Akte Rheinland. Ein Podcast des Bonner Generalanzeigers über wahre Verbrechen. Bonn-Bad Godesberg, 18. Oktober 1992. Es ist ein kühler Herbstmorgen in der Röntgenstraße in Bad Godesberg. Als James D. von der Nachtschicht nach Hause kommt, schlägt ihm schon im Flur dichter Rauch entgegen. Er alarmiert die Feuerwehr. Wenig später finden Einsatzkräfte den leblosen Körper einer jungen Frau, mitten in der Diele. Beim Versuch, sie aus der Wohnung zu ziehen, zieht sich eine Blutspur über den Boden. Bettina D. ist tot. Und bis heute, mehr als 30 Jahre später, blieb unklar, wer hat sie getötet.

Hallo und herzlich willkommen zurück zu Akte Rheinland. Wir melden uns jetzt auch ganz offiziell zurück aus der Sommerpause. Haben die ja vor zwei Wochen schon beendet mit der Veröffentlichung unserer Live-Episode mit den Trashologinnen. Diese Folge, die heißt Weiberplage, könnt ihr einerseits auf jeder Podcast-Plattform hören, aber auch auf YouTube euch als Video angucken. Und wir freuen uns total über jede und jeden, der das macht und die das macht und die uns auch Rückmeldung gibt. Da sind wir wirklich sehr gespannt drauf, denn diese Folge liegt uns ganz besonders am Herzen. Mein Name ist Anna-Maria Bekes und wir sprechen hier an jedem zweiten Donnerstag über Verbrechen und Kriminalfälle aus dem Rheinland, insbesondere natürlich aus Bonn und der Umgebung. Und über den heutigen Fall spreche ich mit meiner Kollegin Ines Bressler. Hallo Ines. Hallo, schön, dass ich da sein darf. Ja, ich freue mich auch sehr. Du warst nämlich noch nie bei uns zu Gast, obwohl wir ja täglich zusammenarbeiten. Legen wir also los mit einem neuen Fall. Oder besser gesagt einem ziemlich alten Fall. Der liegt nämlich schon mehr als 30 Jahre zurück. Bettina D. wurde im Jahr 1992 ermordet, doch der Täter wurde damals nicht gefasst.

Generalanzeiger Bonn, 23. Oktober 1992. Die Mordkommission bittet um Hilfe bei der Aufklärung des Verbrechens und fragt, wer hat Bettina D. In der Nacht zum Sonntag gesehen? Wer hat etwas Verdächtiges im Haus Röntgenstraße 21 wahrgenommen? Und wer kann Angaben zu Personen machen, die in der Nacht zum Sonntag die Wohnung in dem Mehrfamilienhaus betreten bzw. Verlassen haben? Hinweise nimmt die Mordkommission unter 15, 28, 11 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Ines, du bist ja Reporterin in unserem Breaking-News-Team, so heißt das. Also ihr widmet euch in dem Team ganz aktuellen Ereignissen, Gefahrenlagen oder aber auch aktuellen Prozessen. Da seid ihr ja auch manchmal zugegen und eben dann auch Ermittlungen, Blaulichtmeldungen und so weiter. Jetzt kann man ja bei einem Mord, der mehr als 30 Jahre zurückliegt, nicht gerade von Breaking-News sprechen. Das stimmt allerdings. Der Mord an sich ist wirklich nichts Neues. Neu ist aber, dass die Polizei in ihren Ermittlungen offenbar weitergekommen ist. Die Polizei Bonn hat Ende Mai einen 59-jährigen Mann festgenommen, den sie verdächtigt, Bettina D. ermordet zu haben. Die war zu dem Zeitpunkt 29 Jahre alt. Der Mann sitzt momentan, wir haben jetzt Ende August, noch in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Bonn sagt, dass die Ermittlungen weiter laufen. Und nach so langer Zeit einen Tatverdächtigen festzunehmen, ist natürlich ein Erfolg für die Polizei, den sie auch gerne mitteilt. Das stimmt. Also tatsächlich ist es so, dass das einer der vielen Cold Cases ist, die wir ja hier auch auf unserer immer noch ziemlich langen Liste von Fällen haben. Und wegen dieses Cold Case und natürlich vielen anderen haben wir auch immer mal wieder die Polizei genervt und Nachfragen gestellt. Und normalerweise ist es dann so, dass die da nicht viel zu sagen können oder manchmal auch wollen. In diesem Fall hat sich die Polizei dann eben natürlich an die Öffentlichkeit gewendet und berichtet, dass sie da einen Erfolg zu verzeichnen hat aus ihrer Sicht.

