen symbolisch. Auf dem Flur ist das Bild mit dem Leuchtturm. Wir haben dort eine Art Rampe, also man geht einen Weg nach oben. Und dort ist dann der Stützpunkt, wo man die Hebammen vorfindet, wenn man direkt den Kontakt sucht. Und da führt der Weg zum Leuchtturm tatsächlich hin. Das ist schön, nämlich genau zu den Damen, die man dann braucht in dem Fall. Genau, genau. Wo man Hilfe bekommt. Und wie viele Räume sind das und wie darf ich mir das vorstellen? Also auch wenn ich jetzt vielleicht als Partnerin oder Partner mitkomme, kriege ich da auch einen Kaffee? Ja, selbstverständlich. Also wir haben insgesamt zehn Zimmer, vier Einzelzimmer, drei Zwei-Bettzimmer.

Eine richtige Familien-Lounge, so würden wir das nennen, wo man eine Ecke hat, wo die Begleitpersonen eben sich auch mal zurückziehen können eventuell oder sich auch untereinander austauschen können. Oh ja, spannend. Genau, ist ja vielleicht auch sehr wertvoll in so einer Vorzeit der Geburt, nicht in einer aktiven Geburtsphase. Manchmal hat man da noch die Möglichkeiten und die haben ja auch eine hohe Last zu tragen. Und müssen viel aushalten und ihren Frauen beistehen. Und in dieser Familienlongs bieten wir Getränke angekühlt, wir haben auch eine Versorgung mit Buffet geplant, wir haben eine Kaffeemaschine dort geplant, eine schöne Sitzecke und einen kleinen Kickertisch auf den Tisch aber, den man da so raufstellt in Mini-Version. Vielleicht hat man da auch mal Zeit, sich eben wie gesagt auszutauschen. Zur Ablenkung, ich stelle mir das so vor. Die Frauen werden alle gerade untersucht oder wollen sich gerade um sich selbst kümmern und dann sitzen da andere Menschen, Begleitpersonen und sagen... Was brauche ich gerade los? Wie weit ist deine Frau denn schon? Ja, ganz genau. So ein bisschen das Leid gemeinsam tragen. Und dann ist der Neid groß, wenn dann eine schon hoch kann und dann geht es los.

Muss man noch warten. Wie lange kann sich dann so eine Geburt hinziehen? Wie lange rechnen Sie damit, dass eine Frau bei Ihnen sein kann?

Ganz schwierige Frage, weil man diesen Zeitraum nicht festlegen kann. Es kann sein, dass die Familie aufgenommen wird und die Wehen ziehen richtig gut an, werden effektiv. Ein paar Stunden später geht es schon in den Kreißsaal. Aber es kann auch mal sein, dass es ein paar Tage geht und vielleicht auch manchmal zwischendurch das Gefühl aufkommt, ich bin ermüdet und ich bin doch jetzt schon so lange unter der Geburt. Und da ist es wichtig, die Paare abzuholen, weil die Latenzphase eben wirklich noch ein ziemliches Auf und Ab ist und die Kraft, die hier gebraucht wird, ist hoch und die mentale Kraft vor allen Dingen, weil man akzeptieren muss, das ist noch nicht ganz so weit. Und wir brauchen vielleicht sogar zwei Tage, bis es dann so effektiv wird, dass wir in den Kreis herwechseln können. Und das ist schon auffühlend für viele, ja. Den Raum bekommen die Familien dann in der Wellenzeit? Ganz genau, den bekommen sie da. Also die Begleitpersonen sind gut versorgt. Das kann ich vor meinem inneren Auge gut sehen. Da hätte ich fast Lust, jemanden zu begleiten. Aber was passiert mit den Frauen? Was ist bei Ihnen so besonders? Was bieten Sie da an? Wir bieten den Frauen in den Räumlichkeiten natürlich die komplementärmedizinische pflegerische Versorgung auch an, wie Aromatherapie, auch Lichtelemente. Wir haben zum Beispiel so kleine Lampen gekauft, die die Farben wechseln. Das wirkt beruhigend, weil es ja eine sehr anspannende Phase ist.

Das wollen wir damit erreichen, dass wir gute Lichtkonzepte dort haben. Jeder kann seine Musik individuell auch mitbringen.

