Akte Rheinland. Ein Podcast des Bonner Generalanzeigers über wahre Verbrechen. Generalanzeiger Bonn, 7. April 2025. Das beschauliche Dorf Weitefeld im Westerwald steht unter Schock. In den frühen Morgenstunden entdeckte die Polizei in einem Einfamilienhaus drei Leichen. Es handele sich um einen 47 Jahre alten Mann, eine 44 Jahre alte Frau und einen 16-jährigen Jugendlichen, teilte die Polizei mit, die eine Tat im familiären Umfeld vermutete. Die Beamten seien am Sonntag gegen Viertel vor vier in der Nacht per Notruf informiert worden. Als die Polizei eintraf, sei ein Mann zu Fuß geflohen.

Hallo und herzlich willkommen zurück zu einer neuen Episode von Akte Rheinland. Wir haben, wie wir schon gesagt haben, eine Neuerung für euch. Ihr müsst nicht mehr bis zum Donnerstag warten, bis eine neue Folge kommt, sondern ihr hört und seht uns jetzt immer an jedem zweiten Montag. Unserem Thema bleiben wir aber natürlich treu. Wir sprechen hier über Verbrechen und Kriminalfälle aus dem Rheinland, speziell aus Bonn und der Region um Bonn herum. Mein Name ist Anna-Maria Bekes und bei mir im Studio ist wieder meine Kollegin Sabrina Bauer aus der Online-Redaktion. Hallo Anna. Hi.

Es geht heute um einen ungewöhnlichen Fall, auch für uns ungewöhnlich. Ja, es ist ein Fall, der bundesweit Entsetzen ausgelöst hat. Es gibt drei Opfer, eine monatelange Suche nach einem Täter oder nach Tätern. Und am Ende gibt es aber keinen Gerichtsprozess und auch kein Urteil. Das sind ja Sachen, die wir normalerweise am Ende unserer Folge besprechen. Richtig, genau. Das ist auf jeden Fall für uns was Neues. Ja, aber fangen wir mal von vorne an. Wir haben es vorhin schon im Audio gehört. Die Tarte eignet sich am 6. April 2025 in Weitefeld, also es ist noch nicht mal ein Jahr her. Das ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Altenkirchen in Rheinland-Pfalz und die grenzt an den Rhein-Sieg-Kreis an. Das ist ungefähr so 80 Kilometer von Bonn entfernt, um das mal einzuordnen. Und die Ortsgemeinde hat ungefähr 2400 Einwohner. Was wissen wir über die Tat, die sich da offenbar ereignet hat? Die muss sich an diesem Sonntag in den frühen Morgenstunden ereignet haben. Gegen 3.45 Uhr geht bei der Polizei ein Notruf ein. Es ist eine schreiende Frau am Telefon und sie ist einer der späteren Opfer.

Und dann fahren natürlich Polizisten zu diesem Ort. Was passiert, als sie da eintreffen? Ja, sie sehen noch, wie ein Mann zu Fuß flüchtet, verfolgen ihn aber nicht, sondern kümmern sich erstmal um die Opfer. Also sie finden in dem Einfamilienhaus drei Opfer, die in schweren Verletzungen erliegen. Also die sind schon tot? Ja. Wie gehen die Ermittler dann weiter vor? Also sie sperren zunächst alle Straßen rund um den Tatort ab, also was man in so einem Fall tut. Es werden Spurensicherer vor Ort eingesetzt. Die Ermittler suchen ein angrenzendes Waldstück ab. Es ist auch ein Helikopter im Einsatz. Jetzt muss man dazu sagen, dass es eine ziemlich ländliche Gegend ist. Das heißt, es ist relativ unübersichtlich, dieses Gebiet, in dem die da suchen müssen. Genau, da ist auch das SEK im Einsatz. Und die Polizei stellt schon da klar, die Suche wird auch so lange weitergehen, bis man den Täter oder die Täter gefunden hat. Also aus diesem kleinen Ort, du hast es eben gesagt, 2.400 Einwohner wird innerhalb kürzester Zeit ein Ort, wie man ihn sonst aus Fernsehkrimis kennt. Was bedeutet das für die Bewohnerinnen und Bewohner von Weitefeld? Die bekommen das natürlich alles mit. Trotzdem besteht laut Polizei keine unmittelbare Gefahr für die Bewohner. Sie sagen aber trotzdem, dass Autofahrer eben keine Anhalter mitnehmen sollen.