Kommen wir mal zum Fall selbst. Bettina D. war, wie du sagst, 29 Jahre alt zum Zeitpunkt ihres Todes. Sie war Flugbegleiterin von Beruf. Sie kam aus Moers, Merbeck, und sie arbeitete für die Fluggesellschaft British Airways. Ihr Freund war der damals 47-jährige US-Amerikaner James D. und ihn besuchte sie über das Wochenende in Bonn, also das Wochenende, an dem sie starb. Der James arbeitete damals als Sicherheitsmann in der amerikanischen Botschaft in Godesberg und hatte am besagten Abend Nachtschicht. Bettina D. Ging zuerst zu einer Veranstaltung in die britische Botschaft, die damals auf der Friedrich-Ebert-Allee lag. Also wir sehen, es war noch eine ganz andere politische Zeit 1992. Obwohl die Wende ja bereits vollzogen war, waren natürlich noch viele Botschaften, und andere politische Institutionen in Bonn ansässig. Ist natürlich auch heute noch so, aber ich glaube, da sah es ein bisschen anders aus.

Generalanzeiger Bonn, 29. Dezember 1992. Während er arbeitete, besuchte Bettina D. am Abend zunächst eine Veranstaltung in der britischen Botschaft. Dann fuhr sie, so die Ermittlungen der Kripo, in eine Gaststätte im Altstadtcenter in Bad Godesberg. Dort sei sie Zeugenaussagen zufolge bis 2.30 Uhr geblieben. Wie der Generalanzeiger erfahren hat, verließ die 29-Jährige das Lokal offenbar in Begleitung. Ob sie direkt in das Apartment ihres Freundes ging, ist nicht bekannt. Fest steht nur eins, Bettina D. hatte beim Verlassen der Kneipe nur noch kurze Zeit zu leben.

Nach der Veranstaltung auf der Friedrich-Ebert-Allee fuhr Bettina D. Dann ins Altstadt-Center von Bad Godesberg, das nur wenige Autominuten entfernt von der Wohnung ihres Freundes, also von James, lag. In einem GA-Artikel aus der Zeit ist die Rede davon, dass sie öfter in diesem Irish Pub in der Godesberger Altstadt war und eben auch an dem Abend ihres Todes. Interessant finde ich, dass unter dem Facebook-Beitrag der Polizei sich viele Menschen zu Wort melden, die sich tatsächlich noch an Bettina D. Erinnern und an ihren Freund oder an den Fall Hü. Einige Kommentare sind auf Englisch verfasst. Das wirkt so, als sei sie damals Teil einer englischsprachigen Community in Bonn gewesen. Und das kann man sich ja auch ganz gut vorstellen. Als Stewardess einer britischen Fluggesellschaft konnte sie Englisch und hatte vermutlich auch privat viele internationale Kontakte. Ja, das wirkt so und es ist wirklich bemerkenswert, dass da über 30 Jahre später so viele noch so deutliche Erinnerungen offensichtlich haben. Also 1992, ich habe es gerade schon gesagt, kurz nach der Wiedervereinigung, da waren wir ja beide noch Kinder. Ich glaube, du ein etwas kleineres Kind als ich. Und Bonn war, wie gesagt, noch der Sitz vieler Botschaften. Nicht mal anderthalb Jahre vorher hatte man erst beschlossen, den Regierungssitz von Bonn nach Berlin zu verlegen. Aber zurück zum Abend der Tat. Bettina war also auf dieser Veranstaltung gewesen, dann noch ein bisschen Feiern im Irish Pub und da hielt sie sich dann auch noch was länger auf und ging, wie es seitens der Polizei heißt, nicht alleine nach Hause.