Und wir arbeiten bei uns, das ist etwas ganz Besonderes, mit speziellen Lagerungsmodulen. Also im Zuge, in der Einrichtung für die Station, da haben wir uns ja überlegt, was könnten wir den Familien noch bieten. Und da bin ich auf die BIAB-Studie gestoßen. Was ist eine BIAB-Studie? Also die Uni Halle-Wittenberg hat eine Studie geführt, was passiert, wenn man das klassische Kreisbett aus dem Raum nimmt.

Ich würde sagen, die Kinder kommen trotzdem. Genau, und zwar sogar besser, weil die Frau gar nicht dieses Verpflichtungsgefühl entwickelt, wenn da in der Mitte vom Raum ein Bett steht, muss ich mich da auf das Bett drauflegen. Ja, das ist so zentriert, das macht man, das ist richtig. Man fühlt sich so, als würde es erwartet werden. Genau, richtig. Und deswegen hat man innerhalb dieser Studie eben Räume ausgestattet mit Schaumstoffelementen, kann man das quasi bezeichnen, die man verschieden stapeln und anordnen kann und die somit bestimmte physiologische Bewegungen fördern, die dann oft auch intuitiv von der Frau in den verschiedenen Geburtsphasen eingenommen werden. Und damit konnte man die Physiologie in der Geburtshilfe stärken. Das ist nachgewiesen innerhalb dieser Studie. Wir haben uns dann überlegt.

Ja, wir können das nicht ganz genau wie in der Studie machen. Wir haben die Betten in den Zimmern und trotzdem möchten wir gerne den Frauen und Paaren die Möglichkeit bieten, sich auch entsprechend zu bewegen. Deswegen haben wir fast alle Zimmer mit den Elementen ausgestattet. Einige Räume sind auch eher mit Patsy-Bällen ausgestattet, weil das auch manchmal eher individuell ist. Fühle ich mich auf dem Patsy-Ball eigentlich gut oder möchte ich mich eher anders bewegen? Und da sind wir natürlich auch flexibel und bieten den Paaren auch beide Möglichkeiten und können sich dann auch austauschen und wechseln. Ich wollte gerade sagen, es sind ja bewegliche Teile. Ich habe gerade so diese Kita-Module vor Augen, wo Kinder sich so Bogen mitbauen und ähnliches. Sind die so groß? Ist das eine richtige Vorstellung? Ja, ganz genau. Genau so kann man sich das vorstellen.

Es gibt auch eine richtige Matte, sehr robust und man würfelt sich quasi seine Position zusammen. So kann man das sagen. Genau. Das ist schön. Schönes Bild. Man würfelt sich seine Position zusammen. Und es fördert einfach auch, dass Kind quasi in das Becken physiologisch rutscht. Naja, weil das Schlimmste ist ja eigentlich auch einfach nur auf dem Rücken rumliegen, richtig? Absolut. Es gibt Momente, in denen eine Hebamme auch mal sagt.

Jetzt könnten wir es gut gebrauchen, wenn du dich in diese oder jene Position begibst, weil wir dann die Chance haben, dass sich zum Beispiel das Becken nochmal weitet oder das kindliche Köpfchen doch nochmal ein bisschen mehr tiefer rutscht. Und ansonsten erfolgt es aber ganz intuitiv, häufig spüren die Gebärenden auch, was tut mir jetzt gut, wo nimmt es mir eventuell auch gewissen Druck oder auch Schmerz, der auf dem Beckenring zum Beispiel entstehen kann oder allgemein, wenn ich mich in eine bestimmte Position begebe, kann ich die Wehen, Schmerzen, die Wellen viel besser ertragen. Was unsere Räumlichkeiten noch ergänzt, ist, dass wir ein eigenes Entspannungsbad, eine Entspannungswanne eingebaut haben, die viel Raum bietet. Viel Raum? Wie viel Raum? Das sehe ich jetzt im Blauwahl kurz vor mir.

Ganz so groß nicht, aber sie ist nicht so wie eine klassische Wanne, die man so zu Hause hat, sondern sie hat einen erweiterten Bereich, dass sie eher wie ein Trapez fast geformt ist, sodass man sich in verschiedene Positionen begeben kann. Also je nachdem, wie man es gerade unter der Wehe, während der Welle gerne mag und dann kann man sich da drin gut bewegen. Und ist die groß genug, dass da noch jemand mit rein? Wir haben auf jeden Fall so viel Platz, dass man sich mit einem gemütlichen Hocker auch daneben positionieren kann. Genau, wir wollen das als eine kleine Wellness-Oase und auch Rückzugsraum nochmal, einen Spannungsraum bieten. Genau, dass die Frauen und Familien sich da auch nochmal entspannen können.

