Jeder hat einen Plan, bis er einen Schlag ins Gesicht bekommt. Willkommen bei Firma Fußballfamilie. Deinem 15 Minuten Kick für mehr Klarheit, Mut und Teamgeist. Du weißt es schon, ich verrate es dir trotzdem nochmal. Ich bin Michael Metzger und heute geht es um Selbstführung. Denn wie es so schön ist, nach dem Matchplan und der Folge von gestern, kommt heute der Anpfiff. Und dann zählt nicht mehr nur die Theorie, sondern dann geht es richtig los. Gestern in Folge 11 haben wir über klare Rollen, Führung und Struktur gesprochen und wie ich das so sehe, was es als Unternehmer, als Unternehmen zu tun gilt, das Unternehmen, die Rollen und die passenden Personen. Also haben wir sozusagen über den Plan, über den Matchplan vom Spiel gesprochen.

Aber wie Mike Tyson schon mal gesagt hat, das war das Zitat am Anfang, jeder hat einen Plan, bis er einen Schlag ins Gesicht bekommt. Wobei ich nicht glaube, dass er das so gesagt hat, sondern wahrscheinlich eher jeder hat einen Plan, bis er eins in die Fresse bekommt. Das klingt doch eher nach Mike Tyson, würde ich sagen. Ja, und das ist ja so. Du hast den Plan, du bist in der Kabine, bereitest dich vor. Oder bei Mike Tyson, du überlegst dir vor, Mensch, wie gehst du mit dem Gegner um? Auf dem Tennisplatz, auf dem Handballspielfeld, wo auch immer.

Wo es direkte Gegner gibt. Bei der Leichtathletik ist das vielleicht ein Stück weit was anderes. Doch auch wenn die laufen oder Fahrrad fahren, haben die natürlich auch ihre Taktiken und dann kommt darauf an, inwiefern spielt der Gegner mit oder die Mitspieler, die Weggefährten oder auch nicht. Denn da ist es dann so oft dann kommt der erste kontakt mit der anderen mannschaft und schon die haben einen anderen plan nicht die wollen auch gewinnen und dann zeigt sich eben jeder hat einen plan bis er einen schlag ins gesicht ich sag in die fresse bekommt ja und wie ist es nun im unternehmerleben wer ist da oft der gegner der alltag, Sachen, die auf deinem Tisch liegen, E-Mails, die reinkommen, irgendwelche Deadlines, die eingehalten werden müssen. Es kommen Anfragen vom Kunden, personelle Personalthemen hatten wir gestern auch schon. Ist jemand krank? Jemand will sich vielleicht beruflich verändern. Es gibt mal eine Reklamation von einem Kunden.

Dann gibt es natürlich noch die Herausforderung auch in der Familie, die dann natürlich im Unternehmerleben auch mit eine Rolle spielen. Und, was auch noch ist, ich glaube über das haben wir bisher noch gar nicht gesprochen, sind natürlich auch die eigenen Ansprüche, die du an dich selbst, an dein Unternehmen, an dein Team, an deine Kunden, an deine Familie hast. Also deine eigenen Ansprüche. Und du merkst, jetzt machen wir mal so ein bisschen einen Seitenwechsel. Haben wir vom Allgemeinen, vom Team gesprochen. Gucken wir heute mal, wie sieht es denn bei dir aus? So der Seitenwechsel zwischen Anspruch und Alltag. Wie du dich selbst führst, wenn es ernst wird. Und genau darum geht es ja auch in dem Zitat. Wenn du einen Schlag in die Fresse kriegst, dann wird es ernst. Und wie gehst du dann damit um? Und wie führst du dich selbst? Und was ist dann der Unterschied zwischen Anspruch, der schönen Theorie und Alltag, der Praxis? Dem Matchplan und dem tatsächlichen Match. Ja, und was ist jetzt erstmal für dich? Also zum einen natürlich...