Ja, und das ist auch ganz spannend, denn Zeugen haben damals berichtet, dass sie ungefähr um halb drei in der Nacht den Papp verließ, in Begleitung eines anderen Amerikaners. Von dem hieß es, er soll mittleren Alters gewesen sein und er soll im Oktober zu Besuch bei einem Freund in Bonn gewesen sein und auch kurz nach dem Tatzeitpunkt wieder in die USA zurückgereist. Das heißt, als derjenige, der die Bettina D. Womöglich als letzter lebend gesehen und dann kurz darauf das Land verlassen hat, stand er im Visier der Ermittler. Auf jeden Fall, wobei die Polizei ja schon damals sagte, dass man jetzt nicht von einer Flucht sprechen kann dieses Mannes. Der war ja offenbar nur zu Besuch in Bonn und ist anschließend einfach wieder zurück nach Hause geflogen. Trotzdem haben die Polizisten diese Spur verfolgt. Sie wollten mit dem Mann sprechen, ob nun als Tatverdächtigem oder als Zeugen. Dafür flogen sogar zwei Mitglieder der Bonner Mordkommission in die USA, um zu ermitteln und den Mann zu vernehmen. Ja, und das kommt ja wahrscheinlich auch nicht alle Tage vor. Die Bonner Polizei nahm damals über Interpol Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen in den USA auf und wurde auch von denen wohl vom Flughafen abgeholt. Die Beamten sprachen dann vor Ort mit dem Mann, der Bettina D. Zur Wohnung ihres Freundes gefahren hat. Aber weitergebracht hat das die Ermittlungen dann wohl auch nicht. Der Mann hatte ausgesagt, dass er Bettina D. Mit dem Auto in die Röntgenstraße brachte, dort absetzte und sofort weiterfuhr.

Die Polizei hatte keinen Grund, an dieser Aussage zu zweifeln. Genau, und die Ermittlungen kamen erstmal nicht weiter. Es gab auch keine Hinweise darauf, dass der James etwas mit dem Tod seiner Freundin zu tun haben könnte. Denn zum einen hatte er Nachtschicht, das konnten wahrscheinlich auch Kollegen bezeugen. Und zum anderen brach er beim Anblick seiner toten Freundin zusammen. Das berichtete damals der Generalanzeiger und wurde mit einem Schock ins Krankenhaus gebracht. Übrigens habe ich auch in den sozialen Medien gelesen, wobei man natürlich nie weiß, was da dran ist, dass er vor einigen Jahren an Krebs gestorben sei. Und eine Nutzerin schrieb auf Englisch, traurig, dass er nie erfahren hat, wer seine Freundin getötet hat. Das kann ich mir wirklich schlimm vorstellen. Wir nehmen jetzt mal an, dass er wohl nicht der Täter war. Und da muss das für ihn wirklich schrecklich gewesen sein, seine tote Freundin da zu finden. Das wundert mich dann nicht, dass er mit einem Schock ins Krankenhaus gekommen ist. Wir stellen uns das mal vor, seine Freundin wird ermordet, seine Wohnung hat gebrannt und er erfährt wirklich niemals, wer dafür verantwortlich ist. Ja, heftig. Aber nochmal zurück zur Tatnacht. Man weiß nicht, was passierte, nachdem dieser andere Mann, dieser andere Amerikaner Bettina vor der Wohnung von James D. Von ihrem Freund abgesetzt hat. Das nächste, was man weiß, ist, als James dann nach Hause in die Röntgenstraße kam, schlug ihm schon Rauch entgegen. Er rief dann logischerweise die Feuerwehr und die zog den nackten Leichnam von Bettina aus der Diele zurück.