Gab es denn einen bestimmten Moment oder eine Erfahrung, die Sie so motiviert haben, eben diese Räume entstehen zu lassen, also diese Vision noch wahrzumachen? Also es gab verschiedene Punkte. Das eine ist, dass immer mal wieder natürlich die Frage war, wie können wir die Frauen, die sich in dieser Latenzphase befinden oder auch unter der Einleitung besser abholen, weil Frau Carstens hat es vorhin schon angesprochen.

Bisher ist es so, dass die Familien dann auf den normalen, periferen Stationen, auf den beiden Wochenbettstationen sind und so ein bisschen in der Betreuung untergehen. Und das spüren wir. Und auch die Hebammen haben häufig gemerkt, ich kann mir nicht diese Zeit aufnehmen, obwohl ich das so gerne möchte. Und das ist eine Frage gewesen, ja, wie können wir das machen? Und das andere ist, dass ein Bereich direkt unter dem Kreis her frei geworden ist. Wir haben den Ball zurückgespielt bekommen. Mensch, können Sie nicht was suchen oder entwickeln, was zur Geburtshilfe passt? Ja und da kam mir dann ein Konzept einer Hebamme, unsere Ideengeberin Annalena Weise, die mir vor einigen Jahren schon mal erzählt hat, was ihre Vision ist, was sie gerne möchte und zwar nämlich genau einen Bereich, wo diese Frauen sich aufhalten, die Gebärenden und wo die Hebammen nach ihrer originären Tätigkeit die Frau, die Familie genau dort abholen kann. Und versorgen kann, dass die physiologische Geburt gestärkt wird. Also wir haben dann gesagt, schreibt mal das Konzept nieder.

Dann hat Frau Carstens das vorgestellt in der Geschäftsführung und es wurde so dieser ersten Ideenplatzierung stattgegeben und dann war das so, das ist jetzt nicht wahr. Also es ist wirklich, wow, wir können wirklich was bewirken. Das ist toll. Also da dürfen wir auch selber auf uns stolz sein. Es ist ja ein frauenzentrierter Bereich und wir haben das visualisiert, wir haben das wirklich, wie Frau Rühle gesagt, nochmal überarbeitet, nochmal durchgesprochen.

Auch ärztlich, den ärztlichen Dienst, also auch so interprofessionell. Das ist ja ganz wichtig, dass wir auch zusammen ein Konzept gemeinschaftlich tragen am Ende. Und nicht vorpreschen, sondern jeden auch mit ins Boot holen. Sie sagten gerade, es ist ein frauenzentriertes Thema. Was brauchen Frauen, wenn sie Kinder bekommen? Ich würde sagen, vor allem auch Unterstützung, viel Liebe und Geborgenheit. Das, was auch wirklich wichtig ist, man schafft es nicht ganz alleine. Man braucht Unterstützung und man darf sich nicht zu sehr auf Situationen versteifen, sondern muss alles ganz individuell sehen und so nehmen, wie es kommt. Gab es denn irgendwelche besonderen Herausforderungen oder Skepsis bei diesem neuen Bereich oder ist der von allen wirklich sofort angenommen worden?

Wenn man Veränderungen und Neuerungen einführt, implementiert, sind auch oft Ängste mit verbunden und da ist die Herausforderung, finde ich, immer von uns Führungskräften, dass wir da auch offen mit umgehen und auch sagen, dürfen sie haben, teilt sie uns mit und wir versuchen sie euch zu nehmen und zeigen euch auf, was das Positive ist. Oder wir gucken auch gemeinsam, was habt ihr für Ideen noch? Also ganz viele Ideen sind ja auch dann nochmal mit dem Hebammen-Team gemeinsam entstanden. Dass sie kleine Ansätze noch hatten innerhalb der Teamsitzung, die sie Mechthild-Rüdige mitgeteilt hatten. Sowas entsteht dann ja auch im Verlauf, wie sie das schon sagten. Man wächst so mit seiner Aufgabe dann auch. Und das ist uns auch ganz wichtig, dass wir weiterhin die Kolleginnen und Kollegen, aller Berufsgruppen regelmäßig abholen. Und natürlich sind die Herausforderungen, also ohne die Gewerke, mit denen wir zusammenarbeiten müssen, würden wir hier jetzt gar nicht stehen. Das muss man auch nochmal ganz klar sagen, wie Technik, wie IT.