Musst du da ein gutes Verständnis von dir selbst schon haben oder natürlich auch Stück für Stück aufbauen. Du kennst deine Werte, du weißt, was in deinem Kalender steht, du weißt, was du tun müsstest und gerne tun willst. Und trotzdem, das ist so der Matchplan, und dann kommt das Match und trotzdem wirst du dann eben von außen gesteuert. Und du denkst, naja, jetzt habe ich mich hier zwar eingetragen, dass ich jetzt eine Stunde Sport mache oder Zeit mit der Familie verbringe, da ist die Theateraufführung meiner Tochter, zu der ich gerne wollte. Oder Stunde Sport oder ich will mal eine halbe Stunde was lesen, mich weiterbilden.

Ja, und dann kommt der Alltag, was wir gerade schon sagten. Kunden drohen mit Auftrag im Team ist was los eine Maschine ist defekt ein Kunde zahlt nicht pünktlich, die neue monatliche BWA steht auch wieder an, und was es da halt sonst noch so alles gibt, ja was ist dann du stellst dich selbst und deine Familie wieder hinten an, weil du dich um alles andere kümmerst außer um dich selbst so schön war der Termin eingetragen im Kalender so toll hast du dir das vorgenommen im Matchplan, tja, und jetzt sieht es wieder anders aus und deshalb habe ich gestern auch gesagt 50% Unternehmen weil zu den 50% gehörst natürlich aus meiner Sicht auch du.

Und ja, jetzt wird es vielleicht hart und doch sehe ich so und muss vielleicht selbst auch dabei schlucken. Denn ich sage dir jetzt nur, wer sich selbst führen kann, kann auch andere führen. Vor allem auf Dauer und nachhaltig.

Und ja, man denkt oft, man braucht die passenden Leute und die wirtschaftliche Situation muss besser werden. Und da ist noch das und die Kunden, ach, die werden auch immer anspruchsvoller und gucken immer noch mehr auf den Preis. Hm, verstehe ich. Kenne ich auch. Und dann kommt wieder der berühmte Fingerzeig, und zwar nicht auf jemand anderen, sondern auf sich selbst oder der selten gemachte Griff an die eigene Nase. Auch da nur in der Theorie und nicht in der Praxis. Denn so kommt das zustande. Nur wer sich selbst führen kann, kann auch andere führen. Und das ist auf der einen Seite vielleicht eine unschöne Nachricht und auf der anderen Seite eine ganz wertvolle. Weil dann weißt du auch, dass du es in der Hand hast. Du hast die Macht, du kannst was machen, du kannst es verändern. Und das ist doch das Schöne tja, und jetzt lass uns mal gucken was bedeutet denn so Selbstführung, ehrliche Selbstführung.

Eins kann sicherlich sein, sich weniger vorzunehmen und dafür klarer umzusetzen.

Ein Beispiel, das ich von mir kenne, ist, früher habe ich auch mal gedacht, was auch immer, ich muss ein Buch in der Woche lesen, 50 im Jahr, mach wie du denkst. Ja, aber warum ist es vielleicht nicht sinnvoller, sich weniger vorzunehmen, ein Buch und klarer umzusetzen? Da eben den klaren Fokus zu haben.

Und ich denke, das ist mehr wert, als 10 Baustellen gleichzeitig aufzumachen. Denn darin liegt als Unternehmer auch eine ganz, ganz große Gefahr. Wir lieben natürlich auch so ein Stück weit das Chaos, wenn was passiert, wenn es ein bisschen undurchsichtig ist, weil erst dann sind wir ja so richtig gefordert. Und manchmal gibt es gar keine Probleme, dann schaffen wir uns welche. Einfach, damit wir uns lebendig fühlen. Wir sind ja Unternehmer und Mensch, ohne uns läuft es nicht. Es passiert was, guck mal hier, was ich den ganzen Tag schaffe. Ja, das Einzige, was du schaffst, ist, dich deiner Energie zu berauben und du ackerst den ganzen Tag. Daher kommt, glaube ich, auch das schöne Begriff mit dem Hamsterrad. Du läufst den ganzen Tag und kommst doch nicht vorwärts. Und deshalb das Weniger ist nicht nur die Beine hochzulegen und gar nichts mehr zu machen und in so einer Schockstarre zu bleiben oder zu verharren, das meine ich nicht.