Dabei wurde die Blutspur sichtbar, also ganz offensichtlich, dass sie nicht durch das Feuer ums Leben gekommen ist, sondern einem Gewaltdelikt offensichtlich zum Opfer gefallen ist. Für die Mordkommission stand auch früh fest, dass der Täter das Feuer gelegt hat, um seine Spuren zu verwischen. Aber die Leiche von Bettina D. War noch intakt, als die Feuerwehr sie fand und sie wurde obduziert. Und der damalige Polizeisprecher Linden sagte dem GR einige Tage nach der Tat, die Rechtsmedizin hat festgestellt, dass der Tod der Frau mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch massive Einwirkungen auf den Hals eingetreten ist. Das heißt, die Obduktion ergab, Bettina D. Wurde erwürgt oder erdrosselt. Also zum Hintergrund, das ist meistens so bei solchen Ermittlungen, dass die Beamten dann nur von Erwürgen oder Erdrosseln sprechen, um nicht Täterwissen preiszugeben, weil eine Erdrosselung und ein Erwürgen sind natürlich zwei unterschiedliche Vorgänge und dann sagen die meistens erwürgt oder erdrosselt. Weil es ja dann unverständlicherweise doch immer wieder Trittbrettfahrer gibt oder Menschen, die sich als Mörder ausgeben und wenn die dann eben nicht angeben können, wie genau sie das Opfer getötet haben, dann hat man da einen Hinweis, dass das eben nicht der richtige Täter ist.

Also man wusste, wie sie getötet wurde, warum der Täter mutmaßlich das Feuer gelegt hat und auch, dass ihr Freund und ihr Begleiter aus dem Pub sie wahrscheinlich nicht ermordet haben. Da hat wohl für die Ermittler alles drauf hingewiesen und dann passiert erstmal lange nichts. Also zumindest für die Öffentlichkeit. Da wird sicherlich ermittelt worden sein, aber da haben wir nicht viel von mitbekommen und zwar 33 Jahre. Wie kommt es denn jetzt dazu, dass die Polizei für uns gefühlt aus dem Nichts in Bad Breisig einen Mann festnimmt?

Aus der Meldung der Polizei Bonn vom 30. Mai 2025. Der zunächst ungeklärte Sachverhalt wurde durch die Cold Case-Ermittler des Kriminalkommissariats 11 weiter geprüft und neu aufgerollt. Auf der Grundlage der stetigen Weiterentwicklungen der wissenschaftlichen Untersuchungsmöglichkeiten erfolgten mit der Bonner Staatsanwaltschaft abgestimmte, weitergehende Ermittlungen. Dabei wurden auch am Tatort hinterlassene Spuren erneut untersucht und ausgewertet. Aufgrund derer der heute 59-jährige Tatverdächtige schließlich in den Fokus der kriminalpolizeilichen Ermittlungen zu dem Tötungsdelikt aus dem Jahr 1992 geraten ist. Robert Scholten von der Bonner Polizei hat mir erzählt, wie Cold Case Ermittlungen ablaufen. Denn Mord verjährt nicht, das wissen wir. Deshalb waren alle alten Akten und Asservate weiterhin aufbewahrt. Und wenn Scholten und sein Team einen Fall neu aufrollen, dann gelten ganz strenge Sicherheitsvorkehrungen. Das heißt, sie tragen Schutzanzüge, Handschuhe, Mundschutz. Die Luft im Raum wird abgesaugt, damit keine Spuren eingetragen oder verfälscht werden. Denn bei so Jahrzehnte, wirklich Jahrzehnte jahrealten Beweismitteln kann jedes Detail entscheidend sein. Was er auch erzählte, der stärkste Fall, den sie haben, ist eine Akte mit 160.000 Seiten.

Das kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen. Wie viele Regalmeter sind denn 160.000 Seiten Akte? Das bedeutet auf der anderen Seite, Polizistinnen und Polizisten haben sehr viel Wissen über einen Fall. Sogar wenn sie selbst nie am Tatort waren oder noch nicht mal geboren, als die Tat geschah. Stimmt, das kann natürlich sein, wenn man in einem Cold Case ermittelt, den man selbst gar nicht kennt oder vielleicht noch nicht auf der Welt war. Wobei diese Cold Case-Ermittler ja, glaube ich, auch ganz oft.

Im Ruhestand befindliche Polizeibeamte sind, die da wirklich mit ihrer ganzen Erfahrung aus vielen Jahrzehnten vorgehen. Mir fällt da noch ein anderer Fall ein aus unserer Region, Claudia O. Da bin ich immer noch nicht sicher, ob wir darüber hier eine Folge machen wollen, können, sollen.