Aber es gibt so viele Sachen, die man beachten muss und das ist natürlich eine große Herausforderung gewesen, muss man schon sagen, aber die haben wir gut gemeistert. Naja, da ist ja relativ schnell verstanden gegangen, der Prozess. Also Sie haben es ja eben beschrieben. Also wenn Sie wirklich erst im Juni darüber gesprochen, das Konzept soweit durchbekommen und im Oktober angefangen umzubauen und Sie können das Datum der Eröffnung halten. Boah, da gibt es Projekte in Hamburg, da klappt das nicht so gut. Ja, Mensch, da haben wir auch schon gedacht, dass wir gar nicht schlecht sind. Man selber sieht das immer irgendwie dann doch anders, aber am Ende kann man einfach mal stolz sein. Frau Rühlik und ich haben auch sehr stringent jeden Freitag Projektstatus, das durchterminiert im Outlook und da sind wir wirklich unsere Themen durchgegangen und das hat uns auch nochmal, finde ich, sehr in den Personen so zusammengeschweißt. Was Frau Rühlikke nicht sieht, versuche ich zu sehen, was ich nicht sehe, sieht auf jeden Fall Frau Rühlikke. Das ist so.

Genau. Naja, vier Augen sehen mehr als zwei. Und auf jeden Fall ist es so, dass wir dann als starkes Team auch gegenüber denen, die wir für alle Schnittstellen brauchen, aufgetreten sind und somit wirklich unsere Stärke beweisen konnten, wir brauchen das aber. Ja, das ist das Ziel und das nicht aus dem Auge zu verlieren, das war uns immer wichtig und es ist uns glaube ich auch wirklich so gut gelungen, das sieht man jetzt daran. Gibt es Rituale oder so ganz besondere Methoden, die genutzt werden, also um Frauen in dieser ganz bestimmten Phase, in dieser Vorbereitung zu unterstützen? Was ist anders? Also wir haben flächendeckend das Team auf Basis der traditionellen Hebammkunst. Das ist eine Art Fortbildung, die klassische Ausbildung ergänzt. Dazu haben wir die Kolleginnen alle durchweg geschult, sodass alle diese Methoden oder sich darauf auch nochmal besinnen, was man tatsächlich damals in der Ausbildung hatte oder auch im Studium jetzt, aber das ist halt ja schon bei manchen ein paar Jahre zurück. Und nach dieser traditionellen Hebammenkunst wird dann da gearbeitet und damit kann man den Gebärenden nochmal Methoden an die Hand geben. Wie wird denn die Partnerin oder der Partner in dem Fall mit einbezogen? Also ist es so wie schon dann später auch im Kreißsaal? Hat der auch was davon oder diejenige? Ich glaube.

Auch hier ist total wichtig das Abholen mittels Gespräch, also dass man guckt, auch in welcher Phase, vielleicht befindet sich auch die Begleitperson, also ist man noch total in der Aufregung und was passiert jetzt und wie kann man dem Ganzen so ein bisschen Ruhe geben und das ist glaube ich schon der Kern, der dort dann auch von der Hebamme geleistet wird. Und ansonsten ist es genauso wie im Kreißsaal, dass eben diese Gemeinschaft von diesem Paar als werdende Familie gestärkt werden soll. Das bedeutet aber nicht, dass Frauen oder Gebärende, die keine Begleitpersonen haben, dadurch irgendwie Nachteile erleben, sondern es ist auch da, jede Familie hat ihren individuellen Aufbau oder ihre individuellen Funktionalität und das soll auch immer mit drin sein. Also eine Frau, eine Gebärende, die allein kommt. Von den Hebammen genauso intensiv begleitet und beraten. Und ihr stehen selbstverständlich alle Methoden genauso zur Verfügung. Wenn jetzt beispielsweise eine Frau alleine kommt und sagt, ich würde mich, glaube ich, auch gerne mit Gleichgesinnten austauschen, weil viele Frauen, die ja in dieser Eröffnungs- oder in dieser Vorbereitungsphase sind, die ist es ja.

Haben ja immer mal kurzfristig so eine Phase, wo sie sagen können, jetzt kann ich nochmal einen Tee trinken, jetzt laufe ich vielleicht ein bisschen durch den Raum oder vielleicht kicke ich auch ein bisschen. Dann können die ja auch miteinander ins Gespräch kommen. Also das heißt, dafür ist auch Raum da, dass die Frauen untereinander sich vielleicht ein bisschen unterstützen können oder sich ablenken können. Unbedingt, genau. Also das haben wir mittels auch ja unserer Konzepte, wie zum Beispiel, das hatte Frau Carstens vorhin angesprochen, mit der Buffet-Versorgung. Am Buffet ist ja der Charakter, dass man zusammenkommt und sich vielleicht dann auch austauscht. Und ja, das gilt natürlich genauso für die Gebärenden. Was gibt es da beim Buffet, was besonders ist, was unbedingt gebärende Frauen brauchen?