Und warum geht die Polizei jetzt davon aus, dass keine Gefahr besteht? Wenn ich jetzt da wohnen würde, ein mulmiges Gefühl hat man ja sicherlich. Sie gehen aufgrund der frühen Uhrzeit erstmal davon aus, dass es sich vielleicht um einen innerfamiliären Konflikt gehandelt haben könnte, also eine Tat, die sich im Familienkreis abgespielt hat.

Und die Polizei, hast du schon gesagt, die Sperrheit Weite fällt also jetzt komplett ab. An den Ortseingängen werden Streifenwagen postiert. Das ist ja das übliche Vorgehen in solchen Fällen, wenn ein Täter flüchtig ist. Und jedes Auto, das in den Ort hinein will oder aus dem Ort raus will, das wird dann kontrolliert. Ja, es herrscht so eine Art Ausgangssperre, also ein bisschen vergleichbar wie zum Lockdown während der Corona-Zeit. Und das macht natürlich auch was mit den Anwohnern. Die sind von der Tat natürlich tief betroffen. Ja, klar. Vor allem, weil keiner so genau weiß, was jetzt hier überhaupt los ist. Es kommt dann dazu, dass einen Tag nach dieser Entdeckung der drei Toten in Weitefeld es neue Nachrichten der Staatsanwaltschaft Koblenz gibt. Die hat nämlich einen Tatverdächtigen ausgemacht und nach eigener Aussage jetzt einen Haftbefehl wegen des Verdachts des dreifachen Mordes gegen diesen Mann erwirkt. Der rückt jetzt also ins Visier der Ermittler. Wer ist das? Genau, das ist ein 61-jähriger Mann, der wohnt in einem Nachbarort von Weitefeld und die Staatsanwaltschaft und die Kriminaldirektion Koblenz vermuten, dass sich dieser Tatverdächtige noch auf der Flucht befindet. Also deswegen auch diese umfangreiche Suche. Sie versuchen aber weiterhin die Bevölkerung zu beruhigen.

Dazu gibt es auch ein Zitat, wenn gleich zu vermuten ist, dass der flüchtige Tatverdächtige bewaffnet und gewaltbereit ist, liegen keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung unbeteiligter vor. Es ist trotzdem, glaube ich, schwierig. Wenn du weißt, da rennt jemand bewaffnet rum, der vielleicht auch schon drei Leute umgebracht hat und dann irgendwie vielleicht auch das Gefühl hat, er hat jetzt eh nicht mehr viel zu verlieren. Ich glaube, als Bewohnerin oder Bewohner dieses Ortes, da hast du schon ein komisches Gefühl. Aber was hat denn jetzt die Ermittler auf die Spur dieses Tatverdächtigen gebracht? Ja, es ist die Analyse der forensischen Spuren am Tatort selber. Und die haben eben zu diesem dringenden Tatverdacht gegen den 61-Jährigen geführt. Die Polizei veröffentlicht zu dem Zeitpunkt dann auch eine erste Beschreibung des Tatverdächtigen, also zu Größe, Aussehen, Narben und einem auffälligen Tattoo. Mhm. Der Verdächtige, sagtest du, stammt aus einem Nachbarort. Damit zerschlägt sich aber doch eigentlich der Verdacht, dass es sich hier um einen innerfamiliären Streit gehandelt haben könnte, oder? Also wie stehen der Tatverdächtige und die Opfer zueinander? Ja, das kann man zu dem Zeitpunkt nicht genau sagen. Es bleibt unbekannt, wie diese drei Opfer mit dem Tatverdächtigen in einer Beziehung oder ob sie überhaupt in einer Beziehung gestanden haben. Und auch über die Hintergründe und das Motiv ist auch zunächst nichts bekannt oder zumindest keine veröffentlichungswürdigen Informationen, wie das die Polizei zu der Zeit sagt.