Denn derjenige, der dafür angeklagt wurde, am Ende ist freigesprochen worden. Und das hatte unter anderem damit zu tun, dass es Zweifel an einem Beweismittel gab. Weil da offensichtlich andere Spuren eingetragen wurden. Deshalb kam ich gerade drauf, als du es gesagt hast. Also man sieht, das sind wirklich hochsensible Fälle, wo man eben nur aufgrund von alten Spuren oftmals ermitteln kann. Es geht da oft um DNA und DNA ist total anfällig. Also das ist super schwierig und die Polizisten oder Polizistinnen gucken sich dann natürlich an, was von den alten Spuren können wir mit den Möglichkeiten, die wir heute haben, nochmal neu anschauen und verwerten. Dabei gehen sie bis in die 70er Jahre zurück. Der älteste Fall stammt von 1976 und der Fall Claudia Wilbert, über den wir hier auch schon gesprochen haben, hört euch diese Folge gerne auch nochmal an. Ich verlinke sie auch in den Shownotes. Der ist nur ein ganz kleines bisschen jünger, nämlich von 1979. Rund 20 Cold Cases liegen den Bonner Cold Case Ermittlern momentan vor und mit der DNA-Technik, die man heute hat, können halt Kriminaltechniker viel mehr Merkmale analysieren. Also die können viel verlässlicher sagen, ob die DNA jetzt wirklich übereinstimmt oder nicht.

Das finde ich auch super faszinierend, wie sehr die Technik da voranschreitet und was man heute alles kann, was man auch vor einigen Jahren ja noch gar nicht konnte. Und der Cold Case Ermittler Scholten von der Bonner Polizei sagt auch, dass die Bereitschaft zur Mitarbeit unter den Menschen wirklich groß ist. Das heißt, sie geben offenbar gerne ihre DNA, stellen gerne die DNA zur Verfügung, wenn sie dabei helfen können, einen Mordfall aufzuklären. Ja, das kann ich auch total verstehen. Übrigens apropos Robert Scholten, falls jemandem von euch dieser Name bekannt vorkommt. Robert Scholten war bis zu seiner Pensionierung Sprecher der Bonner Polizei und der war schon mehrmals hier im Podcast zu Gast. Unter anderem zu dem Fall Claudia Ruf. Also auch das ist eine wirklich wichtige Folge. Der Fall Claudia Ruf ist leider immer noch nicht aufgeklärt. Ich bin mir sicher, da arbeitet Robert Scholten auch ganz besonders eifrig dran. Und es wäre wirklich toll, wenn dieser Fall doch noch aufgeklärt werden könnte. Hört euch also gerne die Folge an und wenn ihr da Hinweise habt, meldet euch. Was du ja auch von ihm gehört hast, ist, dass Menschen sich oft noch erstaunlich gut an Sachen erinnern können, die Jahrzehnte zurückliegen. Also diese Cold Case Ermittler sagen, dass die Hinweise, die bei ihnen eingehen, in der Regel gut einordnen können.

Aber natürlich hat die Erinnerung von Zeugen auch Grenzen. Dann gibt es aber noch die Entwicklung in der Rechtsmedizin, die sich laut Polizei in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten extrem viel besser aufgestellt hat. Und all das trägt natürlich dazu bei, dass die Polizei diese Mordfälle auch nach so vielen Jahren noch aufklären kann und eben auch gerne öffentlich kommuniziert, wenn sie Erfolg hat. Das stimmt. Das ist natürlich auch total verständlich, kann ich verstehen. Trotzdem, ich habe es ja an dieser Stelle schon mal gesagt, würden wir uns natürlich total freuen, wenn die Polizei über die Cold Cases auch mit uns kommuniziert, wenn sie noch nicht unbedingt als aufgeklärt gelten. Denn ich glaube schon, dass ein Podcast oder auch Artikel in unseren Medien.