Jeder hat ja so einen Janker in diesen Phasen. Aber gibt es irgendwas, wo Sie sagen, das muss immer dabei sein? Nee, das würde ich jetzt so nicht sagen. Ich glaube, es ist sehr vielfältig unser Buffet und jeder hat da eine Möglichkeit, was zu finden, was ihn dann am Ende glücklich macht. Und meistens bringen die Frauen auch ihre Notfallkits dann selber mit für sich. Also ich hatte auch meine Sachen in meiner Tasche. Das ist schon so, dass da jeder immer so seine individuellen Riegel, Energieriegel oder ähnliches mit dabei hat. Ja, was hatten Sie denn in Ihrer Tasche? Also ich weiß, dass noch Bananen dabei waren. Das weiß ich noch. Und auch, glaube ich, so Erdnussriegel und Schokolade. Also schnelle Energie. Man wusste, man benötigt schnelle Energie. Ich hatte drei Beefies dabei. Das ist auch gut. Das war wirklich ganz schlimm. Ich brauchte unbedingt Beefies bei beiden. Das ist ja so, dass wir diesem Janker auf bestimmte Nahrungsmittel, das kommt ja ganz besonders dann, wenn es geschafft ist, das erste Sushi, das bestellt wird nach Monaten der Abstinenz. Oder das künftige Steak. Genau, genau. Das sind die wichtigen Sachen. Und alle Hörerinnen da draußen, die das schon kennen, endlich wieder mit Brötchen. Genau, genau. Das habe ich auch so oft erlebt.

Absolut, ja. Und wenn man schon den Rohmilchkäse mitschleppt in die Klinik, dann soll er Tage dauern. Da muss man, glaube ich, auch als Mitarbeitende ein bisschen was aushalten können. Aber schön noch, dass die Frauen dann auch untereinander sich austauschen können und dass es auch dafür einen Raum gibt. Auf der meiste Station wäre es dann ja irgendwo ein Raum, der ein bisschen weiter hinten ist. Man fühlt sich vielleicht ein bisschen abseits vom Schuss oder ab vom Schuss. Und da können die Frauen zusammenkommen und ganz gemütlich zusammen sein. Das tut man sonst, glaube ich, auch wenig. Also das würde mich auch interessieren, wie das später nochmal ist. Ob sich das so bewahrheitet, dass die Frauen sich dann da auch finden und hinsetzen und sich austauschen und auch sagen, Mensch, wie weit bist du denn jetzt? Wir haben auch gerade dafür noch das einen Befragungsbogen eingeführt, erarbeitet und jetzt eingeführt, Dass die Frauen eben und auch Begleitpersonen beantworten können, was lief gut, was lief nicht so gut, was wünschen wir uns vielleicht noch von der Station, von dem Bereich, des vorgebotlichen Kreissaals.

Damit können wir uns verbessern und das ist ganz wichtig, dass wir das auch auswerten regelmäßig und dann auch teilen können. Wir fragen in den Teams auch regelmäßig, was habt ihr vielleicht noch an Fortbildungen oder an Kenntnisse und was bringt ihr mit, was ihr als Ideen auch noch für die Frauen und Gebärenden sehen würdet. So gibt es zum Beispiel die Idee, einmal in der Woche einen kleinen Yoga-Kurs oder eine Yoga-Einheit anzubieten, auch eher in die entspannende Richtung. Und wir haben einen Raum, der auch noch gar nicht so komplett ausgebucht ist oder den wir noch gar nicht mit einem total starren Konzept belegt haben, der zum Beispiel Liegen drin hat, wo die Akupunktursprechstunde, die wir einmal in der Woche sowieso haben, geburtsvorbereitende Akupunktur. Und hier könnte man sich auch noch Viele Konzepte entwickeln und genau das ist unsere Vision.