Ja, trotzdem gibt es halt keine Hinweise, dass es einen innerfamiliären Hintergrund hat. Was wissen wir denn über diese drei Opfer? Die Opfer sind ein 47-jähriger Mann, seine 44-jährige Ehefrau und der Sohn, der 16-jährige Sohn der beiden. Und während die beiden Eltern infolge von Stich- und Schussverletzungen gestorben sind, starb der Sohn an einer Schusswunde. Ja, nochmal, ich kann mir vorstellen, dass so eine Tat mit einem Dorf, in dem auch nicht so viele Menschen leben, wo man sich wahrscheinlich auch mehr oder weniger kennt, dass das was mit diesem Dorf macht. Wie ist denn die Stimmung vor Ort? Ja, es ist, als die Reporter oder Reporterinnen, die dort eintreffen, beschreiben halt erst so eine Dorfidylle, die natürlich durch diese Tat je unterbrochen worden ist, zerstört worden ist. Es blühen in den Vorgärten Obstbäume, Foscytien, also so ein richtiger Frühlingstag. Und dann wird das Ganze zu so einer Krimi-Szenerie, wie man sie halt sonst aus Fernsehfilmen kennt. Also überall ist rot-weißes Flatterband, es ist alles abgesperrt, man hat Helikoptergeräusche. Es sind Spurensicherer in diesen weißen Anzügen vor Ort, die alles absuchen. Streifenwagens, hast du schon gesagt, an jedem Ortsausgang positioniert. Und natürlich sind die Anwohner betroffen, sie trauern um die Opfer. Und gleichzeitig ist halt diese Angst da, kann das nochmal passieren? Und wo ist dieser Tatverdächtige?

Ja, das kann ich mir vorstellen. Den Eltern wird es dann, glaube ich, auch freigestellt, also Menschen, die Kinder haben, ob sie diese Kinder in den Kindergarten oder die Schule schicken wollen oder ob sie lieber auf Nummer sicher gehen und die zu Hause lassen. Ja, ich habe auch noch ein Zitat von dem Bürgermeister gelesen, der damals gesagt hat, die Stimmung ist natürlich sehr gedrückt. Sie empfinden Empathie gegenüber den Opfern, aber auch eine gewisse Unsicherheit. Also das sagt er über die Anwohner, über das gesamte Dorf. Genau, einen Tag später veröffentlicht die Polizei dann ein Bild des 61-Jährigen, um die Suche weiter voranzutreiben und gibt auch bekannt, dass der Mann schon wegen versuchten Totschlags verurteilt ist. Was wissen wir jetzt darüber? Also dieser versuchte Totschlag richtete sich gegen seine damalige Ehefrau. Und das Landgericht Koblenz hat ihn dann 2011 deswegen zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt. 2018 wird er wegen Bedrohung seiner damaligen Ehefrau vom Amtsgericht Betzdorf zu einer Strafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Also die erste Strafe hat ihn offenbar nicht geläutert. Und die zweite ganz offensichtlich auch nicht. Ich kann mir vorstellen, dass diese Informationen die Sorgen der Bevölkerung noch weiter angefacht und verstärkt haben. Ja, es wächst die Angst vor möglichen Wiederholungstaten, also dass nochmal was passiert. Und viele Menschen bleiben eben zu Hause oder meilen abgelegene Gegenden. Und was macht die Polizei? Ja, die durchsucht zum einen das Wohnhaus des Tatverdächtigen, durchsucht weiterhin auch die Waldstücke drumherum in dieser ländlichen Gegend.