Sondern weniger vorzunehmen, um dann mehr zu erreichen, weil eben die klarere Umsetzung ist und so mache ich das jetzt zum Beispiel auch.

Ich habe ja jetzt in meinem ersten Kabinengespräch vor drei Tagen einen Buchtipp erhalten und da mache ich es jetzt so, ich lese dieses eine Buch, also erstmal fange ich es an, um zu sehen, Mensch, wie funktioniert es denn, passt das für mich? Dann gucke ich, dass ich mir parallel Notizen dazu mache und ich habe es mir jetzt neu angewöhnt, in dem Fall ist es sogar so, also ich habe das Buch auf Deutsch, das Hörbuch parallel auf Englisch und ich mache mir Notizen dazu. Und auch da, ich denke jetzt nicht, dass ich an einem Wochenende das ganze Buch lesen muss. Meine Vorgabe habe ich auch in meinem eigenen Buch geschrieben. Ich empfehle 10 Seiten pro Tag. So, hat das Buch 200, 300 Seiten. Und wenn du das im Durchschnitt schaffst, sag ich mal, bist du in so einem Monat plus minus durch mit einem Buch. Und natürlich gleich zu sehen, okay, wie komme ich auch in das Umsetzen, in die Umsetzung. Ja, das ist mal so das Erste. Weniger vornehmen, klarer umsetzen.

Und dazu ergänzend Routinen schaffen, die dich schützen. Das könnte ein Ritual sein, wie das tägliche Kabinengespräch. 15 Minuten kann natürlich ergänzend dazu sein, so wie ich das jetzt mache. Ein Ritual, 15 Minuten täglich lesen. Ergänzend dazu kann sein, 15 Minuten dich zu bewegen. 15 Minuten zu reflektieren, 15 Minuten Zeit ohne Bildschirm, 15 Minuten die Bewusstzeit für andere zu nehmen, vielleicht mal wieder.

Mit den Eltern zu telefonieren, vielleicht mal gezielt 15 Minuten, dich nur mit einem Kind zu beschäftigen und da natürlich auch so eine gewisse Routine draus zu machen. Auch hier wieder Punkt 1 ergänzend, weniger, das heißt nicht mit jedem Kind gleich eine Stunde. Bei mir drei Kinder, drei Stunden, überhaupt nicht realistisch. Drei Kinder, jeweils 15 Minuten, schon deutlich realistischer. Und wenn man sagt, jeden Tag mindestens 15 Minuten mit einem Kind, hat man über die Woche, nehmen wir einmal noch die Frau dazu, hat man in der Woche auf jeden Fall mit jedem Kind zweimal 15 Minuten gehabt und mit der Dame 15 Minuten einmal in der Woche, um da eine gewisse Routine zu schaffen, vielleicht auch Sachen natürlich abzustimmen, sich einfach zu unterhalten über was auch immer, ob es dann mal der Alltag ist oder auch mal was anderes. Also dir da auch so eine Routine zu schaffen. Neben dem Kabinengespräch natürlich.

Und dann auch Routinen schaffen, fällt mir gerade ein, ist natürlich beim Fußball auch so. Man schafft sich ja da auch gewisse Routinen mit einem Warm-up erstmal, das man da macht. Und das geht eben auch nicht, wenn man nachher 90 Minuten spielt. Nicht 90 Minuten, sondern mal eine halbe Stunde, manchmal vielleicht effektiv auch bloß eine Viertelstunde. Ja, da hat man das auch. Und klar, bei sowas natürlich auch, wenn es um dich selbst geht, um Selbstführung, hör auf mit dem Perfektionismus. Es gibt auch Rückschläge.