Weitergehen, uns weiterentwickeln, die Hebammen, das gesamte Personal mit einbeziehen und da nochmal gucken, was ist eigentlich noch möglich und was brauchen die Frauen in dieser Phase noch zusätzlich. Sie sprachen gerade über Akupunktur und bestimmte Räume und auch eben noch Zeit und Raum, die sie lassen, damit sich das weiterentwickeln kann. Das ist wahrscheinlich aber auch ein Teil dieser Elternschule, die es bei Ihnen gibt im Marienkrankenhaus, richtig? Ganz genau. Also wir sehen uns schon als Geburtszentrum Marienkrankenhaus und haben letztes Jahr auch die Elternschule vergrößert. Die ist letztes Jahr umgezogen in die Hinrichsenstraße, in den Neubau und wir haben dort zwei neue Kursräume, wo wir ein ganz vielfältiges Angebot haben. Von den Geburtsvorbereitungskursen, so spezielle Kurse für die Frau, wo sie sie nochmal glänzen darf.

Das ist so ein Wohlfühlkonzept von einer Kursleitung, wo die Frauen fotografiert werden, geschminkt werden innerhalb der Schwangerschaft und eben dann auch ein Foto bekommen. kam sehr gut an. Dann haben wir Geschwisterkurse neu eingefügt. Wir haben auch die Väter jetzt viel mehr mit in unser Portfolio aufgenommen. Die gehören nämlich auch dazu oder die Begleitperson generell. Und dann kommen natürlich die Kurse nach der Geburt. Das haben wir auch ganz gut aufgeteilt. Die Übersicht findet man bei uns auf der Internetseite. und aber auch Kurse ab einem Jahr, also zum Beispiel ein Pflasterkurs auch für 5- oder 7-Jährige, für die Kinder. Wir planen auch vielleicht für die Großeltern, also für die gesamte Familie Konzepte. Da sind wir auch immer dabei, uns neue schöne Ideen auszudenken, kann man eigentlich sagen. Wir haben einen Stillraum, das ist für vulnerable Randgruppen ein Konzept. Das überarbeiten wir gerade. Das klingt, erklären Sie mir das mal, vulnerable Randgruppen.

Vielleicht ist eine Mutter alleinerziehend und hat keine Hebamme bekommen und hat nicht unbedingt den Zeitfaktor, sich aktiv damit auseinanderzusetzen, eine zu finden. Und wir hatten ein Angebot jetzt schon seit einigen Jahren, was auch von der Behörde gefördert wurde. Das nennt sich Stillraum, wo solche Familien kostenlos zu uns kommen konnten und eine Basisberatung erhalten haben von ausgebildeten Mitarbeiterinnen. Das ist einmal Karolin Manek und Maike Narwold. Und wir gucken gerade, wie können wir das optimieren für unser gesamtes Konzept für die Elternschule und haben einen Leistungskatalog gearbeitet, wo wir auch viel mehr als die Basisanleitung anbieten.

Es ist in dem Programm für später auch eine Beikostberatung, weil es hört ja nicht damit auf, dass man das Kind bekommt, sondern der Prozess geht ja wirklich jahrelang weiter. Es wird ja immer kompensierter. Genau, also so sieht es aus. Und das fehlt, finde ich, ganz oft auf dem Markt. Also man konzentriert sich immer auf die Anfangszeit, aber es geht, wie gesagt, weiter. Und da wollen wir eben auch Konzepte für entwickeln und das ist so auch tatsächlich auch eine Profession, die wir leben und das ist unsere Vision für dieses Geburtszentrum am Marienkrankenhaus. Da passt jetzt auch noch ganz gut unser Rundum-Still-Liedchen. Das ist ein Stockwerk unterhalb der Wellenzeit des vorgeburtlichen Kreiszeits, ganz gut angesiedelt im Marienkrankenhaus direkt. Die beraten auch für einen passenden Still-BH.

Die haben verschiedene Kleidung, die sie anbieten, also ganz, ganz individuell, aber auch Geschenke. Das ist alles auf einem Campus, hätte ich jetzt fast gesagt. Alles auf einem Campus, ganz genau. Das ist ja die Rundumversorgung der Familien und Mütter im Besonderen. Wie ist denn die medizinische Versorgung der Säuglinge bei Ihnen geregelt? Wir sind ein Perinatalzentrum der Stufe 1, das heißt die höchste Versorgungsstufe. Davon gibt es in Hamburg fünf Stück und wir sind eines davon. Bedeutet, wir haben eben von physiologischen Prozessen bis hin aber auch zu Familien, bei denen vielleicht nicht alles ganz rund läuft. Auch die versorgen wir bei uns und möchten wir natürlich auch rundum versorgen. Und auch diese Familien finden bei uns alles, auch eben diese Neonatologie, die Kinderstationen.

