Fresse du Lackaffe! So bist du noch nie begrüßt worden und jetzt sage ich herzlich willkommen bei Firma Fußballfamilie, deinem 15 Minuten Kick für Mut, Energie und Klarheit auch in deinem Leben und manchmal ist die Klarheit auch auf dem Fußballplatz ganz wichtig. Ich bin Michael Metzger und gestern ist mir in meiner Trainerkabine der Satz entgegengeflogen von der Trainer-Kollegen-Kabine. Fresse, du Lackaffe. Sowas habe ich in 35 Jahren Fußball auch noch nicht erlebt. Auf dem Platz, na klar, hat man da mit dem Gegner mal so ein bisschen Scharmützel. Aber dass dann draußen so reagiert wird. Einmal sage ich es noch, Fresse, du Lackaffe. Das war schon was ganz, ganz Besonderes. Muss ich jetzt so nicht wieder haben. Ich habe es dann schon schmunzelnd hingenommen. Wo ich dachte, Mensch, woher weiß der, dass ich meine Fingernägel lackiert hatte und jetzt ist der Lack ab. Also das passt schon nicht mehr. Also das mit dem Lack ist schon nicht mehr. Und vom Affen stamme ich mal ab. Habe ich manchmal auch affiges Verhalten. Möglich. Doch trifft der meiste Zeit auch nicht zu. Also passt jetzt im Moment beides gar nicht mehr. und.
Manchmal ist es dann so nicht zu reagieren, habe ich so für mich gedacht ist die beste Reaktion, dadurch, dass wir das Spiel auch noch auswärts 5-1 verloren haben hat man vom Spielverlauf her ich glaube zu dem Zeitpunkt stand es 3 oder 4-1 hatte ich da auch wenig Argumente ich glaube 3-1 stand es noch und, so ist das Und nach dem Spiel kam er dann zu mir, hat sich entschuldigt. Er sagt, Mensch, ich habe dich gar nicht erkannt mit deinem Bad und lass uns dann nachher noch ein Bier trinken. Ich lade dich ein. Ich sage, vielen Dank. Die Entschuldigung nehme ich an. Ich war auch schon verwundert und erkannte mich noch als Spieler. Keine Ahnung, wie oft wir uns schon in den letzten Jahren dann unsere Wege gekreuzt haben. Er auf der Trainerbank schon und ich noch auf dem Spielfeld. Jetzt an der seitenlinie und ich habe dann nachher das bier dankend abgelehnt und habe mich für eine cola entschieden das war dann auch okay weil wir mussten im bus noch zwei stunden 15 zurückfahren und ich war der fahrer zum einen trinke ich so kein bier und kein alkohol und dann war die cola in ordnung.
Und danach war es dann auch wieder in Ordnung, wobei, du siehst, ich will es jetzt hier einfach nochmal festhalten, weil es natürlich auch für mich jetzt ganz klar eine neue Erfahrung war. Wo ich sage, Mensch, erst mal damit umzugehen, das einzuordnen. Fünf Minuten später wusste ich schon nicht mehr genau, was er gesagt hat. Hätte es der Schiedsrichter gehört oder hätte es der Linienrichter einen Schiedsrichter weitergegeben, was aus meiner Sicht völlig in Ordnung gewesen wäre, dann hätte er für eine Beleidigung eine rote Karte kriegen müssen. Und ich denke, das wäre gerecht gewesen, kam jetzt nicht so, ja, ist so. Und passieren da manchmal in den 90 Minuten vielleicht Sachen, die dann danach vergessen sind. So sollte es sein, doch wenn Worte halt auch mal ausgesprochen sind, dann sind sie ausgesprochen. Ja, und die kannst du dann schlecht wieder zurücknehmen oder kannst du nicht wieder zurücknehmen, kannst dich dann danach für entschuldigen. Ja, okay, das ist schon eine kuriose Situation gewesen. Und ich denke, das passt halt ganz gut. Heute ist ja wieder Sonntag, der 14. September. Freitag habe ich keine Folge aufgenommen. Kommt heute ein Sonntagsschuss Nummer 4 und der geht immer ein bisschen in eine andere Richtung. Und da habe ich noch ein weiteres fußballerisches Thema.
Was ich dir gerne vorstellen möchte und was zeigt wieder bei allem, wo ich mir Gedanken mache. Mensch, Kommunikation, wie kann ich das Team führen, wie mache ich das, um niemanden vor den Kopf zu stoßen? Hatten wir die Herausforderung, am Donnerstag war Abschlusstraining vom Spiel gestern. Und wir haben zwei Mannschaften, eine erste Mannschaft und eine zweite. Und wir haben zwei Torhüter. Und Torhüter sind ja sowieso immer so besondere Positionen, weil da wechselt man ja auch selten. Gerade im Spiel auch nicht. Da ist es dann so, dass ja die Spieler mal durchgewechselt werden. Die kommen dann immer mal zum Einsatz. Bei den Torhütern ist das eher anders. So, jetzt haben wir zwei Mannschaften, zwei Torhüter. Die waren am Wochenende auch beide da. Dass dann einer in der ersten spielt und der andere in der zweiten. Und mein Ansinnen war es natürlich zu gucken, dass ich es dem, der in der zweiten spielt, natürlich so gut näher bringen und zwar am Donnerstag schon, dass er da Bescheid weiß.