Mit Rückschlägen rechnen klingt schon wieder so die Negativbrille aufzusetzen. Das sehe ich gar nicht so, sondern halt auch mal zu wissen, Mensch, es läuft auch mal ein bisschen anders. Das ist im Spiel so, das ist im Unternehmen so. Und trotzdem, und dann kommt wieder das, sich natürlich klar zu sein über seinen eigenen Werte und was möchte ich erreichen, weil dann kann ich dabei auch freundlich bleiben, ohne dass ich da rumschreien muss. Auf dem Platz, in der Kabine, zu Hause, kann man trotzdem bei sich bleiben, denn was passiert sonst, sonst ärgert man sich ja hinterher, nur wenn man denkt, Mensch, das wollte ich doch jetzt gar nicht. Ja, dann erinnere ich dich da dran. Und dann gehe eben auch freundlich mit Rückschlägen um. Denn klar ist, man kann nicht jeden Tag gewinnen, man kann nicht jedes spiel gewinnen das kann vielleicht auch nicht immer nur zu hause harmonisch sein, Doch, du kannst jeden Tag weitermachen. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

So ist das. Und wenn es heute mal nicht geklappt hat, mit den 15 Minuten in welcher Richtung auch immer, beim Kabinengespräch gibt es natürlich weniger Ausreden, dann einfach am nächsten Tag weitermachen. Auch das gehört mal dazu. Denn das ist im Fußball natürlich so und im Alltag auch. Es kann eben auch mal sein, dass da sich mal ein Spiel dreht. Erst läuft es gut, erste Halbzeit und dann zweite Halbzeit vielleicht nicht mehr so. Und da muss man eben gucken, was war die Theorie und was ist jetzt die Praxis? Was habe ich für eine Haltung? Wie bin ich jetzt hier präsent in dem Moment? Und wie passe ich eben auch manche Aspekte an? Und das ist eben natürlich im Unternehmen genauso. Du brauchst nicht nur einen Plan, du brauchst natürlich auch die Fähigkeit, wenn du auf dem Platz stehst, mitten im Spiel, dich da entsprechend dann auch anzupassen. Und genau darum geht es ja heute auch zwischen Anspruch und Alltag, dass du es natürlich immer weiter guckst, wie schaffst du den Alltag auch an deine Ansprüche anzupassen. Und wie passt du dich natürlich entsprechend auch an. Und deshalb lass mich dir zum Schluss mal noch eine Reflexionsfrage mitgeben.

Die dich vielleicht ein Stück weit ins Nachdenken, ins Bewegen bringt und was hindert dich jetzt daran, dir jetzt gleich mal 15 Minuten Zeit dafür zu nehmen. Viel Spaß, viel Spaß dabei. Frag dich mal, wie führst du dich selbst, wie verhältst du dich selbst, wenn es mal nicht läuft, und wie ist es dann vielleicht auch, wo vergisst du dich selbst und bist nur für alle anderen da, und was wäre so eine kleine, ehrliche Entscheidung, die du heute für dich treffen kannst, damit sich da dein Alltag in die richtige, gewünschte Richtung für dich entwickelt. Und damit schaffst du dann auch die Grundlage für deine Verantwortung, für deine Leistung, für deinen Spaß, für deine Stabilität. Und klar, wenn du da ab und zu auch mal einen kleinen Anstoß, einen neuen Anstoß brauchst, dann hol dir dein 15 Minuten Kabinengespräch das nicht der nächste, Schlag in die Fresse deinen ganzen Plan durcheinander bringt 15 Minuten für dich für dich als Mensch freue ich mich drauf, du weißt ja Firma Fußball Familie Fürsorge Selbstfürsorge wir gewinnen gemeinsam liebe Grüße, bleib mutig dein Michael.