Sie haben also die Möglichkeit, über unseren vorgeburtlichen Kreißsaal geleitet zu werden und dann über den Kreißsaal aber auch bei uns ganz normal betreut zu werden und trotzdem die höchste Versorgungsstufe zu erhalten. Wir sind auch sektorenübergreifend offen, also wir kooperieren auch mit dem Geburtshaus Hamm, haben da ganz toll regelmäßigen Austausch mit dem Team, einen runden Tisch quasi, wo unsere leitende Oberärztin Mechthe Trüdecke und ich daran teilnehmen und eben die Kolleginnen aus dem Geburtshaus Hamm, wo wir eben auch, wenn Fälle zu uns verlegt werden, müssen aus verschiedensten Indikationen, dass wir das danach besprechen können.

Und das ist auch, finde ich, eine ganz, ganz wertvolle Kooperation, die uns auch weiterentwickelt. Also Verlegung aus dem Geburtshaus bedeutet nicht sofort, dass es in einem Kaiserschnitt endet oder dass es jetzt komplett pathologisch läuft, sondern genau über diese regelmäßigen Treffen schaffen wir es, Konstrukte zu entwickeln, auch eine enge Beziehung zwischen den Hebammen und uns, sodass die Akzeptanz hoch ist. Und wir möchten, dass die Familien in Hamburg Wahlfreiheit haben für den Geburtsort und damit stehen wir als Level 1 Zentrum, aber wir kooperieren auch mit dem Geburtshaus und fördern natürlich auch die Physiologie. Im Vorgespräch haben Sie mir beide erzählt, dass Sie jeweils zwei Kinder haben. Sie haben also auch zweimal diese Situation schon erlebt. Gab es da irgendwas, was Sie mitnehmen konnten und gesagt haben, das muss ich für Wellenzeit haben?

Also meine Meinung ist, dass die eigene Erfahrung nicht vorgeben sollte, wie man begleitet und betreut. Und nichtsdestotrotz sage ich immer so ein bisschen im Scherz, für eine Hebamme ist die Geburt der eigenen Kinder doch ein bisschen die intensivste und beste Fortbildung, die man eigentlich so nehmen kann. Und egal, wie die Geburt am Ende abläuft, aber man geht schon auch mal da durch und kann Dinge wahrscheinlich auch ganz gut nachempfinden. Wichtig ist, dass man nicht irgendwelche eigenen negativen oder auch positiven Empfindungen auf die Familien überträgt. Und trotzdem, natürlich, das ist schon wirklich ein spannender Prozess, das selbst durchzumachen. Tatsächlich persönlich wichtig ist, den Beruf der Hebamme und die Hebammenprofession unterstreichen zu können und so diese physiologische Geburtshilfe zu unterstützen, das wofür die originäre Hebammtätigkeit da sein soll, eben dafür auch solche Modelle entwickeln zu können.

Das ist schon etwas ganz, ganz, ganz Wichtiges mit diesem Projekt, wo wir jetzt auch ganz viel darüber gesprochen haben, dass wir die physiologische Geburt fördern wollen, ist es aber trotzdem immer wichtig, die Familie zu fragen, was die eigenen und individuellen Wünsche sind. Und da ist Geburt immer individuell. Das heißt, es muss nicht immer nur die Spontangeburt sein oder das Ziel, dass alles vermeintlich perfekt läuft. Es kann auch ein gewünschter Kaiserschnitt oder ein Kaiserschnitt, der sich im Verlauf der Geburt entwickelt, toll und gut begleitet und für die Familie genau das Richtige sein. Und das ist wichtig, da eben auch für alle Methoden und Wünsche offen zu sein. Wenn Sie beide an die nächsten Jahre denken, was wünschen Sie sich für die Zukunft der Geburtshilfe?

Generell hoffe ich darauf, dass so ein positiver Flow entsteht, sodass das, was gefördert werden sollte und kann, wirklich auch gefördert wird. Dass Familien aber auch abgeholt werden dort, wo sie stehen und das generell nicht nur, weil sie auf dem Land wohnen, vielleicht auch fernab von großen Städten, sie benachteiligt sind und eben genau nicht diese Wahlfreiheit haben oder nur, weil sie in einer großen Stadt wohnen, sie möglicherweise dem zum Opfer fallen, dass dann doch große Kliniken eben sich nicht auf die Physiologie besinnen. Also das wünsche ich mir und dass geburtshilfliche Kliniken voneinander lernen, einander zuhören und nicht dieses, wir stehen alleine, sondern wo können wir für die Familien, für unsere zukünftigen Generationen Barrieren gering halten und einen positiven Ausblick zeigen. Und ich kann da tatsächlich das unterstreichen komplett und auch ergänzen, ich finde, dass die Hebammen auch wieder gerne in den Kliniken arbeiten. Wir haben ja viele Hebammenstudierende, die tolle Konzeptideen haben, dass die Hebammen sich wieder gesehen fühlen und dass man denen die Möglichkeit gibt, so zu arbeiten, wie sie sich das vorstellen.