Sicherlich mithelfen könnten, noch größere Mengen an Menschen zu erreichen, die vielleicht dann doch den entscheidenden Hinweis liefern können. Gerade wenn die Bereitschaft ja so groß ist, müssen Menschen erst mal davon wissen, damit sie sich dann bereit erklären zu helfen. Das ist so. Also wir haben das beim Fall Claudia Wilbert wieder gemerkt, wie viele Leute sich dann auch wirklich bei uns melden und natürlich Gott sei Dank bei der Polizei melden. Und ich glaube, da kann man wirklich hoffentlich ein bisschen mit dazu beitragen, dass solche Fälle doch noch aufgeklärt werden können. Sogar NRW-Innenminister Herbert Reul hat sich ja zum Fall Bettina D. Geäußert und betont, dass es möglich ist, auch nach Jahrzehnten noch Fälle zu lösen und Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Der Rechtsstaat bleibt wachsam, sagte Reul. Und er sagt ja, glaube ich, auch immer, kein Täter wird entkommen oder kein Täter darf entkommen. Also Stichwort Mord verliert nicht.

Und das ist ja auch gut zu wissen. Also das beruhigt ja schon ein bisschen, das zu hören, dass das möglich ist. Trotzdem bleiben viele Fragen offen. Zum Beispiel hat uns die Polizei bislang auch nicht gesagt, welche Art von Spur denn jetzt zur Festnahme des 59-Jährigen Enbert Breisig geführt hat. Sie verweist da auf die laufenden Ermittlungen, verständlich. Aber auch zum Verhältnis zwischen dem Tatverdächtigen und dem Opfer macht die Polizei bislang keine Angaben. Dabei würde uns natürlich brennend interessieren, wer ist dieser Mann? Kannte er Bettina D., kannte er den James? Wenn ja, woher kannte der D.? Und vor allem, warum hat er das getan? Ja, das würde mich in der Tat auch interessieren. Vor allem, weil es ja offensichtlich ein Mensch ist, der möglicherweise die ganze Zeit hier in der Region gelebt hat. Das finde ich ganz besonders bedrückend und spannend zugleich.

Klar ist, wir bleiben natürlich dran. Und wir werden euch berichten, sobald es Neuigkeiten zu diesem Fall gibt und zu anderen Cold Cases. Und damit verbinde ich jetzt mal eine kleine Bitte. Wir interessieren uns sehr dafür, was sind denn die Cold Cases am liebsten aus Bonn und der Region, die euch ganz besonders faszinieren und ich meine nicht faszinieren im Sinne von Schaulust, sondern wo hofft ihr ganz besonders, dass es da doch noch Aufklärung geben kann, dass eventuell ein Täter oder eine Täterin festgenommen und dingfest gemacht wird und dass da vielleicht noch ein bisschen Gerechtigkeit für die Opfer entsteht. Schreibt uns das doch gerne bei Spotify in die Kommentare oder schreibt uns eine Mail unter podcast.ga.de oder natürlich super gerne auch bei Instagram als Kommentar oder als Direktnachricht an dieser Stelle. Vielen Dank an alle, die uns auf Instagram schreiben. Das ist echt ganz schön viel, was wir da an Nachrichten bekommen. Und das ist total toll. Und ich glaube, ich schaffe es auf jeden Fall bisher auch noch, alle Nachrichten zu beantworten. Wenn nicht, dann bestraft mich gerne. Schreibt mir noch mal, wenn ich da irgendwas übersehen haben sollte.

Das wollte ich auf jeden Fall auch mal loswerden. Wir bitten natürlich wie immer um 5-Sterne-Bewertungen bei Apple Podcasts und bei Spotify. Ja, ihr habt es gemerkt, diese erste Episode, erste richtige Episode nach der Sommerpause war noch ein bisschen kürzer. Wir hatten ja in letzter Zeit wieder längere Episoden und dazu wird es auch wieder kommen. Aber wir müssen ja auch langsam wieder starten. Wir freuen uns auf jeden Fall schon wieder auf die nächste Episode in zwei Wochen. Wir hoffen, ihr auch. Macht's gut. Bis dann. Tschüss.

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Das war Akte Rheinland, der GA-Podcast zu Kriminalfällen aus Bonn und der Region. Akte Rheinland ist eine Produktion der Generalanzeiger Bonn GmbH. Redaktion und Moderation Anna-Maria Bekes, Produktionsleitung Andreas Deick. Mitarbeit Sabrina Bauer, Simeon Gerlinger und andere. Sprecher Daniel Dähling, Martin Busch.

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