Und im Trainerteam haben wir uns überlegt, wie machen wir es. Bei unseren Torhütern ist es so, die sind beide nicht ganz genau gleich auf, aber auf jeden Fall relativ ausgeglichen. Der eine hat Stärken.
Im Torwartspiel auf der Linie. Der andere ist schon etwas erfahrener. Strahlt da vielleicht auch ein bisschen mehr Ruhe aus. Und da war die Überlegung, okay, wen lassen wir am Wochenende in der ersten spielen? Wer kommt mit auf die lange Auswärtsfahrt? Und haben wir eine Entscheidung getroffen. Und mein Ziel war es, Donnerstag Training. Ich spreche vor dem Training mit dem Torwart, den wir für die Erste nominieren. Ob das für ihn klar geht, ob er nicht am Wochenende irgendwas vorhat, dass da so eine Quere kommt, lass beide trainieren. Der eine ist dann schon in dem Wissen, dass er bei der ersten im Tor steht und dann kann ja aber immer mal im Training auch noch was sein. Deshalb wollte ich das nicht vorm Training machen, nur dem praktisch die positive Nachricht überbringen, und den anderen vorm Training nicht demotivieren, weil es könnte ja mal sein, dass im Training was passiert und dann kann der eine vielleicht nicht spielen. So, und dann muss natürlich der andere in der ersten spielen. Der hat dann Priorität und für die zweite gibt es dann eine andere Lösung.
Aber es wäre ja blöd gewesen, wenn ich das vor dem Training schon sage, Mensch, du spielst in der zweiten und dann im Training passiert was und er spielt dann nachher doch erst. Das könnte natürlich ein positiver Effekt sein, doch vielleicht erst mal negativ behaftet. Also super ausgedacht und genau so gemacht vom Training. Ich sage jetzt mal an dem Wochenende der Nummer 1 für die Erste Bescheid gesagt. Und er sagt, ja, geht klar. Und dann trainiert. Zum Glück beide gesund geblieben, sodass ich sie mir dann nach dem Training beide nochmal rangeholt habe, gesprochen habe mit beiden Torhütern separat, gesagt, Mensch, wir haben eine Entscheidung getroffen fürs Wochenende. Einer spielt Erste, einer spielt Zweite. So, und dann natürlich, der, der schon wusste, dass er Erste spielt, habe ich es aber da nochmal offiziell gesagt. und das bedeutet natürlich auch für den, der in der zweiten steht, dass der dann auch Bescheid wusste. Oh, habe ich gedacht, super Plan, Michael, hast du gut gemacht, hast du gut geführt, vorab abgeklärt. Klar ist es dann in dem Moment für den natürlich nicht so schön, weil der andere natürlich auch gerne in der ersten gespielt hätte, gar keine Frage.
Doch, Entscheidung gilt es zu treffen und da ist eben so, einer spielt erste, einer spielt zweite Entscheidung getroffen, super. Wir gehen rein die Jungs wollen gerade zum Duschen gehen kommt der Torhüter ich habe es dann nochmal gesagt Mensch, denk dran, wir spielen auswärts 14 Uhr ist das Spiel wir fahren gegen 10 Uhr los, Tja, und die entscheidende Information hat dann Torhüter Nummer 1 nochmal gebraucht bis der Groschen gefallen ist und dann kommt er zu mir und sagt Du, ich muss bis um zwölf arbeiten. Ich kann gar nicht so früh.
Und dann habe ich natürlich für mich gedacht, das kann doch jetzt nicht wahr sein. Hat das Leben wieder seine eigenen Pläne und Geschichten und ist doch schon kurios. Ich geguckt, das so gut wie möglich zu machen und dann sagt er mir, wir hätten uns das ganze Zinnober sparen können. Wenn er sowieso gesagt hätte, Mensch, er muss, weil das war ja von vornherein klar, auswärts fahrt. Ob wir da jetzt um 10 oder um 11 losfahren. Oder um elf, hätte er vielleicht gesagt, hätte er noch geschafft mit dem Auto, aber ja, um zehn hat gar keinen Sinn gemacht, hätte er gleich die Information noch weitergeben können, dass er arbeiten muss bis um zwölf, weil das hatte ich nicht auf dem Schirm und er dann halt bis zu dem Zeitpunkt auch nicht. Da ist es ihm dann eingefallen. Naja, hat dann natürlich bedeutet, mein ganzer toller Plan ging nicht auf. Denn sonst hätte ich vor dem Spiel gesagt, die Konstellation ist so, dass er natürlich jetzt nicht arbeiten muss, nicht rechtzeitig mitkommt und die zweite Mannschaft hat ein Heimspiel, dass er natürlich dann im Kasten der zweiten steht und der andere bei uns mitkommt, dem ich fünf Minuten vorher gesagt habe, dass er in der zweiten spielt.