Und wir haben den ersten Schritt dazu gewagt. Deswegen wünsche ich mir das ganz, ganz doll, dass die Hebammen mit Freude auch in Kliniken wieder arbeiten.

Glauben Sie denn daran, dass dieses Modell auch in anderen Kliniken eingeführt werden könnte? Also das heißt, sind Sie im Kontakt? Netzwerken Sie? Gibt es vielleicht irgendwann die Möglichkeit, mal anzufragen oder Leuten das auch zukommen zu lassen? Also ich persönlich denke, dass das Konzept sehr gut übertragbar ist. Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass viele andere Kliniken auch daran Interesse haben. Und wir sind total offen, in den Austausch auch zu gehen.

Arbeiten natürlich auch also Frau Rülicke vor allem mit dem Hebammenverband zusammen. Genau, wir haben regelmäßige Treffen aller leitenden Hebammen in Hamburg und Umland, also das ist tatsächlich ein bisschen erweitert, wo wir uns gegenseitig Konzepte vorstellen und auch voneinander partizipieren. Und da gibt es auch in einigen Häusern ganz tolle Ideen, die man immer wieder mit aufgreifen kann. Auch schon Kolleginnen, die Profi in einem bestimmten Bereich sind und von denen man dann wieder gut lernen kann. Und das ist eigentlich, finde ich, das beste Ziel als Gemeinschaft Hamburgs Kliniken dazustehen. Ja, nicht das Hoheitswissen behalten, sondern Wissen teilen und vermehren. Genau, weil wir tun das nie für uns allein. Klar, wir haben einen Arbeitsplatz, aber wir arbeiten ja für die Frauen, für die Familien, für die Gebärenden, für die Kinder, die da geboren werden. Und wir könnten es ja auch gar nicht gewähren, wenn wir alle 20.000 Kinder, die geboren werden, bei uns hätten. Das würde ja gar nicht funktionieren. Und ein Fernseher wäre vielleicht ja auch irgendwann ein hebammgeleiteter Teil im Marienkrankenhaus und da haben wir auch schon viele Ideen. Liebe Grüße an den Geschäftsführer.

Tatsächlich müssen wir da wirklich das nochmal ergänzend, das empfinde ich so und ich glaube du auch, dass wir einen ganz großen Stolz haben, dass wir gesehen werden in dieser Klinik. Wir wollen daran arbeiten, dass wir uns weiterentwickeln. Ohne Weiterentwicklung ist Stillstand und das ist langweilig und mögen wir nicht. Genau, langweilig und wir sind Vorbildfunktion und es bringt ja auch Spaß, wenn man eigene Konzepte einführen darf. Naja, da haben die Frauen Hamburgs ja auch was von. Genau, genau. Sie machen das ja nicht, um sich selber auf die Schulter zu klopfen. Sie haben ja ein Ziel. Sie wollen ja den Frauen und Kindern. Richtig, wir machen es für die Familien und wir machen es für die Kolleginnen. Und aber auch, weil uns die Arbeit Spaß bringt. So kann man das sagen. Genau. Liebe Frau Carstens, liebe Frau Rühlicke, unser Timing war nicht optimal. Sie beide kommen für mich 13 und 11 Jahre zu spät. So schade, dass Sie bei meinen Geburten nicht da waren. Aber so schön, dass Sie hier und jetzt bei mir sein konnten. Ich danke für dieses spannende Gespräch. Vielen Dank. Es war sehr interessant und ein ganz toller Austausch heute mit Ihnen. Ja, vielen Dank für das tolle Gespräch. Wenn Sie mehr über die neue Station im Marienkrankenhaus wissen möchten, schauen Sie ins Hamburger Abendblatt. Dort finden Sie alles zum Nachlesen, Print und natürlich auch online. Schön, dass Sie uns zugehört haben. Wenn Sie mögen, hören wir uns bald wieder mit dem Podcast über Berufe mit Sinn, den Hamburger Klinikhelden oder Klinikheldinnen.

Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de slash podcast.