Und was das einfach für ein mediales und Interesse ausgelöst hat, zeigt, da gehen mehr als 600 Hinweise ein, die die Polizei natürlich dann überprüft. Gleichzeitig gibt es aber, wie das leider auch oft der Fall ist, zahlreiche Gerüchte, die die Runde machen und von denen natürlich dann auch die meisten totaler Quatsch sind, oder? Ja, es gibt zum Beispiel ein Gerücht, das sich in WhatsApp-Gruppen verbreitet, dass er sich, also dass sich der Gesuchte im Bereich Bad Breisig aufhalten würde, also auch unser Verbreitungsgebiet, da schreibt dann auch unser Kollege drüber. Das stellt natürlich auch die Polizei klar, das ist völliger Quatsch, das ist nicht festgestellt worden und auch nie offiziell kommuniziert worden und appelliert dann nochmal, dass man eben solche ungeprüften Nachrichten nicht einfach verbreiten soll in den sozialen Netzwerken. Ist auch, glaube ich, ein guter Tipp für jeden, ehrlich gesagt.

Im Netz tauchen Anfang Mai dann außerdem Fake-Fotos dieses Tatverdächtigen auf. Ja, sie sollen ihn immer noch im Bereich Weitefeld zeigen, in Tatortnähe. Und die Polizei prüft die Fotos und stellt dann fest, dass es sich um KI-generierte Bilder handelt. Da fragt man sich, wer kommt auf die Idee, sowas zu machen? Also, um das klarzustellen, solche Fake-Fotos, die sind aus vielen Gründen hochproblematisch, vor allem aus zweien. Zum einen verstärken sie die Angst der Bevölkerung, dass sich in diesem Fall jetzt der Tatverdächtige noch in Tatortnähe aufhalten könnte. Und zum anderen blockieren sie natürlich die wichtige, tatsächliche Ermittlerarbeit, weil Polizei und Staatsanwaltschaft solche Bilder und Meldungen dann erst mal prüfen müssen, die Bevölkerung dann wieder informieren müssen. Leute, das ist Quatsch, glaubt das nicht. Und natürlich wissen wir, das hält sich. Es macht einmal die Runde und ist dann so schnell auch nicht mehr wegzukriegen. Ja, wie oft berichten wir dann auch darüber und müssen aufklären, dass das eben nicht der Fall ist und nicht weiter verbreitet werden sollte. Also die Polizei nutzt wirklich alle Möglichkeiten, um den Fall zu lösen. Der ist deutschlandweit in den Medien, auch in der bekannten ZDF-Sendung Aktenzeichen XY ungelöst, wird der Fall vorgestellt, das Bild des Tatverdächtigen gezeigt. Und auch danach gehen noch mal zahlreiche Hinweise ein. Wir sind jetzt bei mehr als 1.100 Hinweisen. Ich finde, das ist schon eine ganz schöne Menge. Ja.

Und es gibt eine Belohnung, oder? Genau, es wird eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt. Für Hinweise, die eben zur Ergreifung des Tatverdächtigen führen. Und trotzdem bleibt die Suche der Polizei nach dem 61-jährigen Mann weiter ohne Ergebnis. Genau, es werden auch noch mal Gebiete abgesucht, die schon mal durchkämmt worden sind. Also man geht da wirklich noch mal vor und durchforstet die. Es sind auch Taucher im Einsatz, Boote mit Sonar, die in Weiher durchsuchen. Spürhunde sind im Einsatz und dann gibt es eine, finde ich, sehr wichtige Information, die die Polizei veröffentlicht, dass am Tatort selber Blutspuren gefunden worden sind, die vom Tatverdächtigen stammen sollen. Also das heißt, dass er auch selber bei der Tat verletzt worden ist.