Hätten wir uns die Demotivation hätte ich mir die Demotivation sparen können, und ja, wer hat jetzt welche Verantwortung ist die Frage, welche Information hat noch gefehlt welche hatte der, Tourhüter Nummer 1 nicht auf dem Schirm, dass wir auswärts spielen, dass wir so früh losfahren und dass er arbeitet, die Information hat noch gefehlt, damit er das dann auch entsprechend weitertragen konnte wäre natürlich schön gewesen, es wäre ihm zu einem früheren Zeitpunkt eingefallen, ist nicht gewesen also bin ich dann zu Torhüter Nummer 2 gegangen und er sagt, es ändert sich doch weil die Konstellation hat sich geändert Torhüter Nummer 1 muss arbeiten, und dann spielst du einer ersten und ich glaube dann ist das natürlich auch so dass es natürlich schon okay ist aber die Freude ist ja dann natürlich erst mal eingeschränkter, als wenn er die Information nicht gehabt hätte, dass er eigentlich für die zweite geplant ist und dann doch erste spielt. Wenn ich im Vorhinein gewusst hätte, dass der andere arbeiten muss, dann hätte ich das natürlich auch nicht nach außen so kommuniziert, weil dann wäre klar gewesen, dass er zweite spielt. So, und den Torwart, den wir dann mithatten, dann entsprechend...
Erst mal enttäuscht war und ob er sich dann richtig freuen konnte, weiß ich nicht und jetzt haben wir natürlich, das fällt mir gerade so ein, aber das könnte man sich natürlich Gedanken machen, okay, haben wir jetzt deshalb fünf Gegentore gekriegt, nein, so einfach ist das natürlich nicht, doch kann es vielleicht sein, dass er dann doch ein Stück weit vielleicht nicht ganz so sicher sich gefühlt hat, weil es doch im Kopf war, fünf Prozent, hätte uns das vielleicht ein Gegentor weniger beschert, wobei er an sich gut gehalten hat, aber kann ja sein, so im Unterbewusstsein. Wenn das einfach noch besser gewesen wäre, hätte vielleicht dazu geführt, dass wir ein Gegentor weniger kriegen. Die haben das 1-0 ein schönes Freistoßtor gemacht, ich weiß nicht, ob man den überhaupt halten kann, aber vielleicht wären es die 5% gewesen, dass er dann doch noch die Finger rankriegt. War dann nicht so. Und da habe ich gedacht, ja, so schön ausgedacht. Und dann hat es doch nicht funktioniert mit der besten Absicht und es waren halt dann doch nicht alle Informationen auf dem Tisch. Es gab dann neue Informationen und die Entscheidung, die dann getroffen wurde, musste dann neu entschieden werden, war ja dann einfach und klar.
Und doch hätte ich es gerne anders gehabt. Und so ist es ja manchmal im Unternehmen oder in der Familie auch, man hat die besten Absichten und auf einmal kommen neue Informationen und man denkt, Mensch, hätte ich die mal vorher gehabt, dann hätte ich die Entscheidung anders getroffen mit der Information. War dann nicht. Dann geht es Augen zu und durch, das Beste draus zu machen. So ist es dann manchmal und weiter dran zu arbeiten. Was lerne ich jetzt daraus fürs nächste Mal? Denn es heißt erst so schön, auch hier bei Firma Fußball Familie, wir gewinnen gemeinsam. Wir gewinnen gemeinsam, ja, und manchmal ist das Gewinn eben auch wie auf dem Fußballplatz nicht im Ergebnis da. sondern in Erkenntnissen. Und die haben wir jetzt gewonnen durch ein Ergebnis, durch eine 1 zu 5 Niederlage, als natürlich auch die Erkenntnis jetzt.
Womit wir gemeinsam gewonnen haben, die Erkenntnis, dass manchmal noch mehr Informationen nötig sind und dann eben auch gilt nochmal Entscheidungen anzupassen. In diesem Sinne, das war das Wort zum Sonntag heute Und vielleicht kennst du ja auch so Situationen, in denen es dir schon mal so ging. Ja, so war das bei mir und hat mich dann beschäftigt als, ich nenne es jetzt einfach mal, als Führungskraft natürlich auch. Wie gehe ich entsprechend damit um und was mache ich daraus? Liebe Grüße, bleib mutig, dein Michael.