Vielleicht sogar tödlich. Also diesen Hinweis geben die Ermittler da schon, sagen natürlich nicht, wie viel Blut da gefunden worden ist und welche Geschwere der Verletzung da vielleicht vorliegen könnte. Aber ein Sprecher sagt zu dem Zeitpunkt schon, Zitat, natürlich kann es sein, dass wir eine tote Person finden. Naja, und wenn du mich fragst, das ist eigentlich ein deutlicher Hinweis, dass der wahrscheinlich eine mutmaßlich tödliche Verletzung hatte. Da muss wirklich eine Menge Blut dann gefunden worden sein. Denn ich glaube, sonst würden die sich nicht zu so einer Aussage hinreißen lassen. Ja, es vergehen dann Monate, in denen es keine Neuigkeiten zu diesem Fall gibt, bis Anfang August. Am 5. August 2025, also das sind vier Monate nach der Tat, wird dann in der Nähe von Weitefeld eine Leiche gefunden.

Ja, genau. Ein Zeuge findet auf einem Feld etwa einen Kilometer vom Ortsrand entfernt. Dann eine Leiche. Das klingt natürlich zunächst merkwürdig, weil doch das Gebiet mehrfach akribisch durchsucht worden ist. Zu dem Zeitpunkt im April soll das Areal aber fast komplett überschwemmt gewesen sein. Also so eine Art Sumpflandschaft. Und das soll vielleicht erklären, warum man eben keine Leiche gefunden hat.

Aber die Identität der Leiche ist dann noch nicht geklärt. Also es steht noch nicht fest, wer es wirklich genau ist. Aber die Vermutung liegt nahe, dass es der Tatverdächtige sein könnte. Wir hören jetzt nochmal ein Audio aus dem Generalanzeiger dazu. Generalanzeiger Bonn, 8. August 2025. Der Dreifachmörder von Weitefeld im Westerwald ist tot, Bei der am Dienstag gefundenen Leiche handelte es sich um den Verdächtigen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Durch die vier Monate lange Unklarheit hatten manche Einwohner und Einwohnerinnen Angst beim Spazierengehen, ließen ihre Kinder nicht gerne alleine raus. Ein ganzes Dorf hielt monatelang den Atem an. Bis jetzt. Ein Bürger hatte die tote Person nur rund einen Kilometer von Weitefeld entfernt gefunden. Ein Polizeisprecher hatte von einer längeren Liegezeit der Leiche gesprochen. Nicht weit davon entfernt wurde laut Staatsanwaltschaft eine Waffe gefunden, bei der es sich um die Tatwaffe handeln könnte.

Ja, das klingt für mich jetzt, als würde sich mit diesem Fund der komplette Fall auf einen Schlag aufklären, oder? Ja, so ein bisschen wie in einem Krimi, in dem sich das Ganze auf den letzten Seiten schnell löst, zumal ja auch eine mögliche Tatwaffe in der Nähe der Leiche gefunden wird. Wie können die Ermittler sich denn jetzt so sicher sein, dass das hier der Tatverdächtige ist? Ja, in der Rechtsmedizin in Mainz wird zum einen ein DNA-Vergleich durchgeführt und auch der Zahnstatus abgeglichen. Abgeglichen und damit steht fest, dass es sich bei der Leiche um den gesuchten 61-Jährigen handelt. Aber, Zitat, aufgrund des fortgeschrittenen Verwesungszustandes der Leiche lassen sich die Todesursache und der genaue Todeszeitpunkt nicht mehr klären. Das teilt die Staatsanwaltschaft dazu mit. Also es sind verschiedene Todesursachen möglich. Also zum einen durch die Verletzungen, die sich der Tatverdächtige beim Begehen der Tat zugezogen haben könnte, vielleicht auch Selbstmord oder eine ganz andere Todesursache. Das lässt sich aber nicht mehr zweifelsfrei feststellen. Welchen Aufruhr dieser Fall verursacht hat, zeigt sich auch darin, dass sich der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling zu dem Fall konkret äußert. Ja, er sagt, Zitat, die Bestätigung, dass es sich bei dem aufgefundenen Toten um den gesuchten Tatverdächtigen handelt, bringt nun Gewissheit in einen tragischen Fall, der viele Menschen tief bewegt hat, sagt er damals. Und er hofft, dass sich das Sicherheitsgefühl der Menschen damit vor Ort deutlich verbessern soll.

Und was bedeutet jetzt der Fund dieses toten Mannes, dieses Tatverdächtigen für die Ermittlungen in diesem Fall? Ja, für die Staatsanwaltschaft endet mit dem Tod des Tatverdächtigen das komplette Ermittlungsverfahren. Also es gäbe eine erdrückende Beweislage. Und es sind ja beispielsweise auch Tatwaffen in dem Einfamilienhaus und ja auch bei der Leiche gefunden worden.

Also, Fall abgeschlossen, kannst du das ein bisschen genauer erklären? Weil das wirkt erstmal komisch, oder? Darüber wundern wir uns, weil für uns geht es ja immer mit dem Urteil im Gerichtsprozess weiter, wenn wir hier über Folgen sprechen. Dazu hat sich auch das Justizministerium des Landes Rheinland-Pfalz geäußert.

Das Zitat lese ich vor. verstirbt die Person, gegen die ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren anhängig ist, hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren mangels hinreichenden Tatverdachts aufgrund eines Verfahrenshindernisses gemäß § 170 Absatz 2 Satz 1 der Strafprozessordnung einzustellen. Diese Einstellung ist seitens der Staatsanwaltschaft Koblenz in dem Verfahren erfolgt. Ach so, okay. Also das heißt, der Fall ist in dem Sinne nicht aufgeklärt, sondern Sie haben dann, weil es den Tatverdächtigen nicht mehr gibt, keinen hinreichenden Tatverdacht mehr. Das war mir tatsächlich auch nicht so klar. Okay, aus juristischer Sicht ist der Fall damit quasi abgeschlossen. Und trotzdem bleiben ja Fragen offen. Ja, da sagst du was. Das ist doch das, was ich in dem Fall so spannend gefunden habe.

Denn selbst mit dem Auffinden des Tatverdächtigen bleiben ja irgendwie mehr Fragen als Antworten übrig. Und deswegen stellt auch im Herbst 2025 ein Landtagsabgeordneter zwei kleine Anfragen an den Landtag. Er fragt daran unter anderem nach weiteren Informationen zum Motiv, zum Tathergang, auch der Beziehung zwischen dem Tatverdächtigen und den drei Opfern. Und er beruft sich darauf, dass die Einwohner von Weitefeld einfach mehr Fragen haben und.

Die eben beantwortet haben möchten. Und die Fragen wiederum beantwortet das Justizministerium des Landes Rheinland-Pfalz eben mit Angaben der Staatsanwaltschaft und der Polizei Koblenz. Versuchen wir doch die Fragen trotzdem mal durchzugehen. Ja, also um das Motiv eindeutig zu klären, das ist natürlich schwierig. Man kann darüber nur Vermutungen anstellen. Laut der Staatsanwaltschaft könnte ein Treffen, also eine zufällige Begegnung zwischen dem Tatverdächtigen und einem der Opfer vor dem Haus, in dieser Tatnacht oder in diesem frühen Morgen passiert sein, die dann eskaliert sein könnte und schließlich eben in dem Zitat in dem Exzess der Töte und der ganzen Familie geendet haben. Was wir aber ganz klar wissen, bei den Ermittlungen wurden keine Hinweise auf Beziehungen zwischen den Opfern und dem Tatverdächtigen festgestellt. Was kann man zum Tathergang sagen? Ja, das hatte ich gerade schon so ein bisschen versucht zu erklären. Laut der Staatsanwaltschaft Koblenz ist eine belastbare Rekonstruktion zum Tathergang nicht möglich. Es spricht aber viel dafür, dass es eben in dieser Tatnacht zu diesem zufälligen Zusammentreffen gekommen ist. Ähm.

Was man auch nicht sagen kann, wie der psychische Zustand des Tatverdächtigen war und was seine Beweggründe für diesen nächtlichen Aufenthalt in Weitefeld waren. Weil er ja aus dem Nachbarort kam. Gibt es eine Erklärung dafür, warum die Leiche dieses Tatverdächtigen erst im August und nicht schon früher gefunden wurde? Also lag der da die ganze Zeit in dieser Art Sumpf oder was war da los? Ja, es gibt eine Theorie, dass sich der Gesuchte nach der Tat in einem Betonrohr an einem Bachlauf versteckt haben soll. Und dass er eben dort verstorben sein könnte und dass dann die Leiche infolge eines Starkregens im Juni aus diesem Rohr herausgespült und dann auf dieses Feld, auf diesen damals Sumpf gespült sein könnte. Denn die mutlassliche Tatwaffe ist auch in diesem Betonrohr gefunden worden. Also zwar in der Nähe des Leichenfundes, aber eben in diesem Betonrohr.

Zwischenzeitlich war ja eine Belohnung von 10.000 Euro für den entscheidenden Hinweis ausgesetzt worden, der zur Ergreifung des Tatverdächtigen führt. Jetzt ist der gesuchte Tod aufgefunden worden. Was ist denn nun mit der Belohnung? Ja, also dass der Tod aufgefunden worden ist, entspricht dann eben nicht mehr der Erfüllung dieser Belohnung. Trotzdem ... Haben dann die Behörden gesagt, dieser Zeuge hat sich so vorbildlich verhalten, dass man ja trotzdem eine Art Belohnung bekommen hat. Aber wie hoch die ausgefallen ist, das wird natürlich nicht gesagt. Und es wird auch nochmal deutlich gesagt, dass das Auffinden einer Leiche natürlich eine Bürgerpflicht ist. Dass man das dann halt bei der Polizei melden muss. Also dass allein nur dieses Vorgehen nicht für eine Belohnung reicht. Also wenn ich eine Leiche finde, dann bin ich selbstverständlich verpflichtet, das zu melden. Aber eben er hat sich dann so vorbildhaft verhalten, dass man es dann trotzdem honorieren wollte.

Wir hatten ja schon über Gerüchte, Spekulationen und auch Falschinformationen rund um diesen Fall gesprochen, die sich in den sozialen Medien verbreitet hatten. Und auch dazu nimmt das Justizministerium ja jetzt nochmal Stellung. Ja, es stellt klar, Zitat, die Staatsanwaltschaft Koblenz ist dem gegenüber nicht dazu berufen, losgelöst von einem anhängigen Ermittlungsverfahren etwaige in den sozialen Medien im Nachgang zu der Tat verbreitete Spekulationen zu überprüfen. Also es bleibt so ein bisschen unbefriedigend, oder? Ja. Also man hat wahnsinnig viele Fragen im Kopf. Was ist da passiert? Was sind die Hintergründe? Das, was uns eben hier immer am allermeisten interessiert. Also wenn ihr irgendwas wisst, wenn ihr gerne in diesem Fall ausnahmsweise mal spekulieren wollt, schreibt uns doch gerne bei Spotify, bei YouTube, auf unserem Instagram-Kanal atakte-Rheinland. Wir sind wirklich gespannt, was ihr zu diesem Fall sagt, der ja nun wirklich sehr, sehr ungewöhnlich ist für uns.

Damit endet dieser tragische Fall, kann man fast sagen weil man weiß einfach nicht, was da wirklich passiert ist, der für großes öffentliches Interesse gesorgt hat und wir sind damit auch am Ende dieser Episode angelangt Und wie immer die Bitte an euch folgt uns auf Instagram, aktiviert bei Spotify diese kleine Glocke, damit ihr keine unserer neuen Episoden verpasst. Ja, du hast es ja in einem schönen Reel nochmal genau gezeigt wie das funktioniert, guckt euch das gerne auf Instagram an. Und ich danke euch ganz herzlich fürs Zuhören, vielleicht auch Zuschauen. Macht's gut, bis zum nächsten Mal. Vielen Dank. Tschüss. Das war Akte Rheinland, der GA-Podcast zu Kriminalfällen aus Bonn und der Region. Akte Rheinland ist eine Produktion der Generalanzeiger Bonn GmbH. Redaktion und Moderation Anna-Maria Bekes, Produktionsleitung Andreas Deick.